221352 · Mitteilungsvorlage
„Bonn4Future – Wir fürs Klima“ – Bericht im Nachgang der Klimaforen 2&3 (Juli 2022)
Kerndaten
- Nummer
- 221352
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 01.08.2022
- Letzte Änderung
- 15.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Beirates Bürgerbeteiligung Kenntnisnahme
- Sitzung des Ausschusses für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger Kenntnisnahme
- Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage öffentlich 221352 Die Oberbürgermeisterin Federführung: Geschäftsbereich OB-2: Strategische Programmsteuerung Dezernat: Dez. OB „Bonn4Future – Wir fürs Klima“ – Bericht im Nachgang der Klimaforen 2&3 (Juli 2022) Beratungsfolge Ausschuss für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger 17.08.2022 Kenntnisnahme Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 18.08.2022 Kenntnisnahme Beirat Bürgerbeteiligung 09.09.2022 Kenntnisnahme Mitteilung: Anfang 2020 haben „Bonn im Wandel“ und die „Klimawache Bonn“ einen Bürgerantrag zur Beteiligung an der Zielerreichung der Klimaneutralität eingereicht. Dieser wurde am 4. März 2020 beschlossen (DS 200292). In der Folge wurde von den Initiatoren in Abstimmung mit der Stadtverwaltung ein entsprechendes Mitwirkungskonzept erarbeitet (DS 201084). Dieses wurde vom Ausschuss für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger beschlossen und die Verwaltung vom Rat beauftragt, mit „Bonn im Wandel“ einen Kooperationsvertrag zur Koordination und Umsetzung des zweijährigen Verfahrens abzuschließen. Dafür werden bis Ende 2022 Mittel in Höhe von bis zu 719.000€ bereitgestellt. Der Kooperationsvertrag wurde am 27.11.2020 unterzeichnet und am 1. Dezember 2020 ist das Mitwirkungsverfahren Bonn4Future – Wir fürs Klima“ gestartet. Aufgrund von Verzögerungen durch die Corona-Pandemie wurde das Verfahren um vier Monate bis zum 30.04.2023 verlängert (DS 220893). Bisherige Berichte zum Verfahren: erster Sachstandsbericht (Februar 2021, DS 210174), zweiter Sachstandsbericht (Juli 2021, DS 211269), Bericht im Nachgang des ersten Klimaforums (Oktober 2021, DS 212006) Anlage/nSeite 1 von 15 Seite 2 1 Bonn4Future Ergebnisse aus den Klimaforen 2+3 (öffentlich)Seite 2 von 15 1 Ergebnisse aus den Klimaforen 2+3 Klimaneutral wohnen – wie schaffen wir das? Klimaneutral mobil sein – wie schaffen wir das? EMPFEHLUNGEN UND PROJEKTIDEEN DER BÜRGER:INNEN Mitteilungsvorlage vom 12.7.2022 Dr. Gesa Maschkowski und Robert Janßen-Morof, Bonn im Wandel e.V. Foto: Christoph Schnüll Inhalt Klimaneutral Wohnen und Mobil sein – Das Wichtigste in Kürze .....................................................1 Die Herausforderungen: Botschaften der Expert:innen ...................................................................3 Wie sind die Teilnehmenden damit umgegangen? ..........................................................................4 Wie sind wir vorgegangen und was ist enstanden ...........................................................................5 Empfehlungen zum klimaneutral Wohnen ......................................................................................6 Empfehlungen zum klimaneutralen mobil sein ................................................................................8 Wer war dabei? ............................................................................................................................ 11 Wo stehen wir im Verfahren? ....................................................................................................... 12 Was haben wir außerdem geschafft? ............................................................................................ 12 Einladung zum Klimaforum 4 – Der „Bürger:innen-Klimaplan“....................................................... 13 Alle Fotos: Christoph Schnüll, Grafik Recording: Liane Hoder und Caroline PochonSeite 3 von 15 2 Klimaneutral Wohnen und Mobil sein – Das Wichtigste in Kürze 1,5 Tage lang haben sich 100 zufällig geloste Bürger:innen und 50 Vertreter:innen aus Initiativen und Institutionen mit der Frage beschäftigt, wie wir die große Mobilitäts- und Wärmewende schaffen können. Es ist uns gelungen, die Vielfalt der Teilnehmenden deutlich zu erhöhen. Wir können davon ausgehen, dass die Ergebnisse für die Haltung vieler Bonner:innen sprechen. Die wichtigsten Botschaften sind: Die Bonner:innen in den Klimaforen zeigten eine große Bereitschaft, Veränderungen im Bereich Wohnen und Mobilität mitzutragen und mitzugestalten. Damit das gelingt, braucht es viel mehr Wissen über das, was auf die Bürger:innen zukommt und Unterstützung bei der Umsetzung. Und zwar nicht nur von der Stadt Bonn, sondern auch von der Wirtschaft und den Medien. Den Teilnehmenden fehlten grundlegende Informationen und ein Plan zur Mobilitäts-, Energie- und Wärmewende. Die Angebote der Stadt Bonn sind nicht ausreichend bekannt. In der Kreativität und im gemeinsamen Planen von Veränderung steckt eine große Energie. In den Klimaforum2+3 entstanden nicht zur Empfehlungen für Alle sondern auch 32 Projektideen. Einige werden von den Bürger:innen weiter ausgearbeitet. Die Teilnehmenden der Klimaforen wünschen sich von der Politik, dass sie mutig ist, das zu tun, was notwendig ist, um die Erderwärmung zu begrenzen. Die Ergebnispräsentationen, Folien und Vorträge finden Sie hier https://beteiligung.bonn4future.de/de/klimaforum3 https://beteiligung.bonn4future.de/de/klimaforum2 „Die Politik muss das viel mehr ernst nehmen und die Stadt selbst müsste auch mehr Veranstaltungen machen, denn ich finde, diese Information muss noch viel mehr verbreitet werden.“ (Teilnehmender) „Es wurde immer wieder klar, dass "jemand" aktiv/aufsuchend auf die Menschen in der Stadt zugehen muss und Einladungen aussprechen muss zu Informationsveranstaltungen, zur Bildung von Gemeinschaften, zur Überwindung der Vereinzelung. Diese Stelle muss unbedingt in jedem Quartier geschaffen werden.“ (Moderatorin, Gruppe Wohnen 2)Seite 4 von 15 3 Die Herausforderungen: Botschaften der Expert:innen Beteiligung beginnt an dem Punkt, wenn Menschen verstehen, worum es geht. Das ist die Basis. Bonn im Wandel e.V. und die Expert:innen aus Wissenschaft, Verwaltung und den Gutachterbüros haben viel Energie darauf verwandt, die Herausforderungen verständlich zu erklären. Dafür unseren großen Dank! An dieser Stelle finden Sie aus jedem Forum Schlüsselzitate, die Ihnen einen Eindruck geben vom Tag des Klimawissens. Stimmen der Expert:innen aus dem Klimaforum Wohnen „Warum ist Dämmung so wichtig? … Der Wasserstoff wird weggekauft von der Industrie und dem Schwerlastverkehr, das gilt auch in gewissem Sinne für Holz in der Zukunft, das wird ein sehr knappes Gut werden, das heißt, wir müssen sehen, dass Dämmung die einzige Möglichkeit ist, uns vor der Energiearmut zu bewahren, solange wir nicht zu den reichen 10 % der Bundesrepublik gehören.“ (Dipl.-Ing. Barbara Fricke, Expertin für erneuerbare Energien) „Wir müssen 40 % des Energieverbrauches senken, dann haben wir die Chance, den Rest mit Erneuerbaren zu decken, den jetzigen Energiehunger können wir nicht stillen.“ (Dipl.- Ing. Celia Schütze, Bonner Energie Agentur) „Bonn wächst, das ist kein Geheimnis, seit 1970 um 60.000 Einwohner:innen, in den letzten 10 Jahren um 20.000 Einwohner:innen, das heißt wir brauchen Wohnraum. Aber – das haben wir auch schon gehört – Neubau und zusätzliche Flächenversiegelung bringt uns in Sachen Klimaneutralität nicht weiter. Die Herausforderung wird sein, vorhandene Flächen zu optimieren, zu teilen und zu tauschen“. (Nicole Funk, Stadt Bonn) Stimmen der Expert:innen aus dem Klimaforum Mobilität „Die wichtigste Botschaft ist, dass wir sofort anfangen müssen und nicht wieder warten bis irgendwas passiert, sondern all das anpacken, was wir heute gut können. Das Allererste wäre etwas weniger Straßen für den Autoverkehr, etwas mehr Straßen für den Radverkehr und etwas breitere Bürgersteige für die Fußgänger und mehr Lebensraum.“ (Prof. Dr. Martin Lanzendorf, Uni Frankfurt) „Packen Sie es an, es wird anstrengend, es wird aber auch spannend.“ (Ulrich Jansen, Wuppertal Institut)Seite 5 von 15 4 Wie sind die Teilnehmenden damit umgegangen? Zu Beginn der Arbeitsphase schwankte die Stimmung der Teilnehmenden bei manchen Personen zwischen Mutlosigkeit und Hoffnung. Dass es ein Beteiligungsverfahren wie Bonn4Future gibt und dass sie gehört werden, machte ihnen Hoffnung. Die Energie war am höchsten in der Phase, in der sie ihre eigenen Projektideen entwickelten. Am Ende gab es zahlreiche Personen, die nicht auf den Bonner Klimaplan warten wollten, sondern die jetzt schon etwas tun wollten, die ersten Grüppchen saßen zusammen im Hof und planten nächste Schritte. „Die TN wertschätzten sehr die geballte Information, die sie erhielten, und waren daher auch bereit, auf deren Basis Ideen zu entwickeln. Daraus lässt sich ableiten, dass eine aktive Informationskampagne für die Bonner Bürger erforderlich ist.“ Es wurde als unrealistisch eingeschätzt, dass sich die Menschen kurzfristig informieren und aktiv werden – hier ist Anschub erforderlich. Quartiersmanager:innen sollten unbedingt auch lokale Akteure und Initiativen einbinden. (Moderatorin, Gruppe Wohnen 2)Seite 6 von 15 5 Wie sind wir vorgegangen und was ist entstanden? Die Teilnehmenden beider Foren wurden in acht Arbeitsgruppen aufgeteilt. Sie haben zunächst Projektideen entwickelt, wie wir das Wohnen, die Energie- und Wärmeversorgung und die Mobilitätswende in Bonn besser organisieren können. Im Bereich Wohnen entstanden 15 Projektskizzen, im Bereich Mobilität 17. Auf Basis der Projektskizzen haben die acht Gruppen im zweiten Schritt Empfehlungen für alle erarbeitet und zwar für: die Bürger:innen, die Stadt Bonn, die Wirtschaft, die Medien und Kulturschaffenden, Bund und Länder und andere Akteur:innen. Diese Empfehlungen wurden innerhalb der Gruppe im Konsens erarbeitet. Jede Gruppe wählte zwei Sprecher:innen, die die Empfehlungen der gesamten Gruppe vorstellten. Die Empfehlungen lassen sich grundsätzlich sechs Handlungsfeldern zuordnen: 1. Herausforderungen verständlich machen und gemeinsame Lösungswege zeigen 2. Strategische Weichen stellen 3. Gesellschaftliche Akteur:innen gewinnen 4. Zusammenarbeit und Mitmachen ermöglichen 5. Konkrete Strukturelle Rahmenbedingungen schaffen 6. Bürger:innen Mut machen, selbst etwas zu tun Die Abschlusspräsentationen wurden gefilmt, werfen Sie einen Blick hinein, alle acht Gruppen präsentieren in je fünf Minuten ihre wichtigsten Empfehlungen für alle. Auch den vollständigen Wortlaut der Empfehlungen haben wir für Sie transkribiert. Sie finden die Filme und Ergebnisdokumente ebenfalls auf den Seiten der Klimaforen: https://beteiligung.bonn4future.de/de/klimaforum2 https://beteiligung.bonn4future.de/de/klimaforum3Seite 7 von 15 6 Empfehlungen zum klimaneutral Wohnen (Zusammenfassung) 1. Herausforderungen verständlich machen und gemeinsame Lösungswege zeigen Viele Empfehlungen drehen sich um eine gute Kommunikation, die deutlich macht, was los ist und was zu tun ist. Dafür braucht es viel mehr Wissen, empfehlen die Teilnehmenden des Klimaforums. Außerdem müsse die Transformation sichtbar und erlebbar werden. Zum Beispiel durch motivierende, emotionale Beispiele – von der Werbekampagne über Leuchtturmprojekte, von der Seifenoper bis hin zu Nachhaltigkeitsfesten. Diese Empfehlungen richten sich nicht nur an die Stadt, sondern auch an die Medien und die Kulturschaffenden von Bonn. 2. Strategische Weichen stellen Die Teilnehmenden empfehlen, dass die Stadt alles tut, um die Weichen in Richtung Klimaschutz zu stellen. Dazu gehöre auch der Mut, unangenehme Entscheidungen zu treffen. Denn die schweigende Mehrheit sei dafür. Dazu gehöre etwa ein Rechtsrahmen für den Einsatz von nachhaltigen Rohstoffen, Vorgaben für das nachhaltige Dämmen, sortenreine Rückbaukonzepte, modulares Bauen oder auch die Förderung von Gemeinschaftsprojekten.Seite 8 von 15 7 3. Gesellschaftliche Akteur:innen gewinnen Das klimaneutrale Wohnen braucht viele Akteur:innen. Die Teilnehmenden empfehlen der Stadt, sie solle sich um Unterstützung bemühen. Dazu gehöre die Wirtschaft, dazu gehörten aber auch Designer:innen und Architekt:innen, die attraktive Lösungen für das Wohnen auf kleiner Fläche entwickeln. Außerdem müsse das Handwerk gefördert und gestärkt werden. 4. Zusammenarbeit und Mitmachen ermöglichen Die Wärmewende ist ein Gemeinschaftsprojekt, dafür braucht es Bewusstsein und Präsenz im Stadtviertel. Die Teilnehmenden empfehlen zum Beispiel, Begegnungsorte einzurichten, Bonn4Future in allen Stadtteilen, runde Tische und Koordinator:innen für die Transformation der Stadtteile. An die Wirtschaft richtet sich die Empfehlung, mehr in Ausbildung zu investieren. Aber auch Do-it-yourself-Pakete zu entwickeln, die zum Beispiel Dämmen in Eigenleistung ermöglichen – denn es ist dringend. 5. Konkrete strukturelle Rahmenbedingungen schaffen Viele Empfehlungen drehen sich um ganz konkrete Rahmenbedingungen, mit denen die Stadt die Wärme- und Energiewende in Gang bringen kann. Hierzu zählt zum Beispiel das Angebot von dezentralen Wärmenetzen oder eine Karte, die zeigt, wo die Stadtwerke Fernwärme plant. Andere Ideen sind ein Leerstandsmelder für Gebäude oder Wohnungen, die frei sind, eine Meldeplattform für gemeinschaftliches Wohnen, das Mieten von Dächern für Photovoltaik und allgemein viel mehr Beratungskapazitäten. 6. Bürger:innen Mut machen, selbst aktiv zu werden Viele gute Empfehlungen haben die Teilnehmenden des Klimaforums auch für die Bürger:innen: Denkt in Quartieren, sucht Verbündete – egal ob ihr mit Vermieter:innen sprecht, saniert oder eine neue Energieversorgung organisiert, denn gemeinsam wird es günstiger und einfacher. Die Teilnehmenden sprachen allgemein davon, dass wir neue Komfortzonen erproben müssen. Denn die Energie reicht nur für alle, wenn wir Wohnungen tauschen, teilen und verkleinern, weniger Einzelfläche und mehr Gemeinschaftsflächen haben.Seite 9 von 15 8 Empfehlungen zum klimaneutralen mobil sein (Zusammenfassung) 1. Herausforderungen verständlich machen und gemeinsame Lösungswege zeigen Während der Arbeit im Forum hat sich immer wieder gezeigt, dass es Bürger:innen an Informationen zum Klimawandel fehlt – und dazu, wie eine klimafreundliche und zukunftsfähige Mobilität aussehen kann. Auch über die Ziele, Maßnahmen und Angebote der Stadt Bonn sind Bürger:innen offenbar zu wenig informiert. Die Teilnehmenden wünschen sich daher mehr, klarere und auf Lösungen ausgerichtete Kommunikation – denn die brauchen sie, um aktiv an der Mobilitätswende mitzuwirken. Dieser Appell geht in erster Linie an die Stadtverwaltung, aber auch an die lokalen Medien. Hier nehmen sie eine einseitige Berichterstattung wahr und wünschen sich mehr positive faktenbasierte Beiträge, die Lösungen aufzeigen. 2. Strategische Weichen stellen In diese Kategorie fallen Empfehlungen an Bund und Länder. Denn auf dieser politischen Ebene müssen die finanziellen und rechtlichen Voraussetzungen dafür geschaffen werden, um Kommunen größere Handlungsspielräume zu ermöglichen. Der Stadt Bonn empfehlen die Teilnehmenden ein Gesamtkonzept aus Meilensteinen und Zwischenschritten zu entwickeln, wissenschaftlich evaluieren zu lassen und besser zu kommunizieren (siehe oben). Die Wirtschaft soll sich mehr in der (Mit-)Verantwortung für die Umsetzung sehen.Seite 10 von 15 9 3. Gesellschaftliche Akteur:innen gewinnen Die Teilnehmenden empfehlen mehrfach das, was sie im Klimaforum selbst erlebt haben: unterschiedliche Akteur:innen an einen Tisch zu bringen. In den Empfehlungen selbst finden sich zum Teil bereits Akteur:innen, die aus Sicht der Teilnehmenden stärker/besser eingebunden werden sollten. Außerdem haben sie Personen oder Organisationen zusammengetragen, die für die konkreten Projektideen angesprochen werden müssten (siehe zweite Hälfte der Dokumentation). 4. Zusammenarbeit und Mitmachen ermöglichen Den Bürger:innen selbst empfehlen die Teilnehmenden, sich stärker zu engagieren, einzubringen und zu vernetzen. Sie sollten selbst zu „Bonnfluencer:innen“ werden, die andere anregen. In diese Kategorie fällt also alles, was es braucht, um den Wandel gemeinsam als Stadtgesellschaft bewältigen zu können. Empfohlen wird zum Beispiel auch, dass es eine bessere übergreifende Zusammenarbeit gibt – zwischen Bürger:innen, Parteien, Kommunen und mit Unternehmen. Dafür braucht es aus Sicht der Teilnehmenden jedoch unbürokratische und dauerhafte Beteiligungsmöglichkeiten. Am besten solle Bonn4Future vor Ort in den Stadtteilen weitergehen.Seite 11 von 15 10 5. Konkrete strukturelle Rahmenbedingungen schaffen Dieser Kategorie haben wir die vielen Empfehlungen zugeordnet, in denen es um eine ganz konkrete Umgestaltung des öffentlichen Raumes und der Mobilitäts-Angebote geht. Die Teilnehmenden empfehlen der Stadt Bonn, den Straßenraum gerechter zu verteilen, Wege und Stadtteile auto- und barrierefreier zu gestalten. Dazu gehöre neben der Einrichtung von besseren Fuß- und Radwegen auch, Parkplätze im gesamten Stadtgebiet zu reduzieren bzw. kostenpflichtig und ggf. sogar teurer zu machen. Die Teilnehmenden empfehlen, die direkten und indirekten Subventionen für Auto und Co. durch eine Prämie für diejenigen zu ersetzen, die darauf verzichten. Dazu passt auch der am häufigsten genannte und in vielen Projektideen auftauchende Wunsch nach einem günstigen ÖPNV- Ticket für alle („9-Euro-Ticket Plus“). Und zwar gemeinde- und anbieterübergreifend. Und am besten sogar in Kombination mit einer umfassenden App, die alle Verkehrsmittel zusammen- bringt. Weitere Empfehlungen wollen es uns Bürger:innen leichter machen, umzusteigen – z. B. durch die Einstellung von Mobilitätsberater:innen, die Veranstaltung von „Mobilitäts- Events“ und durch niederschwellige (Test-)Angebote von Unternehmen. 6. Bürger:innen Mut machen, selbst aktiv zu werden Schon jetzt empfehlen die Teilnehmenden des Klimaforums ihren Mitbürger:innen eine größere Offenheit gegenüber anderen, vielleicht unbekannten Verkehrsmitteln. Dabei helfen könne, das eigene Mobilitätsverhalten, eingefahrene Gewohnheiten und den persönlichen Einfluss auf die Klimaerwärmung zu reflektieren (z. B. mit Hilfe von CO2- Rechnern).Seite 12 von 15 11 Wer war dabei? Im Forum 2+3 konnten wir die Diversität der Teilnehmenden deutlich erhöhen. Das ist uns durch folgende Maßnahmen gelungen Zunächst haben wir den Teilnehmenden von Klimaforum 1 die Möglichkeit gegeben, sich anzumelden. Auf diese Weise wollten wir sicherstellen, dass die Foren aufeinander aufbauen und Ergebnisse aus September 2021 mit einfließen. 22 Personen haben dieses Angebot angenommen. Im Anschluss haben wir durch das Einwohnermeldeamt eine neue Zufallsziehung mit 2.000 Adressen vornehmen lassen. Nachdem wir mit der reinen Zufallsziehung für Forum 1 einige Personengruppen nicht erreichen konnten (bspw. wenige aus PLZ-Gebieten im Bonner Nordwesten, wenige mit formal niedrigen Bildungsabschlüssen), haben wir diesmal eingegriffen: Zum einen haben wir bereits bei der Ziehung diejenigen PLZ-Gebiete höher gewichtet, die bisher unterrepräsentiert waren. Zum anderen haben wir alle Teilnehmenden um Angaben zu Alter, Bildungsabschluss, Berufsabschluss und Migrationshintergrund gebeten. Anschließend haben wir aus rund 200 Rückmeldungen ein Panel von knapp 100 Personen gebildet, die anteilig den statistischen Merkmalen der Bonner Stadtbevölkerung entsprachen. Kleinere Lücken haben wir dann zusätzlich durch eine direkte Ansprache gefüllt. Hier konnten wir mit Unterstützung durch das Bonner Institut für Migrationsforschung und Interkulturelles Lernen e. V. noch einmal sehr gezielt 10 Menschen mit formal niedrigen Bildungsabschlüssen bzw. mit Migrationshintergrund erreichen. Wie zu erwarten war, gab es kurzfristige Absagen. Durch die leichte Überplanung waren jedoch 96 Bürger:innen anwesend. Diese wurden zu gleichen Teilen auf die beiden Klimaforen Wohnen und Mobilität aufgeteilt. Zusätzlich zu den Bürger:innen haben wir rund 50 sogenannte „Akteur:innen“ eingeladen. Das sind Personen aus Vereinen, Unternehmen oder anderen Organisationen. Ziel war, dass möglichst viele verschiedene Perspektiven mit dabei sind – und keine dominiert. Alle Akteur:innen bekamen erst nach Abstimmung mit dem städtischen „Programmbüro klimaneutrales Bonn“ eine Zusage von uns. Erschienen sind 38 Personen. Eine Reihe von Personen musste wegen Corona- Erkrankungen absagen. Dankenswerterweise haben außerdem 18 Mitarbeiter:innen der Stadtverwaltung bzw. städtischer Betriebe am Doppel-Klimaforum teilgenommen – zum Teil als feste Mitglieder von Kleingruppen, zum Teil als Expert:innen oder beobachtende Gäste. Rechts ein Gruppenbilder Gruppe Mobilität 1.Seite 13 von 15 12 Wo stehen wir im Verfahren? Herzstück des Mitwirkungsverfahrens Bonn4Future sind die vier Klimaforen Im Klimaforum 1 ging es um positive Zukunftsbilder: Wie sieht Bonn aus, wenn es klimaneutral und lebenswert ist? In Klimaforum 2 und 3 haben die Teilnehmenden Projektideen und Empfehlungen für die größten Verursacher von CO2 erarbeitet: Mobilität und Wohnen. Im Klimaforum 4 geht es um den Bürger:innen-Klimaplan: Wer muss was wann tun, damit Bonn bis 2035 klimaneutral ist? Was haben wir außerdem geschafft? Juli 21: Klimaaktionstag mit vielen interaktiven Bildungsangeboten Aug – Sep 21: Bonn4Future. Kommunikationsakademie April 22: Initiativen Abend. April 22: Launch der Plattform: Bonn4Future – Wir machen Wandel mit guten Beispielen, Initiativenkarte, Mitmachkalender und Fenster zur Bundesstadt Bonn. Juni 22 Bonn4Future Projektwerkstatt für Jugendliche Pressearbeit kontinuierlich Ein Wort zum Schluss: Zukunftsgestaltung und Kooperation von Stadt Bonn und Zivilgesellschaft kosten Zeit und Geld. Das gilt für beide Seiten. Der Rat der Stadt hat für eine Laufzeit von rund 2,5 Jahren rund 800.000 Euro bewilligt. Angesichts der vielen Leistungspakete ist „Bonn4future – Wir fürs Klima“ ein günstiges Verfahren. Bonn im Wandel wird bis zum Ende eine Eigenleistung im Wert von 100.000 Euro erbracht haben. Das ist deutlich mehr als geplant. Wir tun dies, weil uns das 1,5 Grad Ziel wichtig ist, weil wir die wenige Zeit, die uns noch für die Transformation bleibt und die einmalige Gelegenheit zur gemeinsamen Zukunftsgestaltung im Sinne der Bürger:innen bestmöglich nutzen wollen.Seite 14 von 15 13 Einladung zum Klimaforum 4 – Der „Bürger:innen-Klimaplan“ Auch zu unserem vorerst letzten Klimaforum möchten wir die Vertreter:innen der Politik ganz herzlich einladen! Es findet am 9. und 10. September 2022 im Geographischen Institut der Universität Bonn statt. Hier werden die Ergebnisse aller Foren zusammenfließen. Ausgehend von den Zukunftsbildern aus der ersten Veranstaltung machen wir eine Rückwärtsplanung: Wer muss was wann tun, damit Bonn bis 2035 klimaneutral wird? Dabei werden wir thematisch wieder breiter. Wir behandeln die Themenfelder, die bereits im ersten Klimaforum eine große Rolle spielten: Ernährung und Landwirtschaft, Wohnen, Energie und Wärme, Mobilität, Wirtschaft und Konsum, Natur und CO2-Senken Bildung und Bürgerbeteiligung Aufbruch und Kulturwandel. Am Ende steht der Klimaplan der Bürger:innen. Zwischen dem Gutachten zum Bonner Klimaplan, das die Stadt Bonn beauftragt hat, und der Bürger:innenbeteiligung gibt es jetzt schon eine Verzahnung. Die Vorschläge der Bürger:innen werden von den Gutachter:innen und der Verwaltung kommentiert und umgekehrt. Erste Ergebnisse des Gutachtens fließen in das 4. Klimaforum ein. Wir laden die Vertreter:innen der Politik herzlich zur Abschlusspräsentation von Klimaforum 4 ein. Sie findet am 10. September von ca 15:45–18.00 Uhr statt. Es ist eine einmalige Gelegenheit aus erster Hand zu erfahren, wie die beteiligten Bürger:innen den Weg zur klimaneutralen Stadt beschreiben. Mehr Informationen und ein Formular für die Anmeldung von politischen Gästen finden Sie unter https://beteiligung.bonn4future.de/de/klimaforum4 Wir freuen uns auf Sie! Mit herzlichen Grüßen für das Bonn4Future Team Robert Janßen-Morof und Dr. Gesa MaschkowskiSeite 15 von 15
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 20:36 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de