221355 · Mitteilungsvorlage
Hochwasserschutz Graurheindorf – Verlegung der Bachmündung
Kerndaten
- Nummer
- 221355
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 04.08.2022
- Letzte Änderung
- 15.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Naturschutzbeirates Kenntnisnahme
Dateien
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Mitteilungsvorlage öffentlich 221355 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 66 Tiefbauamt Dezernat: Dez. III Hochwasserschutz Graurheindorf – Verlegung der Bachmündung Beratungsfolge Naturschutzbeirat 16.08.2022 Kenntnisnahme Mitteilung: Anlässlich der geplanten Verlegung der Mündung des Rheindorfer Bachs zum Hochwasserschutz in Graurheindorf informiert die Verwaltung zum Stand der Planung. Nach den extremen Hochwasserereignissen am Rhein in den Jahren 1993 und 1995 wurde ein Hochwasserschutzkonzept für die Stadt Bonn erarbeitet und 1997 vom Rat beschlossen. Dieses sieht einen Mindestschutz für die ufernahen Wohnbebauungen für einen Bemessungspegel von 9,50 m Bonner Pegel vor. Dieses Ziel wurde auch in die Hochwasserrisikomanagementpläne zur Umsetzung der europäischen Hochwasserrisikomanagementrichtlinie übernommen. In Graurheindorf ist neben dem Hochwasserschutz direkt am Rheinufer (Ufermauern etc.) auch die Mündungssituation des Rheindorfer Baches zu verändern, da sich im Hochwasserfall Rheinwasser im Bach zurückstaut und über den Rheindorfer Bach die Bebauung erreicht. Die Mündung des Rheindorfer Baches soll entsprechend verlegt werden, was gleichzeitig die Möglichkeit bietet, die stark verbaute, naturferne Mündungssituation ökologisch deutlich zu verbessern. Dies ist ebenso Teil der Maßnahmenübersichten und dient damit der Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Die Umsetzung des Hochwasserschutzes am Rhein und der Bachumlegung erfolgt in zwei eigenständigen Planfeststellungsverfahren. Um den Hochwasserschutz am Rheinufer zu gewährleisten, ist zunächst die Bachumlegung und Schaffung der Retentionsflächen umzusetzen. 1. Beschreibung der geplanten Maßnahmen Die geplante Neutrassierung des Baches erfolgt ab der Rheindorfer Burg Richtung Nordwesten. Die neue Trasse folgt einem Altarm des Rheins, der noch als Mulde im Gelände erkennbar ist. Dabei werden Gärten einer Kleingartenanlage und Ackerflächen gequert. Die neue Mündung in den Rhein erfolgt bei Stromkilometer 659,7 in der Nähe der Mondorfer Fähre. Dabei wird der neue Bachlauf um die Bebauung herumgeführt und bietet durchSeite 1 von 7 Seite 2 die Laufverlängerung und spätere Einmündung in den Rhein einen erheblich größeren Retentionsraum (ca. 140.000 m³) für den Rückstau im Falle eines Rheinhochwassers. Die neue Bachtrasse kreuzt die Straße An der Rheindorfer Burg, wodurch eine Änderung der Straßenführung und eine Fuß- und Radwegbrücke notwendig werden. Zudem soll ein 25 m langes Durchlassbauwerk unterhalb der Brungsgasse entstehen, in welches zusätzlich ein bereits vorhandener Stauraumkanal integriert werden muss. Das Gewässer wird um die Trinkwasserpumpstation des Wahnbachtalsperrenverbandes herumgeführt und schwenkt in Höhe An der Margaretenkirche auf die Schrebergartenflächen links und rechts des Buschdorfer Kirchweges ein. Zur Kreuzung des Buschdorfer Kirchwegs ist ebenfalls eine Fuß- und Radwegbrücke geplant. Unterhalb des Milchgasserwegs wird im Bereich des neuen Bachlaufs ein Brückenbauwerk notwendig. Hier wird eine Verringerung des Fahrbahnquerschnitts von rd. 9,00 m auf 3,50 m vorgenommen, sodass die Brücke lediglich in eine Richtung gleichzeitig befahrbar ist. Des Weiteren erhält das Bauwerk auf beiden Seiten einen Gehweg. Zwischen Rheindorfer Burg und Durchlassbauwerk Brungsgasse erhält das geplante Profil des Rheindorfer Bachs eine Spannweite (Böschungsoberkante bis Böschungsoberkante) von im Schnitt 20 m. Unterhalb des Durchlassbauwerkes im Bereich der Brungsgasse bis zur geplanten Fußgängerbrücke Buschdorfer Kirchweg steht ein Entwicklungskorridor mit einer Breite von ca. 25-30 m zur Verfügung, welcher sich weiter unterhalb insbesondere im Bereich der landwirtschaftlich genutzten Flächen auf 70 m verbreitert. Zwischen der Estermannstraße und der jetzigen Mündung wird das Bachbett verfüllt. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass der Ortskern von Graurheindorf im Falle eines Rheinhochwassers überschwemmt würde, da Wasser über die jetzige Mündungssituation des Rheindorfer Baches bereits ab einem Rheinpegel von 8,50 m BP (Bonner Pegel) in die Ortslage gelangt. Daher muss die Mündung verschlossen werden, um einen effektiven Hochwasserschutz bis zu einem Pegel von 9,50 m für Graurheindorf zu gewährleisten. Dies bietet die Gelegenheit den Bach über eine Altrheinarm-Rinne umzulegen und über eine naturnahe Mündungssituation oberhalb der Mondorfer Fähre dem Rhein zuzuführen. Die im Bereich der Verfüllung entstehende Fläche kann neu entwickelt werden. Eine Möglichkeit stellt die Herstellung eines Grünzugs mit einer entsprechenden Bepflanzung dar. Zwischen der Rheindorfer Burg und der Estermannstraße soll das Bachbett auf Wunsch der Bürgerschaft als Altarm des Rheindorfer Baches bestehen bleiben. Die Planung des Abschnitts von der Rheindorfer Burg bis zur Bachmündung ist Teil eines gesonderten Genehmigungsverfahrens, da dies den technischen Hochwasserschutz am Rhein umfasst und daher von der oberen Wasserbehörde (Bezirksregierung Köln) genehmigt werden muss.Seite 2 von 7 Seite 3 2. Ökologische Auswirkungen und Verbesserungspotentiale Die geplante Neutrasse des Rheindorfer Baches liegt im planerischen Außenbereich im Landschaftsschutzgebiet: „Rheindorfer Bach und Auf dem Klosteracker und Lausacker“ (LSG 2.1, Landschaftsplan Kottenforst). Von der Umlegung ist im nördlichen Teilbereich das schützenswerte Biotop „Terrassenkante und Feldgehölzstreifen am Auerberg-Weg“ (BK-5208-011) und im südlichen Teilbereich das schutzwürdige Biotop „Rheindorfer Bach östlich von Auerberg“ (BK-5208-020) betroffen. Weiterhin liegt das Vorhaben vollständig auf Flächen mit besonderer Bedeutung für den Biotopverbund (VB- K-5208-004). Durch die Verlängerung des Bachlaufs von derzeit ca. 630 m auf zukünftig 1.830 m wird ein deutlich größerer Entwicklungskorridor für die Ausbildung auentypischer Strukturen und Vegetationen und damit ein sehr hohes Potential zur Entwicklung hochwertiger Fließgewässer-Biozönosen geschaffen. Die biologische Vielfalt durch Entwicklung wertvoller Auenbereiche stellt eine ökologische Verbesserung der bestehenden Ackerflächen dar und bietet auch für die Kleingartenanlage, insbesondere im Hinblick auf die Veränderung des Mikroklimas, ein klares Verbesserungspotential. Während der Bauphase wird der naturnahe Bachlauf im Gelände profiliert, sodass es in dieser Phase zu Eingriffen in Natur- und Landschaft kommt, deren Auswirkungen durch geeignete Vermeidungs- und Minimierungsmaßnahmen so gering wie möglich gehalten werden. Hierzu zählen u.a. die Bauzeitbeschränkungen, Baumhöhlenkontrollen und eventuelle Umsiedlungen geschützter Arten. Zudem soll mit dem Start der Bauarbeiten eine ökologische Baubegleitung eingesetzt werden, um Eingriffe in den Naturhaushalt, so gering wie möglich zu halten bzw. nach Möglichkeit zu verhindern. Außerdem wird eine optimale Gestaltung der neuen Bachtrasse und des Entwicklungskorridors von Grund auf gewährleistet und damit die Voraussetzungen für einen optimalen Erfolg im Hinblick auf die Entwicklungsziele der Wasserrahmenrichtlinie geschaffen. Nach Beendigung der Baumaßnahmen wird sich der Bachkorridor natürlicherweise erholen und eigendynamisch Feinstrukturen des Fließgewässers ausbilden. Zur Unterstützung leitbildangepasster Strukturen werden teils Wasserbausteine und Totholz als Strömungshindernisse eingebracht. Dies soll zudem Strömungsdiversitäten schaffen und die eigendynamische Ausbildung von Sandbänken und Kolken initiieren. Eine darüberhinausgehende Befestigung des Gewässerbettes soll lediglich im Bereich der geplanten Durchlässe und im Bereich der Bebauung realisiert werden. Da der neue Bachverlauf zum größten Teil durch landwirtschaftlich genutzte Flächen und einem geringeren Anteil an Kleingartenanlagen verlaufen wird,Seite 3 von 7 Seite 4 entsteht somit ein neuer zusammenhängender Grünzug von Graurheindorf bis zur Mondorfer Fähre mit einem höheren ökologischen Wert als in der aktuellen Nutzung. Das Vorhaben steht den raumordnerischen Entwicklungszielen und Festlegungen im Landesentwicklungsplan (LEP), im Regionalplan für den Regierungsbezirk Köln, im Landschaftsplan Kottenforst für das LSG „Rheindorfer Bach und Auf dem Klosteracker und Lausacker“ sowie im Flächennutzungsplan der Stadt Bonn nicht entgegen. Vielmehr wird durch die naturnahe Gestaltung des neuen Baches und seiner Aue den Festsetzungen zum Schutz der Landschaft und landschaftsorientierten Erholung, zur Schaffung regionaler Grünzüge, zur Biotopvernetzung und zur qualitativen, ökologischen Aufwertung des Freiraumes in hohem Maße entsprochen. Als allgemeine Festsetzung in Landschaftsschutzgebieten des LP Kottenforst, gelten Maßnahmen zur Gewässerunterhaltung und -entwicklung (dazu gehört auch die Gewässer-Renaturierung) auf der Grundlage eines von der zuständigen Wasserbehörde und im Einvernehmen mit der zuständigen Naturschutzbehörde abgestimmten Unterhaltungsplans oder einer entsprechenden wasserrechtlichen Zulassung zum naturnahen Gewässerausbau, als nicht betroffene Tätigkeit. Die Renaturierung bzw. Verlegung des Mündungsbereiches des Rheindorfer Baches ist darüber hinaus als spezielles Gebot für das LSG Rheindorfer Bach und auf dem Klosteracker und Lausacker im Landschaftsplan Kottenforst festgesetzt. Dementsprechend ist die Bachumlegung des Rheindorfer Baches mit den Geboten und Festsetzungen des Landschaftsplanes konform und es bedarf keiner landschaftsrechtlichen Genehmigung. Anlage/n 1 1003_LBP Bach_Karte 1 Bestand Biotoptypen_Endfass (öffentlich) 2 1003_LBP Bach_Karte 2 Planung Biotoptypen_Endfass (öffentlich) 3 Anlage 2.1_Lageplan Gesamt_1000_GP_2335 (öffentlich)Seite 4 von 7 Bachneutrassierung Alter Bach Burggelände Auerbergweg Brungsgasse AnderRheindorferBurg AnderRheindorferBurg AnderMargarethenkirche BuschdorferKirchweg Milchgasserweg BuschdorferKirchweg Kopenhagenerstraße Estermannufer HochwasserschutzprojektinBonn-Graurheindorf NeutrassierungdesRheindorferBaches LandschaftspflegerischerBegleitplan InstitutfürVegetationskunde,ÖkologieundRaumplanung VolmerswertherStr.80-86 40221Düsseldorf Tel.0211-60184560 Quelle:LandNRW(2021) DatenlizenzDeutschland-Namensnennung-Version2.0(www.govdata.de/dl-de/by-2-0) https://www.wms.nrw.de/geobasis/wms_nw_abk Kartografie:Dipl.-Biol.Kai Lyhme Bearbeitung:Dipl.-Biol.RolfHeimann Projektnummer:1003 Maßstab:1:1.000 Karte1- BiotoptypenimBestand Datum:18.03.2021 Biotoptypen AE0 Weidenwald AG1 SonstigerLaub(misch)waldmitmehrerenheimischen Laubbaumarten AG2 SonstigerLaubmischwaldmitmehrerenheimischen LaubbaumartenohnedominanteArt AR0 Ahornwald AT1 Kahlschlagfläche BB11 GebüschundStrauchgruppenmitheimischen Straucharten BB11RGebüschausBrombeergestrüpp BA2 FeldgehölzmitnichtheimischenBaumarten BD0 Hecke BD3 Gehölzstreifen BD5 Schnitthecke BE5 UfergehölzausheimischenLaubbaumarten BE6 UfergehölzausnichtheimischenLaubbaumarten BF1 Baumreihe BF2 Baumgruppe BH0 Allee BH1 Kopfbaumallee EA0 Fettwiese EB0 Fettweide EE0a Fettgrünlandbrache FM5 Tieflandbach HA0 Acker HJ1.1 ZiergartenmitgeringerDeckungheimischerGehölze HJ1.2 ZiergartenmitmittlererDeckungheimischerGehölze HJ1.3 ZiergartenmithöhererDeckungheimischerGehölze HJ2.3 Zier-undNutzgartenmithöhererDeckungheimischer Gehölze HJ3.1 NutzgartenmitgeringerDeckungheimischerGehölze HJ3.2 NutzgartenmitmittlererDeckungheimischerGehölze HJ3.3 NutzgartenmithöhererDeckungheimischerGehölze HJ4.1 GartenbrachemitgeringerDeckungheimischerGehölze HJ4.3 GartenbrachemithöhererDeckungheimischerGehölze HM0 Grünanlage HM4 Trittrasen,Rasenplatz,Parkrasen HN1 Gebäude KB1 Ruderalsaumbzw.linienf.Hochstaudenflur LB2 TrockeneHochstaudenflur,flächenhaft SP3 Spielplatz VA Straßenbegleitgrün VF0 VersiegelteFläche VF1 TeilversiegelteFläche Legende Plangebiet 0 100 20050 mSeite 5 von 7 Auerbergweg Brungsgasse AnderRheindorferBurg AnderRheindorferBurg AnderMargarethenkirche Milchgasserweg BuschdorferKirchweg Kopenhagenerstraße Estermannufer Planstraße1 Planstraße2 Bachneutrassierung Alter Bach Burggelände HochwasserschutzprojektinBonn-Graurheindorf NeutrassierungdesRheindorferBaches LandschaftspflegerischerBegleitplan InstitutfürVegetationskunde,ÖkologieundRaumplanung VolmerswertherStr.80-86 40221Düsseldorf Tel.0211-60184560 Quelle:LandNRW(2021) DatenlizenzDeutschland-Namensnennung-Version2.0(www.govdata.de/dl-de/by-2-0) https://www.wms.nrw.de/geobasis/wms_nw_abk Kartografie:Dipl.-Biol.Kai Lyhme Bearbeitung:Dipl.-Biol.RolfHeimann Projektnummer:1003 Maßstab:1:1.000 Karte1- BiotoptypeninderPlanung Datum: 18.03.2021 Biotoptypen AE0 Weidenwald AG1 SonstigerLaub(misch)waldmitmehrerenheimischen Laubbaumarten AG2 SonstigerLaubmischwaldmitmehrerenheimischen LaubbaumartenohnedominanteArt AR0 Ahornwald BB11 GebüschundStrauchgruppenmitheimischen Straucharten BB11RGebüschausBrombeergestrüpp BD3 Gehölzstreifen BE5 UfergehölzausheimischenLaubbaumarten BE6 UfergehölzausnichtheimischenLaubbaumarten BF1 Baumreihe BF2 Baumgruppe BH0 Allee BH1 Kopfbaumallee EA0 Fettwiese EB0 Fettweide EE0a Fettgrünlandbrache FM5 Tieflandbach HA0 Acker HJ1.1 ZiergartenmitgeringerDeckungheimischerGehölze HJ1.2 ZiergartenmitmittlererDeckungheimischerGehölze HJ1.3 ZiergartenmithöhererDeckungheimischerGehölze HJ2.3 Zier-undNutzgartenmithöhererDeckungheimischer Gehölze HJ3.1 NutzgartenmitgeringerDeckungheimischerGehölze HJ3.2 NutzgartenmitmittlererDeckungheimischerGehölze HJ3.3 NutzgartenmithöhererDeckungheimischerGehölze HJ4.1 GartenbrachemitgeringerDeckungheimischerGehölze HJ4.3 GartenbrachemithöhererDeckungheimischerGehölze HM0 Grünanlage HM4 Trittrasen,Rasenplatz,Parkrasen HN1 Gebäude HN2 Mauer,Trockenmauer KB1 Ruderalsaumbzw.linienf.Hochstaudenflur LB2 TrockeneHochstaudenflur,flächenhaft SP3 Spielplatz VA Straßenbegleitgrün VF0 VersiegelteFläche VF1 TeilversiegelteFläche BAU Bachauen-komplex 0 100 20050 m Legende PlangebietSeite 6 von 7 Seite 7 von 7
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 03.11.2026, 05:37 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de