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221329 · Mitteilungsvorlage

Ergebnis der städtebaulichen Mehrfachbeauftragung für das Gebiet "Deichmanns Aue", Ortsteil Rüngsdorf, Stadtbezirk Bad Godesberg

Nummer
221329
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
04.08.2022
Letzte Änderung
15.09.2026
  1. Sitzung der Bezirksvertretung Bad Godesberg 07.09.2022 Kenntnisnahme
  2. Sitzung des Ausschusses für Wohnen, Planung und Bauen 29.09.2022 Kenntnisnahme
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Untergeordnet

  1. 221329-02 AA Grüne-Änderungsantrag: Ergebnis der städtebaulichen Mehrfachbeauftragung für das Gebiet "Deichmanns Aue", Ortsteil Rüngsdorf, Stadtbezirk Bad Godesberg Änderungsantrag zur Vorlage 221329-01
  2. 221329-01 Ergebnis der städtebaulichen Mehrfachbeauftragung für das Gebiet "Deichmanns Aue", Ortsteil Rüngsdorf, Stadtbezirk Bad Godesberg
  3. 221329-03 ST Ergebnis der städtebaulichen Mehrfachbeauftragung für das Gebiet "Deichmanns Aue", Ortsteil Rüngsdorf, Stadtbezirk Bad Godesberg

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Mitteilungsvorlage
öffentlich
221329
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
61 Stadtplanungsamt
Dezernat:
Dez. III
Ergebnis der städtebaulichen
Mehrfachbeauftragung für das Gebiet "Deichmanns
Aue", Ortsteil Rüngsdorf, Stadtbezirk Bad
Godesberg
Beratungsfolge
Bezirksvertretung Bad Godesberg 07.09.2022 Kenntnisnahme
Ausschuss für Wohnen, Planung und Bauen 24.08.2022 Kenntnisnahme
Mitteilung:
Das Ergebnis der im März 2022 durch die Bundesanstalt für
Immobilienaufgaben (BImA) ausgelobten städtebaulichen
Mehrfachbeauftragung für ein Gebiet an der Deichmanns Aue im Ortsteil
Rüngsdorf liegt vor.
Am 30. Juni 2022 kürte eine aus Fachexpert*innen, Vertreter*innen der
Bezirksvertretung Bad Godesberg sowie Mitarbeitenden der BImA und der
Stadtverwaltung besetzte Jury den Entwurf der Büros Reicher Haase
Assoziierte aus Aachen und club L94 Landschaftsarchitekten aus Köln als
Sieger des Qualifizierungsverfahrens.
Auf Rang zwei wurde der Entwurf der Büros ulrich hartung Stadtplanung
Projektentwicklung und die3 Landschaftsarchitekten, beide Bonn, gewählt.
Der Entwurf der Büros Dewey Muller Architekten Stadtplaner aus Köln und
Reinders Landschaftsarchitekten BDLA aus Duisburg wurde auf Rang drei
gesetzt.
Die Jury begründet die Entscheidung wie folgt:
In einer intensiven Auseinandersetzung mit den Typologien der Umgebung
entwickeln die Verfassenden ein starkes und stimmiges Leitbild für das neue
Wohnen an der Deichmannsaue. Durch die dafür eingesetzte Struktur eines
baulichen Rückens mit offenen Fingern wird, trotz vergleichsweiser hoher
Dichte, die in der Aufgabenstellung intendierte Durchlässigkeit und Vernetzung
spannungsvoll erreicht und eine gute Integration in das Umfeld gesichert. Der
Entwurf zeigt eine respektvolle Haltung zum Denkmal „Villa Deichmann“ und
nutzt dessen Gegenüber zur Ausbildung eines prägnanten Entrees und einer
überzeugenden Adresse. Zusammenfassend verbindet der Entwurf eine hohe
städtebauliche Qualität mit spannenden konzeptionellen Detaillösungen für die
gestellten Aufgaben.Seite 1 von 42
Seite 2
Die BImA wird die Arbeiten auf ihrer Homepage veröffentlichen. Die
Dokumentation der städtebaulichen Mehrfachbeauftragung ist als Anlage
beigefügt.
Auf Grundlage des hier vorgestellten Ergebnisses der städtebaulichen
Mehrfachbeauftragung wird das Bebauungsplanverfahren fortgeführt.
Anlage/n
1 Dokumentation Mehrfachbeauftragung (öffentlich)Seite 2 von 42
Seite 3 von 42
Impressum
Die Auftraggeberin:
Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) Ansprechpartnerin:
Ulrike Birkner
Fontanestraße 4
40470 Düsseldorf
ulrike.birkner@bundesimmobilien.de
In Abstimmung mit der Bundesstadt Bonn Ansprechpartner:
Nils Schütt
Berliner Platz 2
53111 Bonn
nilssimon.schuett@bonn.de
Beratung:
PD – Berater der öffentlichen Hand GmbH Ansprechpartnerin:
Katayoun Sayadinejad
Friedrichstr. 149
10117 Berlin
katayoun.sayadinejad@pd-g.de
Verfahrensmanagement:
ISR Innovative Stadt- und Raumplanung GmbH Ansprechpartner:
Christina Schlottbom
Friedrich-Ebert-Straße 8
40210 Düsseldorf
+49 211 936 545 – 210
mail@isr-haan.de
Instagram: isr_stadtundraum
www.isr-haan.de
Layout, Konzept, Grafiken, Fotos ISR Innovative Stadt- und Raumplanung GmbH
Karten und Luftbilder ©Geodaten NRW, Tim-online, uvo.nrw,
Bundesstadt Bonn
Wettbewerbsentwürfe Pläne der VerfasserSeite 4 von 42
Inhalt
01 Aufgabe 5
Einleitung 6
Zielsetzung 8
02 Verfahren 10
03 Akteure 12
04 Ergebnis 14
REICHER HAASE ASSOZIIERTE mit club L94 Landschaftsarchitekten 15
ulrich hartung Stadtplanung Projektentwicklung mit die3 Landschaftsarchitektur 21
Dewey Muller Architekten Stadtplaner mit Reinders Landschaftsarchitekten BDLA 29
Titelbild: REICHER HAASE ASSOZIIERTESeite 5 von 42
01
AufgAbeSeite 6 von 42
PlAngebietSeite 7 von 42
Einleitung
Das Plangebiet befindet sich im südlichen Ortsteil
Bonn-Rüngsdorf des Stadtbezirks Bad Godesberg
der Bundesstadt Bonn. Bad Godesberg liegt südlich
der Bonner Innenstadt. In unmittelbarer Nähe (östlich)
zum Plangebiet verläuft der Rhein, der auch die östli-
che Grenze des Ortsteils darstellt. Im Süden wird der
Ortsteil Rüngsdorf durch die Austraße abgegrenzt und
im Westen durch die Bahntrasse Bonn – Koblenz der
Deutschen Bahn AG sowie im Norden durch die Stra-
ßen Rüngsdorfer Straße, Friedrichallee, Mirbachstraße,
Otto-Kühne-Platz und Rheinallee, die am Panorama-
park endet.Seite 8 von 42
01 Aufgabe6
Die Umgebung des Plangebiets im Bestand umfasst
verschiedene Strukturen. Das Gebiet wird wie folgt be-
grenzt:
• Im Osten durch die Straße „Deichmanns Aue“ mit
dem Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
sowie der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Er-
nährung auf der gegenüberliegenden Straßenseite.
• Im Süden durch rückwärtige Gärten mit Gehölz-
strukturen der Wohnbebauung entlang der „Aus-
traße“.
• Im Westen durch rückwärtige Gärten mit Gehölz-
strukturen der Wohnbebauungen entlang der Stra-
ße „Im Meisengarten“
• Im Norden durch ein innerstädtisches Waldstück.
Das Plangebiet besteht aus einer Mischung aus Einzel-
vorkommen an Laub- und Nadelbäumen, Intensivra-
sen, versiegelten Bereichen und Gärten.
An der Straße „Deichmanns Aue“, im östlichen Bereich
des Plangebietes, befindet sich ein leerstehendes und
zum Abriss vorgesehenes Wohnhaus, eine, bis zum En-
de des Jahres 2021 noch verpachtete Gärtnerei und ein
Trafohäuschen.
Das Plangebiet grenzt im Norden an ein schutzwürdi-
ges Biotop mit Eintrag in das Biotopkataster des Lan-
desamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz
des Landes NRW. Der „Ahornwald“ ist von lokaler
Bedeutung für die Umgebung. Entlang dieser Grenze
befinden sich die Gewächshäuser der Gärtnerei. Par-
allel der Gewächshäuser verläuft eine Fahrspur, die in
die Straße „Deichmanns Aue“ mündet. Südlich dieser
Stichstraße befinden sich großflächige Gartenanlagen,
welche von Intensivrasen und einzelnen Laub- und Na-
delbäumen umgeben sind.
Das Plangebiet umfasst die bundeseigenen Flurstücke
943-947 und 9/14 in der Gemarkung Lannesdorf, Flur 1.
Diese sollen zusammen in einem städtebaulichen Ge-
samtkonzept überplant werden.
Die Umgebung des Plangebiets ist von heterogenen
Strukturen geprägt. So befinden sich neben Wohnbau-
flächen, in Form von Reihenhäusern und Mehrfami-
lienhäusern, auch Gewerbestrukturen und staatliche
Einrichtung der Bundesbehörden (das Bundesamt für
Bauwesen und Raumordnung und die Bundesanstalt
für Landwirtschaft und Ernährung).
In der näheren Umgebung des Plangebiets verläuft
westlich die Bundestraße B 9, die den Stadtteil mit der
Innenstadt von Bad Godesberg sowie dem Bonner
Stadtzentrum im Norden verbindet und in die südlich
gelegenen Ortschaften Oberwinter und Remagen füh-
ren. Südwestlich des Plangebiets an der Austraße bzw.
der Mainzer Straße befinden sich das Ärztezentrum
Bonn-Süd und ein italienisches Restaurant. Der Rhein
inklusive der begehbaren Uferpromenade, befindet
sich als Naherholungsfläche in fußläufiger Erreichbar-
keit (circa 250 m Luftlinie) zum Plangebiet und verläuft
östlich des Areals. Dort befindet sich auch der Zugang
zur Autofähre nach Königswinter.
| 7Seite 9 von 42
Zielsetzung
Das Plangebiet soll im Rahmen des städtebaulichen
Verfahrens einer städtebaulichen Arrondierung zu-
geführt werden. Um nachhaltige Konzepte für das
Planungsareal zu erhalten, die für den Standort dem
Anspruch einer nachhaltigen Nutzungsperspektiven
Rechnung tragen, hat sich die Bundesanstalt für Im-
mobilienaufgaben (BImA) als Auftraggeberin in enger
Abstimmung mit der Bundesstadt Bonn dazu ent-
schlossen, die vorliegende Mehrfachbeauftragung
durchzuführen.
Die zu erbringenden städtebaulichen Konzepte sollen
unter Berücksichtigung der dargestellten Rahmenbe-
dingungen Ideen für die Überplanung des Areals auf-
zeigen. Ziel ist es, eine maßvolle Innenentwicklung zu
erreichen, die den Maßstab der Umgebung aufnimmt
und fortentwickelt. Dabei ist eine maßvolle und quali-
tätsvolle städtebauliche Dichte anzustreben.
Die Planungsmaxime der Stadt Bonn, die dreifache
Innenentwicklung, soll, im Rahmen dieser Mehrfach-
beauftragung, Anwendung finden. Hierbei sollen im
Verfahren die folgenden Themen in besonderem Maße
berücksichtigt werden:
• Minimierung der Flächenneuversiegelung / Entsie-
gelung von Flächen,
• Erhalt/Integration vorhandener Grünstrukturen und
Bäume sowie des satzungsgeschützten Baumbe-
stands, wo dies nicht realisierbar ist, sind Ersatz-
pflanzungen für satzungsgeschützte Bäume vor
Ort bzw. ortsnah vorzusehen,
• Die Planung von möglichst intensiver Dach- und
Fassadenbegrünung,Seite 10 von 42
01 Aufgabe8
• Entwicklung von qualitativ hochwertigen Grünflä-
chen mit Baumbestand und starke Durchgrünung
des Plangebiets auch als Beitrag zur Wohnumfeld-
verbesserung,
• Pflanzung von Baumarten mit hoher Verschat-
tungsleistung und Schaffung von Klimaanpas-
sungs- und von beschatteten Ruhezonen zum Auf-
enthalt für Personen aller Altersstufen,
• Realisierung eines Spielplatzes – Berücksichtigung
der hohen Vulnerabilität von (Klein-)Kindern ge-
genüber Hitzestress und Planung entsprechender
Maßnahmen zur Reduktion der Wärmebelastung
im Bereich des Spielplatzes,
• Lokale Niederschlagsrückhaltung und -versicke-
rung, Management von Starkregenereignissen,
• Naturnahe Gestaltung der Grünflächen im Sinne
der Biodiversität: Verzicht auf reine Kunstrasen-
flächen; Fokus auf Aufwertung und Neuschaffung
durch Direktbegrünung, Ansaat von regional zerti-
fiziertem Saatgut zur Anreicherung der Pflanzenar-
tenvielfalt (blühreiche Strukturen/Pflanzbeete mit
extensiver Pflege und Düngeverzicht), Anlage von
Hecken-/Strauchstrukturen (Nahrungs-, Aufent-
halts- und Fortpflanzungsstätten für Insekten- und
Vogelarten).
So kann ein nachhaltiger, zukunftsweisender und mo-
derner Städtebau für den Standort sichergestellt wer-
den, ohne dass ein kurzfristiger Impuls zur Entwicklung
ausbleiben muss.
Um ein harmonisches städtebauliches Gesamtbild zu
erzeugen, soll das neue Quartier– unter Beachtung be-
stehender Identitäten im Umfeld – von einer neuen ei-
genen lebendigen Identität geprägt sein. Die bauliche
Dichte soll im Sinne der dreifachen Innenentwicklung
behutsam erhöht werden. Eine geringe Grundflächen-
zahl (bis 0,4) ist anzustreben. Die Bebauung soll sich
auf den vorderen Teil des Grundstücks konzentrieren
und möglichst wenig Fläche versiegeln. Das gilt auch
für die Nebenanlagen.
Damit die städtebauliche Prägnanz der denkmalge-
schützten Villa Deichmann nicht beeinträchtigt wird,
soll die Neubebauung in ihrer Höhe an den zur Straße
hin gelegenen Einfahrtsflügel des Baudenkmals an-
geglichen werden. Die Firsthöhe der Neubauten sollte
dementsprechend der Firsthöhe dieses Gebäudetrakts
der Villa Deichmann von ca. 9 m entsprechen. Die Ge-
bäudehöhen des Baudenkmals und der Neubauten
sind als N.N.-Höhen anzugeben.
| 9Seite 11 von 42
02
VeRfAHRenSeite 12 von 42
02 Verfahren| 11
Verfahrensablauf
Die Auftraggeberin hat sich in enger Abstimmung mit
der Bundesstadt Bonn dazu entschlossen, eine Mehr-
fachbeauftragung zur Findung einer städtebaulichen
Lösung und eines hierauf abgestimmten freiraumpla-
nerischen Konzeptes für das Planungsareal durchzu-
führen.
Die Auswahl der drei gesetzten teilnehmenden Büros
erfolgt vorab durch die Auftraggeberin in Abstimmung
mit dem Stadtplanungsamt der Bundesstadt Bonn.
Vor der Entscheidungsfindung präsentieren die Teil-
nehmenden der Jury ihre finalen Entwürfe. Jedem
Team stehen ca. 15 Minuten für die Präsentation und 5
Minuten für Rückfragen zur Verfügung. Das Verfahren
ist nicht anonym.
Weitere Beauftragung
Die Auftraggeberin beabsichtigt, gemäß der Empfeh-
lung der Jury, eines oder mehrere der teilnehmenden
Teams mit der Überarbeitung und weiteren Ausarbei-
tung des städtebaulichen Entwurfs zu einem Mas-
terplan, auf Grundlage des Merkblattes 51 AKBW, als
Vorbereitung für die weiterführenden Planungen zu
beauftragen. Das Ergebnis dient als Grundlage für den
zukünftigen Bebauungsplan für das Plangebiet.
Beurteilungskriterien
• Städtebauliche Einbindung und Maßstäblichkeit
• Städtebauliche und freiraumplanerische Gestal-
tungsqualität
• Innovation des Gesamtkonzeptes
• Grünflächen- und Freiraumqualität
• Berücksichtigung der Belange der „dreifachen
Innenentwicklung“
• (Erhöhung der Nutzungsdichte, Minimierung der
Flächenneuversiegelung, Erhalt von Gehölz- und
Baumbestand, Schaffung von hochwertigen, nutz-
baren Grünflächen, Erhöhung des Mobilitätsange-
botes)
• Verkehrskonzept / Mobilitätskonzept
• Entwässerungskonzept/Regenwassermanage-
ment
• Nachhaltigkeit / Klimaschutz / Klimaresilienz
10
Juryvorbespre-
chung / Rückfra-
genkolloquium
Start Ergebnis
nicht offenes
einphasiges
Verfahren
Jurysitzung
nicht öffentlichSeite 13 von 42
03
AkteuReSeite 14 von 42
03 Akteure| 13
Jurymitglieder
Stimmberechtigte Mitglieder
• Beigeordneter Helmut Wiesner, Dezernat III/Pla-
nung, Umwelt und Verkehr, Bundesstadt Bonn
• Prof. Rolf Westerheide, Städtebau, Vorsitzender
Städtebau- und Gestaltungsbeirat Bonn
• Dipl. Ina Bimberg, Landschaftsarchitektur, Städte-
bau- und Gestaltungsbeirat Bonn
• Bernd Grotefeld, BImA, Hauptstellenleiter der Spar-
te PM NRW
• Almut Michel, Architektin, BImA
• Rainer Grotegut, Fraktion Bündnis 90 / DIE GRÜ-
NEN
• Feyza Yildiz, CDU-Fraktion
• Angelika Stabenow, SPD-Fraktion
• Ralf-Jochen Ehresmann, DIE LINKE-Fraktion
Stellvertretende Mitglieder
• Petra Denny, Bundesstadt Bonn
• Kerstin Hemminger, Bundesstadt Bonn
• Franziska Gosing, BImA
• Christopher Haubrich, BImA
• Nicole Unterseh, Fraktion Bündnis 90 / DIE GRÜ-
NEN
• Gregor Mayer, CDU-Fraktion
• Gabriel Kunze, SPD-Fraktion
• Frank Fremerey, DIE LINKE-Fraktion
Vorprüfung (nicht stimmberechtigt)
• Ulrike Birkner, BImA
• Katayoun Sayadinejad, PD – Berater der öffentli-
chen Hand GmbH
• Simone Richrath, PD – Berater der öffentlichen
Hand GmbH
• Christina Schlottbom, ISR Innovative Stadt- und
Raumplanung GmbH
• Lennart Faltin, ISR Innovative Stadt- und Raumpla-
nung GmbH
• Nicole Funk, Bundesstadt Bonn
• Jessica Löffler, Bundesstadt Bonn
• Bettina Molly, Bundesstadt Bonn
• Uta Kaiser, Bundesstadt Bonn
• Bettina Müller, Bundesstadt Bonn
• Nils Schütt, Bundesstadt Bonn
• Manuel Mayer, Bundesstadt Bonn
• Jan Benner, Bundesstadt Bonn
• Dirk-Florian Gottschalk, Bundesstadt Bonn
• Andrea Dreser, Bundesstadt Bonn
• Katrin Bisping, Bundesstadt Bonn
• Sophie Buggert, Untere Denkmalbehörde (Bezirks-
regierung Köln)
Teilnehmende Teams
• REICHER HAASE ASSOZIIERTE mit club L94 Land-
schaftsarchitekten
• ulrich hartung Stadtplanung Projektentwicklung
mit die3 Landschaftsarchitektur
• Dewey Muller Architekten Stadtplaner mit Reinders
Landschaftsarchitekten BDLA
12Seite 15 von 42
04
eRgebnis
Unter dem Vorsitz von Herrn Prof. Westerheide kam
die Jury nach intensiver Diskussion zu dem Ergebnis,
den Entwurf vom Team REICHER HAASE ASSOZIIERTE
mit club L94 Landschaftsarchitekten für die weiteren
Planungsschritte zu empfehlen.
1. Rang:
REICHER HAASE ASSOZIIERTE
mit club L94 Landschaftsarchitekten
2. Rang:
ulrich hartung Stadtplanung Projektentwicklung
mit die3 Landschaftsarchitektur
3. Rang:
Dewey Muller Architekten Stadtplaner
mit Reinders Landschaftsarchitekten BDLASeite 16 von 42
04 ErgebnisGrafik: REICHER HAASE ASSOZIIERTE
| 1514Seite 17 von 42
1. Rang:
REICHER HAASE ASSOZIIERTE, Aachen
mit club L94 Landschaftsarchitekten, Köln
Verfassende: Holger Hoffschröer, Christoph Klan-
ten, Prof. Christa Reicher – Reicher Haase Assoziierte
GmbH, Frank Flor, Jörg Homann, Götz Klose, Burkhard
Wegener – club L94 Landschaftsarchitekten GmbH
Mitarbeitende: Stefanie Esser (club L94 Landschaftsar-
chitekten GmbH), David Justen, Claus Lehnert, Simona
Zhekova (RHA GmbH)Seite 18 von 42
04 Ergebnis| 1716Seite 19 von 42
Beurteilung durch die Jury
In einer intensiven Auseinandersetzung mit den Typologi-
en der Umgebung entwickeln die Verfassenden ein star-
kes und stimmiges Leitbild für das neue Wohnen an der
Deichmannsaue. Durch die dafür eingesetzte Struktur ei-
nes baulichen Rückens mit offenen Fingern wird, trotz ver-
gleichsweiser hoher Dichte, die in der Aufgabenstellung
intendierte Durchlässigkeit und Vernetzung spannungs-
voll erreicht und eine gute Integration in das Umfeld ge-
sichert. Der Entwurf zeigt eine respektvolle Haltung zum
Denkmal „Villa Deichmann“ und nutzt dessen Gegenüber
zur Ausbildung eines prägnanten Entrees und einer über-
zeugenden Adresse.
Bei dezidiert schonendem Umgang mit dem erhaltenswer-
ten Baumbestand entsteht zwischen den Gebäudezeilen
in sinnvoller Abstufung von öffentlichen, halböffentlichen
und privaten Zonen eine Abfolge differenziert angelegter,
überwiegend gemeinschaftlich nutzbarer Freiräume, die
von allen Wohnungen aus erlebbar sind und deren Quali-
tät mitbestimmen.
Der vorgeschlagene Wohnungsmix folgt den Vorgaben der
Auftraggeberin, wobei das Miteinander von Kita und Seni-
orenwohnen und das Einbringen von „Microflats“ teilweise
kritisch kommentiert werden und im weiteren Verfahren
zu prüfen sind. Das Bemühen, die geforderten Stellplät-
ze überwiegend unter den Gebäuden unterzubringen und
dabei einen Teil der Garage ebenerdig auszubilden, wird
gewürdigt. Leider wird die Erschließung der hinteren Ga-
rage zusammen mit der Anfahrt der Besucherstellplätze
teuer erkauft und bringt vermeidbaren Individualverkehr
in die gesamte Tiefe der Anlage.
Zusammenfassend verbindet der Entwurf eine hohe städ-
tebauliche Qualität mit spannenden konzeptionellen De-
taillösungen für die gestellten Aufgaben.Seite 20 von 42
04 ErgebnisZWisCHen WAlD unD RHein
REICHER HAASE ASSOZIIERTE mit club L94 Landschaftsarchitekten
| 1918Seite 21 von 42
Erläuterungstext (Auszug)
Der Entwurf setzt sich intensiv mit den Qualitäten der
Umgebung auseinander und greift diese als Rahmen-
setzung für die gestalterische Konzeption auf. Diese
Eckpunkte sind:
• Der Baumbestand von jahrzehntealten und oftmals
erhaltenswerten sowie teils satzungsgeschützten
Bäumen auf dem Grundstück
• Die annähernd unberührten Biotop-Strukturen auf
der Nordseite des Grundstücks sowie die Gärten
der angrenzenden südlichen Bebauung
• Das Entree zur denkmalgeschützten Villa Deich-
mann mit kleinem Vorplatz und Torgebäude auf der
nordöstlichen Seite des Grundstücks
Die neu geplante Bebauung öffnet sich zur Straße
Deichmanns Aue und schafft durch ein vis-à-vis des
neuen Quartiers zur Villa Deichmann eine starke räumli-
che Beziehung. Zugleich entwickelt die Anordnung der
Bebauung eine prägnante mäanderartige städtebauli-
che Figur, die zur Straße in zwei kräftig proportionierten
Baukörpern ihren Abschluss findet und dort zugleich
den Eingang ins Quartier markiert. Die unterbrochene
Mäanderstruktur entsteht aus zwei Gründen: Damit lässt
sich ein großer Teil der geschützten und erhaltenswer-
ten Bäume erhalten, indem die Bebauung dem Baum-
bestand sozusagen ausweicht. Außerdem werden Frei-
raumtypen der Umgebung aufgegriffen und regelrecht
ins Quartier hineingezogen.Seite 22 von 42
04 Ergebnis| 2120Seite 23 von 42
Seite 24 von 42
04 Ergebnis| 2322Seite 25 von 42
2. Rang:
ulrich hartung Stadtplanung Projektentwicklung,
Bonn
mit die3 Landschaftsarchitektur, Bonn
Verfassende: Engin Ucak, Corinna Cremer, Ahmed
Alnajm, Fabian Müller, Hermann Ulrich (ulrich hartung
GmbH), Michelle Renzel, Ulrike Platz (die 3 Land-
schaftsarchitektur)
Mitarbeitende: Leah Honecker, Lukas KuchemSeite 26 von 42
04 Ergebnis| 2524Seite 27 von 42
Beurteilung durch die Jury
Der städtebauliche Ansatz hebt die Einbindung des Bio-
tops und die Schaffung einer besonders nachbarschafts-
bildenden Architektur hervor. Als wesentliches Gestal-
tungselement definiert er einen großen zentralen Platz,
der den Gedanken einer nachbarschaftlichen Identität
hervorhebt. Die Ausformung der Baukörper zugunsten
einer optimalen Ausrichtung für Photovoltaik und der
Wohnqualität wurde kontrovers diskutiert. Kritik äußerte
sich in den massiv wirkenden vier- bzw. fünf geschossigen
Erhöhungen vis–a-vis des Schloss Deichmannsaue, wel-
che die Sichtbezüge versperren und als konkurrierend zu
dem Baudenkmal wahrgenommen werden.
Es wird ein grüner und naturnaher Lösungsansatz sugge-
riert, der dennoch eine vergleichsweise hohe Flächenver-
siegelung abbildet, die dem Leitbild eines nachhaltigen
Quartiers entgegensteht. Dass schützenswerte Bäume
durch das Konzept entfallen, wird der Prägnanz des Bioto-
pes nicht gerecht. Die Auseinandersetzung mit dem Hang
und der ihm vorgelagerten Retentionsflächen und Streu-
obstwiesen wird als positiv bewertet, diese werfen in ihrer
Nutzung, Pflege und Organisation jedoch Fragen auf.
Im Ergebnis werden ca. 5900 m² Wohnfläche erreicht, bei
dem angesetzten (Vergleichs-) Schlüssel für den Woh-
nungsmix wird dabei eine relativ geringe Flächenaus-
nutzung festgestellt. Die unter den Gebäuden liegende
Tiefgarage geht weit über die Gebäudestandorte hinaus,
was sich negativ auf die Wirtschaftlichkeit des Entwurfs
auswirkt.
Die locker anmutende Gebäudeanordnung im Grund-
riss wird durch die freigestellten Bezüge aber teilweise
„ins Leere“ geführt, so dass die Ausrichtungen der abge-Seite 28 von 42
04 Ergebnisgut Deichmannsaue
ulrich hartung Stadtplanung Projektentwicklung mit die3 Landschaftsarchitektur
| 2726Seite 29 von 42
knickten Zeilen nicht nachvollziehbar sind. Bei einem ver-
gleichsweise hohen Versieglungsgrad erscheint dabei das
Verhältnis unglücklich. Der Entwurf wurde seitens der Jury
gegensätzlich aufgefasst. Dabei sorgte unter anderem die
städtebauliche Anordnung, sowie die Bezugnahme zum
Denkmal Schloss Deichmannsaue für kontroverse Dis-
kussionen.
Erläuterungstext (Auszug)
GUT Deichmannsaue wird städtebaulicher Komple-
mentär des Schlosses Deichmannsaue. Der Name ist
einerseits eine historische Reminiszenz, verkörpert aber
auch die Attraktivität des Wohnens am gemeinschaft-
lichen GUTshof. Mit der Konversion der alten Gärtnerei
ergibt sich die einmalige Chance, an dieser Stelle eine
zukunftsweisende Wohnbebauung zu realisieren. Hier
verbinden sich künftig eine überschaubare Nachbar-
schaft und klimafreundliche Bauweise in besonderer
Lage, die aus den Gegebenheiten vor Ort behutsam
den GUTshof entwickeln.
Das Ensemble öffnet sich dabei prägnant adressiert vis-
à-vis zum Tor des Schlosses Deichmannsaue. Die Abfol-
ge der benachbarten Mehrfamilienhäuser (Austraße /
Im Meisengarten) wird wie selbstverständlich in das Ge-
biet gezogen und mit einem markanten, fünfgeschossi-
gen Endpunkt abgeschlossen.
Die vier als GUTshof angeordneten Baukörper passen
sich maßstäblich in Höhe und Längen in die umgeben-
de Ortsstruktur Rüngsdorfs ein. Die Gebäudestellung
als GUTshof betont dabei den hohen sozialen Wert des
Miteinanders durch den entstehenden Innenhof.Seite 30 von 42
04 Ergebnis| 2928Seite 31 von 42
Seite 32 von 42
04 Ergebnis| 3130Seite 33 von 42
3. Rang:
Dewey Muller Architekten Stadtplaner, Köln
mit Reinders Landschaftsarchitekten BDLA, Duisburg
Verfassende: Burkard Dewey
Mitarbeitende: Piera die Franco, Marc Lackmann
Fachplanende: Henrike Scriverius, Johannes Reinders
(Reinders Landschaftsarchitekten BDLA)Seite 34 von 42
04 Ergebnis| 3332Seite 35 von 42
Beurteilung durch die Jury
Die Arbeit verfolgt das Leitbild einer Blockrandbebauung,
mit einem Entree und Wohnhof. Die Wohnbebauung glie-
dert sich dabei um einen Innenhof, der das Herzstück dar-
stellt. Trotz hoher Dichte, werden gleichzeitig die Abstände
zu den angrenzenden Grünstrukturen gewahrt. Es wird
eine Mischung unterschiedlicher Wohnformen in einem
Nutzungsmix dargestellt.
Die kompakte Unterbringung des ruhenden Verkehrs wird
positiv beurteilt Dennoch nehmen die Entwurfsverfasser
in ihrem Konzept wenig Rücksicht auf die Besonderheit
des Ortes, welche aufgrund seiner spezifischen Qualitäten
einer intensiven Auseinandersetzung bedarf. Die Nach-
barschaft wird überformt und das introvertierte Konzept
berücksichtigt in keiner Weise die Notwendigkeit der Ver-
netzung der qualitativ hochwertigen angrenzenden Grün-
strukturen.
Auch der Wohnhof mit seiner angedachten Freiraum-
struktur zeigt deutliche Schwächen. So wird dieser Bereich
in Teilbereichen privatisiert und schwächt die Eignung
als Begegnungsraum deutlich. Auch der angedachte
Durchgang zu den Gebäuden, welche durch die platzab-
gewandte Seite erschlossen werden, kann dieses Defizit
nicht ausgleichen.
Die gewahrten Abstände zu den angrenzenden Grün-
strukturen greifen u.a. die Themen Wasserwirtschaft auf.
Es gelingt aber nicht, gleichzeitig für die zukünftigen
Bewohner:innen einen Mehrwert zu erzielen. Intensiv wird
die Qualität des Wohnens diskutiert und die Jury kommt
zu dem Schluss, dass die Architektur der Laubenganger-
schließung keinen qualitätsvollen Beitrag leistet, zumal
diese Gänge reine funktionale Erschließungsflächen sind.
Die Barrierefreiheit kann auf den ersten Blick nicht nach-
vollzogen werden. Ebenso werden die AbstandsflächenSeite 36 von 42
04 ErgebnisDEICHMANNS AUE
nachhaltig & flexibel
Dewey Muller Architekten Stadtplaner mit Reinders Landschaftsarchitekten BDLA
| 3534Seite 37 von 42
untereinander kritisch diskutiert und die Dichte erscheint
durch Abstriche in der Wohnqualität erkauft.
Aufgrund der spezifischen Dachlandschaft wird der Um-
gang mit dem Denkmal kritisch gesehen. Ebenso wird
die Lage der Tiefgaragenzufahrt aufgrund der Nähe zur
Nachbarbebauung und der Kita kontrovers diskutiert.
Insgesamt wird durch die Jury im Entwurf kein robustes
Konzept erkannt, welches einen Beitrag für die Entwick-
lung des Gebiets hin zu einem qualitätsvollen Wohnort
leisten kann.
Erläuterungstext (Auszug)
Die Entwicklung eines Quartiers an der Schnittstelle
zwischen einem schützenswürdigem Biotop und Gebiet
mit Wohnnutzung verlangt nach einer guten räumlichen
und nachhaltigen Lösung.
Das städtebauliche Konzept des 0,9 ha großen Plan-
gebiets in Bonn-Rüngsdorf sieht ein Gebäudeensem-
ble aus vier Baukörpern vor, die einer qualitätsvollen
Wohnnutzung sowie einer 3-gruppigen Kita in urbaner
Atmosphäre zugeführt werden. Insgesamt werden rund
11.400 qm BGF oberirdisch mit einer GRZ I von 0,29 re-
alisiert.
Entlang der Erschließungsstraße „Deichmanns Aue“
wird die Gebäudeflucht und Tiefe der Bestandsbebau-
ung in Form eines multifunktionalen, 2- bis 3-geschos-
sigen Solitärgebäudes mit Staffelgeschoss fortgeführt,
welches eine 2-geschossige Kita, eine Mobilitätsstation,
eine Gästewohnung und sechs Wohneinheiten vorsieht.
Gegenüber der Villa Deichmann springt die klar definier-
te Raumkante zurück und formt einen grünen Entrée-
Platz für einen sich anschließenden identitätsstiftenden
Wohnhof mit Mehrgeschosswohnungsbau.Seite 38 von 42
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Datenstand: 02.11.2026, 17:59 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de