221839 · Mitteilungsvorlage
Kurzbericht zur Hitzeanpassung in Bonn
Kerndaten
- Nummer
- 221839
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 14.10.2022
- Letzte Änderung
- 16.09.2026
Beratungsfolge
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Mitteilungsvorlage öffentlich 221839 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 67 Amt für Umwelt und Stadtgrün Dezernat: Dez. III Kurzbericht zur Hitzeanpassung in Bonn Beratungsfolge Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 03.11.2022 Kenntnisnahme Mitteilung: Über Maßnahmen zur Hitzeanpassung wurde zuletzt im Rahmen der DS 220525 „Tätigkeitsbericht der Leitstelle Klimaschutz zu Klimaschutz und Klimaanpassung 2021“ informiert. Nach der Auflösung der Leitstelle Klimaschutz wird diese Berichterstattung jedoch nicht mehr weiter fortgeführt. Das Amt für Umwelt und Stadtgrün hat daher den aktuellen Umsetzungsstand zur Hitzeanpassung in Bonn in einem neuen, separaten Kurzbericht zusammengetragen, welcher als Anlage beigefügt ist. Anlage/n 1 Bericht Hitzeanpassung (öffentlich)Seite 1 von 32 Seite 2 von 32 Bericht - Hitzeanpassung in Bonn Zusammengestellt im Amt für Umwelt und Stadtgrün, Stand Sept. 22 2Einleitung Inhaltsverzeichnis 1 Einleitung ......................................................................................................................................... 4 2 Grün ................................................................................................................................................. 6 2.1 Förderprogramm Begrünung .................................................................................................. 6 2.2 Wettbewerb Grüne Inseln ....................................................................................................... 8 2.3 Baumpflanzungen.................................................................................................................... 9 2.4 Baumkonzept......................................................................................................................... 10 2.5 Taschenparks ......................................................................................................................... 10 2.5.1 Budapester Straße ......................................................................................................... 10 2.5.2 Stiftsplatz ....................................................................................................................... 11 2.5.3 Von-Witzleben-Straße ................................................................................................... 11 2.6 Neugestaltung Rheinuferpromenade.................................................................................... 13 2.7 Pflanzenauswahl .................................................................................................................... 14 2.8 Bonner Freiraumplan ............................................................................................................ 14 2.9 Verknüpfung zur Biodiversität............................................................................................... 16 3 Blau ................................................................................................................................................ 16 3.1 Schwammstadt-Prinzip .......................................................................................................... 16 4 Vulnerabilität ................................................................................................................................. 17 4.1 Haushaltsbefragung............................................................................................................... 17 4.2 Klimaanpassung in Kindertagesstätten ................................................................................. 18 4.3 Sensibilisierung von Einrichtungen für vulnerable Personen................................................ 18 5 Planung .......................................................................................................................................... 21 5.1 Klimaanalyse & Planungshinweiskarte .................................................................................. 21 5.2 Detailgutachten ..................................................................................................................... 21 5.3 Integrierte Stadtentwicklungskonzepte ................................................................................ 22 5.4 Wettbewerbe ........................................................................................................................ 22 5.5 Leitbild Klimaschutz und Klimaanpassung............................................................................. 23 5.6 Festsetzung Bauleitplanung .................................................................................................. 23 6 Kommunikation ............................................................................................................................. 23 6.1 Beratung Gebäudebegrünung und Entsiegelung .................................................................. 23 6.2 Warnung vor extremer Wärmebelastung ............................................................................. 24 6.3 Bonn.de/hitze ........................................................................................................................ 24 6.4 Teil der Klimakampagne ........................................................................................................ 25 7 (Förder-)Projekte ........................................................................................................................... 26 7.1 Mutabor................................................................................................................................. 26 7.2 Nachhaltiges Anpassungskonzept ......................................................................................... 27Seite 3 von 32 Bericht - Hitzeanpassung in Bonn Zusammengestellt im Amt für Umwelt und Stadtgrün, Stand Sept. 22 3Einleitung 7.3 Hitzeaktionsplan .................................................................................................................... 27 7.4 Bereits abgeschlossene Projekte ........................................................................................... 28 7.4.1 ZURES............................................................................................................................. 28 7.4.2 KliMoPrax ...................................................................................................................... 28 7.4.3 KlimNet .......................................................................................................................... 28 7.4.4 Klimawandelvorsorgestrategie Region Köln Bonn e.V. ................................................. 29 7.4.5 ISKAS .............................................................................................................................. 29 8 Abbildungsverzeichnis ................................................................................................................... 30 9 Kontakt .......................................................................................................................................... 31Seite 4 von 32 Bericht - Hitzeanpassung in Bonn Zusammengestellt im Amt für Umwelt und Stadtgrün, Stand Sept. 22 4Einleitung 1 Einleitung Im Zuge des Klimawandels erlebt auch Bonn einen signifikanten linearen Trend der Temperaturerhöhung sowie die Häufung der höchsten Mitteltemperaturen insbesondere in der vergangenen Dekade. Dies verdeutlicht Abbildung 1, die die Entwicklung der Mitteltemperatur in Bonn im Zeitraum 1881 bis 2021 zeigt. Mit der gesamtstädtischen Klimaanalyse für Bonn aus dem Forschungsvorhaben ZURES (Zukunftsorientierte Vulnerabilitäts- und Risikoanalysen als Instrument zur Förderung der Resilienz von Städten und urbanen Infrastrukturen) wurden darüber hinaus Wärmeinseleffekte (Temperaturabweichung im Vergleich zu den die Stadt umgebenden Freiflächen) in Bonn von bis zu 8,5°C in einigen stark verdichteten und versiegelten Innenstadtbereichen nachgewiesen. Im Zuge von Nachverdichtungsmaßnahmen kann dieser Wärmeinseleffekt weiter zunehmen. Effektive Anpassungsmaßnahmen können hingegen dazu beitragen die zusätzliche Wärmebelastung abzumildern. Abbildung 1: Entwicklung der Mitteltemperatur im Kalenderjahr (Jan-Dez) in Bonn im Zeitraum 1881-2021 © Deutscher Wetterdienst Parallel dazu führt der sich fortlaufend intensivierende Klimawandel insgesamt zu einer weiteren Temperaturerhöhung und auch einer Häufung von Extremereignissen thermischer Belastung. Der bisherige Höchstwert für Bonn liegt bei 41,9°C – gemessen am 21.07.2019 in Bonn-Endenich (Messstation im Garten des meteorologischen Instituts der Uni Bonn). Auch das Jahr 2022 reiht sich mit einer Höchstzahl von Hitzetagen sowie der extremen Trockenheit in den Entwicklungstrend der vergangenen Jahre ein. Neben einer Erhöhung der absoluten Temperaturen ist eine weitere Zunahme der Häufigkeit von Hitzetagen (Temperatur übersteigt 30°C) und Tropennächten (Temperatur sinkt nicht unter 20°C) wahrscheinlich. Für die Klimaperiode 2071 - 2100 wird derzeit von einer Erhöhung der Häufigkeit dieser Kenntage um den Faktor 3-5 im Vergleich zur aktuellen Situation ausgegangen (Quelle: Erläuterungsbericht Stadtklimaanalyse; Geo-Net, 2019; siehe DS 200346). Konzeptionell wurde das Thema Hitzeanpassung erstmalig als Baustein „Anpassung an den Klimawandel“ im Rahmen eines integrierten Klimaschutzkonzeptes im Jahr 2013 behandelt. Ziel war es damals geeignete Grundlagen zu erarbeiten und Instrumente zu identifizieren, auf dessen Basis die Belange der Klimaanpassung qualifiziert in die Prozesse der Stadtentwicklung Eingang finden können. Da das Klimaschutzkonzept nicht beschlossen wurde und daher auch keine Budgets für die UmsetzungSeite 5 von 32 Bericht - Hitzeanpassung in Bonn Zusammengestellt im Amt für Umwelt und Stadtgrün, Stand Sept. 22 5Einleitung zur Verfügung gestellt wurden, beteiligte sich die Stadt Bonn von 2016-2019 am zu 100% geförderten Verbundprojekt „ZURES“ unter der Leitung der Universität Stuttgart. Aufgrund dieser Projektbeteiligung konnte für Bonn eine hochauflösende und gesamtstädtische Klimaanalyse sowie eine darauf basierende Planungshinweiskarte erstellt werden. Seitdem werden diese Planungsgrundlagen genutzt, um insbesondere im Rahmen der Bauleitplanung, aber auch weiteren relevanten Planungsprozessen wie der Regionalplanung, bei der Erstellung von Master- /Rahmenplänen oder bei der Entwicklung von integrierten Stadtentwicklungskonzepten die Belange der Klimaanpassung/des Stadtklimas zu berücksichtigen. 2017 startete zudem der durch den Region Köln Bonn e.V. koordinierte Prozess zur Erarbeitung einer regionalen Klimawandelvorsorgestrategie. Auch hier beteiligte sich die Stadt Bonn aktiv im Rahmen der Steuerungsgruppe (www.klimawandelvorsorge.de ). Die Ergebnisse des Projektes wurden u.a. als Grundlage zur Überarbeitung des Regionalplans Köln verwendet. Mit dem Forschungsvorhaben „Mutabor“ wurde bereits 2019 ein Projekt zur Förderung im Rahmen der Deutschen Anpassungsstrategie beantragt, welches inhaltlich an die Ergebnisse des ZURES- Projektes anknüpft. Das Projekt wurde im Jahr 2021 bewilligt und konnte mit der Besetzung der Personalstelle (o,5 VZÄ) im Amt für Umwelt und Stadtgrün im Juni 2021 beginnen. Mutabor wird zum einen nochmals aktualisierte Planungsgrundlagen liefern und soll zum anderen anhand mehrerer Szenarien zur Hitzeanpassung aufzeigen, wie groß das Einflussfenster zur Reduktion von Wärmebelastung durch technische und planerische Anpassungsmaßnahmen ist. Ebenfalls auf Basis einer Förderung konnte im Mai 2020 das Förderprogramm Gebäudebegrünung starten. Finanziert aus Mitteln des Landes NRW im Rahmen des Sofortprogramms „Klimaresilienz in Kommunen“ konnten Eigentümer*innen von privat oder gewerblich genutzten Gebäuden bis zum 30.06.2021 Zuschüsse zu Dach- und Fassadenbegrünungen gewährt werden. Ende 2020 startete zudem ein aus städtischen Haushaltsmitteln finanziertes Förderprogramm zur Entsiegelung und Begrünung von Flächen. Durch das Programm kann ein wichtiger Anreiz gesetzt werden, um Eigentümer*innen dazu zu motivieren Ihre Bestandsgebäude durch stärkere Begrünung besser an den Klimawandel anzupassen. Die Stadt Bonn beteiligte sich darüber hinaus mit den Projekten „Klim-Net“, „Klimoprax“ und „ISKAS“ zudem an weiteren Projekten zur Hitzeanpassung (siehe Kapitel 7.4). Absicht der Verwaltung ist es mit diesem Bericht aufzuzeigen, welche Aktivitäten zur Hitzeanpassung aktuell in Bearbeitung und Umsetzung sind. Mit dem nachhaltigen Anpassungskonzept (siehe Kapitel 7.2) sowie dem Hitzeaktionsplan (siehe Kapitel 7.3) sind Instrumente für die systematische Erfassung und strategische Weiterentwicklung der Hitzeanpassung vorgesehen. Diese beiden Konzeptionen sollen die kurz-, mittel- und langfristig umzusetzenden Maßnahmen beschreiben und werden damit das Arbeitsprogramm zur Klimaanpassung in Bonn für die kommenden Jahre definieren.Seite 6 von 32 Bericht - Hitzeanpassung in Bonn Zusammengestellt im Amt für Umwelt und Stadtgrün, Stand Sept. 22 6Grün Abbildung 2:Visualisierung Aktivitätencluster Klimaanpassung 2 Grün 2.1 Förderprogramm Begrünung Auf Basis einer Landeszuwendung aus dem Sonderprogramm „Klimaresilienz in Kommunen“ förderte die Stadt Bonn befristet bis zum 30.06.2022 (Abschluss aller geförderten Maßnahmen) die Begrünung von Dächern und Fassaden an privat und gewerblich genutzten Gebäuden. Seit November 2021 wird zudem ein Förderprogramm zur Entsiegelung und Begrünung angeboten. Der Bedarf für solche Förderprogramme hatte sich in der Vergangenheit, insbesondere in Folge der Veröffentlichung der Klimaanalysekarte sowie der Hitzesommer 2018 und 2019, durch vielfache Anfragen abgezeichnet. Kurzstatistik zum Sonderprogramm „Klimaresilienz in Kommunen“: • es wurden insgesamt 43 Begrünungsmaßnahmen gefördert • davon 38 extensive und 2 intensive Dachbegrünungen und 3 Fassadenbegrünungen • die gesamte begrünte Fläche beträgt 1.820 qm • das wirtschaftliche Auftragsvolumen umfasst rd. 187.000 € • die ausgezahlten Fördermittel betragen 56.425 € Daten und Fakten zum städtischen Förderprogramm Entsiegelung und Begrünung: • es wurden bis Ende Juni 2022 insgesamt 4 Begrünungsmaßnahmen bewilligt • die gesamte begrünte Fläche beträgt 406 qm • das wirtschaftliche Auftragsvolumen umfasst rd. 33.770 € • das Fördervolumen beläuft sich auf 11.850 €Seite 7 von 32 Bericht - Hitzeanpassung in Bonn Zusammengestellt im Amt für Umwelt und Stadtgrün, Stand Sept. 22 7Grün Nach dem Ende dieses Förderprogramms wurde am 1. Juli das neue, kombinierte Förderprogramm „Begrünung“ gestartet. Es bietet finanzielle Unterstützung und fachliche Beratung zur Fassaden- und Dachbegrünung sowie der Entsiegelung und anschließenden, möglichst naturnahen Begrünung privater und gewerblich genutzter Flächen. Mit den Zuschüssen soll ein Anreiz geschaffen werden, das eigene Wohn- und Arbeitsumfeld ökologisch aufzuwerten und damit einen Beitrag zur Klimaanpassung und Klimavorsorge zu leisten. Aus den Erfahrungen der zurückliegenden Förderprogramme wurden einige Anpassungen vorgenommen. So sind im neuen Förderprogramm „Begrünung“ u.a. auch freiwillige Maßnahmen an Neubauten förderfähig und das Antrags- und Abrechnungsverfahren wurde vereinfacht. Zudem werden nun auch Retentionsdächer und Zisternen/Regentonnen im Zusammenhang mit einer geförderten Begrünungsmaßnahme bezuschusst. Zentraler Bestandteil des Förderprogramms ist zudem das neue Beratungsangebot für interessierte Eigentümer*innen (siehe Kapitel 6.1). Abbildung 3: Extensive Begrünung auf einem Flachdach mit Begrünung durch Sedum-Matten © Möllers 4/22 Für das Förderprogramm „Begrünung“ stehen begrenzte Mittel aus dem städtischen Doppelhaushalt 2021/22 zur Verfügung. Über eine Fortführung des Förderprogramms in den kommenden Jahren wird im Rahmen der anstehenden Haushaltsberatungen entschieden. Aus dem derzeitigen Budget in Höhe von 88.150 € wurden in den ersten 5 Wochen bereits rd. 10.000 € Zuwendungen bewilligt, davon jeweils rund die Hälfte für extensive Dachbegrünungen und für Entsiegelungen mit entsprechenden Begrünungen, zudem einige Regentonnen für die Regenwasserspeicherung. ➔ www.bonn.de/begruenung ➔ DS 201243 Beratungs- und Förderprogramm Begrünung ➔ DS 202301 Antragstellung im Sonderprogramm Klimaresilienz in Kommunen ➔ DS 220819 Weiter- und Zusammenführung der Förderprogramme zur BegrünungSeite 8 von 32 Bericht - Hitzeanpassung in Bonn Zusammengestellt im Amt für Umwelt und Stadtgrün, Stand Sept. 22 8Grün Abbildung 4: Kampagnenplakat zur Bewerbung des Förderangebotes 2.2 Wettbewerb Grüne Inseln Die Grünen Inseln sind ein Ensemble aus Hochbeeten und Sitzmöglichkeiten. Ideengeberin hierfür ist die AG Grüne Infrastruktur der Universität Bonn, welche einen Prototyp dieser Grünen Inseln baute und in Kooperation mit dem Wissenschaftsladen Bonn e.V. sowie einer Förderung des Rates für nachhaltige Entwicklung das Projekt „1000 Grüne Inseln“ ins Leben rief. Auch die Stadt Bonn möchte dazu beitragen die Anzahl der beliebten Grünen Inseln zu erhöhen und hat daher auf Basis der Beschlüsse Grüne Inseln für Hardtberg und Grüne Inseln für Bad Godesberg (DS191112; DS191058) sowie eines Bürgerantrags vorgeschlagen, einen Wettbewerb auszuloben. Vom 1. bis zum 31. August 2022 können sich Vereine, Initiativen, Schulen, Kitas, Bildungs- und soziale Einrichtungen um eine Grüne Insel bewerben. Voraussetzung für die Teilnahme am Wettbewerb ist ein gemeinnütziges Interesse der Bewerber*innen, die Bereitschaft zur Aufstellung und Pflege einer Grünen Insel für mindestens 5 Jahre sowie das Vorweisen eines geeigneten Standortes, der zumindest zeitweise öffentlich zugänglich sein sollte (Einverständnis der Eigentümer*innen, keine Behinderung anderer Nutzungen, Zulässigkeit nach öffentlich-rechtlichen Vorschriften, Aufwertungspotenzial). Mittel zur Durchführung des Wettbewerbs wurden für den Haushalt 2021/22 angemeldet. Die Durchführung des Wettbewerbs erfolgt im August/September und die Aufstellung ist im Oktober 2022 vorgesehen. Die Sitzelemente aus Holz werden mit einer Erstbepflanzung aus blütenreichen Stauden und Kräutern ausgestattet. Sie gehen in das Eigentum der Gewinner*innen über, die in einer Jurysitzung Ende September ausgewählt werden. Nach Durchführung des Wettbewerbs wird die Verwaltung hierzu gesondert informieren.Seite 9 von 32 Bericht - Hitzeanpassung in Bonn Zusammengestellt im Amt für Umwelt und Stadtgrün, Stand Sept. 22 9Grün Abbildung 5: Kampagnenplakat zu den "Grünen Inseln" ➔ www.bonn.de/gruene-inseln ➔ DS 210250 Grüne Zimmer/Grüne Inseln 2.3 Baumpflanzungen Einem sehr entscheidenden Element bei der Klimaanpassung im innerstädtischen Bereich, dem Straßenbaum, wird in Bonn besondere Beachtung geschenkt. In den letzten Jahren wurden dem Geschäftsbereich Stadtgrün zusätzliche Mittel und auch weiteres Personal für Ersatzpflanzungen zur Verfügung gestellt. Somit konnten in der Pflanzperiode Winter 2021/ Frühjahr 2022 mit rund 2.600.000 EUR 676 Bäume gepflanzt werden. Im gleichen Zeitraum wurden 275 Straßenbäume gefällt. Somit ergibt sich eine positive Bilanz von 401 Straßenbäumen. Um weitere Standorte in derzeit noch baumlosen Straßen zu untersuchen ist ein Baumkonzept in der Bearbeitung (siehe Kapitel 2.4) In den Park- und Grünanlagen werden neue Baumstandorte und auch Nachpflanzungen so geplant, dass diese in der Gesamtplanung des Parks oder der Grünanlage die optimale klimatische Wirkung erzielen können. Abkühlungseffekte sind umso höher umso größer das Grünvolumen ist. Zur deutlichen Temperaturabsenkung ist eine Mischung aus Rasen-, Wiesen-, Strauch-, Gehölz- und freiwachsendem Baumbestand notwendig.Seite 10 von 32 Bericht - Hitzeanpassung in Bonn Zusammengestellt im Amt für Umwelt und Stadtgrün, Stand Sept. 22 10Grün 2.4 Baumkonzept Die Stadt Bonn hat Ende 2021 ein Baumkonzept beauftragt. Durch die Erhöhung des Baumanteils soll ein klimatischer Ausgleich durch Verschattung, Abkühlung und Staubbindung geschaffen werden. Im Hinblick auf den Klimawandel gilt es die Standortbedingungen von Straßenbäumen zu optimieren und Arten zu verwenden, die besser an das sich ändernde Klima angepasst sind. Durch diese Maßnahmen soll nachhaltig die Funktionsfähigkeit des Baumbestandes in Bonn gesichert werden. Aufbauend auf den Daten des Baumkatasters und der Stadtklimaanalyse Bonn 2019 soll das Konzept folgendes untersuchen und perspektivische Lösungen/ Möglichkeiten aufzeigen: • In welchen Straßen ohne Bäume können und sollen unter der Berücksichtigung ober- und unterirdischer Vorgaben Baumstandorte ausgewiesen werden? • In welchem zeitlichen Turnus und mit welchem Kostenaufwand ist die Besetzung dieser Standorte realistisch möglich? Nach einer intensiven Datenerhebung sowie einer algorithmischen und somit weitgehend objektiven Auswertung sind verschiedene statistische Bezirke herausgefiltert worden, in denen ein verstärkter Bedarf an Baumpflanzungen festgestellt wurde. In einem nächsten Schritt werden nun Straßen in diesen Bezirken konkret nach der Möglichkeit von neuen Pflanzungen untersucht, sodass perspektivisch eine Neupflanzung möglicherwiese schon im Frühjahr 2023 umsetzbar ist. 2.5 Taschenparks Taschenparks (auch pocket parks genannt) sind kleine gärtnerisch gestaltete Freiräume im urbanen Umfeld. Dieser neue Freiraumtyp wird vorwiegend im stark verdichteten städtischen Umfeld realisiert, um auch Kleinstflächen im Sinne der Klimaanpassung und Biodiversität in Wert zu setzen. ➔ DS 201300 Masterplan Innere Stadt Bonn 2.0 2.5.1 Budapester Straße Im Rahmen des Masterplans Innere Stadt 2.0 wird die zentral gelegene Grünfläche am Windeckbunker im Sinne der Erholungsnutzung und Klimaanpassung umgestaltet. Dabei entsteht ein Pocket Park mit Angeboten für alle Altersstufen. Der Grünanteil des Areals wird deutlich erhöht und der Anteil versiegelter Fläche reduziert. Der wertvolle Baumbestand bleibt soweit wie möglich erhalten. Acht Bäume mussten für die Realisierung gefällt werden, dafür werden insgesamt 13 neue Bäume gepflanzt. Ausgewählt wurden dabei heimische und klimastabile Arten, die zudem Nahrung für Insekten liefern. Rund um die grüne Mitte werden außerdem blütenreiche Staudenbeete angelegt. Ein im Belag integriertes Wasserfontänenfeld sorgt für Abkühlung und bietet Kindern und Erwachsene eine neue Aufenthaltsqualität. Die Arbeiten werden bis Ende 2022 abgeschlossen sein. Direkt im Anschluss an die Baumaßnahme wird der Abschnitt der Budapester Straße in Richtung Haus der Bildung neugestaltet. Die Straße soll in Teilen entsiegelt und begrünt werden und so ebenfalls einen Beitrag zur Klimaanpassung leisten. Auch dieses Projekt gehört zum Masterplan Innere Stadt 2.0 und wird durch Land und Bund gefördert. Die Maßnahme wird von Amt 66 ausgeführt.Seite 11 von 32 Bericht - Hitzeanpassung in Bonn Zusammengestellt im Amt für Umwelt und Stadtgrün, Stand Sept. 22 11Grün Abbildung 6: Visualisierung Umgestaltung Budapester Straße © scape ➔ DS 202217 Masterplan Innere Stadt, Teilprojekt: Grünfläche Budapester Straße 2.5.2 Stiftsplatz Ein weiteres Masterplan-Projekt ist der zentral gelegene Stiftsplatz, der aktuell hauptsächlich als Parkplatz genutzt wird. Um seiner wichtigen stadträumlichen und funktionalen Bedeutung für das innerstädtische Quartier gerecht zu werden, soll durch eine zusätzliche Freiraumgestaltung ein wichtiger Beitrag zum Klima (Entsiegelung, Begrünung) geleistet werden. Konkret werden folgende multifunktionale Ziele angestrebt: Biodiversität durch heimische & klimaresistente Bepflanzungen (insektenfreundlich), CO2-Reduktion, Schaffung von Schattenspendern, Förderung von nachhaltiger Mobilität (E-Ladesäulen für Autos und Räder; Fahrradparkhaus) sowie die Etablierung eines sozialen attraktiven Begegnungsorts im Grünen. Der Rat der Stadt Bonn hat daher am 28. Oktober 2021 (DS.-Nr. 211463) entschieden, dass die Flächen des Stiftsplatzes zugunsten einer öffentlichen Grünfläche entsiegelt und neu strukturiert werden sollen. Dabei sollen die Stellplätze zwischen den beiden Fahrbahnen überwiegend wegfallen. Gleichzeitig soll durch die zusätzliche Freiraumgestaltung ein wichtiger Beitrag zur Klimaanpassung geleistet werden. Im Rahmen eines Werkstattverfahrens von Juni - August 2022 wurden 4 Büros aufgefordert, einen Entwurf zu erarbeiten. Am 01.08.2022 fand die Jurysitzung statt, bei dem das Siegerbüro nun mit der Planung beauftragt wird. Die Ausführung soll noch in 2023 beginnen. 2.5.3 Von-Witzleben-Straße Vor der Neugestaltung der Von-Witzleben-Straße war die Fläche vollständig mit dunklem Asphalt versiegelt. Ein Blick auf die Klimaanalysekarte der Stadt Bonn zeigte, dass sich dieser Bereich besonders stark aufheizte. Unter der Hitze und der Oberflächenversiegelung litten auch die beiden Bäume vor Ort so sehr, dass sie nicht erhalten werden konnten. Ihre Wurzeln hatten zudem bereits gefährliche Stolperfallen in den Asphalt gedrückt.Seite 12 von 32 Bericht - Hitzeanpassung in Bonn Zusammengestellt im Amt für Umwelt und Stadtgrün, Stand Sept. 22 12Grün Abbildung 7: Vor der Neugestaltung Die Fläche wurde komplett entsiegelt und mit insektenfreundlichen Staudenbeeten ergänzt. Zwei neugepflanzte Bäume haben jetzt genügend Platz sich zu entwickeln und spenden künftig Schatten vor Ort. Die Basaltrundbank aus der alten Anlage wurde erhalten und lädt zum Verweilen ein. Die davorliegende Aufenthaltsfläche erhielt ein helles Natursteinpflaster mit wasserdurchlässigen Fugen und wurde mit einem leichten Gefälle in Richtung der Beete angelegt, so dass überschüssiges Regenwasser den Bäumen und Pflanzen zu Gute kommt. Die Staudenbeete wurden mit einem wasserspeicherfähigen Substrat und einer Mulchlage aus Naturstein-Splitt angelegt. Diese Kombination sorgt für optimale Bedingungen: Unkraute wachsen in der mineralischen Mulchung aus Splitt deutlich schlechter und lassen sich leichter entfernen. Wasser kann zudem besser im Boden aufgenommen und gespeichert werden. In der Von-Witzleben-Straße sind die Stauden bereits gut eingewachsen und setzen erste Farbakzente. In den kommenden Monaten werden sich die Pflanzen weiter entwickeln, bis der Splitt vollständig bedeckt ist. Die artenreiche Staudenmischung blüht bis weit in den Herbst hinein und ist somit eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten. Abbildung 8: Nach der NeugestaltungSeite 13 von 32 Bericht - Hitzeanpassung in Bonn Zusammengestellt im Amt für Umwelt und Stadtgrün, Stand Sept. 22 13Grün Die Neugestaltung des Pocket-Parks kostete rund 57.000 Euro, davon wurden rund 55.000 Euro finanziert über das Förderprogramm „Klimaresilienz in Kommunen“ im Rahmen der Corona-Hilfe des Landesministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW. 2.6 Neugestaltung Rheinuferpromenade Der Rhein und seine Ufer sind in Bonn prägende Element der Freiraum- und Siedlungsstruktur sowie Anziehungspunkt für die Freizeit- und Erholungsnutzung für alle in Bonn lebenden und Bonn besuchenden Menschen. Je nach Ausprägung werden die Rheinufer zum Joggen, Fahrrad fahren, Sitzen, Ruhen oder Flanieren genutzt. Dabei nimmt das Rheinufer auch eine Schlüsselfunktion als Treff- und Kontaktpunkt für Menschen unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft, sowie unterschiedlichen Alters ein. Hier werden soziale Kontakte und Kommunikation, einschließlich kultureller Aktivitäten gefördert. Die Aufenthaltsqualität soll unter Berücksichtigung von Klimaanpassungen (Hochwasserschutz, Entsiegelung) und der Biodiversität für vielfältige Nutzergruppen gesteigert werden. Das Rheinufer soll zukünftig barrierefrei und orientierungssicher von Fußgänger*innen und Radfahrer*innen erreicht und genutzt werden können. Dem linken Bonner Rheinufer fehlt es an Attraktivität und die bauliche Gesamtsubstanz ist weder funktional noch gestalterisch zukunftsfähig. Das Rheinufer soll wieder ein Ort der regionalen Identifikation, der lokalen Geschichte und des kulturellen Erbes werden – eine Visitenkarte der Stadt. Hierzu ist es notwendig die vorhandenen Defizite, wie Anpassungen an den Klimawandel oder Konflikte zwischen Auto- Rad- und Fußgängerverkehr, aufzuarbeiten, vorhandene Angsträume durch entsprechende Beleuchtung und gute Einsehbarkeit weitläufiger Bereiche aufzulösen sowie neue und zusätzliche attraktive Angebote zur Steigerung der Aufenthalts- und Begegnungsqualitäten anzubieten. Bei den Entwürfen für den Rheinuferboulevard sind die Auswirkungen des Klimawandels zu beachten. Die Berücksichtigung zunehmender Extremwetterereignisse, das Schwammstadt Prinzip, ein angepasstes Regenwassermanagement und Biodiversität sind hierfür allgemeine stadt- und freiraumplanerische Leitgedanken. Der aktuelle Versiegelungsgrad im Wettbewerbsgebiet soll konzeptabhängig deutlich verringert, der Anteil der Vegetationsflächen erhöht werden. ➔ DS 210228 Masterplan 2.0 – Wettbewerb Rheinuferpromenade Bonn Wettbewerb Das Preisgericht hat sich bei seiner Sitzung am 8. Oktober 2021 einstimmig für die Pläne von Planorama ausgesprochen. Der Umbau soll damit auf der Planung des Büros Planorama Landschaftsarchitekturzusammen mit VCDB VerkehrsConsult Dresden- Berlin GmbHbasieren. Der Zusammenschluss hat das von der Bundesstadt Bonn durchgeführte Wettbewerbsverfahren mit Landschaftsarchitektur- und Verkehrsplanungsbüros gewonnen. Viel Grün, attraktive Aufenthaltsbereiche und vielfältige Nutzungsmöglichkeiten: Bei der Umgestaltung des Bonner Rheinufers soll mit dem Landschaftsraum samt seinen historischen Spuren verantwortungsvoll umgegangen werden. Der künftig verkehrsberuhigte 1,5 Kilometer lange Abschnitt wird ein Boulevard zum Verweilen und Flanieren werden. Ab dem Jahr 2023 soll der Uferbereich zwischen Zweiter Fährgasse und Rosental in mehreren Bauabschnitten aufgewertet werden.Seite 14 von 32 Bericht - Hitzeanpassung in Bonn Zusammengestellt im Amt für Umwelt und Stadtgrün, Stand Sept. 22 14Grün Abbildung 9: Siegerbeitrag des landschaftsarchitektonischen Wettbewerbs des Büros Planorama 2.7 Pflanzenauswahl Die Stadt Bonn berücksichtigt bei der Pflanzenauswahl im Rahmen eigener Vorhaben auch deren Klimaresilienz und trifft für die jeweilige Situation nach Möglichkeit eine Auswahl an Arten/Sorten, die nach derzeitigem Erkenntnisstand als klimaangepasst gelten. Um die möglichst optimal an die aktuellen aber auch zukünftig prognostizierten klimatischen Bedingungen angepassten Baumarten zu pflanzen, ist die Stadt Bonn im kontinuierlich Austausch mit anderen Kommunen. Die Stadt Bonn stellt den Sprecher des Arbeitskreis Stadtbäume bei der GALK (Gartenamtsleiterkonferenz). Der Arbeitskreis ist Herausgeber der Straßenbaumliste und seit über 25 Jahren federführend bei der Testung von geeigneten Baumarten. Durch die Leitungsposition im Arbeitskreis laufen wichtige Informationen zum Stadtbaum in Bonn zusammen. Auch beteiligt sich die Stadt selbst an der Testreihe zu Straßenbäumen. 2.8 Bonner Freiraumplan Bonner Freiraumplan – Freiraumplanung in Zeiten des KlimawandelsSeite 15 von 32 Bericht - Hitzeanpassung in Bonn Zusammengestellt im Amt für Umwelt und Stadtgrün, Stand Sept. 22 15Grün Die Stadt Bonn wächst und somit wächst auch die Konkurrenz um knapper werdende Flächen. Gleichzeitig soll die Grünqualität der Stadt mit ihrem Freiraumsystem gesichert und weiterentwickelt werden, um den neuen Herausforderungen wie Klimafolgenanpassung, Mobilitätswende, Biodiversitätsförderung und Umweltgerechtigkeit gerecht zu werden. In diesem Zuge wird seit Beginn des Jahres der sogenannte „Bonner Freiraumplan“ als fachämterübergreifende Dachstrategie erarbeitet, die Visionen, Ziele und Potenziale für die zukünftige Freiraum- und Grünplanung der Stadt bietet. Diese strategische Handlungsgrundlage soll auf gesamtstädtischer Ebene planerische Antworten zu den genannten Herausforderungen finden, um den Bonner*innen langfristig ein lebenswertes Wohnumfeld sicherstellen zu können. Die Verwaltung hat mit DS-Nr. 1313742NV13 die notwendige Weiterentwicklung der Integrierten Freiraumplanung der Bundesstadt Bonn angekündigt. Mit Beschluss des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda vom 1. Juni 2021 (vgl. Punkt 2 der DS-Nr. 201928-38 AA) sind Haushaltsmittel für die Weiterentwicklung der Integrierten Freiraumplanung bereitgestellt worden. Neue fachliche Anforderungen an eine nachhaltige Stadtentwicklung erfordern neue Strategien. Aber wie können diese aussehen. Wie kann man Grün- und Freiraum schaffen? Und wie kann dieser den Klimafolgen positiv entgegenwirken? Grauen Infrastrukturen grüner machen Graue Infrastrukturflächen werden als ein Flächenpotential nicht nur für Freizeit und Bewegung genutzt. Vor allem auch Themen der Klimafolgenanpassung und Steigerung der Biologischen Vielfalt sollen vermehrt in den Fokus der Freiraumentwicklung genommen werden. Das Konzept der dreifachen Innenentwicklung kommt zur Umsetzung. Abbildung 10: aktuelle Ansichten grauer Infrastruktur (c) bgmr Landschaftsarchitekten GmbH Mehrfachnutzung der Oberfläche der Stadt Da eine zukünftige Freiraumentwicklung sich nicht nur auf die Grünflächen, sondern auf die gesamte Oberfläche der Stadt erstreckt, werden Mehrfachnutzungen von Straßen, Dächern, Stellplatzanlagen usw. mit einzubeziehen sein. Das Prinzip der Schwammstadt Niederschlagswasser wie mit einem Schwamm aufzunehmen und es möglichst nah am Entstehungsort dem natürlichen Wasserkreislauf zuzuführen bietet ökologische und ökonomische Vorteile. Die für das Pflanzenwachstum notwendige Bodenfeuchte und die Grundwasserneubildungsraten steigen, mitSeite 16 von 32 Bericht - Hitzeanpassung in Bonn Zusammengestellt im Amt für Umwelt und Stadtgrün, Stand Sept. 22 16Blau positiven Auswirkungen auch auf das Stadtklima. Zudem leisten die gedrosselten Abflüsse einen Beitrag zum Überflutungsschutz. Vielfalt der Nutzungsansprüche – Eigenarten des Bonner Freiraums Eine heterogene Gesellschaft entwickelt sehr differenzierte Freiraumansprüche. Vom sonntäglichen Flanieren zum Sport treiben im Freien bis zum Gärtnern in der Gemeinschaft. Die Eigenarten der Stadt- Landschaft sollen weiter sichtbar bleiben und zukünftig durch Stadt- und Freiraumentwicklung besser herausgearbeitet werden. Das spezifische des Bonner Freiraum soll erkennbar werden. 2.9 Verknüpfung zur Biodiversität Maßnahmen zur Begrünung machen sowohl zur Klimaanpassung als auch zur Steigerung der Biodiversität Sinn und sollten daher aufeinander abgestimmt realisiert werden. Im Rahmen der Ausarbeitung des Aktionsprogramms Biodiversität wurden daher auch Aspekte der Klimafolgenanpassung integriert. ➔ DS 210021 Weiterentwicklung des Aktionsprogramms Biodiversität ➔ DS 220672 Ausarbeitung des „Aktionsprogramms Biodiversität 2030“ für die Bundesstadt Bonn 3 Blau 3.1 Schwammstadt-Prinzip Die Stadt Bonn beabsichtigt, sich im Rahmen der Klimawandelanpassung zu einer wassersensitiven Stadt nach dem Prinzip der Schwammstadt mit dem Ziel eines nachhaltigeren Umgangs mit dem Niederschlagswasser weiterzuentwickeln. Dazu wurden entsprechende Haushaltsmittel und die Einrichtung einer Personalstelle (50 %) sowie am 20.01.2022 der „Haushaltsantrag wassersensitive Stadt“ beschlossen. ➔ DS 211387 Haushaltsantrag wassersensitive Stadt Die Personalstelle konnte zum 01.02.2022 im Amt für Umwelt und Stadtgrün, Abteilung Umweltvorsorge und –planung, Sachgebiet Klimaanpassung und –vorsorge besetzt werden. Die Stelleninhaberin wird sich zunächst konzeptionell mit dem Thema befassen und eine Bestands-, Bedarfs- und Potenzialanalyse für Bonn aufstellen sowie den weiteren Verlauf des Projektes koordinieren. In der zweiten Jahreshälfte wird eine Ausschreibung für ein leistungsfähiges und zukunftsweisendes Schwammstadtkonzept für die Stadt Bonn mit einem umsetzungsstarken Maßnahmenkatalog herausgegeben. In Bonn werden schon seit Längerem Maßnahmen umgesetzt, die dem Konzept der Schwammstadt zugeordnet werden können, jedoch fehlte bisher ein systematischer, integralerer Planungsansatz im Sinne eines Dachkonzeptes. Beispiele für bereits laufende schwammstadtrelevante Maßnahmen (Liste nicht abschließend): - verbindliche Festsetzung von Gebäudebegrünung im Rahmen der Bauleitplanung (siehe Kapitel 5.6) - Zuschüsse zur Anschaffung von Wasserretentionssystemen (Regentonne/ Zisterne) zur Bewässerung im Zusammenhang mit einer Gebäudebegrünung oder Entsiegelung im Rahmen des Förderprogramms Begrünung www.bonn.de/begruenung - die Möglichkeit zur Reduktion der Niederschlagswassergebühr bei Maßnahmen zur Dachbegrünung oder EntsiegelungSeite 17 von 32 Bericht - Hitzeanpassung in Bonn Zusammengestellt im Amt für Umwelt und Stadtgrün, Stand Sept. 22 17Vulnerabilität - die Erweiterung von Baumscheiben bei Neupflanzung (mindestens 2 x 4 m) - die bereits erstellten Starkregengefahrenkarten - die Starkregenbetrachtung und dezentrale Regenwasserbeseitigung vor allem bei Neubaugebieten, z.B. durch Entwässerung von Verkehrsflächen über Mulden-Rigolen- Systeme oder Versickerungsbecken - die Prüfung alternativer Regenwasserbehandlungen, z.B. Planung und Bau eines offenen, begrünten Retentionsbodenfilters (Scheidfeldstraße) anstelle unterirdischer Lösungen - multifunktionale Flächennutzung, Pilotprojekt Spielfläche „Am Sonnenberg“ in Bonn- Limperich (soll als Rückhalt bei Starkregenereignissen dienen) - Entsiegelung und klimaresiliente Umgestaltung des Stiftsplatzes mit Integration von Schwammstadtelementen (ggf. Nutzung unterirdischer Löschwassertanks als Wasserreservoir). - Umbau Budapester Straße: Projekt im Rahmen des Landesprogrammes „Straßenraumentsiegelung“, der steinerne Stadtraum soll intensiv begrünt werden, unter den neuen Grünflächen sollen Baumrigolen etabliert werden, gesammeltes Regenwasser wird vorgereinigt eingeleitet und gespeichert bzw. verdunstet (mit Überlauf an Kanal) - Pocket Park „Von-Witzleben-Straße“ (siehe Kapitel 2.5.3): Ein ehemaliger, vollasphaltierter Hitzehotspot wurde entsiegelt und begrünt (Bäume, Staudenbeet). Das helle Granitpflaster (Albedoeffekt) hat offene Fugen. Flächen entwässern in die Vegetation. - die Aufbereitung von Informationen zum Thema „Regenwassernutzung“ um Bürger*innen für das Thema zu sensibilisieren unter https://www.bonn.de/schwammstadt - eine Bürgerinformation, die über die Möglichkeiten von erlaubnisfreier Versickerung von auf befestigten Flächen (Dächer) gesammeltem Niederschlagswasser im privaten Bereich aufklärt, befindet sich in der Abstimmung und wird in Kürze veröffentlicht 4 Vulnerabilität 4.1 Haushaltsbefragung Im Rahmen des Forschungsvorhabens ZURES wurde im Zeitraum 22.5. bis 22.9.2018 eine Befragung der Haushalte in den statistischen Bezirken „Bad Godesberg Zentrum/Nord“ (im Süden Bonns) sowie „Vor dem Sterntor“ (Innenstadt) durch die UN University zum Hitzeempfinden in Bonn durchgeführt. Die beiden Bezirke wurden aufgrund ihrer hohen Wärmebelastung ausgewählt. Die Ergebnisse der Haushaltsbefragung können unter www.bonn.de/zures abgerufen werden. Die Ergebnisse zeigten u.a., dass sich nicht nur die klassischen vulnerablen Personengruppen wie betagte und hochbetagte Personen von Hitze belastet fühlen, sondern gerade auch Studierende oder Arbeitnehmer*innen. Grund dafür ist Ihre im Vergleich geringere Flexibilität bzw. Möglichkeit Hitze auszuweichen, da in höherem Maße Terminverpflichtungen vorliegen.Seite 18 von 32 Bericht - Hitzeanpassung in Bonn Zusammengestellt im Amt für Umwelt und Stadtgrün, Stand Sept. 22 18Vulnerabilität Abbildung 11: Häufigkeit verschiedener gesundheitlicher Probleme, ausgelöst durch Hitzebelastung, differenziert nach sozioökonomischen Gruppen. (Auszug aus den Ergebnissen der Haushaltsbefragung) 4.2 Klimaanpassung in Kindertagesstätten Kleinkinder gelten in Bezug auf Beeinträchtigungen durch Hitze als hochvulnerable Personengruppe. Gerade Kindertagesstätten sollten daher hohen Anforderungen an den Klimakomfort auch während sommerlicher Hitzeperioden gerecht werden. Tatsächlich weisen jedoch einige städtische Kindertagesstätten offensichtliche Defizite bzgl. des Hitzeschutzes auf. Im Rahmen des BMU-Programms "Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen" Förderschwerpunkt 1.1 Einstiegs- und Orientierungsberatung, wurde daher die Beratung für 20 städtische Kitas durch das SGB beantragt. Fördermittel wurden in vollem Umfang bewilligt. Zudem wurden im Förderschwerpunkt 1.2 - Erstellung von Anpassungskonzepten die Erstellung von Konzepten für drei städtische Kindertagesstätten beantragt, welche aufzeigen sollen, wie sich die Einrichtungen effektiv, nachhaltig und umfassend mit einem maßgeschneiderten Maßnahmenpaket an die Folgen des Klimawandels anpassen können. Die Konzepte sollen sowohl die Betroffenheit des Personals und der in der Einrichtung betreuten Personen, als auch die Chancen und Risiken, die sich für diese aus der Veränderung des Klimas ergeben können, aufgreifen. Ziel ist eine anschließende Umsetzung der prioritären Maßnahmen unter Förderschwerpunkt 2 des Programms. 4.3 Sensibilisierung von Einrichtungen für vulnerable Personen Die 42 Pflegeeinrichtungen und jeweiligen behandelnden Ärzt*innen sowie die Heimaufsicht wurden im Juli 2022 mittels Rundschreiben zur Hitzevorsorge durch das städtische Gesundheitsamt informiert. Die Informationsaktion verwendet u.a. Handlungsempfehlungen und hilfreiche Links des BMBF- geförderten Projekts ExTrass der Universität Potsdam und der Johanniter-Unfallhilfe. Zudem wurden die Pflegeeinrichtungen gebeten, sich an einer Online-Umfrage zur Hitzeprävention zu beteiligen. Ziel war es, mit Blick auf den zu erarbeitenden Hitzeaktionsplan ein besseres Bild der Situation in den Pflegeeinrichtungen zu erhalten. Die Umfrage lief den ganzen Monat Juli hindurch, es beteiligten sich insgesamt 9 Einrichtungen, was einer Rücklaufquote von rund 21% entspricht.Seite 19 von 32 Bericht - Hitzeanpassung in Bonn Zusammengestellt im Amt für Umwelt und Stadtgrün, Stand Sept. 22 19Vulnerabilität Abbildung 12: Technische und pflegerische Hitzeprävention im Seniorenzentrum der Bundesstadt Bonn (Überdachung, Außen-Jalousie, Markise, Begrünung, Querlüftung und Aufenthalt im Freien in den Morgenstunden, Flüssigkeitsangebot und Ausgleich des Elektrolythaushaltes Vielen Dank für die Überlassung des Fotos durch die Einrichtung Zusammenfassung der Umfrageergebnisse im Bereich „Maßnahmen im und am Gebäude“ - Lediglich in einer Einrichtung wurde in Bezug auf die Medikamentenbevorratung beraten. Andere Beratungen z.B. zu „raumklimatischen Verhältnissen“ fanden bislang in keiner der Einrichtungen statt. - In 8 von 9 Einrichtungen wurde mindestens eine technische Intervention zur Hitzeprävention ergriffen (Siehe Abbildung 13). - 4 der 9 Einrichtungen gaben an, in den letzten 5 Jahren nicht von hohen Temperaturen in Innenräumen betroffen gewesen zu sein. Abbildung 13: Technische Interventionen zur Hitzeprävention; Auszug aus den Auswertungen der Online Umfrage des Gesundheitsamtes zur Hitzeprävention; GR=Gruppenraum, BZ=BewohnerzimmerSeite 20 von 32 Bericht - Hitzeanpassung in Bonn Zusammengestellt im Amt für Umwelt und Stadtgrün, Stand Sept. 22 20Vulnerabilität Zusammenfassung der Umfrageergebnisse im Bereich „Maßnahmen im Freien“ - 7 von 9 Einrichtungen bieten mindestens eine Möglichkeit des Sonnenschutzes im Freien an. - 8 von 9 Einrichtungen verfügen über Bäume oder Pergolen als Schattenspender im Außenbereich. - 4 von 9 Einrichtungen verfügen über Wasserflächen oder Brunnen Abbildung 14: Vorhandensein von Rückzugsorten vor direkter Sonneneinstrahlung; Auszug aus den Auswertungen der Online Umfrage des Gesundheitsamtes zur Hitzeprävention Zusammenfassung der Umfrageergebnisse im Bereich „Maßnahmen am Pflegebedürftigen“ - 6 von 9 Einrichtungen wurden in Bezug auf die Flüssigkeitsaufnahme und die Aufrechterhaltung des Elektrolythaushalts beraten - In einer Einrichtung wurde in den vergangenen Jahren aufgrund von hitzeassoziierten Gesundheitsstörungen hospitalisiert - 7 von 9 Einrichtungen halten die Temperaturgrenzen zur Medikamentenlagerung ein - 6 von 9 Einrichtungen passen die Medikamentendosis nach ärztlicher Rücksprache während einer Hitzewelle an. Zusammenfassung der Umfrageergebnisse im Bereich „Maßnahmen zum Informationsfluss“ - 4 der 9 Einrichtungen haben die Warnmeldungen des Deutschen Wetterdienstes abonniert. - 6 von 9 Einrichtungen haben einen Maßnahmenplan zum Umgang mit Hitzewellen und haben diesen auch an Ihre Mitarbeitenden kommuniziert. - 6 von 9 Einrichtungen gaben an, genug Informationen und / oder Förderquellen zum Umgang mit Hitzewellen zu haben. Im Rahmen der infektionshygienischen Begehungen 2022/2023 der 42 Pflegeeinrichtungen durch das Gesundheitsamt werden zudem die gesundheitsfördernden Maßnahmen an Hitzetagen von Hygienekontrolleuren mit den Einrichtungsleitungen angesprochen. In Folgejahren sollen die Maßnahmen wiederholt und angepasst werden. Denkbar sind innerhalb der Routine-Begehungen „Schattenspender-Aktionen“ (kostenfreie Beratung z.B. zu Fördermöglichkeiten für Verschattungsmaßnahmen, Informationsmaterialien, nachgeholte oder ergänzende Umfrage im Interview-Format anstatt der im Juli angebotenen Online-Umfrage).Seite 21 von 32 Bericht - Hitzeanpassung in Bonn Zusammengestellt im Amt für Umwelt und Stadtgrün, Stand Sept. 22 21Planung 5 Planung 5.1 Klimaanalyse & Planungshinweiskarte Im Rahmen des Forschungsvorhabens ZURES konnte im Jahr 2018 eine gesamtstädtische, hochauflösende Klimaanalysekarte (gesamtstädtisches Raster von 10*10m) entwickelt und veröffentlicht werden. Auf dieser Basis wurde zudem eine Planungshinweiskarte entwickelt, welche im Jahr 2019 veröffentlicht wurde und seither für Ersteinschätzungen stadtklimatischer Belange bei allen raumwirksamen Planungen - insbesondere im Bereich der Bauleitplanung verwendet wird. Ergänzend zu den beiden Karten wurde ein Erläuterungsbericht erstellt. Die Karten wurden zudem in das städtische Geoinformationssystem eingebunden. Mit dem Programm zum Klimanotstand wurde die Maßnahme „Regelmäßige Aktualisierung der Planungshinweiskarte“ beschlossen. Die Verwaltung plant diese Aktualisierung in einem regelmäßigen Turnus von 6 Jahren, da in diesen Abständen in der Regel neue Luftbilder einer Überfliegung aus dem Sommer vorliegen. Im Zusammenhang mit dem aktuellen, im Rahmen der Deutschen Anpassungsstrategie geförderten Projekt „Mutabor“ werden jedoch bereits im Jahr 2023 und nicht erst 2025 eine aktualisierte Klimaanalyse und Planungshinweiskarte erstellt (siehe Kapitel 7.1). ➔ www.bonn.de/zures 5.2 Detailgutachten Erachtet die Fachverwaltung auf Basis einer Ersteinschätzung auf Grundlage der Klimaanalyse und Planungshinweiskarte eine tiefergehende gutachterliche Betrachtung der stadtklimatischen Auswirkungen eines geplanten Vorhabens für notwendig, so werden diese regelmäßig als ergänzende Entscheidungsgrundlage gefordert und durch externe Gutachter*innen erstellt. Ein Erfordernis zur Erstellung eines Gutachtens kann sich im Wesentlichen aus zwei Gründen ergeben: Entweder weist der Planungsraum bioklimatisch besonders bedeutende Strukturen auf (Nahbereich einer Kaltluftleitbahn, überdurchschnittlich hohe Kaltluftproduktion, starke Durchströmung) oder die geplante Nutzungsintensivierung lässt eine starke Veränderung des stadtklimatischen Belastungsraums im Planungsgebiet sowie in angrenzenden Bereichen erwarten. Stadtklimatische Detailgutachten liefern neben einer vergleichenden Betrachtung der aktuellen und der geplanten Situation (Beeinträchtigung der Durchlüftung, Wärmebelastung) in erster Linie Informationen über klimaanpassungsorientierte Optimierungsmöglichkeiten vorliegender städtebaulicher Entwürfe und zeigen entsprechende Planungsempfehlungen auf, welche im weiteren Verfahren zu berücksichtigen sind. Beim Vorliegen mehrerer Planungsvarianten kann durch ein Detailgutachten zudem die klimaverträglichste ermittelt werden.Seite 22 von 32 Bericht - Hitzeanpassung in Bonn Zusammengestellt im Amt für Umwelt und Stadtgrün, Stand Sept. 22 22Planung Abbildung 15: Beispielhafte Abbildung einer Ergebnisdarstellung zur Differenz der Lufttemperatur in 1,5m Höhe ü. Grund um 4 Uhr bei südöstlicher Anströmungsrichtung - Planfall minus Istfall (Klimagutachten Dottendorfer Str.) Die durch die jeweiligen Gutachter*innen erarbeiteten Planungsempfehlungen werden im weiteren Verfahren berücksichtigt und nach Möglichkeit verbindlich – als Festsetzung in Bebauungsplänen oder Bestandteil in städtebaulichen Verträgen – geregelt. 5.3 Integrierte Stadtentwicklungskonzepte Die Klimaanpassung spielt eine zunehmende Rolle in der Erstellung integrierter Stadtentwicklungskonzepte. Eine Integration entsprechender Maßnahmen fand bei der Entwicklung des ISEK Bad Godesberg sowie des ISEK Beuel Ost statt. Zudem wurde durch die Wirtschaftsförderung das Modellprojekt klimagerechtes Gewerbegebiet Beuel-Ost initiiert. ➔ DS 190431 ISEK und Leitbild Bonn-Bad Godesberg ➔ DS 202312 ISEK Beuel-Ost ➔ DS 221060 Modellprojekt klimagerechtes Gewerbegebiet Beuel-Ost, aktueller Sachstand 5.4 Wettbewerbe Im Rahmen von städtebaulichen, hochbaulichen oder freiraumplanerischen Wettbewerben ist die Berücksichtigung der Belange des Stadtklimas bzw. der Klimaanpassung in den letzten Jahren etabliert und weiterentwickelt worden. Bereits das Integrierte Klimaschutzkonzept lieferte hierzu im Teilkonzept Klimaanpassung erste Hinweise. Regelmäßig findet in Wettbewerbsverfahren eine Beschreibung der spezifischen stadtklimatischen Situation sowie die Ableitung entsprechender Erfordernisse für Anpassungsmaßnahmen im Zuge der Ideenentwicklung und Planung statt und wird in die Auslobung integriert. Es findet zudem regelmäßig eine Vorprüfung der relevanten Aspekte zur Klimaanpassung durch die Fachverwaltung statt. Nach Kapazität nehmen die jeweiligen Vertreter*innen zudem an der Preisrichtervorbesprechung, dem Kolloquium sowie der Jurysitzung teil.Seite 23 von 32 Bericht - Hitzeanpassung in Bonn Zusammengestellt im Amt für Umwelt und Stadtgrün, Stand Sept. 22 23Kommunikation Abbildung 16: Auszug aus dem Siegerentwurf zum "Masterplan öffentlicher Raum und Detailplanungen Innenstadt Bad Godesberg" 5.5 Leitbild Klimaschutz und Klimaanpassung Der Rat der Stadt Bonn beschloss im Dezember 2019 das Leitbild der Stadt Bonn zu Klimaschutz und Klimaanpassung. Für den Bereich der Klimaanpassung formuliert es das Ziel der Reduktion von Verwundbarkeiten und Steigerung der Resilienz im Hinblick auf den Klimawandel. Im Zusammenhang mit dem für eine Förderung beantragten nachhaltigen Anpassungskonzept ist die Entwicklung einer differenzierteren Strategie und Zielsetzung zur Klimaanpassung beabsichtigt (siehe Kapitel 7.2). ➔ DS 190114 Leitbild Klimaschutz und Klimaanpassung 5.6 Festsetzung Bauleitplanung Derzeit werden im Rahmen der Neuaufstellung von Bebauungsplänen bei flachen und flach geneigten Dächern ab 200 m² Dachfläche standardmäßig extensive Dachbegrünungen mit einer Mindestsubstratdicke von 10-15 cm und einem Abflussbeiwert von 0,4 festgesetzt. Seit dem Beschluss der Solarverpflichtung verfolgt die Verwaltung das Ziel in Absprache mit den Investor*innen grundsätzlich eine Kombination von PV-Anlagen mit Gründächern zu realisieren. Zudem wird die Eignung für eine Fassadenbegrünung standardmäßig geprüft und bei Eignung festgesetzt. Über diese Standards hinaus werden je nach Einzelfall zumeist auf Grundlage von Planungsempfehlungen aus Detailgutachten ggf. weitere Festsetzungen z.B. zu zulässigen Gebäudehöhen, Wasserflächen, Albedo etc. getroffen oder in städtebaulichen Verträgen geregelt. Daneben werden über die verbindlich geregelten Punkte hinaus geeignete Maßnahmen zur Klimaanpassung empfohlen. ➔ DS 0912064 Dachbegrünung in Bonn ➔ DS 200165 Fassadenbegrünung von Gebäuden ➔ DS 212054 Kombination von PV-Anlagen mit Dachbegrünungen 6 Kommunikation 6.1 Beratung Gebäudebegrünung und Entsiegelung Zur Begrünung von Gebäuden (Dach- und Fassadenbegrünung) besteht ein großer Bedarf an Beratungsleistung. Ebenfalls zu Maßnahmen der Entsiegelung von Flächen und der anschließenden, möglichst naturnahen und ökologisch vielfältigen Begrünung sowie zur Verwendung von Rückhaltesystemen für Regenwasser werden immer häufiger Beratungen angefragt. Anlässlich desSeite 24 von 32 Bericht - Hitzeanpassung in Bonn Zusammengestellt im Amt für Umwelt und Stadtgrün, Stand Sept. 22 24Kommunikation zurückliegenden und des aktuellen Förderprogramms zur Begrünung bietet die zum 1. April eingerichtete Personalstelle (Teilzeit, 50%) den interessierten Bürger*innen die Möglichkeit, per E- Mail und Telefon persönlichen Kontakt aufzunehmen und spezielle Fragen zur Antragstellung und den erforderlichen Voraussetzungen zu stellen. Darüber hinaus werden die Themen Gebäudebegrünung und Entsiegelung auf verschiedenen Veranstaltungen präsentiert, um mit der Öffentlichkeit ins Gespräch zu kommen (u.a. Frühlingsmarkt, Tag der Artenvielfalt, Bonner Energietage, VHS). Abbildung 17: Präsentation der Förderprogramme Entsiegelung und Gebäudebegrünung auf öffentlichen Veranstaltungen: Tag der Artenvielfalt im Botanischen Garten und Bonner Frühlingsmarkt auf dem Münsterplatz © D. Kube 5/22 ➔ DS 201243 Beratungs- und Förderprogramm Begrünung ➔ DS 220819 Weiter- und Zusammenführung der Förderprogramme zur Begrünung 6.2 Warnung vor extremer Wärmebelastung Der Deutsche Wetterdienst (DWD) unterscheidet zwei Warnstufen: Eine Warnung vor einer starken Wärmebelastung wird dann herausgegeben, wenn die gefühlte Temperatur am frühen Nachmittag bei etwa 32°C oder darüber liegt. Aufgrund eines Akklimatisationseffektes kann dieser Schwellenwert bei frühen Hitzewellen etwas niedriger und im Hochsommer etwas höher liegen. Im Fall einer Warnung wird prognostiziert, dass dieser Schwellenwert an mindestens zwei Tagen in Folge überschritten wird. Überschreitet die Gefühlte Temperatur am frühen Nachmittag einen Wert von 38°C, so wird vor einer extremen Wärmebelastung gewarnt. Im Fall einer Warnung vor extremer Wärmebelastung in Bonn durch den DWD wird eine vorbereitete Pressemitteilung herausgegeben und ein Pop-up-Fenster mit einer Warnmeldung über bonn.de geschaltet. Zudem werden Sharepics der Schattenspender-Kampagne über die Social-Media-Kanäle der Stadt Bonn geschaltet. In 2022 wurde an einigen Tagen eine Warnung vor starker Wärmebelastung durch den DWD herausgegeben, eine Warnung vor extremer Wärmebelastung in Bonn gab es in diesem Jahr bislang nicht. 6.3 Bonn.de/hitze Im Vorfeld der Hitzewellen im Juli 2022 wurde die Seite „Was tun bei Hitze?“ auf bonn.de/hitze neu aufbereitet und prominenter platziert. In Anlehnung an die Schattenspenderkampagne sowie den Hitzeknigge des Umweltbundesamtes werden Verhaltenstipps bei Hitze zusammengefasst und Verweise auf die Hitzetrendkarten sowie den Newsletter des Deutschen Wetterdienstes gegeben. Die Tipps werden in den Sommermonaten über die Tagcloud auf der Startseite verlinkt.Seite 25 von 32 Bericht - Hitzeanpassung in Bonn Zusammengestellt im Amt für Umwelt und Stadtgrün, Stand Sept. 22 25Kommunikation Abbildung 18: Motive aus der Schattenspender-Kampagne des Umweltbundesamtes 6.4 Teil der Klimakampagne Die Kampagne „Neu denken. Einfach handeln. Gemeinsam fürs Klima“ integrierte mit einem Motiv zu den grünen Inseln sowie zum Förderprogramm Gebäudebegrünung bereits Themen der Klimaanpassung. Abbildung 19: Motiv zu den "Stadtfrüchtchen" im Rahmen der Klimaschutzkampagne "Neu denken. Einfach handeln. Gemeinsam fürs Klima." Aktuell finden Planungen für eine Kampagne zur Klimaanpassung im Jahr 2023 statt. Ziel der Kampagne wird u.a. sein, zu angepassten Verhaltensweisen bei Hitze zu sensibilisieren und Eigentümer*innen zur Gebäudebegrünung und Regenwassernutzung zu motivieren.Seite 26 von 32 Bericht - Hitzeanpassung in Bonn Zusammengestellt im Amt für Umwelt und Stadtgrün, Stand Sept. 22 26(Förder-)Projekte 7 (Förder-)Projekte 7.1 Mutabor Im Kontext der Deutschen Anpassungsstrategie fördert das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel. Die Stadt Bonn hat sich um Fördermittel zur Durchführung des Projektes Mutabor („Mikroskalige Untersuchung und Aktivierung der technischen und planerischen Anpassungskapazität der Stadt Bonn zur Reduzierung des Hitzestresses“) beworben. Nach Einreichung der Projektskizze (Oktober 2018) sowie des Vollantrags (Juni 2019) wurde der Antrag im Dezember 2020 durch den Projektträger ZUG (Zukunft-Gesellschaft-Umwelt) bewilligt. In Anknüpfung an das Projekt ZURES soll MUTABOR ergänzend zur lokalspezifischen Handlungspriorität die tatsächlichen Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. Abbildung 20: Kategorien des Maßnahmenkatalogs von MUTABOR Eine möglichst genaue Ermittlung der lokalen Maßnahmenpotenziale soll dazu beitragen, Planungsempfehlungen konkretisieren zu können. Basis für die Untersuchungen ist die Erstellung eines bonnspezifischen Maßnahmenkatalogs, der verschiedene Maßnahmen unter anderem aus den Bereichen Verschattung, Verdunstung oder Verbesserung der Durchlüftung zusammenfasst (siehe Abbildung 20). Zur Analyse des optimalen Maßnahmenmix wurden drei Szenarien definiert, die unterschiedlich differenzierte Maßnahmenpotenziale zur Reduktion von Hitze beinhalten. Dies geht über ein „Technisch machbar- Szenario“ zu dem Schwerpunkt „Belastung verhindern- Szenario“ und zu einem „Weiter wie bisher- Szenario“. Um diese drei unterschiedlichen Szenarien in den Kontext ohne Ausschöpfung von Maßnahmenpotenzialen setzen zu können, wurde eine Referenz für die aktuelle sowie für die künftige Situation mit dem Zeithorizont 2035 definiert. Die beiden Referenzen wurden im Juli abschließend modelliert und visualisiert. Die Ergebnisse werden in Klimaanalysekarten überführt, die mit einer Rastergröße von 5*5 Metern noch einmal eine deutlich höhere Auflösung aufweisen, als die Klimaanalysekarten aus ZURES. Im Zuge dieser Ergebnisse werden auch die Planungshinweiskarten aus ZURES aktualisiert. Sobald die Potenzialermittlung der anderen Szenarien abgeschlossen ist, werden in einem nächsten Schritt drei gesamtstädtische mikroskalige Modellierungen des möglichen Kühleffekts bei RealisierungSeite 27 von 32 Bericht - Hitzeanpassung in Bonn Zusammengestellt im Amt für Umwelt und Stadtgrün, Stand Sept. 22 27(Förder-)Projekte der identifizierten Maßnahmenpotenziale erfolgen. Basierend auf den Ergebnissen der Modellierungen soll abschließend eine handlungsorientierte Strategie zur Erschließung der Potenziale entwickelt werden. Diese wird in Anlehnung an die Haushaltsplanung konkrete Handlungsempfehlungen für die kommenden vier Jahre und darüber hinaus definieren. Das Projekt wird unter der Leitung der Stadt Bonn, Amt für Umwelt und Stadtgrün und unter Beteiligung der Projektpartner GEO-NET Umweltconsulting und berchtoldkrass space & options durchgeführt. Für die Stadt Bonn wurde eine auf die Laufzeit des Projektes befristete Personalstelle in Teilzeit (50%) mit dem Projektantrag bewilligt. Für das Projekt ist eine Laufzeit von insgesamt zwei Jahren vorgesehen. Gemäß Bewilligungsbescheid startete das Projekt offiziell am 01. Februar 2021. Das Projekt konnte jedoch erst am 01. Juni 2021 mit Besetzung der Personalstelle beginnen. Die Projektlaufzeit von 24 Monaten wird daher kostenneutral verlängert. 7.2 Nachhaltiges Anpassungskonzept Wie in der Einleitung erläutert, wurde bereits eine Vielzahl von Projekten zur Klimaanpassung realisiert – in einigen Bereichen konnten sogar innovative Projekte mit Leuchtturmcharakter umgesetzt werden (z.B. ZURES, Mutabor). Bislang fehlt jedoch ein systematisches integriertes Anpassungskonzept für das gesamte Stadtgebiet, eingebettet in die Region. Nachdem für mehrere Jahre leider keine Fördermöglichkeit zur Erstellung solcher Konzepte angeboten wurde, veröffentlichte das Bundesumweltministerium durch den Projektträger ZUG (Zukunft-Umwelt-Gesellschaft) im Oktober 2021 ein neues Förderprogramm im Rahmen der Deutschen Anpassungsstrategie. Förderfähig ist die Erstellung nachhaltiger Anpassungskonzepte durch eine/n Klimaanpassungsmanager*in. Die Verwaltung informierte bereits darüber, dass ein entsprechender Förderantrag fristgerecht eingereicht wurde. Eine Bewilligung steht bislang noch aus – der Projektträger meldete bislang lediglich zurück, dass der beantragte Projektstart zum 1.10.2022 nicht zu halten sein wird, da mit einem Förderbescheid kapazitätsbedingt voraussichtlich erst im 2. Quartal 2023 gerechnet werden kann. Inhalt eines nachhaltigen Anpassungskonzeptes sind die systematische Ermittlung von Stärken und Schwächen der bisherigen Anpassungsaktivitäten bezogen auf sämtliche relevante Folgen des Klimawandels (Hitze, Dürre, Starkregen, Hochwasser, Stürme etc.), die Erstellung einer Vulnerabilitätsanalyse, die Erarbeitung zielführender Maßnahmen (kurz-, mittel-, langfristig) zur Weiterentwicklung in allen Handlungsfeldern der Klimaanpassung, die Durchführung einer Bürgerbeteiligung, die Verstärkung der Öffentlichkeitsarbeit, die Entwicklung eines Monitorings zur Klimaanpassung sowie die Entwicklung einer Dachstrategie zur Klimaanpassung. ➔ siehe DS 220466 7.3 Hitzeaktionsplan Ergänzend zu einem systematischen Anpassungskonzept stellt ein Hitzeaktionsplan einen Alarmierungsplan dar, der Regelungen für akute Hitzephasen trifft. Ziel ist es, vor allem Warnketten zu definieren und mittels organisatorischer sowie Verhaltens- und verhältnispräventiver (Risikoreduktion im Arbeitsumfeld) Maßnahmen die Hitzeexposition zu reduzieren, um hitzebedingten Erkrankungen und möglichen Todesfällen vorzubeugen. Relevant sind hierbei insbesondere vulnerable Bevölkerungsgruppen, aber auch Personen die sich z.B. bei Veranstaltungen, beim Sport, in Ihrer Wohnung oder aufgrund Ihrer Berufsausübung einer starken Hitzeexposition aussetzen (müssen). Zur Erstellung eines solchen Plans sind zusätzliche Ressourcen erforderlich, da keine ausreichenden Kapazitäten bei der Fachverwaltung verfügbar sind. Entsprechende Anmeldungen für den Doppelhaushalt 2023/24 wurden getätigt. Für die notwendigen Personalressourcen stehen in der Stellenplanfortschreibung keine Ressourcen bereit, sodass hier intensiv Fördermöglichkeiten gesuchtSeite 28 von 32 Bericht - Hitzeanpassung in Bonn Zusammengestellt im Amt für Umwelt und Stadtgrün, Stand Sept. 22 28(Förder-)Projekte werden. Konkret ist ein Antrag im Rahmen des Förderaufrufs „Klimawandelvorsorge in Kommunen“ des Landes NRW geplant. Förderfähig sind in diesem Programm ausschließlich Sachkosten – der Durchführungszeitraum geförderter Projekte endet spätestens am 30.09.2023. Daher wird die Verwaltung sich in der Antragstellung auf erste prioritäre Maßnahmen im Sinne eines Hitzeaktionsplans fokussieren, welche innerhalb der wenigen Monate umgesetzt werden können. ➔ DS 220226 Hitzeaktionsplan ➔ DS 220786 Hitzeanpassung und –vorsorge – Hitzeaktionsplan und nachhaltiges Anpassungskonzept ➔ https://www.lanuv.nrw.de/landesamt/foerderprogramme/klimawandelvorsorge 7.4 Bereits abgeschlossene Projekte 7.4.1 ZURES Über das Vorhaben ZURES wurden als bedeutende Planungsinstrumente insbesondere die gesamtstädtische Klimaanalyse sowie die Planungshinweiskarte entwickelt. Daneben wurde ein Erläuterungsbericht zu den Karten erstellt und eine Haushaltsbefragung zum Hitzeempfinden in Bonn durchgeführt. Das Forschungsvorhaben lief von 2016-2019 und wurde zu 100% durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Programms „Transformation urbaner Räume“ (Fona) gefördert. ➔ www.bonn.de/zures 7.4.2 KliMoPrax Ziel des Projektes KliMoPrax ist die Entwicklung eines neuen Stadtklimamodells (Palm4U). Ein Konsortium aus Partner*innen aus den Bereichen Stadtklimatologie, Modellentwicklung und Modellanwendung arbeiten, unterstützt durch kommunale Kooperationspartner*innen, an einem Modell der neuen Generation, welches letztlich in den Kommunalverwaltungen selbst angewendet werden soll. Aus Sicht der Stadt Bonn wäre ein solches Modell sehr nützlich, um eigene Modellierungen durchzuführen und nicht ausschließlich auf externe Gutachter zurückgreifen zu müssen. Durch die Verankerung dieser Kompetenz innerhalb der Verwaltung könnten relevante Planungsprozesse zudem enger stadtklimatologisch begleitet werden. In der ersten Phase des Projektes konnte das Modell noch nicht bis zur Produktreife entwickelt werden. Aus diesem Grund wurde eine zweite Förderphase unter dem Namen ProPolis für das Projekt bewilligt. Die Stadt Bonn verfolgt weiterhin die Entwicklungen im Vorhaben, ist jedoch nicht mehr offizielle Kooperationspartnerin. ➔ ProPolis: https://difu.de/projekte/propolis-stadtklima-im-wandel 7.4.3 KlimNet Das Projekt KlimNet wurde in Federführung des WiLa Bonn gemeinsam mit der Uni Bonn sowie der Ruhr Uni Bochum durchgeführt. Die Städte Bonn und Gelsenkirchen wirkten als Kooperationspartnerinnen mit. Ziel des Vorhabens war es auszutesten, auf welche Art und Weise Menschen für das Thema Klimaanpassung sensibilisiert werden können. Hierzu wurden im Laufe des Vorhabens verschiedenste Kommunikationsformate durchgeführt (z.B. Exkursionen, Aktionstage, Online-Plattform, Infostände, Mitmach-Aktionen). Über das Projekt ergab sich zudem der Kontakt zur AG Grüne Infrastruktur der Uni Bonn, mit welcher anschließend im Zusammenhang mit den Grünen Inseln weitere Bezugspunkte ergaben. ➔ www.klimalandschaften-nrw.deSeite 29 von 32 Bericht - Hitzeanpassung in Bonn Zusammengestellt im Amt für Umwelt und Stadtgrün, Stand Sept. 22 29(Förder-)Projekte 7.4.4 Klimawandelvorsorgestrategie Region Köln Bonn e.V. Die Stadt Bonn war über die Leitstelle Klimaschutz (LSK) in der Steuerungsgruppe für die KWVS vertreten. Bei der KWVS ging es darum, die relevanten Akteure (v.a. die Kommunen) im Region Köln/Bonn e.V. für den präventiven Umgang mit dem Klimawandel als integrierte Betrachtung von Klimaanpassung und Klimaschutz zu sensibilisieren. Ihnen sollten auf Basis regionaler Analysen fachliche und methodische Argumentations- und Entscheidungshilfen zur Verfügung gestellt werden, um sie zu befähigen die Relevanz des Klimawandels v.a. in räumlich-planerischen Konzepten zu unterstreichen und darüber letztlich die Resilienz der Region zu stärken. Die Analysen für die KWVS wurden wie auch die Klimaanalyse aus dem Projekt ZURES durch das Gutachterbüro GEO-NET gemäß der VDI Richtlinie „Klima- und Lufthygienekarten für Städte und Regionen“ erstellt. Beide Analysen sind daher weitestgehend kompatibel, Unterschiede begründen sich z.B. in der unterschiedlichen Auflösung sowie den verwendeten Eingangsdaten für die Modellierung. ➔ www.klimawandelvorsorge.de 7.4.5 ISKAS Gemeinsam mit dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) sowie dem Deutschen Wetterdienst (DWD) beteiligte sich die Stadt Bonn an der Entwicklung eines Informationssystems für klimaangepasste Stadtplanung in NRW (ISKAS), welches mit dem Fachinformationssystem Klimaanpassung des Landes NRW verknüpft wurde. Bezogen auf verschiedene Bebauungstypen liefert ISKAS den Anwender*innen pauschale Erstinformationen darüber, wie sich ausgewählte Kombinationen von Klimaanpassungsmaßnahmen in Verbindung mit Nachverdichtung auf die Temperaturen auswirken. Das Tool richtet sich an Kommunen, die beginnen sich mit dem Thema Hitzebelastung auseinanderzusetzen und noch nicht über umfassende Kompetenzen und eigene Analysen verfügen. Die Stadt Bonn beteiligte sich insbesondere durch die Bereitstellung von Daten für Testläufe zur Entwicklung des Tools am Projekt. https://www.dwd.de/DE/leistungen/inkas/inkas_nrw_start.htmlSeite 30 von 32 Bericht - Hitzeanpassung in Bonn Zusammengestellt im Amt für Umwelt und Stadtgrün, Stand Sept. 22 30Abbildungsverzeichnis 8 Abbildungsverzeichnis Abbildung 1: Entwicklung der Mitteltemperatur im Kalenderjahr (Jan-Dez) in Bonn im Zeitraum 1881- 2021 © Deutscher Wetterdienst...................................................................................... 4 Abbildung 2:Visualisierung Aktivitätencluster Klimaanpassung ............................................................. 6 Abbildung 3: Extensive Begrünung auf einem Flachdach mit Begrünung durch Sedum-Matten © Möllers 4/22 ..................................................................................................................... 7 Abbildung 4: Kampagnenplakat zur Bewerbung des Förderangebotes .................................................. 8 Abbildung 5: Kampagnenplakat zu den "Grünen Inseln" ........................................................................ 9 Abbildung 6: Visualisierung Umgestaltung Budapester Straße © scape .............................................. 11 Abbildung 7: Vor der Neugestaltung ..................................................................................................... 12 Abbildung 8: Nach der Neugestaltung .................................................................................................. 12 Abbildung 9: Siegerbeitrag des landschaftsarchitektonischen Wettbewerbs des Büros Planorama ... 14 Abbildung 10: aktuelle Ansichten grauer Infrastruktur (c) bgmr Landschaftsarchitekten GmbH ........ 15 Abbildung 11: Häufigkeit verschiedener gesundheitlicher Probleme, ausgelöst durch Hitzebelastung, differenziert nach sozioökonomischen Gruppen. (Auszug aus den Ergebnissen der Haushaltsbefragung) ...................................................................................................... 18 Abbildung 12: Technische und pflegerische Hitzeprävention im Seniorenzentrum der Bundesstadt Bonn (Überdachung, Außen-Jalousie, Markise, Begrünung, Querlüftung und Aufenthalt im Freien in den Morgenstunden, Flüssigkeitsangebot und Ausgleich des Elektrolythaushaltes Vielen Dank für die Überlassung des Fotos durch die Einrichtung ........................................................................................................................................ 19 Abbildung 13: Technische Interventionen zur Hitzeprävention; Auszug aus den Auswertungen der Online Umfrage des Gesundheitsamtes zur Hitzeprävention; GR=Gruppenraum, BZ=Bewohnerzimmer ..................................................................................................... 19 Abbildung 14: Vorhandensein von Rückzugsorten vor direkter Sonneneinstrahlung; Auszug aus den Auswertungen der Online Umfrage des Gesundheitsamtes zur Hitzeprävention......... 20 Abbildung 15: Beispielhafte Abbildung einer Ergebnisdarstellung zur Differenz der Lufttemperatur in 1,5m Höhe ü. Grund um 4 Uhr bei südöstlicher Anströmungsrichtung - Planfall minus Istfall (Klimagutachten Dottendorfer Str.) ..................................................................... 22 Abbildung 16: Auszug aus dem Siegerentwurf zum "Masterplan öffentlicher Raum und Detailplanungen Innenstadt Bad Godesberg" ............................................................... 23 Abbildung 17: Präsentation der Förderprogramme Entsiegelung und Gebäudebegrünung auf öffentlichen Veranstaltungen: Tag der Artenvielfalt im Botanischen Garten und Bonner Frühlingsmarkt auf dem Münsterplatz © D. Kube 5/22 ................................................ 24 Abbildung 18: Motive aus der Schattenspender-Kampagne des Umweltbundesamtes ...................... 25 Abbildung 19: Motiv zu den "Stadtfrüchtchen" im Rahmen der Klimaschutzkampagne "Neu denken. Einfach handeln. Gemeinsam fürs Klima." ..................................................................... 25 Abbildung 20: Kategorien des Maßnahmenkatalogs von MUTABOR ................................................... 26Seite 31 von 32 Bericht - Hitzeanpassung in Bonn Zusammengestellt im Amt für Umwelt und Stadtgrün, Stand Sept. 22 31Kontakt 9 Kontakt Fragen oder Anmerkungen zum Bericht? ➔ Amt für Umwelt und Stadtgrün Abteilung Umweltvorsorge und –planung (67-4) Umweltvorsorge@bonn.de September 2022 Bundesstadt Bonn Amt für Umwelt und Stadtgrün Berliner Platz 2 53111 BonnSeite 32 von 32
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 18:42 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de