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221915-03 ST · Stellungnahme der Verwaltung

BBB-Anfrage: Welterbe Niedergermanischer Limes

Nummer
221915-03 ST
Art
Stellungnahme der Verwaltung
Veröffentlicht
20.10.2022
Letzte Änderung
16.09.2026
  1. Sitzung des Unterausschusses Denkmalschutz 30.11.2022 Kenntnisnahme
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  1. 221915 BBB-Anfrage: Welterbe Niedergermanischer Limes

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Stellungnahme der Verwaltung
öffentlich
221915-03 ST
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
03 Amt für Wirtschaftsförderung
Dezernat:
Dez. OB
BBB-Anfrage: Welterbe Niedergermanischer Limes
Beratungsfolge
Unterausschuss Denkmalschutz 20.10.2022 Kenntnisnahme
Inhalt der Stellungnahme:
1. Welcher konkrete Zeitplan besteht für den Bezug und die Einrichtung des
Vermittlungsortes "Didinkirika" und wann ist spätestens mit einer Übergabe
an die Öffentlichkeit zu rechnen?
Zu 1.:
Zum Sachstand zur Errichtung des Vermittlungsortes „Didinkirika“ berichtet die
Verwaltung mit laufender DSNR 221737. Entsprechende Ausschreibungen,
Beauftragungen und Restaurationsarbeiten zur Erstellung der Ausstellungsstücke
entsprechen dem Zeitplan, so dass die beantragten Fördergelder (vgl. DSNR 220301)
auch fristgerecht durch die Verwaltung abgerufen werden können.
Nach Mitteilung des Baumaßnahmenträgers, der Wohnbau GmbH, wird sich jedoch die
Fertigstellung der gesamten Baumaßnahme voraussichtlich auf das III. Quartal 2023
verschieben. Die Gründe für die Verzögerungen sind die Beeinträchtigungen durch die
archäologischen Funde und den damit verbundenen Stillstands-Zeiten. Die Fundstellen
wurden gesichert und dokumentiert. Einige Funde mussten zudem vor Ort zusätzlich
gesichert und aufwändig geborgen werden. Im weiteren Verlauf kam und kommt es
noch immer zu Verzögerungen durch den Konflikt in der Ukraine und mit damit
einhergehenden Problemen bei der Materialbeschaffung und durch Unterbrechungen in
den Lieferketten. Durch die Berichterstattung in den Medien sind die bestehenden
Probleme und Schwierigkeiten für die Bauwirtschaft insgesamt bekannt.
2. Angesichts der (viel zu) geringen Mittel für die Sichtbarmachung des
Welterbes Römerlager: Welche Gründe haben dazu veranlasst, mit einer von
nur zwei Tafeln, die finanziert werden können, auf ein Übungslager auf dem
Heiderhof hinzuweisen?
Zu 2.:
Die serielle und länderübergreifende Welterbestätte „Grenzen des Römischen Reiches
- Niedergermanischer Limes“ (FRE-NGL) setzt sich aus einer repräsentativen Auswahl
von insgesamt 44 archäologischen Fundplätzen zusammen, die sich auf einer Strecke
von etwa 400 km entlang des Rheins verteilen. Von diesen Fundplätzen liegen 19 in
den Niederlanden, 24 in Nordrhein-Westfalen sowie einer in Rheinland-Pfalz.
Mit dem Legionslager im Stadtteil Castell (ID 41) und den sog. Übungslagern im
südlichen Kottenforst (ID 42) (=Heiderhof) hat die Stadt Bonn mit zwei Fundplätzen
Anteil an der UNESCO-Welterbestätte FRE-NGL. Das LVR-Amt für
Bodendenkmalpflege im Rheinland hat als koordinierende und finanzierende
Fachbehörde die Aufstellung von Infotafeln an diesen beiden Fundplätzen in Bonn
vorgeschlagen.Seite 1 von 4
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So soll auf der Hochfläche der Ville im südlichen Kottenforst eine Infotafel errichtet
werden. Hier befindet sich ein sog. Manöverareal der römischen Armee. Dieses besteht
aus zehn sog. Übungslagern. Angehörige der Bonner Legion hatten sie im Rahmen von
Schanzübungen errichtet. Die schnelle Anlage von Lagern gehörte auf dem Marsch
oder bei Feldzügen zum mitunter überlebenswichtigen Tagewerk der römischen
Soldaten. Bei Übernachtungen oder bei ungünstigem Schlachtverlauf boten die Lager
Sicherheit und einen Rückzugsort. Ihre Errichtung wurde daher regelmäßig geübt.
Die bis zu 0,5 m hoch erhaltenen Lagerwälle sind zum Großteil im Wald bis heute mit
bloßem Auge gut erkennbar und im Laserscan auch dort gut zu erfassen, wo heute
dichte Vegetation keine Zugänglichkeit erlaubt. Das Ensemble im südlichen Kottenforst
zählt zu den am besten erhaltenen Manöverarealen im Römischen Reich. Die
besondere Befestigungsweise der Lager kann auch heute noch vor Ort im Gelände gut
vermittelt werden. Daher ist dieses Bodendenkmal von herausragendem Wert und
wurden entsprechend vom LVR mit der Errichtung einer Informationstafel
vorgeschlagen. Auf Wunsch besteht die Möglichkeit, seitens der Verwaltung im ersten
Quartal 2023 vor Ort eine Führung durch einen Vertreter des LVR zu koordinieren.
3. Wann und wo auf dem Leinpfad wird die zweite Tafel mit welchen Hinweisen
auf das Römerlager errichtet werden?
Zu 3.:
Das LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland hat als Fachbehörde die Aufgabe,
die UNESCO-Welterbestätte FRE-NGL in Nordrhein-Westfalen langfristig in Wert zu
setzen und für die Öffentlichkeit erfahrbar zu machen. Hierzu zählt u.a. die Maßnahme
zur Erstbeschilderung von Fundstellen mit mehrsprachigen Informationstafeln, die aus
Mitteln des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes
Nordrhein-Westfalen finanziert werden. Im Rahmen der Erstbeschilderung mit
Informationstafeln ist geplant, alle Fundplätze in Nordrhein-Westfalen mit ersten
Informationstafeln im einschlägigen Design für das Welterbe auszustatten. Darauf
werden die grundlegenden Inhalte zur UNESCO-Welterbestätte allgemein und zum
jeweiligen Fundplatz im Speziellen vermittelt. Den gestalterischen Rahmen für das
Welterbe Niedergermanischer Limes gibt das Corporate Design des LVR-NGL vor. Die
Tafeln befinden sich zurzeit im Layout. Die Entwürfe für die Tafeln im Gebiet der Stadt
Bonn liegen noch nicht vor, daher können die genauen Inhalte noch nicht übermittelt
werden.
Ein Standplatz für eine Informationstafel wird sich am Leinpfad / Ecke Ende
Augustusring auf städtischem Gelände befinden (siehe Zeichnung/Anlage). Mit der
Aufstellung der Beschilderung soll so schnell als möglich begonnen werden, jedoch
kann vom LVR noch kein konkreter Zeitpunkt der Fertigstellung benannt werden, in
jedem Fall wird es 2023. Auch der LVR hat mit den bekannten Verzögerungen und
Problemen bei der Materialbeschaffung und durch Unterbrechungen in den Lieferketten
zu tun.
4. Haushaltsmittel in welcher Höhe sind für den Haushalt 2023/24 an welcher
Haushaltsstelle angemeldet worden?
Zu 4.:
Aufgrund der notwendigen Konsolidierungsmaßnahmen sieht die Verwaltung ein
maximales Einsparpotential zum Weltkulturerbe Limes bei den eingeplanten
Sachmitteln von ursprünglich 30.000 Euro auf 10.000 Euro. Dies entspricht einem
reduzierten Gesamtbetrag von ursprünglich eingeplanten Mitteln in Höhe von 70.000
Euro auf 50.000 Euro. Zugleich wird darauf hingewiesen, dass künftige geplante
Marketing- und Kommunikations- sowie Infrastrukturmaßnahmen entsprechend zeitlichSeite 2 von 4
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verzögert und ggf. in einem deutlich geringeren Umfang erfolgen werden. Die
entsprechend beantragten Haushaltsmittel sowie die Haushaltsstelle sind unter
„Finanziellen Auswirkungen“ in DS-Nr.: 221737 (Finanzkasten) dargestellt.
Anlage/n
1 Anlage Standplatz für Infotafel Leinpfad_Ecke Augustusring (öffentlich)Seite 3 von 4
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Datenstand: 03.11.2026, 00:07 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de