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221210 · Beschlussvorlage

Planung zur Umgestaltung der Viktoriaunterführung und des Umfeldes beidseitig der Bahntrasse Einleitung des Vergabeverfahrens – offenes Verfahren (EU) nach VOB

Nummer
221210
Art
Beschlussvorlage
Veröffentlicht
25.08.2022
Letzte Änderung
15.09.2026
  1. Sitzung des Rates 27.10.2022 Entscheidung federführend
  2. Sitzung des Hauptausschusses 20.10.2022 Empfehlung
  3. Sitzung der Bezirksvertretung Bonn 20.09.2022 Anhörung
  4. Sitzung des Ausschusses für Wohnen, Planung und Bauen 29.09.2022 Empfehlung
  5. Sitzung des Ausschusses für Finanzen, Beteiligungen und Vergabe 28.09.2022 Entscheidung federführend
  6. Sitzung des Ausschusses für Mobilität und Verkehr 23.11.2022 Empfehlung
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Beschlussvorlage
öffentlich
221210
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
66 Tiefbauamt
Dezernat:
Dez. III
Planung zur Umgestaltung der Viktoriaunterführung
und des Umfeldes beidseitig der Bahntrasse
Einleitung des Vergabeverfahrens – offenes
Verfahren (EU) nach VOB
Beratungsfolge
Bezirksvertretung Bonn 20.09.2022 Anhörung
Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und
Vergabe
28.09.2022 Entscheidung
Ausschuss für Wohnen, Planung und Bauen 29.09.2022 Empfehlung
Hauptausschuss 20.10.2022 Empfehlung
Rat 27.10.2022 Entscheidung
Beschlussvorschlag
1. (Entscheidung Rat)
Der beigefügten Planung zur Umgestaltung der Viktoriaunterführung
(zwischen Thomastraße/ Am Alten Friedhof und Endenicher Straße/
Herwarthstraße) und des Umfeldes beiderseitig der Bahntrasse wird
zugestimmt.
2. (Entscheidung Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Vergabe)
Der Einleitung des Vergabeverfahrens – offenes Verfahren (EU) nach
VOB - wird vorbehaltlich der erforderlichen Zustimmung der
Bewilligungsbehörde zum vorzeitigen zuschussunschädlichen
Maßnahmenbeginn zugestimmt.
Begründung
Gemäß Ratsbeschluss vom 27.09.2018 (siehe DS-Nr. 1811885) ist bei der
Planung zur Umgestaltung der Viktoriaunterführung und des Umfeldes die
Vorplanungsvariante „Im Fluss“ zugrunde zu legen.
Auf dieser Grundlage wurde die Freianlagenplanung durch das Büro scape
fortgesetzt. Parallel wurde die Objekt- und Tragwerksplanung für das
Ingenieurbauwerk durch das Büro Grassl und die Objekt- und Fachplanung zur
Errichtung eines Pumpwerks für die Entwässerung der Unterführung mit
Anschluss an den Kanal durch das Ingenieurbüro atd erstellt.
In der Vorentwurfsplanung wurde ein Teilbereich (Dreiecksfläche) des
ehemaligen Lagerplatzes zwischen der Südrampe der Viktoriabrücke und derSeite 1 von 18
Seite 2
Bahntrasse für eine mögliche spätere Bebauung ausgespart. Im Zuge der
vertieften Planung und Abstimmung mit weiteren Beteiligten wurde der
Planungsbereich um die Dreiecksfläche erweitert. Außerdem wurde die
Planung einer Zaunanlage unter der geplanten Rampe Thomastraße mit
aufgenommen.
Die Viktoriaunterführung ist derzeit für die Öffentlichkeit nur als
Fußgängerunterführung über Treppenanlagen nutzbar. Von der Fußgänger-
unterführung durch eine Trennwand abgetrennt befinden sich Leitungstrassen
der SWB (Bonn-Netz). Als notwendige Vorabmaßnahme zum geplanten
Umbau der Viktoriaunterführung wurde durch die Bonn-Netz ein neuer
Medientunnel zur DB-Unterquerung hergestellt, durch den zukünftig die
Leitungstrassen der Leitungsneuverlegung geführt werden. Als weitere
Vorabmaßnahme ist durch die Bonn Netz die Trennwand abzubrechen, die
vorhandene Leitungstrasse aus der Unterführung zu entfernen und die
erforderliche Netzanbindung der Leitungsneuverlegung an den
Leitungsbestand herzustellen. Zukünftig soll der vollständige Tunnelquerschnitt
für die geplante Fuß- und Radwegverbindung zur Verfügung stehen.
Die Viktoriaunterführung wird im Norden bis zur Grünfläche vor dem Alten
Friedhof verlängert und mit neuen Rampen und Treppenanlagen barrierefrei
ausgebaut. Die Gestaltung des Umfeldes beinhaltet die Fuß- und
Radweganbindung im Norden in Richtung Thomastraße und im Süden zur
Endenicher Straße/ Herwarthstraße und über den ehemaligen Lagerplatz zur
Kreuzung Wittelsbacher Ring/ Endenicher Straße und in Richtung
Immenburgstraße. Das Umfeld wird durch Bodenmodellierungen und
Grünanlagen/ Bepflanzungen (auf der Südfläche „Natur auf Zeit“ Obstbäume
und Wiesenmischungen) gestalterisch aufgewertet. Neu geplante Leuchten in
den Grünflächen strahlen nicht über die Horizontale hinaus nach oben hin ab.
Weitere Informationen sind dem beigefügten Erläuterungstext zu entnehmen.
Durch die geplante Zugangsrampe im Süden wird zukünftig das städtische
Gelände (Flurstück 1041) vor dem Treppenausgang aus der Tiefgarage des
Hauses Endenicher Straße 6 ca. 1 m tiefer liegen, so dass ein Treppenausgang
dort nicht mehr möglich sein wird. Wie im Plan dargestellt, ist daher ein neuer
Ausgang (Tor mit Treppe) auf der Westseite der Tiefgarage in Richtung des
neuen Parkplatzes geplant. Aufgrund der Tieferlegung des Geländes ist auf der
Nordseite des Gebäudes Endenicher Straße 6 eine Winkelstützwand zu
errichten.
Im Süden ist von der hier vorgestellten Planung das städtische Flurstück 1036
betroffen. Um von der Kreuzung Wittelsbacher Ring/ Endenicher Straße aus
einen großzügigen Eintritt in das Planungsgebiet zu ermöglichen, ist auf dem
Flurstück 1036 ein Tor nach Osten zu versetzen, eine Bestandsmauer
abzubrechen und ein Zaun neu anzuordnen. Amt 03 wurde gebeten, im
Hinblick auf die miet- und pachtvertraglichen Regelungen in Bezug auf das
Flurstück 1036 die erforderlichen Abstimmungen mit den Pächtern und Mietern
vorzunehmen.
Der Kreuzungsbereich Wittelsbacherring/Endenicher Straße/Viktoriabrücke wird
noch einer gesonderten Untersuchung zur Verbesserung der
Querungsmöglichkeiten für den Fuß- und Radverkehr, insbesondere aus und in
Richtung Weststadt (Lisztstraße), unterzogen. Ergebnisse werden im
Anschluss den Gremien zur Beratung und Beschlussfassung vorgelegt.
Nach dem aktuellen Stand der Planung ergeben sich die voraussichtlichenSeite 2 von 18
Seite 3
Kosten der städtischen Baumaßnahme (d. h. ohne
Leitungsumverlegungsmaßnahme von Bonn Netz) zur Umgestaltung der
Viktoriaunterführung und des Umfeldes beidseits der Bahntrasse wie folgt. Die
voraussichtlichen Kosten sind im Kontext zur derzeitigen dramatischen
Erhöhung der Baupreise zu sehen, letztlich ergibt sich eine Kostensicherheit
erst nach erfolgter Submission.
Pkt.... Leistung EUR
netto
EUR
brutto
1 Übergeordnete Arbeiten 1.300.00
0
2 Ingenieurbau 3.900.00
0
3 Freiflächengestaltung 2.200.00
0
4 Bautechnik Pumpwerk 70.000
5 Maschinen-/Elektrotechnik Pumpwerk 120.000
6 Mastleuchten und Friedhofstor versetzen 90.000
7 Dreiecksfläche „Natur auf Zeit“ 665.000
8 Zaun Rampe/ Prälat-Schleich-Haus 260.000
Gesamt 8.605.00
0
10.239.9
50
Die Durchführung der Baumaßnahme kann nur in Teilbaumaßnahmen erfolgen,
da für den später geplanten Bau der Rampe Thomastraße Teilbereiche des
Planungsgebietes als Baustelleneinrichtungsflächen verfügbar sein müssen.
Daher ist vorgesehen, in einer ersten Teilbaumaßnahme/ Ausschreibung nur
die o. a. Leistungen Pkt. 1 bis 4 zu erfassen. In dem beigefügten Plan
„Bauabschnitte“ ist der Bereich mit BA 1a dargestellt. Die Kosten der ersten
Teilbaumaßnahme belaufen sich auf ca. 8,9 Mio. EUR brutto. (Bauzeit: ca. 20
Monate, davon 13,5 Monate Rohbau).
Der geplante barrierefreie Umbau der Viktoriaunterführung ist Teil der
Gesamtmaßnahme Viktoriabrücke.
Sachstände und beabsichtigtes weiteres Vorgehen:
Viktoriabrücke:Seite 3 von 18
Seite 4
Die eigentliche Brücke ist inzwischen fertig gestellt. Aufgrund der Änderung der
Querschnittsaufteilung auf der Viktoriabrücke zugunsten des Radverkehrs und
auch zur Kostensteigerung zur Viktoriabrücke ist aktuell eine
Kostenänderungsanzeige an den Zuschussgeber erfolgt. Ein entsprechender
Kostenänderungsantrag muss noch beim Zuschussgeber zur Prüfung
eingereicht werden. Die Förderquote beträgt voraussichtlich 60%.
Rampe zur Thomastraße:
Der neuen Querschnittsaufteilung auf der Brücke liegt ein Verkehrsgutachten
zugrunde, welches geringere Belastungen durch den MIV ausweist als das
frühere Gutachten. Beim Zuschussgeber wurde angefragt, ob für die Rampe
der Antrag auf Planfeststellung auf diese geringere Verkehrsbelastung
angepasst werden muss. Da es sich um günstigere Ansätze im Hinblick auf
Verkehr, Lärm usw. handelt, besteht durchaus die Aussicht, hierauf verzichten
zu können. Eine Antwort des Zuschussgebers steht allerdings noch aus.
Der Umbau der Bornheimer Straße wird in Kürze beginnen, da der Fördergeber
eine Bezuschussung von einem Baubeginn in 2022 abhängig macht.
Da der Bau der Rampe aus verkehrstechnischen Gründen nicht zeitgleich mit
dem Umbau der Bornheimer Straße erfolgen kann, ist dieser erst im Anschluss
an die Umgestaltung der Bornheimer Straße möglich, voraussichtlich also erst
in 2025. Das Planfeststellungsverfahren ist damit nicht zeitkritisch.
Nach Einreichung des Kostenänderungsantrags für das Gesamtprojekt wird die
Verwaltung für den Bau der Unterführung Zuschussunschädlichkeit beantragen,
um nach Abschluss der zur Zeit laufenden Arbeiten der SWB zur
Leitungsumlegung zeitnah den Umbau ausschreiben zu können. Die hierzu
erforderlichen Leistungsverzeichnisse liegen bereits vor.
Finanzielle Auswirkungen:
Produktgruppe Produktgruppenbezeichnung Produkt Produktbezeichnung
1.12 Verkehrsflächen und –anlagen,
ÖPNV
1.12.01 Gemeindestraße
Investive Kosten der MaßnahmeSeite 4 von 18
Seite 5
Betrag Finanzstelle /
FiPos
Veranschlagt
in
Noch bereit-
zustellen
Deckung
Auszahlungen
(Viktoriaunterführung
und Umfeld
10.239.950
EUR
5660612011341/
785200
2022
1.000.000 €
2023
4.600.000 €
2024
4.639.950 €
Einzahlungen
Investiver
Finanzsaldo
Konsumtive Kosten der Maßnahme jährlich einschließlich Folgekosten
Betrag Finanzstelle /
FiPos
Veranschlagt
in
Noch bereit-
zustellen
Deckung
Auszahlungen /
Aufwendungen
Einzahlungen /
Erträge
Haushaltsbelastung
jährlich
Vergabeart
öffentlich X offen (EU) aufgeforderte Firmen
beschränkt nichtoffen (EU) mit öffentlichem
Teilnahmewettbewerb
Freihändig bzw.
Verhandlungsvergabe Verhandlungsverfahren (EU) Abweichung von der
vorgeschriebenen Vergabeart
Vergabekennzahl Vergabe-/Vertragsordnung Ausführungszeitraum Schätzkosten brutto
X VOB UVgO VgV 10.239.950 EUR
Produktgruppennummer Produktgruppenbezeichnung Sachkonto
(konsumtiv) /
Finanzposition
(investiv)
CO-Kontierung
(konsumtiv) /
Finanzstelle
(investiv)
1.12.01 Verkehrsflächen und –
anlagen, ÖPNV
785200 5660612011341
Verpflichtungsermächtigungen Verwendung von
Haushaltsresten
Mittel
ja X nein ja X nein X freigegeben vorgesehen
Anlage/n
1 0329.2_Bonn-Viktoriaunterführung_Erläuterungstext_2022-05-04 (öffentlich)
2 0329_Bonn - Viktoriaunterführung Lageplan (öffentlich)Seite 5 von 18
Seite 6
3 0329_Bonn - Viktoriaunterführung Vorlage 2022-05 (öffentlich)
5 0329-5-L 000-Übersichtsplan Bauabschnitte (öffentlich)Seite 6 von 18
Bonn Viktoriaunterführung für Radfahrer und Fußgänger
Erläuterungstext
scape Landschaftsarchitekten Mai 2022
Die Unterführung Viktoriabrücke stellt ein wichtiges Bindeglied zwischen der Nordstadt und der
Südstadt Bonns dar, darüber hinaus werden bedeutende Zielpunkte wie die Uni Standorte, der
Bonner Hauptbahnhof, die Innenstadt und das geplante „Westwerk“ über die Unterführung
verbunden.
Heute ist die Unterführung weder barrierefrei zugänglich, noch besitzt sie attraktive Zugänge; die
Unterführung ist eng, dunkel und befindet sich in einem schlechten Zustand.
Der Grünfläche am Alten Friedhof, durch den die Unterführung zukünftig angedient werden soll,
wirkt unstrukturiert und für den Aufenthalt unattraktiv. Der markante Baumbestand und die Nähe
zur historischen Friedhofsanlage ist dagegen positiv zu werten.
Die Fläche südlich der Unterführung stellt sich heute als unstrukturierte Brachfläche dar und wird als
Baustelleneinrichtungsfläche genutzt. Aktuell ist dieser Raum nicht begehbar, es besteht noch keine
direkte Anbindung an die Unterführung und den Wittelsbacherring. Die bestehenden
Vegetationsflächen sind ungestaltet. Das Areal verfügt jedoch über ein enormes Potential, hier
könnte in Zukunft ein wichtiger, grüner Baustein in der Nord-Süd Verbindung etabliert werden.
Das ursprüngliche Planungsgebiet des Vorentwurfs umfasste die erforderlichen Flächen für die
Erschließungsanlagen der Unterführung, sowie die Vorzone des Alten Friedhofs (BA 1a).
Im Verlauf der weiteren Planung wurde das Gebiet um die südliche Brachfläche (BA 1b), sowie um die
Abzäunung der Autorampe (z.T. BA 2), erweitert.
Entwurfsziele:
 Direkte barrierefreie Anbindungen der Innenstadt für Radfahrer und Fußgänger
 Nachhaltige Stadtentwicklung forcieren
 Baumbestand soweit möglich erhalten
 Park am alten Friedhof aufwerten
 Eingriffe in Denkmalsubstanz vermeiden/minimieren
 Südfläche erschließen und aufwerten
Erläuterungstext Vorentwurf Viktoriaunterführung Seite 1Seite 7 von 18
 Eingriffe in DB-Grundstück minimieren
 Feuerwehraufstellfläche Endenicher Str. 6 gewährleisten
Fahrradverbindung:
Es wird eine Tunnelabwicklung entwickelt, die eine direkte, barrierefreie Anbindung der Innen- und
Nordstadt ermöglicht:
Der Tunnel wird um ca. 30 m nach Norden verlängert. Die Rampe beginnt bereits im Tunnel. Damit
erhöht sich die nördliche Anschlusshöhe um ca. 80 cm, was einer um 15m verkürzten Rampe
außerhalb des Tunnels entspricht. Vor dem Friedhof wird die Rampe bereits im Bereich des
vorhandenen Fußweges entwickelt um möglichst früh Höhe zu gewinnen. Dafür wird in Abstimmung
mit der Denkmalpflege die historische Mauer abgefangen und mittels Mauerscheiben (Basaltlava)
verkleidet.
Durch die geschwungenen Wegeführung ist es möglich die prägnante Platane zu erhalten. Zusätzlich
wird der Friedhof mit einer Treppenanlage auf direktem Wege an die Unterführung angebunden. Eine
weitere Treppenanlage schafft den Zugang vom Gehweg Thomastraße an die Unterführung.
Die Rampenanlage (Trogbauwerk) auf der Südfläche schließt westlich und südlich an die
Bestandsbebauung an. Als zusätzliche Anbindung an den Kreuzungsbereich Endenicher Str. /
Herwarthstr. wird eine Treppenanlage vorgesehen, welche die Unterführung auf kürzestem Weg mit
den angrenzenden Stadtquartieren verbindet.
Um im Bereich der Endenicher Str. 6 eine ausreichend große Feuerwehraufstellfläche zu
gewährleisten, fallen in diesem Bereich zwangsweise PKW Stellflächen weg, welche an anderer Stelle,
nur wenige Meter weiter westlich, wiederhergestellt werden.
Park am alten Friedhof
Der Vorfläche des Alten Friedhofs war ursprünglich als Parkanlage mit geschwungenen Wegen im
Sinne der Gründerzeit gestaltet. Heute sind diese Qualitäten nicht mehr ablesbar, die Fläche kommt
als Abstandsgrün daher. Im Zuge der Neugestaltung wird das historische Bild aufgegriffen und neu
interpretiert, die Grünfläche wird wieder in einen Park verwandelt.
Geschwungene Wege leiten Fußgänger und Radfahrer barrierefrei zu der Unterführung, das Gelände
wird mit der Rampe abgesenkt, so dass die Passanten durch die Unterführung den neuen Park direkt
betreten. Angsträume werden so vermieden.
Erläuterungstext Vorentwurf Viktoriaunterführung Seite 2Seite 8 von 18
Der historische Weg an der Friedhofsmauer bleibt erhalten und wird in Stand gesetzt. Der Bauhof
erhält eine neue Zufahrt, die wie selbstverständlich in das Wegesystem integriert wird. Die Fläche vor
dem Prälat-Schleich-Haus wird instandgesetzt und mit einfachen Mittel für die Belange der
Obdachlosen hergerichtet. Die Planung dieser Fläche fand in enger Kooperation mit den
Sozialarbeitern des Obdachlosenasyls und der kriminalpräventiven Beratungsstelle der Polizei statt.
Eine Wiese im Zentrum der Anlage trennt den Bereich vor dem Prälat-Schleich-Haus von der
restlichen Grünanlage.
Durch eine Bepflanzung mit Alleebäumen wird der Blick in Richtung der Verkehrsanlagen
Thomastraße und der DB Anlagen aufgewertet. Die Autorampe wird durch einen begrünten Zaun
begleitet.
Der Baumbestand vor dem Alten Friedhof wurde soweit möglich erhalten, alle Bäume, die entfallen
müssen, werden ersetzt. Zusätzlich werden in diesem Bereich fünft neue Bäume gepflanzt, dazu
kommen 17 neue Bäume an der Parkkante zur Thomastraße. Die Biodiversität in dem Park wird
deutlich erhöht, anstelle von Rasen werden Blumenwiesen und Staudenpflanzungen angelegt.
Südfläche
Im Rahmen der Umgestaltung der Südfläche ergibt sich die Chance die Brachfläche mittels einer
Bodenmodellierung als spannenden, nachhaltigen Freiraum zu gestalten und für die Anwohner
nutzbar zu machen. Analog der ansteigenden Höhe der Viktoriabrücke entwickelt sich von der Brücke
in Richtung Trog eine sanfte, mit Wiesenmischungen begrünte Hügellandschaft, die mit einem Raster
aus heimischen und alten Obstbäumen überstellt wird. Es entsteht eine offene, ökologisch wertvolle
Freifläche, die frei nutzbar ist und mittelfristig für Aktivitäten in der Natur, wie z.B. die Obsternte,
Gehölzschnittkurse oder die Nutzung als Bienenweide in Betracht gezogen werden kann. Eine
integrierte Sport- und Spielanlage erweitert das Angebot. Gegenüberliegend, angrenzend an die
privaten Gärten bietet eine ebene Freifläche Raum für gemeinschaftliches Gärtnern („Urban
Gardening“).
Nachhaltigkeitskonzept
Ziel ist es, die infrastrukturellen Maßnahmen mit einer langfristigen, nachhaltigen Verbesserung der
grünen, innerstädtischen Freiräume zu verbinden. Dies unterstützt neben der Attraktivität für die
Nutzer die ökologischen und klimapolitischen Ziele der Stadt Bonn:
Erläuterungstext Vorentwurf Viktoriaunterführung Seite 3Seite 9 von 18
 Mobilität:
Durch die Unterführung und die Aufwertung der angrenzenden Freiflächen wird ein „missing
link“ im Bonner Mobilitätskonzept geschlossen. Über die neue Radwegeverbindung werden
zukünftig alle wichtigen Universitätsstandorte sowie Wohngebiete und Bürostandorte in
Nord- und Südstadt auf direktem Wege vernetzt.
 Biodiversität:
Insgesamt werden im Planungsgebiet und der benachbarten Thomastraße 90 hochwertige
Gehölze neu gepflanzt (davon 23 Obstgehölze). Durch die Verwendung von regionalem
Wildblumensaatgut entstehen pflegeleichte, bunt blühende und artenreiche Wiesenflächen.
 Wassermanagement:
Die Gestaltung des gesamten Bereiches erfolgt nach dem Konzept der Schwammstadt:
Sämtliches Niederschlagswasser wird vor Ort versickert. Diese Strategie wird, erstmalig in
Bonn, auch auf die Rampenanlage der Unterführung übertragen. Das anfallende
Niederschlagswassers wird hier mittels Rigolen aufgefangen und dem Wasserkreislauf wieder
zugeführt. Neben dem ökologischen Mehrwert werden dadurch erhebliche Kosten für die
Erstellung und Unterhaltung von Pumpenanlagen eingespart.
 Bodenmanagement:
Auch die anfallenden Böden sollen, soweit möglich, auf dem Gelände verbleiben. Mit dem
unbelasteten Aushub der Unterführung wird auf der Südfläche eine attraktive Grünfläche
angelegt. So werden unnötige Transportwege und Kosten für die Bodenentsorgung
eingespart.
 Raum für soziales Miteinander:
Mit der Aufwertung der Vorfläche des Alten Friedhofs erhält Bonn eine neue Grünanlage. Die
Situation für die Obdachlosen wird deutlich verbessert. Auf der Südfläche wird Raum für
Bewegung und Urban Gardening geschaffen, der Obsthain schafft im Rahmen des Projektes
„Essbare Stadt“ ein neues Gemeinschaftserlebnis im Freiraum.
Lichtkonzept Unterführung:
Die Deutsche Bundesbahn gibt vor, dass in der Unterführung keine Wandverkleidung angebracht
werden darf. Deshalb wird die Unterführung über die Lichtgestaltung deutlich aufgewertet.
Erläuterungstext Vorentwurf Viktoriaunterführung Seite 4Seite 10 von 18
Bis weit in das 19. Jahrhundert blieb die Fläche des heutigen Planungsgebiets unbebaut und wurde
landwirtschaftlich genutzt. Dieses, gegenüber der heutigen Situation nahezu paradox wirkende Bild
von Weite und Ruhe, wird aufgegriffen und in die Unterführung übertragen.
Basis des Beleuchtungskonzeptes ist eine Lichtinstallation entlang der Tunnelwände, die neben einer
hellen und freundlichen Grundausleuchtung der Unterführung, den historischen Bezug zu den
ehemals an dieser Stelle sich befindlichen weitläufigen Feldfluren herstellt: Ein dynamisches Licht-
und Schattenspiel an den Wänden zeigt in abstrahierter Form die Bewegung von Gräsern in einem
Kornfeld durch die ein Windstoß fährt.
Umgesetzt wird dies über dimmbare, entblendete, lineare LED-Bodeneinbauleuten die mit einer
zusätzlichen, bauseitigen Stahlblende eingefasst werden. Einseitig als durchgehendes Band
angeordnet, wird über die indirekte Beleuchtung von Wand- und Deckenbereichen während der
Tagstunden ein mittleres Beleuchtungsniveau von über 100lx erreicht. In den Dunkelstunden kann
das Lichtniveau auf eine niedrigere Intensität (Schaltstufe) angepasst werden.
Auf der gegenüberliegenden Seite sind Bodeneinbauleuchten über eine Länge von ca. 36 m mittels
einer DMX Lichtsteuerung zusammengefasst. Innerhalb der Leuchten befinden sich LED-Module mit
engstrahlender Optik. Die darüberliegenden Metallblenden werden über kurze magnetische Impulse
in Schwingung versetzt und erzeugen an den Wänden eine ruhige, langsam auslaufende
Schattenbewegung.
Erläuterungstext Vorentwurf Viktoriaunterführung Seite 5Seite 11 von 18
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agnet
ion
Simulation
Wandansicht mit Handlauf
Simulation Tag
Blende aus Edelstahl
Bonn Viktoriaunterführung für Radfahrer und FußgängerSeite 17 von 18
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Datenstand: 02.11.2026, 20:40 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de