221325 · Bürgerantrag § 24 GO - Öffentlich
Bürgerantrag: Aufnahme von Johannes Wasmuth in die Namenstafel des Burgfriedhofs
Kerndaten
- Nummer
- 221325
- Art
- Bürgerantrag § 24 GO - Öffentlich
- Veröffentlicht
- 11.07.2022
- Letzte Änderung
- 15.09.2026
Stand im Verfahren i
- Einreichung
- Terminierung
- Sitzung
Soweit erfasst. Das Ergebnis der Beratung ist in den Daten nicht enthalten. Das vollständige Verfahren →
Beratungsfolge
- Sitzung der Bezirksvertretung Bad Godesberg Entscheidung federführend
Dateien
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Bürgerantrag § 24 GO - Öffentlich öffentlich 221325 Die Oberbürgermeisterin Federführung: Geschäftsbereich OB-2: Strategische Programmsteuerung Dezernat: Dez. OB 08.07.2022 Bürgerantrag: Aufnahme von Johannes Wasmuth in die Namenstafel des Burgfriedhofs Beratungsfolge Bezirksvertretung Bad Godesberg 07.09.2022 Entscheidung Inhalt des Bürgerantrages Beantragt wird auf die Aufnahme von Johannes Wasmuth in die Übersichtstafel des Burgfriedhofes anlässlich seines 25. Todestages am 16. September 2022. Anlage/n 1 Bürgerantrag (öffentlich) 2 Bürgerantrag - komplett (nichtöffentlich)Seite 1 von 7 Von: Gesendet: Freitag, 8. Juli 2022 10:41 An: Betreff: Übersichtstafel Burgfriedhof Hiermit erstelle ich einen Bürgerantrag: Das Grab von Johannes Wasmuth auf dem Burgfriedhof in Bad Godesberg wurde 2020 als historisch eingestuft. Am 16. September 1997 ist Johannes Wasmuth verstorben. Es wäre eine wichtige Geste, wenn sein Name zu seinem 25. Todestag am 16. September 2022 in die Übersichtstafel des Burgfriedhofs aufgenommen würde. Die Johannes Wasmuth Gesellschaft mit Sitz in Bonn-Bad Godesberg, die meinen Antrag unterstützt, würde dann eine musikalische Feier gestalten. Anhängend finden Sie eine Übersicht über die Verdienste von Johannes Wasmuth. Mit Dank und Gruß –Seite 2 von 7 Johannes Wasmuth Galerist Kunstsammler Retter des Bahnhofs Rolandseck Initiator des Arp Museum Kulturfreund MenschenfreundSeite 3 von 7 Johannes Wasmuth-Leben und Verdienste Historie des Bahnhof Rolandseck nach: Anne Stollenwerk, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e.V., 2014 ...1855 verlängerte die Bonn-Cölner Eisenbahn-Gesellschaft ihre linke Rheinstrecke zwischen Köln und Bonn bis nach Rolandseck bei Remagen und ermöglichte den Fahrgästen durch die direkte Rheinan- bindung einen bequemen Umstieg auf die Dampfschiffe. Das unter Denkmalschutz stehende klassizistische Empfangsgebäude des Ausflugsbahnhofs aus dem Jahr 1858 ist ein großartiges Beispiel preußischer Baukultur aus der Gründerzeit der deutschen Eisenbahn. Der Bahnhof Rolandseck als Kulturelles Zentrum Rolandseck galt als Inbegriff rheinischer Romantik und war von Anfang an ein viel besuchtes Ausflugsziel. Der Bahnhof war mit einem prächti- gen Festsaal ausgestattet, der schon Mitte des 19. Jahrhunderts Treff- punkt der prominenten Gesellschaft und Schauplatz kultureller Ereignis- se war. Berühmte Persönlichkeiten wie Königin Victoria von England, Kaiser Wilhelm II., Reichskanzler Otto von Bismarck und Alexander von Humboldt waren hier zu Gast. Johannes Brahms, Franz Liszt und Clara Schumann gaben im Festsaal Konzerte. Bekannte Schriftsteller wie Heinrich Heine, die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm sowie Friedrich Nietzsche ließen sich am Bahnhof Rolandseck von der rheinischen Landschaft inspirieren. Der Bahnhof Rolandseck war somit ein Ort des kulturellen Austausches im Sinne der Romantik in Musik, Literatur und bildender Kunst. Auch Bonner Studenten feierten hier mit Blick auf den Rhein ihre Feste Der neue Künstlerbahnhof Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Bahnhofsgebäude nicht mehr genutzt, verfiel zusehends und sollte abgerissen werden. Doch kurz vor dem geplanten Abriss entdeckte 1964 der Galerist und Kunstsammler Johannes Wasmuth (1936-1997) das klassizistische Bauwerk. Zusam- men mit namhaften Künstlern und Politikern verhinderte er den Abriss durch die Bundesbahn und etablierte ein Kunst- und Künstlerzentrum: Er gründete die Gesellschaft arts and music, stellte Künstlern Ateliers zur Verfügung, ließ sie hier oft über mehrere Monate wohnen, schuf eine Stätte der Begegnung und verwandelte so den Bahnhofsbau in einen Künstlerbahnhof.Seite 4 von 7 Lebenslauf von Johannes Wasmuth: Geboren am 21. August 1936 in Warburg - gestorben am 16. September 1997 in Rolandseck. 1956 Schaufensterdekorateur in Neuss, soziales Engagement für obdachlose Kinder. 1960 Gründung der Fördergemeinschaft "Kinder in Not", unterstützte Kindergärten in Duisburg, Mönchengladbach, Düsseldorf und auch in Bonn. 1964 Eröffnung der „Galerie Pro“ in Bad Godesberg: Picasso, Dali, Chagall, Kokoschka, Arp und andere Künstler spendeten Bilder für Kinder in Not... Den Bahnhof Rolandseck rettete er vor dem Abriß und baute ihn zum kulturellen Zentrum aus. 1965 Gründung des Trägervereins "arts and music" mit Musikern wie Stefan Askenase, Yehudi Menuhin sowie mit mehreren bildenden Künstlern ... 1967 Überreichung einer „Rettungsurkunde“ durch den damaligen Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz, Dr. Helmut Kohl . 1972 erwarb das Land Rheinland-Pfalz den Bahnhof Rolandseck; Johannes Wasmuth wurde als Leiter eingesetzt. 1977 Gründung des "Arp-Verein", der heutigen Stiftung Arp e.V. mit Sitz in Berlin und Rolandseck. Gegen Ende der1970er Jahre: Johannes Wasmuth arbeitet mit Richard Meier an einem Entwurf für das Arp Museum. 2007 Eröffnung des Arpmuseums, das auch mit Mittel des Bonn-Berlin -Ausgleichs gebaut wurde...Seite 5 von 7 Durch Johannes Wasmuth wird der Bahnhof Rolandseck zu einem kulturellen Zentrum und einer Begegnungsstätte für Künstler und Publikum. Ein Zeitzeuge berichtet: „Dreißig Jahre lang war Johannes Wasmuth die integrierende, zentrale Person im Bahnhof Rolandseck. Er zog Künstler von Weltrang heran, die dort nicht nur auftraten, sondern auch für mehrere Wochen und Monate wohnten, so z.B. Stefan Askenase, Yehudi Menuhin, Marcel Marceau, Martha Argerich, Swjatoslaw Richter, Daniel Barenboim, Pinchas Zuckerman, Marianne Hoppe u.a.. Auch viele Jahre später noch schwärmten diese Künstler von ihren damaligen Besuchen im Bahnhof, von der angenehmen Atmosphäre dort und der unaufdringlichen Gastlichkeit von Johannes Wasmuth, in dem sie viel mehr als nur einen künstlerischen Impresario gesehen haben...“ Diese Künstler und andere musizierten dann auch in Bonn in der Beethovenhalle und Bad Godesberg in der Stadthalle. Es entstanden kammermusikalische Festivals und die renommierte Konzertreihe Festival Pro, die jahrzehntelang das Konzertpublikum in Bonn, Köln und der Region und auch die politische Elite der damaligen Bundeshauptstadt Bonn begeisterten. Bonn wurde am Ende der 60er Jahre bis in die späten 80er Jahre kultureller Mittelpunkt der Region - auch durch Johannes Wasmuth. Johannes Wasmuth hat früh israelische und deutsche Musiker zusammengeführt. Weiter berichtet ein Zeitzeuge: Seit 1965 …“der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und dem Staat Israel setzte er sich für Annäherung und gegenseitiges Verständnis von Musikern beider Nationen ein. Johannes Wasmuth war die e r s t e Person, der es gelang, das Israel Philharmonic Orchestra für einen Auftritt in der Bundesrepublik Deutschland zu gewinnen. Meine Anmerkung: Es spielte auch in Bonn! Unmittelbar danach begann Chaim Taub, der erste Konzertmeister dieses Orchesters, im Bahnhof Rolandseck mit seinen Meisterklassen für junge israelische Musiker, deren Ergebnisse dann in einem jährlichen Festival einem breiten Publikum dargeboten wurden.“ Johannes Wasmuth öffnete den Bahnhof für informelle politische Kontakte. Weiter heißt es: „Er erkannte bald, dass der Bahnhof, der am Rande der Bundeshauptstadt Bonn und in der Nähe der zahlreichen Botschaften in Bad Godesberg günstig gelegen war, ein idealer Ort für infor- melle politische Kontakte darstellte, und öffnete das Kulturzentrum daher auch für diesen Zweck. So fanden dort im Jahr 1967, wenige Wochen nach dem Sechs-Tage-Krieg, von der Öffentlichkeit unbe- merkt, die ersten Gespräche zwischen dem israelischen und dem ägyptischen Botschafter statt, deren Ergebnis dann zu dem viel beachteten "Versöhnungskonzert" führte. Auch andere Botschafter tauschten dort ihre unterschiedlichen Vorstellungen aus. Ferner war Bundes- kanzler Helmut Schmidt öfter im Bahnhof zugegen, um sogenannte erste Gespräche mit Vertretern der Politik und der Wirtschaft zu führen. Und Carlo Schmid, der sich engagiert für den deutsch-französischen Kulturaustausch einsetzte, war ebenfalls bei vielen dieser Treffen anwesend.“Seite 6 von 7 Zusammenfassend läßt sich sagen: Johannes Wasmuth hat das Potential des Bahnhofs Rolandseck in historischer und kultureller Hinsicht erkannt. Er hat den Bahnhof zum kulturellen Zentrum für Bonn und den Umkreis entwickelt. Vom Ende der sechziger bis in die neunziger Jahre des vergan- genen Jahrhunderts veranstaltete Johannes Wasmuth Kam- merkonzerte und die Konzertreihe „Festival Pro“ in der Stadt- halle und der Redoute von Bad Godesberg, im Bonn Center und der Beethovenhalle in Bonn. Daran erinnern sich Generationen von Kulturfreunden, Politi- kern, Mitglieder und Gäste der Bundesregierung. Er hat in menschlicher und politischer Hinsicht völkerverbin- dend gewirkt. Seine Ideen und Wertvorstellungen leben weiter, und werden von der Johannes-Wasmuth-Gesellschaft weitergetragen. Wie ihr Namensgeber veranstaltet die Johannes-Wasmuth- Gesellschaft Konzerte und Lesungen in Bonn, Bad Godesberg und der Umgebung. Sie engagiert sich für Mitmenschlichkeit und Völkerverständi- gung. PS: Das Archiv der Stiftung Arp e.V. mit Sitz in Berlin und Ro- landseck hat alle Belege über Wasmuth Wirken archiviert.Seite 7 von 7
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 19:27 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de