221713 · Mitteilungsvorlage
Hochwasserschutz Godesberger Bach
Kerndaten
- Nummer
- 221713
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 13.09.2022
- Letzte Änderung
- 15.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda Kenntnisnahme
- Sitzung der Bezirksvertretung Bad Godesberg Kenntnisnahme
Dateien
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Mitteilungsvorlage öffentlich 221713 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 66 Tiefbauamt Dezernat: Dez. III Hochwasserschutz Godesberger Bach Beratungsfolge Bezirksvertretung Bad Godesberg 19.10.2022 Kenntnisnahme Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 03.11.2022 Kenntnisnahme Mitteilung: Das gemeinsam mit der Gemeinde Wachtberg beauftragte Hochwasserschutzkonzept (HWSK) für das gesamte Einzugsgebiet des Godesberger Bachs wurde fertiggestellt. Gegenstand der Erstellung des HWSK Godesberger Bach ist die Prüfung aller möglichen Maßnahmen, wie potentielle Rückhaltebecken, Änderungen in der Landnutzung, Treibgutrechen, technischer Hochwasserschutz wie auch bspw. die Möglichkeit eines Entlastungskanals, ähnlich dem am Mehlemer Bach, hinsichtlich ihrer Effektivität, Flächenverfügbarkeit, Wirtschaftlichkeit sowie technischer Machbarkeit. Ziel des HWSK ist es, verschiedene Maßnahmen so miteinander zu kombinieren, dass ein möglichst effektiver Hochwasserschutz gewährleistet wird. Derzeit wird sowohl intern als auch gemeinsam mit der Gemeinde Wachtberg geprüft, welche Maßnahmenkombinationen zu einem möglichst effektiven Hochwasserschutz beitragen. Die Ergebnisse des HWSK werden in der Sitzung ausführlich vorgestellt. Ergebnisse des HWSK in der Zusammenfassung Grundlage dieses Konzeptes bildet die hydrologische Modellierung für die Neuausweisung des neu berechneten und vorläufig gesicherten Überschwemmungsgebietes des Godesberger Bachs für das gesamte Einzugsgebiet von der Quelle bis zur Mündung. Darauf aufbauend wurden Untersuchungen zu technischen Lösungen für den Hochwasserschutz wie Rückhaltungen, die Entschärfung von Engpässen sowie ein möglicher Entlastungskanal zum Rhein hin mit dem Schutzziel eines 100jährlichen Hochwasserereignisses (HQ100) durchgeführt. Zusätzlich wurden Landnutzungsänderungen und natürliche Rückhalteflächen auf ihre Schutzwirkung im Hochwasserfall untersucht. Die Modellierung erfolgte für verschiedene örtliche Überflutungsszenarien (HQ10/20/25/50/100/extrem). Auf dem Bonner Stadtgebiet wurden fünf potentielle Standorte für Hochwasserrückhaltebecken oberhalb des urbanen Raums untersucht. In Wachtberg wurden zwei potentielle Standorte betrachtet. Dazu wurden dieSeite 1 von 3 Seite 2 maximalen Einstauvolumina der potentiellen Rückhaltebecken bestimmt und die verschiedenen Überflutungsszenarien berechnet. Auf Grundlage der hydraulischen Berechnung ist festzustellen, dass keiner der Standorte geeignet ist, ein 100jährliches Hochwasserereignis (HQ100) zurückzuhalten. Dies gilt auch für Kombinationen der Becken miteinander. Eine bautechnische Volumenvergrößerung durch entsprechende Abgrabungen hätte an allen Standorten massive Eingriffe in Boden und Landschaft sowie enorme Kosten zur Folge. Änderungen der Landnutzung führen ebenfalls zu keiner ausreichenden Abflussreduktion. Fiktive Szenarien mit 50% Flächenentsiegelung im gesamten Einzugsgebiet oder einer Umwidmung aller landwirtschaftlich genutzten Flächen in Wald sowie eine Kombination aus beiden Szenarien führen zu einer maximalen Abflussreduktion von lediglich 5%. Änderungen in der Landnutzung eignen sich nicht zur Reduktion von Überflutungen infolge von Starkregenereignissen, sondern lediglich für die Aufnahme häufig vorkommender Regenereignisse (Schwammstadt). Engpässe, an denen es durch Rückstau zu Überschwemmungen kommen kann, befinden sich häufig an Brücken und Durchlässen. Einen kritischen hydraulischen Engpass am Godesberger Bach stellt lediglich der Abschnitt an der Brunnenallee dar. Die Möglichkeiten zur Umsetzung technischer Hochwasserschutzmaßnahmen in diesem Bereich sind aufgrund der geringen Flächenverfügbarkeit und des stark besiedelten Raums begrenzt. Baulich möglich erscheint die Erhöhung der vorhandenen Mauern am Bachufer sowie die Schaffung neuer Hochwasserschutzmauern in Richtung Parkfläche. Diese müssten für das schadlose Abführen eines HQ100 eine Höhe von 1,70 m aufweisen. Der verrohrte Bachabschnitt mit seinem Einlauf an der Straße „Im Äuelchen“ kann die Wassermenge eines HQ100 schadlos aufnehmen. Allerdings würde in diesem Szenario die Wassermenge am Austritt des Bachkanals in der Paul-Kemp-Straße neue Überflutungsgebiete im Godesberger Villenviertel schaffen. Somit würde die Hochwassergefahr bachabwärts verlagert. Dies ist laut Wasserhaushaltsgesetz (WHG) nicht genehmigungsfähig. Des Weiteren wurde die Option eines Hochwasserentlastungskanals geprüft. Die Untersuchungen umfassen sieben verschiedene Trassenverläufe. Kritische Kreuzungspunkte, die eine technische Machbarkeit gefährden, befinden sich am Straßentunnel, den Trassen der Deutschen Bahn und der Stadtbahn. Hier gibt es nur wenige Stellen, an denen ein möglicher Entlastungskanal zwischen den Bauten durchgeführt werden kann. Eine essentielle Rolle spielen dabei die passende Höhenlage für den Entlastungskanal sowie eine ausreichende Dimensionierung. Im nächsten Schritt der Variantenbetrachtung wird geprüft, welche Maßnahmen sinnvoll zu kombinieren sind, um ein möglichst hohes Schutzziel zu gewährleisten. Hierzu werden auch die im Konzept erarbeiteten Vorschläge zum Objektschutz hinzugezogen. Die Verwaltung wird weiter berichten. Anlage/nSeite 2 von 3 Seite 3 KeineSeite 3 von 3
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 18:28 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de