221672 · Mitteilungsvorlage
Nutriamanagement im linksrheinischen Rheinauenpark
Kerndaten
- Nummer
- 221672
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 07.09.2022
- Letzte Änderung
- 15.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung der Bezirksvertretung Bad Godesberg Kenntnisnahme
- Sitzung des Naturschutzbeirates Kenntnisnahme
- Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda Kenntnisnahme
- Sitzung der Bezirksvertretung Bonn Kenntnisnahme
Dateien
- Sammeldokument öffentlich Öffnen ↗
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Untergeordnet
- Zwischenbericht - Nutriamanagement im linksrheinischen Rheinauenpark
- Stellungnahme zur Kleinen Anfrage 221672-01 - Nutriamanagement im linksrheinischen Rheinauenpark
- Nutriamanagement im linksrheinischen Rheinauenpark
- Anfrage zur Mitteilungsvorlage 221672 - Nutriamanagement im linksrheinischen Rheinauenpark
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Mitteilungsvorlage öffentlich 221672 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 67 Amt für Umwelt und Stadtgrün Dezernat: Dez. III Nutriamanagement im linksrheinischen Rheinauenpark Beratungsfolge Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 27.09.2022 Kenntnisnahme Bezirksvertretung Bad Godesberg 19.10.2022 Kenntnisnahme Naturschutzbeirat 19.10.2022 Kenntnisnahme Bezirksvertretung Bonn 25.10.2022 Kenntnisnahme Mitteilung: Durch den Menschen wurde im Laufe der Zeit eine Vielzahl gebietsfremder Tier- und Pflanzenarten aus allen Teilen der Welt in unsere heimischen Naturräume eingebracht. Diese invasiven Organismen verdrängen durch ihr Vorkommen und ihre Ausbreitung heimische Arten und verursachen unwiderrufliche Veränderungen und Lebensbedingungen von Biotopen. Sie stellen weltweit eine große Bedrohung für die biologische Vielfalt dar. Die ursprünglich aus Südamerika stammenden Nutrias wurden Anfang des 20. Jahrhunderts für den Pelzhandel nach Deutschland eingeführt. Nach dem Rückgang der Pelznachfrage wurden viele Tiere freigelassen und konnten sich in der Natur ungehindert ausbreiten. In der europäischen Richtlinie (Art. 19 der EU-Verordnung 1143/2014) und durch Umsetzung auf Bundesebene im § 40 des Bundesnaturschutzgesetzes wird festgesetzt, dass Maßnahmen gegen die Verbreitung und zur Kontrolle invasiver Arten ergriffen werden müssen, um die biologische Vielfalt zu schützen. Die Nutrias sind im Rheinauenpark schon seit einigen Jahren etabliert, mittlerweile hat die Art einen so hohen Tierbestand erreicht, dass ein Management dringend notwendig ist. Am Rheinauensee leben auf kleinstem Raum ca. 60 - 100 Tiere mit steigender Tendenz. Die milden Winter und das Fehlen natürlicher Feinde begünstigen ihr Vorkommen und ihre Vermehrung. Das fütterungsbedingt überdurchschnittlich große Nahrungsangebot bewirkt bei den Tieren ungewöhnlich viel Nachwuchs. Zwei bis drei Reproduktionszyklen pro Jahr mit mehr als 5 Jungen pro Wurf sind nicht ungewöhnlich. Nutrias gefährden durch ihr Massenauftreten und ihre Fraßtätigkeit die heimische Flora und Fauna. Im Zusammenhang mit der Rheinauensee- Sanierung wurde die Gefährdung lokaler Bestände von Großmuscheln wie der seltenen und streng geschützten gemeinen Flussmuschel oder der großenSeite 1 von 5 Seite 2 Teichmuschel besonders deutlich. Mit steigender Anzahl von Nutrias ist auch eine zunehmende Beschädigung am Rheinauensee zu beobachten. Die Tiere fressen die Rinde von Bäumen ab, was zum schleichenden Tod und zu dem Verlust der Baumsubstanz führt. Neben der Beschädigung der Uferbefestigung und der Ufervegetation ist vor allem der Verlust von Unterwasserpflanzen zu benennen. Letztere spielen für die Stabilität des sensiblen Ökosystems Rheinauensee und die Reinigung des Wassers eine wichtige Rolle. Der Wegfraß der Gewässerbepflanzung gefährdet den Erfolg der kostenintensiven Renaturierung des Sees. Dabei soll die Sanierung den Lebensraum für zahlreiche heimische Vogel- und Insektenarten und die Stabilität des Sees langfristig gewährleisten. Nutrias verursachen durch ihre Grabetätigkeit Schäden an Uferbauten und Befestigungen. Die oftmals tief in die Böschungen hineinreichenden Baue können sowohl durch Einsturzgefahr Menschen in Ufernähe als auch den lokalen Hochwasserschutz gefährden. Das Unterwühlen von Dämmen führt zu Beeinträchtigungen des Deichschutzes und ist mit erheblichen wirtschaftlichen Schäden verbunden. Im linksrheinischen Rheinauenpark besteht aus diesen Gründen dringender Handlungsbedarf, die Nutriapopulation deutlich zu minimieren und diese dauerhaft zu kontrollieren und auf niedrigem Niveau zu halten. Grundsätzlich wird eine Populationskontrolle unter Berücksichtigung der Verhältnismäßigkeit, der Auswirkungen auf die Umwelt und der Kosten angestrebt. Die Öffentlichkeit wird über die von Nutrias verursachten ökonomischen und ökologischen Schäden verstärkt aufgeklärt. Die Informationsvermittlung soll durch Schilder, Pressetermin und digitale Medien erfolgen. Bereits jetzt können Informationen auf der Homepage der Stadt Bonn abgerufen werden. Parallel wird das seit 2019 bestehende Fütterungsverbot verstärkt umgesetzt und kontrolliert. Ab Herbst dieses Jahres sollen jagdausübungsberechtigte Personen engagiert werden, um mit Lebendfallen Nutrias einzufangen und dem Rheinauenpark zu entnehmen. An allen Fallen werden Sensoren befestigt, die unmittelbar nach Auslösung die Jäger benachrichtigt, damit die Tiere zeitnah aus den Fallen entnommen werden können. Perspektivisch wird eine dauerhafte Bestandskontrolle der Nutriapopulation im Rheinauenpark angestrebt. Bei der Umsetzung der Maßnahmen werden neben den Vorschriften des Bundesjagdgesetzes auch die des Tierschutzes vollumfänglich berücksichtigt und gewährleistet. Die vorgesehenen Maßnahmen dienen in Bonn dem Schutz der biologischen Vielfalt. Die Zielsetzung entspricht den gesetzlichen Forderungen der EU-Verordnung, die alle Mitglieder der Europäischen Union verpflichtet, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die Populationen einzudämmen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Die Maßnahme entspricht den Vorgaben des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) und ist mit der Unteren Jagdbehörde abgestimmt. Anlage/nSeite 2 von 5 Seite 3 1 Fotodokumentation Rheinaue (öffentlich)Seite 3 von 5 Anhang: Fotodokumentation Rheinaue Nutria: Von Nutrias verursachte Schäden:Seite 4 von 5 Belege für unzulässige Fütterungen:Seite 5 von 5
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 21:56 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de