← Vorlagen

221672-01 · Kleine Anfrage

Anfrage zur Mitteilungsvorlage 221672 - Nutriamanagement im linksrheinischen Rheinauenpark

Nummer
221672-01
Art
Kleine Anfrage
Veröffentlicht
21.09.2022
Letzte Änderung
16.09.2026
  1. Sitzung noch nicht verknüpft Kenntnisnahme
  2. Sitzung noch nicht verknüpft Kenntnisnahme
  1. Sammeldokument öffentlich pdf · 84,2 KB Öffnen ↗

Übergeordnet

  1. 221672 Nutriamanagement im linksrheinischen Rheinauenpark

Maschinell aus dem PDF extrahierter Text — Tabellen und Layout gehen verloren. Maßgeblich ist das PDF: PDF öffnen ↗.

Text anzeigen (4.409 Zeichen)
Kleine Anfrage
öffentlich
221672-01
Fragesteller/in:
DIE LINKE.-Fraktion im Rat der Stadt Bonn
Hanno von Raußendorf
21.09.2022
Anfrage zur Mitteilungsvorlage 221672 -
Nutriamanagement im linksrheinischen
Rheinauenpark
Beratungsfolge
Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale
Agenda
Kenntnisnahme
Rat Kenntnisnahme
Fragestellung
Die Verwaltung wird um Stellungnahme zu folgenden Fragen gebeten:
1. Durch die Stadt beauftragte Jäger sollen in der Rheinaue Lebendfallen
für die dortige Nutria-Population aufstellen und die Tiere anschließend
töten. Hat die Verwaltung auch Alternativen zur Tötung geprüft? Wurden
insbesondere die Alternativen der minimalinvasiven Sterilisation[1] oder
der Kastration der gefangenen Tiere durch Tierärzte geprüft und aus
welchem Grund verworfen? Wurden andere Alternativen geprüft?
Welche und mit welchem Ergebnis? Was würde die Sterilisation oder
Kastration eines Weibchens kosten?
2. Hat die Verwaltung Kenntnis von einem Angebot des Bonner Tierarztes
Max Holst[2], der sich bereit erklärt hat, die Kastration der Weibchen
durchzuführen? Wurde hier bereits Kontakt aufgenommen oder wird
dies in Betracht gezogen?
3. Wann genau soll mit der Bejagung der Tiere begonnen werden und
warum sollen die Tiere im Herbst bejagt werden, obwohl diese sich im
Winter ohnehin deutlich dezimieren?
4. Nach jetzigem Planungsstand wie in der Mitteilungsvorlage
angekündigt: Was sind die genauen Folgeschritte nach dem Einfangen
der Tiere und von welchen Kosten geht die Verwaltung aus?
5. Welche Art der Schadensbestandsaufnahme und Dokumentation gibt es
für die von Nutrias verursachten Schäden abseits der Fotografien in der
Mitteilungsvorlage? Plant die Verwaltung die Schäden auch nach der
Bejagung regelmäßig und genau zu dokumentieren, um einen Erfolg der
Bejagung nachvollziehbar messen zu können?
6. Wie viele einsturzgefährdete Wegstrukturen durch Nutriabauten im
Gebiet der Rheinaue gibt es? In welcher Form prüft und dokumentiertSeite 1 von 3
Seite 2
die Verwaltung die einsturzgefährdeten Dämme und Böschungen?
7. Ist der Verwaltung die Kritik von Natur[3]- sowie Tierschutzverbänden[4]
bekannt, wonach die Bejagung der Nutrias zur Populationseindämmung
nur in Ausnahmefällen sinnvoll und teilweise gar kontraproduktiv[5] sein
soll und in anderen Kommunen nicht langfristig erfolgreich war? Wie
bewertet die Verwaltung diese Kritik und aus welchen Gründen wird
diese für die Stadt Bonn nicht geteilt?
Begründung
Die Bejagung mit Lebendfallen im Gebiet der Rheinaue wirft Fragen zur
Alternativlosigkeit der Maßnahmen zur Populationseindämmung auf. Es ist
nachvollziehbar, dass im Zuge der umfassenden Seesanierung gewährleistet
werden soll, dass der Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten
langfristig gesichert werden soll. Die Fragesteller interessiert in diesem
Zusammenhang dennoch, inwiefern Alternativen zur Tötung geprüft und
verwaltungsseitig bewertet wurden. Insbesondere stellt sich auch die Frage
nach der Prüfung der Sterilisation bzw. Kastration der weiblichen der Tiere
nach italienischem Vorbild[6] [7], so z.B. in Perugia[8] [9] oder 2018 in Turin[10] [11].
Zudem verweisen Umwelt-, Natur- und Tierschutzverbände[12] darauf, dass die
in Deutschland übliche Bejagung der Nutrias keine nachhaltige Lösung zur
Populationseindämmung darstellt.
[1] https://www.oipa.org/international/sterilization-laparoscopy-nutria/
[2] https://holstvet.com/
[3] https://nrw.nabu.de/natur-und-landschaft/landnutzung/jagd/jagdbare-
arten/weitere-saeugetiere/06818.html
[4] https://www.peta.de/presse/sinnlose-nutria-jagd-in-bonn-peta-appelliert-an-
oberbuergermeisterin-katja-doerner-von-geplanter-toetung-der-tiere-
abzusehen/
[5] https://www.peta.de/themen/nutria/
[6] https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/11250000701690350
[7] https://www.nutria-info.com/wissenswertes/bejagungen-sind-sinnlos-1/
[8] https://corrieredellumbria.corr.it/news/perugia/249963/via-libera-alla-
sterilizzazione-delle-nutrie.html
[9] https://tuttoggi.info/nutrie-pian-massiano-iniziata-la-sterilizzazione/406787/
[10] https://www.oipa.org/italia/progetto-nutrie-torino/
[11] https://video.repubblica.it/edizione/torino/emergenza-nutrie-al-via-a-torino-
il-piano-di-sterilizzazione-tramite-
laparoscopia/310849/311486?videorepmobile=1&refresh_ceSeite 2 von 3
Seite 3
[12] https://www.wildtierschutz-deutschland.de/single-post/2017/10/26/nutrias-
anhoerung-massnahmen
Anlage/n
KeineSeite 3 von 3

Folgen Neue Vorlagen, Sitzungen und Auswertungen aus dem Bonner Rat — im Fediverse, ohne Konto lesbar.

bonn.social/@biz ↗
Im ALLRIS öffnen ↗

Datenstand: 02.11.2026, 19:58 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de