221862-01 ST · Stellungnahme der Verwaltung
Kita-Plätze in Bonn und das Bundesprogramm "Sprach-Kitas"
Kerndaten
- Nummer
- 221862-01 ST
- Art
- Stellungnahme der Verwaltung
- Veröffentlicht
- 11.10.2022
- Letzte Änderung
- 16.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Integrationsrates Kenntnisnahme
- Sitzung des Ausschusses für Kinder-, Jugend und Familie Kenntnisnahme
Dateien
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Stellungnahme der Verwaltung öffentlich 221862-01 ST Die Oberbürgermeisterin Federführung: 51 Amt für Kinder, Jugend und Familie Dezernat: Dez. V Kita-Plätze in Bonn und das Bundesprogramm "Sprach-Kitas" Beratungsfolge Integrationsrat 08.11.2022 Kenntnisnahme Inhalt der Stellungnahme: 1 a) Wie viele Kita-Plätze fehlen zurzeit in Bonn und wie viele Kinder stehen auf der Warteliste? b) Wenn welche fehlen würden, könnte die Verwaltung nach der Altersgruppe (Ü3 und U3) und Stadtbezirken auflisten? Mit dem Kindertagesstättenbedarfsplan wurden auf Grundlage einer umfänglichen Elternbefragung Zielversorgungsquoten für Kinder unter und über drei Jahren festgelegt: Für Kinder unter drei Jahren wird demnach im Ergebnis eine Versorgungsquote von 58 % in Kita oder Tagespflege und für Kinder im Alter von drei bis unter sechs Jahren von 102% als bedarfsgerecht angesehen. Im Stadtbezirk Bonn fehlen rechnerisch unter Berücksichtigung der Betreuungsplätze in der neuen Kita für Kinder unter drei Jahren ca. 460 Betreuungsplätze. Im Stadtbezirk Godesberg fehlen rechnerisch unter Berücksichtigung der Betreuungsplätze in den beiden neuen Kitas für Kinder unter und über drei Jahren je ca. 200 Betreuungsplätze. Im Stadtbezirk Beuel fehlen rechnerisch unter Berücksichtigung der Betreuungsplätze in der neuen Kita am Ledenhof 220 U3-Betreuungsplätze. Für Kinder ab drei Jahren sieht die Versorgungssituation besser aus, aber auch hier fehlen rechnerisch noch ca.150 Plätze. Im Stadtbezirk Hardtberg fehlen rechnerisch unter Berücksichtigung der Betreuungsplätze in der neuen Kita am TüV-Medinghoven 140 U3- Betreuungsplätze. Für Kinder ab drei Jahren sieht die Versorgungssituation deutlich besser aus, aber auch hier fehlen noch Plätze. (Vergleiche: BV Bonn: DS-Nr.: 221637-01 ST BV Godesberg: DS-Nr.: 221594-01 ST BV Beuel: DS-Nr: 221544-01 ST BV Hardberg: DS Nr: 221541-01 ST)Seite 1 von 5 Seite 2 Zusammenfassung Wartelistenkinder nach Wohnanschrift für den Zeitraum Februar 2022 - Dezember 2022 Bezirk U3 Ü3 Summe "U3" und "Ü3" Bad Godesberg 139 70 209 Beuel 141 28 169 Bonn 350 71 421 Hardtberg 79 24 103 Zwischensumme 709 193 902 Auswärtige Kinder 111 35 146 Summe 820 228 1.048 Die Zahl der Kinder auf Warteliste ist eine Momentaufnahme und bezieht sich nicht auf ein gesamtes Kindergartenjahr. Abweichungen zwischen dem errechneten Bedarf an Betreuungsplätzen gemäß der angestrebten Versorgungsquoten und dem Status der Wartelisten sind gering. Es zeigt sich jedoch deutlich, dass ein weiterer Ausbau an Betreuungsplätzen notwendig ist. c) Kann die Verwaltung die von der Kirche geschlossenen Kitas übernehmen? Nein, nicht pauschal. Alle betroffenen Eltern müssen sich über das Kita-Net bei den gewünschten Einrichtungen anmelden. Im Anschluss kann geschaut werden, inwieweit diese Kinder vorrangig berücksichtigt werden können, solange städt. Einrichtungen von den Eltern gewünscht werden. d) Welche Maßnahmen ergreift die Verwaltung, um die auf der Warteliste stehende Kinder, die gemäß § 24 Abs. 2 SGB VIII Rechtsanspruch auf frühkindliche Förderung haben, zu versorgen? Das Familienbüro wird tätig, wenn die Familien sich wegen eines Unterstützungsbedarfes im Zusammenhang mit der Kinderbetreuungsplatzsuche an dieses wenden. Die Familien werden im Elternportal KITA-NET Bonn gebeten dies zu tun, wenn sie Absagen erhalten und eine Suche über das Elternportal nicht zum Ziel führt oder diese kurzfristig auf einen Betreuungsplatz angewiesen sind. Die Mitarbeiterinnen des Familienbüros sind dann bemüht die Familien bei der Suche nach einem geeigneten möglichst wohnortnahen Kinder-betreuungsplatz zu unterstützen. Ältere Kinder, die kurz vor der Einschulung stehen, sollen außerdem vorrangig von den KITAs berücksichtigt werden. Aufgrund der normalen Fluktuation in einer Stadt kommt es auch im Laufe eines Kindergartenjahres zu Vermittlungen in Kindertageseinrichtungen oder in die Kindertagespflege (Die Plätze in Kindertagespflege werden vom Netzwerk Kindertagespflege Bonn vermittelt). Mit entsprechender Geduld konnten daher viele Familien in der Vergangenheit, trotz der nicht ausreichenden Anzahl an Kinderbetreuungsplätzen, am Ende zufriedengestellt werden. 2 Wie viele Eltern, deren Kinder keine Kita-Plätze für ihre Kinder erhalten haben, haben gegenüber der Verwaltung Ihren Rechtsanspruch geltend gemacht?Seite 2 von 5 Seite 3 Alle Eltern, die ihr Kind auf die Warteliste im Elternportal KITA-NET Bonn setzen, machen damit auch deutlich, dass sie die Umsetzung des Rechtsanspruches auf einen Kinderbetreuungsplatz für dieses Kind wünschen. Ca. 1.000 Kinder stehen derzeit auf dieser Warteliste. Da es für Familien kein Anrecht auf einen Platz in der Wunschkita oder die gemeinsame Betreuung von Geschwisterkindern gibt, ist den Eltern mit der reinen Umsetzung des Rechtsanspruches allerdings oft gar nicht geholfen. Das Familienbüro, die Kitas und die Kindertagespflege versuchen deshalb im engen Austausch untereinander und mit den betroffenen Familien, im Rahmen der Verfügbarkeit von Plätzen immer individuelle für die Familien passende Betreuungslösungen anzustreben. 3 a) Welche Auswirkungen hat der Fachkräftemangel auf die Arbeit in den Kitas in Bonn? Aufgrund des Fachkräftemangels können nicht alle pädagogischen Fachkraftstellen zeitnah besetzt werden bzw. sind erst gar nicht besetzt. Kommt es in den Einrichtungen aufgrund von kurzfristigen Erkrankungen, Schwangerschaften oder auch durch Fortbildungen zu weiteren personellen Engpässen, müssen Betreuungszeiten reduziert oder Notgruppen eingerichtet werden, da keine weiteren Fachkräfte im Haus vorhanden sind, um die Vertretung zu übernehmen. Das Fachkräftegebot und die gesetzlichen Vorgaben zur personellen Mindestausstattung erlauben nur Mitarbeitende mit entsprechender pädagogischer Qualifizierung. b) Werden die Zahl der Gruppen erhöht, wenn die ausreichenden Fachkräfte zur Verfügung stehen? Die Zahl der Gruppen in einer Kindertageseinrichtung richtet sich u.a. nach dem Raumprogramm des Gebäudes und kann insofern nicht beliebig erhöht werden. Sofern Überbelegungen im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben möglich sind und ausreichend Personal zur Verfügung steht, werden teilweise zusätzliche Betreuungsplätze in den Einrichtungen angeboten. 4 Welche Maßnahmen plant die Verwaltung kurz- und langfristig, um den Fachkräftemangel zu minimieren? Der Fachkräftemangel im Bereich der Kindertagesbetreuung spitzt sich bundes- und landesweit immer weiter zu. Die bundesweiten Zahlen spiegeln sich auch in den Vakanzen für die städtischen Einrichtungen wider. Aktuell verzeichnen wir ca. 70 offene Fachkraftstellen, die zu einem immer größer werdenden Teil aufgrund des generellen Fachkräftemangels nur schwer oder sogar überhaupt nicht besetzt werden können. Gleiches gilt für freie Träger in Bonn, die ebenfalls mit dem Fachkräftemangel zu kämpfen haben. Viele Mitarbeitende in Einrichtungen der Kindertagesbetreuung verbleiben nicht mehr ein Berufsleben lang als Erzieherin oder Erzieher tätig, sondern verlassen den Beruf vorzeitig. Die Bundesstadt Bonn als Träger von 70 Kindertageseinrichtungen versucht auf unterschiedlichen Ebenen dem Fachkräftemangel zu begegnen, z. B. durch: • Personalkampagne • Standardmäßige Veröffentlichung als DauerausschreibungSeite 3 von 5 Seite 4 • Nur unbefristete Einstellungen (bei Fachkräften) • Anwerbung ausländischer Fachkräfte (Spanien) • Angebot der praxisintegrierten Ausbildung (PiA) • Unbefristete Verträge für Anerkennungspraktikanten/-innen • Nachqualifizierung von Kinderpfleger/-innen zu Fachkräften • Breites Fortbildungsangebot • Gezielte Förderung von potenziellen Führungskräften durch interne Seminare • Überlegungen zur Einführung eines Dualen Studiums zum Einstieg in die Arbeit in der Kita • Personelle Stärkung der Fachberatung • Beschäftigung von Verwaltungskräften in den Einrichtungen • Angebote von Coaching und Supervision 5 Trifft es zu, dass das Bundesprogramm "Sprach-Kitas" am 31.12.2022 auslaufen wird? Wenn ja; welche Alternative kann die Verwaltung anbieten, um die Sprachförderung in den Kitas weiterzuführen? Das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend wird die Fortsetzung des Bundesprogramms „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ ab 2023 einstellen, weil im Bundeshalt 2023 und dem Finalplan für die Folgejahre keine Haushaltsmittel mehr dafür bereitgestellt werden. Nach Aussage des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ist damit aber keinesfalls die Weiterentwicklung der sprachlichen Bildung in der Kindertagesbetreuung beendet. Im dem Nachfolgegesetz „Weiterentwicklung der Qualität und Teilhabe in den Kindertageseinrichtungen“ zum „Gute Kitas Gesetz“ soll die Sprachförderung ebenfalls eine wichtige Rolle einnehmen. Informationen über konkrete neue Maßnahmen/ Projekte gibt es zum aktuellen Zeitpunkt nicht. In NRW ist die sprachliche Bildung ebenfalls im Gesetz zur frühen Bildung und Förderung von Kindern (Kinderbildungsgesetz -KiBiz-) enthalten. Die Sprachbildung ist dort als ein alltagsintegrierter, wesentlicher Bestandteil der frühkindlichen Bildung verankert. Seit dem 01.08.2020 wird in Bonn keine separate Sprachförderung nach den landesgesetzlichen Regelungen des § 44 Abs. 4 KiBiz angeboten. Mit Beschluss des Rates vom 06.02.2020 (Drucksachennummer 191087 - Umsetzung des Kinderbildungsgesetzes für das Kita-Jahr 2020/21-) wurde - nach vorheriger Abstimmung mit den Trägervertretern der freien Jugendhilfe in der AG 78 festgelegt, dass die Sprachförderung schwerpunktmäßig in den PlusKita Einrichtungen erfolgen soll. Um die bereits bestehenden und neuen PlusKita Einrichtungen bei der kontinuierlichen Arbeit auch weiter zu unterstützen, wurde für die Finanzierung zusätzlicher Stellenanteile die Förderhöhe ebenfalls angehoben. Parallel wurde die Anzahl der sog. PlusKita Einrichtungen auf 47 mehr als verdoppelt. 6 Wie viele Kinder haben "Sprach-Kitas" besucht, und wie viele Fachkräfte waren im Rahmen dieses Programms beschäftigt? Nach Informationen des Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend haben zuletzt 24 Bonner Kindertageseinrichtungen an dem Programm teilgenommen. Wie viele Kinder diese Kitas in den jeweiligenSeite 4 von 5 Seite 5 Zeiträumen besucht haben, kann nicht genau verifiziert werden. In Bezug auf die Frage nach dem eingesetzten Personal ist festzuhalten, dass nach den Förderrichtlinien des Programms mit dem gewährten Zuschuss zusätzlich eine halbe Fachkraftstelle (19,5 Std. mit Vergütung S8b und außerhalb der sog. personellen Mindestbesetzung nach dem KiBiz) vorzuhalten war. Anlage/n KeineSeite 5 von 5
Folgen Neue Vorlagen, Sitzungen und Auswertungen aus dem Bonner Rat — im Fediverse, ohne Konto lesbar.
bonn.social/@biz ↗Datenstand: 03.11.2026, 01:39 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de