221245 · Mitteilungsvorlage
Bundesweit erhöhtes Auftreten von Misteln
Kerndaten
- Nummer
- 221245
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 28.06.2022
- Letzte Änderung
- 15.09.2026
Beratungsfolge
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Mitteilungsvorlage öffentlich 221245 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 67 Amt für Umwelt und Stadtgrün Dezernat: Dez. III Bundesweit erhöhtes Auftreten von Misteln Beratungsfolge Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 18.08.2022 Kenntnisnahme Mitteilung: Ein erhöhtes Auftreten von Misteln ist in den letzten Jahren bundesweit festzustellen. Dabei ist der Befall regional sehr unterschiedlich, festzustellen auch in räumlich nicht weit voneinander entfernten Städten. In Bonn ist festzustellen, dass Apfelbäume betroffen sind und andere Baumarten, vor allem kanadische Pappel, Silberahorn und Linden. Die Menge der betroffenen Bäume ist jedoch noch nicht so groß, dass eine geregelte Bekämpfung notwendig ist. Die Weiße oder Weißbeerige Mistel (Viscum album ssp. Album) wächst als immergrüner Halbschmarotzer auf den Ästen verschiedener Wirtsbäume und kann im Laufe der Jahre Büsche von bis zu einem Meter Durchmesser bilden. Sie hat ein weites Wirtsspektrum und tritt zahlreich an unterschiedlichen Baumarten auf. Als Halbschmarotzer kann sie selbstständig mit ihren grünen Blättern Photosynthese betreiben, ist jedoch für die Nährstoff- und Wasserversorgung auf den Wirtsbaum angewiesen. Sie entzieht dem Baum Wasser und Nährstoffe, besonders organische Stickstoffverbindungen, und kann so, je nach Anzahl, Größe und Alter der Misteln, zu einer fortschreitenden Vergreisung des Baumes führen. Besonders betroffen sind Bäume, die standortbedingt bereits unter Stress (Trockenheit, starke Besonnung etc.) zu leiden haben. Misteln entwickeln sich als wärme- und lichtliebende Pflanzen bevorzugt im oberen Kronendrittel, meist an Altbäumen, da diese die Jungbäume überragen und bevorzugt von Vögeln für Ruhephasen angesteuert werden. Die Mistelbeeren sind für viele Vögel ein Teil der Winternahrung. Die Beeren werden gefressen, die klebrigen Samen ausgeschieden und verbleiben an den Ästen. Im Frühjahr keimen die Samen aus und mithilfe von Senkern (sog. Primärsenkern) dringt der Keimling in die Rinde ein. Bei vitalen Bäumen mit entsprechend starkem Dickenwachstum kann der Primärsenker überwallt werden und die Mistel stirbt ab. Die Bekämpfung der Mistel kann durch die Entfernung des gesamtenSeite 1 von 2 Seite 2 betroffenen Astes erfolgen, wenn dies baumverträglich möglich ist. Bevorzugt wird aber, die Mistel selber unter Erhaltung des Astes zu entfernen. Mit dem sensiblen Herausnehmen werden unnötige Verletzungen am Baum vermieden, der Habitus und die Blattmasse bleiben erhalten, ebenso die Assimilationsleistung. Somit führt die Reduktion der Misteln schon kurzfristig zu einer Entlastung der Bäume und kann langfristig zur gewünschten Revitalisierung führen. Durch das Entfernen von Misteln durch regelmäßigen Schnitt baut sich die Krone wieder auf und die Mistel wird in ihrer Aktivität zurückgedrängt. Die Maßnahmen sind aber immer in Abhängigkeit vom Standort, der Begleitmaßnahmen (Wasser-/Nährstoffgaben) und der Häufigkeit der Schnittmaßnahmen zu sehen. Die vorliegenden Erkenntnisse werden in einer Handlungsempfehlung zusammengefasst, welche noch in diesem Jahr vom Arbeitskreis Stadtbäume bei der GALK (Gartenamtsleiterkonferenz GALK e.V www.galk.de) herausgegeben wird. in Anlage/n KeineSeite 2 von 2
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 18:30 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de