220859-01 ST · Stellungnahme der Verwaltung
Grünflächen insektenfreundlicher gestalten
Kerndaten
- Nummer
- 220859-01 ST
- Art
- Stellungnahme der Verwaltung
- Veröffentlicht
- 06.05.2022
- Letzte Änderung
- 15.09.2026
Beratungsfolge
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Stellungnahme der Verwaltung öffentlich 220859-01 ST Die Oberbürgermeisterin Federführung: 67 Amt für Umwelt und Stadtgrün Dezernat: Dez. III Grünflächen insektenfreundlicher gestalten Beratungsfolge Ausschuss für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger 25.05.2022 Kenntnisnahme Inhalt der Stellungnahme: Im gesamten Stadtgebiet fallen nicht begrünte Baumscheiben auf. Diese werden nicht selten befahren und überlaufen, was an einigen Stellen mit den schmalen Straßenquerschnitten zusammenhängt. Solche Baumscheiben gelten als unbegrünbar, weil sie mit den der Stadt zur Verfügung stehenden Mitteln nicht begrünt werden können. Zum einen muss ein Überlaufen unterbunden, zum anderen eine Bepflanzung massiv gewässert werden, was finanziell und personell nicht leistbar ist. An vielen Standorten kommt hinzu, dass die Wurzeln so oberflächennah sind, dass der Boden nicht gelockert werden und somit auch keine Bepflanzung hergestellt werden kann. Weiterhin ist der Standort sehr trocken, da der Baum das Wasser abhält und ein enormer Wurzeldruck herrscht. Weiterhin kommt an vielen Standorten unmittelbar am Stammfuß nur wenig Licht. Ein Problem, mit dem viele Städte kämpfen und zu dem es noch keine Lösung gibt. Allerdings bieten diese Standorte viel Potenzial. Über eine enge sehr pflegeintensive Betreuung, wie sie über Beetpatenschaften geleistet werden kann, haben bereits zahlreiche engagierte Bonner*innen solche Baumscheiben begrünen können. Aktuell arbeitet die Stadt Bonn daher mit dem Quartiersmanagement Mackeviertel an Möglichkeiten, wie einem YouTube-Video und Anleitbroschüren sowie Artenlisten, um solche Patenschaften zu fördern. Dies soll dann auch auf die anderen Stadtgebiete übertragen werden können. Weiterhin wird aktuell die Grünfläche am Hochstadenring vor dem Mackemuseum als Versuchsfläche bepflanzt. Hier wird eine eigens auf den Extremstandort mit Schatten, Wurzeldruck und Trockenheit zusammengestellte Staudenmischpflanzung angelegt. Ziel ist es, eine insektenfreundliche, attraktive Bepflanzung für Baumstandorte zu entwickeln. Eine solche existiert am Markt bisher noch nicht. Weiterhin laufen an diversen Stellen in der Stadt Versuche mit Einsaaten heimischer Kräuter auf solchen Extremstandorten, wie z.B. in der Heussallee. Saaten haben den Vorteil, dass sich die Keimlinge direkt an den Standort anpassen und ihre Wurzeln bis in tiefere, feuchtere Schichten vorschieben können. So soll eine Saatgutmischung für diese Spezialstandorte entstehen, welche auch in anderen Städten Anwendung finden kann. Bevor die Entwicklung solcher Mischungen nicht abgeschlossen und ein Gelingen zumindest noch nicht gesichert ist, sieht die Stadt Bonn davon ab,Seite 1 von 3 Seite 2 dies flächendeckend umzusetzen. Allerdings hofft die Verwaltung, in wenigen Jahren an diesem Punkt angekommen zu sein. In Bezug auf den Ria-Maternus-Platz verweist die Verwaltung auf die zahlreichen vergangenen Stellungnahmen, wie DS 211934 und 201708. In den letzten drei Jahren wurden im gesamten Stadtgebiet über 3.500 qm insektenfreundliche Staudenmischpflanzungen angelegt. Weitere sind geplant. Bei der Planung wird darauf geachtet, dass die Beete im gesamten Stadtgebiet angelegt werden. Sie sind ein Baustein des naturnahen Stadtgrüns und der entstehenden Trittsteinbiotope, welche die Stadt durchziehen sollen. Ein Teil dieser Flächen wird auch in Parkanlagen angelegt. Allerdings wird hierbei darauf Wert gelegt, dass die Flächen auch weiterhin ihren z.T. historisch geschützten Charakter sowie ihre Funktionen z.B. als Liegewiesen beibehalten. Zu diesem Konzept gehört ebenfalls das Anlegen von Blühwiesen und -streifen. So werden alleine im Bonner Wiesenprogramm 64 ha Wiesen unter artenschutztechnischen Gesichtspunkten gepflegt. Laubmanagement beschäftigt auch die Stadt Bonn. Man kann das Management grob in vier Varianten einteilen, welche mit steigender ökologischer Relevanz auch mit entsprechend höheren Kosten verbunden sind: Herkömmliche Laubbehandlung, laufende ökologische Optimierung, Komplettumstellung auf Elektrobläser, Komplettverzicht auf Bläser. Die Umstellung ist komplex. Daher möchte die Verwaltung an dieser Stelle kurz auf die ökologische Optimierung eingehen, in welcher sich die Stadt Bonn aktuell befindet. Hierbei werden die Geräte auf Elektrobetrieb sukzessive umgestellt, sodass ab einem gewissen Punkt die leistungsstärkeren Benzinbläser nur noch bei besonderen Bedingungen wie Nässe und massivem Laubfall zum Einsatz kommen. Dies ist mit entsprechenden Kosten verbunden. Daher werden aktuell lediglich ausgediente Geräte entsprechend ersetzt. Weiterhin werden die Reinigungszyklen so angepasst, dass der Gebläseeinsatz minimiert wird. Im Rahmen dieses Umbauprozesses werden die Ziele schrittweise umgesetzt. Metallkörbe, welche erfahrungsgemäß auch zur Müllbeseitigung genutzt werden, sind nicht vorgesehen. Der Unterhaltungs- und Reinigungsaufwand stünde nicht im Verhältnis. Bei der Neuanlage und Umgestaltung von städtischen Flächen stellt bereits heute das Anlegen von insekten- und vogelfreundlichen Pflanzungen und Ansaaten den Standard dar. Dieser wird auch in Zukunft beibehalten werden, sodass über die Jahre auch die städtischen Schulhöfe, aber auch Kitas unter dem Gesichtspunkt zur Steigerung und Erhalt der Artenvielfalt vollständig angepasst werden. Beschlussvorschlag: Der Ausschuss nimmt Kenntnis von den inhaltlichen Ausführungen in der Stellungnahme der Verwaltung und erklärt den Bürgerantrag damit für erledigt. Mit diesem Votum ist das in § 24 GO NRW für die formelle Beratung von Bürgeranträgen vorgesehene Verfahren abgeschlossen.Seite 2 von 3 Seite 3 Anlage/n KeineSeite 3 von 3
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