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222054 · Mitteilungsvorlage

"Bonn4Future - Wir fürs Klima" - Bericht im Nachgang des 4. Bonn4Future Klimaforums (Oktober 2022)

Nummer
222054
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
17.10.2022
Letzte Änderung
16.09.2026
  1. Sitzung des Beirates Bürgerbeteiligung 11.11.2022 Kenntnisnahme
  2. Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 03.11.2022 Kenntnisnahme
  3. Sitzung des Ausschusses für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger 16.11.2022 Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage
öffentlich
222054
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
Geschäftsbereich OB-2: Strategische Programmsteuerung
Dezernat:
Dez. OB
"Bonn4Future - Wir fürs Klima" - Bericht im
Nachgang des 4. Bonn4Future Klimaforums
(Oktober 2022)
Beratungsfolge
Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale
Agenda
03.11.2022 Kenntnisnahme
Beirat Bürgerbeteiligung 11.11.2022 Kenntnisnahme
Ausschuss für Beteiligung der Bürgerinnen
und Bürger
16.11.2022 Kenntnisnahme
Mitteilung:
Im Anhang befindet sich der Bericht mit vorläufigen Ergebnissen des 4.
Bonn4Future Klimaforums am 9. und 10. September 2022.
Hintergrund:
Anfang 2020 haben „Bonn im Wandel“ und die „Klimawache Bonn“ einen
Bürgerantrag zur Beteiligung an der Zielerreichung der Klimaneutralität
eingereicht. Dieser wurde am 4. März 2020 beschlossen (DS 200292).
In der Folge wurde von den Initiatoren in Abstimmung mit der Stadtverwaltung
ein entsprechendes Mitwirkungskonzept erarbeitet (DS 201084). Dieses wurde
vom Ausschuss für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger beschlossen und
die Verwaltung vom Rat beauftragt, mit „Bonn im Wandel“ einen
Kooperationsvertrag zur Koordination und Umsetzung des zweijährigen
Verfahrens abzuschließen. Dafür werden bis Ende 2022 Mittel in Höhe von bis
zu 719.000€ bereitgestellt.
Der Kooperationsvertrag wurde am 27.11.2020 unterzeichnet und am 1.
Dezember 2020 ist das Mitwirkungsverfahren Bonn4Future – Wir fürs Klima“
gestartet. Aufgrund von Verzögerungen durch die Corona-Pandemie wurde das
Verfahren um vier Monate bis zum 30.04.2023 verlängert (DS 220893).
Bisherige Berichte zum Verfahren: erster Sachstandsbericht (Februar 2021, DS
210174), zweiter Sachstandsbericht (Juli 2021, DS 211269), Bericht im
Nachgang des ersten Klimaforums (Oktober 2021, DS 212006), Bericht im
Nachgang der Klimaforen 2&3 (Juli 2022, DS 221352).Seite 1 von 5
Seite 2
Anlage/n
1 2022-10-13 Bericht im Nachgang des 4. Bonn4Future Klimaforums
(öffentlich)Seite 2 von 5
DER BÜRGER:INNEN-AKTIONSPLAN
für ein klimaneutrales und lebenswertes Bonn
Vorläufige Ergebnisse des 4. Bonn4Future-Klimaforums
Am 9. und 10. September 2022 fand
das vorerst letzte Bonn4Future-
Klimaforum statt. Die Bürger:innen
haben in sieben Themenfeldern
insgesamt 36 Aktionspläne für eine
klimaneutrale, lebenswerte Stadt
erarbeitet. Sie ergänzen den vom
Konsortium erarbeiteten Klimaplan
2035 (siehe DS 221693 und DS
222053) in besonderer Weise, vor
allem bei den Fragen:
Wie kann die Stadt Bonn ihre Bürger:innen auf die große Transformation zur klimaneutralen Stadt
vorbereiten? Was muss passieren damit das Vorhaben gemeinsam mit den Bürger:innen gelingt?
Denn die Herausforderung ist größer als jemals zuvor. Durch die Berechnungen des Konsortiums wissen
wir:
Wir haben in Bonn nur noch ein begrenztes CO2-Budget – rund 16 Millionen Tonnen für ganz Bonn.
Das sind durchschnittlich noch 50 Tonnen CO2 pro Person. Wenn die Stadt bis 2035 klimaneutral
sein will, müssen wir intelligente und kooperative Wege finden, um sieben bis zehnmal mehr
Treibhausgase pro Jahr zu reduzieren als bisher.
Das wirft Fragen auf, wie: Wofür geben wir unser gemeinsames Budget noch aus? Wie viel geht z.B. in
Dämmung von Schulen, Krankenhäusern, Mietwohnungen, ÖPNV, Krankenwagen, Feuerwehr oder
Individualkonsum?
Können Bürger:innen mit solchen Herausforderungen umgehen?
Ja sie können. Unsere Erfahrung aus mittlerweile vier Klimaforen mit sehr heterogenen Teilnehmenden ist,
dass es zwei Voraussetzungen braucht, um konstruktiv gemeinsam an Lösungen zu arbeiten:
1. Je klarer die Ziele, desto besser können Bürger:innen damit arbeiten. Wenn Ziele wissenschaftlich
fundiert und verständlich sind, dann leiten Bürger:innen daraus auch gute Maßnahmen ab.
(Beispiel: Die erneuerbaren Energien reichen nach Auskunft von Expert:innen nicht für unseren bisherigen
Wärmebedarf. Wir müssen zusätzlich den Energieverbrauch um 30-40% reduzieren. Die Frage ist also nicht mehr ob
wir Dämmen oder Wohnflächen intelligenter nutzen, sondern wie.)
2. Gute Lösungen brauchen einen moderierten, wertschätzenden Rahmen damit Menschen mit
völlig unterschiedlichen Perspektiven zu guten, gemeinsamen Ergebnissen kommen.Seite 3 von 5
Verschaffen Sie sich einen Eindruck von den 36 Aktionsplänen die von den Bürger:innen in
1,5 Tagen erarbeitet wurden. Die Highlights haben wir für Sie in einem 10-minütigen Film
zusammengefasst: https://beteiligung.bonn4future.de/de/klimaforum4
Hintergrund
Wer hat teilgenommen?
 100 Bürger:innen
(Durch unsere besondere Sorgfalt bei Akquise und Auswahl konnten wir einen hohe Vielfalt erreichen.)
 45 Akteur:innen aus Initiativen, Organisationen und Unternehmen
 37 Personen aus der Stadtverwaltung und den städtischen Betrieben
 14 externe Referent:innen und Fachkurator:innen, 14 Moderator:innen
 12 Personen aus dem Bonn im Wandel-Team, zusätzlich 18 ehrenamtliche Helfer:innen
 8 Personen von der Evaluation (Universität Bonn)
Welche Themenfelder wurden bearbeitet?
 Wohnen in lebenswerten Vierteln
mit erneuerbarer Energie und Wärme
 Mobilität
 Ernährung und Landwirtschaft
 Wirtschaft und Konsum
 Natur und natürliche CO2-Speicher
 Bildung und Mitwirkung
 Aufbruch und Kulturwandel
Die Themenfelder haben ein hohes CO2-Einsparungs-
potenzial und/oder ein großes gesellschaftliches
Veränderungspotenzial.
Erste Ergebnisse
Jeder der 36 Aktionspläne besteht aus
• einem Ziel für 2035,
• einem Meilenstein für 2030,
• einer Zwischenetappe für 2025
• und den ersten wichtigsten Schritten, damit dieser Plan losgeht (ab 2023).
Die Aktionspläne sind von unterschiedlicher Qualität. Das hängt vor allem von der Klarheit der Ziele ab. In
Themenfeldern, in denen bereits relativ klare Ziele vorliegen, etwa bei Wohnen, Mobilität oder
Ernährung/Landwirtschaft (z.B. durch das Klimaplan-Konsortium oder den Klimaschutzbeirat der Stadt
Bonn) sind die Aktionspläne schon sehr konkret. Bei anderen Themenfeldern wird es noch mehr Zeit und
Klarheit über die wichtigsten Ziele brauchen, z.B. bei Wirtschaft, Bildung oder Kulturwandel.Seite 4 von 5
Die Durchsicht der Ergebnisse zeigt aber, dass bestimmte Empfehlungen immer wieder auftauchen. Diese
wollen wir Ihnen an dieser Stelle schon einmal vorstellen:
1. Klartext: Die Kombination aus hochwertiger, verständlicher Information und der Absicherung der
fachlichen Qualität ist die Basis der Transformation. In fast allen Themenfeldern und Foren stellen
Bürger:innen fest: Das Wissen zur Klimaneutralität ist nicht da – oder nicht ausreichend
kommuniziert!
2. Bestandsaufnahmen: Häufig empfehlen die Bürger:innen als erste wichtigste Schritte
Bestandsaufnahmen, z.B. zu den Fragen: Wie viel Wohnfläche ist in den Quartieren verfügbar?
Welche Bedürfnisse für Mobilität gibt es (um sie z.B. zukünftig möglichst vor Ort im Quartier zu
erfüllen)? Wie viele Flächen können entsiegelt, wie viele Dächer überhaupt begrünt werden?
Welche unterschiedlichen Zielgruppen gibt es und welche Art der Klimakommunikation brauchen
sie?
3. Beschlussvorlagen: Die Empfehlungen gehen bis hin zum Vorschlag für konkrete Ratsbeschlüsse,
zum Beispiel für die Bereitstellung von Geldern, damit die Stadt wieder eigene Immobilien
erwerben kann oder den Aufbau eines Regionalzentrums für regionale Lebensmittelvermarktung
und -verarbeitung.
4. Die klimaneutrale und lebenswerte Stadt braucht mehr Zusammenarbeit: Zur Reduzierung der
Treibhausgas-Emissionen muss die Stadtgesellschaft über 50% beitragen. Ohne die Bürger:innen
wird es also nicht gehen. All das was jetzt erarbeitet wurde, sollte genutzt und weiterentwickelt
werden. Wiederholt kam der Wunsch, dass die Dialoge auf Stadtebene weiter geführt werden,
zum Beispiel runde Tische zu Ernährung, Mobilität oder Wohnen – und zwar nicht nur mit Politik,
Verwaltung und Wirtschaft sondern auch mit Bürger:innen und der Zivilgesellschaft. Für die
Transformation im Quartier taucht immer wieder der Wunsch nach Transformationszentren und
Transformationsmanager:innen auf, die Raum, Wissen und Methoden bereitstellen, damit
Menschen gemeinsam neue Lösungen erarbeiten.
Wie geht es weiter?
Auf der Grundlage der Ergebnisse des letzten Klimaforums unter Berücksichtigung der Ergebnisse der
vorangegangenen Klimaforen werden Forderungen und Wünsche an die Politik formuliert. Dafür bereitet
das Bonn4Future-Team gemeinsam mit Kooperationspartner*innen in der Stadtverwaltung eine
entsprechende Vorlage vor (Frühjahr 2023). Diese wird auch Empfehlungen enthalten, wie mit diesen
Ergebnissen konkret umzugehen ist.
Die Erkenntnisse aus dem Bürger:innen-Klimaaktionsplan sollen in die kontinuierliche Fortschreibung des
städtischen Klimaplans einfließen. Die Qualitätskriterien, Gesamtergebnisse und die Evaluation des
Bonn4Future-Prozesses dienen als Grundlage für die Ausarbeitung weiterer Maßnahmen im Bereich der
Bürger:innenbeteiligung.
Gesa Maschkowski und Robert Janßen-Morof, Bonn im Wandel e.V.Seite 5 von 5

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Datenstand: 03.11.2026, 01:08 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de