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220919 · Mitteilungsvorlage

Regionale Kulturförderung durch den Landschaftsverband Rheinland – Information über für 2023 eingereichte Anträge, Bericht über in 2022 geförderte Projekte

Nummer
220919
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
10.05.2022
Letzte Änderung
15.09.2026
  1. Sitzung des Kulturausschusses 07.06.2022 Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage
öffentlich
220919
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
41 Kulturamt
Dezernat:
Dez. IV
Regionale Kulturförderung durch den
Landschaftsverband Rheinland –
Information über für 2023 eingereichte Anträge,
Bericht über in 2022 geförderte Projekte
Beratungsfolge
Kulturausschuss 07.06.2022 Kenntnisnahme
Mitteilung:
Die Regionale Kulturförderung durch den Landschaftsverband Rheinland
dient dazu, die Vielfalt und Nachhaltigkeit des kulturellen Angebots im
Rheinland zu stärken und zu bewahren sowie weithin wahrnehmbar und
erlebbar zu machen.
Anträge können von kommunalen wie privaten Museen, Archiven,
Stiftungen, Vereinen, Sammlungen etc. gestellt werden. Dritte müssen sich
zwecks Antragstellung rechtzeitig an die für sie zuständigen Kreise und
kreisfreien Städte wenden. Um eine mögliche finanzielle Zuwendung zu
erhalten, ist eine Antragstellung durch die Projektträger selbst erforderlich,
die über die zuständigen Kreise/Städteregion bzw. kreisfreien Städte an den
LVR zu richten ist. Anträge sind bis spätestens zum 31.03. eines jeden
Jahres für das Folgejahr einzureichen.
Die Verwaltungen der Mitgliedskörperschaften des LVR sind dazu
verpflichtet, ihre jeweiligen politischen Vertretungen über die beim LVR
eingereichten Anträge im Rahmen der Regionalen Kulturförderung zu
informieren.
Eingereichte Anträge für das Jahr 2023
Für das Förderjahr 2023 (ff.) wurden dem LVR durch die Verwaltung vier
Anträge nach Vorprüfung der Unterlagen mit folgender alphabetischer
Reihenfolge der Antragsteller fristgerecht weitergereicht:
1. Projekt: Einbau einer Rollregalanlage im Magazin-Neubau
Projektträger: Bundesstadt Bonn – Stadtarchiv und
Stadthistorische Bibliothek
Beantragte Förderung: 1.146.967 € (66.600 € für 2023 und
1.080.367 € für 2024)
Das Stadtarchiv der Stadt Bonn befindet sich derzeit in dem in denSeite 1 von 5
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1970er Jahren erbauten Stadthaus und beherbergt zum Teil
jahrhundertealte Archiv- und Kulturgüter. Aufgrund der Tatsache,
dass die Magazinkapazität seit einiger Zeit erschöpft ist, die v. a.
durch die Anforderungen der Informationsgesellschaft bedingte
Aufgabenerweiterung und des damit einhergehenden Personal-
zuwachses, wird die aktuelle Unterbringung des Stadtarchivs auch
neben der veralteten technischen Ausstattung als mangelhaft
bewertet. Die Sicherheit des Archivgutes kann somit nicht mehr zu
100% gewährleistet werden. Vor diesem Hintergrund erfolgte der
Beschluss zur Einrichtung eines alternativen, zentrumsnahen
Standortes auf dem Gelände der ehemaligen Pestalozzischule. Ein
bedeutendes Element stellt hierbei der im Schulhof zu errichtende
Magazinneubau und seine moderne Ausstattung dar. Die dauerhafte
Erhaltung der Archivbestände ist nicht nur eine kulturelle und
historische Verantwortung, sondern auch ein gesetzlicher Auftrag
(§§5 II, 10 V ArchG NRW). Die fachgerechte Unterbringung des
Kulturgutes, dazu gehört auch die Herstellung optimaler Lager-
bedingungen hinsichtlich Klima, Luft und Licht, der Schutz der
Bestände vor Beschädigungen und Verlusten kann durch die
moderne Lagertechnik gewährleistet werden. Der Einbau einer
modernen Rollregalanlage schafft somit die Voraussetzungen für
eine optimale Verwaltung und dauerhafte Lagerung des Archiv- und
Kulturgutes.
2. Projekt: »KI:tv« - Das neue Medienlabor im Deutschen Museum
Bonn
Projektträger: Deutsches Museum Bonn im
Wissenschaftszentrum
Beantragte Förderung: 500.000 € (jeweils 250.000 € für die Jahre
2023 und 2024)
Das Deutsche Museum Bonn befindet sich zurzeit in einem
fundamentalen Transformierungsprozess zum »Forum für Künstliche
Intelligenz«. Zentrales Strukturmerkmal dieser radikalen Evolution
sind fluide, ständig aktualisierte Erlebnisräume, die stets die Dynamik
der technologischen Entwicklung abbilden und erlebbar machen. Um
möglichst viele Zielgruppen mit seinen Bildungs- und Vermittlungs-
angeboten zu erreichen, darf das Museum seine Kommunikations-
leistung nicht nur auf den begrenzten Raum seines Gebäudes
beschränken. Durch die Nutzung der Kommunikationskanäle des
Internets kann die angestrebte Erhöhung der Reichweite geleistet
werden. Daher ist das Projekt »KI.tv« – Das neue Medienlabor« ein
zentraler Baustein des Transformationskonzepts des »neuen«
Deutschen Museums Bonn.
Seine Zielsetzung:
–> Entwicklung von Angeboten, die Medienkompetenz als
Schlüsselkompetenz für politische Urteils- und Handlungsfähigkeit, als
Aufgabe für Wirtschaft und Gesellschaft und als allgemeines Ziel
demokratischer Bildung am praktischen Beispiel von KI begreifen
–> Durchführung von Konzepten für Bürgerinnen und Bürger, in denen
der Umgang mit verschiedenen Medien erlernt und KI im Kontext von
Überwachung, Datenschutz und Selbstbestimmung diskutiert wird. DieSeite 2 von 5
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Formate tragen Arbeitstitel wie »KI:Kontrovers«, »KI-Sprechstunde«.
3. Projekt: Bearbeitung und Verzeichnung des Fotoarchivs von
Dietmar Schneider aus Köln
Projektträger: Stiftung Rheinisches Archiv für
Künstlernachlässe (RAK)
Beantragte Förderung: 108.000 € (jeweils 54.000 € für die Jahre
2023 und 2024)
Das Rheinische Archiv für Künstlernachlässe (RAK) sammelt und
archiviert dokumentarische Vor- und Nachlässe von bildenden
Künstlerinnen und Künstlern, Fotografen, Architekten, Kunst-
historikern und Kunstsammlern, um sie der Forschung zugänglich zu
machen. Der Sammlungsradius erstreckt sich auf Nordrhein-
Westfalen mit Schwerpunktsetzung auf das Rheinland. Derzeit
werden vom RAK über 140 Vor- und Nachlässe betreut. Das RAK
gehört zu den Gründungsmitgliedern des 2017 gegründeten
Bundesverbandes Künstlernachlässe (BKN). Als Mitglied des
Vorstandes vertritt es die Interessen des Bundesverbandes in NRW.
Das RAK leistet einen wichtigen Beitrag für die Bewahrung des
rheinischen Kulturerbes mit überregionalem Alleinstellungsmerkmal.
Der zunehmende Gebrauch unserer digitalen Gesellschaft von
visuellen Medien setzt sich auch in der Beschäftigung mit
geisteswissenschaftlichen Inhalten fort. In der Kunstwissenschaft
wird neben der Abbildung des Kunstwerkes als eigentlicher
Gegenstand der Forschung auch die Beschäftigung mit dem Künstler
und seinem sozialen Umfeld immer wichtiger. Das Fotoarchiv von
Dietmar Schneider aus Köln mit seinen über 100.000 Personenfotos
ist eine nicht hoch genug einzuschätzende Quelle für die Recherche.
4. Projekt: WESTWIND 2023 – zum 30-jährigen Jubiläum von
Theater Marabu
Projektträger: Verein marabu projekte e.V.
Beantragte Förderung: 35.000 €
Das Theater Marabu ist ein professionelles freies Theater für junges
Publikum mit einer eigenen Spielstätte im Kulturzentrum Brotfabrik.
Mit allen Produktionen ist das Theater zusätzlich auch auf Gastspiel-
tour, es war bereits in 16 Ländern zu Gast, darunter auch wiederholt
in den beiden Partnerstädten der Stadt Bonn: La Paz und Minsk.
2023 feiert Theater Marabu sein 30jähriges Bestehen – aus diesem
Anlass wird es das Festival „WESTWIND – 39. Theatertreffen für
junges Publikum NRW“ ausrichten und die künstlerische Leitung
übernehmen. Es wird ein vielseitiges und hochwertiges Programm
vor Ort in Bonn präsentiert. Schon im Vorfeld des Festivals wird mit
Schulen, Kitas, Jugendinstitutionen und anderen Partnern aus
diesem Bereich zusammengearbeitet. Das hierfür eigens entwickelte
theaterpädagogische Programm dient dazu, Kinder und Jugendliche
für die besonderen Gastspiele zu sensibilisieren, thematisch
vorzubereiten und die Stadtgesellschaft generationsübergreifend in
den Dialog mit den angereisten Theatern zu bringen. Darüber hinaus
wird die Kooperation mit weiteren Kulturinstitutionen in Bonn ausSeite 3 von 5
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dem Bereich Theater und Musik für junges Publikum durch das
Theatertreffen weiter ausgebaut und somit wichtige Impulse für
künstlerische Angebote für junges Publikum in Bonn gegeben.
Über die beantragten Förderungen werden die Gremien des LVR
voraussichtlich Ende 2022 entscheiden.
Bewilligte Anträge für das Jahr 2022
Für das Förderjahr 2022 (ff.) wurden dem LVR durch die Verwaltung der
Bundesstadt Bonn sechs Anträge nach Vorprüfung der Unterlagen
fristgerecht eingereicht (siehe DS-Nr. 210765). Folgende fünf Anträge (in
alphabetischer Reihenfolge der Antragsteller*innen) erhielten daraufhin eine
Förderung:
1. „Klima IX“ (Ausstellung und öffentliche Skulptur der Künstlerin
Lucie Stahl)
Bonner Kunstverein
Beantragt: 20.000 €
Bewilligt: 20.000 €
2. „Wir machen Zukunft! – künstlerisches Forschen.
Mit jungen Menschen auf dem Weg zur Nachhaltigkeit“
Bundesstadt Bonn, Kulturamt
Beantragt: 75.000 € (jeweils 25.000 € für die Jahre 2022, 2023
und 2024)
Bewilligt: 75.000 € (jeweils 25.000 € für die Jahre 2022, 2023 und
2024)
3. „Aktive Erinnerungskultur“
Bundesstadt Bonn, Stadtarchiv und Stadthistorische Bibliothek
Beantragt: 60.000 € (jeweils 30.000 € für die Jahre 2022 und 2023
Bewilligt: 40.000 € (jeweils 20.000 € für die Jahre 2022 und 2023)
4. „Schwarz-Weiß. Deutsche Kolonien und Geschichte der
Afrodeutschen aus weiblicher Perspektive“
Frauenmusem. Kunst, Kultur, Forschung e.V., Bonn
Beantragt: 92.000 € (27.000 € für 2022 und 65.000 € für 2023
Bewilligt: 44.000 € (24.000 € für 2022 und 20.000 € für 2023)
5. „Evarist Adam Weber-Ausstellung“
Museum August Macke Haus gGmbH
Beantragt: 10.000 €
Bewilligt: 10.000 €
Abgelehnte Anträge für das Jahr 2022
Folgender Antrag wurde abgelehnt:
1. „Aufzüge im Deutschen Museum Bonn“
Beantragte Förderung: 100.000 €Seite 4 von 5
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Ablehnungsgründe:
- die Förderzusagen aus Vorjahren laufen sukzessive aus
- der zukünftige und dauerhafte Betrieb des Museums ist nicht
sichergestellt
- es liegt keine finanzielle Beteiligung durch den Vermieter vor
- ausstehende Antragsentscheidungen anderer Fördermittelgeber
Anlage/n
KeineSeite 5 von 5

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Datenstand: 02.11.2026, 18:38 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de