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221831-02 · Mitteilungsvorlage

Der Bonner Freiraumplan – Nachreichung des Zwischenberichtes

Nummer
221831-02
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
30.12.2022
Letzte Änderung
16.09.2026
  1. Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 17.01.2023 Kenntnisnahme
  2. Sitzung des Ausschusses für Wohnen, Planung und Bauen 25.01.2023 Kenntnisnahme
  3. Sitzung des Beirates Bürgerbeteiligung 24.02.2023 Kenntnisnahme
  4. Sitzung der Bezirksvertretung Hardtberg 24.01.2023 Kenntnisnahme
  5. Sitzung des Rates 09.02.2023 Kenntnisnahme
  6. Sitzung der Bezirksvertretung Beuel 25.01.2023 Kenntnisnahme
  7. Sitzung der Bezirksvertretung Bonn 31.01.2023 Kenntnisnahme
  8. Sitzung des Naturschutzbeirates 18.01.2023 Kenntnisnahme
  9. Sitzung des Ausschusses für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger 08.02.2023 Kenntnisnahme
  10. Sitzung der Bezirksvertretung Bad Godesberg 18.01.2023 Kenntnisnahme
  1. Sammeldokument öffentlich pdf · 13,9 MB Öffnen ↗

Übergeordnet

  1. 221831 Der Bonner Freiraumplan – Vorstellung des Zwischenberichts

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Mitteilungsvorlage
öffentlich
221831-02
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
67 Amt für Umwelt und Stadtgrün
Dezernat:
Dez. III
Der Bonner Freiraumplan – Nachreichung des
Zwischenberichtes
Beratungsfolge
Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale
Agenda
17.01.2023 Kenntnisnahme
Naturschutzbeirat 18.01.2023 Kenntnisnahme
Bezirksvertretung Bad Godesberg 18.01.2023 Kenntnisnahme
Bezirksvertretung Hardtberg 24.01.2023 Kenntnisnahme
Bezirksvertretung Beuel 25.01.2023 Kenntnisnahme
Ausschuss für Wohnen, Planung und Bauen 25.01.2023 Kenntnisnahme
Beirat Bürgerbeteiligung 27.01.2023 Kenntnisnahme
Bezirksvertretung Bonn 31.01.2023 Kenntnisnahme
Ausschuss für Beteiligung der Bürgerinnen
und Bürger
08.02.2023 Kenntnisnahme
Rat 09.02.2023 Kenntnisnahme
Mitteilung:
Am 03. November 2022 wurde der Zwischenbericht zum Bonner Freiraumplan
in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda durch
die Mitarbeitenden des Planungsbüros „bgmr Landschaftsarchitekten GmbH“
mit einer Präsentation vorgestellt.
In Ergänzung zur Mitteilungsvorlage (DS Nr.: 221831) wird nun der
Zwischenbericht in schriftlicher Form, als Maßgabe in der Sitzung der BV Bonn
am 15.11.2022, mit der Bitte um Kenntnisnahme nachgereicht, da eine
persönliche Vorstellung in allen Gremien nicht möglich war.
Die Erstellung des Endberichts ist für Mitte 2023 vorgesehen.
In der Vorberatung des Zwischenberichts DS Nr.: 221831 wurde zudem in der
Sitzung der Bezirksvertretung Bad Godesberg am 30.11.2022 um die
Beantwortung folgender Fragen gebeten:
Wie viele Bürger haben je Stadtbezirk, insbesondere aus Bad Godesberg, an
den Spaziergängen teilgenommen?
An dem Stadtteilspaziergang am 17.09.2022 im Stadtbezirk Bad
Godesberg haben insgesamt 12 Personen teilgenommen. Bei den
teilnehmenden Personen handelte es sich um 4 Arbeitnehmer*innen
aus ansässigen Unternehmen des Bundesviertels und um 8Seite 1 von 64
Seite 2
Bewohner*innen.
Die weiteren drei Spaziergänge in den Stadtbezirken waren wie folgt
besucht: Beuel 15 Teilnehmende, Bonn 7 Teilnehmende, Hardtberg 15
Teilnehmende.
Welche Fragen und Anregungen haben sich aus den Spaziergängen ergeben?
Die Ergebnisse des Spaziergangs sind im Portal für Bürgerbeteiligung in
Bonn unter www.bonn-macht-mit.de/freiraumplan dargestellt.
Anlage/n
2 Bonner Freiraumplanung Zwischenbericht-komprimiert (öffentlich)Seite 2 von 64
KEEZ&Z/ZhDW>E
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t/^,EZ/,dSeite 3 von 64
ŽŶŶĞƌ&ƌĞŝƌĂƵŵƉůĂŶ
ǁŝƐĐŚĞŶďĞƌŝĐŚƚ
Ϯ bgmrLandschaŌsarchitekten
AuŌraggeberin
ƵŶĚĞƐƐƚĂĚƚŽŶŶ
ŵƚĨƺƌhŵǁĞůƚƵŶĚ^ƚĂĚƚŐƌƺŶ
ĞƌůŝŶĞƌWůĂƚnjϮ
ϱϯϭϭϭŽŶŶ
Ansprechpartnerinnen
^ĂŶĚƌĂWĂƵů
ŶũĂƺƌĞŶ
AuŌragnehmerin
bgmrLandschaŌsarchitektenGmbH
WƌĂŐĞƌWůĂƚnjϲ͕ϭϬϳϳϵĞƌůŝŶ
ǁǁǁ͘ďŐŵƌ͘ĚĞ
KonzepterstellungundProjektbearbeitung
Dr.CarloBecker
ŶƚũĞĂĐŚŵĂŶŶ
ƌŶŽtĂůnj
DominikusLiƩel
ĞƌůŝŶ͕ EŽǀĞŵďĞƌϮϬϮϮ
RedakƟonelleAnmerkungen
AlleBilder,GraĮkenundPläne,derenUrheberschaŌundUrheberrechtnicht
beimBürobgmrLandschaŌsarchitektenGmbHoderderBundesstadtBonn
liegt,sinddirektimTextmitentsprechenderQuellenangabegekennzeichnet.
Titelbild
SchrägluŌbildvomStadthausBonnmitBlickaufdenRheinundSiebengebirgeSeite 4 von 64
ŽŶŶĞƌ&ƌĞŝƌĂƵŵƉůĂŶ
ǁŝƐĐŚĞŶďĞƌŝĐŚƚ
ϯbgmrLandschaŌsarchitekten
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ϭ͘ ŶůĂƐƐƵŶĚ DĞƚŚŽĚŝŬ
1.1 EineDachstrategiefürdieFreiraumentwicklung
ϭ͘Ϯ ,ĞƌĂŶŐĞŚĞŶƐǁĞŝƐĞ
Ϯ͘ ŝĂůŽ
ϯ͘ WŽƌƚƌĂŝƚ&ƌĞŝƌĂƵŵŽŶŶ
3.1 LageundRegionaleVerŇechtung
3.2 Raumprägungen–DeepTime
3.3 FreiraumverständnisundUrbanMapping
3.4 Flächenanalyse
ϰ͘ ,ĞƌĂƵƐĨŽƌĚĞƌƵŶŐĞŶĨƺƌĚŝĞŽŶŶĞƌ&ƌĞŝƌĂƵŵĞŶƚǁŝĐŬůƵŶŐ
ϰ͘ϭ ^ƚĂĚƚǁĂĐŚƐƚƵŵƵŶĚ&ƌĞŝƌ
4.2 Biodiversität,ArtenschutzundNaturerleben
4.3 KlimaanpassungundRessourcenschutz
4.4 Sport,BewegungundGesundheit
ϱ͘ >ĞŝƚďŝůĚ
5.1 QuerschniƩsziele
5.2 StarkeLandschaŌen
ϱ͘ϯ &ĞŝŶĞ EĞƚnjĞ
ϱ͘ϰ 'ƌƺŶĞ sŝĞƌƚĞů
ϲ͘ tĞŝƚĞƌĞƐsŽƌŐĞŚĞŶ
 ďďŝůĚƵŶŐƐǀĞƌnjĞŝĐŚŶŝƐ
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ŽŶŶĞƌ&ƌĞŝƌĂƵŵƉůĂŶ
ǁŝƐĐŚĞŶďĞƌŝĐŚƚ
ϰ bgmrLandschaŌsarchitektenSeite 6 von 64
ŽŶŶĞƌ&ƌĞŝƌĂƵŵƉůĂŶ
ǁŝƐĐŚĞŶďĞƌŝĐŚƚ
ϱbgmrLandschaŌsarchitekten
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ŽŶŶĞƌ&ƌĞŝƌĂƵŵƉůĂŶ
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ϲ bgmrLandschaŌsarchitekten
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&Z/ZhDEdt/<>hE'
ŝĞ ƵŶĚĞƐƐƚĂĚƚ ŽŶŶ ŐĞŚƂƌƚ ŵŝƚ ƺďĞƌ ϯϯϬ͘ϬϬϬ
Einwohner*innenzudenzwanziggrößtenStädtender
BundesrepublikDeutschland.SiegehörtzudenMetroͲ
polregionenRheinlandundRhein-Ruhrundliegtdamit
ŝŶĞŝŶĞŵĚĞƌĂŵĚŝĐŚƚĞƐƚĞŶďĞƐŝĞĚĞůƚĞŶZĞŐŝŽŶĞŶƵƌŽͲ
pas.DieStadtBonnwächst.GleichzeiƟgsolldieGrünͲ
qualitätderStadtmitihremFreiraumsystemgesichert
undweiterentwickeltwerden.IndiesemZugesollder
sogenannte „Bonner Freiraumplan“ als Dachstrategie
für die Bonner Freiräume zu verschiedenen FachtheͲ
men wie Umwelt- und Naturschutz, LandschaŌsplaͲ
nung, Stadtplanung, Sozial- und Jugendarbeit sowie
GesundheitundSportdienen.
DerGrundsteinfürdiese(Innen)Entwicklungzugunsten
derSicherungvongrünenFreiräumenimAußenbereich
wurdebereitsinden1990erJahrenmitderErstellung
eines Gutachtens zur funkƟonalen Entwicklung der
FreiŇächen,demIntegriertenFreiraumsystem1997(IFS
ϭϵϵϳͿ ŐĞůĞŐƚ͘ Ğƌ ^ƚĂĚƚ ŽŶŶ ůŝĞŐƚ ƐĞŝƚ ϮϬϭϰ ŵŝƚ ĚĞŵ
IntegriertenFreiraumsystem2012(IFS2012)eineÜberͲ
ĂƌďĞŝƚƵŶŐĚĞƐ/&^ǀŽŶϭϵϵϳǀŽƌ͘ƐŚĂŶĚĞůƚƐŝĐŚŚŝĞƌďĞŝ
Ƶŵ ĞŝŶ ƚŚĞŵĞŶƺďĞƌŐƌĞŝĨĞŶĚĞƐ WůĂŶƵŶŐƐͲ ƵŶĚ
rungsinstrumentfürdieBonnerFreiraumplanung.Das
/&^ϮϬϭϮďĞƚƌĂĐŚƚĞƚǁĞŝƚĞƐƚŐĞŚĞŶĚĚĞŶ^ƚĂƚƵƐƋƵŽ͘ŝĞů
desFreiraumplansisteszudemEntwicklungsperspekƟͲ
venaufzuzeigen,diediegesamteOberŇächederStadt,
ĂůƐŽ ĂƵĐŚĚĞŶďĂƵůŝĐŚĞŶ /ŶŶĞŶďĞƌĞŝĐŚ͕ŵŝƚďĞƚƌĂĐŚƚĞƚ
und eine Grundlage für städtebauliche Entwicklungen
darzustellen. Sich steƟg ändernde Anforderungen an
einenachhalƟgeStadtentwicklungerfordernaberauch
ŶĞƵĞ^ƚƌĂƚĞŐŝĞŶ͘
'ƌĂƵĞ/ŶĨƌĂƐƚƌƵŬƚƵƌĞŶŐƌƺŶĞƌŵĂĐŚĞŶ
Graue InfrastrukturŇächen werden als ein FlächenpoͲ
tenƟalfürFreizeit,Bewegung,KlimaanpassungundSteiͲ
gerungderBiologischenVielfaltvermehrtindenFokus
derFreiraumentwicklunggenommen.DasKonzeptder
mehrfachenInnenentwicklungkommtzurUmsetzung.
HierfürbedarfesderkonzepƟonellenVorbereitung.
sŝĞůĨĂůƚĚĞƌEƵƚnjƵŶŐƐĂŶƐƉƌƺĐŚĞʹŝŐĞŶĂƌƚĞŶĚĞƐ
ŽŶŶĞƌ&ƌĞŝƌĂƵŵƐ
EineheterogeneGesellschaŌentwickeltsehrdiīerenͲ
zierte Freiraumansprüche vom sonntäglichen Flaneur,
zumSportundzurBewegungimFreienbiszumGärtͲ
nern in der GemeinschaŌ. Die Eigenarten der Stadt-
LandschaŌsollenweitersichtbarbleibenundzukünŌig
durchdieStadt-undFreiraumentwicklungbesserherͲ
ausgearbeitet werden. Dazu werden strukturgebende
Freiräume idenƟĮziert und deren Besonderheiten
ŚĞƌǀŽƌŐĞŚŽďĞŶ͘
MehrfachnutzungderOberŇächederStadt
DaeinezukünŌigeFreiraumentwicklungsichnichtnur
auf den GrünŇächen, sondern auf die gesamte OberͲ
ŇächederStadterstreckt,müssenMehrfachnutzungen
von Straßen, Dächern, Stellplatzanlagen usw. mit einͲ
bezogen werden. Bei Strategien der MulƟcodierung
ďĞĚĂƌĨ ĞƐ ŝŵŵĞƌ ĞŝŶĞƌ ĞƚĞŝůŝŐƵŶŐ ǀŽŶ ƵŶƚĞƌƐĐŚŝĞĚůŝ
chenAkteurenderFreiraumentwicklung.
GesamtstädƟschePlanungkonkret,umsetzbar
ƵŶĚƐŝĐŚƚďĂƌŵĂĐŚĞŶ
Für die ProĮlierung des Bonner Freiraumplans bedarf
es neben einem Gesamtkonzept auch VerƟefungen,
ŝŶĚĞŶĞŶŝŶƐƚƌƵŵĞŶƚĞůůŽĚĞƌǀŝƐƵĞůůŵŝƚŝůĚĞƌŶŐĞnjĞŝŐƚ
wird, wie die Planungsansprüche tatsächlich auch
umgesetzt werden können (Schwerpunkträume und
Lupen).
Mit der Erarbeitung des Bonner Freiraumplans als
Weiterentwicklung des IFS 2012 soll die FreiraumentͲ
wicklungderStadtBonnstärkeralsbisheralseinInstruͲ
ment einer akƟven und integrierten Stadtentwicklung
verstanden werden. Für die nächsten Jahrzehnte soll
unter Beteiligung entscheidender Akteure der StadtͲ
entwicklung eine strategische Handlungsgrundlage
auf gesamtstädƟscher Ebene geschaīen werden. Das
KonzeptzeigtzudenaktuellenHerausforderungender
Stadtentwicklung freiraumplanerische Visionen, Ziele
und Lösungsansätze zur Weiterentwicklungdes StadtͲ
grünsundderFrei-undGrünräumederStadtBonnauf.
ZudengrößtenHerausforderungeneinernachhalƟgen
StadtentwicklunginBonnzählennebendemdemograͲ
Įschen Wandel und der Umsetzung der mehrfachen
Innenentwicklung, die Anpassung an die Folgen des
Klimawandels, dieNotwendigkeit resilienteGrün- und
FreiräumezuschaīenundnichtzuletztdieBiodiversiͲ
tätunddenBiotopverbundzustärken.Seite 8 von 64
ŽŶŶĞƌ&ƌĞŝƌĂƵŵƉůĂŶ
ǁŝƐĐŚĞŶďĞƌŝĐŚƚ
ϳbgmrLandschaŌsarchitekten
ϭ͘Ϯ , ZE',E^t/^
1.SchriƩ:GrundlagenundRahmenbedingungen
/ŶĚĞƌĞƌƐƚĞŶWŚĂƐĞƐƚĂŶĚĞŶĚŝǀĞƌƐĞĨĂĐŚůŝĐŚĞ'ƌƵŶĚůĂͲ
ŐĞŶŝŶĚŝŐŝƚĂůĞƌ&ŽƌŵƵŶĚĞƌŝĐŚƚƐĨŽƌŵnjƵƌsĞƌĨƺŐƵŶŐ͘
ŝĞ ǀŽƌŚĂŶĚĞŶĞŶ hŶƚĞƌůĂŐĞŶ ǁƵƌĚĞŶ ŐĞƐŝĐŚƚĞƚ ƵŶĚ
ŚŝŶƐŝĐŚƚůŝĐŚĚĞƌWůĂŶƵŶŐƐnjŝĞůĞĨƺƌĚĞŶŽŶŶĞƌ&ƌĞŝƌĂƵŵͲ
planausgewertet.
OrtsbesichƟgung-UrbanMapping
DasBonnerStadtgebietwurdeeinschließlichderräumͲ
lichen VerŇechtungen im April 2022 besichƟgt und in
Formeines„urbanmappings“dokumenƟert.Eswurden
besƟmmteAtmosphärenfestgehaltenundThemenwie
Freiraumqualitäten,FreiraumdeĮzite,Wegetypologien,
EntsiegelungspotenƟale,Nischen,Zäuneusw.erkundet
und so auch EntwicklungspotenƟale aufgezeigt. WeiͲ
terespeziĮscheOrtsbegehungenfandenzuausgewählͲ
tenTeilbereichenderStadtimweiterenProjektverlauf
staƩ.
dƌĞŶĚƐƵŶĚ,ĞƌĂƵƐĨŽƌĚĞƌƵŶŐĞŶ
Bei der Freiraumentwicklung wurden aktuelle Trends
und Herausforderungen der Stadtentwicklung sowie
Qualitäten und PotenƟale idenƟĮziert, um Antworten
ƵŶĚWůĂŶƵŶŐƐŚŝŶǁĞŝƐĞnjƵĚĞŶ,ĞƌĂƵƐĨŽƌĚĞƌƵŶŐĞŶŝŶĚĞƌ
StadtentwicklungzuĮnden.Dieswurdegestütztdurch
die Darstellung von Qualitäten, DeĮziten, PotenƟalen
undVisionen,welcheimRahmenderBestandsanalyse
diebesonderenQualitätenundDeĮzitederGrün-und
FreiŇächen im Stadtgebiet herausgestellt und daraus
resulƟerend und ergänzend die PotenƟale und VisioͲ
nenfürdieWeiterentwicklungbenennt.EineStärken-/
Schwächenanalyse stellt die konkreten Hinweise für
Freiraumentwicklungsprojekte und für Freiräume mit
ďĞƐŽŶĚĞƌĞŵ,ĂŶĚůƵŶŐƐďĞĚĂƌĨĚĂƌ͘
2.SchriƩ:DieKonzepƟon
Leitbild,EntwicklungszieleundGrundprinzipien
DasgesamträumlicheLeitbildbeinhaltetdieLeithemen
für die Freiraumentwicklung und vermiƩelt schnell,
prägnant und unkompliziert die wesentlichen Inhalte
und Themen. Die Entwicklungsziele und GrundprinziͲ
pien für die Freiraumentwicklung leiten sich aus den
vorangegangenen Arbeitsphasen ab, diese wurden
ausgewertet und für den Bonner Freiraumplan näher
konkreƟsiert.
ďď͘ϭ Ğƌ WƌŽnjĞƐƐĚĞƐŽŶŶĞƌ&ƌĞŝƌĂƵŵƉůĂŶƐ
Grundlagenermittlung
TrendsundHerausforderungen
DarstellungvonQualitäten,DeĮziten,PotenƟalen
ƵŶĚsŝƐŝŽŶĞŶ
Grün-undFreiflächenentwicklungskonzept
ThemaƟscheSchwerpunkteundLupenräume
Handlungsmöglichkeiten,Maßnahmen,Prioritäten
RäumlichesLeitbild
^ŝĐŚƚƵŶŐƵŶĚƵƐǁĞƌƚƵŶŐ
ĨĂĐŚůŝĐŚĞƌ'ƌƵŶĚůĂŐĞŶ
OrtsbesichƟgungen
KEE
Grundlagenkarte
Zwischen-
bericht
ŶƚǁŝĐŬůƵŶŐƐnjŝĞůĞƵŶĚ'ƌƵŶĚƉƌŝŶnjŝƉŝĞŶ
Leitbild
5Schwerpunkt-
ƚŚĞŵĞŶ ϱ>ƵƉĞŶ
Implementierung
End-
fassung
KonkreƟsierungzentralerMaßnahmen
undHandlungsprioritäten
ImplemenƟerungin
ĂŶĚĞƌĞWůĂŶǁĞƌŬĞ
KEESeite 9 von 64
ŽŶŶĞƌ&ƌĞŝƌĂƵŵƉůĂŶ
ǁŝƐĐŚĞŶďĞƌŝĐŚƚ
ϴ bgmrLandschaŌsarchitekten
ThemaƟscheSchwerpunkteundLupenräume
;ĚĞƌnjĞŝƚŝŶƌďĞŝƚͿ
IdenƟĮzierungundBerücksichƟgungvonfünfthemaƟͲ
schen SchwerpunkƩhemen (Grüne Wege in die LandͲ
schaŌ,InwertsetzungderLandschaŌandenRändern,
Klimaanpassung und Schwammstadt, Biodiversität /
ŶŝŵĂů ŝĚĞĚ ĞƐŝŐŶ͕ ĞǁĞŐƵŶŐ ƵŶĚ 'ĞƐƵŶĚŚĞŝƚͿ͘
Zudemsollenfünf„Lupenräume“aufProjektebeneherͲ
auskristallisiert werden. Die Lupenräume dienen der
VerƟefungundKonkreƟsierungaufMaßnahmenebene
ŝŵ^ƚĂĚƚŐĞďŝĞƚĂƵĨƵŶƚĞƌƐĐŚŝĞĚůŝĐŚĞŶDĂƘƐƚĂďƐĞďĞŶĞŶ
undsollenexemplarischeLösungsansätzezuvorabdarͲ
gestelltenDeĮzitenbeinhalten.
ZentraleMaßnahmenundHandlungsprioritäten
Zu den VerƟefungsthemen und Lupenräumen sind
die wesentlichen Handlungsmöglichkeiten der FreiͲ
raumentwicklung näher zu beschreiben und die zenͲ
tralen Maßnahmen und Handlungsprioritäten zu
konkreƟsieren.
3.SchriƩ:ImplemenƟerung
DieErkenntnisseundZielsetzungendervorangegangeͲ
nen ArbeitsschriƩe sollen exemplarisch in eine HandͲ
lungsanleitung für die Freiraumplanung übersetzt
werden. Über die zentralen Maßnahmen und HandͲ
lungsprioritäten hinaus soll für diese ThemenschwerͲ
punkte und VerƟefungsräume aufgezeigt werden, wie
dieUmsetzungdurchEinbindungandererFachplanunͲ
generreichtwerdenkann.Seite 10 von 64
ŽŶŶĞƌ&ƌĞŝƌĂƵŵƉůĂŶ
ǁŝƐĐŚĞŶďĞƌŝĐŚƚ
ϵbgmrLandschaŌsarchitekten
Ϯ͘ /> K'
Die begleitende Beteiligung und KommunikaƟon
erfolgte parallel zur Erstellung des Bonner FreiraumͲ
plans.HierzuwerdendreiEbenenunterschieden:
− Öīentlichkeit(Stakeholder,StadƩeilspaziergänge,
ÖīentlichkeitsbeteiligungimOnline-Verfahren)
− sĞƌǁĂůƚƵŶŐ
− PoliƟk
DieÖīentlichkeitsformatedienenderInformaƟonund
MöglichkeitderÄußerungderBeteiligtenzudenInhalͲ
ten des Freiraumplans. Diese Äußerungen werden als
Anregungenverstanden,umThemenimFreiraumplan
zuschärfenundProjekƟdeenzugenerieren.DieAnreͲ
gungenwerdenunterBerücksichƟgungundAbwägung
ǀŽŶǀŝĞůĞŶĂŶĚĞƌĞŶĞůĂŶŐĞŶŝŵZĂŚŵĞŶĚĞƌǁĞŝƚĞƌĞŶ
WůĂŶƵŶŐĂƵĨŐĞŶŽŵŵĞŶƵŶĚǀĞƌĂƌďĞŝƚĞƚ
Öīentlichkeit
Ein gesamtstädƟscher Freiraumplan ist ein übergeͲ
ordnetes Planwerk, welches die Freiraumbelange der
gesamten Stadt unter BerücksichƟgung verschiedener
Themenschwerpunkte betrachtet. Daher ist die EinbinͲ
dungvonInteressengruppenderFachöīentlichkeit,den
sogenannten Stakeholder (Vereine, Verbände, OrganiͲ
saƟonen, usw.) in Arbeitsgruppen vorgesehen. Für die
ĞƚĞŝůŝŐƵŶŐ ĚĞƌ ĞǁŽŚŶĞƌΎŝŶŶĞŶ ǁƵƌĚĞŶ ĂůƐ ŶŝĞĚƌŝŐͲ
schwelligere Formate Stadtspaziergänge
ĚƵƌĐŚŐĞĨƺŚƌƚ͘ŝŶ KŶůŝŶĞͲsĞƌĨĂŚƌĞŶnjƵƌǁĞ
terenBeteiligungistgeplant.
StadƩeilspaziergänge
Im September 2022 wurden vier StadtͲ
teilspaziergänge zu besƟmmten FreiͲ
raumthemen und VerƟefungsbereichen
ŵŝƚŝŶƚĞƌĞƐƐŝĞƌƚĞŶĞǁŽŚŶĞƌΎŝŶŶĞŶĚƵƌĐŚͲ
geführt.ZuzweiderSpaziergängewurden
akƟvJugendlicheeingeladenundbeteiligt.
Durch diese Spaziergänge wurde anhand
konkreter Orte gemeinsam der HandͲ
lungsbedarf idenƟĮziert und es konnten
ƌǁĂƌƚƵŶŐĞŶĂƵƐ^ŝĐŚƚĚĞƐ>ĞďĞŶƐĂůůƚĂŐƐŝŶ
denPlanungsprozessmiteinŇießen.Diese
,ŝŶǁĞŝƐĞ͕ ŶƌĞŐƵŶŐĞŶ ƵŶĚ ƌǁĂƌƚƵŶŐĞŶ
ǁƵƌĚĞŶ ĂƵƐŐĞǁĞƌƚĞƚ ƵŶĚ ŚŝŶƐŝĐŚƚůŝĐŚ ĚĞƌ
Übertragbarkeiten auf die Gesamtstadt
ĂƵƐŐĞǁĞƌƚĞƚ͘
ƌďĞŝƚƐŐƌƵƉƉĞŶŵŝƚ^ƚĂŬĞŚŽůĚĞƌŶ
Verbände und Vereinigungen, die als
Stellvertretung der GesellschaŌ gesamtͲ
städƟscheInteressenzuThemenderFreiͲ
raumentwicklung vertreten, werden in WerkstäƩen
;ĞnjĞŵďĞƌϮϬϮϮƵŶĚ&ĞďƌƵĂƌϮϬϮϯͿĞŝŶŐĞďƵŶĚĞŶ͘ŝĞ
Stakeholder werden als MulƟplikatoren verstanden,
die die Fachinhalte in oder aus ihren Bezugsgruppen
kommunizieren.
ÖīentlichkeitsbeteiligungimOnline-Verfahren
Die Stadtöīentlichkeit soll im Online-Verfahren über
www.bonn-macht-mit.de über das Gesamtkonzept im
1. Quartal 2023 informiert werden und die MöglichͲ
keithaben,fürSchlüsselprojektederFreiraumplanung
ein „VoƟng“ durchzuführen, mit den Fragestellungen:
WelchedervorgeschlagenenSchlüsselprojektewerden
unterstützt/sollen umgesetzt werden (LieblingsproͲ
jekte), welche eher modiĮziert oder zurückgestellt
werden. Da die Online-Beteiligung vor FerƟgstellung
desEndberichteserfolgt, könnenAnregungenunddie
ƌŐĞďŶŝƐƐĞĚĞƌĞƚĞŝůŝŐƵŶŐŵŝƚŝŶĚŝĞĞĂƌďĞŝƚƵŶŐĞŝŶͲ
Ňießen.ZudemdienendiedokumenƟertenErgebnisse
als InformaƟon bei AbsƟmmungen in der PoliƟk oder
ĂƵĐŚŝŵǁĞŝƚĞƌĞŶsĞƌǁĂůƚƵŶŐƐŚĂŶĚĞůŶ͘
VerwaltungsabsƟmmung
tĞŝƚĞƌŚŝŶ ǁĞƌĚĞŶ ĚŝĞ ǀĞƌƐĐŚŝĞĚĞŶĞŶ &ĂĐŚĚŝĞŶƐƚƐƚĞů
len der Stadt Bonn regelmäßig eingebunden. Hierzu
wurde eine verwaltungsinterne Projektgruppe gebilͲ
InformaƟonPoliƟkund
Öīentlichkeit
AbsƟmmungenSteuerungs-
ŐƌƵƉƉĞ
ŝůĂƚĞƌĂůĞ
Gespräche
AbsƟmmungenSteuerungs-
ŐƌƵƉƉĞ
^ƚĂŬĞŚŽůĚĞƌ
StadtgesellschaŌ
StadƩeilspaziergänge
ďď͘Ϯ ŝĂůŽŐƵŶĚĞƚĞŝůŝŐƵŶŐnjƵŵŽŶŶĞƌ&ƌĞŝƌĂƵŵƉůĂŶSeite 11 von 64
ŽŶŶĞƌ&ƌĞŝƌĂƵŵƉůĂŶ
ǁŝƐĐŚĞŶďĞƌŝĐŚƚ
ϭϬ bgmrLandschaŌsarchitekten
det.EsĮndenundfandenviergroßeSteuerungsgrupͲ
penstaƩ.
BilateraleGespräche
UmBedarfe,Fragen,möglicheräumlicheKonŇikte,HinͲ
weiseaufHandlungsbedarfeundProjekƟdeenabzufraͲ
gen, fandenzwölfEinzeltermine mitExpertengruppen
ausderVerwaltung,bzw.ausderPraxis,z.B.zugerade
laufendenPlanungenderStadtBonn,staƩ.
InformaƟonPoliƟk
DerFreiraumplanwirdindenpoliƟschenGremiender
Stadt vorgestellt. Hierzu Įnden im November 2022
undAnfang/MiƩe2023jeweilseineSitzungstaƩ,wo
die jeweiligen Planstände vorgestellt und erläutert
ǁĞƌĚĞŶ͘
AnregungenundErkenntnisseausden
StadƩeilspaziergängen
− GemeinschaŌlicheBegrünungvonkleinenEcken
ŵŝƚ^ƚĂĚƚďĞŐƌƺŶƵŶŐƐĂŵƚƵŶĚŝŶǁŽŚŶĞƌΎŝŶŶĞŶ
njƵƐĂŵŵĞŶ
− PŇanzkübelimStraßenraumzumSelberpŇanzen
;hƌďĂŶ'ĂƌĚĞŶŝŶŐͿ
− Sofortmaßnahmenumsetzen,Freiraumkonzept
ƐŝĐŚƚďĂƌŵĂĐŚĞŶ
− StädƟscheGrün(Rasen)streifen,z.B.MiƩelstreifen
entlangderVerkehrstrassen,durchBlühstreifen
ergänzen
− ,ŝƚnjĞƌĞƐŝƐƚĞŶƚĞ^ĂĂƚĞŶ
− RasenŇächenzuWiesenŇächenmachen,ggf.
ďĞǁĞŝĚĞŶ
− StädƟscheGebäudedächerbegrünen
− VersiegelteFlächen,womöglich,entsiegeln
− FlächenmulƟfunkƟonalfüralleeinladendgestalͲ
ten,nichtnurfürKinderundJugendliche
− FrischluŌschneisenunbedingtoīenhalten
− MutbeimAbschaīenvon(graƟs)ParkmöglichkeiͲ
tenunddadurchFreiraumschaīen
− MehrautofreieZoneundParkraumreduzierung
− SpielplätzesindfürKinderundKleinkinderausͲ
gelegt.TeilweisefehlenAngebotefürJugendliche
ƵŶĚƌǁĂĐŚƐĞŶĞ
− DĞŚƌ^ŝƚnjŐĞůĞŐĞŶŚĞŝƚĞŶŶŝĐŚƚŶƵƌĂůƐƵĨĞŶƚŚĂů
möglichkeiten,sondernauchalsErholungsmögͲ
lichkeitenaufAlltagswegen
− MehrRückzugsortefürJugendlicheabseitsvon
direkterWohnbebauung
− SitzmöglichkeitenmitDachundTisch
(Bank-Tisch-Gruppe)
− JungeLeutehabendenWunschbeiderUmgestalͲ
ƚƵŶŐǀŽŶ^ĐŚƵůŚƂĨĞŶŵŝƚďĞƚĞŝůŝŐƚnjƵǁĞƌĚĞŶ
− WünschefürSchulhöfe:MehrGrünŇächen,Bäume
undSchaƩensowieSpielangebotefürdieunteren
ůƚĞƌƐƐƚƵĨĞŶSeite 12 von 64
ŽŶŶĞƌ&ƌĞŝƌĂƵŵƉůĂŶ
ǁŝƐĐŚĞŶďĞƌŝĐŚƚ
ϭϭbgmrLandschaŌsarchitekten
ďď͘ϯ StadƩeilspazierganginBeuel ďď͘ϰ StadƩeilspazierganginHardtberg
ďď͘ϱ StadƩeilspazierganginBeuel ďď͘ϲ StadƩeilspazierganginBadGodesbergSeite 13 von 64
ŽŶŶĞƌ&ƌĞŝƌĂƵŵƉůĂŶ
ǁŝƐĐŚĞŶďĞƌŝĐŚƚ
ϭϮ bgmrLandschaŌsarchitekten
ϯ͘ WKZdZ/d&Z/ZhDKEE
ϯ͘ϭ >' hEZ'/KE>
sZ&>,dhE'
DiekreisfreieStadtBonnmit335.975Einwohner*innen
;^ƚĂŶĚ Ϭϭ͘Ϭϭ͘ϮϬϮϮͿ ůŝĞŐƚ ŝŵ ^ƺĚĞŶ ĚĞƐ ƵŶĚĞƐůĂ
des Nordrhein-Wesƞalen, direkt an der Grenze zu
Rheinland-Pfalz. Durch die Bundesstadt verläuŌ in
Süd-Nord-Richtung der Rhein, eine der am stärksten
ďĞĨĂŚƌĞŶĞŶtĂƐƐĞƌƐƚƌĂƘĞŶĚĞƌtĞůƚ͘ŽŶŶůŝĞŐƚŝŶĚĞƌ
EŝĞĚĞƌƌŚĞŝŶŝƐĐŚĞŶƵĐŚƚƵŶĚǁŝƌĚŝŵKƐƚĞŶĚƵƌĐŚĚĂƐ
^ŝĞďĞŶŐĞďŝƌŐĞďĞŐƌĞŶnjƚ͘/ŵ EŽƌĚĞŶǁŝƌĚĚĂƐ^ƚĂĚƚŐ
ďŝĞƚĚƵƌĐŚĚŝĞ^ŝĞŐŵŝƚĚĞƌ^ŝĞŐŵƺŶĚƵŶŐŝŶĚĞŶZŚĞŝŶ
ďĞŐƌĞŶnjƚ͘
GrenzüberschreitendesLandschaŌssystem
Mit dem KoƩenforst, der Siegmündung, dem Ennert
ƵŶĚ ^ŝĞďĞŶŐĞďŝƌŐĞ ƵŶĚ ĚĞŵ ZŚĞŝŶ ůŝĞŐĞŶ ĂƵĨ ĚĞŵ
BonnerStadtgebietTeilstückevongroßenLandschaŌsͲ
räumen und Freiraumachsen im Regionalen MaßͲ
stab. Es liegt zwischen den Naturparks Rheinlandund
^ŝĞďĞŶŐĞďŝĞƌŐĞ͘
ĂƌƺďĞƌ ŚŝŶĂƵƐ Őŝďƚ ĞƐ ǀĞƌƐĐŚŝĞĚĞŶĞ ŐůŝĞĚĞƌŶĚĞ &ƌĞŝ
räume (überwiegend landwirtschaŌlich genutzt) zwiͲ
ƐĐŚĞŶ ŽŶŶ ƵŶĚ ĚĞŶ EĂĐŚďĂƌŐĞŵĞŝŶĚĞŶ͕ ĚŝĞ ĞŝŶĞ
planerischeZusammenarbeitbedürfen.
Regionaleundinterkommunale
Zusammenarbeit
Die Stadt gehört zum Regierungsbezirk Köln und wird
von dem Rhein-Sieg-Kreis fast vollständig umschlosͲ
ƐĞŶ͘ ŝĞ ^ƚĂĚƚ ŽŶŶ ŐĞŚƂƌƚ njƵŵ ƵƐĂŵŵĞŶƐĐŚůƵƐƐ
Region Köln/Bonn e.V. zusammen mit den kreisfreien
Städten Köln, Bonn und Leverkusen sowie der Kreise
Rhein-Sieg-Kreis, Rhein-ErŌ-Kreis, Rhein-Kreis Neuss,
KďĞƌďĞƌŐŝƐĐŚĞƌ <ƌĞŝƐ ƵŶĚ ZŚĞŝŶŝƐĐŚͲĞƌŐŝƐĐŚĞƌ <ƌĞŝƐ͘
UnteranderemhatdieRegionKöln/Bonnindenletzten
JahrendasAgglomeraƟonskonzepterarbeitet,welches
PerspekƟvenfüreineraumverträglicheundintegrierte
Siedlungs-,Mobilitäts-undFreiraumentwicklunginder
ZĞŐŝŽŶ ŝŵ ĞŝƚŚŽƌŝnjŽŶƚ ďŝƐϮϬϰϬн ĨŽƌŵƵůŝĞƌƚ͕ ŵŝƚ ĚĞŵ
ŝĞůĞŝŶĞZĞŐŝŽŶŝŶĂůĂŶĐĞnjƵŐĞƐƚĂůƚĞŶ͘
ƵƐĂŵŵĞŶ ŵŝƚ ĚĞŵ ZŚĞŝŶͲ^ŝĞŐͲ<ƌĞŝƐ ƵŶĚ ĚĞŵ
kreis Ahrweiler bildet dieStadtBonndenArbeitskreis
Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler (:rak). Der :rak ist ein
ŝŶĨŽƌŵĞůůĞƐ ƌďĞŝƚƐŐƌĞŵŝƵŵ ƵŶĚ ƐƚĞůůƚ ĞŝŶ ŝŶĚĞŐůŝĞĚ
zwischenderörtlichenPlanungshoheitderStädte,VerͲ
bandsgemeindenundderLandesplanungdar,indemer
durchInformaƟonsaustauschundKommunikaƟondazu
beiträgt, gemeinsam abgesƟmmte ProjektentwicklunͲ
genaufdiekommunaleEbenezubefördern.
Die Kommunen AlŌer, Bonn, Bornheim, Niederkassel,
TroisdorfundSanktAugusƟnarbeitenschonseitvielen
JahreninengerWeiseinterkommunalzusammen,um
FreiraumstrukturenzusichernundfunkƟonalweiterzuͲ
entwickeln. So zum Beispiel mit dem Freiraumprojekt
„GrünesC“,welches2015alleProjektbausteineumgeͲ
setzt haƩe, um die vielfälƟgen Freiräume der Region
langfrisƟg zu sichern, miteinander zu verknüpfen und
zuentwickeln.
Mit dem Integrierten Handlungskonzept Grüne InfraͲ
struktur konnten zwei weitere Nachbarn Bad Honnef
ƵŶĚ <ƂŶŝŐƐǁŝŶƚĞƌ ŚŝŶnjƵŐĞǁŽŶŶĞŶ ǁĞƌĚĞŶ ƵŶĚ ƐŽ ĚĞƌ
Diskurs über Weiterentwicklung der gemeinsamen
LandschaŌsräumefortgeführtwerden.
WaspassiertinderRegionbereits?;ƵƐǁĂŚůͿ
• E/>;ĚĞƌnjĞŝƚŝŶƵĨƐƚĞůůƵŶŐͿ
• ŝŽƚŽƉǀĞƌďƵŶĚŝŶEZt
• AgglomeraƟonskonzeptRegionKöln/Bonn
• RegionalplanKöln,2022
• /ŶƚĞŐƌŝĞƌƚĞƐ ,ĂŶĚůƵŶŐƐŬŽŶnjĞƉƚ 'ƌƺŶĞ /ŶĨƌĂƐƚƌƵŬƚƵƌ
;ϮϬϭϳͿ
• GrünesC(2005-2015)
WasmachtBonnbereits?;ƵƐǁĂŚůͿ
• IFS-IntegriertesFreiraumsystem1997,2012undBericht
njƵŵ&ƌĞŝƌĂƵŵDŽŶŝƚŽƌŝŶŐϮϬϭϳ
• ZURES–StadtklimaanalysefürdieStadtBonn,2018
• MUTABOR–UntersuchungzurAnpassungskapazitätder
^ƚĂĚƚŽŶŶďĞŝ,ŝƚnjĞƐƚƌĞƐƐ;ĚĞƌnjĞŝƚŝŶƵĨƐƚĞůůƵŶŐͿ
• GrünŇächenkonzept,2015(derzeitinÜberarbeitung)
• SpielŇächenkonzept,2015(derzeitinÜberarbeitung)
• SportentwicklungsplanungderBundesstadtBonn,2018
• KompensaƟonsŇächenkataster(derzeitinAufstellung)
• LandschaŌspläneKoƩenforst(2013),Ennert(2004),Sieg-
ŵƺŶĚƵŶŐ;ϭϵϴϱͿ
• sĞƌŬĞŚƌƐĞŶƚǁŝĐŬůƵŶŐƐƉůĂŶϮϬϮϬ
• Bachentwicklungsplan,2008
• &ƌŝĞĚŚŽĨƐŬŽŶnjĞƉƚ;ĚĞƌnjĞŝƚŝŶƵĨƐƚĞůůƵŶŐͿ
• LärmakƟonsplan2019
• AkƟonsprogammBiodiversität(derzeitinAufstellung)
• LabelStadtgrünnaturnah–Bestandserfassung,Maßnah-
ŵĞŶƉůĂŶƵŶŐƵŶĚƐƚƌĂƚĞŐŝƐĐŚĞƵƐƌŝĐŚƚƵŶŐĨƺƌĞŝŶĞŶĂƚƵƌ-
naheGrünŇächenentwicklung,2019
• <ůŝŵĂƉůĂŶϮϬϯϱ;ĚĞƌnjĞŝƚŝŶƵĨƐƚĞůůƵŶŐͿ
• ^ĐŚǁĂŵŵƐƚĂĚƚŬŽŶnjĞƉƚ;ĚĞƌnjĞŝƚŝŶƵĨƐƚĞůůƵŶŐͿ
• ĂƵŵŬŽŶnjĞƉƚ;ĚĞƌnjĞŝƚŝŶƵĨƐƚĞůůƵŶŐͿSeite 14 von 64
ŽŶŶĞƌ&ƌĞŝƌĂƵŵƉůĂŶ
ǁŝƐĐŚĞŶďĞƌŝĐŚƚ
ϭϯbgmrLandschaŌsarchitekten
ďď͘ϳ ŽŶŶƵŶĚƐĞŝŶĞ EĂĐŚďĂƌŐĞŵĞŝŶĚĞŶSeite 15 von 64
ŽŶŶĞƌ&ƌĞŝƌĂƵŵƉůĂŶ
ǁŝƐĐŚĞŶďĞƌŝĐŚƚ
ϭϰ bgmrLandschaŌsarchitekten
ϯ͘Ϯ RAUMPRÄGUNGEN͵DEEPTIME
LandschaŌistdasProduktderGeschichteundineiner
ständigen Veränderung. Die Geologie und die letzͲ
ten Eiszeiten prägten dieAusgangssituaƟon (dieDeep
Time). Die Böden, das Relief, das Gewässernetz und
die Fließrichtung der Gewässer wurden in dieser Zeit
geformt.DieStrukturenderDeepTimesindheutenoch
allgegenwärƟg,auchwenndiesedurchdiekulturlandͲ
schaŌlichen und urbanen Nutzungen des Menschen,
vorallemindenletzten3JahrhundertendesAnthropoͲ
zänsstarküberlagertundüberformtwurdenundheute
selbstdasglobaleKlimabeeinŇussen.
Die Deep Time prägt die Eigenart der StadtlandschaŌ
Bonns,sieistdieRaumkonstante,dieBonnimVergleich
zuanderenStädtenunverwechselbarmacht.
NaturräumlichePrägung
Der Rhein mit seinen Dynamiken hat die Lage und die
landschaŌlicheEntwicklungvonBonnmaßgeblichbeeinͲ
Ňusst. Nördlich des Siebengebirges wechselt der Rhein
ausderMiƩelgebirgsregionindasNorddeutscheTieŇand
ƺďĞƌ ƵŶĚ ǁŝƌĚ ĂŶ ĚĞƌ DƺŶĚƵŶŐ ĚĞƌ ^ŝĞŐ njƵŵ EŝĞĚĞƌͲ
ƌŚĞŝŶ͘ tŝĞĂƵĐŚďĞŝŵKďĞƌƌŚĞŝŶĞƌŚŝĞůƚĚĞƌEŝĞĚĞƌƌŚĞŝŶ
einbefesƟgtesFlussbeƩ.HeutesindimStadtgebietkaum
nochSpurenderehemaligenAltarmezuĮnden.Einvon
Bebauung freigehaltener Altarm beĮndet sich in Beuel
zwischenRilkestraßeundLimpericherStraße.
GleichzeiƟg Ňießen dem Rhein diverse Bäche, durch
dasStadtgebiethindurch,zu.DieehemaligenBachläufe
ƐŝŶĚŝŶĚĞƌ'ĞŽůŽŐŝƐĐŚĞŶ<ĂƌƚĞĂďůĞƐďĂƌĂůƐďůĂŐĞƌƵ
geninBach-undFlusstälern(Schluī,Sand).DerüberͲ
ǁŝĞŐĞŶĚĞ dĞŝů ŝƐƚ ũĞĚŽĐŚ ŝŵ ^ƚĂĚƚŐĞďŝĞƚ ǀĞƌƌŽŚƌƚ ƵŶĚ
ŇießtnichtmehrmitihrernatürlichenBachmündungin
denRhein.DieRaumkonstantederBächewurdedamit
überformt.EinTeilderIdenƟtätdesBonnerGewässerͲ
systemsistdamitnichtmehrerlebbar.
Naturräumlich liegt Bonn am Übergang vom MiƩel-
ƌŚĞŝŶŐĞďŝĞƚnjƵƌEŝĞĚĞƌƌŚĞŝŶŝƐĐŚĞŶƵĐŚƚ͕ĚŝĞĚƵƌĐŚĚĞŶ
GodesbergerRheintaltrichtermarkiertwirdunddehnt
ƐŝĐŚ njƵ ďĞŝĚĞŶ ^ĞŝƚĞŶ ĚĞƐ ZŚĞŝŶƐ ĂƵƐ͘ ŝĞ ďĞƐŽŶĚĞƌĞ
topograĮscheAusprägungistals Merkmal derBonner
LandschaŌdeutlicherkennbarundträgtzuihrerEigenͲ
ĂƌƚďĞŝ͘ƵƌĐŚĚŝĞƵŶƚĞƌƐĐŚŝĞĚůŝĐŚĞŶ ,ƂŚĞŶůĂŐĞŶĞƌŐĞͲ
bensichauchbesondereBlickeundAussichtsbereiche
aufdieStadtundLandschaŌ.
ŝŶĞ ĞƐŽŶĚĞƌŚĞŝƚ ŝŶ ĚĞƌ ^ƚĂĚƚ ŝƐƚ ĚŝĞ ƺŶĞ dĂŶŶĞ
ďƵƐĐŚ͘^ŝĞĞŶƚƐƚĂŶĚĂŵŶĚĞĚĞƌůĞƚnjƚĞŶŝƐnjĞŝƚ͕ŝŶĚĞŵ
heŌige WindedenRheinsand andieseStelle verwehͲ
ƚĞŶ͘ ,ĞƵƚĞ ůŝĞŐƚ ƐŝĞ ƵŵƐĐŚůŽƐƐĞŶ ǀŽŶ ^ŝĞĚůƵŶŐƐďĞƌĞŝͲ
chen und wurde zum Naturschutzgebiet erklärt. Die
Dünestelltsomit eine Raumkonstante derDeep Time
dar,diebisheutewirktundZeugnisderGeschichtedes
NaturraumsderRheinlandschaŌist.Sieistnichtnurein
wertvollerNaturraum,sondernaucheineidenƟtätspräͲ
gendeStrukturderheuƟgenStadtlandschaŌ.
KulturelleundurbanePrägung
VondenerstenSiedlungen,diesichandennaturräumͲ
lichenStrukturenamÜbergangzwischenderRheinnieͲ
derung zu den höheren, überŇutungssicheren Lagen
orienƟerten, bis hin zu diversen übergeordneten PlaͲ
nungenundbaulichenEingriīen,gabenanthropogene
PrägungenderStadteinweiteresGesicht.DieAltstadt,
kulturhistorische Parkanlagen, Gartenschauen, der
ZĞŐŝĞƌƵŶŐƐƐŝƚnjǁĞĐŚƐĞů͕ ĂďĞƌ ĂƵĐŚ ,ŽĐŚǁĂƐƐĞƌƐĐŚƵ
bautenundVerkehrstrassensindurbaneSetzungen,die
dieHistoriederStadtunddamitauchihreFreiräumein
derjeweiligenEntstehungszeitwiderspiegeln.
DeepTime
hŶƚĞƌĚĞŵ<ŽŶnjĞƉƚĚĞƌĞĞƉdŝŵĞǁŝƌĚĚĞƌWƌŽnjĞƐƐǀĞƌƐƚĂŶ-
den,wiedieerdgeschichtlichenPrägungeneinesRaumsinden
WůĂŶƵŶŐƐƉƌŽnjĞƐƐ ĚĞƌ ^ƚĂĚƚĞŶƚǁŝĐŬůƵŶŐ ĞŝŶďĞnjŽŐĞŶ ǁĞƌĚĞŶ͘
DasKonzeptumfasstdabeisowohldieAnalyseundSpurensu-
chealsauchdieNaturraumprägungen.DasKonzeptderDeep
TimesollStädteundLandschaŌeninihrenIdenƟtätenstärken
undEigenartenbeizukünŌigenEntwicklungenfördern.
^ŝĞďĞŶŐĞďŝƌŐĞ
Jüngere
HaupƩerrasse
ZŚĞŝŶŝƐĐŚĞƐ
^ĐŚŝĞĨĞƌŐĞďŝƌŐĞ
'ŽĚĞƐďĞƌŐĞƌZŚĞŝŶƚĂůƚƌŝĐŚƚĞƌ
<ƂůŶĞƌƵĐŚƚ
ďď͘ NaturräumlicheGliederung(©www.Ɵm-online.nrw.de)Seite 16 von 64
ŽŶŶĞƌ&ƌĞŝƌĂƵŵƉůĂŶ
ǁŝƐĐŚĞŶďĞƌŝĐŚƚ
ϭϱbgmrLandschaŌsarchitekten
Neben den urbanen Setzungen spielt die kulturelle
Prägung der BewirtschaŌung, wie WaldwirtschaŌ,
Acker- und Grünlandnutzung, eine idenƟtätssƟŌende
ZŽůůĞ͘ /Ŷ ĚĞƌ ŽŶŶĞƌ ZŚĞŝŶĞďĞŶĞ ĚŽŵŝŶŝĞƌƚ ĚĞƌ KďƐƚͲ
ƵŶĚ 'ĞŵƺƐĞĂŶďĂƵ ĂƵĨ ĚĞŶ ĨƌƵĐŚƚďĂƌĞŶ EŝĞĚĞƌƚĞƌƌĂƐͲ
senböden, während an den Hangbereichen vielfälƟge
Nutzungsstrukturen-einWechselvonGrünland,ObstͲ
wiesen,GärtenundkleinenWaldbeständen-zuĮnden
ƐŝŶĚ͘
DerRheinauenpark zeigtalseinBeispielsehrgut, wie
die Deep Time, also die geomorphologische SituaͲ
ƟonderAue,zumGestaltungsthemaeinerParkanlage
gewordenist.SolcheBezugnahmenaufdieDeepTime
förderndieIdenƟtätderStadtBonnundstellengleichͲ
zeiƟg einen Planungsansatz dar, der auf das Lokale
(Boden,Wasser,TopograĮe)Bezugnimmt.
DerBonnerFreiraumplannimmtBezugaufdieRaumͲ
konstantenderDeepTime.
ďď͘ϵ GeologischeHauptschichtenimBonnerStadtgebiet(©StadtBonn)
н SiedlungsbereicheamRhein:Bonn,RiƩersdorf,
ZŚĞŝŶĚŽƌĨ͕ DĞŚůĞŵ
н SiedlungsbereicheimTieŇand:Dransdorf,Zielich,
'ĞŝƐůĂƌ
н SiedlungsbereicheanderHangkante:Duisdorf,
Lengsdorf,Poppelsdorf,Kessenich,DoƩendorf,
Friesdorf,Godesberg,Muīendorī,Lannesdorf
н SiedlungsbereicheimHochland:Ueckendorf,
RöƩgen
Jüngere
HaupƩerrasse
ůƚĞƌĞ
EŝĞĚĞƌƚĞƌƌĂƐƐĞ
ďď͘ϭϬ 1801-1828KartenaufnahmederRheinlande(Tranchot/v.Müī-
ling)mitheuƟgenSiedlungskernen(©www.Ɵm-online.nrw.de)Seite 17 von 64
ŽŶŶĞƌ&ƌĞŝƌĂƵŵƉůĂŶ
ǁŝƐĐŚĞŶďĞƌŝĐŚƚ
ϭϲ bgmrLandschaŌsarchitekten
ϯ͘ϯ & Z/ZhDsZ^d EE/^hEhZE
DWW/E'
DerBegriīFreiraumumfassteineVielzahlvonFlächenͲ
kulissen. Zunächst wird darunter der Raum zwischen
den bebauten Flächen verstanden. Dazu gehören im
klassischen Freiraumverständnis die GrünŇächen, wie
Grün- und Parkanlagen, Gewässer, LandwirtschaŌsŇäͲ
chen, Wälder, naturnahe Flächen, Kleingärten, FriedͲ
höfesowieSportanlagenundSpielplätze.
Versiegelte Flächen wie z.B. die Straßen, öīentliche
Plätze und Stellplatzanlagen gehören jedoch ebenfalls
zum Freiraumsystem der Stadt. Straßen können AufͲ
enthaltsqualität haben, wenn sie mit Straßenbäumen
begrüntsindundFlächenfürAngebotezumVerweilen
und Austauch bieten. Dann bieten sie auch SchaƩen
ƵŶĚƚƌĂŐĞŶƺďĞƌĚŝĞsĞƌĚƵŶƐƚƵŶŐnjƵƌ,ŝƚnjĞǀŽƌƐŽƌŐĞďĞŝ͘
DasGründerStadtistdamitnichtnurbeschränktauf
die GrünŇächen, sondern auch die baulich und infraͲ
strukturellgenutztenFlächenkönnen mitzumgrünen
ƌƐĐŚĞŝŶƵŶŐƐďŝůĚĚĞƌ^ƚĂĚƚďĞŝƚƌĂŐĞŶ͘ŝĞŐĞďĂƵƚĞ^ƚĂĚƚ
und die graue Infrastruktur grüner machen, ist damit
eineumfassendeAufgabeinderStadtentwicklung.
FürdieZielsetzungeinerklimaangepasstenStadtdarfder
betrachteteFreiraumnichtbeidenstädƟschenFlächen
auĬören. Zudem muss der Freiraum mehrdimensional
gedachtwerden,dasheißt,dassauchprivateFassaden
undDächermitzumFreiraumverständnisgehören.
DerBonnerFreiraumplanbetrachtetsomitdiegesamte,
mehrdimensionale OberŇäche der Stadt (grüne, graue,
blaue und private Infrastrukturen). Maßnahmen und
Handlungsempfehlungen werden nicht nur ausschließͲ
lichfürdieöīentlichenGrün-undFreiŇächenderStadt
entwickelt, sondern auch für private Baufelder und
Gebäude.
BonnerLandschaŌenundWasserlagen
Ğƌ ŽŶŶĞƌ ^ŝĞĚůƵŶŐƐďĞƌĞŝĐŚ ŝƐƚ ĞŝŶŐĞĨĂƐƐƚ ŝŶ ŐƌŽƘĞ
LandschaŌsräume.ImSüdenwirddasStadtgebietdurch
zweigroßezusammenhängendeWaldgebietegeprägt.
LinksrheinischwirdderbebauteRaumimWestenund
Südwesten vom KoƩenforst eingerahmt. Dieser ist
gekennzeichnetdurchnaturnaheLaubwaldbeständein
ƵŶƚĞƌƐĐŚŝĞĚůŝĐŚĞŶĞƐƚĂŶĚƐĂůƚĞƌŶƵŶĚƚĞŝůǁĞŝƐĞŚŽŚĞŵ
Alt-undTotholzanteil.DerWaldwurdeimApril2004als
EĂƚƵƌƐĐŚƵƚnjŐĞďŝĞƚĂƵƐŐĞǁŝĞƐĞŶƵŶĚŝƐƚ,ĞŝŵĂƚĨƺƌnjĂŚ
reichegefährdeteTier-undPŇanzenarten.HervorzuheͲ
ďĞŶŝƐƚĚĞƌŚŽŚĞtĞƌƚĚŝĞƐĞƐZĂƵŵĞƐĨƺƌĚŝĞsŽŐĞůǁĞůƚ͘
Aufgrund seiner AusstaƩung mit besƟmmten LebensͲ
räumensowieTier-undPŇanzenartenwurdederKotͲ
tenforstimJahr2000aufGrundlagederFFH-Richtlinie
unterderBezeichnungWaldreservatKoƩenforstandie
EuropäischeKommissionnachBrüsselgemeldetundist
somit Bestandteil des Europäischen SchutzgebietsnetͲ
njĞƐEĂƚƵƌĂϮϬϬϬ͘
Rechtsrheinisch beĮndet sich im Osten und Südosten
derEnnertalsnördlichsterAusläuferdesanschließenͲ
ĚĞŶ ^ŝĞďĞŶŐĞďŝƌŐĞƐ͘ ĂƐ ^ŝĞďĞŶŐĞďŝƌŐĞ ŝƐƚ ĞŝŶĞƐ ĚĞƌ
ältesten NaturschutzgebieteDeutschlands. Dergrößte
Bereich der Fläche liegt auf dem Gebiet des Rhein-
Sieg-Kreises. Mit dem Naturschutzgebiet Ennert fällt
einkleinerTeil(rund10%)aufdasBonnerStadtgebiet.
Es handelt sich um ein durch terƟären Vulkanismus
geprägtes Gebiet. Das Siebengebirge ist gekennzeichͲ
net durch ausgedehnte strukturreiche Buchenwälder.
Darüber hinaus wird die LandschaŌ durch Ɵef eingeͲ
schniƩene Bachtäler sowie weiterer Strukturen, wie
Quellen, ehemalige Steinbrüche, oīene Felsbereiche,
Weinberge, Obstwiesen und GrünlandŇächen,charakͲ
terisiert.BedingtdurchseineStrukturvielfaltundGröße
ďŝĞƚĞƚ ĚĂƐ EĂƚƵƌƐĐŚƵƚnjŐĞďŝĞƚ ^ŝĞďĞŶŐĞďŝƌŐĞ njĂŚůƌĞ
chenseltenenundzumTeilstarkbedrohtenPŇanzen-
und Tierarten zusagende Rückzugsmöglichkeiten. Das
GebietistzudemeinwichƟgerBestandteildeslandesͲ
weitenBiotopverbundes.
Der Norden von Bonn wird durch das „Grüne C“, ein
Projekt,dassimRahmenderRegionale2010gefördert
wurde, eingerahmt. Seit Abschluss des FreiraumproͲ
jekts„GrünesC“bewahrtdiesesdieIndividualitätvon
neun verschiedenen LandschaŌsräumen im Bonner
EŽƌĚĞŶ ƐŽǁŝĞ ŝŶ ĚĞŶ ĂŶŐƌĞŶnjĞŶĚĞŶ <ŽŵŵƵŶĞŶ ƵŶĚ
schaŏ durch Ihre Verbindung einen Park der KulturͲ
landschaŌen.DerFreiraumsetztsichausaltenKulturͲ
landschaŌen, Naturschutzgebieten, Flüssen, Acker-,
Obst-undGartenbauŇächenzusammen.DieLinksrheiͲ
nischenGebietesindaufgrundihrerwertvollenAckerͲ
böden bereits seit Jahrhunderten landwirtschaŌlich
genutzteFlächen.Besonderszubetonenistdabeidas
MeßdorferFeld.ImRahmendes„GrünenC´s“wirddas
Meßdorfer Feld als LandschaŌsraum geschützt, bleibt
landwirtschaŌlich nutzbar und als Erholungsraum
ĞƌŚĂůƚĞŶ͘ ŝĞƐĞ ƵŶŐĞǁƂŚŶůŝĐŚĞ ĂůƚĞ ƵŶĚ ůĞďĞŶĚŝŐĞ
„FelderwirtschaŌinderVorstadt“ist150hagroßund
ǁĞŝƚĞƐƚŐĞŚĞŶĚ ǀŽŶ ĞďĂƵƵŶŐ ƵŵƐĐŚůŽƐƐĞŶ͘ ZĞĐŚƚƐƌͲ
ŚĞŝŶŝƐĐŚ ƐĐŚůŝĞƘƚ ĚĂƐ EĂƚƵƌƐĐŚƵƚnjŐĞďŝĞƚ ^ŝĞŐŵƺŶĚƵŶŐ
ĂůƐdĞŝůĚĞƐ'ƌƺŶĞŶ͚ƐĂŶ͘ƐŚĂŶĚĞůƚƐŝĐŚƵŵĞŝŶĞƐĞŚƌ
gut ausgeprägte Flussmündung, die bis heute eine
relaƟv naturnahe ÜberŇutungsdynamik aufweist. HerͲ
vorzuhebensinddiestrukturreichenAuenbereichemit
AltgewässernundAuwaldrestensowiedienaturnahen
AusprägungenderUfer.DerüberwiegendeBereichwirdSeite 18 von 64
ŽŶŶĞƌ&ƌĞŝƌĂƵŵƉůĂŶ
ǁŝƐĐŚĞŶďĞƌŝĐŚƚ
ϭϳbgmrLandschaŌsarchitekten
ŚĞƵƚĞĂůƐ'ƌƺŶůĂŶĚŐĞŶƵƚnjƚ͘ĂŚůƌĞŝĐŚĞ tĂƚͲƵŶĚtĂƐͲ
ƐĞƌǀƂŐĞůŶƵƚnjĞŶĚĂƐ'ĞďŝĞƚĂůƐƌƵƚͲ͕ ZĂƐƚͲ͕ EĂŚƌƵŶŐƐͲ͕
Durchzugs-undÜberwinterungslebensraum.
Der Rhein durchŇießt auf knapp 18 km Länge das
^ƚĂĚƚŐĞďŝĞƚƵŶĚƐƚĞůůƚnjƵƐĂŵŵĞŶŵŝƚƐĞŝŶĞŶhĨĞƌŶĞŝŶ͕
wenn nicht das prägende Element der Freiraum- und
Siedlungsstruktur in Bonn dar. Ende des 18. JahrhunͲ
ĚĞƌƚƐ ďůƺŚƚ ĚĞƌ ZŚĞŝŶƚŽƵƌŝƐŵƵƐ ĂƵĨ͕ ǁŽĚƵƌĐŚ ŽŶŶ
njƵŵZƵŚĞƐŝƚnjǀŽŶǁŽŚůŚĂďĞŶĚĞŶƺƌŐĞƌΎŝŶŶĞŶǁƵƌĚĞ͘
/ŵ ƵŐĞ ĚĞƐƐĞŶ ǁƵƌĚĞ ĚĂƐ ZŚĞŝŶƵĨĞƌ njƵƌ WƌŽŵĞŶĂĚĞ
ĂƵƐŐĞďĂƵƚ͘Ğƌ dŽƵƌŝƐŵƵƐǁŝƌĚĚƵƌĐŚŶůĞŐĞƐƚĞůůĞŶĚĞƌ
Fährschiīe, Cafés, Biergärten am Rheinufer zusätzlich
ďĞůĞďƚ͘ ĂƐ ZŚĞŝŶƵĨĞƌ ŐĞǁĂŶŶ ƵŶĚ ŐĞǁŝŶŶƚ͕ ŝŵ ^ŝŶŶĞ
ĞŝŶĞƐ&ƌĞŝƌĂƵŵͲ ƵŶĚ ƌŚŽůƵŶŐƐďĞƌĞŝĐŚƐ͕ ŝŵŵĞƌǁĞŝƚĞƌ
ĂŶĞĚĞƵƚƵŶŐ͘
ZumRheinfügtsicheinfeinesNetzanBächen,sowohl
links- als auch rechtsrheinisch hinzu. Diese Bäche
umfassen eine Gesamtlänge von rund 105 km auf
Bonner Stadtgebiet. Das Ökosystem „Bach“ umfasst
die Lebensräume(Biotope) Wasserkörper, GewässerͲ
beƩ, Wasserwechselzone und vom Gewässer beeinͲ
Ňusstes Umland sowie deren LebensgemeinschaŌen
(Biozönosen). Darüber hinaus, sind Bäche mit ihren
Begleiträumen Bewegungs-, Erlebnis- und VerweilͲ
ŶŶĞƌƚ
sĞŶƵƐďĞƌŐ
DĞůďƚĂů
<ĂƚnjĞŶůŽĐŚͲ
ďĂĐŚƚĂů
ĞƌůĞƚĂů
KoƩenforst
'ƌƺŶĞƐ
DĞƘĚŽƌĨĞƌ&ĞůĚ
'ĂƌƚĞŶůĂŶĚ
sŽƌŐĞďŝƌŐƐŚĂŶŐ
KieslandschaŌ
ZŚĞŝŶĂƵĞ ^ŝĞŐĂƵĞ
,ĂŶŐĞůĂƌĞƌ
,ĞŝĚĞ
ŝƌůŝŶŐͲ
ŚŽǀĞŶĞƌ
tĂůĚ
WůĞŝƐďĂĐŚƚĂů
^ŝĞďĞŶŐĞďŝĞƌŐĞ
tĂůĚǀŝůůĞ
ZŚĞŝŶ
ďď͘ϭϭ BonnsNatur-,LandschaŌsräumeundgrüneJuwelenSeite 19 von 64
ŽŶŶĞƌ&ƌĞŝƌĂƵŵƉůĂŶ
ǁŝƐĐŚĞŶďĞƌŝĐŚƚ
ϭϴ bgmrLandschaŌsarchitekten
KEEZ>E^,&dE
&ŽƚŽƐǀŽŶŽďĞŶůŝŶŬƐŶĂĐŚƵŶƚĞŶƌĞĐŚƚƐ͗
ďď͘ϭϮ /ŶĨŽƚĂĨĞůŝŵ DĞƐƐĚŽƌĨĞƌ&ĞůĚ
ďď͘ϭϯ ĂƵŵƚŽƌŝŵ DĞƐƐĚŽƌĨĞƌ&ĞůĚ
ďď͘ϭϰ Fuß-undRadwegeamRhein(rechtsrheinisch)
ďď͘ϭϱ LandwirtschaŌsweginBonn-Auerberg
ďď͘ϭϲ BonnBadGodesbergFähre(linksrheinisch)
ďď͘ϭϳ WĨĞƌĚĞŬŽƉƉĞůŝŵŶŶĂďĞƌŐĞƌ&ĞůĚ
ďď͘ϭϴ ŽƌŶŚĞĐŬĞŶƐĞĞŝŵŶŶĞƌƚ
ďď͘ϭϵ ŝŶŶĞŶĚƺŶĞ dĂŶŶĞŶďƵƐĐŚ
ďď͘ϮϬ EĂƚƵƌƐĐŚƵƚnjŐĞďŝĞƚŶŶĞƌƚ
ďď͘Ϯϭ NaturschutzgebietKoƩenforst
ďď͘ϮϮ LandwirtschaŌlicheFlächeninBonn-AuerbergSeite 20 von 64
ŽŶŶĞƌ&ƌĞŝƌĂƵŵƉůĂŶ
ǁŝƐĐŚĞŶďĞƌŝĐŚƚ
ϭϵbgmrLandschaŌsarchitekten
KEEZt^^Z>'E
&ŽƚŽƐǀŽŶŽďĞŶůŝŶŬƐŶĂĐŚƵŶƚĞŶƌĞĐŚƚƐ͗
ďď͘Ϯϯ AnkerbachamPolizeipräsidiumBonn
ďď͘Ϯϰ ZŚĞŝŶĚŽƌĨĞƌĂĐŚŬƵƌnjǀŽƌĚĞƌZŚĞŝŶŵƺŶĚƵŶŐ
ďď͘Ϯϱ ZŚĞŝŶŝŵŶƂƌĚůŝĐŚĞŶŽŶŶĞƌ^ƚĂĚƚŐĞďŝĞƚ
ďď͘Ϯϲ ƌƵŶŶĞŶĂƵĨĚĞŵŚŽůĚǁŝŐƉůĂƚnj
ďď͘Ϯϳ 'ŽĚĞƐďĞƌŐĞƌĂĐŚnjǁŝƐĐŚĞŶƉƌŝǀĂƚĞŶ'ƌƵŶĚƐƚƺĐŬĞŶ
ďď͘Ϯϴ ZĞĐŚƚƐƌŚĞŝŶŝƐĐŚĞƐZŚĞŝŶƵĨĞƌ
ďď͘Ϯϵ tĂƐƐĞƌƉůĂƚnjĂŵdĞůĞŬŽŵ&ŽƌƵŵ
ďď͘ϯϬ DĞŚůĞŵĞƌĂĐŚǀŽƌĚĞƌhŶƚĞƌĨƺŚƌƵŶŐĚĞƌĂŚŶƵŶĚϵ
ďď͘ϯϭ MohndorferFähreamRhein
ďď͘ϯϮ sŝůŝĐŚĞƌĂĐŚ
ďď͘ϯϯ ŶŐĞůƐďĂĐŚŝŵ DĞůďƚĂůSeite 21 von 64
ŽŶŶĞƌ&ƌĞŝƌĂƵŵƉůĂŶ
ǁŝƐĐŚĞŶďĞƌŝĐŚƚ
ϮϬ bgmrLandschaŌsarchitekten
KEE^<>^^/<ZhE:ht>E
&ŽƚŽƐǀŽŶŽďĞŶůŝŶŬƐŶĂĐŚƵŶƚĞŶƌĞĐŚƚƐ͗
ďď͘ϯϰ ,ŽĨŐĂƌƚĞŶ
ďď͘ϯϱ WŽƉƉĞůƐĚŽƌĨĞƌůůĞĞ
ďď͘ϯϲ <ƵƌƉĂƌŬĂĚ'ŽĚĞƐďĞƌŐ
ďď͘ϯϳ DietmarRabich/WikimediaCommons/“Bonn,AlterFriedhof
--2018--0848”/CCBY-SA4.0
ďď͘ϯϴ ĞƵĞůĞƌ ZŚĞŝŶĂƵĞ
ďď͘ϯϵ ŽƚĂŶŝƐĐŚĞƌ'ĂƌƚĞŶ
ďď͘ϰϬ ƌĂĐŚĞŶƐƚĞŝŶƉĂƌŬ
ďď͘ϰϭ ZŚĞŝŶĂƵĞŶƐĞĞŝŵZŚĞŝŶĂƵĞŶƉĂƌŬ
ďď͘ϰϮ ZŚĞŝŶĂƵĞŶƉĂƌŬSeite 22 von 64
ŽŶŶĞƌ&ƌĞŝƌĂƵŵƉůĂŶ
ǁŝƐĐŚĞŶďĞƌŝĐŚƚ
ϮϭbgmrLandschaŌsarchitekten
räume für die Bewohner*innen der Stadt Bonn.
Nebendennaturschutzfachlichen,wasserwirtschaŌliͲ
chen Anforderungensind auch die Erholungsaspekte
und baukulturelle Aspekte mit einzubringen. Diese
FließgewässerführeninBonnoŌmalseinSchaƩendaͲ
ƐĞŝŶ͘/ŶƐďĞƐŽŶĚĞƌĞŝŵĚŝĐŚƚďĞƐŝĞĚĞůƚĞŶ ZĂƵŵǁƵƌĚĞ
indiesestarkeingegriīen.Weitestgehendnaturferner
Ufer- und Sohlenverbau beeinträchƟgen die GewäsͲ
ser,imExtremfall verschwindetderBachkompleƩ in
ĚĞƌsĞƌƌŽŚƌƵŶŐ͘
BonnsKlassikerundJuwelen
Die AusstaƩung mit gestalteten Freiräumen ist eng
mit den naturräumlichen Gegebenheiten, der historiͲ
schen Stadtentwicklung und der aktuellen städtebauͲ
lichen Entwicklung verwoben. Ob grün oder steinern,
ŶĂƚƵƌŶĂŚŽĚĞƌŐĞŽŵĞƚƌŝƐĐŚŐĞƐƚĂůƚĞƚ͖ĚŝĞ sĞƌƚĞŝůƵŶŐŝŵ
Stadtgebiet,GrößeundVerfügbarkeitderParkanlagen
sindenggeknüpŌandiebestehendenStadtstrukturen.
DieseFreiräume habenteilweiseeinestadtweite AusͲ
strahlungundAnziehungswirkung.SiedienenderNahͲ
erholung,FreizeitbeschäŌigungsowiedemalltäglichen
ĞĚƺƌĨŶŝƐŶĂĐŚƌŚŽůƵŶŐƵŶĚ'ƌƺŶ͘
ZudenbekanntestenParkanlagenzählenderRheinauͲ
enpark,derHofgartenundderBotanischeGarten.Der
RheinauenparkistseitseinerGründungzurBundesgarͲ
ƚĞŶƐĐŚĂƵϭϵϳϵnjƵĞŝŶĞŵtĂŚƌnjĞŝĐŚĞŶĚĞƌ^ƚĂĚƚƵŶĚnjƵ
einem stark frequenƟerten 160 ha großen NaherhoͲ
lungsgebiet gewachsen. Seine heuƟge Gestalt hat der
inderInnenstadtliegendeHofgartenseitMiƩedes18.
JahrhundertsundorienƟertesichursprünglichanfranͲ
njƂƐŝƐĐŚĞŶ sŽƌďŝůĚĞƌŶ͘ ŝĞ ^ƚĂĚƚ ŽŶŶ ŚĂƚ ŶĞďĞŶ ĚĞŶ
bekanntestenParkanlagennochweiterekleinereParkͲ
anlagensowiehalböīentlicheGärten,dieseorienƟeren
sich im überwiegenden linksrheinisch in InnenstadtͲ
nähe. Dazu gehören: Baumschulwäldchen, DrachenͲ
steinpark, Ernst-Moritz-Arndt-Garten, Panoramapark,
Park Haus Carstanjen, Poppelsdorfer Allee, RedoutenͲ
park,StadtgartenBonn,StadtparkBadGodesbergund
sŝůůĂ,ĂŵŵĞƌƐĐŚŵŝĚƚ͘
DieGarten-undParkanlagenwerdendurchdiezweckͲ
gebundenen Freiräume ergänzt und erweitert, dazu
gehören Kleingartenanlagen, Friedhöfe, Sport- und
SpielŇächen. Diese sind nicht uneingeschränkt öīentͲ
lichzugänglich,dennochsinddieseFlächeneinwichƟͲ
gerBausteindesFreiraumsystemsderStadt.Besonders
stadtprägend ist der Alte Friedhof, der mit 3 ha die
zweitgrößte GrünŇäche in der Innenstadt darstellt. Es
ŝƐƚĞŝŶZĂƵŵĚĞƌZƵŚĞƵŶĚĞƐŝŶŶƵŶŐƵŶĚǁŝƌĚnjƵŶĞŚ
mend als Rückzugsort aus dem Alltagsstress nachgeͲ
fragt. Sporƞlächen zum Beispiel sind in Bonn bereits,
ĂƵƘĞƌŚĂůď ǀŽŶ ^ĐŚƵůͲƵŶĚsĞƌĞŝŶƐďĞůĞŐƵŶŐƐnjĞŝƚĞŶ͕ Ĩƺƌ
ĚŝĞEƵƚnjƵŶŐĚƵƌĐŚƺƌŐĞƌΎŝŶŶĞŶĨƌĞŝŐĞŐĞďĞŶ͘
BonnerNischen
DasAngebotanGrünŇächenundParkanlagenmitgröͲ
ßerenEinzugsbereichen(BonnsKlassiker)wirdergänzt
durcheinfeinesRasterankleinengrünenNischen.Zu
diesenNischengehörenzumeinenPocketParks,diean
VerkehrsŇächen liegen oder durcheinzelne Baulücken
entstanden sind oderauch kleinereSpielplätze, die in
solchenFlächenentstandensindundangelegtworden.
Zum anderen gehören dazu auch begrünte „ResƞläͲ
chen“an(Verkehrs-)Infrastrukturen.DieseRäumesind
teilweise in weniger guten PŇegezuständen, als die
großenParkanlagen,jedochfürdasquarƟersnaheGrün
ǀŽŶďĞƐŽŶĚĞƌĞƌĞĚĞƵƚƵŶŐ͘^ŝĞďĞƌŐĞŶĨƺƌůůƚĂŐƐǁĞŐĞ
eingroßesPotenƟalfürdieErholungundalsTreīpunkt
imQuarƟer.ZudemhabensiedasPotenƟalinnerstädͲ
Ɵsche Mikrobiotope zu sein und Insekten als LebensͲ
ƌĂƵŵnjƵĚŝĞŶĞŶ͘
BonnerPlätze
PlatzŇächen, gestaltete öīentliche Räume und FußͲ
gängerzonenprägendieSiedlungsbereicheundstellen
OrienƟerungspunkteundGelenkeinnerhalbderStadtͲ
struktur dar. Besonders in den StadtquarƟeren, die
keinen schnell erreichbaren LandschaŌsraum in ihrer
Nähehaben,sinddieseRäumevonbesondererBedeuͲ
tungfürdiealltäglicheErholung.PlatzŇächensindTranͲ
siträume, Erholungs- und Rückzugsräume, aber auch
KommunikaƟonsorte und Treīpunkte. Je nach Lage
ŝŶŶĞƌŚĂůďĚĞƌ^ƚĂĚƚƵŶĚĚĞƌhŵŐĞďƵŶŐĞƌĨƺůůĞŶĚŝĞƐĞ
PlätzeunterschiedlicheAufgaben.Zeitgleichsindinden
letzten Jahren die Nutzungsanforderungen an diese
RäumegesƟegen.
Die Bonner Plätze weisen oŌmals hohe VersiegeͲ
lungsgrade auf und zeitgleich wenig VerschaƩung.
PosiƟv hervorzuheben ist jedoch, dass Wasser oŌ
als Gestaltungselement auf Plätzen eingesetzt wird.
MulƟcodierung und Klimaplätze sind hierbei wichƟge
Schlagworte für die konzepƟonelle Weiterentwicklung
vonPlatzŇächen.Seite 23 von 64
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ϮϮ bgmrLandschaŌsarchitekten
KEEZE/^,E
&ŽƚŽƐǀŽŶŽďĞŶůŝŶŬƐŶĂĐŚƵŶƚĞŶƌĞĐŚƚƐ͗
ďď͘ϰϯ VerkehrsgrünKirschallee/Reuterstraße
ďď͘ϰϰ FahrradständerMeckenheimerAllee/AmBotanischenGarten
ďď͘ϰϱ DenkmalBurgweg/MeßdorferStraße
ďď͘ϰϲ PocketPark„StatueSimonBolivarsüdamerikanischerUnabhän-
gigkeitskämpfer“
ďď͘ϰϳ PocketParkanderAgnesstraße
ďď͘ϰϴ SpielplatzanderBrandenburgerStraße
ďď͘ϰϵ PŇanzŇächeinderBadGodesbergerInnenstadt
ďď͘ϱϬ RasenŇächeimWohngebiet(AmKlostergarten)
ďď͘ϱϭ Straßenbegleitgrün(Rollrasen)anderOxfordstraße
ďď͘ϱϮ 'ƌƺŶďĞĞƚŝŶ,ĂƌĚƚďĞƌSeite 24 von 64
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ϮϯbgmrLandschaŌsarchitekten
&ŽƚŽƐǀŽŶŽďĞŶůŝŶŬƐŶĂĐŚƵŶƚĞŶƌĞĐŚƚƐ͗
ďď͘ϱϯ ÖīentlicherRaumanderRiesengebirgsstraßeinTannenbusch
ďď͘ϱϰ &ƌŝĞĚĞŶƐƉůĂƚnjŝŶĚĞƌ/ŶŶĞŶƐƚĂĚƚ
ďď͘ϱϱ tĂƐƐĞƌƉůĂƚnjĂŵdĞůĞŬŽŵ&ŽƌƵŵ
ďď͘ϱϲ PlatzamJohanneskreuz
ďď͘ϱϳ PlatzimNeubaugebietImgroßenGarten
ďď͘ϱϴ AuerbergerMiƩe
ďď͘ϱϵ WŽƉƉĞůƐĚŽƌĨĞƌWůĂƚnj
ďď͘ϲϬ FußgängerzoneBadGodesberg
ďď͘ϲϭ ,ĞĐŬĞůƐďĞƌŐƉů
ďď͘ϲϮ WohnplatzamCaroline-Herschel-Weg
KEEZW> dSeite 25 von 64
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Ϯϰ bgmrLandschaŌsarchitekten
KEEZsZ<,Z^Z hD
&ŽƚŽƐǀŽŶŽďĞŶůŝŶŬƐŶĂĐŚƵŶƚĞŶƌĞĐŚƚƐ͗
ďď͘ϲϯ GrüngleiseReuterstraße
ďď͘ϲϰ Wilhelmstraße
ďď͘ϲϱ BlickvomStadthausaufdieOxfordstraßeRichtungRhein
ďď͘ϲϲ Prinz-Albert-Straße
ďď͘ϲϳ ÜberdachteFahrradständeramWilhelmsplatz
ďď͘ϲϴ Reuterstraße(UnterführungderClemens-August-Straße)
ďď͘ϲϵ RingstraßeinBeuel
ďď͘ϳϬ FahrradstraßeinderAltstadt
ďď͘ϳϭ FahrradspurJulius-Leber-Straße/Fontainengraben
ďď͘ϳϮ TramhaltestelleAuerbergerMiƩeSeite 26 von 64
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ϮϱbgmrLandschaŌsarchitekten
BonnerVerkehrsräume
Der Freiraum hört nicht bei den grünen Flächen auf,
auchdiegraueInfrastrukturgehörtzumFreiraumeiner
Stadt. Hinzukommt,dasssichdieMobilitätverändert
ƵŶĚ njƵŶĞŚŵĞŶĚ ŝŶƚĞƌŵŽĚĂůĞƌ ǁŝƌĚ͘ ƵƚŽ͕ ĂŚŶ ƵŶĚ
ƵƐŽĚĞƌ&ĂŚƌƌĂĚǁĞƌĚĞŶũĞŶĂĐŚĞĚĂƌĨ͕ dĂŐĞƐnjĞŝƚƵŶĚ
Enƞernungvariierendgenutzt.AuchinBonnistdieser
Trend zu verzeichnen. Dennoch ist Bonn stark durch
dominante und raumstrukturierende Verkehrstrassen
geprägt.Dazugehörenz.B.die AutobahnenA555und
ϱϲϱƐŽǁŝĞŐƌŽƘĞDĂŐŝƐƚƌĂůĞŶ͕ǁŝĞĚŝĞϵ͘ŝĞƐĞŐƌŽƘ
dimensionierten Verkehrsinfrastrukturen stellen eine
BarrierewirkungfürdennichtmotorisiertenIndividualͲ
verkehr(nMIV)dar.
Übergeordnete Radwege sind insbesondere in Nord-
^ƺĚͲZŝĐŚƚƵŶŐ͕ ǁŝĞ nj͘͘ Ăŵ ZŚĞŝŶ͕ ǀŽƌŚĂŶĚĞŶ ƵŶĚ
werdengutangenommen.JedochfehltdenLangsamͲ
verkehren (Fußgänger*innen, Fahrrädern und E-ScooͲ
ter)teilweisedernöƟgeRaumimStraßenquerschniƩ.
AberauchdieNutzungderStraßenräumealsOrtedes
Aufenthalts und Flanierens spielen eine immer gröͲ
ßere Rolle. Wenn die Wertschätzung des öīentlichen
Raumes zunimmt, die Flächen aber begrenzt sind,
stelltsichdamitdieFrage,wieauchdieStraßenräume
zukünŌig für die Bewegung, Freizeitnutzung und den
AufenthaltaƩrakƟverwerdenkönnen,diesezeitgleich
ĂďĞƌ ĂƵĐŚ ĚĞŶ ŶĨŽƌĚĞƌƵŶŐĞŶ ĂŶ ĚĞŶ <ůŝŵĂǁĂŶĚĞů
gerecht werden. Die qualitätvolle Gestaltung sowie
die temporäre und dauerhaŌe Mehrfachnutzung von
StraßenundPlätzenfürSpiel,FreizeitundfürdieLangͲ
samverkehre sowie Begrünung und Anwendung des
Schwammstadtprinzips werden ressortübergreifende
GemeinschaŌsaufgabensein.
Privat(atmo)sphäre
PrivateFreiŇächenmacheneinenGroßteilderGesamtͲ
ŇächederStadtaus.WährendimBereichderAltstadt
ĞŝŶ ŚŽŚĞƌ sĞƌƐŝĞŐĞůƵŶŐƐŐƌĂĚ ƵŶĚ ŚŽŚĞ ĞďĂƵƵŶŐƐ
dichte vorherrschen, sind die meisten Grundstücke
durch große, unbebaute Flächen geprägt. Diese FreiͲ
Ňächensindunterschiedlichausgestaltetundgenutzt.
Das Bild geht von vollversiegelten Innenhöfen/GaraͲ
genhöfen über ungenutzte „AbstandsgrünŇächen“ bis
hinzugestaltetenundgenutztenprivatenFreiräumen.
AufdiesenprivatenFlächenĮndetweitestgehendkein
Umgang mit Regenwasser (Rückhalt, Versickerung,
TranspiraƟonundEvaporaƟon)staƩ.
Private Flächen bergen somit ein großes PotenƟal für
Klimaanpassung und Erhöhung der Biodiversität im
städƟschenRaum.
AneignungundNutzung
Öīentliche Flächenund Parkanlagen werdenangeeigͲ
net. Vermehrtwird deröīentlicheRaumdurchGrupͲ
penundVereinefürunterschiedlicheZweckegenutzt,
dazugehörenvorallem sportliche BetäƟgungen, aber
auchdasgemeinsameSpielen.
Punktuelltriŏman auf kleineIntervenƟonenim FreiͲ
raum,dieaufbisherwenigerfüllteBedürfnisseaufmerkͲ
sam machen, wie z.B. Biodiversität, Aufenthaltsorte,
Abstellmöglichkeiten für Fahrräder, Begrünung von
bisherstarkversiegeltenFlächen,SchaƩenplätze,indiͲ
viduelleresGrünundprodukƟvesGrün.Seite 27 von 64
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ǁŝƐĐŚĞŶďĞƌŝĐŚƚ
Ϯϲ bgmrLandschaŌsarchitekten
PRIVATΈATMOΉSPHÄRE
&ŽƚŽƐǀŽŶŽďĞŶůŝŶŬƐŶĂĐŚƵŶƚĞŶƌĞĐŚƚƐ͗
ďď͘ϳϯ „Abstandsgrün“inderamerikanischenSiedlungPliƩersdorf
ďď͘ϳϰ 'ĂƌĂŐĞŶŚŽĨŝŶĚĞƌůƚƐƚĂĚƚ
ďď͘ϳϱ ŝŶnjĞůŐĂƌĂŐĞŶŝŶĞƵĞů
ďď͘ϳϲ „Abstandsgrün“inTannenbusch
ďď͘ϳϳ PrivateVorzonentypischer60erJahreBebauung
ďď͘ϳϴ WegeverbindungimNeubauquarƟer
ďď͘ϳϵ VorgartenŇächevonEFHundkleinenMFH
ďď͘ϴϬ 'ĂƌĂŐĞŶŚŽĨŝŶƵƐĐŚĚŽƌ
ďď͘ϴϭ ZĞŐĞŶǁĂƐƐĞƌǀĞƌƐŝĐŬĞƌƵŶŐŝŵƉƌŝǀĂƚĞŶsŽƌŐĂƌƚĞŶ
ďď͘ϴϮ Ungenutzes„Abstandsgrün“zwischenZeilenbebauungSeite 28 von 64
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ϮϳbgmrLandschaŌsarchitekten
E/'EhE'hEEhdhE'
&ŽƚŽƐǀŽŶŽďĞŶůŝŶŬƐŶĂĐŚƵŶƚĞŶƌĞĐŚƚƐ͗
ďď͘ϴϯ HochbeetinAuerbergMiƩe
ďď͘ϴϰ PŇanzbegrenzungeninderAltstadt
ďď͘ϴϱ BaumbeetinPatenschaŌimBundesviertel
ďď͘ϴϲ BaumbeetinPatenschaŌinderAltstadt
ďď͘ϴϳ <ŝŶĚĞƌǀĞƌĂŶƐƚĂůƚƵŶŐŝŵ,ŽĨŐĂƌƚĞŶ
ďď͘ϴϴ SpielendeKinderaufdemKonrad-Adenauer-Platz
ďď͘ϴϵ FestplatzSiegburgerStraße
ďď͘ϵϬ TemporäreBegrünunginderAltstadt
ďď͘ϵϭ UrbanGardeningzwischenKölnstraßeundRosentalSeite 29 von 64
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Ϯϴ bgmrLandschaŌsarchitekten
Bonn produziert. Bedingt durch die hohen Bodenwertzahlen
sindguteVoraussetzungenfürdieProdukƟonvonLebensmitͲ
telngegeben,sowohlinderLandwirtschaŌ,alsauchinKleinͲ
gärten, GemeinschaŌsgärten und Urban Gardening-Flächen.
DieNachfragenachprivatenGartenŇächensteigtundführtzur
AneignungnichtgenutzterFlächendurchPrivatpersonen.
BonnproduziertjedochmehralsnurLebensmiƩel.DazugehöͲ
ren z.B. KaltluŌ, die in den umliegenden LandschaŌsräumen
ĞŶƚƐƚĞŚƚ͕ĂďĞƌĂƵĐŚďŝŽůŽŐŝƐĐŚĞ sŝĞůĨĂůƚ͘
WZKh<d/s
&ŽƚŽƐǀŽŶŽďĞŶůŝŶŬƐŶĂĐŚƵŶƚĞŶƌĞĐŚƚƐ͗
ďď͘ϵϮ PrivateLandschwirtschaŌsparzelleAuerberg
ďď͘ϵϯ GemeinschaŌsGartenVilich-Müldorf
ďď͘ϵϰ MeßdorferFeld
ďď͘ϵϱ LebensmiƩelanbauimPŇanzenfeld
ďď͘ϵϲ PrivateLandwirtschaŌsparzelleinBadGodesberg
ďď͘ϵϳ PrivateLandwirtschaŌsparzelleGraurheindorf
ďď͘ϵϴ PrivateLandwirtschaŌsparzelleGraurheindorf
ďď͘ϵϵ ^ƚƌĞƵŽďƐƚǁŝĞƐĞ
ďď͘ϭϬϬ TemporäresUrbanGardeningundImkernaufeinersƟllgelegten
'ůĞŝƐĂŶůĂŐĞŝŶdĂŶŶĞŶďƵƐĐŚ
ďď͘ϭϬϭ UrbanGardeningzwischenKölnstraßeundRosentalSeite 30 von 64
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ϮϵbgmrLandschaŌsarchitekten
Mobilität umfasst nicht nur die Bewegung von A nach B, sonͲ
dernaucheinenTeilderLebensqualitätinderStadt.Bundesweit
erobert derSport denstädƟschen Raummit seinen begeh-und
befahrbarenFlächen.SportĮndetnichtmehrnuraufdemSportͲ
platzstaƩ,sonderndiegesamteStadtwirdmitihrenFreiŇächen
njƵŵĞǁĞŐƵŶŐƐƌĂƵŵ͘ĂŵŝƚĞƌǁĂĐŚƐĞŶ ďĞƐŽŶĚĞƌĞŶĨŽƌĚĞƌƵŶ
genanBeläge,WegebreitenunddieDurchgängigkeitbesƟmmter
WegeindenöīentlichenRäumenderStadt.NebendenWegen
selbst müssen auch die Kulissenräume einladend wirken. Eine
HerausforderungderFreiraumentwicklungwirdessein,diehäuĮg
monofunkƟonalgestaltetenSporƞlächenindasSystemderöīentͲ
lichenGrünräumezuintegrierenundvermehrtaufdenSporƞläͲ
chenAngebotefürnichtVereinsmitgliederzuschaīenundindas
NetzderöīentlichenGrünŇächennachBedarfzuintegrieren.
DK/>hE^WKZd/&
&ŽƚŽƐǀŽŶŽďĞŶůŝŶŬƐŶĂĐŚƵŶƚĞŶƌĞĐŚƚƐ͗
ďď͘ϭϬϮ Sport-undSpielŇächeimGrünenC
ďď͘ϭϬϯ ZĂĚǁĞŐĂŶĚĞƌ^ŝĞŐĂƵĞ
ďď͘ϭϬϰ ZĂĚǁĞŐĂŵZŚĞŝŶ
ďď͘ϭϬϱ SportmannschaŌimSportparkNord
ďď͘ϭϬϲ SportBoxamPosƩower©BundesstadtBonn
ďď͘ϭϬϳ FußballspielendeKinderimSportparkNord
ďď͘ϭϬϴ ^ŬĂƚĞƉĂƌŬŝŵ ZŚĞŝŶĂƵĞŶƉĂƌŬ;ƌĞĐŚƚƐƌŚĞŝŶŝƐĐŚͿ
ďď͘ϭϬϵ ZĂĚǁĞŐĚƵƌĐŚƐ'ƌƺŶĞ
ďď͘ϭϭϬ ZĂĚǁĞŐĂŵZŚĞŝŶ
ďď͘ϭϭϭ ^ƉŽƌƚƉůĂƚnj&ŝŶŬĞŶďĞƌŐSeite 31 von 64
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ϯϬ bgmrLandschaŌsarchitekten
ϯ͘ϰ FLÄCHENANALYSE
StädtebaulicheFlächenkulisse
Die Stadt Bonn umfasst eine Gesamƞläche von
141,1രkmϮ(14.110രha).Davonsind46,7രkmϮ͕ ĂůƐŽĞŝŶƌŝ
tel(33,1ര%)bebauteFläche.ÜberdieHälŌedesStadtͲ
gebietes (57,2ര%) gehören den FreiŇächen an. Damit
ŝƐƚĚŝĞ^ƚĂĚƚŽŶŶǀĞƌŐůĞŝĐŚďĂƌŵŝƚĂŶĚĞƌĞŶĚĞƵƚƐĐŚĞŶ
Großstädten,z.B.Nürnberg(47%derStadƞläche)und
Berlin (44% der Stadƞläche) bzw. weisen sogar einen
höherenAnteilalsdieseauf.Dieübrigen9,7ര%belaufen
sichaufFlächenfürdieverkehrlicheInfrastruktur.
Freiraumstruktur
Die FreiŇächen machen mit 57,2ര% den Großteil der
Flächeaus.Zudiesenwerdengezählt:
WaldŇächen(28,5 %)
DieWaldŇächenimmtdengrößtenAnteilderFreiraumͲ
strukturein,bestehendausdenzusammenhängenden
Waldgebieten KoƩenforst im Süden und Ennert (als
AusläuferdesSiebengebirges)imOstenvonBonn.
LandwirtschaŌsŇächen(14,9 %)
LandwirtschaŌlich genutzte Flächen sind auf dem
'ĞďŝĞƚ ĚĞƌ ^ƚĂĚƚ ŽŶŶ njƵŶĞŚŵĞŶĚŝŶ ĚĞŶ ZĂŶĚďĞƌĞŝͲ
chenangesiedelt.DurchSiedlungsentwicklungausdem
StadtzentrumnachaußenisteinRückganganlandwirtͲ
schaŌlichenFlächenerkennbar.
Gewässer(4,3 %)
DerRhein(Gewässer1.Ordnung)unddieSieg(GewäsͲ
ser2.Ordnung)durchŇießtaufknapp18kmLängedas
^ƚĂĚƚŐĞďŝĞƚĚĞƌƵŶĚĞƐƐƚĂĚƚŽŶŶƵŶĚƐƚĞůůƚnjƵƐĂŵŵĞŶ
mitseinenUferneinprägendesElementderFreiraum-
undSiedlungsstrukturdar.Ergänztwirddiesdurchdas
verzweigte Ökosystem „Bach“, welches die LandschaŌ
und,dortwosichtbar,denSiedlungsbereichprägt.
Parkanlagen(5,5 %)
Parkanlagen und GrünŇächen sind stadtbildpräͲ
gende Freiräume, die für die Freizeitgestaltung,
ĚĞŶ ƵĨĞŶƚŚĂůƚ ŝŵ &ƌĞŝĞŶ ƵŶĚ ĚĂƐ EĂƚƵƌĞƌůĞďĞŶ ĚĞƌ
^ƚĂĚƚďĞǁŽŚŶĞƌΎŝŶŶĞŶ ƵŶǀĞƌnjŝĐŚƚďĂƌ ƐŝŶĚ͘ /ŶƐď
sondere Parks und GrünŇächen stellen ein breites
Spektrum an FreiraumfunkƟonen bereit und werden
mulƟfunkƟonal durch die in Bonn lebenden MenͲ
ƐĐŚĞŶŐĞŶƵƚnjƚ͘
Sporƞlächen(1 %)
Sporƞlächen gehören zu den zweckgebundenen
GrünŇächen. Insgesamt stehen mehr als 50 SporͲ
ƚĂƵƘĞŶĂŶůĂŐĞŶ ŝŵ ^ƚĂĚƚŐĞďŝĞƚ njƵƌ sĞƌĨƺŐƵŶŐ͘ ŝĞ
meisten Sportanlagen sind in umfangreiche GrünŇäͲ
chen integriert. Sportanlagen stehen außerhalb der
Belegungszeiten durch Schulen und Sportvereine der
ÖīentlichkeitzurfreienNutzungzurVerfügung.
Friedhöfe(0,9 %)
Friedhöfe gehörenzu den zweckgebundenen GrünŇäͲ
chen.InBonngibtesinsgesamt40kommunaleFriedͲ
höfe unterschiedlichster Ausprägung. Sie reichen von
kleinen, alten Ortsteil-Friedhöfen bis hin zu großen,
ausgedehnten parkähnlichen Anlagen und WaldfriedͲ
ŚƂĨĞŶ ŶĞƵĞƌĞŶ ĂƚƵŵƐ͘ /Ŷ ŝŚƌĞƌ 'ƌƂƘĞ ǀĂƌŝŝĞƌĞŶ ƐŝĞ
zwischen0,13രha,wiederFriedhofPliƩersdorf,undgut
20രhawiederNordfriedhofs.
Kleingärten(0,8 %)
KleingärtengehörenzudenzweckgebundenenGrünŇäͲ
ĐŚĞŶ͘/ŶŽŶŶŐŝďƚĞƐŝŶƐŐĞƐĂŵƚϮϬ<ůĞŝŶŐĂƌƚĞŶǀĞƌĞŝŶĞ͘
Sie leisten einen wichƟgen Beitrag zur FreiraumstrukͲ
tur sowie zur IntegraƟon und zur IdenƟĮkaƟon der
Bürger*innenmitihrerStadtundverschaīensovielen
MenscheneinehöhereLebensqualität.
Straßenbegleitgrün(1,3 %)
Straßenbegleitgrün umfasst alle im Kontext zu VerͲ
kehrswegen stehenden VegetaƟonsŇächen, unabhänͲ
gig ihres Ursprungs. Neben technischen FunkƟonen
ďď͘ϭϭϮ StädtebaulicheFlächenkulisse
tĂůĚ
28,5%
14,9%
4,3%
5,5%
1,3%
33,1%
9,7%
2,7%
^ĐŚƵƚnjŐĞďŝĞƚĞ
LandwirtschaŌ
Gewässer
WĂƌŬĂŶůĂŐĞ
Zweckgeb.GrünŇ.
Straßenbegleitgrün
SiedlungsŇäche
'ƌĂƵĞ/ŶĨƌĂƐƚƌƵŬƚƵƌ
50,2%Seite 32 von 64
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ǁŝƐĐŚĞŶďĞƌŝĐŚƚ
ϯϭbgmrLandschaŌsarchitekten
ďď͘ϭϭϯ &ƌĞŝƌĂƵŵƐƚƌƵŬƚƵƌ
ZweckgebundeneGrünŇäche
(Sporƞläche,Friedhof,Kleingarten)
Straßenbegleitgrün
EĂƚƵƌƐĐŚƵƚnjŐĞďŝĞƚĞ
LandschaŌsschutzgebiete
WaldŇäche
LandwirtschaŌsŇäche
Gewässer
WĂƌŬĂŶůĂŐĞSeite 33 von 64
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ǁŝƐĐŚĞŶďĞƌŝĐŚƚ
ϯϮ bgmrLandschaŌsarchitekten
desGrünsspielenhiervermehrtauchökologischeund
klimaƟscheFreiraumfunkƟoneneinegroßeRolle.
Schutzgebiete
GroßeTeilederLandschaŌsräumeBonnssindalsLandͲ
schaŌsschutzgebiete (LSG), geschützte LandschaŌsͲ
ďĞƐƚĂŶĚƚĞŝůĞ ;>Ϳ ŽĚĞƌ ĂůƐ EĂƚƵƌƐĐŚƵƚnjŐĞďŝĞƚĞ ;E^'Ϳ
ŐĞƐĐŚƺƚnjƚ͘ ŝĞƐĞ ǁĞƌĚĞŶ ǁŝĞĚĞƌƵŵ ŝŶ dĞŝůĞŶ ƺďĞƌůĂ
ŐĞƌƚ ĚƵƌĐŚ ĚĞŶ ^ĐŚƵƚnjƐƚĂƚƵƐ ǀŽŶ EĂƚƵƌĂ ϮϬϬϬͲ
ƚĞŶ;&ůŽƌĂͲ&ĂƵŶĂͲ,ĂďŝƚĂƚͲ'ĞďŝĞƚĞ͕ sŽŐĞůƐĐŚƵƚnjŐĞďŝĞƚĞͿ͘
ŝĞƐĞďŝůĚĞŶƺďĞƌĚŝĞ^ƚĂĚƚŐƌĞŶnjĞŶŚŝŶĂƵƐŐƌŽƘĞƌĞĂůĞ
ƵŶĚĞƌĨŽƌĚĞƌŶĞŝŶĞďĞƐŽŶĚĞƌĞ^ŽƌŐĨĂůƚƵŶĚĞŝŶĞĂƵƐŐĞͲ
ǁŽŐĞŶĞ^ƚƌĂƚĞŐŝĞnjǁŝƐĐŚĞŶ^ĐŚƵƚnjƵŶĚEƵƚnjƵŶŐ͘
ŝĞEĂƚƵƌƐĐŚƵƚnjŐĞďŝĞƚĞĂƵĨĚĞŵ^ƚĂĚƚŐĞďŝĞƚŽŶŶƐŝŶĚ
in den drei rechtskräŌigen LandschaŌsplänen SiegͲ
mündung, Ennert und KoƩenforst festgesetzt. Es sind
elf Naturschutzgebiete und weitere 24 LandschaŌsͲ
schutzgebiete ausgewiesen. Überwiegend setzen sich
dieSchutzgebieteausdenWaldŇächen,denLandwirtͲ
schaŌsŇächen sowie dem Rhein mit Rheinauenpark
njƵƐĂŵŵĞŶ͘
ZudemhatBonnimVergleichzurGesamƞlächeeinen
hohen Anteil europäischer Schutzgebiete (21,8ര%).
AktuellsindvierGebietealsFFH-Gebietegemeldet:
− ĞƌŶŶĞƌƚĂůƐdĞŝůĚĞƐ^ŝĞďĞŶŐĞďŝƌŐĞƐ;ϰϵϲŚĂͿ
− ŝĞ^ŝĞŐŵƺŶĚƵŶŐ;ϭϱϭŚĂͿ
− ĞƌZŽĚĚĞƌďĞƌŐ;ϯϯŚĂͿ
− DerKoƩenforst(2.457ha)

Insgesamtsind50,2ര%derGesamƞlächederStadtBonn
ĂůƐ^ĐŚƵƚnjŐĞďŝĞƚĞĂƵƐŐĞǁŝĞƐĞŶ͘
VerkehrsŇächen
Kommunale Verkehrsplanung war lange Zeit einseiƟg
ĂƵĨ ĚĂƐ ƵƚŽŵŽďŝů ĂƵƐŐĞƌŝĐŚƚĞƚ͘ ŝĞů ǁĂƌ ĚŝĞ ĂƵƚŽŐĞͲ
rechte Stadt, die unbegrenzte PKW-Mobilität für alle
Bürger*innen. Doch die Städte und Gemeinden liƩen
zunehmendunterdenAuswirkungenvonimmermehr
Straßen,Verkehrslärm,Parkplätzenundspäterdannder
darausresulƟerendenUmwelt-undLuŌverschmutzung.
DieFlächefürverkehrlicheInfrastrukturentspricht9,7ര%
derGesamƞläche.EntsprechendistdasheuƟgeStadtͲ
bild noch von breiten StraßenquerschniƩen geprägt.
DiesbirgtentsprechendgroßesPotenƟaleinerseitsfür
denUmweltverbund,derimMiƩelpunktderheuƟgen
Verkehrsplanung steht, als auch für eine Grün-Blaue
UmgestaltungvonVerkehrsräumen.
PrivateFreiŇächen
33,1ര%derGesamƞlächederStadtBonnsindbebaute
FlächeeinschließlichderdazugehörigenBaufelder.Die
Struktur, bedingt durch das historische StadtwachsͲ
tum, orienƟert sich zum Rhein hin und an die Hänge
desKoƩenforstes.BonnistdurchdreiverdichteteZenͲ
tren geprägt, die heuƟge AlƩstadt, als Hauptzentrum,
ergänztdurchdieZentrenBeuelundBadGodesberg.In
ĚŝĞƐĞŶĞƌĞŝĐŚĞŶĞƌŚƂŚƚƐŝĐŚĚĞƌŶƚĞŝůĂŶǀĞƌĚŝĐŚƚĞƚĞƌ
Block- undRandbebauungmitentsprechendgeringen
AnteilenangrünenGrundstücksŇächen.DieBlock-und
Randbebauung(12,2ര%)unddieverdichtetegemischte
Bebauung(16,0ര%)weiseneinenrelaƟvgeringerAnteil.
Die vorwiegende Bebauungsstruktur in Bonn wird
geprägtdurchEinzel-,Doppel-undReihenhäuser.Diese
machen 46,9ര% der bebauten Flächen aus. EntspreͲ
chend ist der Anteil an privaten FreiŇächen, die grün
gestaltetsindoderdasPotenƟaldafürhaben,sehrgroß.Seite 34 von 64
ŽŶŶĞƌ&ƌĞŝƌĂƵŵƉůĂŶ
ǁŝƐĐŚĞŶďĞƌŝĐŚƚ
ϯϯbgmrLandschaŌsarchitekten
tŽŚŶŶƵƚnjƵŶŐƵŶĚDŝƐĐŚŶƵƚnjƵŶŐ
;ŝŶǁŽŚŶĞƌĚŝĐŚƚĞƉƌŽĂƵĨĞůĚŶŝŵŵƚǀŽŶŚĞůůnjƵĚƵŶŬĞůnjƵͿ
'ĞǁĞƌďĞ
Dienstleistung,Verwaltungund(soziale)Infrastruktur
ďď͘ϭϭϰ StädtebaulicheNutzungennachWohnen,Gewerbe,Dienstleistung,Verwaltungund(soziale)InfrastrukturSeite 35 von 64
ŽŶŶĞƌ&ƌĞŝƌĂƵŵƉůĂŶ
ǁŝƐĐŚĞŶďĞƌŝĐŚƚ
ϯϰ bgmrLandschaŌsarchitektenSeite 36 von 64
ŽŶŶĞƌ&ƌĞŝƌĂƵŵƉůĂŶ
ǁŝƐĐŚĞŶďĞƌŝĐŚƚ
ϯϱbgmrLandschaŌsarchitekten
dZE^hE
,Zh^&KZZhE'ESeite 37 von 64
ŽŶŶĞƌ&ƌĞŝƌĂƵŵƉůĂŶ
ǁŝƐĐŚĞŶďĞƌŝĐŚƚ
ϯϲ bgmrLandschaŌsarchitekten
ϰ͘ , Zh^&KZZhE'E&mZ/KEEZ&Z/ZhDEdt/<>hE'
BonnsStadt-undFreiraumentwicklungwirdbeeinŇusst
ĚƵƌĐŚ ĞŝŶĞ sŝĞůnjĂŚů ĂŶ ZĂŚŵĞŶďĞĚŝŶŐƵŶŐĞŶ͘ 'ůĞŝĐŚͲ
zeiƟg wird jede Stadt durch übergeordnete naƟonale
oder auch internaƟonale Megatrends beeinŇusst. Sie
stellen aber die Stadt jeweils vor speziĮsche HerausͲ
forderungen, dievondenStädtenjeweilsmiteigenen
^ƚƌĂƚĞŐŝĞŶ ŐĞůƂƐƚ ǁĞƌĚĞŶ ŵƺƐƐĞŶ͘ ĂƌĂƵƐ ĞƌǁĂĐŚͲ
sen die Bonn-speziĮschen Herausforderungen an die
Freiraumentwicklung.
^ƚĂĚƚǁĂĐŚƐƚƵŵ ƵŶĚ sĞƌĚŝĐŚƚƵŶŐ͕ ƌƚĞŶƐƚĞƌďĞŶ ƵŶĚ
Biologische Vielfalt, Klimawandel, demograĮscher
tĂŶĚĞůƐŽǁŝĞĞǁĞŐƵŶŐƵŶĚ'ĞƐƵŶĚŚĞŝƚŝŶĚĞƌ^ƚĂĚƚ
sindsolcheMegatrends,diederzeitdiestädƟscheFreiͲ
raumentwicklungfordernundvorerheblicheAufgaben
ƐƚĞůůĞŶ͘
ϰ͘ϭ ^ ddt,^dhDhE&Z/ZhD
Bonn ist im Vergleich mit anderen Städten ähnlicher
EinwohnerzahlrelaƟvdichtbebautundwächstzudem
deutlich.BonnhateineEinwohnerdichtevon24രEW/ha
ƵŶĚĚĂŵŝƚ ĞŝŶĞ ŚƂŚĞƌĞŝĐŚƚĞ ĂůƐ<ĂƌůƐƌƵŚĞ͕ DƺŶƐƚĞƌ͕
DĂŶŶŚĞŝŵ ƵŶĚ ŝĞůĞĨĞůĚ͘ /Ŷ ĚĞƌ ^ŝĞĚůƵŶŐƐĚŝĐŚƚĞ ůŝĞŐƚ
Bonnmit72രEW/haleichtunterKarlsruhe(sieheAbbilͲ
dungen115und116).ImVergleichistjedochkeineder
hier betrachteten Städte so dicht besiedelt wie diese
ďĞŝĚĞŶ͘
Freiraumverfügbarkeit
InBonnstehenproEinwohner*in235രmϮ&ƌĞŝƌĂƵŵnjƵƌ
Verfügung– wenig im Vergleichmitanderen Städten.
ZurückzuführenistdiesaufdiedichtbesiedelteRegion
Köln/Bonn.Zudem kommt, dass die Bevölkerungüber
die letzten 20 Jahre konƟnuierlich gesƟegen ist.ϭ ŝĞƐ
gilt für die gesamte Region, entsprechend herrscht
1 BundesstadtBonn:BevölkerungsstaƟsƟk(Mai2020)
ein hoher Siedlungsdruck und daraus resulƟerend ein
hoherDruckaufdieLandschaŌsräume.
DieVerfügbarkeitmitErholungsŇächeproEinwohner*in
liegtmit34രmϮ/EWimunterenBereich.DasMonitoring
zum IFS 2017 hat die Erreichbarkeit von GrünŇächen
analysiert. Als Annahme wurde für eine sehr gute
Erreichbarkeit eine Enƞernung (LuŌlinie) zur GrünŇäͲ
chevonmaximal250രmangesetzt,diesentsprichtden
neuen OrienƟerungswerten des Masterplans StadtnaͲ
tur (300രm).Ϯ Trotz der geringen ErholungsŇäche pro
Einwohner*inistdieErreichbarkeitlautIFSMonitoring
ϮϬϭϳŐƌƂƘƚĞŶƚĞŝůƐƐĞŚƌŐƵƚ͘
MehrfacheInnenentwicklung
Bonn ist bestrebt seine InnenentwicklungspotenƟale
unter dem Ansatz der mehrfachen Innenentwicklung
auszuschöpfen.DasbringtaberauchgesteigerteAnforͲ
derungenandieFreiräume,besondersindenohnehin
schondichtereninnerstädƟschenQuarƟeren,mitsich.
ŝĞ,ĞƌĂƵƐĨŽƌĚĞƌƵŶŐǁŝƌĚĚĂŚĞƌƐĞŝŶ͕ĚŝĞ^ƚƌĂƚĞŐŝĞĚĞƌ
mehrfachen Innenentwicklungzustärken.Somit muss
die Verdichtung der Stadt gleichzeiƟg mit einer qualiͲ
Įzierten Grünentwicklung einhergehen sowie einem
ErhöhenderklimaschonendenMobilitätsopƟonen.Das
ďĞŝŶŚĂůƚĞƚ
− dieSicherungundQualiĮzierungvonöīentliͲ
chenGrünŇächen,insbesondereimverdichteten
^ŝĞĚůƵŶŐƐƌĂƵŵ͕
− dieSchaīungvonneuenkleinerengrünenOasen,
− dieNutzungderbebautenOberŇächederStadtin
&ŽƌŵǀŽŶĂĐŚͲƵŶĚ&ĂƐƐĂĚĞŶďĞŐƌƺŶƵŶŐƐŽǁŝĞ
− dieQualiĮzierungderStraßenräumehinsichtlich
derAufenthaltsqualitätundGrünausstaƩungund
Ϯ ƵŶĚĞƐƐƚĂĚƚŽŶŶ͗ĞƌŝĐŚƚnjƵŵ&ƌĞŝƌĂƵŵ DŽŶŝƚŽƌŝŶŐĚĞƌƵŶĚĞƐƐƚĂĚƚ
Bonn2017;HochschuleWeihenstephan-TriesdorfundDeutschesInsƟtutfürUrbanis-
ƟkgGmbH(Difu):„Stadtnaturerfassen,schützen,entwickeln“–Naturschutzfachliche
ĞŐůĞŝƚƵŶŐĚĞƌhŵƐĞƚnjƵŶŐĚĞƐDĂƐƚĞƌƉůĂŶƐ^ƚĂĚƚŶĂƚƵƌ͗^ĐŚůƵƐƐďĞƌŝĐŚƚ;ϮϬϮϮͿ
MehrfacheInnenentwicklung
DemintegriertenEntwicklungsprinzipder„MehrfachenInnenentwicklung“entsprechendsolleinebaulicheundfunkƟonaleInnen-
entwicklung(imSinneeinerkompaktenStadtderkurzenWege)miteinerErgänzungundQualiĮzierungdesGrünssowiemiteiner
ErhöhungderklimaschonendenMobilitätsopƟonenkombiniertwerden,umdiemöglichennegaƟvenFolgenbaulicherVerdichtung
(Versiegelung,VerkehrsauŅommen,VerletzlichkeitimZugedesKlimawandels)vonvornhereinzuminimieren.Soverstandenermög-
lichtdie„MehrfacheInnenentwicklung“dieUmsetzungvonortsangepasstenbaulichenundfunkƟonalenDichtenundgleichzeiƟg
dieChance,dieQuanƟtätundQualitätdesFreiraumszuerhöhen,dieMobilitätsangebotevorOrtzuopƟmierenundeinenwichƟgen
BeitragzurKlimaanpassungzuleisten.(Quelle:AgglomeraƟonsprogrammRegionKöln/Bonn(2021))Seite 38 von 64
ŽŶŶĞƌ&ƌĞŝƌĂƵŵƉůĂŶ
ǁŝƐĐŚĞŶďĞƌŝĐŚƚ
ϯϳbgmrLandschaŌsarchitekten
− dasKonzept„StadtderkurzenWege“unddamit
eineVeränderungdesModalSplitzugunstender
Langsamverkehre.

So kann mit mehrfacher Innenentwicklung die Stadt
dichter, aber gleichzeiƟg grüner werden, indem neue
GrünpotenƟale erschlossen und bestehende qualiĮͲ
njŝĞƌƚǁĞƌĚĞŶ͘
DruckaufAußenŇächensteigt
BonnproĮƟertvonseinengroßenLandschaŌsräumen,
wiez.B.demKoƩenforst,demEnnertundderSiegaue.
Durch den Siedlungsdruck und die knapper werdenͲ
den InnenentwicklungsŇächen wird ein starker Druck
auf die Ränder der Stadt ausgeübt, besonders auf
landwirtschaŌlichgenutzteFlächen,wieetwadasvon
SiedlungsŇäche umschlossene Messdorfer Feld. Die
LandwirtschaŌsŇächenmachenzudeminBonnbereits
einen sehr geringen Teil der Flächen im Vergleich zu
anderenStädtenaus.
ĂƌƺďĞƌ ŚŝŶĂƵƐ ǁĂĐŚƐĞŶ ĂƵĐŚ ĚŝĞ ƵŵůŝĞŐĞŶĚĞŶ
EĂĐŚďĂƌŐĞŵĞŝŶĚĞŶ ƵŶĚ ǁĞŝƐĞŶ ŶĞƵĞƐ ĂƵůĂŶĚ ĂƵƐ͘
Somit rücken die angrenzenden Kommunenmit ihren
ŽŶŶϮϬϮϭ
24EW/ha
t͗ϯϯϱ͘ϵϳϱ
ŽŶŶϮϬϮϭ
72EW/ha
<ĂƌůƐƌƵŚĞϮϬϮϬ
17EW/ha
t͗ϮϮϵ͘ϳϴϱ
<ĂƌůƐƌƵŚĞϮϬϮϬ
74EW/ha
DƺŶƐƚĞƌϮϬϮϭ
10EW/ha
t͗ϯϭϲ͘ϰϬϯ
DƺŶƐƚĞƌϮϬϮϭ
43EW/ha
DĂŶŶŚĞŝŵϮϬϮϭ
22EW/ha
t͗ϯϮϲ͘ϬϬϴ
DĂŶŶŚĞŝŵϮϬϮϭ
60EW/ha
ŝĞůĞĨĞůĚϮϬϮϬ
13EW/ha
t͗ϯϯϵ͘ϰϭϵ
ŝĞůĞĨĞůĚϮϬϮϬ
59EW/ha
ďď͘ϭϭϱ EinwohnerdichtefünfdeutscherGroßstädteinEinwohner/haGesamtstadƞläche
Quelle:BevölkerungsstaƟsƟkStadtBonnam31.12.2021,OpendataderStadtBonn;StaƟsƟschesJahrbuch2021Karslruhe;Jahres-StaƟsƟk2021derStadtMünster;
StadtMannheim,KommunaleStaƟsƟkstelle,StadtMannheim-AuszugausdemLiegenschaŌskataster,FB61;StadtBielefeldStaƟsƟkkompakt2022
ďď͘ϭϭϲ SiedlungsdichtefünfdeutscherGroßstädteinEinwohner/haBebauterFlächederStadt
Quelle:BevölkerungsstaƟsƟkStadtBonnam31.12.2021,OpendataderStadtBonn;StaƟsƟschesJahrbuch2021Karslruhe;Jahres-StaƟsƟk2021derStadtMünster;
StadtMannheim,KommunaleStaƟsƟkstelle,StadtMannheim-AuszugausdemLiegenschaŌskataster,FB61;StadtBielefeldStaƟsƟkkompakt2022
ďď͘ϭϭϳ SuchräumefürStädtebauprojekte(Kreise)und
PlanungsumgriīRahmenplanungBundesviertel(Umrandung)Seite 39 von 64
ŽŶŶĞƌ&ƌĞŝƌĂƵŵƉůĂŶ
ǁŝƐĐŚĞŶďĞƌŝĐŚƚ
ϯϴ bgmrLandschaŌsarchitekten
Siedlungsbereichen immer näher an das Bonner
Stadtgebietheran.DasProjektGrünesChatdieseProͲ
blemaƟk aufgegriīen und über die DeĮniƟon einer
grenzüberschreitendenGebietskulissedenverbleibenͲ
ĚĞŶ &ƌĞŝƌĂƵŵ njǁŝƐĐŚĞŶ ĚĞŶ ^ŝĞĚůƵŶŐĞŶ ĞƌŚĂůƚĞŶ ƵŶĚ
weiterentwickelt.
AuchderKlimaschutzträgteinenBeitragzumDruckauf
dieAußenŇächenbei.BeiderStandortsuchefürerneuͲ
erbareEnergien,wiePhotovoltaikanlagenundWindenͲ
ergie,werdengroßeFreiŇächenbenöƟgt.
Womöglich,Mehrfachnutzung
ĂƌĂƵƐ ĞƌŐĞďĞŶ ƐŝĐŚ ƵĨŐĂďĞŶ Ĩƺƌ ĚŝĞ &ƌĞŝƌĂƵŵĞŶƚͲ
wicklung für die kommenden Jahre. Vorhandene FläͲ
ĐŚĞŶ͕ ĚŝĞ ĚĞƌ ǁŽŚŶŽƌƚŶĂŚĞŶ ƌŚŽůƵŶŐ ĚŝĞŶĞŶ͕ Őŝůƚ ĞƐ
besonders zu sichern und zu qualiĮzieren. Strategien
derMulƟcodierungvonFlächensindhiervonbesondeͲ
ƌĞƌĞĚĞƵƚƵŶŐ͘ tĞƐĞŶƚůŝĐŚǁŝƌĚĞŝŶĞǀŽƌĂƵƐƐĐŚĂƵĞŶĚĞ
FreiŇächenpoliƟk sein, die bei dem prognosƟzierten
Stadtwachstum eine zukünŌige Freiraumentwicklung
ĞƌŵƂŐůŝĐŚƚƵŶĚĚŝĞŝŶƐďĞƐŽŶĚĞƌĞĂƵĐŚĚĞŶƵƐďĂƵƵŶĚ
die QualiĮzierung von innerstädƟschen GrünŇächen
ƵŶĚ tĞŐĞŶĞƚnjĞŶ͕ ĚŝĞ ĚĞŶ ĚŝĐŚƚ ďĞďĂƵƚĞŶ ĞƌĞŝĐŚĞŶ
ŐƵƚnjƵŐĞŽƌĚŶĞƚƐŝŶĚ͕ǁĞŝƚĞƌďĞĨƂƌĚĞƌƚ͘
ŽŶŶϮϬϮϭ
ϮϯϱŵϮ/EW <ĂƌůƐƌƵŚĞϮϬϮϬ
ϯϰϱŵϮ/EW DƺŶƐƚĞƌϮϬϮϭ
ϲϮϰŵϮ/EW DĂŶŶŚĞŝŵϮϬϮϭ
ϮϭϳŵϮ/EW ŝĞůĞĨĞůĚϮϬϮϬ
ϰϲϬŵϮ/EW
ďď͘ϭϭϴ &ƌĞŝƌĂƵŵĚŝĐŚƚĞŝŶYƵĂĚƌĂƚŵĞƚĞƌƉƌŽŝŶǁŽŚŶĞƌΎŝŶ
Quelle:BevölkerungsstaƟsƟkStadtBonnam31.12.2021,OpendataderStadtBonn;StaƟsƟschesJahrbuch2021Karslruhe;Jahres-StaƟsƟk2021derStadtMünster;
StadtMannheim,KommunaleStaƟsƟkstelle,StadtMannheim-AuszugausdemLiegenschaŌskataster,FB61;StadtBielefeldStaƟsƟkkompakt2022
ϯϰ ErholungsŇächen
LandwirtschaŌsŇächen
Wälder
WasserŇächen
ϰϮ
ϭϯϭ ϭϰϴ
Ϯϯ ϯϬ ϯϯ
ϭϬϲ
ϱϲ
Ϯϯ ϰϯ
Ϯϱϰ
ϭϱϴ
ϱ
ϰϭϵ
ϭϱϲ
ϭϵ
ϲϯ
ϭϮϬ
ϭϴSeite 40 von 64
ŽŶŶĞƌ&ƌĞŝƌĂƵŵƉůĂŶ
ǁŝƐĐŚĞŶďĞƌŝĐŚƚ
ϯϵbgmrLandschaŌsarchitekten
Bei knappen Flächen werden Mehrfachnutzungen
anzustreben sein, Nischen (z.B. Poket Parks) müssen
akƟviert,Dächer,StellplätzeundStraßenalsFreiŇächen
qualiĮziert werden. Weitere FreiraumpotenƟale sind
zu erkunden und zu heben. Die Bezüge in die Region
werdenzuqualiĮzierenseinunddieschonguteZusamͲ
menarbeit(BeispielGrünesC)nochstärkerausgebaut
ǁĞƌĚĞŶ͘
ϰ͘Ϯ BIODIVERSITÄT,ARTENSCHUTZUND
EdhZZ>E
Bonnsichertmitca.7.100രhaSchutzgebietennachdem
EĂƚƵƌƐĐŚƵƚnjƌĞĐŚƚϯ eine reiche Auswahl an NaturräuͲ
men in der Stadt, dies entspricht rund der HälŌe des
Stadtgebiets.DieSchutzgebietesindwichƟgerBestandͲ
teildesBiotopverbundsystemsNRW.DiecharakterisƟͲ
schen, naturräumlichen Strukturen bildet neben dem
KoƩenforst,demSiebengebirge(Ennert)unddemFFH-
'ĞďŝĞƚ ^ŝĞŐĂƵĞ ĚĞƌ ZŚĞŝŶ͕ ĚĞƌ ŝŶ ^ƺĚͲ EŽƌĚͲZŝĐŚƚƵŶŐ
zentraldurchdasStadtgebietverläuŌ.
Die ausgewiesenen Schutzgebiete decken nur einen
Teil der für Biodiversitätssicherung und Naturerleben
bedeutsamen Flächen ab. Stadt und Natur in räumliͲ
cher Nähe sind ein Merkmal städƟscher LebensqualiͲ
tät,daszunehmendanBedeutunggewinnt.Diesmacht
sich durch den steigenden Nutzungsdruck auf die
unterschiedlichenFreiŇächeninBonnbemerkbar.Eine
zunehmende EvenƟsierung von GrünŇächen stellt die
^ƚĂĚƚǀŽƌŶĞƵĞ,ĞƌĂƵƐĨŽƌĚĞƌƵŶŐĞŶ͘
BiodiversitätalsZukunŌsaufgabe
Für eine zukunŌsfähige Freiraumentwicklung wird
ŶĞďĞŶĚĞŶ^ĐŚƵƚnjŐĞďŝĞƚĞŶĚŝĞŐĞƐĂŵƚĞ^ƚĂĚƚŝŵ^ŝŶŶĞ
derBiodiversitätmiteinbezogen.MitdemWiesenproͲ
ŐƌĂŵŵ ŝŵ ZĂŚŵĞŶ ĚĞƐ >ĂďĞů ^ƚĂĚƚŐƌƺŶ ŶĂƚƵƌŶĂŚ ŝƐƚ
Bonn dahingehend erste SchriƩe gegangen und auch
ĚƵƌĐŚ ĚĂƐ ŵƚ Ĩƺƌ hŵǁĞůƚ ƵŶĚ ^ƚĂĚƚŐƌƺŶ ǁĞƌĚĞŶ
diverse WiesenŇächen extensiv in der Stadt gepŇegt.
In den dichten stark versiegelten Innenbereichen AltͲ
stadtundZentrumBeuelsindweitereinnovaƟveMaßͲ
nahmenimBestandaufknappenFlächengefragt,z.B.
Dachbegrünung als Biodiversitätsdach und FassadenͲ
begrünung oder eine artenreiche GrünausstaƩung
auchaufkleinenGrünŇächenundderBegrünungvon
AbstandsŇächenundVerkehrsgrün.
Artenschutz
ObwohlderArtenschutzbeiderStadtentwicklungund
derBauleitplanungindenvergangenenJahrenzunehͲ
mend in den Fokus gerückt wurde, gibt es bei vielen
schützenswerten Arten negaƟve BestandsentwicklunͲ
gen.InletzterZeitsindauchbeidenArtenderoīenen
FeldŇur,derenBeständelangeZeitalsstabilgalten,teilͲ
weise starke Rückgänge festzustellen. Das Stadtgebiet
ĚĞƌƵŶĚĞƐƐƚĂĚƚŽŶŶƵŵĨĂƐƐƚŝŶƐďĞƐŽŶĚĞƌĞŝŵEŽƌĚĞŶ
undWestennochFreiŇächen,dieacker-undgemüseͲ
ďĂƵůŝĐŚ ŽĚĞƌ ĂůƐ 'ƌƺŶůĂŶĚ ŐĞŶƵƚnjƚ ǁĞƌĚĞŶ͘ ďĞŶĨĂůůƐ
indiesemBereichgibteszunehmendFlächen,dieder
3 LandschaŌsschutzgebiete,NaturschutzgebieteundgeschützteLand-
schaŌsbestandteile,einschließlichFFH-Gebiete
Herausforderungen
н ŽŶŶŝƐƚĞŝŶĞǁĂĐŚƐĞŶĚĞ^ƚĂĚƚ
н ŽŶŶůŝĞŐƚŝŶĞŝŶĞŵƌĞŐŝŽŶĂůĞŶ
tĂĐŚƐƚƵŵƐƌĂƵŵ
н MehrfacheInnenentwicklungunterderPräͲ
missevonhohenFreiraumqualitäten
н DruckauflandwirtschaŌlicheFlächendurch
BevölkerungsansƟegundEnergiewende
Aufgaben
н Flächensicherung
н FreiraumqualiĮzierung/-proĮlierung
н PoketParksalskleinegrüneOasen
qualiĮzieren
н Mehrfachnutzungvorhandener‚grauer‘FläͲ
chen(StrategienderMulƟcodierung)
н PotenƟalevonhalböīentlichenFlächennutzen
ƵŶĚĂƵƐďĂƵĞŶ
н WegeindieLandschaŌherstellenundvorhanͲ
denequaliĮzieren
н ZĞŐŝŽŶĂůĞƵƐĂŵŵĞŶĂƌďĞŝƚǁĞŝƚĞƌĂƵƐďĂƵĞŶSeite 41 von 64
ŽŶŶĞƌ&ƌĞŝƌĂƵŵƉůĂŶ
ǁŝƐĐŚĞŶďĞƌŝĐŚƚ
ϰϬ bgmrLandschaŌsarchitekten
naturschutzfachlichen KompensaƟon von BebauungsͲ
plänen und Straßenbauprojekten dienen und somit
langfrisƟgdemNatur-undArtenschutznutzensollen.ϰ
AnimalAidedDesign
UnterdemBegriīdesAnimalAidedDesignswirdeine
Strategieverstanden,diedasSchaīenvonWohnraum
und die städtebauliche Entwicklung mit der EntwickͲ
lungvon HabitatenfürTiere verknüpŌ.ImHuckepack
derStadtentwicklungwerdengleichzeiƟg‚Wohnungen‘
fürTiereinderStadtangelegt.BesƟmmtegebäudebrüͲ
tende Vögel, Fledermäuse, Amphibien, RepƟlien und
Insekten können im städƟschen Kontext gute LebensͲ
bedingungen Įnden. Das Konzept des Animal Aided
Designs berücksichƟgt dabei den Jahreszyklus der
ũĞǁĞŝůŝŐĞŶ>ĞŝƚĂƌƚĞŶ͘
GewässeralsOrtederBiodiversität
DieGewässerlandschaŌen,sprichdiezahlreichenkleiͲ
nenundgroßenBächeundderRhein,bietenwichƟge
Lebensräume für Flora und Fauna und sind bedeuͲ
tende Verbundräume aufgrund ihrer linearen AuspräͲ
gung. Mit dem Bachentwicklungsplan von 2008 und
dergeplantenGewässerentwicklungenimRahmender
tĂƐƐĞƌƌĂŚŵĞŶƌŝĐŚƚůŝŶŝĞ ǁƵƌĚĞŶ ďĞƌĞŝƚƐ ĞŝŶŝŐĞ DĂƘ
nahmenfürdenErhaltunddieNeuanlagevongewäsͲ
serbezogene Lebensräumen umgesetzt, z.B. Rückbau
einesQuerbauwerkesamKatzenlochbach.SolcheMaßͲ
nahmen der Gewässerentwicklung bieten sich auch
an,diesemitderFreiraumentwicklungunddemLandͲ
schaŌserlebenzuverknüpfen.
NaturerfahrunginderStadt
Naturerleben kann in den großen LandschaŌsräumen
derSiegaueoderdemKoƩenforsterfolgen,aberauch
inkleinenRäumenimbesiedeltenGebiet,wiez.B.die
ƺŶĞdĂŶŶĞŶďƵƐĐŚ͘ KƌƚĞĚĞƐEĂƚƵƌĞƌůĞďĞŶƐĞŝŶůĂĚĞŶĚ
zu gestalten, sind Aufgaben der Freiraumplanung.
GleichzeiƟg müssen durch eine geschickte BesucherͲ
lenkung und aƩrakƟve alternaƟve Angebote KonŇikte
zwischenErholungssuchenden,LandwirtschaŌ/Forsten
ƵŶĚĚĞŵEĂƚƵƌƐĐŚƵƚnjƌĞĚƵnjŝĞƌƚǁĞƌĚĞŶ͘
Auchdie38Streuobstwiesen,welchesichandenRänͲ
dernderSiedlungsbereichekonzentrieren,tragenzum
EĂƚƵƌĞƌůĞďĞŶŝŶĚĞƌ^ƚĂĚƚďĞŝ͘ƵĚĞŵŚĂƚĚŝĞ^ƚĂĚƚŽŶŶ
mitdemHausderNaturunddenNaturlehrpfadenneue
AngebotefürdieNaturbildunggeschaīen.
,ĞƌĂƵƐĨŽƌĚĞƌƵŶŐ ŝƐƚ ĞƐ͕ ĚĂƐ EĂƚƵƌĞƌůĞďĞŶ ƐŽǁŝĞ ĂƵĐŚ
ĚŝĞEĂƚƵƌďŝůĚƵŶŐŝŶĚŝĞĚŝĐŚƚďĞƐŝĞĚĞůƚĞŶĞƌĞŝĐŚĞĚĞƌ
4 ArtenschutzkonzeptBonnNord-West(2017)
Stadtzubringen.Dazudienenauchkleinerebegrünte
Flächen,dieaufSchulhöfen,SportanlagenoderinParks
alsRückzugsräumegenutztwerdenkönnen.
Herausforderungen
н DichteStadt–GrüneStadt?
н ƌƚĞŶƐƚĞƌďĞ
н ŝŽůŽŐŝƐĐŚĞsŝĞůĨĂůƚŝŵĚŝĐŚƚďĞƐŝĞĚĞůƚĞŶZĂƵŵ
н Biotopverbund
н dĞŝůŚĂďĞƵŶĚEĂƚƵƌĞƌůĞďĞŶ
н NutzungsdruckaufFlächen
Aufgaben
н FörderungderBiodiversität
н Arten-undBiotopschutz
н hŵƐĞƚnjƵŶŐĚĞƌDĂƘŶĂŚŵĞŶ>ĂďĞů^ƚĂĚƚ'ƌƺŶ
н Lenkungskonzepteindenwertvollen
Naturräumen
н AnreicherungderLebensstäƩeninderStadt-
ŶŝŵĂůŝĚĞĚĞƐŝŐŶSeite 42 von 64
ŽŶŶĞƌ&ƌĞŝƌĂƵŵƉůĂŶ
ǁŝƐĐŚĞŶďĞƌŝĐŚƚ
ϰϭbgmrLandschaŌsarchitekten
ďď͘ϭϭϵ BiodiversitätundSchutzgebiete
EĂƚƵƌŶĂŚĞƌ^ƉŝĞůƉůĂƚnj
KďƐƚůĞŚƌƉĨĂĚ
>ĞŚƌƉĨĂĚĚĞƌƌƚĞŶǀŝĞůĨĂůƚŝŶĚĞƌ^ƚĂĚƚ
EĂƚƵƌďĞŽďĂĐŚƚƵŶŐƐƐƚĞůůĞ
,ĂƵƐĚĞƌEĂƚƵƌ
WildƟergehege
ĐŚƚƐĂŵŬĞŝƚƐƉĨĂĚ
EĂƚƵƌƐĐŚƵƚnjŐĞďŝĞƚ
LandschaŌsschutzgebiet
FFH-Gebiet
^ƚƌĞƵŽďƐƚǁŝĞƐĞŶ
tŝĞƐĞŶƉƌŽŐƌĂŵŵ;ĂƵƐ>ĂďĞů^ƚĂĚƚ'ƌƺŶĚĞƌ^ƚĂĚƚŽŶŶͿ
ArtenreicheStaudenbeete,Säume,Blühinseln,Hecken,
ŝŽƚŽƉĞůĞŵĞŶƚĞ;ĂƵƐ>ĂďĞů^ƚĂĚƚ'ƌƺŶĚĞƌ^ƚĂĚƚŽŶŶͿSeite 43 von 64
ŽŶŶĞƌ&ƌĞŝƌĂƵŵƉůĂŶ
ǁŝƐĐŚĞŶďĞƌŝĐŚƚ
ϰϮ bgmrLandschaŌsarchitekten
ϰ͘ϯ <>/ DEW^^hE'hE
Z^^KhZE^,hd
Der Klimawandel stellt die Städte vor immer größere
Herausforderungen, die schon heute zu spüren sind.
DasbedeuteteineZunahme:
− vonlokalenStarkregenereignissen
− vonlängerenTrockenperioden
− ĚĞƌŶnjĂŚůĚĞƌ^ŽŵŵĞƌͲƵŶĚ,ŝƚnjĞƚĂŐĞƵŶĚ
− derNächtemiteinerTemperaturvonüber20°C
(Tropennächte).
Derzeit werden für Bonn mit dem MUTABOR-Projekt
szenarienbasierteKlimaanpassungsmaßnahmenunterͲ
suchtundderAnpassungseīektbewertet.Grundlagen
zuraktuellenSituaƟondesStadtklimasundplanungsreͲ
levanteHinweiselieferndieAnalyseergebnisse/-karten
derStadtklimaanalyseZURESausdemJahr2018.
FreiräumesindKühlräume
Mit den umliegenden landwirtschaŌlichen Flächen und
besondersmitdenWäldernundBachtälern,diesichbisin
dieStadtziehen,verfügtBonnübergroßenächtlicheKalt-
und FrischluŌentstehungsgebiete am Stadtrand. Zudem
bieten die größeren innerstädƟschen Grün- und FreiŇäͲ
cheneinhohesbissehrhohesAusgleichspotenƟalanHitͲ
njĞƚĂŐĞŶ͘/ŶĚĞŶŚŽĐŚǀĞƌĚŝĐŚƚĞƚĞŶĞƌĞŝĐŚĞŶ͕ǁŝĞnj͘͘ĚĞƌ
ůƚƐƚĂĚƚŽĚĞƌŝŵĞŶƚƌƵŵĞƵĞůĨĞŚůĞŶĚŝĞƐĞŐƌŽƘĞ
lastungsräume. Dies wirktsich besonders aufvulnerable
Gruppenaus,welchevondersteigendenHitze-undTrokͲ
kenbelastungzusätzlichbelastetundeingeschränktsind.
HierwerdenkleinenFreiräume,begrünteHinterhöfeund
klimaangepassteStraßenraumimmerbedeutsamer.
BäumealskühlendeElemente
Eine wichƟge Rolle im Stadtraum nehmen die Bäume
ein, diese können die Temperatur in der Stadt besonͲ
ders stark beeinŇussen. Zum einen spenden Bäume
SchaƩen und reduzieren ein extremes auĬeizen von
versiegelten Flächen, zum anderen können StadtͲ
bäumemitƟefgründigenWurzelnvielWasseraufnehͲ
men. Durch Verdunstung entsteht vor allem während
derwarmenJahreszeiteingrößerKühlungseīektinden
ĚŝĐŚƚďĞƐŝĞĚĞůƚĞŶ ĞƌĞŝĐŚĞŶ͘ ĞƌnjĞŝƚ ǁŝƌĚ ŝŶ ŽŶŶ ĞŝŶ
Baumkonzepterarbeitet,mitHilfedessenneueBaumͲ
standorteinderStadtgeschaīenwerdensollen.
ÜberŇutungsvorsorgeinderdichtenStadt
Dŝƚ ĚĞŵ <ůŝŵĂǁĂŶĚĞů ǁĞƌĚĞŶ ŶŝĐŚƚ ŶƵƌ ŚŽĐŚ ǀĞƌƐŝĞͲ
gelte und dicht bebaute Stadträume heißer und trokͲ
kener,sondernauchderRisikofaktorfürdieFolgenvon
zunehmendenStarkregenereignissen.Deshalbmüssen
für die ÜberŇutungsvorsorge zukunŌsweisende KonͲ
zepte im Sinne der Schwammstadt entwickelt und
umgesetzt werden. Zielstellung ist die Entkoppelung
der Regenentwässerung von der KanalisaƟon und der
RückhaltvonWasser,dieVerdunstungzurKühlungund
der Versickerung von Wasser zur GrundwasserneuͲ
bildung. Die kann im LandschaŌsraum, aufGrün- und
FreiŇächen, in Straßen und auf Dächern staƪinden-
kurzumaufdergesamtenOberŇächederStadt.Dafür
ĞƌĂƌďĞŝƚĞƚ ĚŝĞ ^ƚĂĚƚ ŽŶŶ ĚĞƌnjĞŝƚ ŝŵ ZĂŚŵĞŶ ĞŝŶĞƐ
SchwammstadtkonzepteszielgenaueMaßnahmen.
WasseralsRessource
WasseristeinLebensmiƩel,dasinBonninzweiGrundͲ
wasserwerkeninderSiegaueundzumüberwiegendem
TeilausderWahnbachtalsperregefördertwird.GleichͲ
zeiƟgwirdfastimgesamtenStadtgebietdasRegenwasͲ
serinderMischwasserkanalisaƟonabgeführtundsteht
ŶŝĐŚƚŵĞŚƌ
− njƵƌsĞƌĚƵŶƐƚƵŶŐƵŶĚ<ƺŚůƵŶŐĚĞƌ^ƚĂĚƚ
− zurVersorgungderVegetaƟon,insbesonderefür
BäumemitWasserinHitzeperioden
− zurVersickerungunddamitzurStärkung
desLandschaŌswasserhaushaltsundder
'ƌƵŶĚǁĂƐƐĞƌŶĞƵďŝůĚƵŶŐ
njƵƌ sĞƌĨƺŐƵŶŐ͘ /ŶƐďĞƐŽŶĚĞƌĞ ǀŽƌ ĚĞŵ ,ŝŶƚĞƌŐƌƵŶĚ
des zunehmenden Zusammentreīens von Hitze- und
Trockenperioden (‚dry spells‘) wird deutlich, dass
RegenwasserkeinAbwasserist,dasinderKanalisaƟon
abgeführtwerdendarf,sondern im SinnedesPrinzips
der Schwammstadt und SchwammlandschaŌ in der
ZĞŐŝŽŶĂůƐZĞƐƐŽƵƌĐĞŐĞŚĂůƚĞŶƵŶĚŐĞŶƵƚnjƚǁŝƌĚ͘
Herausforderungen
н UrbaneHitzeundTrockenheit
н AuswirkungendesKlimawandelsaufvulneͲ
rableGruppen
н UrbaneÜberŇutungdurch
Starkregenereignisse
н schnellesWachstummitentsprechendem
Flächenverbrauch
н NachverdichtungundInnenentwicklungentͲ
koppeltvonnegaƟvenUmwelteinŇüssen
Aufgaben
н EineintegriertehitzeangepassteundwassersenͲ
sibleStadtentwicklungaufallenOberŇächen
н SchaīungvonklimaƟschenEntlastungsräumen
trotzNachverdichtungundInnenentwicklung
н tĂƐƐĞƌĂůƐZĞƐƐŽƵƌĐĞŝŶĚĞƌ^ƚĂĚƚƵŶĚ
schaŌhaltenundnutzen
н UmsetzenderPrinzipienderSchwammstadt
undSchwammlandschaŌSeite 44 von 64
ŽŶŶĞƌ&ƌĞŝƌĂƵŵƉůĂŶ
ǁŝƐĐŚĞŶďĞƌŝĐŚƚ
ϰϯbgmrLandschaŌsarchitekten
ďď͘ϭϮϬ BachsysteminBonnüberlagertmitStarkregengefahrenhinweisenNordrhein-WesƞalenundFreiŇächenmitsehrhoherbioklimaƟscherBedeu-
ƚƵŶŐ(Quelle:GeoBasis-DE/BKG(2022)
FreiŇächenmitbioklimaƟscherBedeutung
FreiŇächenmitsehrhoherbioklimaƟscherBedeutung
Bachoīen
ĂĐŚǀĞƌƌŽŚƌƚ
KaltluŌleitbahn
(ZURES2019:PlanungshinweiskarteNachtsituaƟon
/ƐƚͲƵƐƚĂŶĚͿ
0,1-0,5 m
0,5-1 m
1-2 m
2-4 m
>4 m
Wasserhöhen(extremesRegenereignis)Seite 45 von 64
ŽŶŶĞƌ&ƌĞŝƌĂƵŵƉůĂŶ
ǁŝƐĐŚĞŶďĞƌŝĐŚƚ
ϰϰ bgmrLandschaŌsarchitekten
ϰ͘ϰ SPORT,BEWEGUNGUND
'^hE,/d
FreiräumehabeneinegroßeBedeutungfürdieGesundͲ
heit.DiestädƟschenPark-undGrünanlagensowiedie
LandschaŌsräume werden vermehrt zur Bewegung,
zumJoggen, Spazierengehenoder Radfahrengenutzt.
^ŝĐŚĞƌĞ ƵŶĚ ĞŝŶůĂĚĞŶĚĞ tĞŐĞ ŝŶ ĞŝŶĞƌ ĂŶŐĞŶĞŚŵĞŶ
KulissesindhierfürdieVoraussetzung.AufKinderspielͲ
plätzen wird gebuddelt, balanciert und gekleƩert und
Geschicklichkeitdamitgeübt.Jugendlichebolzen,spieͲ
lenBeachvolleyball,fahrenmitdenDirt-undMountainͲ
bikesoderInlineskatesdurchdieStadtundLandschaŌ.
CathleƟcs, Hoodtraininig oder Parcouring sind BeweͲ
gungsarten, die Ausdauer, Gleichgewicht und KraŌ
fordern.DieGrünräumederStadtsinddamitOrteder
ĞǁĞŐƵŶŐƵŶĚ'ĞƐƵŶĚŚĞŝƚ͘
Dieser Trend ‚Sport erobert die Freiräumeder Städte‘
ŝƐƚďƵŶĚĞƐǁĞŝƚĨĞƐƚnjƵƐƚĞůůĞŶ͘
ParkalsSporƞläche
ƵĐŚŝŶ ŽŶŶ njĞŝĐŚŶĞƚ ƐŝĐŚ ĚĞƌ dƌĞŶĚ ĚĞƌŝŶĨŽƌŵĞůůĞŶ
SportnutzungimParkab.VermehrtnutzenVereinebei
gutemWeƩernahgelegeneParkanlagen.Freizeitsport-
und Yogagruppen treīen sich für das gemeinsame
BewegenimöīentlichenGrünraum.DieStadtBonnförͲ
dert diesenTrend. Im RahmendesProgramms „Sport
imPark“werdenindenSommermonatenansechsverͲ
ƐĐŚŝĞĚĞŶĞŶKƌƚĞŶŝŶ'ƌƺŶĂŶůĂŐĞŶĂŶĨƺŶĨďĞŶĚĞŶĚŝĞ
WocheSportkurseangeboten.WeiterhinhatdieStadt
BonnbereitszweiSportboxeninderStadtaufgestellt.
ÜberdiesekönnenNutzer*innenkostenfreiSport-und
SpielequipmentausleihenundvorOrtnutzen.
DiesstelltallerdingseinezusätzlicheBelastungfürdie
GrünŇächendar.LängereTrocken-undDürrezeitenim
SommerunddieweitereNutzungdurchSportgruppen
belastendieseFlächenstärkeralsfrüher,mitderFolge,
dasssieteilweiseinMitleidenschaŌgezogenwerden.
Nutzungvs.Naturschutz
Wandern, Radfahren undMountainbiking sindbeliebte
FreizeitbeschäŌigungen in den Bonner LandschaŌsräuͲ
ŵĞŶ͘ EĞďĞŶĚĞŵZĂĚǁĞŐĞŶĞƚnjEZtŐŝďƚĞƐĞŝŶĞsŝĞůnjĂŚů
von Radwegen,dieauch fürSport undFreizeit genutzt
werden.ImKoƩenforstundEnnertwurdenindenletzten
JahrenvermehrtillegaleMountainbike-Streckenabseits
dererlaubtenWegegenutzt.DiesführtzustarkenEingrifͲ
fenindiesensiblenNaturräume.AlsEntzerrungderKonͲ
Ňikte wurde als erster SchriƩe die Machbarkeitsstudie
DŽƵŶƚĂŝŶďŝŬĞͲ<ŽŶnjĞƉƚĨƺƌĚŝĞƵŶĚĞƐƐƚĂĚƚŽŶŶĞƌĂƌďĞŝ
tet. Zudem kann mit geschickter Besucherlenkung und
Ausweisung aƩrakƟver alternaƟver Angebote KonŇikte
njǁŝƐĐŚĞŶ EƵƚnjƵŶŐ ƵŶĚ EĂƚƵƌƐĐŚƵƚnj ƌĞĚƵnjŝĞƌƚ ƵŶĚ ǀĞƌͲ
ŚŝŶĚĞƌƚǁĞƌĚĞŶ͘ŝŶĞŽŶŝĞƌƵŶŐŶĂĐŚƵŶƚĞƌƐĐŚŝĞĚůŝĐŚĞŶ
EƵƚnjƵŶŐĞŶŝƐƚŚŝĞƌďĞŝƵŶĂďĚŝŶŐďĂƌ͘
Spiel-undSporƞlächenfüralle
Die Stadt Bonn hat ein großes Angebot an SpielplätͲ
zen über das gesamte Stadtgebiet verteilt (vgl. SpielͲ
Ňächenkonzept der Bundesstadt Bonn (2022)). Diese
sind vorwiegend für Kinder und Kleinkinder angelegt.
JugendlicheundjungeErwachsenerückenvermehrtin
denFokus.DiesewünschensichTreīpunkteundungeͲ
störteRückzugsorte im öīentlichen Raum.Daswurde
auch bei den StadƩeilspaziergängen im Rahmen der
Öīentlichkeitsbeteiligungdeutlich.
Sporƞlächen und Sportplätze sind in erster Linie dem
Schul- und Vereinssport vorbehalten. Außerhalb der
belegtenNutzungszeitenstehendieseFlächenallenPerͲ
ƐŽŶĞŶ njƵƌ ĨƌĞŝĞŶ sĞƌĨƺŐƵŶŐ͘ Ɛ ďĞƐƚĞŚƚ ĂďĞƌ ŶŽĐŚ ĞŝŶ
PotenƟaldieNutzungsangebotefür‚Nichtorganisierte‘zu
qualiĮzieren. Analog zurden Sportplätzen bergen SchulͲ
höfedas PotenƟal für eine Nutzungserweiterung. Durch
eine MulƟcodierung könnten Schulhöfe klimarelevante
FunkƟonen,AufgabenderBiodiversitätoderergänzende
&ƌĞŝnjĞŝƚĂŶŐĞďŽƚĞĂƵƘĞƌŚĂůďĚĞƌ^ĐŚƵůnjĞŝƚďĞŚĞƌďĞƌŐĞŶ͘
Herausforderungen
н ĞǁĞŐƵŶŐĂůƐ'ĞƐƵŶĚŚĞŝƚƐǀŽƌƐŽƌŐĞĨƺƌůů
н VerändertesSport-undFreizeitverhalten–
informellerSportalsTrend
н InformelleAngebotefürJugendliche
н Naturerfahrung/-erlebnis
н EĂƚƵƌǀƐ͘ EƵƚnjƵŶŐ
н ÜberlastungderFreiräumedurchhohe
EĂĐŚĨƌĂŐĞ
Aufgaben
н BesucherlenkunginempĮndlichen
LandschaŌsräumen
н LandschaŌ/Freiraum/Stadtalsinformeller
‚Sportplatz‘stärken
н AƩrakƟveAngeboteschaīenzurSteigerung
ǀŽŶĞǁĞŐƵŶŐƵŶĚ'ĞƐƵŶĚŚĞŝƚ
н ^ƚƌĂƘĞŶƌĂƵŵĂůƐĞǁĞŐƵŶŐƐͲƵŶĚ&ƌĞŝƌĂƵŵ
н SteigerungdesEinladungscharaktersund
AngebotsvielfaltaufSportplätzenfür
EŝĐŚƚŽƌŐĂŶŝƐŝĞƌƚĞ
н BeteiligungderNutzer*innengruppenbei
KonzepƟdeenSeite 46 von 64
ŽŶŶĞƌ&ƌĞŝƌĂƵŵƉůĂŶ
ǁŝƐĐŚĞŶďĞƌŝĐŚƚ
ϰϱbgmrLandschaŌsarchitekten
ďď͘ϭϮϭ SportundBewegungimÖīentlichenRaum(Arbeitsstand)
öīentlicheundvereinsgebundeneSportanlagen
Sportbox
^ƉŽƌƚŝŵWĂƌŬ;^ŽŵŵĞƌĂŶŐĞďŽƚĚĞƌ^ƚĂĚƚŽŶŶͿ
Fitnessgeräte;ĞŝŐĞŶĞZĞĐŚĞƌĐŚĞEŽǀ͘ϮϬϮϮͿ
Spielplätze
ZĂĚǁĞŐĞŶĞƚnjEZt
Real-Fahrradnutzung
;YƵĞůůĞ͗ĂůůƚƌĂŝůƐ͘ĐŽŵƵŶĚŬŽŵŽŽƚ͘ĚĞ͕ĂďŐĞƌƵĨĞŶĂŵ
ϭϱ͘Ϭϲ͘ϮϬϮϮͿ
Real-WanderwegeundLaufstrecken
;YƵĞůůĞ͗ĂůůƚƌĂŝůƐ͘ĐŽŵƵŶĚŬŽŵŽŽƚ͘ĚĞ͕ĂďŐĞƌƵĨĞŶĂŵ
ϭϱ͘Ϭϲ͘ϮϬϮϮͿSeite 47 von 64
ŽŶŶĞƌ&ƌĞŝƌĂƵŵƉůĂŶ
ǁŝƐĐŚĞŶďĞƌŝĐŚƚ
ϰϲ bgmrLandschaŌsarchitektenSeite 48 von 64
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ǁŝƐĐŚĞŶďĞƌŝĐŚƚ
ϰϳbgmrLandschaŌsarchitekten
Z hD>/,^>/d/>Seite 49 von 64
ŽŶŶĞƌ&ƌĞŝƌĂƵŵƉůĂŶ
ǁŝƐĐŚĞŶďĞƌŝĐŚƚ
ϰϴ bgmrLandschaŌsarchitekten
ϱ͘ >/d/>
MitdemräumlichenLeitbildwirddiestrategischeAusͲ
richtung der Freiraumentwicklung näher charakteriͲ
siert. Eine zukunŌsorienƟerte Freiraumentwicklung
bezieht sich nicht nur auf die grüne Infrastruktur der
Parks, der halböīentlichen GrünŇächen und Gärten,
ƐŽŶĚĞƌŶƐĐŚůŝĞƘƚĂƵĐŚ
− diegroßenland-undforstwirtschaŌlichgenutzten
LandschaŌsräume,
− dieKleingärten,
− daszweckgebundenefunkƟonaleGrünwieSportͲ
Ňächen,Friedhöfe,Schulhöfe
− dieblaueInfrastrukturderGewässersowietechͲ
nischeAnlagenderRegenwasserbewirtschaŌung
ƵŶĚ
− alsschlummerndeReservediegrauenInfrastrukͲ
turenwieStraßen,StellplätzesowieDächerund
&ĂƐƐĂĚĞŶ
ĂůƐ &ƌĞŝƌĂƵŵ ĚĞƌ ^ƚĂĚƚ ŵŝƚ ĞŝŶ͘ ,ŝĞƌďĞŝ ŝƐƚ ĚŝĞ ŐƌĂƵĞ
Infrastruktur die letzte große Flächenreserve für ein
DĞŚƌĂŶ'ƌƺŶŝŶĚĞƌĚŝĐŚƚďĞďĂƵƚĞŶ^ƚĂĚƚ͘
Damit liegt die Freiraumkulisse nicht nur auf den FläͲ
ĐŚĞŶ ĚĞƌ ^ƚĂĚƚ͕ ƐŽŶĚĞƌŶ ďĞnjŝĞŚƚ ĚŝĞ 'ĞƐĂŵƚŚĞŝƚ ĚĞƌ
Flächen für Erholung, Sport und Gesundheit, BiologiͲ
sche Vielfalt und Klimaanpassung mitein.Einesolche
Freiraumstrategie erfordert es, mit vielen Akteuren
njƵƐĂŵŵĞŶnjƵĂƌďĞŝƚĞŶ͘
Eine langfrisƟge, auf NachhalƟgkeit ausgerichtete
Grünentwicklung orienƟert sich an übergeordneten
Entwicklungszielen und Grundprinzipien und setzt
SchwerpunkteinderEntwicklungdesGrünsystems.So
könnenMaßnahmengezieltumgesetztundMiƩeleĸͲ
njŝĞŶƚĞŝŶŐĞƐĞƚnjƚǁĞƌĚĞŶ͘
DreiübergeordneteLeitbilderderFreiraument-
wicklungfürdieStadtBonn
FürdieFreiraumentwicklunginBonnwerdendreiräumͲ
ůŝĐŚĞ >ĞŝƚďŝůĚĞƌ ŚĞƌĂƵƐŐĞƐƚĞůůƚ͘ ŝĞƐĞŶ ǁĞƌĚĞŶ ƺďĞƌŐĞ
ordnete Entwicklungsziele zugeordnet, für die dann
konkrete Maßnahmen abgeleitetwerden.Diedrei LeitͲ
ďŝůĚĞƌ ƐŝŶĚ ŐĞŐůŝĞĚĞƌƚ ŝŶ Starke LandschaŌen͕ Feine
NetzeƵŶĚGrüneViertel͘
DieStarkenLandschaŌenleitensichausdennaturräumͲ
lichen Strukturen der Deep Time ab. Sie sind RaumͲ
konstanten, die die Bonner Eigenarten großräumig
ĂƵƐŵĂĐŚĞŶ͘ ^ŝĞ ƐĞƚnjĞŶ ƐŝĐŚ njƵƐĂŵŵĞŶ ĂƵƐĚĞŵ ZŚĞŝŶ
und den AuenlandschaŌen, der Wald-BerglandschaŌ,
denlandwirtschaŌlichgeprägtenOīenlandschaŌenund
den Urbanen LandschaŌen. Somit bilden die starken
LandschaŌendieinnerenundäußerenRänderderStadt
Ăď͘
ŝĞ&ĞŝŶĞŶEĞƚnjĞƐĞƚnjĞŶƐŝĐŚĂƵƐĚĞŶďůĂƵĞŶEĞƚnjĞŶ͕ĚĞŶ
ŐƌƺŶĞŶtĞŐĞŶƵŶĚĚĞŶŐƌĂƵĞŶtĞŐĞŶnjƵƐĂŵŵĞŶ͘ŝĞƐĞ
ďŝůĚĞŶ ĞŝŶ ĨĞŝŶŐůŝĞĚƌŝŐĞƐ EĞƚnj͕ ǁĞůĐŚĞƐ ƐŝĐŚ ĂƵĨ ƵŶƚĞƌ
schiedlicheArtenundinverschiedenenQualitätendurch
ĚŝĞŐĞƐĂŵƚĞ^ƚĂĚƚnjŝĞŚƚ͘
Die Grünen Viertel sind auf kleinräumlicher Ebene
anzusiedeln. Die Entwicklungsziele befassen sich mit
den wohnortnahen Parkanlagen sowie den FreiŇächen
auf privaten Grundstücken. Die Grünen Viertel sind
ĚĂƐ tŽŚŶͲ ƵŶĚ ƌďĞŝƚƐƵŵĨĞůĚ ƵŶĚ ďĞnjŝĞŚĞŶ ĚĂŚĞƌ ĚŝĞ
BewohnerschaŌ mit ihren speziĮschen Anforderungen
ďĞƐŽŶĚĞƌƐŵŝƚĞŝŶ͘
NebendenEntwicklungszielenfürdiedreiübergeordneͲ
tenräumlichenLeitbilderwerdenweitereQuerschniƩsͲ
ziele wie Klimaanpassung, Förderung der Biodiversität,
Teilhabe/InklusionundBeteiligungbenannt.DieseQuerͲ
schniƩsziele sind in jedem Handlungsraum relevant.
Handlungsschwerpunkte können sich zum Teil überͲ
schneiden.SokönnenBewegungundVernetzunginder
LandschaŌangebotenwerdenoderdurchdieQualiĮzieͲ
rungeinesGewässerswirddasGründergebautenStadt
ǀĞƌďĞƐƐĞƌƚ͘
ϱ͘ϭ Y hZ^,E/dd^/>
Klimaanpassung
DerKlimawandelhatinderFolgeextremeWeƩerereigͲ
nisse,insbesondereHitze,TrockenheitundStarkregen.
Zielsetzungist,dassdieStadtresilienter,alsoklimaanͲ
gepasster wird. Damit gewinnen zwei Strategien der
Klimaanpassung an Bedeutung: hitzeangepasste Stadt
ƵŶĚǁĂƐƐĞƌƐĞŶƐŝďůĞ^ƚĂĚƚ͘
DerHandlungsraumsinddieOberŇächenderStadtund
der LandschaŌ, also die GrünŇächen und Plätze, die
WälderunddieFlächenderLandwirtschaŌ,aberauch
diegraue InfrastrukturwiedieStraßenundStellplatzͲ
anlagen oder die Gebäude selbst mit ihren Dächern
undFassaden.Die‚graueInfrastrukturgrünermachen‘
istdamiteinwesentlichesQuerschniƩsziel.
EinnachhalƟgerundinnovaƟverUmgangmitderResͲ
ƐŽƵƌĐĞ tĂƐƐĞƌ ŝƐƚ Ĩƺƌ ĂůůĞ >ĞŝƚďŝůĚĞďĞŶĞŶ ǀŽŶ ŐƌŽƘĞƌ
ĞĚĞƵƚƵŶŐ͘ tĂƐƐĞƌ͕ ĚĂƐ ĂŶ ,ŝƚnjĞƚĂŐĞŶ ǀĞƌĚƵŶƐƚĞŶ
kann, führt zur Kühlung der überhitzten Stadt. DamitSeite 50 von 64
ŽŶŶĞƌ&ƌĞŝƌĂƵŵƉůĂŶ
ǁŝƐĐŚĞŶďĞƌŝĐŚƚ
ϰϵbgmrLandschaŌsarchitekten
ďď͘ϭϮϮ ProgrammaƟschesLeitbild͘͘͘
&/ E
Ed͘͘͘
' ZmE
s/Zd>
Z>Z
• LandschaŌsränder
• WegeinunddurchdieLandschaŌ
• ďĞƐŽŶĚĞƌĞKƌƚĞ
• ŝůĚƵŶŐ
WZKh<d/s
• städƟscheErnährung
• KaltluŌ
• ƐĂƵďĞƌĞƐtĂƐƐĞƌ
• ŶĞƌŐŝĞ
sZEdd
• ŵŝƚĚĞŵ^ƚĂĚƚƌĂƵŵ
• ŝŽƚŽƉǀĞƌďƵŶĚ
• ŵŝƚĞŝŶĂŶĚĞƌ;ŬůĞŝŶĞƐƵŶĚŐƌŽƘĞƐKͿ
• mitdenLandschaŌsräumender
ZĞŐŝŽŶ
^/,dZ
• geöīneteBäche
• GrüneBänder
Dh>d/K/Zd
• lineareNaturräume
• sĞƌďƵŶĚƐLJƐƚĞŵĞ
• tĞŐĞǀĞƌďŝŶĚƵŶŐĞŶ
• &ƌĞŝnjĞŝƚŐĞƐƚĂůƚƵŶŐ
Dh>d/DK>
• <ůŝŵĂĂŶŐĞƉĂƐƐƚ
• ƵƚŽƌĞĚƵnjŝĞƌƚ
• ǀŽŶ>ĂŶŐƐĂŵǀĞƌŬĞŚƌĞŶ
ĚŽŵŝŶŝĞƌƚ
MITGESTALTET/KOMMUNIKATIV
• dĞŝůŚĂďĞƵŶĚDŝƚŐĞƐƚĂůƚƵŶŐ
<m,>Z
• ,ŝƚnjĞƌĞĚƵnjŝĞƌƚ
&mZ>>
• NutzerorienƟert
• ĂƌƌŝĞƌĨƌĞŝ
• AutoarmeMobilität WZKh<d/s
• städƟscheErnährung
• KaltluŌ
• ƐĂƵďĞƌĞƐtĂƐƐĞƌ
• ŶĞƌŐŝĞ
'^hEhE^,PE
• ^ƉŽƌƚƵŶĚĞǁĞŐƵŶŐ
• Biodiversität
• KulturundIdenƟtät
POLYMORPH
• neueLandschaŌsbilder
• StadtlandschaŌen
'ZmEhEhZ,' E'/'
• &ƵƘͲƵŶĚZĂĚǁĞŐĞ
• ŝŽƚŽƉǀĞƌďƵŶĚƐLJƐƚĞŵĞ͘͘͘
^ dZ<
>E^,&dE
SCHWAMM“VIERTEL“
• ZĞŐĞŶǁĂƐƐĞƌŵĂŶĂŐĞŵĞŶƚ
KEE^&Z/Z hD
SINDΈZUKÜNFTIGΉ...
'ZmEZ
• ŶƚƐŝĞŐůƵŶŐ
• graueundprivateFlächenpotenƟale
• Biodiversität
'^,mdd
• EĂƚƵƌƐĐŚƵƚnj
• ƌƚĞŶƐĐŚƵƚnj
• KϮͲ^ĞŶŬĞŶSeite 51 von 64
ŽŶŶĞƌ&ƌĞŝƌĂƵŵƉůĂŶ
ǁŝƐĐŚĞŶďĞƌŝĐŚƚ
ϱϬ bgmrLandschaŌsarchitekten
wird eine besondere Herausforderung sein: Wasser
zu speichern, wenn es in ausreichendem Umfang zur
Verfügung steht, um es dann in Hitzeperioden gezielt
für die Verdunstung über VegetaƟonundBoden (EvaͲ
potranspiraƟon)abzugeben.IndenLandschaŌsräumen
könneninSchwammlandschaŌenNiederschlägeleicht
indenBodeneindringenundingroßenMengengespeiͲ
chertwerden,dieGrundwasservorrätewerdenwieder
ĂƵĨŐĞĨƺůůƚ͘
Biodiversität
Die Sicherung und Steigerung der Biodiversität ist ein
ƺďĞƌŐĞŽƌĚŶĞƚĞƐŝĞů͕ĚĂƐĚƵƌĐŚĚĞŶ^ĐŚƵƚnjƵŶĚĚŝĞŶƚ
wicklung von Natur- und Biotopverbundräumen gesiͲ
chertwird.GleichzeiƟggehtesdarum,imstädƟschen
Raumeinen BeitragzurErhöhungderBiodiversitätzu
leisten.DurchdieAuswahlvonautochthonenPŇanzen,
durcheineextensive,standortangepasstePŇege,durch
dieSchaīungvonRandstrukturenundNischensolldie
Biodiversität gefördert werden. Aber auch Strategien
ǁŝĞ ŶŝŵĂů ŝĚĞĚ ĞƐŝŐŶ ƚƌĂŐĞŶ ĚĂnjƵďĞŝ͕ĚŝĞŝŽůŽŐŝͲ
sche Vielfalt zu steigern. Die GrünŇächen, aber auch
dieGebäudeundInfrastrukturŇächen,sindhierbeiein
wichƟgerBausteinderEntwicklung.
Teilhabe/Inklusion
ÖīentlichesGrünistfüralleda.Dahersollesaufkurzen
tĞŐĞŶ ǀŽŵtŽŚŶŽƌƚ ĂƵƐ ŐƵƚĞƌƌĞŝĐŚďĂƌ ƐĞŝŶ ƵŶĚ Ĩƺƌ
die unterschiedlichen Nutzer*innengruppen der Stadt
ŶŐĞďŽƚĞ ďŝĞƚĞŶ͘ ĂƌƌŝĞƌĞĨƌĞŝŚĞŝƚ ďĞnjŝĞŚƚ ƐŝĐŚ ŶŝĐŚƚ
nuraufphysischeBarrieren(Rampen,takƟleundopƟͲ
scheMerkmale,Geländerusw.),sondernauchaufdie
psychischen Barrieren, wie z.B. Angsträume oder VerͲ
drängungdurchbesƟmmtedominanteNutzergruppen.
TeilhabeundInklusionsindgeneraƟons-undgeschlechͲ
terübergreifend.ImRahmenderzukünŌigenGrünplaͲ
nungmüssendieseAspektefrühzeiƟgmiteingebracht
ǁĞƌĚĞŶ͘
Beteiligung
Ein gesamtstädƟscher Freiraumplan ist eine GemeinͲ
schaŌsaufgabe vieler Akteure. Im Rahmen der
Erarbeitung des Konzeptes werden neben den StadtͲ
sparziergängen mit Bürgerinnen und Bürgern werden
viergrößereStakeholder-Workshopsmitca.25VertreͲ
terinnen und Vertretern aus IniƟaƟven, Vereinen und
Einzelakteuren durchgeführt. Die Hinweise und AnreͲ
gungenwerdenwiedievonderPoliƟkundderVerwalͲ
tung mit in den Erarbeitungsprozess eingespeist. Die
BeteiligungsollimWeiterenfortgesetztwerden,jekonͲ
kreter die Projekte werden, umso wichƟger wird dies
ǁĞƌĚĞŶ͘Seite 52 von 64
ŽŶŶĞƌ&ƌĞŝƌĂƵŵƉůĂŶ
ǁŝƐĐŚĞŶďĞƌŝĐŚƚ
ϱϭbgmrLandschaŌsarchitekten
ϱ͘Ϯ ^ dZ<>E^,&dE
Bonn ist umgeben und durchzogen von kraŌvollen,
Starken LandschaŌen und beeindruckenden NaturerͲ
lebnissen und Orten der IdenƟtät. Entstanden sind
diesedurchdieDeep Time,dieerdgeschichtlichePräͲ
gungdesRaums.DieDeepTimeprägtdieTopographie,
Geologie,Böden,GewässerstrukturundhatEinŇussauf
diegesamteStadtentwicklung.
Die starken LandschaŌen bilden die inneren und
äußeren Ränder der Stadt. Es sind Räume der EntͲ
schleunigung,desNaturerlebensundderIdenƟtätmit
regionaler Bedeutung. Die Starken LandschaŌen sind
Räume der Naherholung, dienen der FrischluŌzufuhr,
sindWasserspeicherund„Klimaanlage“derStadt.
ZudenStarkenLandschaŌengehören:
н FlusslandschaŌen(RheinmitRheinauenbereichen,
^ŝĞŐŵŝƚ^ŝĞŐĂƵĞͿ
н Wald-BerglandschaŌ(KoƩenforst,Ennert)
н LandwirtschaŌlichgeprägteOīenlandschaŌ
(Acker-undGrünland,MeßdorferFeld)
н UrbaneParklandschaŌen(Naturräumeinder
Stadt,gartenkulturellesErbeundParkanlagenmit
ƐƚĂĚƚǁĞŝƚĞƌĞĚĞƵƚƵŶŐ͕ŐƌŽƘĞ&ƌŝĞĚŚƂĨĞ͕ƵƌďĂŶ
undgrüngeprägteLandschaŌsränder)
ZusammenbildensiedengroßŇächigen,zusammenhänͲ
gendenLandschaŌsraum,deraußerhalbderbebauten
ĞƌĞŝĐŚĞůŝĞŐƚƵŶĚŝŶĚŝĞ^ƚĂĚƚŚŝŶĞŝŶƌĂŐƚ͘ŝĞƐĞŐƌŽƘĞŶ
Naturräume sind von besonderer Bedeutung für das
städƟsche Klima, den Naturschutz und die BiotopverͲ
netzung,dieProdukƟonvonKalt-undFrischluŌsowie
vonLebensmiƩelnundBiomasseundvorallemfürdie
Naherholung des Menschen. Entsprechend gelten für
dieStarkenLandschaŌenfolgendeEntwicklungsziele:
н CharakterundAtmosphärenbewahren,proĮlieren
ƵŶĚŶĞƵĞŚŝŶnjƵĨƺŐĞŶ
н LandschaŌsverbund(GrünesC)interkomunalstärͲ
ken,sichernunderweitern
н LandschaŌsräumestärkermiteinandersowiemit
demSiedlungsraumverbindenundverknüpfen
(FörderungderNetzefürdieakƟveMobilität)
н GroßräumigenBiotopverbunderhalten,stärken,
schützenundherstellen,TriƩsteinbiotopeimSiedͲ
ůƵŶŐƐďĞƌĞŝĐŚƐŝĐŚĞƌŶƵŶĚŚĞƌƐƚĞůůĞŶ
н ErholungsräumemitregionalerBedeutungsichern
undentwickeln
н SicherungderNaturräumealsgroßezusammenͲ
hängendeungestörteFreiräume
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WALDͳ
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LANDΈWIRTΉSCHAFT
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ďď͘ϭϮϯ StarkeLandschaŌenSeite 53 von 64
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ϱϮ bgmrLandschaŌsarchitekten
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Bonn ist durchzogen von Bächen, die aus den KulturͲ
landschaŌenundWäldernkommend,demRheinzuŇieͲ
ßen.SiebildendienaturräumlichePrägungBonnsund
sind gleichzeiƟg OrienƟerungslinien im Stadtraum.
Feine Netze bilden Hauptwege, Radrouten und grüne
Verbundräume, die die Stadträume mit den Starken
LandschaŌenverbinden.DasweiteNetzanWegenund
sĞƌďŝŶĚƵŶŐĞŶǁŝƌĚĚƵƌĐŚĚŝĞůůƚĂŐƐǁĞŐĞŝŶŶĞƌŚĂůďĚĞƌ
einzelnenQuarƟereergänzt.
ZudenFeinenNetzengehören:
н BlaueNetze(gesamtstädƟschesBachsystem)
н 'ƌƺŶĞtĞŐĞ;ƺďĞƌŐĞŽƌĚŶĞƚĞƐZĂĚͲƵŶĚtĞŐĞŶĞƚnj
indieLandschaŌ)
н GraueWege,diegrünerwerdensollen(VerkehrsͲ
ƐƚƌĂƘĞŶƵŶĚůůƚĂŐƐǁĞŐĞͿ

Es stellt ein gesamtstädƟsches GeŇecht dar, welches
ĂƵĨƵŶƚĞƌƐĐŚŝĞĚůŝĐŚĞŶtĞŐĞŶĨƺƌǀĞƌƐĐŚŝĞĚĞŶĞĞĚƺƌĨͲ
nisse Verbindungen herstellt. Neben der FunkƟon als
tĞŐĞĨƺƌĚĞŶDĞŶƐĐŚĞŶƐŝŶĚĚŝĞƐĞůŝŶĞĂƌĞŶsĞƌďŝŶĚƵŶ
genfürdenBiotopverbundunddieNaturinderStadt
ǀŽŶŚŽŚĞƌĞĚĞƵƚƵŶŐƵŶĚďĞƌŐĞŶǁĞŝƚĞƌĞŐƌŽƘĞWŽƚĞŶͲ
Ɵale.SomitwerdenfolgendeEntwicklungszieleĨƺƌĚŝĞ
FeinenNetzeaufgestellt:
н LineareBiotopverbundräumeerhaltenundstärken
н sĞƌďŝŶĚƵŶŐĞŶnjǁŝƐĐŚĞŶ^ŝĞĚůƵŶŐƐͲƵŶĚ>ĂŶĚͲ
schaŌsraumsichernundergänzen
н LückenschlussimbestehendenNetzschließen,
ergänzenundneueVerbindungenschaīen
н BestehendeVerbindungenqualiĮzieren
н NachhalƟgeakƟveMobilitätsangeboteschaīen
undfördern(invitetobike,invitetowalk)
н 'ƌĂƵĞsĞƌďŝŶĚƵŶŐĞŶŝŵEĞƚnjĚĞƌůůƚĂŐƐǁĞŐĞ
ŐƌƺŶĞƌŵĂĐŚĞŶ
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GRÜNEWEGE
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ŽŶŶǁŝƌĚĚŝĐŚƚĞƌƵŶĚĚŝĞŶĨŽƌĚĞƌƵŶŐĞŶĂŶĚĞŶ&ƌĞŝ
raumsteigen.WohnortnaheFreiŇächensindüberdas
gesamteBonnerStadtgebietinunterschiedlichenQuaͲ
litäten und QuanƟtäten verteilt. Mit steigendem SiedͲ
lungsdruck, dichter werdenden StadtquarƟeren und
stärkeren Hitzebelastungen werden zweckgebundene
FreiŇächen,aberauchdieprivatenGrundstücke,umso
wichƟger als grüne Oasen in der Stadt zur Erholung,
kühlende IntervenƟonen und als Ruheort in direkter
NachbarschaŌzumWohnortundaufAlltagswegen.
ZudenGrünenViertelnzählen:
н GrüneInfrastruktur(wohnortnaheGrün-&
ParkŇächen,Spiel-&Sporƞlächen,UrbanGardeͲ
ning&Kleingartenanlagen,ruhigeAngeboteauf
&ƌŝĞĚŚƂĨĞŶͿ
н AusGrauwirdGrün(dieDächerundFassadender
privatenundöīentlichenGebäude,Stellplätze,
PlatzŇächenundStraßenräume)
н Aneignung&Teilhabe(Bewohner*innenund
EƵƚnjĞƌΎŝŶŶĞŶͿ

DerDruckaufdenvorhandenenFreiŇächensteigtund
ƐŽŵŝƚĂƵĐŚĚŝĞDĞŚƌĨĂĐŚŶƵƚnjƵŶŐĚŝĞƐĞƌ͘ĂŚĞƌǁŝƌĚĞƐ
immerwichƟger, durch Strategien der MulƟcodierung
auch die grauen Flächen der Stadt als Grüne InfraͲ
struktur zu stärken. Grüne PotenƟalräume, Nischen
undzweckgebundeneGrünŇächensollenakƟviertund
für die BewohnerschaŌ zugänglich gemacht werden.
ÖīentlichePlatzŇächenundVerkehrsräume,alsGraue
Infrastruktur, ermöglichen Klimaanpassung im öīentͲ
lichen Raum auf QuarƟersebene. Temporäre NutzunͲ
geninParkanlagensindinEinklangmitderNaturund
demSchutzderGrünŇächenzubringen.VonbesondeͲ
rer WichƟgkeit ist der Mensch selbst, IntegraƟon und
Teilhabeschaīen Verantwortung undBewusstsein für
die Freiräumeim QuarƟer indirekter Umgebungzum
Wohnort undkönnenSynergienerzeugen, die auf die
privatenGrundstückeüberschwappen.FürdieGrünen
sŝĞƌƚĞůǁĞƌĚĞŶĨŽůŐĞŶĚĞEntwicklungszieleaufgestellt:
н GrünpotenƟaleundNischenräumeakƟvierenund
qualiĮzieren
н GraueInfrastrukturmulƟcodieren,entsiegelnund
ďĞŐƌƺŶĞŶ
н BiodiversitätundAnimalAidedDesignsteigern
н ZweckgebundeneFreiŇächenstärkeröīnen
н Klimaanpassungimprivatenundöīentlichen
ĞƌĞŝĐŚ
н AkƟvierungundBeteiligungderBewohnerschaŌ
fürdieEntwicklungdesöīentlichenRaums
ďď͘ϭϮϱ 'ƌƺ sŝĞƌƚĞů
GRÜNEINFRASTRUKTUR
QUALIFIZIEREN
AUSGRAUWIRDGRÜN
ANEIGNUNG&TEILHABESeite 55 von 64
ŽŶŶĞƌ&ƌĞŝƌĂƵŵƉůĂŶ
ǁŝƐĐŚĞŶďĞƌŝĐŚƚ
ϱϰ bgmrLandschaŌsarchitektenSeite 56 von 64
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Datenstand: 03.11.2026, 21:36 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de