221331 · Mitteilungsvorlage
Optimierung vorhandener Gelbbauchunken-Tümpel
Kerndaten
- Nummer
- 221331
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 20.07.2022
- Letzte Änderung
- 15.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Naturschutzbeirates Kenntnisnahme
- Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda Kenntnisnahme
Dateien
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Volltext
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Mitteilungsvorlage öffentlich 221331 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 67 Amt für Umwelt und Stadtgrün Dezernat: Dez. III Optimierung vorhandener Gelbbauchunken- Tümpel Beratungsfolge Naturschutzbeirat 16.08.2022 Kenntnisnahme Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 18.08.2022 Kenntnisnahme Mitteilung: Die Gelbbauchunke (Bombina variegata) nutzt als typische Pionierart sonnenexponierte Klein- und Kleinstgewässer als Laichplatz. Die Gewässer sind meist vegetationslos und frei von Fressfeinden. In Nordrhein-Westfalen erreicht die Gelbbauchunke ihre nördliche Verbreitungsgrenze. Die Gelbbauchunke ist eine Anhang II- und Anhang IV-Art der FFH-Richtlinie und gilt europaweit als hochgradig gefährdet und streng geschützt. Die Art gilt in NRW als vom Aussterben bedroht und kommt vor allem in den Randlagen der Mittelgebirge vor (LANUV NRW). Im FFH-Gebiet „Siebengebirge“ und im Naturschutzgebiet „Ennert – Teilbereich Siebengebirge“ befindet sich das letzte Gelbbauchunken-Vorkommen auf Bonner Stadtgebiet. Hier gibt es eine kleine Population von Gelbbauchunken, die durch die Biologische Station Bonn / Rhein-Erft e.V. seit vielen Jahren unterstützt wird. Die Gewässer wurden auf verschiedenen Waldwiesen auf dem Ennert-Höhenzug in den Jahren 2015/ 2016 angelegt: Pützchens-Wiese „Wildwiese“, Holzlarer See, Bennerscheidweg und Röckesberg. Es wurden sowohl folierte Gewässer angelegt als auch Kleinstgewässer in den Lehm gegraben. Die Dürre der vergangenen Jahre hat dazu geführt, dass zahlreiche Kleinstgewässer im Lehmboden aufgrund der Kapillarwirkung des tonreichen Bodens nur kurz Wasser führten und als Reproduktionshabitate nicht oder nicht erfolgreich von der Gelbbauchunke genutzt wurden. Folierte Gewässer halten das Wasser zwar teilweise ganzjährig, verlieren aufgrund einer zunehmenden Verkrautung jedoch ihre Qualität als Reproduktionsgewässer für die streng geschützte Art. Während eine Reinigung dieser Gewässer technisch schwierig und sehr arbeitsintensiv ist, führt ein erhöhter Prädationsdruck durch insbesondere Libellenlarven inzwischen zu einem Meideverhalten der Tiere. Die Biologische Station Bonn/Rhein-Erft e.V. beabsichtigt, im Ennert an den vier bestehenden Standorten (s. Anhang) rund 40 Klein- bzw. Kleinstgewässer umzubauen. Hierfür sollen einige Mulden händisch mit Zement-Guss ausgegossen und mit Dichtschlamm ausgestrichen werden. DieSeite 1 von 5 Seite 2 Betongewässer haben den Vorteil, dass sie länger das Wasser halten und vor allem nicht verkrauten und somit keine geeigneten Habitate für Fressfeinde bieten. Somit können optimale Lebensbedingungen für die Gelbbauchunke geschaffen werden. Die Reinigung im Herbst und Winter ist deutlich einfacher durchzuführen und ermöglicht im Frühjahr hervorragende Startbedingungen für die Gelbbauchunken. Zudem ist auf den Maßnahmenflächen der Einsatz mit schwerem Gerät nicht mehr so häufig erforderlich, da zumindest die Betongewässer nicht mehr mit dem Bagger bearbeitet werden müssen. Die Gewässer fügen sich gut in das Landschaftsbild ein und dunkeln nach kurzer Zeit durch das Ansetzen von Algen nach. Es sind sehr positive Erfahrungen und positive Entwicklungen der Gelbbauchunken-Populationen von verschiedenen Akteuren anderer Biologischen Stationen bzw. Naturschutzverbänden in NRW und Niedersachsen bekannt. Der Schutzzweck des Naturschutzgebietes Ennert beinhaltet unter anderem die Erhaltung der Gelbbauchunken-Population. Zudem gelten für das Schutzgebiet folgende Gebote: - „Erhaltung und Entwicklung der aquatischen und terrestrischen Lebensräume der Gelbbauchunke, der ausreichend besonnten, vegetationsfreien bzw. –armen periodischen (Kleinst)gewässer in ausreichender Anzahl als Laichgewässer, der Habitatstrukturen wie Stubben sowie der angrenzenden Laub(misch)waldbeständen als Sommer- und Winterquartier;“ - „Vermeidung des zu starken Bewuchses und der Verlandung der Kleingewässer und deren Umgebung“. Die vorgesehenen Maßnahmen dienen dem Schutz, der Entwicklung und dem Erhalt der streng geschützten Gelbbauchunke und ihrer Lebensräume und stehen im Einklang mit den Zielsetzungen und Festsetzungen des Landschaftsplans. Die Maßnahmenumsetzung erfolgt in enger Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde. Sofern die Population zukünftig erlöschen sollte und eine Besiedlung durch die Zielart 10 Jahre lang nicht mehr festzustellen ist, sind landschaftsfremde Elemente (Folien, Betonmulden) durch die Biologische Station zurückzubauen. Anlage/n 1 Übersicht Flächen (öffentlich)Seite 2 von 5 16.08.2022 1 Anhang Übersichtskarte 1 2 3 4Seite 3 von 5 16.08.2022 2 Fläche 1: Pützchens-Wiese „Wildwiese“ Fläche 2: Holzlarer See insg. Flächengröße = ca. 890 m2 insg. Flächengröße = ca. 500 m2Seite 4 von 5 16.08.2022 3 Fläche 3: Bennerscheidweg / Tümpelbrache Fläche 4: Röckesberg insg. Flächengröße = ca. 870 m2 insg. Flächengröße = ca. 840 m2Seite 5 von 5
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 03.11.2026, 09:35 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de