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221496 · Beschlussvorlage

Einbettung des Stadtteils Medinghoven in die gesamtstädtische Strategie zur Quartiersentwicklung

Nummer
221496
Art
Beschlussvorlage
Veröffentlicht
08.08.2022
Letzte Änderung
15.09.2026
  1. Sitzung der Bezirksvertretung Hardtberg 30.08.2022 Anhörung
  2. Sitzung des Ausschusses für Soziales, Migration und Gesundheit 28.09.2022 Empfehlung
  3. Sitzung des Rates 27.10.2022 Entscheidung federführend
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Beschlussvorlage
öffentlich
221496
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
50 Amt für Soziales und Wohnen
Dezernat:
Dez. V
Einbettung des Stadtteils Medinghoven in die
gesamtstädtische Strategie zur
Quartiersentwicklung
Beratungsfolge
Bezirksvertretung Hardtberg 30.08.2022 Anhörung
Ausschuss für Soziales, Migration und
Gesundheit
28.09.2022 Empfehlung
Rat 27.10.2022 Entscheidung
Beschlussvorschlag
Die Verwaltung wird beauftragt,
1. die Handlungsbedarfe des Stadtteils Medinghoven im Rahmen der
gesamtstädtischen Strategie zur Quartiersentwicklung in die Option 3
„Stärkung einer vorhandenen Einrichtung der
Gemeinwesenarbeit/Multifunktions-Einrichtung“ einzuordnen sowie
2. Gespräche mit dem vor Ort bereits tätigen Träger Diakonie über die
Ausgestaltung und Auskömmlichkeit der bestehenden
Leistungsvereinbarung zur Stadtteilarbeit zu führen, um im Rahmen der
Option 4 „Installierung konkreter sozialer Unterstützungs- und
Förderangebote für definierte Zielgruppen“ die Ergebnisse des
Zusammen-im-Quartier-Berichts umzusetzen und Bedarfslücken in
Medinghoven zu schließen.
Begründung
Allgemeines
In seiner Sitzung am 15.06.2022 hat der ASMG die Verwaltung beauftragt
(Maßgabe):
 Medinghoven in das Prüfschema der gesamtstädtischen Quartiersstrategie
(Grundsatzbeschluss DS 221069) einzubetten und dem Ausschuss fürSeite 1 von 5
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Soziales, Migration und Gesundheit sowie der Bezirksvertretung Hardtberg
das Ergebnis hierüber vorzulegen und
 die im Abschlussbericht zum Projekt „Zusammen im Quartier - ZiQ“ (DS
211234) aufgezählten Maßnahmen umzusetzen:
- Gespräche mit der Diakonie über die Auskömmlichkeit der
Finanzierung ihrer im Stadtteilbüro Medinghoven angebotenen
Leistungen (Sozial- und Schuldnerberatung; sonstige
Gemeinwesenarbeit); ggf. eine Ausweitung des Ansatzes für
allgemeine Gemeinwesenarbeit;
- die nachholende Durchführung zweier im ZiQ-Projekt konzipierter und
pandemiebedingt verschobener Beteiligungsformate (für Kinder; für
ältere Menschen, darunter auch solche mit Zuwanderungsgeschichte)
durch die Verwaltung;
- die Durchführung eines lokalen „Forum Wohnen“ durch die Stadt
Bonn.
Zur Förderung des sozialen Miteinanders, der sozialen Teilhabe und der
Quartiersentwicklung insgesamt stehen verschiedene Instrumente zur
Verfügung (s. DS-Nr. 221069).
Welches dieser Instrumente jeweils in einem Quartier zum Einsatz kommt,
hängt von dem konkreten Einzugsgebiet, den gegebenen Bedarfen und der
bereits vorhandenen Struktur vor Ort ab. Die Differenzierung der Instrumente
nach Voraussetzungen und Auswirkungen ist in der vorgenannten
Grundsatzvorlage dargestellt.
Das Quartier Medinghoven wurde in einem umfangreichen Prüfprozess zwei
Jahre lang im Rahmen des Förderprogramms ZiQ begleitet. Analysiert wurden
unter Beteiligung verschiedener Fachbereiche der Verwaltung auch die vor Ort
tätigen Träger und Einrichtungen sowie die im Quartier lebenden
Einwohnerinnen und Einwohner. Dabei wurden einerseits soziale Bedarfe,
andererseits vorhandene Strukturen und Ressourcen identifiziert und
analysiert.
Im Ergebnis dieser Untersuchung schlägt die Verwaltung vor, für die
Weiterentwicklung des Stadtteils Medinghoven entsprechend ihrer
gesamtstädtischen Strategie die folgenden beiden Optionen zu nutzen:
 Option 3 „Stärkung einer vorhandenen Einrichtung der
Gemeinwesenarbeit/ Multifunktions-Einrichtung“
In Medinghoven vernetzt und koordiniert bereits ein Träger der freien
Wohlfahrtspflege (Diakonie) regelmäßig über seine Einrichtung
hinausreichende Stadtteilaktivitäten im Rahmen der mit ihm vertraglich
vereinbarten Gemeinwesenarbeit.
Um darüber hinaus gehenden Bedarfen Rechnung tragen zu können,
werden Gespräche mit dem Träger geführt. (s. dazu auch Pkt.2 unten)
Ziel ist es, Koordinierungsaufgaben zu identifizieren, sie qualitativ und
quantitativ zu beschreiben und deren Umsetzung - falls erforderlich - mit
zusätzlichen finanziellen Mitteln entsprechend zu ermöglichen.Seite 2 von 5
Seite 3
Wünschenswert sind u.a. die Organisation eines jährlichen Stadtteilfestes,
die Organisation einer gemeinsamen Öffentlichkeitsarbeit der
Medinghovener Einrichtungen („Wegweiser“-Projekt) und die Initiierung von
Sonderaktionen (z.B. Müllsammel-Aktionen).
 Option 4 „Installierung konkreter sozialer Unterstützungs- u.
Förderangebote für definierte Zielgruppen“
Sofern sich neue Bedarfe für bestimmte Zielgruppen abzeichnen, welchen
noch nicht durch vorhandene Angebote entsprochen werden kann, können
Maßnahmen nach der Option 4 in Medinghoven eingerichtet werden.
Die Installierung zusätzlicher niederschwelliger Begegnungsangebote für
bestimmte Zielgruppen (hier: Mütter, ältere Menschen) wurde bereits im
ZiQ-Bericht angeregt. Sofern ein lokaler Akteur bereit ist, sich hier
zusätzlich zu seinen bereits bestehenden Angeboten zu engagieren,
werden die erforderlichen Mittel zur Verfügung gestellt. (Kosten für
Raumnutzung, Honorarkräfte, etc.)
Die Auskömmlichkeit von spezifischen Beratungsangeboten (Schuldner-
und Sozialberatung) wird im laufenden Geschäft der Verwaltung (jährlich)
dahingehend geprüft, ob Mehrbedarfe bestehen und das Budget
entsprechend angepasst werden muss (Kriterien: Fallzahlen).
Begründung für aus Sicht der Verwaltung für Medinghoven nicht infrage
kommende Optionen:
 Option 1 „Installation eines langfristig angelegten
Quartiersmanagements“,
In Medinghoven wurden - anders als in anderen Bonner Stadtteilen -
bereits gute und professionell abgesicherte Vernetzungsstrukturen
geschaffen: Die dortigen Einrichtungen (GGS, OGS, Stadtteilbüro,
Familienzentren, Jugendzentrum, Spielhaus, Jugendsozialarbeit und
Schulsozialarbeit, Kirchengemeinden und Flüchtlingshilfe) kooperieren bei
zahlreichen Aktivitäten; Medinghoven verfügt über einen eigenen und
mitgliederstarken Stadtteil AK; das Stadtteilbüro (Diakonie) ist in die
Arbeitsgemeinschaft der dezentralen Quartierseinrichtungen (AG BBB) des
Amtes für Soziales und Wohnen eingebunden.
Zudem ist Medinghoven ein räumlich „kompakter“ Stadtteil, in dem alle
Einrichtungen nah beieinanderliegen – auch dies ist eine ideale
Voraussetzung für Kooperationen vor Ort.
Nicht zuletzt ist Medinghoven ein relativ statischer Stadtteil: Mit größeren
Zuzügen bzw. Veränderungen der Bevölkerungsstruktur ist nicht zu
rechnen, da im Stadtteil keine sog. Potentialflächen zur Stadtentwicklung
vorhanden sind. Dies unterscheidet Medinghoven ebenfalls von anderen
Stadtteilen, in denen ein QM mindestens für eine bestimmte Zeit bei der
Begleitung größerer städtebaulicher Entwicklungen sinnvoll sein kann (z.B.
Auerberg, Tannenbusch)
 Option 2 „Installation eines befristeten „Impuls-QMs“Seite 3 von 5
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Diese Option kommt in Frage, insofern Ressourcen (Einrichtungen,
Strukturen) vorhanden sind, deren Weiterentwicklung/ Verstetigung jedoch
einer temporären Unterstützung bedarf.
Sie ist insbesondere für Stadtteile geeignet, die sich dynamisch entwickeln
- z.B. wegen erheblicher städtebaulicher Veränderungen- noch nicht über
gefestigte Vernetzungsstrukturen und –verfahren verfügen und die
vorhandenen Einrichtungen dem kurzfristig nicht Rechnung tragen können.
Ob und in welcher Form das Quartier über eine befristete Zeit hinaus der
Unterstützung bedarf, wird regelmäßig geprüft.
Diese Kriterien sind aufgrund der vorhandenen Erkenntnisse aus Sicht der
Verwaltung in Medinghoven nicht gegeben.
Die Optionen 5 und 6 unterstützen vorrangig Initiativen aus der
Bewohnerschaft;
 Option 5 „Erteilung der Geschäftsführung des Quartiersfonds“
Diese Option soll das freiwillige Engagement mit Hilfe der Mittel des
Quartiersfonds fördern, in dem bewohnerschaftlich initiierte und
durchgeführte (Kleinst-) Projekte und Veranstaltungen unterstützt, begleitet
und finanziert werden.
Die Geschäftsführung des Quartiersfonds kann ein Träger (Initiative/
Verein) übernehmen. Hierzu gehört die Verwaltung der Projektmittel, die
Aufstellung einer Bewohnerjury, die Beratung und Unterstützung der
Antragstellenden, die Prüfung der Fördervoraussetzungen, die
Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung der Jurysitzungen sowie
die Prüfung der Verwendungsnachweise.
Da das Stadtteilbüro der Diakonie einen Auftrag zur Durchführung von
Gemeinwesenarbeit in Medinghoven hat, können städtische Mittel für
bestimmte Projekte und Angebote genutzt werden. Für das geplante
Wegweiser-Projekt hat die Verwaltung zusätzliche Mittel vorgesehen und
unterstützt fachlich bei der Organisation.
 Option 6 „Anschubfinanzierung für bürgerschaftliche Quartiers-
Initiativen und zur baulichen Qualifizierung vorhandener
Einrichtungen“
Diese Option bietet sowohl bestehenden Begegnungseirichtungen wie
auch Initiativen, deren Ziel es ist, weitgehend eigenverantwortlich
nachbarschaftliche Strukturen zu entwickeln, über verschiedene
Finanzierungsmöglichkeiten (von kleineren Projekten und kleineren,
baulichen Maßnahmen) hinaus auch fachliche Unterstützung (z.B.
Information zu Fördermitteln per Newsletter, zu Ansprechpartner*innen in
der Verwaltung, durch Einladungen in relevante Gremien und Beratung zu
rechtlichen Fragen (z.B.: betreffend bauliche Auflagen, die Versicherung
von Freiwilligen)
Für eine Anschubfinanzierung wird kein Bedarf gesehen, da das
Stadtteilbüro der Diakonie ein langjährig erfahrener Träger mit
entsprechenden professionellen Strukturen ist.
Sofern vorhandene räumliche Ressourcen im Stadtteil Medinghoven mit
einem (überschaubaren) finanziellen Aufwand für die Einrichtung
zusätzlicher Angebote qualifiziert werden können, kann der jeweilige
Träger einen entsprechenden Antrag stellen.Seite 4 von 5
Seite 5
Nachrichtlich
Die Verwaltung bereitet derzeit das „Forum Wohnen in Medinghoven“ vor,
welches nach aktuellen Planungen im November 2022 stattfinden soll.
Die im ZiQ-Bericht erwähnten Beteiligungsprojekte mit Kindern sind angesichts
der aktuellen Belastungssituation der KiTas und Schulen sowie der derzeit
noch nicht absehbaren pandemischen Entwicklung kurzfristig nicht umsetzbar,
da z.Zt. keine Kooperationspartner zu gewinnen sind.
Anlage/n
KeineSeite 5 von 5

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Datenstand: 02.11.2026, 17:57 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de