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221923 · Beschlussvorlage: Einleitung

Sanierungsmaßnahmen im Freibad Friesdorf

Nummer
221923
Art
Beschlussvorlage: Einleitung
Veröffentlicht
11.10.2022
Letzte Änderung
16.09.2026
  1. Sitzung des Sportausschusses 26.10.2022 Empfehlung
  2. Sitzung der Bezirksvertretung Bad Godesberg 17.11.2022 Entscheidung federführend
  1. Sammeldokument öffentlich pdf · 14,7 MB Öffnen ↗

Untergeordnet

  1. 221923-01 BBB-Anfrage: Sanierungsmaßnahmen im Freibad Friesdorf Antrag zur Vorlage 221923
  2. 221923-02 ST BBB-Anfrage: Sanierungsmaßnahmen im Freibad Friesdorf Antrag zur Vorlage 221923

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Beschlussvorlage: Einleitung
öffentlich
221923
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
52 Sport- und Bäderamt
Dezernat:
Dez. IV
Sanierungsmaßnahmen im Freibad Friesdorf
Beratungsfolge
Sportausschuss 26.10.2022 Empfehlung
Bezirksvertretung Bad Godesberg 17.11.2022 Entscheidung
Begründung der Dringlichkeit:
Aufgrund der umfangreichen verwaltungsinternen Stellungnahme konnte die
Vorlage nicht fristgerecht zur Sitzung des Sportausschusses am 26.10.2022
eingebracht werden. Die Beratung in dieser Sitzung ist jedoch dringend
angezeigt, da die Maßnahmen bis zu Beginn der Freibadsaison 2023
umgesetzt werden sollen. Dazu sind die Fortsetzung der Planung und die
Einleitung des Vergabeverfahrens kurzfristig erforderlich, da andernfalls die
Öffnung des Bades zur Freibadsaison 2023 nicht möglich ist. Die Folgen wären
(neben fehlender Wasserfläche im Stadtbezirk Bad Godesberg)
Einnahmeausfälle im öffentlichen Badebetrieb und Mehrkosten aufgrund von
Baukostensteigerungen.
Beschlussvorschlag
1. Die Verwaltung wird mit der Durchführung folgender Maßnahmen im Freibad
Friesdorf beauftragt:
a) Austausch und Erneuerung der Beckenfolien des Nichtschwimmer- und
Schwimmerbeckens
b) Sanierung der Filteranlage
c) Sanierung oder Abriss und Neubau des Sprungturms
d) Erneuerung der Solarabsorber-Anlage
2. Die Verwaltung wird beauftragt, für diese Maßnahmen die Planung auf
Ausführungsreife zu bringen und das Vergabeverfahren einzuleiten.
Begründung
Der am 18.06.2020 im Rat der Stadt beschlossenen Rahmenplan zur
Neuordnung der Bonner Bäderlandschaft (DS 200671) sieht in Ziffer 5 vor,
dass die Standorte der Freibäder erhalten bleiben und saniert werden.
Dem Freibad Friesdorf kommt außerhalb der Freibadsaison die besondereSeite 1 von 81
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Bedeutung zu, dass durch den Aufbau einer Traglufthalle eine ganzjährige
Nutzung möglich ist und somit das Schul- und Vereinsschwimmen im
Stadtbezirk Bad Godesberg sichergestellt werden kann.
Um das Freibad Friesdorf in den nächsten Jahren auch als Hallenbad bis zur
Eröffnung des neuen Kurfürstenbades betreiben zu können, sind kurzfristig die
nachfolgend beschriebenen Maßnahmen zwingend erforderlich.
a) Austausch der Beckenfolien
Aufgrund des hohen Alters der Beckenfolien weist diese irreparable Schäden
auf, besonders im Bereich der Beckenköpfe. Die Schäden können nicht mehr
ausgebessert werden, da die Folie aufgrund der Sonneneinstrahlung und durch
das chlorhaltige Wasser bereits so porös ist, dass Reparaturversuche
scheiterten. Nach Beendigung der Hallenbadsaison 2021/22 wurden
Betonproben entnommen, um den Zustand des Beckenkörpers zu analysieren.
Die anschließende Schließung der Probeentnahmestellen gelang nicht. Auch
eine zweite Ausbesserung der Schadstellen lieferte keine zufriedenstellenden
Ergebnisse, so dass beide Becken pro Stunde zusammen 0,6 Kubikmeter
Wasser verloren, woraufhin das Bad außer Betrieb genommen werden musste.
Um das Bad zukünftig wieder in Betrieb nehmen zu können, ist der Austausch
der Beckenfolien unumgänglich.
Hierzu hat die Verwaltung eine Sanierungsstudie in Auftrag gegeben (siehe
Anhang). Die Kosten werden für den Austausch der Folie des
Lehrschwimmbeckens und des Schwimmerbeckens danach auf knapp 401.000
€ brutto geschätzt. Die Kosten sind investiv zu veranschlagen und können der
Pauschale Bäderkonzept entnommen werden.
b) Sanierung der Filteranlage
Das Innere der beiden Sandfilter der Wasseraufbereitung weist erhebliche
Korrosion auf. Um die Betriebsbereitschaft und insbesondere die hygienischen
Anforderungen der DIN 19643 an das Beckenwasser zu gewährleisten und zu
verhindern, dass sich in der porösen korrodierten Oberfläche Verkeimungen
ansammeln, ist es erforderlich die beiden Filter zu sanieren.
Die Kostenschätzung sieht gemäß Sanierungsstudie einen Betrag von knapp
97.000 € brutto vor. Dieser Betrag ist ebenfalls investiv zu veranschlagen und
kann der Pauschale Bäderkonzept entnommen werden.
c) Sanierung oder Abriss und Neubau des Sprungturms
Der Zustand der 3-Meter-Plattform ist aufgrund des Alters mangelhaft. Zu den
Mängeln zählen vereinzelt freiliegende Bewehrungsstähle, Korrosion an den
Befestigungsfüßen des beschichteten Stahlgeländers und an dem
Leiteraufgang des Sprungturms. An einigen Befestigungen sind bereitsSeite 2 von 81
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Betonabplatzungen infolge des Rostes vorzufinden. Die horizontale
Unterteilung, welche derzeit mit einem zusätzlichen Netz abgespannt ist,
entspricht nicht den geforderten Richtlinien. Daher ist eine Sanierung des
Sprungturms zwingend erforderlich, um zukünftig die weitere Nutzung zu
gewährleisten.
Derzeit werden alternativ der Abriss des bestehenden Sprungturms und die
Neu-Montage einer 3-Meter-Plattform aus Edelstahl untersucht. Die Kosten
hierfür liegen noch nicht vor. Sollte sich diese Variante als wirtschaftlicher
herausstellen, wird diese umgesetzt.
Die aktuellen Kostenschätzungen liegen bei 165.000 € brutto für die Sanierung
des Sprungturms. Durch die Sanierung des Sprungturmes verlängert sich die
wirtschaftliche Nutzungsdauer dieser Anlage um mindestens 10 Prozent. Bei
Abriss und Neubau des Sprungturms würde ein neuer Vermögensgegenstand
geschaffen. In jedem Falle sind die Kosten investiv zu veranschlagen und
können auch der Pauschale Bäderkonzept entnommen werden.
d) Erneuerung der Solarabsorber-Anlage
Die Solarabsorber-Anlage wies in den vergangenen Jahren häufig
Undichtigkeiten auf. Die Beschaffung von Ersatzteilen gestaltete sich in der
Vergangenheit als schwierig, da die Herstellerfirma nicht mehr existiert. Die
Anlage ist derzeit undicht. Unter Berücksichtigung der derzeit rasant steigenden
Energiepreise und im Hinblick auf das zum Thema Nachhaltigkeit sollte die
Solarabsorber-Anlage erneuert werden. Dies entspricht auch einem Prüfauftrag
des Ausschusses für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger vom 17.08.2022
(DS 221216).
Erste Schätzkosten sind mit einem Betrag von 60.000 € brutto beziffert. Mit der
Erneuerung der Solarabsorber-Anlage wird ein neues Anlagegut geschaffen, so
dass auch hier eine Finanzierung aus der investiven Pauschale Bäderkonzept
erfolgen kann.
***
Die Verwaltung beabsichtigt, die oben genannten Maßnahmen gemeinsam
auszuschreiben und parallel ausführen zu lassen. Insbesondere soll vermieden
werden, die Sanierung oder den Abriss und Neubau des Sprungturms erst nach
dem Austausch der Beckenfolie durchzuführen, da hierbei Schäden an der
Beckenfolie nicht ausgeschlossen werden können. Die Gesamtkosten werden
auf 723.000 € geschätzt.
Ziel ist es, die beschriebenen Maßnahmen bis zum Beginn der Freibadsaison
2023 durchzuführen.
Vergabeart
X öffentlich offen (EU) aufgeforderte Firmen
beschränkt nichtoffen (EU) mit öffentlichem
TeilnahmewettbewerbSeite 3 von 81
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Freihändig bzw.
Verhandlungsvergabe Verhandlungsverfahren (EU) Abweichung von der
vorgeschriebenen Vergabeart
Vergabekennzahl Vergabe-/Vertragsordnung Ausführungszeitraum Schätzkosten brutto
BN-2022-xxxx X VOB UVgO VgV Frühjahr 2023 723.000 EUR
Produktgruppennummer Produktgruppenbezeichnung Sachkonto
(konsumtiv) /
Finanzposition
(investiv)
CO-Kontierung
(konsumtiv) /
Finanzstelle
(investiv)
1.08.03 Ber und Betr von Bädern 78.5300 5520008038000
Verpflichtungsermächtigungen Verwendung von
Haushaltsresten
Mittel
ja X nein X ja nein X freigegeben vorgesehen
Anlage/n
1 Sanierungsstudie Folienerneuerung Friesdorf (öffentlich)Seite 4 von 81
Folienerneuerung und Filtersanierung
Freibad Friesdorf
Kostenschätzung
(Stand 22.08.2022)
aufgestellt: 85-22
Knierim-Hoenen
Kosten der Folienerneuerung auf Basis der Kostenschätzung von Dittrich Architekten
KG 300 230.277,00 € netto
KG 500 12.600,00 € netto
KG 700 50.000,00 € netto
Zwischensumme 292.877,00 € netto
Risikozuschlag 15% 43.931,55 € netto
Gesamt netto 336.808,55 €
MwSt 19% 63.993,62 €
400.802,17 €
Kostenschätzung der Filtersanierung (Kostenquelle: Filtersanierung Römerbad)
Sanierung Filter innen 2 Stück 60.000,00 € netto
Erneuerung Aussenanstrich 2 Stück 5.000,00 € netto
Zwischensumme 65.000,00 € netto
Baupeissteigerung und Risikozuschlag 25% 16.250,00 € netto
Gesamt netto 81.250,00 €
MwSt 19% 15.437,50 €
96.687,50 €
Kostenschätzung Folienerneuerung 400.802,17 € brutto
Kostenschätzung Filtersanierung 96.687,50 € brutto
497.489,67 € brutto
Gesamt gerundet für Folienerneuerung und Filtersanierung 500.000,00 € brutto
75.000,00 € brutto
7.500,00 € brutto
500.000,00 € brutto
507.500,00 € brutto
582.500,00 € brutto
Mittelerhöhung
Gesamtmittel
Gesamt
Gesamt brutto Folienerneuerung
Gesamt brutto Filtersanierung
geschätzte Mehrkosten Aufgrund der Undichtigkeiten
nach erfolgter Bestandsuntersuchung
Kosten Filtersanierung und Folienerneuerung
bisherige genehmigte Mittel der MaßnahmeSeite 5 von 81
Folienerneuerung und Filtersanierung
Freibad Friesdorf
Termine
(Stand 22.08.2022)
aufgestellt: 85-22
Knierim-Hoenen
34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31
Maßnahmenfreigabe durch Amt 52
Folienerneuerung
Planung
Ausschreibung
Vergabe *1
Auftragserteilung
Bauzeit *2
Reinigen, Befüllen, Umwälzung, Beproben
Eröffnung
Filtersanierung
Voraussetzung zum Sand absaugen schaffen
Sand absaugen
Filter begutachten, Angebot einholen …
Durchführung der Filtersanierung inkl. Befüllung
20232022
Aug.
*2: die Durchführung der Maßnahme, insbesondere die Neueinbringung der Folie, ist wetterabhängig (Temperatur und Niederschlag), daher ist eine genaue Zeitangabe
nicht möglich; desweiteren wird von einer Materialverfügbarkeit der Folie ausgegangen
*1: Voraussetzung ist eine reibungslos ablaufende Vergabe (keine wiederholten Ausschreibungen)
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Dittrich Architekten
Kostenschätzung Freibad Friesdorf_Sanierungsstudie (2201)
Gewerkeschätzung (GWS)
??- Kennzeichen für Bedarfs- bzw. Eventualpos.:
292.877,00 EUR- Gesamt, Netto:
zzgl. MwSt.:- 55.646,63 EUR
348.523,63 EUR- Gesamt, Brutto:
Nr. / OZ Bezeichnung KG1 KG3 Projekt
anteil %
Menge/
Einheit
Preis
(EP)
Gesamt
Netto
zzgl.
MwSt.
Gesamt
Brutto
01 Kostengruppe 300 Bauwerk Baukonstruktionen 78,6% 230.277,00 43.752,63 274.029,63
(MwSt. 19,0%)
01 Titel Vorarbeiten 27,9% 81.630,00 15.509,70 97.139,70
01.1 Baustelleneinrichtung 1 St 2.000,00 2.000,00 380,00 2.380,000,7%
01.2 Schutzmaßnahmen Plattenbelag 1 psch 1.000,00 1.000,00 190,00 1.190,000,3%
01.3 Abbrucharbeiten Folienabdichtung / Profile, Entsorgung 1.142 m² 55,00 62.810,00 11.933,90 74.743,9021,4%
01.4 Abbrucharbeiten Versiegelung / Entsorgung 140 m 38,00 5.320,00 1.010,80 6.330,801,8%
01.5 Schließung / Abdichtung Kernbohrungen 1 psch 8.000,00 8.000,00 1.520,00 9.520,002,7%
01.6 Betonuntersuchung Probenentnahme 1 psch 2.500,00 2.500,00 475,00 2.975,000,9%
02 Titel Folienerneuerung 50,8% 148.647,00 28.242,93 176.889,93
02.1 Vorbereitung Untergrund 1.142 m² 8,50 9.707,00 1.844,33 11.551,333,3%
02.2 Trennvlies 1.142 m² 6,00 6.852,00 1.301,88 8.153,882,3%
02.3 Folienverlegung Material: FPO 1.142 m² 64,00 73.088,00 13.886,72 86.974,7225,0%
02.4 Verbundblechprofile 1.000 m 22,00 22.000,00 4.180,00 26.180,007,5%
02.5 Durchdringungen 80 St 55,00 4.400,00 836,00 5.236,001,5%
02.6 Anschluß Beckenköpfe, Erschwernis 140 m 80,00 11.200,00 2.128,00 13.328,003,8%
02.7 Versiegelung neu 140 m 60,00 8.400,00 1.596,00 9.996,002,9%
02.8 Unvorhersehbares (10%) 1 psch 13.000,00 13.000,00 2.470,00 15.470,004,4%
02 Kostengruppe 400 Technische Anlagen (MwSt. 19,0%)
03 Kostengruppe 500 Aussenanlagen 4,3% 12.600,00 2.394,00 14.994,00
(MwSt. 19,0%)
1 Freilegung Beckenrand / Wiederverschließen 140 m 90,00 12.600,00 2.394,00 14.994,004,3%
04 Kostengruppe 700 Baunebenkosten 17,1% 50.000,00 9.500,00 59.500,00
(MwSt. 19,0%)
1 Baunebenkosten 20-25% 1 St 50.000,00 50.000,00 9.500,00 59.500,0017,1%
Gesamtsumme: Freibad Friesdorf_Sanierungsstudie 292.877,00 55.646,63 348.523,63
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Freibad Friesdorf
Bericht zur Begehung am 19.05.2022
Ingenieurgesellschaft für technische Gebäudeausrüstung mbH
Rommerskirchener Str. 21/60
50259 Pulheim
info@luces-ingenieure.de
T - 02238-475240
F - 02238 475249Seite 77 von 81
Freibad Bonn Friesdorf
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INHALTSVERZEICHNIS
1 BADEWASSERTECHNISCHE ANLAGE 3
1.1 AUFGABENSTELLUNG 3
1.2 GRUNDLAGEN 3
1.3 ANLAGENBESCHREIBUNG 3
1.4 BEWERTUNG 4
1.5 FAZIT 5
1.5.1 FOLIENERNEUERUNG 5Seite 78 von 81
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1 BADEWASSERTECHNISCHE ANLAGE
1.1 AUFGABENSTELLUNG
Bewertung der badewassertechnischen Anlage im Hinblick auf eine Folienerneuerung in den
Becken. Ziel der Bewertung soll eine Einschätzung über eine mögliche Lebensdauer der
vorhandenen Anlage sein.
1.2 GRUNDLAGEN
Grundlagen für die Bewertung sind:
 die Begehung der technischen Anlage am 19.05.2022
 die Bestandsanalyse der Planungsgruppe VA aus dem Jahr 2019
 die Bestandspläne zum Rinnenkopf
1.3 ANLAGENBESCHREIBUNG
Das Freibad besteht aus einem Schwimmerbecken, einem Nichtschwimmerbecken und einem
Planschbecken.
Die Beckenanlagen wurden in 2 Aufbereitungsanlagen aufgeteilt:
Anlage 1: Schwimmerbecken
Anlage2: Nichtschwimmer und Planschbecken
Zur Aufbereitung des abgebadeten Wassers ist je Anlage 1 Stahlfilterbehälter mit einem
Durchmesser von 2.400mm vorhanden. Die Filterbehälter weisen starke
Korrosionserscheinungen auf. Das Spülabwasser wird direkt dem SW Kanal zugeführt. Dies steht
im Widerspruch zu den Anforderungen aus dem Anhang 31, AbwVo.
Die Beckenhydraulik des Schwimmer- und Nichtschwimmerbeckens ist als Längsdurchströmung
vorhanden. Nur ein sehr kleiner Anteil wird hierbei über die Rinne abgeleitet.
Das Planschbecken wird über die Reinwasserleitung des Nichtschwimmerbeckens betrieben und
verfügt über kein eigenes Mess- und Regelsystem.
Die Umwälzpumpen, die das abgebadete Wasser zur Filteranlage fördern verfügen nicht über
einen Frequenzumformer und können in ihrer Leistung nicht geregelt werden.
Die Bedienung der Anlage erfolgt von Hand
Die Beheizung des Beckenwassers erfolgt über eine zentrale Heizungsanlage und zusätzlich
über eine Solaranlage.Seite 79 von 81
Freibad Bonn Friesdorf
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Zur Desinfektion des Badewassers steht Chlorgas zur Verfügung. Der Chlorgasraum befindet
sich im direkten Anschluss an die Technik ebenerdig. Die Anlagentechnik ist auf aktuellem Stand.
Das Mess- und Regelsystem, Fabr. Evoqua, ist ebenfalls auf aktuellem Stand.
Die Dosieranlagen für pH- Wertkorrektur und für das Flockungsmittel sind ebenfalls neuern
Datums.
Das Spülluftgebläse wurde 2019 erneuert.
1.4 BEWERTUNG
Die Anlage entspricht nicht der DIN 19643. Die vorhandene Filterfläche entspricht nicht den
Vorgaben der DIN 19643. Die Beckenhydraulik entspricht nicht den Vorgaben und dem aktuellen
Stand der Technik. Das Planschbecken wird über den Reinwasserkreislauf des
Nichtschwimmerbeckens betrieben und verfügt über keine eigene Mess- und Regelanlage.
Das Spülabwasser wird ohne Aufbereitung in den Kanal abgeleitet.
Die Filteranlagen weisen starke Korrosionserscheinungen an den Filterwandungen auf. Daher
sind die Filter der Schwachpunkt der gesamten Aufbereitung.
Eine Sanierung der Filterbehälter im Bestand erscheint aufgrund des Alters und des Zustandes
der Filter nicht empfehlenswert. Hier wäre eine komplette Erneuerung der Filter zu empfehlen.
Ein Austausch auf eine DIN gerechte Filtergröße ist in den gegebenen Räumlichkeiten jedoch
nicht möglich.
In den letzten Jahren wurden bereits einige Anlagenteile erneuert. U.a. das Mess- und
Regelsystem, die Chlorgasanlage und die Dosieranlagen für pH- Korrekturmittel und
Flockungsmittel. Dies Anlagen sind auf aktuellem Stand.
Das bedeutet, dass mit der übrigen Anlagentechnik, abgesehen von den Filtern und den von der
DIN abweichenden Umständen ein weiterer Betrieb auf Jahre möglich wäre.
Die Filter können jedoch aufgrund ihres Zustandes nicht eingeschätzt werden. Hier kann zu jeder
Zeit ein Ausfall möglich sein.
Hygienisch sind die Filter auf jeden Fall als bedenklich einzustufen, da aufgrund der korrodierten
Filterwandungen sich Verkeimungen dort festsetzen können. Hier wurde bereits eine direkte
Chlordosierung auf die Filter nachgerüstet, was darauf hinweist, dass dieser Umstand bereits
aufgetreten ist.
Bei der Begehung wurden noch weitere diverse Mängel festgestellt:
- direkt Verbindung von Trinkwasser in die Badewasserkreisläufe
- fehlende Dämmung an Heizungsleitungen
- Stagnationsleitung im TrinkwasserSeite 80 von 81
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1.5 FAZIT
Aufgrund der Mängel und der Abweichungen zum Stand der Technik ist eine Sanierung der
Beckenanlagen mit Aufbereitungstechnik zu empfehlen.
Grundsätzlich ist aber ein Betrieb im derzeitigen Zustand möglich, solange die Hygieneparameter
im Bereich der Vorgabe aus der DIN 19643 liegen.
Das Risiko liegt darin, dass die Filterbehälter jederzeit einen Schaden aufweisen können. Je nach
Art des Schadens, bsp. Durchrostung der Filterwand, kann ein solcher Schaden provisorisch
repariert werden. Sollte jedoch der Düsenboden einen Schaden aufweisen, ist eine Reparatur
annähernd ausgeschlossen.
Wann ein solcher Schaden auftritt ist nicht wirklich einzuschätzen, dieser kann innerhalb des
nächsten Jahres oder aber erst in 3 bis 5 Jahren oder später eintreten. Eine gesicherte Prognose
ist daher nicht möglich.
Die Wahrscheinlichkeit, dass in den nächsten drei Jahren keine Schäden auftreten, würde ich mit
60% bewerten.
1.5.1 FOLIENERNEUERUNG
Sollte eine Erneuerung der Folie umgesetzt werden, so kann diese nur wie im Bestand
vorhanden, ausgeführt werden, da jeder Eingriff in die Hydraulik eine komplette Sanierung der
Beckenhydraulik nach sich zieht.
Die Überlaufrinne ist durch die Auskleidung mit Folie nur noch in minimaler Größe vorhanden.
Größere Stutzen oder eine höhere Anzahl einzubringen ist nicht zu empfehlen, da aufgrund der
Bauweise des Rinnenkopfes dieser im Bereich der Stutzen komplett zurückgebaut werden
müsste und im Anschluss wiederaufgebaut werden müsste.
Aufgestellt, Pulheim, den 30.06.2022
Dipl. Ing. Peter EsserSeite 81 von 81

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Datenstand: 02.11.2026, 20:42 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de