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221337 · Mitteilungsvorlage

2. Machbarkeitsstudie zum Funktionsgebäude Melbbad

Nummer
221337
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
10.08.2022
Letzte Änderung
15.09.2026
  1. Sitzung des Rates 25.08.2022 Kenntnisnahme
  2. Sitzung des Sportausschusses 11.08.2022 Kenntnisnahme
  3. Sitzung der Bezirksvertretung Bonn 16.08.2022 Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage
öffentlich
221337
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
52 Sport- und Bäderamt
Dezernat:
Dez. IV
2. Machbarkeitsstudie zum Funktionsgebäude
Melbbad
Beratungsfolge
Sportausschuss 11.08.2022 Kenntnisnahme
Bezirksvertretung Bonn 16.08.2022 Kenntnisnahme
Rat 25.08.2022 Kenntnisnahme
Mitteilung:
Der Rat der Stadt Bonn hatte die Verwaltung beauftragt, nach der Vorlage der
ersten Machbarkeitsstudie für die Erneuerung des Funktionsgebäudes im
Melbbad (DS: 211571) eine zweite Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben (DS
211571-01 AA).
Die neue Machbarkeitsstudie sollte einen Entwurf für einen Bau aufzeigen, der
sich auf die absolut notwendigen Maßnahmen zur Wiederinbetriebnahme des
Melbbades beschränkt.
Diese zweite Machbarkeitsstudie sollte zeitlich so gestaltet sein, dass der
bisher vorgelegte Zeitplan eingehalten werden kann. Gewünscht wurde ein
eingeschossiger, zweckmäßiger Bau nach Abbruch der alten Gebäude für
Umkleiden, Sanitärräume mit Toiletten und Duschen, Lager-, Technik- und
Personalräume und die neue Schwimmbadtechnik. Für die kurze Öffnungszeit
im Sommer sollte auf eigene Gastronomieräume verzichtet werden, stattdessen
ein Stellplatz mit Strom- und Wasseranschluss für eine mobile Gastronomie wie
Foodtrucks, Kaffee-Roller etc., geschaffen werden. Aufgabe dieser
Machbarkeitsstudie sollte es ausdrücklich auch sein, festzustellen, ob über
einen reduzierten Lösungsansatz eine deutlich schnellere Wiedereröffnung des
Melbbades möglich sei.
Die zweite Machbarkeitsstudie liegt inzwischen vor. Sie ist als Anlage
beigefügt. Durch die Unterstützung des Fördervereins „Unser Melbbad e.V.“
konnte ein Architekt gefunden werden, der die zweite Machbarkeitsstudie
erstellt hat.
Um die Vorgaben aus dem Beschluss (DS 211571-01 AA) zu erfüllen sind in
der 2. Studie sowohl das Nutzersoll als auch der bauliche Standard reduziert
worden. So konnte durch den Wegfall der Gastronomie die Nettogrundfläche
um rund 10 Prozent verkleinert werden. Auch die Technikflächen konnten um
rund 10 Prozent reduziert werden. Die in der ersten Studie im Nutzersoll
optional vorgesehenen Parkplatzflächen am Schwimmbad entfallen.Seite 1 von 29
Seite 2
Die Veränderungen des Standards sehen gegenüber der ersten
Machbarkeitsstudie den Wegfall der Erdüberdeckung des gesamten Gebäudes
vor. Das Gebäude besteht nach der 2. Studie aus einer massiven Konstruktion
des rückwärtigen Bereiches für die Technik, der auch zur Hangsicherung dient.
Der davorliegende Bereich für Umkleiden und Personalräume ist in einer
leichten Bauweise vorgesehen.
Die Vorgaben des neuen Beschlusses "Städtische Liegenschaften auf dem
Weg zur Klimaneutralität und Nachhaltigkeit" (DS 212355 aus März 2022)
konnten bereits insofern berücksichtigt werden, dass größtmögliche
Aufstellflächen zur Nutzung der Sonnenenergie sowohl zur
Warmwasserbereitung als auch zur Gewinnung von Strom aufgezeigt werden.
Das Ziel der nächsten Planungsphasen wird es ausdrücklich sein, das
Gebäude ausschließlich mit regenerativen Energien zu betreiben.
Ergebnis:
Die 2. Machbarkeitsstudie stellt die absolut notwendigen Maßnahmen zur
Wiederinbetriebnahme des Melbbades dar. Durch die Reduktion des
Nutzersolls und des Standards konnte eine Kostenreduktion in Höhe von ca.
1,5 Mio. Euro erreicht werden. Aber auch durch die reduzierten
Lösungsansätze ist keine schnellere Wiedereröffnung des Melbbades möglich.
Auf Grundlage der Terminplanung der vorliegenden Studie wäre eine
Fertigstellung der Neubauten im Melbbad im September 2026 und einer
Wiedereröffnung zur Freibadsaison 2027 möglich.
Die angenommenen Kosten für die reduzierten Neubaumaßnahmen inklusive
dem vorherigen Abriss betragen laut Studie etwa 8,7 Mio. Euro auf dem
Kostenstand der 1. Machbarkeitsstudie. Allein aufgrund der Baupreissteigerung
zwischen den beiden Machbarkeitsstudien steigen diese 8,7 Mio. Euro nun auf
rund 10,7 Mio. Euro. Risikozuschläge und zukünftige Baupreissteigerungen
sind hierin nicht enthalten.
Für die Sanierung des Melbbades stehen im Haushalt derzeit 1,5 Mio. Euro zur
Verfügung. Die Bereitstellung der weiteren erforderlichen Mittel steht unter dem
Vorbehalt einer entsprechenden Beschlussfassung zum Haushalt und der
Genehmigung der Haushaltssatzung durch die Bezirksregierung Köln.
Für das Städtische Gebäudemanagement wurden sechs neue Stellen für
Bäderbauten zur Verfügung gestellt (DS 221108). Diese sind noch nicht besetzt
und bei der Besetzung rechnet das SGB aufgrund der Lage am Arbeitsmarkt
für Fachkräfte in diesem Bereich mit Schwierigkeiten und Verzögerungen.
Selbst bei voller Besetzung der Stellen kann dieses Projekt nicht parallel zu den
sechs mit dem Rahmenplan zur Neuordnung der Bonner Bäderlandschaft
beschlossenen Maßnahmen für Neubau und Sanierungen der Hallenbäder (DS
200671), die aufgrund des baulichen Zustandes der Bäder keinen Aufschub
dulden, umgesetzt werden. Eine zeitliche Priorisierung der Bädersanierungen
und Neubauten ist bereits hier notwendig.
Finanzielle Auswirkungen:Seite 2 von 29
Seite 3
Produktgruppe Produktgruppenbezeichnung Produkt Produktbezeichnung
1.08.03 Bereitstellung und Betrieb von
Bädern
1.52.00.08.03.01 Freibäder
Investive Kosten der Maßnahme
Betrag Finanzstelle / FiPos Veranschlagt
in
Noch bereit-
zustellen
Deckung
Auszahlungen 1.500.000 €
9.200.000 €
5520608031025/78.5300 2022
2023-2025
Einzahlungen
Investiver
Finanzsaldo
Konsumtive Kosten der Maßnahme jährlich einschließlich Folgekosten
Betrag Finanzstelle /
FiPos
Veranschlagt in Noch bereit-
zustellen
Deckung
Auszahlungen /
Aufwendungen
Einzahlungen /
Erträge
Haushaltsbelastung
jährlich
Anlage/n
1 Textteil_Melbbad_Anlagen zur 2. Machbarkeitsstudie (öffentlich)
2 Melbbad_Anlagen zur 2. Machbarkeitsstudie (öffentlich)Seite 3 von 29
- 1 -
Stand: Juli 2022
MELBBAD
2. Machbarkeitsstudie
© Giacomo Zucca, Bundesstadt BonnSeite 4 von 29
- 2 -
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
01 Beschlüsse
02 Konzept und Entwurf
03 Termine/Optimierung des Terminplans
04 Kosten und Kostenreduktion
05 Vergleich zur 1. Machbarkeitsstudie
06 Kurze Zusammenfassung
AnlagenSeite 5 von 29
- 3 -
Einleitung
Der Verein „Unser Melbbad e.V.“ reichte im Februar 2022 auf eigene Initiative „grobe“
Skizzen zur Darstellung der Errichtung von Funktionsbauten zur Wiedereröffnung des
Bonner Melbbades bei der Bundesstadt Bonn ein.
In gemeinsamen Gesprächen zwischen dem Verein, dem durch den Verein beauftragten
Architekten, „4b Architekten – Markus Bergerhausen“, sowie dem Sport und Bäderamt
der Stadt und dem Städtischen Gebäudemanagement Bonn entschied man sich, diese
ersten Skizzen für die 2. Machbarkeitsstudie heranzuziehen und auszuarbeiten.
01 Beschlüsse
Folgende Beschlüsse sind für die 2.Machbarkeitsstudie maßgeblich:
Ratsbeschluss vom 28.10.2021 (DS-Nr. 211571-01 AA) zum Neubau der
Melbbadgebäude:
„Die Verwaltung wird beauftragt, eine zweite Machbarkeitsstudie zum Melbbad in
Auftrag zu geben.
Die Machbarkeitsstudie soll einen Entwurf für einen Bau aufzeigen, der sich auf die
absolut notwendigen Maßnahmen zur Wiederinbetriebnahme des Melbbades
beschränkt.
Die Vorlage dieser zweiten Machbarkeitsstudie soll die Entscheidungsgrundlage zur
Zukunft des Melbbades erweitern und zeitlich so gestaltet sein, dass der bisher
vorgelegte Zeitplan eingehalten werden kann.
Gewünscht wird ein eingeschossiger, zweckmäßiger Bau, der folgende Muss-Kriterien
beinhaltet:
- Abbruch der alten Gebäude (eventuell unter Belassung der Stützwand)
- Neubau von Umkleiden, Sanitärräumen mit Toiletten und Duschen
- Lager-, Technik- und Personalraum
- Neue Schwimmbadtechnik
Für die kurze Öffnungszeit im Sommer wird keine Gastronomie benötigt. Ausreichend
ist ein Stellplatz mit Strom- und Wasseranschluss für eine mobile Gastronomie, wie
Foodtrucks, Kaffee-Roller etc.
Aufgabe dieser Machbarkeitsstudie soll es ausdrücklich auch sein festzustellen, ob über
einen reduzierten Lösungsansatz eine deutlich schnellere Wiedereröffnung des
Melbbades möglich ist.“
Ratsbeschluss „Städtische Liegenschaften auf dem Weg zur Klimaneutralität
und Nachhaltigkeit“ (DS-Nr. 212355 vom 03.03.2022):
„A. Das SGB folgt für Planungen für Neubau-, Erweiterungs- und Sanierungsprojekte
der Bundesstadt Bonn, bei denen die Phase der Entwurfsplanung noch nicht vollendet
wurde und die nach dem 26.01.2022 Betriebsausschuss bzw. dem Rat der Stadt Bonn
zur Beschlussfassung vorgelegt werden, folgenden Kriterien:Seite 6 von 29
- 4 -
1. Eine Ökobilanz und Lebenszyklusanalyse der Energieversorgung und der
Baukonstruktion (einschließlich der Herstellung, Instandsetzung und Entsorgung) wird
im Planungsprozess durch das SGB verlangt und zur Entscheidungsfindung und
Optimierung der Planung genutzt.
2. Der Gesamtenergiebedarf ist unter Berücksichtigung von Energie- und CO2-
sparenden Konzepten nachhaltig zu planen und zu realisieren.
3. Maßnahmen zur Steigerung von Energiegewinnen über den eigenen Energiebedarf
hinaus sollen, soweit wirtschaftlich vertretbar, berücksichtigt werden.
4. Baumaterialien:
Nachhaltige Baustoffe mit geringeren Treibhausgasemissionen und geringeren anderen
negativen Umweltwirkungen sollen bevorzugt verwendet werden.
Eine hohe Recyclingfähigkeit der verwendeten Materialien (Rückbau, Trennung und
Verwertung) wird angestrebt.
5. Die Planung zielt auf eine hohe Flexibilität und Robustheit sowie eine Langlebigkeit
der Gebäude ab, welche Umbauten und anderweitige Nutzung ermöglicht.
6. Eine Zertifizierung zum nachhaltigen Bauen, z.B. nach dem „Bewertungssystem
Nachhaltiges Bauen“ (BNB) des Bundesministeriums des Inneren, für Bau und Heimat
in der mindestens zweithöchsten Kategorie, wird bei Projekten mit einem finanziellen
Volumen ab 15 Mio. € angewandt.
B. Die Überarbeitung des SGB-Planungsleitfadens wird durch das SGB unter
Berücksichtigung der Kriterien dieses Antrags bis zur letzten Sitzung vor der
Sommerpause 2022 abgeschlossen.
C. Energiemonitoring der durch das SGB betriebenen Gebäude:
1. Für den Energieverbrauch der vom SGB betriebenen Gebäude wird ein
kontinuierliches Monitoring betrieben, um hohe Verbräuche zu identifizieren und zu
beheben, sowie Wartungs- und Austauschzyklen zu verbessern.
2. Ein Konzept für ein optimiertes Energiemanagement, inklusive einer verbesserten
Wartung der bestehenden Anlagen und Nutzer- und Betreiberschulungen, wird zur
letzten Sitzung vor der Sommerpause 2022 vorgelegt, auch unter Einbezug von
Dritten z.B. von Energie-Contracting-Modellen.“
02 Konzept und Entwurf
Mit o. g. Beschluss zur 2. Machbarkeitsstudie durch den Rat der Bundesstadt Bonn
wurden bestimmte Ziele und Wunschvorstellungen zur Wiedereröffnung formuliert.
Durch den Ratsbeschluss vom 03.03. 2022 (DS-Nr. 212355) erfuhren die Ziele und
Kriterien zur 2. Machbarkeitsstudie eine Ausweitung und Detaillierung hinsichtlich
derjenigen Parameter, die in Bezug auf Klimaneutralität und Nachhaltigkeit städtischer
Liegenschaften zu berücksichtigen sind.
Sämtliche Inhalte bzw. Ergebnisse der Fachgutachten der 1. Machbarkeitsstudie
(Baugrundgutachten, Baumgutachten, Gutachten zur artenschutzrechtlichen Prüfung
usw.) konnten uneingeschränkt genutzt werden. Lediglich die Vorplanung zur
Technische Gebäudeausrüstung (TGA) ist aufgrund der neuesten Entwicklungen am
Energiemarkt mit diesen Erkenntnissen zu aktualisieren.
Der vorliegende Entwurf basiert auf den Anforderungen und Richtlinien für den
Bäderbau des sog. KOK (Kordinierungskreis Bäder)Seite 7 von 29
- 5 -
Durch die Entscheidung, die Schwimmbadtechnik – bis auf den sog.
Schwallwasserbereich zwischen den Schwimmer und Nichtschwimmerbecken – zu
erneuern, ergibt sich die Möglichkeit, die Funktionsbereiche neu zu strukturieren.
Im Ergebnis wird die Topographie (Hanglage, Baumbestand, Höhenentwicklung usw.)
zum wichtigsten Entwurfskriterium: Nach Abbruch des vorhandenen
Stahlbetonskelettbaus der 60er-Jahre kann das neue Technikgebäude zur
Hangsicherung als massive Konstruktion im Hang „versteckt“ werden.
Die Erschließung - Zugang zum Bad - erfolgt ohne wesentliche Änderung.
Durch die stark ansteigende Trierer Straße im Bereich des Zugangs gibt es
Konfliktpotential hinsichtlich der unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer.
Verkehrsberuhigende Maßnahmen, die über die bislang realisierten hinausgehen,
sollten in der folgenden Planungsphase geprüft werden.
Umkleiden und Sanitärräume werden unter einer erhöhten Pultdachkonstruktion auf
einfachem Stützenraster, nach Rastermaßen realisiert. Gleichzeitig dient die große
Dachfläche als Tragkonstruktion für Fotovoltaik und Solarabsorber. Die
Nutzungsqualität in den Umkleiden- und Sanitärbereichen wird durch den offenen
Charakter der „Halle“ wesentlich erhöht und die geforderte Technik vereinfacht (s.
Schnitte). Der Ertrag der solaren Gewinne wird durch die größere Höhe des Daches
gesteigert.
Umkleide- und Sanitärbereiche sind zentrale Raumbegrenzung, klare Raumkante zum
neuen, als „Mischfläche“ gestalteten Platz des Schwimmbads im Wegekreuz der
unterschiedlichen Erschließungsflächen. Versickerungsfähiges Pflaster, Flächen die eine
übermäßige Aufheizung verhindern und Begrünung mit geeignetem Pflanzen sind
wesentliche Bestandteile der neuen Gestaltung, können aber, was die Begrünung
angeht, auch sukzessive erfolgen.Seite 8 von 29
- 6 -
Durch die Änderung der durch die asphaltierte Straße aktuell noch „zerschnittenen“
Platzfläche ist die Aufstellung eines Foodtrucks oder einer kleineren Bühne an mehreren
Stellen möglich und kann aufgrund ihrer Nähe zu den Lagerräumen (für
Veranstaltungstechnik) optimal genutzt werden.
Das neue Tor zum Melbtal soll nach Möglichkeit eine einfache „Tribünenkonstruktion“
als Aufenthaltsort und topografischem Abschluss mit natürlichem Übergang ins Gelände
erhalten (s. Lageplan).
Hinweis: Dieser optionale Gestaltungsvorschlag ist in den Kostenrahmen nicht
eingeflossen, da er mit Blick auf die Wiedereröffnung des Bades nicht zwingend
erforderlich ist.
Durch den Baumbestand entlang der Trierer Straße, den Abbruch des alten
Funktionsgebäudes und die Neuerrichtung einer eingeschossigen Bebauung auf
„Badebene“ wird der Hang wieder als „grüner Hügel“ erlebbar.
03 Termine/Optimierung des Terminplans
Der aktuelle Terminplan der 2. Machbarkeitsstudie sieht eine Laufzeit von rund 48
Monaten, also rund vier Jahren, vor.
Bei einer Beschlussfassung im September 2022 würde somit das Funktionsgebäude des
Melbbades im September 2026 fertiggestellt sein, und das Bad könnte zur
Freibadsaison 2027 wieder in Betrieb gehen.
Aufgrund der rechtlichen Vorgaben zu den zeitlichen Abläufen der Vergaben von
Planungs- und Bauleistungen sowie vor dem Hintergrund der erforderlichen Beteiligung
der politischen Gremien ist keine wesentliche Verkürzung dieser Abläufe möglich.
Die v. g. Abläufe nehmen bereits rund 1,5 Jahre der Gesamtlaufzeit in Anspruch.
Für die Planungen und Genehmigungen wird eine Zeit von rund einem Jahr
veranschlagt.
Die Zeit vom Rückbau bis zur Fertigstellung des Gebäudes mit der bauaufsichtlichen
Abnahme wird ebenfalls mit rund 1,5 Jahren im Terminplan berücksichtigt.
Lediglich die bereits in der 1. Machbarkeitsstudie unter Punkt 4. B) angegebene
Beschleunigungsmaßnahme „Zusammenlegen zweier Gremienläufe“ stellt auch
weiterhin eine Möglichkeit dar, den Terminplan um rund drei Monate zu straffen.
Indem man den politischen Gremien bereits nach der Leistungsphase 2
(Vorentwurfsplanung) eine Kostenberechnung mit dem in der Leistungsphase 3Seite 9 von 29
- 7 -
(Entwurf) geforderten Detaillierungsgrad vorlegt, wären hierfür die gesetzlichen
Voraussetzungen erfüllt und der Gremienlauf nach der Leistungsphase 3 könnte
entfallen.
04 Kosten und Kostenreduktion
Eine Kostenreduktion ist bei Bauvorhaben in einem solch frühen Planungsstadium
grundsätzlich durch zwei Maßnahmen möglich:
1) Durch eine Reduktion des Nutzersolls, also vornehmlich durch eine Verkleinerung
des Raumprogramms/der Flächen, welche durch den Nutzer vorgegeben werden,
oder/und
2) Durch eine Reduktion des Standards
Im Rahmen der 2. Machbarkeitsstudie wurden beide Maßnahmen geprüft und es
konnten in beiden Bereichen Einsparmöglichkeiten zur Kostenreduktion identifiziert
werden:
1) Reduktion des Nutzersolls
- Durch den Entfall der Freibadgastronomie, welche bereits durch den Beschluss
vom 28.10.2021 (DS-Nr. 211571-01 AA) zum Neubau der Melbbadgebäude
beschlossen wurde, konnten rund 10 % der gesamten Nettogrundfläche
eingespart werden.
- Durch eine Reduktion der Technikfläche können rund 10 % der Technikflächen
eingespart werden. Bereits im Rahmen der 1. Machbarkeitsstudie konnten die
Technikflächen, welche anhand der Bäderrichtlinie ermittelt wurden, um 55 m²
reduziert werden. Im Rahmen der 2. Machbarkeitsstudie sollen weitere 45 m²
eingespart werden, indem ein Teil der Technik auf dem Dach des
Funktionsgebäudes verortet wird.
- Eine Erweiterung des Parkplatzes, welcher von der Verwaltung optional in das
Nutzersoll aufgenommen wurde, soll entfallen.
- Aufgrund der ausschließlichen Nutzung des Gebäudes in der warmen Jahreszeit
kann die Fläche der Räume, welche innerhalb der thermischen Hülle liegen,
reduziert werden. Der Nutzer konnte vorgeben, dass lediglich Personal- und
Büroräume im Winter auf Raumtemperatur beheizt werden sollen. Die
Technikräume sind frostfrei vorzusehen.
2) Reduktion des Standards
- Die Erdüberdeckung des gesamten Gebäudes, welches in der 1.
Machbarkeitsstudie vorgesehen wurde, soll entfallen.
- Lediglich der hintere Teil des Gebäudes, in welchem sich die Technik befindet
und welches als
Hangsicherung
dient, soll in
Massiver Bauweise
ausgeführt
werden. Der
vordere Teil des
Gebäudes, in
welchem sich dieSeite 10 von 29
- 8 -
Umkleiden und die Personalräume befinden, soll in einer leichten Bauweise, ggf.
vorgefertigt und modular, errichtet werden.
- Ein festes Achsmaß, welches sich durch alle Teile der Konstruktion ziehen soll,
soll zu einer Vereinfachung führen.
05 Vergleich zur 1. Machbarkeitsstudie
Projektlaufzeit und Fertigstellung
1. Machbarkeitsstudie:
Der Beschluss, mit der Ausschreibung der Planungsleistungen der Vorentwurfsplanung
zu beginnen, war im Terminplan für Anfang Oktober 2021 vorgesehen. Eine
Fertigstellung des Neubaus wäre danach Ende August 2025 möglich gewesen.
Die gesamt Projektlaufzeit betrug 47 Monate
2. Machbarkeitsstudie:
Der Beschluss, mit der Ausschreibung der Planungsleistungen der Vorentwurfsplanung
zu beginnen, ist im Terminplan für Ende September 2022 vorgesehen. Eine
Fertigstellung des Neubaus wäre danach im September 2026 möglich. Die gesamte
Projektlaufzeit beträgt 48 Monate.
Die Differenz von rund einem Monat ergibt sich aus einer verwaltungsseitigen Korrektur
des Prozesses „VgV-Verfahren“, für welchen nach aktuellen Erfahrungen neun bis zwölf
Monate eingeplant werden müssen. Die in der 1. Machbarkeitsstudie vorgegebenen acht
Monate wurden folglich in der 2. Machbarkeitsstudie auf neun Monate korrigiert.
Die Kosten mit dem Kostenstand des dritten Quartals 2021 belaufen sich auf:
1. Machbarkeitsstudie: 10,24 Mio. Euro brutto
2. Machbarkeitsstudie: 8,72 Mio. Euro brutto
Unter Berücksichtigung der aktuellen Baupreissteigerung in dem Zeitraum zwischen der
Erstellung der beiden Machbarkeitsstudien in Höhe von 19,4 % rechnen sich die Kosten
auf folgenden Stand hoch:
1. Machbarkeitsstudie: 12,23 Mio. Euro brutto
2. Machbarkeitsstudie: 10,68 Mio. Euro brutto
Risikozuschläge und Zuschläge für zukünftige Baupreissteigerungen konnten dabei
noch keine Berücksichtigung finden.
06 Kurze Zusammenfassung
Die 2. Machbarkeitsstudie stellt die absolut notwendigen Maßnahmen zur
Wiederinbetriebnahme des Melbbades dar.
Vor allem durch die Verringerung des Nutzersolls, aber auch durch die Reduktion des
baulichen Standards konnte eine Kostenreduktion in Höhe von rund 1,49 Mio. Euro im
Vergleich zur 1. Machbarkeitsstudie (auf altem Kostenstand der Baupreise) erreicht
werden; dies entspricht 14,8 Prozent.Seite 11 von 29
- 9 -
Aufgrund der Baupreissteigerung zwischen der Erstellung der beiden
Machbarkeitsstudien rechnet sich der Betrag von 8,72 Mio. Euro auf aktuell rund 10,68
Mio. Euro hoch.
Risikozuschläge und zukünftige Baupreissteigerungen sind hierin noch nicht enthalten.
Auch durch den reduzierten Lösungsansatz ist leider keine schnellere Wiedereröffnung
des Melbbades möglich.
Anlagen
Planunterlagen (Lageplan, Grundrisse, Schnitte, Ansichten, Renderings)
Grobterminplan
Grobkostenschätzung
4b Architekten Markus BergerhausenSeite 12 von 29
Lageplan M-1:1000
Machbarkeitsstudie II
4b Architekten Markus Bergerhausen
15.07.2022 Bonn am RheinSeite 13 von 29
Lageplan M-1:500
Machbarkeitsstudie II
4b Architekten Markus Bergerhausen
15.07.2022 Bonn am RheinSeite 14 von 29
S-01 S-01
S-02 S-02
S-03S-03
Eingangs-
vorplatz
Lager
Geräteraum
WC
Lager
Überdachter Eingangplatz
Technikräume
Personal
H
D
Tribünen (optional)
Tribünen (optional)
Grundriss M-1:250
Machbarkeitsstudie II
4b Architekten Markus Bergerhausen
15.07.2022 Bonn am RheinSeite 15 von 29
Eingangs-
vorplatz
Lager
Geräteraum
WC
Lager
Überdachte Eingang
(Betonierte Fläche Bestand)
Farradstellplatz
Technikräume
Personal
3 PKW St/Pl
Personal
H
D
Badaufsichts
platform
Option Farradstellplatzerweiterung
Schwimmerbecken Nichtschwimmerbecken
PÜlatschbe
Beachvolleyball
Schwallwasser
Technik KG
Tribünen (optional)
Tribünen (optional)Tribünen (optional)Tribünen (optional)
Dachaufsicht M-1:500
Machbarkeitsstudie II
4b Architekten Markus Bergerhausen
15.07.2022 Bonn am RheinSeite 16 von 29
7,08
4,60
3,00
0,00
4,10
Hinterkante
EG Bestand
Hinterkante
1.OG Bestand
4,60
3,50
2,50
0,00
8,74
4,10
Hinterkante
EG Bestand
Hinterkante
1.OG Bestand
Hinterkante
2.OG Bestand
0,00
4,60
4,10 3,50
2,50
10,79
Hinterkante
EG Bestand
Hinterkante
1.OG Bestand
Hinterkante
2.OG Bestand
S-01 1:250
S-02 1:250
S-03 1:250
Machbarkeitsstudie II
4b Architekten Markus Bergerhausen
15.07.2022 Bonn am RheinSeite 17 von 29
3,00
4,10
4,60
3,20
3,00
4,60
3,50
A-01 Ansicht Ost 1:250
A-02 Ansicht Süd 1:250
Machbarkeitsstudie II
4b Architekten Markus Bergerhausen
15.07.2022 Bonn am RheinSeite 18 von 29
Sichtschutz
Sichtschutz
eraum
WC
Lager
H
D
Grundriss (Fragment) M-1:100
Machbarkeitsstudie II
4b Architekten Markus Bergerhausen
15.07.2022 Bonn am RheinSeite 19 von 29
S-01 S-01
S-02 S-02
S-03S-03
Eingangs-
vorplatz
Lager
Geräteraum
WC
Lager
Überdachte Eingang
Technikräume
Personal
3 PKW St/Pl
Personal
H
D
Tribünen (optional)
Tribünen (optional)
Grundriss M-1:250
Machbarkeitsstudie II
4b Architekten Markus Bergerhausen
15.07.2022 Bonn am Rhein
Darstellung auf Grundlage des amtlichen Lageplanes
als Planungsgrundlage des Dipl.-Ing. M.Pilhatsch, Off. best. VermessungsingenieurSeite 20 von 29
Machbarkeitsstudie II
4b Architekten Markus Bergerhausen
15.07.2022 Bonn am RheinSeite 21 von 29
Machbarkeitsstudie II
4b Architekten Markus Bergerhausen
15.07.2022 Bonn am RheinSeite 22 von 29
Machbarkeitsstudie II
4b Architekten Markus Bergerhausen
15.07.2022 Bonn am RheinSeite 23 von 29
Machbarkeitsstudie II
4b Architekten Markus Bergerhausen
15.07.2022 Bonn am RheinSeite 24 von 29
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Seite 26 von 29
Seite 27 von 29
Seite 28 von 29
Nr. VorgangsmodusVorgangsname Dauer Anfang Ende
1 Beschluss zur Machbarkeitsstudie - Sportausschuss und Rat 50 Tage Fre 15.07.22 Don 22.09.22
2 Planungen und Zustimmungen 765 Tage Fre 23.09.22 Don 28.08.25
3 Architekten- und Ingenieurleistungen; Ausschreibung und Vergabe 180 Tage Fre 23.09.22 Don 01.06.23
4 Planung 585 Tage Fre 02.06.23 Don 28.08.25
5 Vorentwurfsplanung LP 2 130 Tage Fre 02.06.23 Don 30.11.23
6 Planung 90 Tage Fre 02.06.23 Don 05.10.23
7 Vorlageneinstellung und Ämtermitzeichnung 20 Tage Fre 06.10.23 Don 02.11.23
8 Zustimmung der Politik 20 Tage Fre 03.11.23 Don 30.11.23
9 Entwurfsplanung LP 3 130 Tage Fre 01.12.23 Don 30.05.24
10 Planung 80 Tage Fre 01.12.23 Don 21.03.24
11 Vorlagenerstellung und Ämtermitzeichnung 30 Tage Fre 22.03.24 Don 02.05.24
12 Zustimmung der Politik 20 Tage Fre 03.05.24 Don 30.05.24
13 Genehmigungsplanung LP 4 190 Tage Fre 31.05.24 Don 20.02.25
14 Planung 50 Tage Fre 31.05.24 Don 08.08.24
15 Baugenehmiungsverfahren 140 Tage Fre 09.08.24 Don 20.02.25
16 Ausführungsplanung LP 5 155 Tage Fre 09.08.24 Don 13.03.25
17 Ausschreibung LP 6 und Vergabe LP 7 120 Tage Fre 14.03.25 Don 28.08.25
18 Rohbau 120 Tage Fre 14.03.25 Don 28.08.25
19 Ausbau 120 Tage Fre 14.03.25 Don 28.08.25
20 Freianlagen 120 Tage Fre 14.03.25 Don 28.08.25
21 Rückbau des Bestandes 520 Tage Fre 02.06.23 Don 29.05.25
22 Vorerkundung 40 Tage Fre 02.06.23 Don 27.07.23
23 Abbruchanzeige 20 Tage Fre 09.08.24 Don 05.09.24
24 Ausschreibung und Vergabe der Arbeiten 100 Tage Fre 06.09.24 Don 23.01.25
25 Rückbau 90 Tage Fre 24.01.25 Don 29.05.25
26 Errichtung des Neubaus 259 Tage Fre 12.09.25 Mit 09.09.26
27 Hochbauarbeiten 230 Tage Fre 12.09.25 Don 30.07.26
28 Freianlagen 120 Tage Mon 05.01.26 Fre 19.06.26
29 Tausch der Folien im Becken 60 Tage Mon 02.03.26 Fre 22.05.26
30 Bauaufsichtliche Abnahmen 3 Tage Fre 31.07.26 Die 04.08.26
31 Inbetriebnahme 50 Tage Mit 01.07.26 Die 08.09.26
32 Wiedereröffnung 1 Tag Mit 09.09.26 Mit 09.09.26
33
34
35
36 Schulferien 963 Tage Fre 23.12.22 Die 01.09.26
37 Winterferien 2022 / 2023 11 Tage Fre 23.12.22 Fre 06.01.23
38 Sommerferien 2023 32 Tage Don 22.06.23 Fre 04.08.23
39 Winterferien 2023 / 2024 12 Tage Don 21.12.23 Fre 05.01.24
40 Sommerferien 2024 32 Tage Mon 08.07.24 Die 20.08.24
41 Winterferien 2024 / 2025 11 Tage Mon 23.12.24 Mon 06.01.25
42 Sommerferien 2025 32 Tage Mon 14.07.25 Die 26.08.25
43 Winterferien 2025 / 2026 12 Tage Mon 22.12.25 Die 06.01.26
44 Sommerferien 2026 32 Tage Mon 20.07.26 Die 01.09.26
09.09
J A S O N D J F M A M J J A S O N D J F M A M J J A S O N D J F M A M J J A S O N D J F M A M J J A S O N D
2023 2024 2025 2026 2027
Vorgang
Unterbrechung
Meilenstein
Sammelvorgang
Projektsammelvorgang
Inaktiver Vorgang
Inaktiver Meilenstein
Inaktiver Sammelvorgang
Manueller Vorgang
Nur Dauer
Manueller Sammelrollup
Manueller Sammelvorgang
Nur Anfang
Nur Ende
Externe Vorgänge
Externer Meilenstein
Stichtag
In Arbeit
Manueller Fortschritt
4B - Architekt Markus Bergerhausen
Konzept - Abbruch und Neubau der Gebäude des Melbbades
Seite 1
Fre 15.07.22
Projekt: 4B Melbbad
Datum: Fre 15.07.22Seite 29 von 29

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Datenstand: 03.11.2026, 00:55 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de