221480 · Beschlussvorlage
Investitionskostenzuschuss zum „Anbau für Jugendliche“ – Baumaßnahme der Evangelischen Lukaskirchengemeinde Bonn als Träger der Offenen Jugendeinrichtung Jugendforum Auerberg
Kerndaten
- Nummer
- 221480
- Art
- Beschlussvorlage
- Veröffentlicht
- 29.08.2022
- Letzte Änderung
- 15.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Ausschusses für Kinder-, Jugend und Familie Entscheidung federführend
Dateien
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Beschlussvorlage öffentlich 221480 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 51 Amt für Kinder, Jugend und Familie Dezernat: Dez. V Investitionskostenzuschuss zum „Anbau für Jugendliche“ – Baumaßnahme der Evangelischen Lukaskirchengemeinde Bonn als Träger der Offenen Jugendeinrichtung Jugendforum Auerberg Beratungsfolge Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie 29.09.2022 Entscheidung Beschlussvorschlag Die Lukaskirchengemeinde Bonn als Träger der Offenen Jugendeinrichtung Jugendforum Auerberg erhält für das Projekt „Anbau für Jugendliche“ einen Investitionskostenzuschuss in Höhe von bis zu 55.692,00 Euro. Die Bewilligung erfolgt vorbehaltlich der Bereitstellung der erforderlichen Mittel im Haushaltsplan 2023/2024 sowie dessen Genehmigung. Begründung Die Evangelische Lukaskirchengemeinde Bonn ist Träger des Jugendforums, einer städtisch geförderten Einrichtung der Offenen Jugendarbeit. „(…) Offene Jugendarbeit ist ein gesetzlich verankerter, unentbehrlicher Bestandteil der sozialen Infrastruktur und der kommunalen Bildungslandschaft der Bundesstadt Bonn. Sie stellt einen wichtigen Beitrag zur Förderung junger Menschen zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten dar.“ (vgl. Rahmenkonzept für die Offene Jugendarbeit in Bonn, S. 5). Zentraler Ort Offener Jugendarbeit ist der sogenannte Offene Bereich. Hier werden durch die Bereitstellung der Infrastruktur (Räumlichkeiten, Spielangebote, pädagogische Ansprechperson) niedrigschwellig Angebote informeller Bildung (Spiel-, Medien- Gesprächs-, und Freizeitangebote) unterbreitet. Freiwillig und selbstbestimmt können die Besucher*innen diese Angebote als Gruppe oder Einzelpersonen nutzen. Die Fachkräfte vor Ort nehmen Interessen, Wünsche und Bedarfe der Besucher*innen wahr und integrieren sie in die Angebotsstruktur der jeweiligen Einrichtung. Es entsteht ein Raum, indem Interessensartikulation gefördert wird und demokratische Aushandlungsprozesse zum Alltag gehören; Verantwortungsübernahme für sich und andere wird erfahrbar. Einrichtungsleitung und Fachkräfte des Jugendforums der Lukaskirchengemeinde integrieren Prinzipien und Handlungsweisen OffenerSeite 1 von 3 Seite 2 Jugendarbeit zielführend in ihre alltägliche Praxis. Eng begleitet und beraten wird das Team dabei von der Jugendpflege der Stadt Bonn. Neben einem stetigen Kontakt zu Leitung und Fachkräften dient der jährliche Wirksamkeitsdialog als Qualitätssicherungsinstrument. Hier werden auf Grundlage der statistischen Datenabfrage Angebots- und Infrastruktur sowie Arbeits- und Handlungsweisen evaluiert. Das Jugendforum ist ein in der sozialen Infrastruktur des Stadtteil Auerbergs fest verankerter Anlaufpunkt für Kinder und Jugendliche und verlässlicher Kooperations- und Netzwerkpartner. Auerberg ist ein „junger“ Bezirk, ca. 25% der Bewohner*innen ist unter 21 Jahre alt und damit Zielgruppe der Offenen Jugendarbeit. 51% dieser jungen Menschen hat einen Zuwanderungshintergrund. Der Anteil von Transferleistungsempfänger*innen ist hoch, „(...) In Auerberg besteht […] ein sehr hoher Anteil an SGB II- Leistungsbeziehenden (156 Personen je 1000 Einwohner*innen). Der Anteil an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten liegt mit 512 je 1000 Einwohner*innen im erwerbsfähigen Alter nah am gesamtstädtischen Wert“ (vgl. ZiSo 2021). Das Aufwachsen in Auerberg ist somit für viele Kinder und Jugendliche von finanzieller Unsicherheit und Teilhabebarrieren gekennzeichnet. Das Jugendforum der Evangelischen Lukaskirchengemeinde wird laut der Statistischen Datenabfrage für das Berichtsjahr 2021 pro Öffnungstag durchschnittlich von 98 Kindern und Jugendlichen besucht. 50 Prozent dieser Besucher*innen sind im Alter zwischen 12 und 17 Jahren, 33 Prozent fallen in die Altersstufe von 6 bis 11 Jahren. Ein Großteil der Kinder und Jugendlichen wohnt in direkter räumlicher Nähe der Einrichtung. Die räumliche Situation in der Einrichtung ist stark eingeschränkt. Für offene Angebote sind momentan zwei Räume auf insgesamt 91qm nutzbar. Der bauliche Zustand des auf dem Außengelände installierten Containers hat eine weitere Nutzung nicht zugelassen, so dass dieser abgerissen werden musste. Die heterogene Besucher*innenstruktur in Kombination mit der räumlichen Enge führt im Alltag des offenen Betriebs immer wieder zu Konflikten, wenn sich z.B. ältere Jugendliche statt der gewünschten ruhigen Atmosphäre mit einer äußerst lebendigen Kindergruppe konfrontiert sehen oder sie von jüngeren Besucher*innen bei Gesprächen gestört werden. Die Fachkräfte vor Ort haben diese Situation wahrgenommen, moderiert und im Dialog mit allen Besucher*innengruppen Problemlösungsstrategien aufgezeigt. In diesem Dialog kristallisierte sich der Wunsch der Jugendlichen heraus, im Jugendforum eine räumliche Situation zu schaffen, in der ein abgetrennter Bereich ausschließlich einer ältere Zielgruppe vorbehalten ist. Um diese Interessen auch gegenüber dem Träger der Einrichtung gezielt vertreten und artikulieren zu können, entwickelten die Jugendlichen einen selbst gestalteten Jugendrat. Sie setzen sich für ihr Anliegen sowohl im täglichen Betrieb als auch in den entscheidenden Gemeindegremien ein. Mit ihrem gezielten Engagement konnte die Gemeindeleitung schließlich davon überzeugt werden, dass der Anbau Priorität genießt. Das Vorhaben wurde in Planung gegeben. Eine Fördermittelzusage der Stiftung Wohnhilfe lässt die Umsetzung realistischer werden. An allen Umsetzungs- und Planungsschritten haben die Jugendlichen teilgenommen und bestimmen auch weiterhin mit. Zur Finanzierung der bisher kalkulierten Gesamtkosten von 185.640,00 EuroSeite 2 von 3 Seite 3 hat die Evangelische Lukaskirchengemeinde bereits eine Förderung der Stiftung Wohnhilfe in Höhe von 100.000 Euro eingeworben und kalkuliert mit einem Eigenanteil in Höhe von 46.110,00 Euro. Die im Rahmen der Richtlinien zur Förderung der Freien Kinder- und Jugendhilfe Bonn (2007, 5. Zuschüsse zu Investitionen) beim Amt für Kinder, Jugend und Familie beantragte Fördersumme beläuft sich mit 55.692,00 auf 30% der kalkulierten Gesamtkosten. Damit wäre laut Kalkulation eine Umsetzung des Projekts möglich. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass das Projekt „Anbau für Jugendliche“ in Entstehung und in ersten Umsetzungsschritten ein Beispiel für gelingende Partizipation in der Offenen Jugendarbeit, entlang ihrer Prinzipien und des gesetzlich formulierten emanzipatorischen Auftrags ist. Die Förderung des Projekts im Rahmen eines Investitionskostenzuschusses ist aus jugendpflegerischer Sicht unbedingt zu empfehlen. Finanzielle Auswirkungen: Produktgruppe Produktgruppenbezeichnung Produkt Produktbezeichnung 1.51.20.06.04 Einrichtungen der Jugendarbeit 1.51.20.06.04.02 Offene Kinder- und Jugendarbeit in Einrichtungen freier Träger Investive Kosten der Maßnahme Betrag Finanzstelle / FiPos Veranschlagt in Noch bereit- zustellen Deckung Auszahlungen 55.692,00 EUR 151000604/ 73.1001 2023 Einzahlungen Investiver Finanzsaldo 55.692,00 EUR Konsumtive Kosten der Maßnahme jährlich einschließlich Folgekosten Betrag Finanzstelle / FiPos Veranschlagt in Noch bereit- zustellen Deckung Auszahlungen / Aufwendungen Einzahlungen / Erträge Haushaltsbelastung jährlich Anlage/n KeineSeite 3 von 3
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 18:39 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de