221714 · Beschlussvorlage
Masterplan Innere Stadt Bonn 2.0 Teilprojekt Nr. 4 Stiftsplatz - Siegerentwurf Werkstattverfahren
Kerndaten
- Nummer
- 221714
- Art
- Beschlussvorlage
- Veröffentlicht
- 14.10.2022
- Letzte Änderung
- 15.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung der Bezirksvertretung Bonn Entscheidung federführend
- Sitzung des Beirates Bürgerbeteiligung Empfehlung
- Sitzung des Ausschusses für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger Empfehlung
- Sitzung des Ausschusses für Wohnen, Planung und Bauen Empfehlung
- Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda Anhörung
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Beschlussvorlage
öffentlich
221714
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
61 Stadtplanungsamt
Dezernat:
Dez. III
Masterplan Innere Stadt Bonn 2.0 Teilprojekt Nr. 4
Stiftsplatz - Siegerentwurf Werkstattverfahren
Beratungsfolge
Beirat Bürgerbeteiligung 21.10.2022 Empfehlung
Ausschuss für Beteiligung der Bürgerinnen
und Bürger
26.10.2022 Empfehlung
Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale
Agenda
03.11.2022 Anhörung
Bezirksvertretung Bonn 15.11.2022 Entscheidung
Ausschuss für Wohnen, Planung und Bauen 16.11.2022 Empfehlung
Begründung der Dringlichkeit:
Der Beschluss der Vorlage ist dringlich, da das Projekt an die Fördermittel der
Städtebauförderung gebunden ist und die Antrags- und Umsetzungsfristen
eingehalten werden müssen. Die Fortführung der Planung und der Baubeginn
Ende 2023 sind zeitlich eng getaktet. Bei zeitlicher Überschreitung können ggf.
die Fördermittel nicht abgerufen und genutzt werden, so dass die Stadt Bonn
die Gesamtkosten übernehmen müsste.
Nach der Jurysitzung zum Entwurf im August und der anschließenden
Öffentlichkeitsbeteiligung auf bonn-macht-mit.de vom 12.-21. September 2022
musste die Vorlage noch in der Verwaltung intern abgestimmt werden, so dass
sie verspätet eingereicht wird.
Beschlussvorschlag
(Vorbehaltlich der Empfehlung im Ausschuss für Wohnen, Planung und Bauen)
1. Die Verwaltung wird beauftragt, den Siegerentwurf des
Werkstattverfahrens zur Umgestaltung des Stiftsplatzes (scape
Landschaftsarchitekten GmbH aus Düsseldorf) als Grundlage für die
weitere Planung zu verwenden.
2. Die Hinweise aus der Jurysitzung sollen in das weitere Verfahren mit
einbezogen werden.
3. Die Ergebnisse aus der Beteiligung auf bonn-macht-mit.de sollen in das
weitere Verfahren mit einbezogen werden.
Begründung
Der Rat der Stadt Bonn hat am 28. Oktober 2021 die Zielsetzung
verabschiedet, dass es auf dem Stiftsplatz zukünftig mehr Grün und wenigerSeite 1 von 31
Seite 2
Parkplätze geben soll (DS-NR. 211463). Die Umgestaltung des Stiftsplatzes ist
Teil des Masterplans Innere Stadt Bonn 2.0 (DS-NR. 201300); entsprechende
Haushaltsmittel stehen auf der entsprechenden Haushaltstelle bereit
(Gesamtkosten 903.000 €, Eigenanteil 270.900 €).
Im Vorfeld des Werkstattverfahrens wurden die an den Stiftsplatz
angrenzenden Gewerbetreibenden, Anwohner*innen und Anlieger*innen in
unterschiedlichen digitalen und analogen Beteiligungsformaten umfangreich
beteiligt, wie sie sich den Stiftsplatz in Zukunft vorstellen (DS-NR. 220486). Die
gesammelten Anregungen, Hinweise und Ideen sowie die fachlichen
Rahmenbedingungen der Auslobung wurden den teilnehmenden Büros im
Rahmen einer öffentlichen Auftaktveranstaltung am 24. Juni 2022 vorgestellt.
Die vier eingeladenen Landschaftsarchitekturbüros hatten anschließend vier
Wochen Zeit, hochwertige, gestalterisch und stadtökologisch nachhaltige
Entwürfe zu erarbeiten, mit denen sich die Bonner*innen identifizieren können.
Am 11. August 2022 fand die öffentliche Ergebnispräsentation im Kapitelsaal
der St.-Remigius-Kirche mit anschließender Jurysitzung und Siegerverkündung
statt:
1. Rang: scape Landschaftsarchitekten GmbH, Düsseldorf
2. Rang: RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten, Köln
Anerkennung: club L94 Landschaftsarchitekten GmbH, Köln
Anerkennung: urbanegestalt, Köln
1. Rang – Beurteilung und Hinweise der Jury:
Der auf Nachhaltigkeit der Grünstruktur angelegte Gestaltungsansatz, der sich
durch eine differenzierte Vegetation aus Staudenbändern, neu gepflanzten
Blütenbäumen und unterschiedlichen Rasenarten je nach Nutzungsintensität
auszeichnet, wird besonders geschätzt.
Die Be- und Entwässerung der großen Vegetationsfläche, die durch die
Nutzung des Regenwassers der nördlich angrenzenden Gebäude ergänzt wird,
ist sehr durchdacht. Die Jury begrüßt das Pflanzen weiterer Bäume sowie die
Einbeziehung der unterirdischen Bauwerke für die Bewässerung, wenn die
Nutzung der Löschwassertanks zukünftig möglich ist. Dies ist derzeit noch vom
Fachamt in Prüfung. Wenn dies nicht der Fall sein sollte, ist das Be- und
Entwässerungskonzept dennoch gut durchdacht.
Der hohe Grad an Baustoffrecycling wird von der Jury sehr positiv
hervorgehoben. Der Platz um den Christusbrunnen erfährt durch die
Wiederverwendung des hochwertigen Basalt- und Marmorpflasters eine
besondere Betonung.
Die Anhebung des nördlichen Boulevards zur Herstellung eines barrierefreien
Zugangs zu den angrenzenden Häusern (Wegfall der Eingangsstufe) wird
begrüßt. Der Entwurf ist daraufhin zu prüfen, ob die Querneigung des
nördlichen Boulevards zur Grünfläche hin eine Barrierefreiheit aufweist.
Die differenzierte Vorplatzgestaltung der angrenzenden Stiftskirche wird über
eine einheitliche Pflasterung mit dem Stiftsplatz in Verbindung gesetzt. Die
Nachzeichnung des unterirdischen Bodendenkmals durch Sitzelemente und dieSeite 2 von 31
Seite 3
Herstellung der Zugänglichkeit zum unterirdischen Denkmal wird als
gelungener Umgang mit der Stadtgeschichte gewürdigt.
Der Entwurf positioniert viele Wünsche und Nutzungsbausteine aus der
Öffentlichkeitsbeteiligung und fügt sie zu einem gelungenen Gesamtkonzept
zusammen.
Unter Erhalt der Klarheit der Entwurfssprache ist die fußläufige Durchwegung
der Nord-Süd-Verbindung auf der östlichen Platzfläche zu verbessern.
Die Jury bemängelt zudem das zentral organisierte Fahrradabstellsystem. Der
Entwurf ist um dezentrale Fahrradabstellanlagen für das schnelle Anschließen
zu ergänzen. Außerdem ist ein neuer Standort für die Unterflurcontainer
vorzuschlagen, der den Anforderungen des ortsansässigen Ver- und
Entsorgers entspricht.
Insgesamt zeichnet sich der Entwurf durch zukunftsweisende Ge-
staltungselemente im Sinne einer klimaresilienten Stadtentwicklung aus und
schafft mit verschiedenen Aufenthalts- und Begegnungsräumen neue
Nutzungsqualitäten. Es entsteht ein entwicklungsfähiger Beitrag für eine
nachhaltige Neugestaltung des Stiftsplatzes.
2. Rang und Anerkennungen – Beurteilung der Jury:
Die Beurteilung der anderen Entwurfsergebnisse kann in der Dokumentation
der Veranstaltung nachgelesen werden (siehe Anlage).
Weiteres Vorgehen
Entsprechend des beschlossenen Beteiligungskonzeptes (DS-NR. 220486)
wurde der Siegerentwurf vom 12. bis 21. September 2022 auf bonn-macht-
mit.de veröffentlicht. Hier bestand für die Bürger*innen die Gelegenheit, sich zu
dem Ergebnis zu äußern. Die Eingebungen aus der Beteiligung können in der
Anlage nachgelesen werden.
Die Verwaltung wird das Projekt im Rahmen des Förderantrags auf
Städtebauförderung für das Jahr 2023 einreichen, so dass die weiteren
Planungen fortgeführt werden können. Die bauliche Umsetzung ist für Ende
2023 vorgesehen.
Die konkreten Kosten für die Planungsleistungen stehen derzeit noch nicht fest,
da die Planungen noch nicht abgeschlossen sind. Dessen ungeachtet sind
diese förderfähig.
Die BV Bonn soll vorbehaltlich der Zustimmung des Planungsausschusses am
nächsten Tag beschließen.
Anlage/n
1 Bonn-Stiftsplatz Dokumentation (öffentlich)
2 Beteiligungsergebnisse Stiftsplatz bonn-macht-mit.de 12.-21.09.22 (öffentlich)Seite 3 von 31
Neugestaltung des Stiftsplatzes
Werkstattverfahren
„Neue Grüne Insel für Bonn“ - Blick in Richtung Christusbrunnen © scape Landschaftsarchitekten
DOKUMENTATIONSeite 4 von 31
Die Ausloberin:
Bundesstadt Bonn
Stadtplanungsamt – Amt 61
Berliner Platz 2
53111 Bonn
Verfahrensmanagement & Dokumentation:
Stottrop Stadtplanung
Marsiliusstraße 20
50937 Köln
www.stottrop-stadtplanung.de
Ansprechpersonen:
Regina Stottrop
Anne Russell
Abbildungsnachweise:
Abbildungen S. 4: Stadtplanugsamt Bonn / Stottrop Stadtplanung (2022)
Abbildungen S. 7: Stottrop Stadtplanung (2022) auf Katastergrundlage der Bundesstadt Bonn (2020)
Abbildungen S. 13: Stadt Bonn / Stottrop Stadtplanung (2022)
Abbildungen S. 16/17: scape Landschaftsarchitekten (2022)
Abbildungen S. 18/19: RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten (2022)
Abbildungen S. 20/21: club L94 Landschaftsarchitekten (2022)
Abbildungen S. 22/23: urbanegestalt (2022)
Stand: 25. August 2022Seite 5 von 31
Vorbemerkung 5
Das Verfahren
1. Ausloberin 6
2. Verfahrensbetreuung 6
3. Anlass und Zielsetzung 6
4. Gegenstand des Verfahrens 7
5. Teilnehmende 7
6. Jury 8
7. Vorprüfung 9
8. Beurteilungskriterien 9
9. Aufwandsentschädigung 9
Rahmenbedingungen
1. Ausgangssituation und Zielsetzung 10
2. Entwurfsinhalte 11
3. Öffentlichkeitsbeteiligung 12
Werkstattergebnisse
scape Landschaftsarchitekten, 1. Rang 16
RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten, 2. Rang 18
club L94 Landschaftsarchitekten GmbH 20
urbanegestalt PartGmbH 22
Teil A
Teil B
Teil C
InhaltsverzeichnisSeite 6 von 31
Seite | 4
Eindrücke von der öffentlichen Ergebnispräsentation am 11. August 2022Seite 7 von 31
5 | Seite
Im Rahmen des Masterplans „Innere Stadt Bonn 2.0“, dem strategi-
schen Konzept für eine langfristige und nachhaltige Entwicklung der
Bonner Innenstadt, soll nun der Stiftsplatz umgestaltet werden. Der
Rat der Stadt Bonn hat am 28. Oktober 2021 entschieden, dass es
hier mehr Grün und weniger Parkplätze geben soll.
Im Vorfeld des Werkstattverfahrens wurden die an den Stiftsplatz
angrenzenden Gewerbetreibenden, Anwohner*innen und Anlie-
ger*innen in unterschiedlichen digitalen und analogen Beteiligungs-
formaten gefragt, wie sie sich den Stiftsplatz in Zukunft vorstellen.
Die gesammelten Anregungen, Hinweise und Ideen sowie die fach-
lichen Rahmenbedingungen der Auslobung wurden den teilnehmen
Büros im Rahmen einer öffentlichen Auftaktveranstaltung am 24.
Juni 2022 vorgestellt. Die vier eingeladenen Landschaftsarchitek-
turbüros hatten vier Wochen Zeit hochwertige, gestalterisch und
stadtökologisch nachhaltige Entwürfe zu erarbeiten, mit dem sich
die Bonner*innen identifizieren können.
Am 11. August 2022 wurden die Arbeiten der vier Landschaftsarchi-
tekturbüros öffentlich ausgestellt und im Anschluss daran von den
Entwurfsverfasser*innen vorgestellt. Im Rahmen der Ergebnisprä-
sentation bestand die Gelegenheit, direkte Rückfragen an die teil-
nehmenden Büros zu stellen.
Im Anschluss an die öffentliche Ergebnispräsentation fiel eine Jury
eine Empfehlung über den besten Entwurf. Dieser wird zur end-
gültigen Entscheidung dem Rat der Stadt Bonn vorgelegt. Nach
Durchführung des Werkstattverfahrens plant die Stadt Bonn, Städ-
tebaufördermittel für die Neugestaltung zu beantragen.
Aktuelle Informationen zum Verfahren finden Sie online auf der
städtischen Homepage unter https://www.bonn.de/stiftsplatz.
Die Bonner Innenstadt verändert sich –
und mit ihr auch der Stiftsplatz!
VorbemerkungSeite 8 von 31
Seite | 6
1. Ausloberin
Ausloberin war das Stadtplanungsamt (Amt 61) der Bundesstadt
Bonn.
2. Verfahrensbetreuung
Die Organisation und Betreuung des Werkstattverfahrens wurden
durch das Büro Stottrop Stadtplanung durchgeführt.
Ansprechperson:
Anne Russell
Tel.: +49 221 – 1 39 61 76
Mail: russell@stottrop-stadtplanung.de
3. Anlass und Zielsetzung
Der Stiftsplatz ist Bestandteil des städtebaulichen Entwicklungskon-
zeptes „Masterplan Innere Stadt Bonn 2.0“. Der Masterplan stellt
die Leitlinie der Innenstadtentwicklung für mindestens 15 Jahre dar
und setzt sich aus zahlreichen Einzelmaßnahmen zusammen. Im
Rahmen der zweiten Förderperiode soll nun auch der Stiftsplatz ab
2023 neugestaltet werden.
Der Stiftsplatz spielt aufgrund seiner Lage eine wichtige Rolle bei
der Innenstadtentwicklung: Er verknüpft als zentrales Bindeglied die
Bonner Innenstadt mit der Beethovenhalle und dem Rhein. Durch
eine funktionale und gestalterische Aufwertung der bisher über-
wiegend als Parkplatz genutzten Fläche bietet der Stiftsplatz ein
großes Potential, um ein wohn- und arbeitsortnaher Freiraum und
Aufenthaltsort für die angrenzenden Anwohner*innen, Gewerbetrei-
benden und Institutionen zu werden.
Der Rat der Stadt Bonn hat daher am 28. Oktober 2021 entschie-
den, dass die Flächen des Stiftsplatzes zugunsten einer öffentlichen
Grünfläche entsiegelt und neu strukturiert werden sollen. Dabei sol-
len die Stellplätze zwischen den beiden Fahrbahnen ganz überwie-
gend wegfallen. Gleichzeitig soll durch die zusätzliche Freiraumge-
staltung ein wichtiger Beitrag zur Klimaanpassung geleistet werden.
Teil A | Verfahrensteil
Teil A | Das VerfahrenSeite 9 von 31
7 | SeiteVerfahrensteil | Teil A
4. Gegenstand des Verfahrens
Gegenstand des Verfahrens war die freiraumplanerische Um- und
Neugestaltung des ca. 3.500 m² großen Stiftplatzes, der derzeit als
Stellplatzanlage genutzt wird und in Teilen einen alten Baumbe-
stand sowie einen denkmalgeschützten Brunnen aufweist. Zudem
sollten in einem zusätzlichen Ideenteil auch Gestaltungsvorschläge
für den westlich der Kölnstraße liegenden Vorplatz der Stiftskirche
eingebracht werden. Um die verkehrlichen Belange ausreichend zu
berücksichtigen, sollten Verkehrsplaner*innen als Berater*innen im
Verfahren hinzugezogen werden.
5. Teilnehmende
Folgende vier Büros der Landschaftsarchitektur (in alphabetischer
Reihenfolge) wurden von der Ausloberin zur Teilnahme an dem
Werkstattverfahren aufgefordert:
• club L94 Landschaftsarchitekten GmbH, Köln
• RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten, Bonn
• scape Landschaftsarchitekten, Düsseldorf
• urbanegestalt PartGmbB, Köln
Realisierungsteil
Ideenteil
Stiftsplatz
Stiftskirche
Kölnstr.
Welschnonnenstr.
Realisierungsteil
Ideenteil
Geltungsbereich des WerkstattverfahrensSeite 10 von 31
Seite | 8
6. Jury
Die Jury zur Beurteilung der Arbeiten setzten sich aus den folgen-
den Mitgliedern zusammen:
Mitglieder der Fachjury (stimmberechtigt):
1. David Baier, Leiter des Amtes für Umwelt und Stadtgrün Bonn
2. Prof. Ulrike Beuter, Landschaftsarchitektin
3. Prof. Eva-Maria Pape, Vorsitzende Gestaltungsbeirat Bonn
4. Friedhelm Terfrüchte, Landschaftsarchitekt
5. Jutta Wakob, Landschaftsarchitektin
6. Helmut Wiesner, Dezernent für Planung, Umwelt & Verkehr Bonn
Mitglieder der Sachjury (stimmberechtigt):
1. Paul Brückner, Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen
2. Jochen Reeh-Schall, SPD-Fraktion
3. Nicole Bonnie, CDU-Fraktion
4. Hanno von Raußendorf, Fraktion Die Linke
5. Hannelore Pesch, Bürgerin der Bundesstadt Bonn
Stellvertretende Mitglieder der Fachjury:
1. Petra Denny, Leiterin des Stadtplanungsamtes Bonn
2. Suzanne Grijsbach, Landschaftsarchitektin
3. Sandra Paul, Amt für Umwelt und Stadtgrün Bonn
4. René Rheimes, Landschaftsarchitekt
Stellvertretende Mitglieder der Sachjury:
1. Dr. Roswitha Sachsse-Schadt, Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen
2. Peter Kox, SPD-Fraktion
3. Ulrich Gödeke, CDU-Fraktion
4. Hartwig Lohmeyer, Fraktion Rheingrün
5. Hans-Peter Rommerscheidt, Bürger der Bundesstadt Bonn
Teil A | VerfahrensteilSeite 11 von 31
9 | Seite
7. Vorprüfung
Bei der Vorprüfung wurden beteiligt:
1. Doreen Käppler-Jerbi Amt für Umwelt und Stadtgrün Bonn
2. Jan Phillip Stiller Amt für Umwelt und Stadtgrün Bonn
3. Jan Eggers Stadtplanungsamt Bonn
3. Markus Walter Stadtplanungsamt Bonn
4. Eneas Yanik Stadtplanungsamt Bonn
5. Frank Jankowiak Stadtplanungsamt – Mobilität Bonn
6. Manuel Mayer Stadtplanungsamt – Mobilität Bonn
7. Sebastian Böhm Tiefbauamt Bonn
8. Katrin Bisping Untere Denkmalbehörde Bonn
9. Regina Stottrop Stottrop Stadtplanung
10. Anne Russell Stottrop Stadtplanung
8. Beurteilungskriterien
Die Jury hat ihr Urteil aus der Qualität der Arbeiten gebildet und
hierbei folgenden Beurteilungskriterien zugrunde gelegt, ohne dass
die Reihenfolge zugleich eine Gewichtung darstellt:
• Klima Resilienz / Nachhaltigkeit
• Nutzungsqualität des Gesamtkonzeptes
• Gestalterische Qualität und Funktionalität der Freiräume
• Baulicher Aufwand / Investition / Unterhaltung
9. Aufwandsentschädigung
Jedes teilnehmende Büro hat für die erbrachten Leistungen eine
Aufwandsentschädigung in Höhe von 15.700,- Euro netto inklusi-
ver aller Nebenkosten zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer
erhalten.
Verfahrensteil | Teil ASeite 12 von 31
Seite | 10 Teil B | Rahmenbedingungen
Teil B | Rahmenbedingungen
1. Ausgangssituation und Zielsetzung
Die Bundesstadt Bonn zeichnet sich durch eine polyzentrale Stadt-
struktur aus, die den Stadtbezirken Bonn, Beuel, Bad Godesberg
und Hardtberg zentrale Funktionen zuweist. Die Rheinische Fried-
rich-Wilhelms-Universität Bonn beeinflusst die Entwicklung der
Stadt: Bonn verzeichnet jährlich einen Anstieg ihrer Bevölkerungs-
zahl (Stand 2020: 330.000 Personen) und unterliegt dabei nur einem
langsamen Alterungsprozess, wobei die Struktur der Menschen in
Bonn vielfältig ausfällt. Bonn trägt den deutschlandweit einzigarti-
gen Titel als Bundesstadt aufgrund ihrer ehemaligen Hauptstadt-
funktion. Sie ist die deutsche Stadt der Vereinten Nationen und Ge-
burtsstadt Ludwig van Beethovens.
Diese vielfältigen Trends und Images wirken sich auf die Entwick-
lung der Stadt aus. Der Masterplan „Innere Stadt Bonn“ hat festge-
stellt, dass insbesondere die Verknüpfungen zwischen der Bonner
Innenstadt und der Rheinuferpromenade zu stärken sind.
Der Stiftsplatz, der innerhalb des Stadtbezirks Bonn im Ortsteil
Bonn-Zentrum liegt, kommt aufgrund seiner Lage eine wichtige Be-
deutung bei der Innenstadtentwicklung zu: Er verbindet als zentra-
les Bindeglied die Bonner Innenstadt mit der Beethovenhalle und
dem Rhein.
Seit vielen Jahren wird der Stiftsplatz als öffentliche Parkplatzfläche
genutzt. Die damit einhergehende Vollversiegelung hat dazu ge-
führt, dass der Stiftsplatz weder seiner stadträumlichen Bedeutung
noch seinen möglichen Funktionen als grüner Verbindungs- und
Aufenthaltsort nachkommt.
Mittlerweile haben sich die Planungsprämissen und politischen
Mehrheiten verändert: der voranschreitende Klimawandel, die zu-
nehmend an Fahrt gewinnende Verkehrswende und die wachsen-
de Bedeutung des öffentlichen Raumes als Sozial- und Kulturraum
führen zu neuen Gestaltungsprioritäten. Folgerichtig soll der Platz
nun neugestaltet und gestalterisch aufgewertet werden, um ein
Freiraum und Aufenthaltsort für angrenzende Anwohner*innen, Ge-
werbetriebende und Institutionen des dicht bebauten Quartiers zu
werden. Darüber hinaus soll durch eine überwiegende Entsiegelung
der Parkplatzfläche ein Beitrag zur Klimaanpassung geleistet wer-
den.Seite 13 von 31
11 | SeiteRahmenbedingungen | Teil B
2. Entwurfsinhalte
Übergeordnetes Ziel der Neugestaltung war eine gestalterische,
funktionale und nachhaltige Aufwertung des Stiftsplatzes, die den
Nutzungsansprüchen der Bonner Bevölkerung und dem städtebau-
lichen Umfeld gerecht wird.
Folgende Entwurfsinhalte waren dabei zu beachten:
• Die gesamte Platzfläche soll zukünftig einen maßgeblichen Bei-
trag zur Klimaanpassung leisten, eine Verbesserung für das lokale
Kleinklima des dicht bebauten Viertels erzielen und die lokale Hit-
zegefahr abmildern. Die Entwürfe sollen Synergien zwischen Maß-
nahmen der Hitzeanpassung, der schonenden Nutzung von Biodi-
versität, einem nachhaltigen Regenwassermanagement sowie der
Steigerung der Aufenthaltsqualität aufzeigen und nutzen.
• Die stadträumlich wichtige Verbindung zwischen der Bonner In-
nenstadt und der Beethovenhalle am Rhein soll hergestellt und be-
tont werden. Der Stiftsplatz soll dabei insbesondere für zu Fuß Ge-
hende und Radfahrende als „grüner Trittstein“ zum Rhein fungieren.
• Grundsätzlich sollen die Aufenthalts- und Nutzungsqualitäten des
Stiftsplatzes für angrenzende Bewohner*innen, Gewerbetreibende
und Institutionen erhöht werden.
Der Entwurf sollte die veranschlagten Nettobaukosten in Höhe von
820.000 EUR berücksichtigen.Seite 14 von 31
Seite | 12 Teil B | Rahmenbedingungen
3. Öffentlichkeitsbeteiligung
Im Rahmen des Werkstattverfahrens wurde ein vorgeschaltetes Be-
teiligungsverfahren für die Öffentlichkeit durchgeführt.
Vorschläge und Anregungen von direkt am Stiftsplatz anliegenden
Gewerbetreibenden und Institutionen vor Ort wurden im Rahmen
eines digitalen Gespräches am 26.04.2022 gesammelt. Gestal-
tungsideen und Planungshinweise von interessierte Bonner*innen
wurden zunächst in Form eines Online-Dialogs auf dem städtischen
Beteiligungsportal im Zeitraum vom 02. bis 17.05.2022 gesammelt
und während einer öffentlichen Beteiligungsveranstaltung zum bun-
desweiten Tag der Städtebauförderung am 14.05.2022 ergänzt und
öffentlich diskutiert.
Die Zusammenfassung und Dokumentation der einzelnen Beteili-
gungsbausteine waren zu berücksichtigende Grundlagen der Auf-
gabenstellung. Die Integration der verschiedenen Nutzungs- und
Gestaltungsvorschläge zu den Themenbereichen „Begrünung, Be-
pflanzung & Klimaanpassung“, „Nutzung & Gestaltung“ sowie „All-
gemeine Hinweise“ der Bonner Bürger*innen zur Neugestaltung
wurde durch die teilnehmenden Büros geprüft und im Rahmen des
jeweiligen Gesamtkonzeptes abgewogen.
Darüber hinaus wurde in die Jury eine Vertreterin der Bürgerschaft
als stimmberechtigtes Mitglied der Sachjury sowie ein entsprechen-
der Stellvertreter per Los hinzugewählt.Seite 15 von 31
13 | SeiteRahmenbedingungen | Teil B
Eindrücke vom Tag der Städtebauförderung am 14. Mai 2022 auf dem StiftsplatzSeite 16 von 31
Seite | 14 Teil C | Werkstattergebnisse
Teil C | Werkstattergebnisse
„Grünes Herz im Stiftsquartier“ © club L94 Landschaftsarchitekten
1. RANG | „Neue Grüne Insel für Bonn“ © scape LandschaftsarchitektenSeite 17 von 31
15 | SeiteWerkstattergebnisse | Teil C
2. RANG | „Ein Grünes Herz für die Nördliche Altstadt“ © RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten
„3 Herzen - 1 Platz“ © urbanegestaltSeite 18 von 31
Seite | 16
1. Rang | scape Landschaftsarchitekten, Düsseldorf
Lageplan
Längsschnitt
Piktogramm zum Regenwassermanagement Detailsausschniitt
Teil C | WerkstattergebnisseSeite 19 von 31
17 | Seite
Beurteilung der Jury
Der auf Nachhaltigkeit der Grünstruktur angelegte Gestaltungsan-
satz, der sich durch eine differenzierte Vegetation aus Staudenbän-
dern, neu gepflanzten Blütenbäumen und unterschiedlichen Ra-
senarten je nach Nutzungsintensität auszeichnet, wird besonders
geschätzt. Es wird kontrovers diskutiert, ob die Lage und Anord-
nung der vier Baumneupflanzungen in der Sichtachse zur Stiftskir-
che sinnvoll positioniert sind.
Die Be- und Entwässerung der großen Vegetationsfläche, die durch
die Nutzung des Regenwassers der nördlich angrenzenden Gebäu-
de ergänzt wird, ist sehr durchdacht. Die Jury begrüßt die Einbezie-
hung der unterirdischen Bauwerke für die Bewässerung, wenn die
Nutzung der Löschwassertanks machbar ist. Wenn dies nicht der
Fall sein sollte, ist das Be- und Entwässerungskonzept dennoch gut
durchdacht.
Der hohe Grad an Baustoffrecycling wird von der Jury sehr positiv
hervorgehoben. Der Platz um den Christusbrunnen erfährt durch
die Wiederverwendung des hochwertigen Basalt- und Marmorpflas-
ters eine besondere Betonung.
Die Anhebung des nördlichen Boulevards zur Herstellung eines
barrierefreien Zugangs zu den angrenzenden Häusern (Wegfall der
Eingangsstufe) wird begrüßt. Der Entwurf ist daraufhin zu prüfen,
ob die Querneigung des nördlichen Boulevards zur Grünfläche hin
eine Barrierefreiheit aufweist.
Die differenzierte Vorplatzgestaltung der angrenzenden Stiftskirche
wird über eine einheitliche Pflasterung mit dem Stiftsplatz in Verbin-
dung gesetzt. Die Nachzeichnung des unterirdischen Bodendenk-
mals durch Sitzelemente und die Herstellung der Zugänglichkeit
zum unterirdischen Denkmal wird als gelungener Umgang mit der
Stadtgeschichte gewürdigt.
Der Entwurf positioniert viele Wünsche und Nutzungsbausteine aus
der Öffentlichkeitsbeteiligung und fügt sie zu einem gelungenem
Gesamtkonzept zusammen.
Unter Erhalt der Klarheit der Entwurfssprache ist die fußläufige
Durchwegung der Nord-Süd-Verbindung auf der östlichen Platzflä-
che zu verbessern.
Die Jury bemängelt zudem das zentral organisierte Fahrradabstell-
system. Der Entwurf ist um dezentrale Fahrradabstellanlagen für
das schnelle Anschließen zu ergänzen. Außerdem ist ein neuer
Standort für die Unterflurcontainer vorzuschlagen, der den Anforde-
rungen des ortsansässigen Ver- und Entsorgers entspricht.
Insgesamt zeichnet sich der Entwurf durch zukunftsweisende Ge-
staltungselemente im Sinne einer klimaresilienten Stadtentwicklung
aus und schafft mit verschiedenen Aufenthalts- und Begegnungs-
räumen neue Nutzungsqualitäten. Es entsteht ein entwicklungsfä-
higer Beitrag für eine nachhaltige Neugestaltung des Stiftsplatzes.
1. Rang | scape Landschaftsarchitekten, Düsseldorf
Werkstattergebnisse | Teil C
Piktogramm zu Klima / Ökologie / Vegetation
Piktogramm zum Material-Upcycling
Beleuchtung: Sternenhimmelkonzept
QuerschnittSeite 20 von 31
Seite | 18
2. Rang | RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten, Bonn
Lageplan
Längsschnitt
Piktogramm Detailsausschniitt
Teil C | WerkstattergebnisseSeite 21 von 31
19 | Seite
2. Rang | RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten, Bonn
Beurteilung der Jury
Der Entwurf besticht mit einem klaren Konzept, das die zentrale,
nutzungsoffene Rasenfläche zwischen zwei gut proportionierten
Platzflächen im Westen und Osten aufspannt.
Die Grundidee, Stiftsplatz und Kirchvorplatz als einen Platz zu ge-
stalten, wird durch eine kraftvolle Rahmung aus großformatigen
Platten und Verwendung gleicher Platzbeläge überzeugend umge-
setzt. Die Ausgestaltung einer großzügigen, verbindenden Querung
der Kölnstraße durch Farbasphalt wird begrüßt. Durch das Freihal-
ten einer Blickachse wird die Stiftskirche gekonnt in Szene gesetzt
und die Linearität des Stiftsplatzes betont.
Die Einbettung des Christusbrunnen in eine wassergebundene
Wegedecke schafft attraktive Aufenthalts- und Nutzungsqualitäten.
Das breite Multifunktionsband zwischen der zentralen Grünfläche
und der nördlichen, verkehrsberuhigen Mischverkehrsfläche eröff-
net gute Möglichkeiten für die Integration von Nutzungswünschen,
auch aus der Öffentlichkeitsbeteiligung.
Die „Grüne Scholle“ ist nutzungsoffener Raum für Anwohner*innen
und Besucher*innen. Der Baumbestand bleibt erhalten und kann
im Zuge der Umgestaltung durch Anmuldungen und Wurzelbrü-
cken optimiert werden. Die Anordnung von Sitzpodesten betont die
räumliche Dreiteilung des Stiftsplatzes, sie sind attraktive Sitz- und
Spielobjekte in einem. Die Jury vermisst differenziertere Vegetati-
onsstrukturen, die auch der Artenvielfalt mehr Raum bieten. Das
„Rohrtelefon“, als interessantes Objekt zur Sichtbarmachung der
unterirdischen Bodendenkmäler, wird in seiner dauerhaften Funkti-
on als Spielobjekt allerdings in Frage gestellt.
Die Gestaltung der östlichen Platzfläche greift die Laufwege in Rich-
tung der Rheinuferpromenade klug auf und schafft durch sinnvoll
positionierte Baumneupflanzungen eine neue Torsituation, die die
Ströme der Fußgänger*innen neu bündelt und über den Stiftsplatz
führt. Das Fontänenfeld wird hinsichtlich der Attraktivität und Ver-
besserung des Mikroklimas gewürdigt. Die Jury hinterfragt Größe
und Unterhaltungskosten. Die Platzierung der Mobilistation am öst-
lichen Rand des Platzes ist richtig gewählt.
Das Konzept setzt auf ein offensives Regenwassermanagement
unter Einbeziehung der Löschwassertanks als Speicher mit einer
geschickten Flächenmodellierung zur oberirdischen Ableitung in die
„Grüne Scholle“.
Kritisch hinterfragt die Jury den Verzicht auf die Wiederverwendung
des vorhandenen Bodenbelages und einen weiterhin relativ hohen
Versiegelungsgrad.
Insgesamt gelingt den Verfasser*innen ein überzeugender Bei-
trag zur Transformation eines künftig in weiten Bereichen autofrei-
en Verkehrsplatzes in einen adressbildenden, baumbestandenen
Stadtplatz mit interessanten Raumatmosphären, der ganzjährig be-
spielbar ist und mit einer klaren Entwurfs- und Gestaltungssprache
attraktive Nutzungs- und Aufenthaltsqualitäten verspricht.
Werkstattergebnisse | Teil C
Querschnitt
Sitzpodeste
Spielelement „Rohrtelefon“
Bunkerzugänge
SchemaplanSeite 22 von 31
Seite | 20
club L94 Landschaftsarchitekten GmbH, Köln
Teil C | Werkstattergebnisse
Lageplan
Längsschnitt
Piktogramm zum Regenwassermanagement DetailsausschniittSeite 23 von 31
21 | Seite
club L94 Landschaftsarchitekten GmbH, Köln
Beurteilung der Jury
Der minimalistische Entwurfsansatz stellt eine großzügige, (nut-
zungs-)offene Grünfläche ins Zentrum des neuen Stiftsplatzes. Der
reduzierte Gestaltungsvorschlag legt einen klaren Fokus auf die
Linearität des Ortes, der sich auf die angrenzende Stiftskirche be-
zieht.
Der Christusbrunnen wird durch eine offene Platzgestaltung freige-
stellt. Die Wiederverwendung des vorhandenen Basaltpflasters wird
von der Jury begrüßt.
Die an die Jahreszeiten angepasste Gestaltung der Grünfläche –
eine ökologisch wertvolle Wiesenfläche oder eine nutzungsinten-
sive Rasenfläche – wirkt auf die Jury in der Umsetzung nicht über-
zeugend.
Der Entwurf lässt eine intensive Auseinandersetzung mit den Anre-
gungen aus der Öffentlichkeitsbeteiligung vermissen.
Der Zielkonflikt, die Platzfläche anzuheben, einzufassen und gleich-
zeitig barrierefrei zugänglich zu machen, ist nicht überzeugend ge-
löst. Die Jury bemängelt die durch die Anhebung der Platzfläche
nötige Einbettung der Bestandsbäume in Mulden.
Die Gestaltung der östlichen Platzfläche scheint für die angebote-
nen Nutzungsbausteine der Mobilstation überdimensioniert.
Das Möblierungsband, das durch ein wechselndes Angebot von
Bänken und Fahrradabstellanlagen charakterisiert wird, wirkt wie
eine räumliche Barriere zwischen den einzelnen Platzelementen.
Die Jury würdigt diesen schlichten, einfachen Entwurfsansatz, der
durch vorsichtige Eingriffe einen hohen, oberflächigen Entsiege-
lungsgrad erreicht.
Werkstattergebnisse | Teil C
Aktivitäten
Funktionen
Ausstattungselemente
QuerschnittSeite 24 von 31
Seite | 22
urbanegestalt PartGmbB, Köln
Teil C | Werkstattergebnisse
Lageplan
Längsschnitt
Piktogramm DetailsausschniittSeite 25 von 31
23 | Seite
urbanegestalt PartGmbB, Köln
Beurteilung der Jury
Der Entwurf arbeitet bewusst gegen die Linearität des Ortes und
schlägt als Antwort eine neue Formsprache für die Umgestaltung
des Stiftsplatzes vor. Der Entwurf verknüpft den Stiftsplatz durch
einen kreisförmigen Belag mit der Stiftskirche. Zwei weitere Kreise
sind den Themen Ökologie / Artenvielfalt und Aktivität gewidmet.
Die Ausgestaltung der fußläufigen Querungsmöglichkeit der
Kölnstraße in Form einer Verkehrsinsel wird von der Jury kritisch
gesehen.
Die Jury würdigt die starke Ausarbeitung des Entwurfs hinsichtlich
der Themen Ökologie und Biodiversität. Auch die Integration eines
Staudensaums wird von der Jury begrüßt. Die vorgeschlagene Nut-
zung des unterirdischen Bauwerks in Form eines Samenbunkers
fügt sich schlüssig in das Konzept ein. Die Dimensionierung des
„grünen Herzen“ sowie die Realisierbarkeit einer Wildblumenwiese
wird jedoch aufgrund des hohen Nutzungsdrucks an diesem Stand-
ort in Frage gestellt.
Die Lage der Sitzbänke mit Rücklehnen wirkt aufgrund der vorgege-
benen Blickrichtung nicht gut positioniert. Die Aufenthalts- und Nut-
zungsqualität der vorgeschlagenen Verweilorte wird von der Jury
kritisch gesehen.
Die Jury begrüßt die neu geschaffene, zentral platzierte Verbindung
zwischen der nördlichen und südlichen Platzfläche. Gleichzeitig ist
die Nutzung der in Teilen sehr kleinteiligen oder restriktiv zu verste-
henden Angebote nur eingeschränkt barrierefrei möglich.
Die Anfahrbarkeit der E-Ladesäule wird von der Jury kritisch gese-
hen, da zusätzlicher Verkehr über die nördliche Mischverkehrsflä-
che gelenkt wird.
Die Jury würdigt diesen Ansatz, der zukunftsweisende Ideen zum
Umgang mit dem Thema Ökologie und Biodiversität in der Stadt
beinhaltet.
Werkstattergebnisse | Teil C
Beleuchtungskonzept
Schemaplan
QuerschnittSeite 26 von 31
www.bonn.de
Impressum: Die Oberbürgermeisterin der Bundesstadt Bonn, Stadtplanungsamt / Presseamt
Auflage: 100 Stk., gedruckt auf 100% Recyclingpapier, zertifiziert mit dem Blauen EngelSeite 27 von 31
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Sehr gelungener Entwurf
Hallo, ich finde den Entwurf von scape sehr gelungen, und freue mich auf den neuen Stiftsplatz mit viel
Grün, schönen Staudenbeeten, den Versickerungsmulden für das Regenwasser und viel mehr
Aufenthaltsqualität. Ich hoffe, dass ein schöner, adäquater Spielplatz kommt, mit Holzelementen, wie z. B.
im Baumschulwäldchen - die bisher angedeuteten Streben in den Bildern sind ja doch etwas "nüchtern".
Auch die Ostseite des Platzes sollte noch aufgewertet werden, sie scheint mir bei dem gesamten Entwurf am
wenigsten durchdacht. Weiterhin hoffe ich, dass bei der Umplanung der Kölnstraße der Vorplatz der
Stiftskirche möglichst mit dem Stiftsplatz "verbunden" wird, z. B. mittels deutlichen bauliche oder visuelle
Verbindungen auf der Straße ("Shared Space"). Viel Erfolg bei den weiteren Planungen und der Umsetzung!
0 0 12.09.2022 - 23:43 Joseph
Stiftsplatz
Ich finde den Entwurf sehr schön. Problematisch wird sein, dass sich die Dealer- und Obdachlosenszene des
Platzes bemächtigt. Und das war’s dann für die Bürger. So wurden am Johanniskreuz die Sitzmöglichkeiten
wieder entfernt. Die angeblich gepflegte Grünfläche ist völlig verwahrlost. Die Kneipe hat den Durchgang zur
Apotheke geschlossen. Für die Bürger ist also nichts mehr da. Und die „Spielstraße“ ist Autoparkplatz. Dies
fürchte ich auch beim Stiftsplatz.
2 2 13.09.2022 - 10:43 Sofia
Zustimmung
Dem stimme ich nur zu. Ich habe Jahrelang am Stiftsplatz gewohnt und schon jetzt gab es diese Probleme im
Bereich des Brunnens. Es besorgt mich, dass im neuen Konzept in keiner Weise eine Möglichkeit der
Prävention dieser Zustände bedacht wird.
14.09.2022 4nonym
Anwohner:innen vergessen Volle Zustimmung! Die Ahnwohner:innen dürfen es dann wohl ausbaden - die tun mit Leid 14.09.2022 Benutzername
Ergebnisse Onlinebeteiligung zum Stiftsplatz "Ihre Meinung zum Siegerentwurf", September 2022Seite 28 von 31
Fehlender Fahrradweg
Grundsätzlich finde ich den Entwurf sehr gelungen, der Platz würde so definitiv zum verweilen einladen.
Allerdings bin ich doch etwas sprachlos, dass scheinbar nicht an einen getrennten Radweg gedacht wurde.
Meine Frage wäre, ob nicht ein baulich getrennter Radweg (z.B. durch einen Bordstein erhöht) für beide
Richtungen zwischen der verbliebenen Straße und dem neugestalteten Stiftsplatz passen würde. Gerade für
die Sicherheit der Radfahrenden wäre dies sehr wichtig, da insbesondere von dem Busverkehr im selber
Richtung eine erhöhte Gefahr ausgeht. Des Weiteren scheint für die Gegenrichtung bisher gar kein Radweg
geplant zu sein. Aber wenn man als Stadt Bonn den Radverkehr attraktiver machen will wären solche dem
Radverkehr vorbehaltene „Abkürzungen“ durch Einbahnstraßen ein sehr wichtiges Mittel. Ich hoffe daher,
dass eine kleine Umplanung noch möglich ist.
3 2 13.09.2022 - 10:59 Gast
Dem kann ich nur voll und
Dem kann ich nur voll und ganz zustimmen. Zudem würde ich ergänzen, dass der getrennte Radweg
vorzugsweise asphaltiert sein sollte für ein deutlich besseres Fahrgefühl und zudem rot eingefärbt werden
sollte (besonders wichtig, mit vor allem Fußgänger oder spielende Kinder nicht unachtsam den Radweg
betreten).
13.09.2022 Pherbos
Radweg bei den Bussen?
Sofern ich Sie richtig verstehe, soll also dort, wo aktuell eine Bushaltestelle ist (an der fast alle Buslinien in
Bonn halten --> extrem hohe Frequenz) ein baulich getrennter Radweg für beide (!) Richtungen gebaut
werden: Das ist meiner Meinung nach, in an Betracht des benötigten Platzes für Busse, in keinster Weise
realisierbar. Bereits aktuell füllen diese die Straße fast komplett aus. Ich hoffe auch, dass die wegfallende
Straße nicht für Radfahrer:innen geöffnet wird: Dadurch würde die Aufenthaltsqualität extrem leiden, wie
man an bereits bestehenden Konflikten (siehe freigegebene Bereiche in Fußgängerzonen für
Radfahrer:innen) sehen kann. Einige Meter weiter ist eine verbleibende Parallelstraße, die für
Radfahrer:innen freigegeben ist. Die Meter sollten zumutbar sein.
15.09.2022 Benutzername
Genau, Radweg bei den Bussen
Selbstverständlich soll der Radweg nicht auf der Seite der Bushaltestelle entstehen, sondern gegenüber
neben den Bäumen, aber dennoch an der Straße wo die Busse lang fahren. Ihr Argument von zu wenig Platz
stimmt denke ich nicht. Ich konnte schon beobachten wie sich kleinere Autos auf dieser Straße noch neben
stehenden Bussen vorbeigezwungen haben. Dieser überschüssige Platz der Straße könnte wohl für einen
Fahrradweg genutzt werden, ohne das die Busse auf einmal zu wenig Platz hätten. Wenn es zu wenig Platz
für einen Radweg in beide Richtungen sein sollte, wäre ein einspuriger Radweg in gegenläufige Richtung zum
Busverkehr wohl am besten. Des weiteren: Nur weil sie keinen Radweg bauen wird der Radverkehr nicht
aufhören. Er wird sich wahrscheinlich nur verlagern. Auf der Busspur werden Radfahrer wohl ungern fahren
wollen, vor allem entgegen des Verkehrs, vor allem wenn 10m weiter eine verkehrsberuhigte
Fußgängerzone liegt. D.h. Wenn sie keinen Radweg bauen werden Fahrräder entlang der Gastronomie
fahren und es wird zu Konflikten mit Passanten kommen. Da es im Interesse aller ist solche Konflikte zu
vermeiden ist auch aus dieser von ihnen angeführten Sicht ein Radweg erforderlich.
17.09.2022 PherbosSeite 29 von 31
Kein sichtbares Konzept gegen massive
Lärmbelastung, Vermüllung etc.
Lieder wurde kein sichtbares Konzept gegen Lärmbelästigung, Vermüllung etc. bedacht. Ein einladender
Platz tut dies auch Nachts. Schon jetzt, mit wenigen und unschönen Sitzmöglichkeiten, ist der Platz Dauer
vermüllt. Und das soll anders werden? Wie?
0 2 14.09.2022 - 21:17 Benutzername
Guter Entwurf für den Stiftsplatz + aber kleinere
Sitzmöbel bitte!
Der Entwurf ist wirklich gut und durchdacht: es ist grün, hat Bepflanzung, zusätzliche Bäume und
Blühpflanzen für städtische Biodiversität, die alle zusammen verhindern, dass der Stiftsplatz sich zu einer
Hitzeinsel entwickelt, der Entwurf hat der Platzgröße angemessene Flächen für Aktivitäten und er recycelt
Pflastersteine sowie die unterirdische Zisterne. Für Anwohner besonders toll ist die Angleichung des
Straßenniveaus an die Hauseingänge und der komplett barrierefreie Zugang zur Grünfläche. Und Parken
kann man auf knapp 900 Stellplätzen in knapp 50 Meter Entfernung in der Stiftsgarage oder
Beethovengarage. Einen Punkt des Entwurfes gibt es aber, der von den beteiligten Ämtern der Stadt oder
vom Rat der Stadt modifiziert werden sollte. Die vorgeschlagene Möblierung mit den großen Sitzbänken am
angedachten Boulevard direkt vor den Häusern und am Brunnen kann zu groß sein und zu ähnlichen
Problemen führen, wie jetzt schon am Rheinufer oder Hofgarten oder an der Poppelsdorfer Allee (war alles
z.B. im General-Anzeiger, wie hier: https://ga.de/bonn/stadt-bonn/bonn-anwohner-der-poppelsdorfer-allee-
klagen-ueber-ruhestoerungen_aid-75910519 ). Vorallem die riesigen Bänke direkt an den Häusern auf dem
Boulevard werden in geplanter Form zu nächtlichem Lärm führen. Wenn da eine Bank ist, auf die 10-15
Leute eingeengt passen, dann werden dort Abends auch 15 Leute sein und ihr Bier trinken. Bis zwei Uhr
nachts. Das ist schon so am Brunnen mit den riesigen Bänken jetzt und führt regelmäßig zu Anrufen bei
Ordnungsamt/Polizei. Lösung: Sitzgelegenheit behalten aber verkleinern. Das erhält die Möglichkeit sich
hinzusetzen, Einkäufe abzulegen, sich den Platz anzuschauen, etc. aber verhindert, dass ein Lärmraum
entsteht.
1 2 20.09.2022 - 12:39 bonn_drusus
In der vorangegangen Beteligung bei bonn-macht-mit und in den anderen Kommentaren hier wurde diese
Problematik angesprochen, auch bei den Live-Veranstaltungen vor Ort am Stiftsplatz. Die Akustik vom
Stiftsplatz ist leider nun mal so, dass wenn man rieisige Bänke direkt unter die Fenster stellt, man alles bis zu
den Dächern auf allen Etagen so hört, als ob die Personen direkt unterm Fenster steht. Der Entwurf sieht
auch kleinere Sitz-Möbel vor, direkt am Brunnen (s. Photos von scape selbst). Diese zu nutzen, anstatt der
riesigen Bänke, wäre für die Stadt günstiger, für die Anwohner ruhiger und führte zu einer Aufwertung, wie
gewünscht und nicht zu einer Abwertung für direkt betroffene Anwohner der Stiftsplatzes. Weniger Müll
und weniger Anrufe bei der Polizei/dem Ordnungsamt sparen der Stadt Geld und allen Beteiligten Nerven
und Zeit. Es kann sehr gut sein, dass hier nicht ein "mehr-mehr-mehr" zu einer Aufwertung führt, sondern
vorher ein intelligenter Verzicht Probleme hinterher verhindert. Eine andere Möglichkeit ist am Platz anstatt
der Bänke eine von den "grünen Inseln" also diesen kleinen Bänken mit Bepflanzung aufzustellen, wie hier
von der Stadt Bonn selbst erklärt: https://www.bonn.de/themen-entdecken/umwelt-natur/gruene-
inseln.php. Das schafft auch Sitzpätze, aber nicht zu viele, greift die Neu-Begrünung des Stiftsplatzes auf und
erlaubt Anwohnern, die jetzt beispielsweise einige der Baumscheiben bepflanzen, die Pflanzen auf den
grünen-Inseln zu pflegen (und führt so zu mehr direkter Anwohnerbeteiligung). Deswegen folgender
Vorschlag für Rat der Stadt Bonn oder Ämter der Stadt, die die Vorlagen ausarbeiten - keine riesigen Möbel,
keine langen Bänke auf dem neuen Boulevard, sondern die kleineren von Scape vorgeschlagenen
Sitzgelegenheiten oder noch besser eine oder zwei von den grünen-Inseln. Bitte an beteiligte Ämter der
Stadt und den Rat der Stadt weiterleiten!
Anwohnerzustimmung. Ein sehr guter Vorschlag
Diese Meinung unterstütze ich. Die kleineren Bänke finde ich gut. Zu viele große Bänke machen nur
Probleme schlimmer, die man da schon kennt. Drogenverstecke, nächtlicher Lärm, Pinkelecken. 21.09.2022 Tanith
Aus Anwohnersicht: Zustimmung ! Sehr sehr gute
Idee!
Diese Meinung unterstütze ich. Die kleineren Bänke finde ich gut. Zu viele große Bänke machen nur
Probleme schlimmer, die man da schon kennt. Drogenverstecke, nächtlicher Lärm, Pinkelecken. 0 1 21.09.2022 - 21:15 TanithSeite 30 von 31
Sehr geehrte Frau Russel,
mit heutiger Mail möchte ich zu den vorliegenden Entwürfen zur Neugestaltung des Stiftsplatzes noch
folgende ergänzende Vorschläge unterbreiten.
Wichtig erscheint mir, dass im Zuge der Neugestaltung unbedingt auch auf die Geschichte des Platzes in
Form entsprechender Texttafeln m. Abbildungen hingewiesen werden sollte. Es ist nämlich längst nicht
mehr jedem Besucher bewusst, dass es sich beim Stiftsplatz um einen historisch recht jungen Platz handelt,
da es vorher diesen platz gar nicht gab!! Hier stand u.a. das "Welschnonnenkloster!! Für die Römerzeit sei
auf die bei Grabungen gefundenen zwei als Tempelfundamente interpretierte Gebäude verwiesen, die sich
jeweils unter den heutigen Neubauten (Bürogebäude und Gebäude der privaten Zahnklinik, befunden
haben. Sie standen im Zusammenhang mit den an der Welschnonnenstr. gefundenen röm. Werkstätten etc.
unterhalb der neuen bis vor kurzem von den Stadtwerken Bonn genutzten Bürogebäuden.
Auch hier sollte nach Rücksprache mit den zuständigen Ämtern wie LVR- Amt für Bodendenkmalpflege,
Untere Denkmalbehörde der Stadt Bonn, dies bei einer entsprechenden Beschilderung unbedingt
Berücksichtigun finden.
Ich hoffe, dass diese Anregungen aufgegriffen und in die auszuführenden Planungen miteinbezogen werden.
Mit freundlichen
Grüßen
Volker Engel M. A.
Kunsthistoriker, Museumspädagoge und Denkmalpfleger
- - per Email am
18.09.2022 - 16:46 Volker EngelSeite 31 von 31 Folgen Neue Vorlagen, Sitzungen und Auswertungen aus dem Bonner Rat — im Fediverse, ohne Konto lesbar.
bonn.social/@biz ↗Datenstand: 03.11.2026, 05:10 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de