221071 · Beschlussvorlage
Einrichtung eines Quartiersmanagements in Medinghoven – Beschluss der BV Hardtberg vom 15.03.2022 (DS 220423)
Kerndaten
- Nummer
- 221071
- Art
- Beschlussvorlage
- Veröffentlicht
- 14.07.2022
- Letzte Änderung
- 15.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Hauptausschusses Entscheidung federführend
- Sitzung der Bezirksvertretung Hardtberg Anregung
- Sitzung des Ausschusses für Soziales, Migration und Gesundheit Empfehlung
- Sitzung des Ausschusses für Soziales, Migration und Gesundheit Empfehlung
Dateien
- Sammeldokument öffentlich Öffnen ↗
Volltext
Maschinell aus dem PDF extrahierter Text — Tabellen und Layout gehen verloren. Maßgeblich ist das PDF: PDF öffnen ↗.
Text anzeigen (9.587 Zeichen)
Beschlussvorlage öffentlich 221071 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 50 Amt für Soziales und Wohnen Dezernat: Dez. V Einrichtung eines Quartiersmanagements in Medinghoven – Beschluss der BV Hardtberg vom 15.03.2022 (DS 220423) Beratungsfolge Ausschuss für Soziales, Migration und Gesundheit 15.06.2022 Empfehlung Bezirksvertretung Hardtberg 30.08.2022 Anregung Hauptausschuss 15.09.2022 Entscheidung Beschlussvorschlag 1. Dem Beschluss der BV Hardtberg vom 15.03.2022 (DS 220423) wird nicht gefolgt. 2. Die Verwaltung wird beauftragt, die im Abschlussbericht zum Projekt „Zusammen im Quartier - ZiQ“ (DS 211234) aufgezählten Maßnahmen umzusetzen: - Gespräche mit der Diakonie über die Auskömmlichkeit der Finanzierung ihrer im Stadtteilbüro Medinghoven angebotenen Leistungen (Sozial- und Schuldnerberatung; sonstige Gemeinwesenarbeit); ggf. eine Ausweitung des Ansatzes für allgemeine Gemeinwesenarbeit; - die nachholende Durchführung zweier im ZiQ-Projekt konzipierter und pandemiebedingt verschobener Beteiligungsformate (für Kinder; für ältere Menschen, darunter auch solche mit Zuwanderungsgeschichte) durch die Verwaltung; - die Durchführung eines lokalen „Forum Wohnen“ durch die Stadt Bonn (aktuell avisiert für Spätsommer 2022). Begründung Der vorgenannte Beschlussvorschlag geht zurück auf den Antrag der Fraktionen Die Grünen, SPD und CDU, DS-Nr. 220423, Einrichtung eines Quartiersmanagements in Medinghoven, mit folgendem Inhalt: „DieSeite 1 von 5 Seite 2 Verwaltung wird beauftragt, 1. entsprechend des Beschlusses des Hauptausschusses vom 29.05.2018 (DS-Nr. 1810331NV3) ein Quartiersmanagement für den Stadtteil Medinghoven einzurichten 2. Bei der Ausschreibung für ein Quartiersmanagement ist zu berücksichtigen, dass die Diakonie vor Ort bereits ein Stadtteilbüro mit einer Vernetzung für die Bevölkerung unterhält.“ Der Antrag war wie folgt begründet: Mit dem Abschlussbericht des Förderprojektes „Zusammen im Quartier (ZiQ)“ (DS-Nr. 211234) wird festgestellt, dass es im Stadtteil Medinghoven eine Fülle von Aufgaben im Rahmen eines Quartiersmanagements gibt. Ziele und Handlungsfelder (z.B. Anpassung der personellen du sächlichen Ausstattung der Sozial-und Schuldnerberatungsstelle, Reaktivierung der Ladenzeile oder Einrichtung eines Erzählcafés) wurden durch das Förderprojekt ZiQ identifiziert und dargestellt. Die Bezirksvertretung Hardtberg ist dem Antrag am 15. März 2022 einstimmig gefolgt. Die Verwaltung nimmt zu dem Beschluss nachfolgend Stellung: Die Anregung der Bezirksvertretung Hardtberg wird mit den Ergebnissen des von der Stadt Bonn mithilfe externer Fördermittel über einen Zeitraum von 2 Jahren im Stadtteil Medinghoven durchgeführten Förderprojektes „Zusammen im Quartier (ZiQ)“ (DS Nr. 211234) begründet. In diesem 2jährigen Prozess wurde unter Federführung des Amtes für Soziales und Wohnen und unter Mitwirkung zahlreicher lokaler Akteur*innen sowie weiterer städtischer Ämter und Dienststellen geprüft, ob die im Quartier Medinghoven vorhandene soziale Infrastruktur im Hinblick auf die dortigen Bedarfe der verschiedenen Zielgruppen auskömmlich und angemessen ist bzw. ob für die Förderung einer positiven Quartiersentwicklung ggf. bestehende Maßnahmen weiter qualifiziert oder aber zusätzliche Angebote installiert werden müssen. Hierzu zählen Begegnungs-, Förder-, Beratungs- und Präventionsangebote; Maßnahmen zur Förderung des Ehrenamtes, der Zusammenarbeit lokaler Einrichtungen, zur besseren Abstimmung der lokalen Angebote, der Öffentlichkeitsarbeit oder auch der Begleitung größerer städtebaulicher Aktivitäten; also sehr unterschiedliche Aufgaben, welche jeweils einer besonderen Qualifikation bedürfen und – dies erbrachte die Analyse- die in Medinghoven bereits von zahlreichen Eirichtungen wahrgenommen werden. Gemäß der Bezirksvertretung Hardtberg sei mit dem Abschlussbericht nun festgestellt worden, dass es „im Stadtteil Medinghoven eine Fülle von Aufgaben im Rahmen eines Quartiersmanagements“ gebe und die BV verweist dabei aufSeite 2 von 5 Seite 3 „Ziele und Handlungsfelder, welche durch das Förderprojekt „ZiQ“ identifiziert und dargestellt worden sind“, z.B. „die Anpassung der personellen und sächlichen Ausstattung der Sozial- und Schuldnerberatungsstelle, Reaktivierung der Ladenzeile oder Einrichtung eines Erzählcafés“. Die Hauptaufgabe eines Quartiersmanagements ist die Vernetzung der vor Ort tätigen Vereine, Institutionen und Akteure. Der Abschlussbericht der Verwaltung sieht explizit keine Notwendigkeit für die Einrichtung eines Quartiersmanagements in Medinghoven und begründet dies ausführlich mit dem – auch im Vergleich zu anderen Bonner Stadtteilen - überdurchschnittlich hohen Grad der Vernetzung im Stadtteil Medinghoven, der bereits vorhanden ist. So ist der Stadtteil-AK Medinghoven nur für einen (und darüber hinaus relativ kleinen) Stadtteil zuständig, während die Einzugsbereiche anderer Stadtteil- Arbeitskreise in Bonn meist deutlich größer sind und mehrere statistische Bezirke umfassen. Er ist zudem der mitgliederstärkste Bonner Stadtteil-Arbeitskreis und profitiert davon, dass dort neben den Fachkräften aus den Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe auch Kommunalpolitik und andere Akteur*innen (Bürgerschaft, Vereine, Kirchengemeinden…) vertreten sind. Darüber hinaus wird die lokale Kooperation dadurch begünstigt, dass alle sozialen und Bildungseinrichtungen nah beieinanderliegen und mehrere Einrichtungen (OGS, Stadtteilbüro, Schuldner- und Sozialberatung, Ehrenamtliche Angebote) vom selben Träger verantwortet werden (Diakonie), zu dessen vertraglich hinterlegten Aufgaben zudem bereits Vernetzungsaktivitäten im Stadtteil zählen. Die von der Bezirksvertretung Hardtberg als konkrete Aufgabenstellungen eines Quartiersmanagements identifizierten Tätigkeiten fallen explizit nicht in die Zuständigkeit eines extern beauftragten Quartiersmanagements. Vielmehr handelt es sich bei den im ZiQ-Prozess tatsächlich identifizierten Handlungsbedarfen entweder - um Aufgaben im laufenden Geschäft der Kommunalverwaltung: Die „Anpassung der personellen und sächlichen Ausstattung der in Medinghoven vorhandenen Sozial- und Schuldnerberatungsstelle“ erfolgt jährlich im Dialog mit dem Träger unter Berücksichtigung aktueller Daten zur Inanspruchnahme sowie tariflicher Anpassungen; die Ergebnisse werden den politischen Gremien zur Beschlussfassung vorgelegt, - um Aufgaben, die sich der kommunalen Steuerungsfähigkeit und auch der eines extern vergebenen Quartiersmanagements entziehen, wie etwa die „Revitalisierung der Ladenzeile“, welche angesichts der komplexen Eigentumsverhältnisse, aber auch der konkretenSeite 3 von 5 Seite 4 Beschaffenheit/Lage der Immobilie nur bedingt möglich ist1, - um Projekte, welche im Kontext des „ZiQ-Prozesses“ konzipiert waren („Einrichtung eines Erzählcafés“), pandemiebedingt verschoben werden mussten, jedoch sobald die Lages dies erlaubt, seitens der Verwaltung und wie im ZiQ-Bericht angekündigt, nachgeholt werden2. Die von der Bezirksvertretung Hardtberg formulierte Anregung, die Expertise der Diakonie zu nutzen, da der Träger bereits mit seinem Stadtteilbüro vor Ort sei, deckt sich mit der Empfehlung des ZiQ-Berichtes, im Gespräch mit dem Träger des Stadtteilbüros zu klären, ob bzw. in welchem Umfang die dort geförderte „Gemeinwesenarbeit“- darunter Aufgaben der Vernetzung und die Förderung des Ehrenamtes - auskömmlich finanziert sei.3 Hierfür bedarf es keines zusätzlichen „Quartiersmanagements“, sondern einer Weiterqualifizierung des bestehenden Angebotes. Sollte die Politik dem Beschluss der Bezirksvertretung Hardtberg folgen, weisen wir darauf hin, dass ein systematisches Quartiersmanagement vergaberechtlichen Regelungen unterworfen ist und damit nicht automatisch der Diakonie der Zuschlag für den Betrieb des Quartiersmanagements zufallen würde. Abschließend wird auf die gesamtstädtische Strategie der Quartiersentwicklung verwiesen, die dem Ausschuss für Soziales, Migration und Gesundheit in seiner Sitzung am 15.06.2022 unter dem Betreff „Gesamtstädtische Quartiersentwicklungsstrategie“ ebenfalls vorgelegt wird. 1 In diesem Kontext wurden zunächst verschiedene Nutzungsmöglichkeiten zweier leerstehender Ladenlokale in der Ladenzeile geprüft. Die schriftliche Abfrage hierzu bei allen Einrichtungen im Stadtteil ergab jedoch, dass eine Nutzung für die angedachten Formate aus unterschiedlichen Gründen (Lage, Beschaffenheit der Immobilie; Art der dort angedachten Nutzung) nicht umsetzbar war. So wurden in Gesprächen mit dem Stadtteilbüro der Diakonie u.a. ein Umzug der Kleiderstube (zurzeit in der Briandstraße) sowie die Einrichtung eines Angebotes für Spielsüchtige erwogen und verworfen. 2 Weitere nachzuholende Veranstaltungen des „ZiQ“-Prozesses: Ebenfalls Corona- bedingt entfiel das Forum Wohnen. Auch dieses Expert*innenforum ist bereits konzipiert und wird nachgeholt, sobald die Lage es erlaubt. Da in eben diesem Forum zahlreich städtische Mitarbeiter*innen sowie stadtweit tätige Verbände/Wohnungsgesellschaften eingebunden werden und zudem eine enge Verzahnung mit stadtplanerischen Überlegungen gegeben ist, sieht die Verwaltung auch hier die Zuständigkeit bei der Stadt. 3 Anmerkung: Die Finanzierung der Einzelfallberatungen (Sozial- und Schuldnerberatung) wird, sofern trägerseitig eine steigende Nachfrage belegt wird, im laufenden Geschäft angepasst. Weitere Aktivitäten, die per Leistungsvereinbarung ebenfalls zum Aufgabenbereich des Stadtteilbüros gehören, sind z.B. die Einbindung von Ehrenamt, Hausaufgabenbetreuung und MieterinitiativeSeite 4 von 5 Seite 5 Anlage/n KeineSeite 5 von 5
Folgen Neue Vorlagen, Sitzungen und Auswertungen aus dem Bonner Rat — im Fediverse, ohne Konto lesbar.
bonn.social/@biz ↗Datenstand: 03.11.2026, 00:12 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de