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221837-01 ST · Stellungnahme der Verwaltung

Der Ausbildungsmarkt des Wirtschaftsraums Bonn/Rhein-Sieg 2021/2022

Nummer
221837-01 ST
Art
Stellungnahme der Verwaltung
Veröffentlicht
10.11.2022
Letzte Änderung
16.09.2026
  1. Sitzung des Ausschusses für für Europa, Internationales, Wissenschaft, Wirtschaft und Arbeit 22.11.2022 Kenntnisnahme
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  1. 221837 Der Ausbildungsmarkt des Wirtschaftsraums Bonn/Rhein-Sieg 2021/2022

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Stellungnahme der Verwaltung
öffentlich
221837-01 ST
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
03 Amt für Wirtschaftsförderung
Dezernat:
Dez. OB
Der Ausbildungsmarkt des Wirtschaftsraums
Bonn/Rhein-Sieg 2021/2022
Beratungsfolge
Ausschuss für Europa, Internationales,
Wissenschaft, Wirtschaft und Arbeit
22.11.2022 Kenntnisnahme
Inhalt der Stellungnahme:
Ergänzend zur Mitteilungsvorlage ist die Pressemitteilung zur
Ausbildungsbilanz als Anlage beigefügt.
Anlage/n
1 Pressemitteilung Ausbildungsbilanz (öffentlich)Seite 1 von 6
Agentur für Arbeit Bonn • Pressestelle
Villemombler Str. 101, 53123 Bonn
Telefon: 0228 924 1444
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Gemeinsame Pressemitteilung
der Agentur für Arbeit Bonn, der IHK Bonn/Rhein-Sieg und der
Kreishandwerkerschaft Bonn/Rhein-Sieg
Nr. 38/2022 – 2. November 2022
Jahresbilanz am Ausbildungsmarkt in Bonn/Rhein-Sieg 2021/2022
"Wer mit uns geht, hat gute Chancen anzukommen!"
Die Agentur für Arbeit Bonn, die Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-
Sieg und die Kreishandwerkerschaft Bonn/Rhein-Sieg präsentierten in ihrer
gemeinsamen Pressekonferenz am Mittwoch, den 2. November 2022, eine
Bilanz des Berufsberatungsjahres 2021/22 für die Region.
Bernd Lohmüller, Geschäftsführer operativ der Agentur für Arbeit Bonn,
sagt: „Das letzte Berufsberatungsjahr hat gezeigt: Wer mit uns zusammenar-
beitet, hat eine große Chance auf Erfolg! Auch wenn das vergangene Jahr
weiterhin von den pandemischen Auswirkungen geprägt war, ist es uns ge-
lungen, viele junge Menschen in eine Ausbildung zu vermitteln!"
Der strukturelle Trend auf dem Ausbildungsmarkt schreitet dennoch weiter
fort. Die Zahlen der Bewerbenden aber insbesondere der gemeldeten Ausbil-
dungsstellen sinken. Mögliche Gründe hierfür können etwa geänderte berufli-
che Wünsche von Schulabsolventinnen und Schulabsolventen sein oder,
dass die Qualifikationen der Bewerbenden nicht dem Anforderungsprofil der
Betriebe entsprechen. Es kann aber auch sein, dass Ausbildungsbetriebe
nicht davon ausgehen, Nachwuchskräfte über die Agentur für Arbeit zu finden.
Auch wenn der Krieg in der Ukraine, Lieferengpässe, Preiserhöhungen und
insbesondere die unsichere Energieversorgung die wirtschaftliche Entwick-
lung belasten, werden Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt dringend gebraucht.
Dabei ist die duale Ausbildung die wichtige Säule für die Betriebe zukunftsfä-
hig zu bleiben.
Bilanz der Arbeitsagentur Bonn
Gemeldete Ausbildungsstellen und Bewerberinnen/Bewerber
Die Agentur für Arbeit konnte im zurückliegenden Berichtsjahr 4.538 Ausbil-
dungsstellen verzeichnen. Das sind -288 oder -6,0 Prozent weniger als im
Vorjahr. Die Zahl gemeldeter Bewerberinnen und Bewerber sank ebenfalls
geringfügig zum Vorjahr um -81 (-1,7 Prozent) auf insgesamt 4.671.Seite 2 von 6
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Der wachsende Bestand an unbesetzten Ausbildungsstellen und die vergeb-
liche Bewerbersuche sind mit die wichtigsten Gründe für Rückgänge in der
betrieblichen Ausbildungsbeteiligung. Hinzu kommen Verunsicherungen am
Arbeitsmarkt, die mit Beginn der Covid-19 Pandemie zugenommen haben und
durch Materialengpässe, Energiekrise sowie durch die Folgen der EU-weit
verhängten umfangreichen wirtschaftlichen Sanktionen in Folge des Ukraine-
Kriegs überlagert werden.
Der erneute Rückgang der Bewerberinnen und Bewerber für eine duale Aus-
bildung liegt im Agenturbezirk im Wesentlichen daran, dass junge Menschen
Alternativen im tertiären Bildungsbereich, beispielsweise den Besuch einer
Fachhochschule, suchen. Viele Jugendliche streben einen höheren Schulab-
schluss an oder beginnen nach dem Abitur ein Studium.
Seit Beginn des Beratungsjahres (1. Oktober 2021) sind der Agentur für Arbeit
Bonn die meisten Stellen zu den folgenden Berufsgruppen gemeldet worden:
Verkauf (ohne Produktionsspezialisierung) (659), Arzt- und Praxishilfe (536),
Büro und Sekretariat (337), Energietechnik (191), Verwaltung (131), Lager-
wirtschaft, Post, Zustellung, Güterumschlag (145), Klempnerei, Sanitär-, Hei-
zungs-, Klimatechnik (110), Informatik (115), Speisenzubereitung (101), Fahr-
zeug-, Luft-, Raumfahrt-, Schiffbautechnik (100).
Bernd Lohmüller betrachtet die Entwicklungen auf dem Ausbildungsmarkt
insgesamt zuversichtlich. „Mit den verbesserten digitalen Möglichkeiten, der
Video-Telefonie und digitalen Veranstaltungsformaten, ist es möglich, auch in
Zeiten mit steigenden Infektionen, mit den Jugendlichen in Kontakt zu kom-
men und sie durchgängig zu beraten. Mit dem einsetzenden Frühjahr 2022
gingen die Infektionen zurück und Beratungen an den Schulen waren wieder
realisierbar. Insbesondere durch verstärkte Praktika-Angebote sollte auf den
Abschluss von Ausbildungsverträgen hingewirkt werden. Die großartigen
Chancen des Ausbildungsmarktes werden wir gemeinsam mit unseren Netz-
werkpartnern aus dem "Bündnis für Fachkräfte" noch sichtbarer machen. Wer
mit uns zusammen geht, hat sehr gute Chancen seine Ziele zu erreichen."
"Vordergründig kann das Handwerk mit der Entwicklung des Ausbildungs-
markts durchaus zufrieden sein. Wir freuen uns über 1.428 neue Ausbildungs-
verträge in der Region Bonn/Rhein-Sieg. Dies entspricht einem Plus von 3 %
gegenüber dem Vorjahr. Dieser positive Trend zeigt sich im gesamten Bezirk
der Handwerkskammer zu Köln", sagt Oliver Krämer, Hauptgeschäftsführer
der Kreishandwerkerschaft Bonn/Rhein-Sieg.
"Trotz Corona-Pandemie und Wirtschaftskrise lässt sich ein positiver Trend
auf dem regionalen Ausbildungsmarkt erkennen. Zum 30. September 2022
wurden bei der IHK Bonn/Rhein-Sieg 2.489 neue Ausbildungsverträge regis-
triert. Das sind 71 Verträge mehr als zum gleichen Stichtag im Vorjahr – ein
Zuwachs von immerhin 2,9 Prozent", so Jürgen Hindenberg, Geschäftsfüh-
rer Berufsbildung und Fachkräftesicherung der IHK Bonn/Rhein-Sieg.Seite 3 von 6
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Offene Ausbildungsstellen und unversorgte Bewerberinnen/Bewerber
Die Bilanz am Ende des Beratungsjahres zeigt, dass auf 196 unversorgte Be-
werber 315 offene Stellen kommen. Das bedeutet eine Relation von 1 unver-
sorgten Bewerberin/Bewerber zu 1,6 unbesetzten Berufsausbildungsstellen.
Zum Vorjahr fiel die Anzahl der unversorgten Bewerberinnen und Bewerber
um -28,7 Prozent, dagegen stieg die Anzahl der unbesetzten Ausbildungsstel-
len um +54,4 Prozent. „Die Zahlen von unversorgten Bewerberinnen und Be-
werbern und offenen Stellen können natürlich nie eins zu eins aufgehen. Den-
noch hat sich der Ausbildungsmarkt in vielen Teilbereichen zu einem Bewer-
bermarkt gewandelt. In der Folge verändern sich auch die Erwartungen an
Unternehmen. Dennoch bietet sich jetzt noch die Chance für Betriebe, ihre
offenen Ausbildungsstellen zu besetzen und die eigene Zukunft zu sichern",
so Bernd Lohmüller.
„Wir sind für das laufende Ausbildungsjahr vorsichtig optimistisch gestimmt
und mit neuem Schwung in den Herbst gestartet.“, so Dr. Lars Normann,
Leiter der Berufsberatung. „Soweit wir es jetzt absehen können, verfolgt die
Bildungspolitik den Ansatz, die Schulen geöffnet zu lassen. Außerdem haben
wir die Impfungen und aus dem Umgang mit dem Covid-19 Virus gelernt. Dies
gibt uns die Chance, ohne Unterbrechung im ganzen Schuljahr an Schulen
präsent zu sein, um mit guter Beratung mehr Orientierung zu geben und die
Jugendlichen auf dem Weg zur erfolgreichen Berufswahl zu begleiten. Wir
freuen uns auf die Möglichkeiten, nicht nur den täglichen Beratungen an den
Schulen nachzukommen, sondern wieder mehr Präsenzveranstaltungen ge-
stalten und mitgestalten zu können!"
In Hinblick auf die Kammerbilanzen sind folgende Ergebnisse zu nennen:
Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg
Jürgen Hindenberg sagt: "Über eine Imagekampagne und die Steigerung
der Berufsinformationsveranstaltungen an Schulen soll es uns gelingen, mehr
Bewerberinnen und Bewerber für das Duale System zu gewinnen. Wir appel-
lieren an die Politik, sich offener als bisher gegenüber Geflüchteten, auch aus
Drittstaaten, zu zeigen sowie die Sprachförderung an den Schulen zu stärken.
Auch die IHK wird die Schuleinsätze ihrer ehrenamtlichen Ausbildungsbot-
schafterinnen und -botschafter, ihr Projekt „Passgenaue Besetzung“ sowie
das Engagement der Willkommenslotsinnen und -lotsen weiter fortsetzen: Wir
brauchen, gerade in diesen Zeiten, Perspektiven für die heimische Wirt-
schaft!"
Kreishandwerkerschaft Bonn/Rhein-Sieg
„Der positive Trend reicht nicht annähernd aus, um den tatsächlichen Bedarf
an Fachkräften in den nächsten Jahren abzudecken. Der Fachkräftemangel
ist nach wie vor groß. Betrachtet man die Gesamtsituation, so ist die Entwick-
lung als sehr alarmierend einzustufen.Seite 4 von 6
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Das derzeitige Image wird dem Handwerk nicht gerecht. Das Handwerk muss
bei der Berufswahl wieder mehr in den Blickpunkt der Jugendlichen, der Eltern
und der Lehrer rücken. Es bietet krisensichere Jobs und tolle berufliche Per-
spektiven,“ so Oliver Krämer.
Die Ausbildungsmarktpartner lassen nichts unversucht im neuen Ausbil-
dungsjahr möglichst vielen Jugendlichen eine passende Ausbildung anzubie-
ten.
Vom 13. bis 17. März 2023 findet die bundesweite 'Woche der Ausbil-
dung' unter dem Motto: „Ausbildung ist Zukunft“ statt. In dieser Woche
bietet die Agentur für Arbeit Bonn, gemeinsam mit Industrie- und Handels-
kammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg und der Kreishandwerkerschaft Bonn/Rhein-
Sieg viele regionale Angebote und Beratungen zu den Themen Ausbildung
oder auch Praktikum an.
Für Fragen und Anliegen rund um die Berufswahl steht die Berufsberatung telefo-
nisch oder per E-Mail zur Verfügung.
Bonn Hotline: 0228 924 8000,
E-Mail: Bonn.Berufsberatung@arbeitsagentur.de
Siegburg Hotline: 02241 300 800,
E-Mail: Siegburg.Berufsberatung@arbeitsagentur.de
Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen können ihre Ausbildungsstellen telefo-
nisch unter 0800 / 4-5555-20 melden.Seite 5 von 6
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Von links:
Jürgen Hindenberg, Geschäftsführer Berufsbildung und Fachkräftesicherung der IHK
Bonn/Rhein-Sieg; Bernd Lohmüller, Geschäftsführer operativ der Agentur für Arbeit Bonn; Dr.
Lars Normann, Leiter der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Bonn; Oliver Krämer, Haupt-
geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Bonn/Rhein-Sieg.
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Datenstand: 03.11.2026, 12:03 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de