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222138 · Beschlussvorlage: Einleitung

Einleitung des Vergabeverfahrens zur Begrünung des Neubaugebietes Geislar West II – Auf der Rötschen

Nummer
222138
Art
Beschlussvorlage: Einleitung
Veröffentlicht
14.11.2022
Letzte Änderung
16.09.2026
  1. Sitzung der Bezirksvertretung Beuel 07.12.2022 Entscheidung federführend
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Beschlussvorlage: Einleitung
öffentlich
222138
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
67 Amt für Umwelt und Stadtgrün
Dezernat:
Dez. III
Einleitung des Vergabeverfahrens zur Begrünung
des Neubaugebietes Geislar West II – Auf der
Rötschen
Beratungsfolge
Bezirksvertretung Beuel 07.12.2022 Entscheidung
Beschlussvorschlag
Der Einleitung des Vergabeverfahrens zur Ausschreibung „Begrünung des
Neubaugebietes Geislar-West II – Auf der Rötschen“ wird zugestimmt.
Begründung
Bei dieser Maßnahme handelt es sich um landschaftsbautechnische Arbeiten
zur Begrünung und Baumpflanzung des im Neubaugebiet Geislar-West neu
hergestellten Straßenabschnittes „Auf der Rötschen“ zwischen „Liestraße“ und
„Julius-Palm-Straße“.
Insgesamt werden 39 vorgesehene Baumstandorte im Verkehrsgrün hergestellt
und mit Alleebäumen bepflanzt. Die Innenflächen der Baumbeete sollen dabei
durch ökologisch wertvolle, bienen- und insektenfreundliche, sowie optisch
ansprechende Einsaaten besonders hervorgehoben werden.
Viele Baumarten im Bonner Baumbestand bieten bereits ein hohes Angebot an
Nektar und Pollen für die heimischen Insekten und stellen wertvolle ökologische
Nischen dar. Hervorzuheben sind hier bei den Straßenbäumen insbesondere
nahezu alle Linden-Arten, Spitz-Ahorn, Feld-Ahorn, Rotblühende Rosskastanie,
Vogel-Kirsche, Tupelo-Baum, Elsbeere, Apfel-Dorn, Lederhülsenbaum, Purpur-
Erlen, Robinie, Tulpenbaum, Trompetenbaum und einige Baumarten mehr.
Diese Bienennährgehölze warten mit Nektarwerten von 2-4 und mit
Pollenwerten bis 3 auf, wobei „4“ als Bestnote und „1“ als immerhin noch
geringer Pollen-, bzw. Nektarlieferant zu werten ist.
Die meisten dieser Baumarten bieten durch ihre Fruchtbildung zudem auch ein
breites Nahrungsangebot für Vögel und andere Wildtiere. Diese Bäume
tolerieren ebenfalls noch die zunehmend trockenen Sommer und verschärften
Standortbedingungen im Verkehrsgrün.
Die Verwaltung greift bei Baumpflanzungen auf hitze-, staub- und
insbesondere trockenheitstolerierende Baumarten und –sorten (sogenannteSeite 1 von 3
Seite 2
„Klimabäume“) mit breitem Insektennährangebot zurück. Auch bei der
Unterpflanzung der neuangelegten Baumstandorte wird, wo immer dies möglich
ist, auf eine vielfältige, blühfreudige und insektenfreundliche Bepflanzung
geachtet.
In der Straße „Auf der Rötschen“ ist die Pflanzung von insgesamt 39 Ulmen
(Ulmus ‚New Horizon‘) vorgesehen. Diese Ulmen-Sorte ist ein relativ schnell
wachsender Baum, wodurch recht schnell eine gute Verschattung im Bereich
der Straßen erzielt werden kann. Zudem bietet die Ulme ein gutes Nährangebot
für Insekten.
Diese Sorte weist zudem nach bisherigen Forschungsergebnissen eine hohe
Resistenz gegenüber der Holländischen Ulmenkrankheit auf. Hinzu kommt eine
gute Stadtklimafestigkeit.
Die Untersaat erfolgt hier mit einer speziell für den innerstädtischen Bereich
entwickelten Blumenmischung („Wärmeliebender Saum“) für abgemagerte
Böden und einer Wuchshöhe von 80-140 cm. Charakteristisch für diese
Mischung ist die Verwendung von 58 seltenen oder selten gewordenen Arten
und botanischen Besonderheiten. Insbesondere für Wildbienen und
Schmetterlinge sind diese Pflanzen wertvolle Pollen- und Nektarquellen. Selbst
im Winter bieten die hohlen Stängel der Pflanzen Winterquartiere für viele
Insekten. Die Samenstände sind eine sehr gute Futterquelle für Vögel.
Unsere Straßenbäume sind zunehmend massiven vitalitätshemmenden
Einflüssen, wie zum Beispiel Trockenheit, Strahlungshitze, Bodenverdichtung,
starkem Nutzungsdruck der Verkehrsteilnehmenden und u. a. dadurch verstärkt
auftretenden Krankheiten und Schädlingen ausgesetzt.
Im Rahmen dieser Maßnahme führt das Amt für Umwelt und Stadtgrün
großflächige Tests für unterschiedliche Baumsubstrate durch. Getestet werden
hier im Langzeitversuch von 5 Jahren 3 verschiedene Baumsubstrate mit
unterschiedlichen natürlichen Zuschlagsstoffen und Zusammensetzungen, um
die Bedingungen für die Straßenbäume noch weiter zu verbessern. Dieser
Substrattest wird ebenfalls im restlichen Bereich des Neubaugebietes (Im
Rübengarten, Schwester-Melania-Straße, Franz-Buchbender-Straße und
Cellitinnenstraße) durchgeführt (siehe DS-Nr.: 221569). Die Verwaltung wird
hierüber in einer gesonderten Mitteilungsvorlage noch näher informieren,
sobald erste Erkenntnisse vorliegen.
Die Arbeiten zu dieser Maßnahme beinhalten den Einbau der entsprechenden
Baumsubstrate und Wurzelschutzeinrichtungen zum Schutz eventuell
benachbarter Leitungen, die Sicherung der Baumscheiben mit Anfahrschutz,
sowie die Pflanzarbeiten selbst. Weiterhin erfolgt in der Nachsorge – auch aus
Gewährleistungsgründen – eine 2-jährige Fertigstellungs- und
Entwicklungspflege, eine 4-jährige Wässerung und nach Erfordernis eine
jährliche Düngung der Bäume bis zur Übernahme in die Unterhaltung der Stadt.
Die Maßnahme soll unmittelbar nach der Beschlussfassung im Dezember 2022
ausgeschrieben und nach Beauftragung auch umgehend im Januar 2023
begonnen werden. Die vegetationstechnischen Arbeiten einschließlich der
Baumpflanzungen und Einsaaten werden bis Ende März 2023 abgeschlossen
sein.Seite 2 von 3
Seite 3
Die Maßnahme entspricht den Regelungen des § 82 GO NRW zur vorläufigen
Haushaltsführung.
Finanzielle Auswirkungen:
Vergabeart
öffentlich offen (EU) 7 Firmen werden zur Angebotsabgabe aufgefordert
X beschränkt nichtoffen (EU) mit öffentlichem Teilnahmewettbewerb
Freihändig bzw Verhandlungsverfahren (EU) Abweichung von der vorgeschriebenen Vergabeart
Verhandlungsvergabe
Vergabekennzahl Vergabe-/Vertragsordnung Ausführungszeitraum Schätzkosten brutto
BN-2022-6466 X VOB UVgO bzw. VgV Januar 2023 – März 2023 200.000 €
Produktgruppennummer Produktgruppenbezeichnung Sachkonto (konsumtiv) /
Finanzposition (investiv)
CO-Kontierung (konsumtiv) /
Finanzstelle (investiv)
1.12.01 Gemeindestrassen 785200 5680012010100
Verpflichtungsermächtigungen Verwendung von Haushaltsresten Mittel
Ja x nein ja x nein freigegeben X vorgesehen
Anlage/n
KeineSeite 3 von 3

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Datenstand: 03.11.2026, 02:38 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de