222029-01 ST · Stellungnahme der Verwaltung
Bürgerenergie unterstützen; hier: Stellungnahme der Stadtwerke Bonn GmbH
Kerndaten
- Nummer
- 222029-01 ST
- Art
- Stellungnahme der Verwaltung
- Veröffentlicht
- 17.02.2023
- Letzte Änderung
- 16.09.2026
Beratungsfolge
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Stellungnahme der Verwaltung öffentlich 222029-01 ST Die Oberbürgermeisterin Federführung: Geschäftsbereich OB-1: Dezernats- und Verwaltungssteuerung Dezernat: Dez. OB Bürgerenergie unterstützen; hier: Stellungnahme der Stadtwerke Bonn GmbH Beratungsfolge Ausschuss für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger 02.03.2023 Kenntnisnahme Die Stadtwerke Bonn GmbH nimmt zu dem Antrag wie folgt Stellung: Die Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern ist ein wesentlicher Baustein für das erfolgreiche Gelingen der Energiewende. Die Möglichkeit zur aktiven Beteiligung an Projekten und Initiativen sorgt nicht nur für mehr Verständnis, Transparenz und Akzeptanz, sondern kann auch zu neuen und innovativen Lösungen für die Energieversorgung beitragen. Aus diesem Grund suchen die Stadtwerke Bonn (SWB) immer wieder den Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern. Nur beispielhaft hierfür sind die Beteiligung am Klimaforum und die SWB-Energiemesse im vergangenen Jahr. Darüber hinaus schafft SWB Möglichkeiten, um Bürgerinnen und Bürger ganz konkret an der Energiewende partizipieren zu lassen. Derzeit entwickelt SWB eine Bürgerbeteiligungsplattform, um Bonnerinnen und Bonnern die Möglichkeit zu geben, für eine feste Verzinsung in nachhaltige Projekte der Region zu investieren. Die gewonnenen Strommengen können entweder direkt an Verbraucher vor Ort geliefert, oder als Regionalstrom vermarktet werden. Über das Regionalstromportal der SWB haben Interessenten dann die Möglichkeit, die neu errichteten Erzeugungsanlagen für die Deckung Ihres Strombedarfs auszuwählen. Das steigert die Transparenz der Stromlieferung und ermöglicht es Kundinnen und Kunden, Projekte der Region mit Ihrem Strombezug gezielt zu unterstützen. Um die Energiewende im urbanen Raum weiter voranzutreiben, befindet sich SWB zurzeit in der Pilotierung von Mieterstromprojekten. Dabei wird vor Ort erzeugter Strom, ohne Durchleitung durch das öffentliche Netz, an Verbraucher in einem Mehrfamilienhaus oder Quartier vor Ort geliefert. In diesem Fall müssen für den vor Ort erzeugten und verbrauchten Strom keine netzseitigen Umlagen und Steuern entrichtet werden. So sollen zukünftig auch Mieter und Mieterinnen vermehrt an der Energiewende partizipieren und direkt vom Ausbau der erneuerbaren Energien profitieren. Keine Rolle für die urbane Energiewende spielen bisher Kleinwindkraftanlagen. Diese können bisher nicht wirtschaftlich und effizient betrieben werden. DerSeite 1 von 3 Seite 2 Grund dafür ist, dass sich der Energieertrag entsprechender Anlagen überproportional mit der Windgeschwindigkeit entwickelt und urbane Räume in der Regel ungünstige Windverhältnisse bieten.1 Um neben der Strom- auch die Wärmewende in Bonn systematisch voranzutreiben, führt die Stadt Bonn gemeinsam mit den Stadtwerken Bonn eine Wärmeleitplanung durch. Dabei wird die Strategie für die Transformation zu einer nachhaltigen Wärmeversorgung in Bonn erarbeitet. Es ist davon auszugehen, dass die Fernwärme in unserer Wärmeversorgung weiter an Bedeutung gewinnt. Sie ermöglichen es, in großem Stil erneuerbare Energien (z.B. über Großwärmepumpen) oder sonstige nachhaltige Wärmepotentiale (z.B. Abwärme Kanalisation) für unsere Wärmeversorgung nutzbar zu machen und anschließend zu verteilen. Perspektivisch wird der Fernwärmeerzeugung noch eine weitere wichtige Rolle zukommen: Mit zunehmendem Ausbau der erneuerbaren Energien wird insbesondere der Anteil an Photovoltaik- und Windenergie in unserem Strommix weiter steigen. Die Stromerzeugung unterliegt dabei wetterbedingten Schwankungen und deckt sich nicht zwangsläufig mit dem Energiebedarf. Je mehr erneuerbare Energien genutzt werden, desto flexibler muss also das Gesamtsystem werden. Neben Speichersystemen werden dann auch steuerbare Erzeuger – insbesondere hocheffiziente KWK-Anlagen auf Wasserstoffbasis – Bestandteil einer Strategie zur Flexibilisierung unseres Energiesystems sein und damit wesentlich zur Netzstabilität beitragen. Ergänzend zur Fernwärme werden auch Nahwärmenetze, die beispielsweise für die Wärmeversorgung einzelner Quartiere oder Stadtbezirke ausgelegt werden, eine zunehmende Rolle in der Wärmeversorgung spielen. Welche Art der Wärmeversorgung in welchem Stadtgebiet bevorzugt einzusetzen ist, wird Ergebnis der Wärmeleitplanung sein. Um die Transformation voranzutreiben, plant SWB bereits den Ausbau der Fernwärme und prüft darüber hinaus die Möglichkeiten für die Umsetzung von Nahwärmenetzen in verschiedenen Stadtteilen. Da schon heute ein großer Informationsbedarf der Bürgerinnen und Bürger besteht, was die Möglichkeiten zur Umsetzung von Wärmelösungen und Sanierungskonzepten angeht, strebt die Stadt Bonn die Errichtung von dezentralen Quartierbüros und Klimabüros an. 2 Die aufgeführten Maßnahmen sind Bestandteil des im vergangenen Jahr in die Politik eingebrachten Klimaschutzkonzeptes „Klimaplan 2035“, oder zahlen auf die Ziele des Konzeptes ein. Der Klimaplan beschreibt die Strategie zum Erreichen der Klimaschutzziele und definiert konkrete Handlungsfelder und Aktivitäten zum Erreichen dieser Ziele. Um das gemeinsame Vorgehen in Sachen Klimaschutz zwischen der Stadt Bonn, den Stadtwerken Bonn und den Bürgerinnen und Bürgern zu koordinieren, empfehlen wir, sich auf die Maßnahmen des Klimaplans zu konzentrieren. 1 https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/energie/erneuerbare- energien/kleinwindkraftanlagen-das-sollten-sie-wissen-10857 2https://www.bonn.de/themen-entdecken/umwelt-natur/klimaplan-2035Seite 2 von 3 Seite 3 Beschlussvorschlag: Der Ausschuss nimmt Kenntnis von den inhaltlichen Ausführungen in der Stellungnahme der Verwaltung und erklärt den Bürgerantrag damit für erledigt. Mit diesem Votum ist das in § 24 GO NRW für die formelle Beratung von Bürgeranträgen vorgesehene Verfahren abgeschlossen. Anlage/n KeineSeite 3 von 3
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 03.11.2026, 21:30 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de