220840 · Beschlussvorlage
Fortschreibung des Nahverkehrsplans – Maßnahmen zum Fahrplanwechsel im Dezember 2022
Kerndaten
- Nummer
- 220840
- Art
- Beschlussvorlage
- Veröffentlicht
- 17.05.2022
- Letzte Änderung
- 15.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Hauptausschusses Empfehlung
- Sitzung des Rates Entscheidung federführend
- Sitzung der Bezirksvertretung Bonn Anhörung
- Sitzung des Ausschusses für Finanzen, Beteiligungen und Vergabe Empfehlung
- Sitzung der Bezirksvertretung Hardtberg Anhörung
- Sitzung der Bezirksvertretung Bad Godesberg Anhörung
- Sitzung der Bezirksvertretung Beuel Anhörung
- Sitzung des Ausschusses für Mobilität und Verkehr Empfehlung
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Beschlussvorlage öffentlich 220840 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 61 Stadtplanungsamt Dezernat: Dez. III Fortschreibung des Nahverkehrsplans – Maßnahmen zum Fahrplanwechsel im Dezember 2022 Beratungsfolge Rat 09.06.2022 Entscheidung Ausschuss für Mobilität und Verkehr 25.05.2022 Empfehlung Bezirksvertretung Bad Godesberg 08.06.2022 Anhörung Bezirksvertretung Beuel 01.06.2022 Anhörung Bezirksvertretung Hardtberg 31.05.2022 Anhörung Bezirksvertretung Bonn 07.06.2022 Anhörung Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Vergabe 18.05.2022 Empfehlung Hauptausschuss 31.05.2022 Empfehlung Begründung der Dringlichkeit: Damit die Verkehrsunternehmen die Maßnahmen zum Fahrplanwechsel im Dezember 2022 umsetzen können, ist eine Beschlussfassung vor der Sommerpause zwingend erforderlich. Aufgrund der Komplexität der Thematik und der darin begründeten schwierigen Abwägung konnte die verwaltungsinterne Abstimmung nicht fristgerecht abgeschlossen werden. Beschlussvorschlag 1. Der Aufnahme der ehemaligen Lead City Maßnahmen (Details siehe Begründung) in den Nahverkehrsplan der Stadt Bonn zum Fahrplanwechsel im Dezember 2022 wird zugestimmt: a) Samstag Taktverdichtung aller Hauptlinien (61,62,63,66,600-614) von ca. 09:30 Uhr bis 20:30 Uhr auf 10/20-Minuten Grundtakt b) Taktverdichtung aller Hauptlinien (61,62,63,66,600-614) an Sonntagen ab 09:30 Uhr c) Taktverdichtung und Angebotsausweitung auf den Regionalbuslinien SB55, 550, 551, 552 und 540/640 d) Taktverdichtung und Angebotsausweitung auf den Regionalbuslinien 537, 817, 845, 855, 856 und 857 e) Fortführung der Linie 632 als Tangentialverbindung Venusberg- Poppelsdorf-Endenich-Nordstadt-BeuelSeite 1 von 33 Seite 2 f) 10/20-Minuten-Takt der Hauptlinien montags bis freitags bis ca. 20:30 Uhr 2. Der vorgeschlagenen veränderten Linienführung der Buslinien 631, 632 und 636 sowie der neu einzuführenden Linie 633 wird zugestimmt a) In Abstimmung mit dem RSK erhält die bisherige Linie 633 zwischen Duisdorf Bf. und Sechtem Bf. eine neue Liniennummer b) Weiterführung der Buslinie 632 zur neuen Endhaltestelle Endenich Nord Bf., dort Übergang in die neue Buslinie 633 Richtung Beuel c) Ergänzung des Linienweges der neuen Buslinie 633 (ehemals Teilabschnitt der Linie 632) zwischen Beuel Bahnhof und Ramersdorf auf dem heutigen Linienweg der Linie 636. Die Linie 636 endet dann in Ramersdorf. d) Tausch der Linienäste Buslinien 631 und 632 Im Bereich Nußallee 3. Der vorgeschlagenen veränderten Linienführung der Buslinie 634 wird unter Beibehaltung des heutigen Fahrtenangebotes zugestimmt. 4. Den zwei zusätzlichen Fahrten (DS 211412) auf den Buslinien 606 und 607 Samstag- und Sonntagmorgen zwischen Bonn Hbf und Klinikum Hardtberg wird nicht zugestimmt 5. Der verlängerten Linienführung der ersten Fahrt der Buslinie 600 an Sonn- und Feiertagen bis zur Haltestelle Uniklinikum Süd wird zugestimmt Begründung Präambel: Die Stadtverwaltung arbeitet mit Hochdruck daran, die politisch beschlossenen Klimaschutzziele auf allen Ebenen zu erreichen. Dabei ist der Verkehrssektor ein entscheidendes Handlungsfeld und die Stärkung des ÖPNV ein äußerst bedeutsames Element als Beitrag zur Zielerreichung. Zum einen sind dazu mittel- u. langfristige städtische Maßnahmen des Infrastrukturausbaus (Stadtbahnausbau Westbahn, Buschdorf, Seilbahn, ZOB) neben den regionalen Infrastrukturprojekten wichtig. Zum anderen sind aber auch Maßnahmen der Qualitätssicherung und die Ausweitung des Angebots bedeutend. Neben einzelnen Anpassungen mit Angebotsmaßnahmen im Nahverkehrsplan in den letzten Jahren gehört dazu der Beschluss zur Taktverdichtung im Stadtbahnnetz, wodurch nach Beschaffung von 22 zusätzlichen Fahrzeugen ein flächendeckender 5-Minutentakt im Bonner Schienennetz in naher Zukunft erreicht wird. Mit den sog. „Lead-City-Maßnahmen“ konnte die Stadt Bonn unter Einsatz von jährlich ca. 8,9 Mio. Euro Taktverdichtungen im Bus- u. Bahnnetz testen und evaluieren. Der Bund hat sich nach 2,5 Jahren aus der FörderungSeite 2 von 33 Seite 3 zurückgezogen. Seit Mitte 2021 werden diese Zusatzleistungen mit Eigenmitteln der Stadt fortgeführt. Zu Beschlusspunkt 1: Aufnahme ehemaliger Lead-City Angebotsmaßnahmen in den Nahverkehrsplan a Beschreibung der ehemaligen Lead-City Angebotsmaßnahmen Die anhaltende Überschreitung der Luftgrenzwerte für Stickstoffdioxid (NOx) führte dazu, dass die Stadt Bonn als eine von fünf Städten zur Modellstadt für größere Maßnahmen in Bezug auf die Luftreinhaltung vom Bund ausgewählt wurde. Zum 31.12.2020 ist die 95prozentrige Förderung des Bundes für die Tarifangebote ausgelaufen, zum 30.06.2021 endete zudem die 95prozentrige Förderung für die Angebotsmaßnahmen, sodass eine Überführung der Angebote in den Nahverkehrsplan der Bundesstadt Bonn zum Fahrplanwechsel Ende 2022 nun zwingend beschlossen werden muss. Im Rahmen der Lead City Maßnahmen wurden diverse Angebote und Taktverdichtungen auf Linien innerhalb des Bonner Stadtgebiets, aber auch auf den einbrechenden Linien aus dem Rhein-Sieg-Kreis eingeführt. Die Lead City Maßnahmen stellten dabei eine der umfangreichsten Verbesserungen des städtischen ÖPNV-Angebotes in den letzten Jahren dar. Mit Beschluss des Bonner Stadtrates vom 28.06.2021 wurde der zunächst auf ein Jahr befristeten Fortführung der ehemaligen Lead City Maßnahmen zum Fahrplanwechsel im Dezember 2021 zugestimmt. Im Einzelnen handelte es sich um folgende Maßnahmen: Samstag Taktverdichtung aller Hauptlinien von ca. 09:30 Uhr bis 20:30 Uhr auf 10/20-Minuten Grundtakt Durch die Taktverdichtung der innerstädtischen Hauptlinien und der grenzüberschreitenden Stadtbahnlinie 66 an Samstagen wurde dem höheren Verkehrsbedarf während der Geschäftsöffnungszeiten Rechnung getragen und Kapazitäten für Fahrgastzuwächse geschaffen. Mit der Taktverdichtung erfolgte gleichzeitig eine Harmonisierung mit der Nahverkehrsplanung des Nahverkehrs Rheinland (NVR) für den SPNV. Das S- Bahn-Netz (außer S23) wurde bereits zum Fahrplanwechsel im Dezember 2017 samstags in denselben Zeiträumen von 30- auf 20-Minuten-Grundtakt umgestellt, das Netz der Kölner Verkehrsbetrieb AG im Dezember 2020. Da zudem im Raum Troisdorf/Siegburg ab Dezember 2022 eine entsprechende Grundtaktumstellung aller Hauptlinien des Busnetzes der RSVG geplant ist, ist die Beibehaltung der Taktverdichtung in Bonn ein wesentlicher Bestandteil eines attraktiven und aufeinander abgestimmten Nahverkehrs im Gebiet des NVR. Daher ist die aktuelle Beibehaltung des 10/20-Minuten-Takts auf den Bonner Hauptlinien ein wichtiger Bestandteil einer attraktiven Umsteigemöglichkeit für die Fahrgäste. Auf den einzelnen Hauptlinien ergeben sich an Samstagen folgende Taktverdichtungen:Seite 3 von 33 Seite 4 Linien Abschnitt Zeitraum Takt vor Lead City Takt mit Lead City 61, 62 komplett Samstag 09:30 – 20:30 15‘ 10‘ 63 Tannenbusch – Bad Godesberg Samstag 09:30 – 20:30 30‘ (zusammen mit Linie 16: 15‘) 10‘/20‘ (zusammen mit Linie 16: 10‘) 66 Siegburg - Ramersdorf Samstag 09:30 – 20:30 15‘ 10‘ 66 Ramersdorf – Bad Honnef Samstag 09:30 – 20:30 30‘ 20‘ 600 - 614 komplett Samstag 09:30 – 20:30 30‘ 20‘ Taktverdichtung aller Hauptlinien an Sonntagen ab 09:30 Uhr Durch die Taktverdichtung der innerstädtischen Hauptlinien und der grenzüberschreitenden Stadtbahnlinie 66 an Sonntagvormittagen wurde dem höheren Verkehrsbedarf im Freizeitverkehr Rechnung getragen und bessere Verknüpfungen in Zeiträumen mit vormals nur Stundentakt geschaffen. Auf den einzelnen Hauptlinien ergeben sich an Sonntagen folgende Taktverdichtungen: Linien Abschnitt Zeitraum Takt vor Lead City Takt mit Lead City 61 Hbf - Dottendorf Sonntag 09:30 – 11:30 Kein Verkehr 30‘ 61 Hbf - Auerberg Sonntag 09:30 – 11:30 30‘ 15‘ 63 Tannenbusch – Bad Godesberg Sonntag 09:30 – 11:30 60‘ (zusammen mit Linie 16: 30‘) 15‘/15‘/30‘ (zusammen mit Linie 16: 15‘) 66 Siegburg - Ramersdorf Sonntag 09:30 – 11:30 30‘ 15‘ 600 - 614 komplett Sonntag 09:30 – 11:30 60‘ 30‘ Außerhalb der Lead City Angebotsmaßnahmen wurde ein Beschluss gefasst, die Taktfrequenz auf der Linie 62 an Sonntagen zwischen Beuel Bahnhof und Ramersdorf auf einen 15-Minuten Takt umzustellen. Taktverdichtung und Angebotsausweitung auf den Regionalbuslinien SB55, 550, 551, 552 und 540/640 Zum Fahrplanwechsel im August 2019 wurden die „rechtsrheinischen“ Regionalbuslinien an den Bedarf aus den umliegenden Gemeinden angepasst. Dadurch wurden die größeren Ortslagen abseits der Stadtbahnlinie 66 besser an die Bonner Innenstadt angebunden. Auf allen Linien gab es vor dem Fahrplanwechsel teilweise erhebliche Kapazitätsengpässen und gleichzeitig Bedienungsdefizite. Beides stand einem höheren ÖPNV-Anteil am Modal Split im Wege. Die Weiterentwicklung der Regionalbuslinien hatte vor allem die Gewinnung neuer Fahrgäste und die Erhöhung der Kapazitäten aus dem Raum Niederkassel, Troisdorf und Sankt Augustin-Menden in der Anbindung Richtung Bonn zum Ziel, in denen vor dem Fahrplanwechsel erhebliche ungenutzte Fahrgastpotenziale vermutet wurden.Seite 4 von 33 Seite 5 Im Gegensatz zu der Taktverdichtung auf den Bonner Hauptlinien gab es auf den grenzüberschreitenden Linien zwischen Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis erhebliche Leistungsausweitungen in den Hauptverkehrszeiten, so dass die Teilmaßnahme für eine nachhaltige Verkehrsverlagerung im Berufs- und Ausbildungsverkehr elementar ist. Vorteile des Konzepts im Überblick: direkte Anbindung von Niederkassel an die Schul- und Arbeitsplatzschwerpunkte im Bonner Norden direktere und beschleunigte Anbindung der Achse Troisdorf-Bergheim – Eschmar – Rotter See an Beuel und die Bonner Innenstadt im attraktiven 20-Minuten-Takt beschleunigte Anbindung Niederkassels an Bonn (entweder über Nordbrücke oder L16) bessere Netzeinbindung der Arbeitsplatz- und Schulschwerpunkte im Bonner Norden und Vermeidung von Umweg Fahrten über die Bonner City Grundangebot im 20-Minuten-Takt auf allen Linien (außer 552, in HVZ bedarfsweise Taktverdichtungen auf 10 Minuten) Kapazitätsausbau und attraktiver 10-Minuten-Takt der Linien 540/640 zwischen Bonn und Sankt-Augustin-Menden Langfristig Kapazitätsausbau durch Gelenkbuseinsatz auf der Linie 550 Im Detail wurde auf den Linien SB55, 550, 551 und 640 folgendes Grundangebot eingeführt: Tag Zeitraum Takt Montag bis Freitag ca. 05:00 – 06:30 ca. 06:30 – 20:30 ca. 20:30 – 24:00 alle 30 Minuten alle 20 Minuten alle 30 Minuten Samstag ca. 05:30 – 09:30 ca. 09:30 – 20:30 ca. 20:30 – 24:00 alle 30 Minuten alle 20 Minuten alle 30 Minuten Sonn- und Feiertag ca. 06:30 – 09:30 ca. 09:30 – 24:00 alle 60 Minuten alle 30 Minuten Montag bis Freitag sind darüber hinaus der stärkeren Nachfrage entsprechend auf den Linien SB55 und 550 in Hauptlastrichtung jeweils folgende Taktverdichtungen eingeführt worden (betrieblich notwendige Fahrten der Gegenrichtung wurden ebenfalls in den Fahrplan aufgenommen): Linie Zeitraum Taktverdichtung auf SB 55 Mo - Fr ca. 07:00 – 09:00 Mo – Fr ca. 13:00 – 18:00 10-Min.-Takt in Fahrtrichtung Bonn 10-Min.-Takt in Fahrtrichtung Lülsdorf 550 Mo - Fr an Schultagen ca. 07:00 – 08:30 10-Min.-Takt in Fahrtrichtung Bonn Auf der neuen Linie 540 wurde folgendes Grundangebot eingeführt: Tag Zeitraum Takt Montag bis Freitag ca. 06:30 – 20:30 alle 20 Minuten (Ergänzung mit der 640 zum 10-Minuten-Takt)Seite 5 von 33 Seite 6 Samstag ca. 09:30 – 20:30 alle 20 Minuten (Ergänzung mit der 640 zum 10-Minuten-Takt) Sonn- und Feiertag kein Betrieb - Für die neue Berufs- und Schülerverkehrslinie 552 ist folgendes Angebot eingeführt worden: Tag Zeitraum Takt Montag bis Freitag ca. 06:30 –09:00 und 12:30 - 18:30 alle 30 Minuten in Hauptlastrichtung (betrieblich notwendige Fahrten der Gegenrichtung werden ebenfalls in den Fahrplan aufgenommen) Die Fortführung der Angebotsverbesserungen auf den Regionalbuslinien wurde im Rhein-Sieg-Kreis bereits dauerhaft beschlossen. Taktverdichtung und Angebotsausweitung auf den Regionalbuslinien 537, 817, 845, 855, 856 und 857 Zum Fahrplanwechsel im August 2019 wurde das Angebot der Regionalbuslinien in den linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis ebenfalls erheblich verbessert. Vorher fuhren die Linien außerhalb der Hauptverkehrszeit meist nur stündlich, sonntags teilweise nur alle zwei Stunden oder überhaupt nicht. Neu sind nun einheitliche Mindeststandards montags bis samstags alle 30 Minuten sowie sonntags und abends alle 60 Minuten, dazu kommen weitere Taktverdichtungen in den Hauptverkehrszeiten. Mit der Einführung der Linie 817 ist zwischen Bornheim Mitte und Roisdorf sowie Tannenbusch außerdem eine neue Direktverbindung entstanden, um die Berufs- und Ausbildungsverkehre zwischen Bornheim und dem Bonner Norden aufzunehmen. Vorteile der neuen Verbindung Linie 817: Direktverbindung der Zentren Bornheim und Tannenbusch direkte Anbindung von Tannenbusch an den Roisdorfer Bahnhof direkte Verbindung aus weiten Teilen Bornheims zu den Ausbildungsschwerpunkten in Tannenbusch später Anbindung des geplanten Gewerbegebiets „Alfter Nord“ Zwischen Roisdorf und Tannenbusch soll in den nächsten Jahren das neue Gewerbegebiet „Alfter Nord“ entstehen, das zusätzliche Fahrgastpotenziale generieren wird und den Bestand der neuen Verbindung über den Projektzeitraum hinaus ermöglichen soll. In diesem Zusammenhang wird die Linienführung anzupassen sein und nach ersten Evaluierungen der Fahrgastnachfrage sollen auch weitere Verbesserungen für den Korridor Bornheim – Bonner Westen unter Einbindung des heute unzureichend erschlossenen Gewerbegebiets Bonn West entwickelt und vorgeschlagen werden. Auf den einzelnen Linien ergeben sich folgende Taktverdichtungen: Linie Abschnitt Zeitraum Takt vor Lead City Takt mit Lead City 537 Komplett Samstag 09:30 – 20:30 60‘ 30‘Seite 6 von 33 Seite 7 817 (Rheinbach -) Bornheim- Roisdorf – BN- Tannenbusch Mo – Fr 05:30 – 20:30 Sa - So 08:30 – 20:30 in Bonn kein Betrieb in Bonn kein Betrieb 30‘ 60‘ 845 Komplett Mo – Fr 05:30 – 20:30 Samstag 09:30 – 20:30 Sonntag 07:00 – 24:00 60‘ mit zus. Einzelfahrten 60‘ 120‘ 30‘ 30‘ 60‘ 855 Komplett Mo – Fr 09:00 – 13:00 Mo – Fr 18:30 – 20:30 Samstag 09:30 – 20:30 Sonntag 07:00 – 24:00 60‘ 60‘ 60‘ 120‘ nur ca. 10:00 – 22:00 30‘ 30‘ 30‘ 60‘ 856 Komplett Mo – Fr 05:30 – 14:00 Mo – Fr 18:00 – 20:30 Mo – Sa 20:30 – 24:00 Samstag 09:30 – 20:30 Sonntag 07:00 – 24:00 60‘ mit zus. Einzelfahrten in der HVZ 60‘ Kein Betrieb 60‘ nur bis 14:00, danach kein Betrieb Kein Betrieb 30‘ 30‘ 60‘ 30‘ 60‘ 857 Komplett Mo – Fr 05:30 –08:30 Mo – Fr 08:30 – 13:00 Mo – Fr 15:00 – 18:30 Mo – Fr 18:30 – 20:30 Samstag 09:30 – 20:30 Sonntag 07:00 – 24:00 30‘ 60‘ 30‘ 60‘ 60‘ 120‘ nur ca. 10:00 – 22:00 15‘ 30‘ 15‘ 30‘ 30‘ 60‘ Auch die Fortführung dieser Teilmaßnahme wurde im Rhein-Sieg-Kreis bereits beschlossen. Fortführung der Linie 632 als Tangentialverbindung Venusberg- Poppelsdorf-Endenich-Nordstadt-Beuel Um eine Direktverbindung zwischen Venusberg und Beuel zu schaffen und die Innenstadtlinien zu entlasten, hat zum Fahrplanwechsel im Dezember 2018 die Linie 632 ihren Betrieb aufgenommen. Die Linie 632 erfüllt dabei die folgenden Funktionen: - neue Direktverbindung Venusberg – Endenich - neue Direktverbindung Endenich – Nordstadt mit Schließung der vormals vorhandenen Netzlücken im Bonner Norden und Direktverbindung Am Vogelsang/Westside an die Schulstandorte im Bereich Chlodwigplatz - regelmäßige Direktverbindung Nordstadt – Beuel Bahnhof - Vermeidung von Umweg Fahrten über den Hbf und dadurch Entlastung der auf den Hbf ausgerichteten hochfrequentierten Durchmesserlinien - Ergänzung der Linie 631 zwischen Poppelsdorf und Endenich zu einem angenäherten 15-Minuten-Takt. Hier wird in Abstimmung zwischen Bonn, RSK und SWB eine Anpassung des Linienweges und des Angebots vorgeschlagen. Die Details folgen unter Beschlusspunkt 2 10/20-Minuten-Takt der Hauptlinien montags bis freitags bis ca. 20:30 Uhr Um auf die längeren Ladenöffnungszeiten und auf die verstärkte Nachfrage inSeite 7 von 33 Seite 8 den Abendstunden zu reagieren wurde zum Fahrplanwechsel im Dezember 2018 die Verlängerung des 10/20-Minuten-Grundtakt der Hauptlinien Montag bis Freitag bis ca. 20:30 Uhr statt 19:30 Uhr (danach wie bisher 15/30-Minuten- Takt) eingeführt. Auch wenn aufgrund der aktuellen Corona Pandemie die Fahrgastzahlen zurückgegangen sind, zeigen Erhebungen aus Juni 2021 einen leichten Anstieg der Fahrgastzahlen im Vergleich zu den Zählungen im November 2020. Daher wird die Attraktivität des Bonner ÖPNV auch weiterhin einen wesentlichen Bestandteil zum Erreichen der Klimaziele darstellen. Ziel sollte es somit auch weiterhin sein, über ein attraktives ÖPNV-Angebot die Bevölkerung zum Umstieg zu bewegen und somit einen Beitrag zur notwendigen Verkehrswende zu leisten. Damit die Verkehrsunternehmen die Maßnahmen zum Fahrplanwechsel im Dezember 2022 umsetzen können, ist eine Beschlussfassung vor der Sommerpause zwingend erforderlich. Evaluation der Angebotsmaßnahmen aus dem Förderprojekt Da es sich nur um eine befristete Fortführung der Maßnahmen handelt muss bis zur Sommerpause 2022 eine politische Entscheidung über die mögliche Fortführung der Angebotsverbesserungen ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2022 getroffen werden. Diese Entscheidung soll, gemäß dem politischen Beschluss, auf Grundlage der Evaluationsergebnisse erfolgen. Daher ist 61-3 an die SWB Bus und Bahn herangetreten, um eine Realisierung einer Evaluation Anfang 2022 zu besprechen. Aufgrund der pandemischen Lage war nach wie vor keine Evaluation in Form von Fahrgastzählungen möglich, die ein realistisches und auswertbares Ergebnis ergibt. Zwar haben sich die Fahrgastzahlen wieder gegenüber den Lockdown-Phasen im vergangenen Jahr erhöht, jedoch noch nicht die Vor- Corona Werte erreicht. Um dem Rat in seiner Sitzung am 06.06.2022 entsprechende Ergebnisse vorlegen zu können, hätte eine kleine Querschnittserhebung, die in der Regel vier Wochen dauert, vor den Osterferien stattfinden müssen. Allerdings sind ab Anfang Februar Semesterferien und somit keine Studenten unterwegs. Darüber hinaus wurden in der Vergangenheit häufig studentische Aushilfen für die Erhebung eingestellt. Während den Semesterferien ist dies allerdings nicht möglich. Der Zeitraum ab Ende der Osterferien (Mitte April) ist für Zählung und Auswertung zu knapp, um hier noch Ergebnisse für eine politische Entscheidung zu erzielen. Bedingt durch Corona war es den Stadtwerken kurzfristig nicht möglich ausreichend Aushilfspersonal für eine vollumfängliche Fahrgasterhebung zu finden. Daher müssen für die Entscheidungsfindung die vorliegenden Evaluationsergebnisse aus dem Herbst 2019, Herbst 2020 und Frühjahr 2021 verwendet werden. Auch die Ergebnisse der Haushaltsbefragungen 2019 und 2021 können zugrunde gelegt werden. Über die Ergebnisse der durchgeführten Evaluation hat die Verwaltung in einer gesonderten Mitteilungsvorlage (siehe DS 220405) berichtet.Seite 8 von 33 Seite 9 b. Erforderlichkeit der Aufnahme in die Fortschreibung des Nahverkehrsplan Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2022 laufen die oben beschriebenen Angebotsmaßnahmen aus. Ohne eine entsprechende Beschlussfassung zur Aufnahme von Maßnahmen aus dem ehemaligen Förderprojekt Lead-City werden diese Angebotsmaßnahmen nicht fortgeführt. Somit ist für eine Fortführung der einzelnen Angebotsmaßnahmen eine Beschlussfassung noch vor der Sommerpause zwingend erforderlich. c. Fortführung der Angebotsmaßnahmen Das Förderprogramm Lead City hat gezeigt, dass durch die gezielte Ausweitung des ÖPNV-Angebots vor allem für Gelegenheitskunden Autofahrten eingespart werden konnten. Auch die Bestandskunden profitieren von den Angebotsverbesserungen, da so das Angebot in Bonn und dem Umland weiter verbessert werden konnte. Daher ist, in Abstimmung zwischen Stadtplanungsamt und Stadtwerke Bonn Verkehrs-GmbH, die dauerhafte Fortführung der Angebotsverbesserungen anzustreben. d. Verknüpfung mit dem Rhein-Sieg-Kreis Bereits am 23.06.2020 hat der Kreistag des Rhein-Sieg-Kreises die unbefristete Fortführung aller im Rahmen von Lead City eingeführten Fahrplangebote beschlossen und unter anderem den folgenden Beschluss gefasst: Die Lead City-Angebotsmaßnahmen auf den Linien 551, 640, 817, 845 und 855 werden ab Dezember 2020 unverändert in das ÖPNV-Regelangebot aufgenommen. Die Lead City-Angebotsmaßnahmen auf den Linien SB55, 537, 856 und 857 werden mit [zwischenzeitlich umgesetzten] Modifizierungen ab Dezember 2020 in das ÖPNV-Regelangebot aufgenommen. Die Lead City-Angebotsmaßnahmen auf den Linien 66, 520 und 604 werden ab Dezember 2020 in das ÖPNV-Regelangebot aufgenommen. Sofern die Stadt Bonn eine Ausdünnung am Wochenende vor 11:30 Uhr beschließen sollte, wird auf diesen Linien im Rhein-Sieg-Kreis ebenso verfahren. Die Lead City-Angebotsmaßnahmen auf den Linien 517, 540, 550 und 552 werden ab Dezember 2020 unverändert in das ÖPNV-Regelangebot übernommen. Nach Ende der Corona-bedingten Einschränken werden sie erneut evaluiert, um auf dieser Grundlage Optimierungsmöglichkeiten zu prüfen und vorzulegen. Zu Beschlusspunkt 2: Veränderte Linienführung 631,632, 633 (neue Liniennummer) und 636 a) Tausch der Liniennummern der heutigen Linie 633 mit einer neuen RVK Nummer Für die nachfolgenden Änderungen wurde mit dem RSK vereinbart, dass die heutige Buslinie 633 zum Fahrplanwechsel 2022 eine neue Liniennummer bekommt (voraussichtlich 842) und die SWB Bus und Bahn die LiniennummerSeite 9 von 33 Seite 10 633 übernimmt. b) Die Linie 632 wird zu der Haltestelle „Endenich Nord Bf.“ verlängert. Da die heutige Linie 633 im kommenden Jahr an die RVK fällt, kann die Liniennummer zum Fahrplanwechsel freigegeben werden. Zukünftig verkehrt dann eine neue Linie 633 zwischen Ramersdorf und Endenich-Nord sowie die Buslinie 632 zwischen Endenich Nord und Universitätsklinikum Vorgesehener Linienverlauf Linie 632 (Siehe Lageplan im Anhang): Zwischen „Uniklinikum Süd“ und „Clemens-August-Platz“ o Unveränderte Linienführung identisch der heutigen Linie 632. Zwischen „Clemens-August-Platz“ und „Brahmsstraße“ o Linienführung über den Linienweg der heutigen Linie 631. Anfahrt der Haltestelle „Poppelsdorfer Platz“ B, weiter geradeaus über die Clemens-August-Straße zur Haltestelle „Am Botanischen Garten“, links in die Nußallee zur Haltestelle „Nußallee“, links auf die Endenicher Allee zu den Haltestellen „Kaufmannstraße“ und „Max- Bruch-Straße“, rechts in die Alfred-Bucherer-Straße zur Haltestelle „Brahmsstraße“. Zwischen „Brahmsstraße“ und „Am Propsthof“ o Unveränderte Linienführung identisch der heutigen Linie 632. Zwischen „Am Propsthof“ und „Endenich-Nord-Bf.“ o Ab der Haltestelle „Am Propsthof“ Weiterfahrt Auf dem Hügel geradeaus, zu den Haltestellen „Verweyenstraße“ und „Endenich- Nord-Bf.“, dort endet die Linie. Zwischen „Endenich-Nord-Bf.“ und „Am Propsthof“ o Ab der Haltestelle „Endenich-Nord-Bf.“ rechts in die Siemensstraße zu den Haltestellen „Gerhard-Hauptmann-Straße“, „Kolpingstraße“ und „Vaclav-Havel-Platz“, rechts am Propsthof zu den Haltestellen „Am Dickobskreuz“, „Gerhard-Domagk-Straße“ und „Simone-Veil- Straße“ (neu), links Auf dem Hügel zur Haltestelle „Am Propsthof“. Der weitere Linienweg wird analog der Beschreibung, in Gegenrichtung durchgeführt. Vorgesehener Linienverlauf Linie 633 (Siehe Lageplan im Anhang): "Ramersdorf“ und „Königswinterer Straße“ o Identisch der heutigen Linie 636 mit unveränderter Linienführung. „Königswinterer Straße“ und „Beueler Bahnhofsplatz“ o Abbiegen nach rechts in die Friedrich-Breuer-Straße „Beueler Bahnhofsplatz“ und „Gerhardt-Domagk-Straße“ o Identisch der heutigen Linie 632 mit unveränderter Linienführung. „Gerhardt-Domagk-Straße“ und „Endenich Nord Bf.“ o Ab der Haltestelle „Gerhardt-Domagk-Straße“, Weiterfahrt auf der Straße Am Propsthof zur neuen Haltestelle „Simone-Veil-Straße“, an der Kreuzung Auf dem Hügel rechts zur Haltestelle „Verweyenstraße“ und zur Pausen- Endhaltestelle „Endenich Nord Bf“. Ab der Haltestelle „Endenich-Nord-Bf.“ rechts in die Siemensstraße zu den Haltestellen „Gerhard-Hauptmann-Straße“, „Kolpingstraße“ und „Vaclav- Havel-Platz“, links am Propsthof zur Haltestelle „Propsthof Nord“Seite 10 von 33 Seite 11 (Stadtbahn). o Der weitere Linienweg wird analog der Beschreibung, in Gegenrichtung durchgeführt. Vorteile: Gute Direktverbindung der Neubaugebiete WestSide/Am Vogelsang zu den Ortsteilen Endenich, Poppelsdorf, Venusberg und dem Uniklinikum auf dem Venusberg. Verknüpfung wichtiger Universitätseinrichtungen und Bereiche wie Uniklinikum, Venusberg, Campus Poppelsdorf und Nußallee untereinander. Entlastungsmöglichkeiten für die stark nachgefragte Linie 601 zum Uniklinikum, da die Linie 632 den Campus Poppelsdorf anbindet und ebenfalls die Haltestelle „Am Botanischen Garten“ bedient. Aufwertung des DB Halt Endenich Nord, mit neuen zusätzlichen Anschlussbeziehungen auch an das Universitätsklinikum auf dem Venusberg. Erweiterte Anschlussbeziehung an die bestehenden Buslinien 610 und 611. Verbesserte Fahrplanstabilität durch Kürzung des Linienweges. Umsetzung des politischen Beschluss DS 220157 durch die Einrichtung der Haltestelle „Simone-Veil-Straße“, allerdings nur in eine Richtung. Neue Direktverbindung der Neubaugebiete WestSide/Am Vogelsang, an die Bonner Nord- und Innenstadt, sowie Beuel bis nach Ramersdorf. Anbindung der Bereichs WestSide/Am Vogelsang an die Stadtbahnlinien 16 und 63 über die Haltestelle „Propsthof Nord“. Aufwertung des DB Halt Endenich Nord, mit neuen zusätzlichen Anschlussbeziehungen. Erweiterte Anschlussbeziehung der Buslinien 610, 611, 632 und 633. Kilometerneutrale Einrichtung der Linie durch Fahrzeugeinsparungen auf den Linien 632 und 636 möglich nur im Rahmen der hier vorgestellten Planung. o Um das Buskonzept einheitlich zu gestalten, soll die Buslinie 633 zukünftig an Samstagen in einem 30 Minuten Takt verkehren. Dadurch entstehen Kosten in Höhe von 70.000 €/a Notwendige Maßnahmen und Hinweise: Unbefristete Übernahme der Linie 632 in das Regelangebot der SWB Bus und Bahn, zur sicheren Weiterentwicklung der mit dieser Planung verbundenen Vorteile. Ausbau der alten Busbucht Auf dem Hügel zur Pausen- und Einstiegshaltestelle „Endenich Nord Bf“. Der so entstehende neue Haltepunkt sollte zum barrierefreien Ausbau vorgesehen werden. Eine Wegnahme der Busbucht zum Ausbau als Haltestelle im Seitenbereich, sollte im Gegensatz üblicher Verfahrensweisen hier nicht angewendet werden, um unnötige Behinderungen des MIV während der Pausenzeiten zu vermeiden. Tausch der bestehenden Liniennummer 633 mit einer neuen RVK Liniennummer (was für Ende 2023 ohnehin vorgesehen ist, d.h. nur zeitlich vorgezogen wird), der RSK hat diesem schon zugestimmt Alle zur Linie 632 aufgeführten Maßnahmen werden uneingeschränkt auchSeite 11 von 33 Seite 12 durch die Linie 633 genutzt. Weitere zusätzliche Maßnahmen zum hier beschriebenen Betrieb der neuen Linie 633 sind zu dieser Planung nicht notwendig. Weitere Entwicklungsmöglichkeiten in der Zukunft: Linie 632: o Angebotsausweitung auf den Bereich Innovationsdreieck/Alter Schlachthof. Durch eine spätere Linienweganpassung über die Karlstraße wird für die Anbindung des dort neu entstehenden Bereichs an den ÖPNV direkt möglich werden. Zusätzlich wird die Haltestelle „Chemische Institute“ in die hier vorgesehene Verbindung der Universitätseinrichtungen eingebunden und in beide Richtungen in den Tagbetrieb übernommen. Diese Maßnahme führt im Gegensatz zu der vorherigen aufgeführten Planung aufgrund des Fahrzeugmehrbedarfes zu höheren Kosten. Deshalb wird diese Maßnahme als zukunftsorientierte Weiterentwicklung der Linie zu einem späteren Zeitpunkt zur Beratung in die Gremien eingebracht. Linie 633: o Bei einer möglichen Verlegung der Haltestelle „Beuel Bf“ auf die Ostseite des Bahnhofs, wie derzeit im Rahmen der Planungen zur Quartiersentwicklung Beuel Ost vorgesehen, könnte die neue Haltestellenlage durch die hier entwickelte Planung der Linie 633 unkompliziert und frühzeitig einbezogen werden. o Zur zukünftigen Entlastung des Bereiches Friedrich-Breuer-Straße, könnte die Linie 633 über die Königswinterer Straße weitergeführt werden, dabei wäre die Einrichtung einer Haltestelle vor der Kreuzung B56, im Bereich des heutigen Jugendamtes zu prüfen. o Weiter könnte die Linie dann über die Kreuzung hinweg, zu der zur Einrichtung vorgesehenen Haltestelle „Am Köppekreuz“ führen und z.B. auch den Bereich Vilich anbinden. Bei der anschließenden Wendefahrt in Richtung Endenich, würde das große Neubaugebiet Bonava Stadttor Bonn-Beuel mit einem zusätzlichen Nahverkehrsangebot in Richtung Bonn Zentrum versehen, das würde wiederum die Linien 540 und 640 weiter entlasten. o Diese Maßnahme führt im Gegensatz zu der vorherigen aufgeführten Planung aufgrund des Fahrzeugmehrbedarfes zu höheren Kosten. Deshalb wird diese Maßnahme als zukunftsorientierte Weiterentwicklung der Linie zu einem späteren Zeitpunkt zur Beratung in die Gremien eingebracht. c) Im Bereich Beuel übernimmt. die neue Buslinie 633 zwischen Beuel Bahnhof und Ramersdorf die derzeitige Linienführung der Linie 636. Die Buslinien 633 neu und 636 enden somit beide zukünftig in Ramersdorf. Vorgesehener Linienverlauf (Siehe Lageplan im Anhang): Ramersdorf“ und „Königswinterer Straße“ o Identisch der heutigen Linie 636 mit unveränderter Linienführung. „Königswinterer Straße“ und „Beueler Bahnhofsplatz“ o Abbiegen nach rechts in die Friedrich-Breuer-StraßeSeite 12 von 33 Seite 13 „Beueler Bahnhofsplatz“ und „Gerhardt-Domagk-Straße“ o Identisch der heutigen Linie 632 mit unveränderter Linienführung. Vorteile: Verbesserte Anbindung der Ortsteile Limperich, Küdinghoven und Ramersdorf an die Bonner Innenstadt. Neue Direktverbindung der Ortsteile Ramersdorf und Endenich (Nord). Neue Direktverbindung der Neubaugebiete WestSide/Am Vogelsang, an die Bonner Nord- und Innenstadt, sowie Beuel bis nach Ramersdorf. Fahrplanstabilisierung der Linie 636. Bei der Übernahme des Linienabschnittes Ramersdorf – Konrad-Adenauer-Platz durch die neue Linie 633, entfällt die heutige die heute zu den meisten Tageszeiten stattfindende „Nullwende“ der Linie 636 im Bereich Konrad-Adenauer-Platz. Damit entfällt die Übernahme von Verspätungen aus der Hinfahrt, bei der Aufnahme der Rückfahrt. Verbesserte Fahrplanstabilität bei den Anschlüssen zu den Stadt- und Straßenbahnlinien an den Haltestellen „Ramersdorf“ und „Hangelar Ost“. Aktuell besteht für das Fahrpersonal der Buslinie 636 keine gute Pauseninfrastruktur (insbesondere eine fehlende stationäre Fahrer*innen Toilette). Durch die neue Endhaltestelle Ramersdorf könnte die dort bestehende Pauseninfrastruktur durch das Fahrpersonal der Linie 636 mitgenutzt werden. Notwendige Maßnahmen und Hinweise: Unbefristete Übernahme der Linie 632 in das Regelangebot der SWB Bus und Bahn, zur sicheren Weiterentwicklung der mit dieser Planung verbundenen Vorteile. Tausch der bestehenden Liniennummer 633 mit einer neuen RVK Liniennummer Weitere Entwicklungsmöglichkeiten in der Zukunft: Bei einer möglichen Verlegung der Haltestelle „Beuel Bf“ auf die Ostseite des Bahnhofs, wie derzeit im Rahmen der Planungen zur Quartiersentwicklung Beuel Ost vorgesehen, könnte die neue Haltestellenlage durch die hier entwickelte Planung der Linie 633 unkompliziert und frühzeitig einbezogen werden. Zur zukünftigen Entlastung des Bereiches Friedrich-Breuer-Straße, könnte die Linie 633 über die Königswinterer Straße weitergeführt werden, dabei wäre die Einrichtung einer Haltestelle vor der Kreuzung B56, im Bereich des heutigen Jugendamtes zu prüfen. Weiter könnte die Linie dann über die Kreuzung hinweg, zu der heute in der Abstimmung zur Einrichtung vorgesehenen Haltestelle „Am Köppekreuz“ führen und z.B. auch den Bereich Vilich anbinden. Bei der anschließenden Wendefahrt in Richtung Endenich, würde das große Neubaugebiet Bonava Stadttor Bonn-Beuel mit einem zusätzlichen Nahverkehrsangebot in Richtung Bonn Zentrum versehen, das würde wiederum die Linien 540 und 640 weiter entlasten. Diese Maßnahme führt im Gegensatz zu der vorherigen aufgeführten Planung aufgrund des Fahrzeugmehrbedarfes zu höheren Kosten. Deshalb wird diese Maßnahme als zukunftsorientierte Weiterentwicklung der LinieSeite 13 von 33 Seite 14 zu einem späteren Zeitpunkt zur Beratung in die Gremien eingebracht. Wenn bei der möglichen Errichtung einer Seilbahnstation „Schießbergweg“ die entsprechenden baulichen Voraussetzungen geschaffen werden, könnte eine Anbindung der Linie 636 an die geplante Seilbahnstation möglich sein und eine Direktverbindung zu den Ortsteilen Niederholtdorf, Hoholz, Gielgen und bis in den Rhein-Sieg-Kreis hinein nach Hangelar, mit Anschluss an die Stadtbahnhaltestelle „Hangelar Ost“ geschaffen werden. d) Im Bereich Nußallee tauschen die beiden Buslinien 631 und 632 die Linienwege Vorgesehener Linienverlauf (Siehe Lageplan im Anhang): Basis dieser Planung ist der Tausch des Linienabschnittes der heutigen Linie 631: Poppelsdorfer Platz – Nußallee – Kaufmannstraße – Brahmsstraße, mit dem Linienabschnitt der Linie 632: Poppelsdorfer Platz – Albert-Schweitzer- Straße – Sebastianstraße – Brahmsstraße Vorteile: Die verspätungsanfällige Linie 631 befährt nicht mehr die stauanfällige Clemens-August-Straße, da diese zukünftig nur noch gekreuzt wird. Das trägt zur Fahrplanstabilität der Linie bei und könnte im Sinne des Beschlusses zur DS Nr. 1810600EB4 „Beschleunigung von Bus- und Bahnlinien“ gesehen werden. Die Umsetzung des Ratsbeschlusses vom 28.06.2021 zu DS 200155-3 „Parkregelungen Markusstraße (Bezug zu DS 190442)“, wird diesen Effekt noch verstärken. Die Linie 632 fährt zukünftig wieder den Haltepunkt B der Haltestelle „Poppelsdorfer Platz“ an. Dadurch entsteht eine zusätzliche verbesserte Umsteigemöglichkeiten zwischen den Linien. Durch die Geradeausfahrt der beiden Buslinien an der Kreuzung Poppelsdorfer Platz mit dem Entfall der Abbiegevorgänge könnte der allgemeine Verkehrsfluss auf der Kreuzung verbessert werden. Das würde sich positiv auf die Fahrzeit der genannten Buslinien selbst, aber auch der weiteren Buslinien in diesem Bereich und auswirken. Der Haltepunkt „Poppelsdorfer Platz“ E kann wieder aufgehoben werden. Das wird zusätzlich einen positiven Effekt auf den gesamten Verkehrsfluss auf der Clemens-August-Straße haben. Ein barrierefreier Ausbau der provisorischen Haltestelle wäre aus Platzgründen zudem nicht möglich gewesen. Die beschlossene Umgestaltung der LSA an der Kreuzung Poppelsdorfer Platz ist nicht mehr notwendig und kann endgültig eingespart werden. Notwendige Maßnahmen und Hinweise: Die Angebotsverbesserung auf der Nußallee kann nur im Tausch der Linienabschnitte der Linien 631 und 632 umgesetzt werden, eine Befahrung der Nußallee mit beiden Linien ist nicht möglich, da dies zu Angebotsverschlechterungen auf der Sebastianstraße führen, die Linie 631 nicht beschleunigt und die Betriebskosten erhöht würden.Seite 14 von 33 Seite 15 Darüber hinaus ist die vorhandene Fahrbahnbreite der Nussallee für die Anbindung mit mehreren Buslinien nicht geeignet. Zu Beschlusspunkt 3: Veränderte Linienführung Linie 634 Aufgrund der stark schwankenden Schrankenschließzeiten am Bahnübergang Ollenhauerstraße/Dottendorfer Straße kommt es auf dem Linienweg der Buslinie 634 häufig zu Verspätungen, was zu Instabilitäten im Fahrplan und Betrieb führt. Daher wird zum Fahrplanwechsel 2022 folgende Änderung vorgeschlagen: Vorgesehener Linienverlauf (Siehe Lageplan im Anhang): Venusberg, Uniklinikum“ und „Eduard-Otto-Straße“ o Identisch der heutigen Linie 634 mit unveränderter Linienführung. „Eduard-Otto-Straße“ und „UN Campus“ o Ab der Haltestelle „Eduard-Otto-Straße“ links in die Hausdorfstraße zur Haltestelle „Haus der Jugend“ (Haltestelle Bahnersatzverkehr), rechts in die Reuterstraße über die Reuterbrücke zur ehemaligen Haltestelle Bundeskanzlerplatz (nicht die Verkehrsinsel, sondern die ehemalige Haltestelle auf der Willy-Brandt-Allee vor Hausnummer 6) weiter über die Helmut-Kohl-Allee, rechts in die Marie-Kahle-Allee, rechts in die Josef-Beuys-Allee, rechts in die Genscher-Allee zur Haltestelle „UN Campus Bf.“. „UN Campus Bf“ und „Fritz-Erler-Straße“ o Identisch der heutigen Linie 634 mit unveränderter Linienführung. Vorteile: Fahrplanstabilisierung durch Umfahrung des DB Bahnübergangs Ollenhauerstraße, der mit langen Wartezeiten die heute Fahrplanstabilität stark beeinflusst. Durch die Verkürzung der Kilometerleistung können Kosten in Höhe von 25.000 Euro/Jahr eingespart werden. Direkte Umstiegsmöglichkeiten von der Stadtbahn an der Haltestelle Heussallee in Richtung Venusberg/UKB Die Anbindung der Schule „Bonns Fünfte“ bleibt erhalten Notwendige Maßnahmen und Hinweise: Die Haltepunkte der Bahnersatzhaltestelle „Haus der Jugend“ müssen für den Linienverkehr eingerichtet werden. Der alte Haltepunkt „Bundeskanzlerplatz“ stadtauswärts (heute Reisebusparkplatz) und der alte Haltepunkt „Bundeskanzlerplatz“ an der Verkehrsinsel (ehemalige Linienführung der Linie 610 stadteinwärts) müssen für den Fahrgastbetrieb wiedereingerichtet werden. Die Bushaltestelle „Heussallee/Museumsmeile“ für den Nachtbus N7 auf der Helmut-Kohl-Allee wird für den Linienverkehr der Linie 634 eingerichtet, sodass Fahrgäste, die an der Haltestelle in die Stadtbahn umsteigen die Schleifenfahrt aussparen können. Die Bushaltestelle Marie-Kahle-Allee wird verlegt Die Bushaltestellen „In der Raste“ und „Baunscheidstraße“ werden zukünftig nicht mehr bedient. Weitere Entwicklungsmöglichkeiten in der Zukunft:Seite 15 von 33 Seite 16 Eine Rückabwicklung der beschriebenen Änderung ist schnell umsetzbar, sobald die Unterführung des DB Bahnübergangs Ollenhauerstraße fertiggestellt ist. Eine an den Bau der Unterführung anschließende Angebotserweiterung in Taktung und Linienweg ist zusammen mit der Entwicklung „Rahmenplanung Bundesviertel“ möglich. Bei gegebener Nachfrage kann die Buslinie 634 ganztägig in einem 30- Minuten-Takt verkehren. Bei Umsetzung entstehen Kosten in Höhe von ca. 260.000 Euro/Jahr Bei einem zukünftigen Bau einer Seilbahn können die eingesparten Kilometerleistungen und ein angepasster Linienweg für eine bessere Erschließung von Friesdorf und dem Bundesviertel genutzt werden. Dies muss dann noch näher untersucht werden. Zu Beschlusspunkt 4: Zusätzlich Fahrten auf der 606 und 607 Um für die Mitarbeiter*innen der Frühschicht an Samstagen und Sonntagen des Hardtberg Klinikums eine Nutzung des ÖPNV zu ermöglichen werden die Ankunftszeiten der Buslinien 606 und 607 am Wochenende auf der ersten Fahrt zwischen Hbf und Hardtberg Klinikum so verlegt, dass der Bus an der Haltestelle Hardtberg Klinikum um ca. 05:45 Uhr ankommt. (Siehe DS 211412) Aufgrund der Fahrzeit zwischen Bonn Hbf und Hardtberg Klinikum (ca. 28 Minuten) erfolgt die Abfahrt am Bonner Hbf um 05:17 Uhr. Daher kann ein Anschluss an das bestehende Bonner Nachtbusnetz (Ankunft der letzten Nachtbusse um ca. 05:29 Uhr) sowie an die Regionalzüge (Ankunft Regionalzug RB26 um 05:26 Uhr bzw. 05:31 Uhr) nicht hergestellt werden. Eine Anpassung des Nachtbusnetzes ist nicht möglich. Somit kann eine verbesserte Anbindung nur zwischen Bonn Hbf und Hardtberg Klinikum entstehen. Dementsprechend wird die Fahrgastnachfrage als äußerst gering eingeschätzt. Daher sollte auf die Einführung dieser beiden Fahrten am Wochenende verzichtet werden. Es würden zusätzliche Kosten in Höhe von ca. 6.000 Euro/Jahr für die Fahrt zwischen Hbf und Hardtberg Klinikum entstehen. Bei einer Verlängerung bis Ramersdorf, sprich die erste Fahrt verkehrt zwischen Ramersdorf und Hardtberg Klinikum, erhöhen sich die Kosten auf ca. 11.000 Euro/Jahr. Zu Beschlusspunkt 5: Anbindung UKB an Sonntagen mit der Buslinie 600 Um auch die erste Fahrt der Linie 600 an Sonntagen an alle Haltestellen des Universitätsklinikums anzubinden wird die erste Fahrt der Buslinie 600 über das Gelände des Uniklinikums bis zur Haltestelle Uniklinikum Süd geführt um im Anschluss weiter nach Ippendorf zu verkehren. Mitteilung über sonstige Maßnahmen zum Fahrplanwechsel im DezemberSeite 16 von 33 Seite 17 2022: Umbenennung der Haltestelle „Hindenburgplatz“ in „Loki-Schmidt-Platz“ (DS Nr. 210700-04) Umbenennung der Haltestelle „Hindenburgallee“ in „Elisabeth-Selbert- Gesamtschule“ (DS 210820). Einrichtung einer neuen Bushaltestelle „Am Köppekreuz“ o Um das Neubaugebiet an der Kreuzung Sankt Augustiner Straße / Niederkasseler Straße besser an den ÖPNV anzubinden, soll eine neue Haltestelle eingerichtet werden. Ab dem Fahrplanwechsel soll die neue Haltestelle durch die Buslinie 551 bedient werden. o Derzeit laufen noch die Abstimmungsgespräche zwischen der Verwaltung und Straßen.NRW Einrichtung einer neuen Bushaltestelle „Simone-Veil-Straße“ o Auf der Straße am Propsthof wird eine neue Haltestelle „Simone- Veil-Straße“ zur besseren Anbindung des Neubaugebietes „Westside“ eingerichtet. Diese Haltestelle wird zukünftig von der Linie 632 im 30 Minuten Takt bedient. Da die Haltestelle aufgrund des engen Zeitplans und anderer im Bau befindlicher Haltestellen nicht sofort barrierefrei gebaut werden kann, wird die Haltestelle zunächst provisorisch eingerichtet. Langfristig ist die Haltestelle an dieser Position barrierefrei auszubauen. o Die Neueinrichtung der Haltestelle geht zurück auf einen Beschluss der BV Bonn zur Anbindung des Neubaugebiets Westside (DS 220157). Kostenübersicht zu den zum Fahrplanwechsel im Dezember 2022 vorgeschlagenen Maßnahmen Beschlussvorschlag Kosten/Jahr Überführung der ehemaligen Lead City Angebotsmaßnahmen in den Bonner Nahverkehrsplan Ca. 10,2 Mio. Euro Veränderte Linienführung 631, 632, 633 (neue Liniennummer) und 636 kostenneutral Hierbei: Samstag 30 Minuten Takt auf der Linie 633 Ca. 70.000 Euro Linienweganpassung 634 Ca. -25.000 Euro Gesamtkosten Ca. 10,245 Mio. Euro Alle in der Beschlussvorlage beschriebenen Maßnahmen sind eng zwischen dem Stadtplanungsamt und der Stadtwerke Bonn Verkehrs-GmbH abgestimmt. Finanzielle Auswirkungen: Produktgruppe Produktgruppenbezeichnung Produkt Produktbezeichnung 1.12.07 Verkehrsplanung 1.12.07.02 ÖPNV Investive Kosten der Maßnahme Betrag Finanzstelle / FiPos Veranschlagt in Noch bereit- zustellen DeckungSeite 17 von 33 Seite 18 Auszahlungen Einzahlungen Investiver Finanzsaldo Konsumtive Kosten der Maßnahme jährlich einschließlich Folgekosten Betrag Finanzstelle / FiPos Veranschlagt in Noch bereit- zustellen Deckung Auszahlungen / Aufwendungen 10.245.000 EUR 161001207 (Innenauftrag 6100004)/ 73.1000 2023 Einzahlungen / Erträge 0,00 EUR Haushaltsbelastung 10.245.000 EUR Anlage/n 1 Beschluss RSK Lead City (öffentlich) 2 Neuer Linienweg Buslinie 634 (öffentlich) 3 Linienkonzept 632,633,636 neu (öffentlich)Seite 18 von 33 RHEIN-SIEG-KREIS A N L A G E DER LANDRAT zu TO.-Pkt. 01.4 Fachbereich Verkehr und Mobilität 04.06.2020 B e s c h l u s s v o r l a g e für den öffentlichen Sitzungsteil Gremium Datum Zuständigkeit Ausschuss für Planung und Verkehr 16.06.2020 Vorberatung Finanzausschuss 17.06.2020 Vorberatung Kreisausschuss 22.06.2020 Vorberatung Kreistag 23.06.2020 Entscheidung Tagesordnungs- Punkt Lead City Bonn Evaluation und Fortführung der Angebotsverbesserungen Beschlussvorschlag: Der Kreistag fasst folgenden Beschluss: 1) Die Leadcity-Angebotsmaßnahmen auf den Linien 551, 640, 817, 845 und 855 werden ab Dezember 2020 unverändert in das ÖPNV-Regelangebot aufgenommen. 2) Die Leadcity-Angebotsmaßnahmen auf den Linien SB55, 537, 856 und 857 werden mit den nachfolgend geschilderten Modifizierungen ab Dezember 2020 in das ÖPNV-Regelangebot aufgenommen. 3) Die Leadcity-Angebotsmaßnahmen auf den Linien 66, 520 und 604 werden ab Dezember 2020 in das ÖPNV-Regelangebot aufgenommen. Sofern die Stadt Bonn eine Ausdünnung am Wochenende vor 11:30 Uhr beschließen sollte, wird auf diesen Linien im Rhein-Sieg-Kreis ebenso verfahren. 4) Die Leadcity-Angebotsmaßnahmen auf den Linien 517, 540, 550 und 552 werden ab Dezember 2020 unverändert in das ÖPNV-Regelangebot übernommen. Nach Ende der Corona-bedingten Einschränken werden sie erneut evaluiert, um auf dieser Grundlage Optimierungsmöglichkeiten zu prüfen und vorzulegen. 5) Die Verwaltung wird gebeten, die Bundesstadt Bonn dabei zu unterstützen, eine Verlängerung der Fördermaßnahmen beim Bundesverkehrsministerium zu erwirken. Über die Fortführung der Angebotsmaßnahmen wird unabhängig von einer eventuellen Verlängerung der Förderung entschieden. Voraussetzung für die Umsetzung ist eine parallele Beschlussfassung in den Gremien der Bundesstadt Bonn. Vorbemerkungen: Der Ausschuss für Planung und Verkehr wurde in seiner Sitzung am 18.09.2018 über die Chancen und möglichen Maßnahmen für den ÖPNV im Rhein-Sieg-Kreis innerhalb des Projekts „Modellstadt zur Verbesserung der Luftqualität (Lead City Bonn)“ informiert. Die Verwaltung wurde beauftragt, für das Projekt 2b „Einbrechende Buslinien aus dem Rhein-Sieg-Kreis“ einenSeite 19 von 33 Vorschlag für die Kostenaufteilung vorzulegen und die Abstimmung mit den betroffenen Städten und Gemeinden sowie den Verkehrsunternehmen aufzunehmen. Darüber hinaus wurde der Sachverhalt in der gemeinsamen Sitzung der Planungs- und Verkehrsausschüsse der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises am 13.11.2018 und in der Sitzung des Planungs- und Verkehrsausschusses am 27.11.2018 behandelt. Der Ausschuss für Planung und Verkehr erörterte in einer Sondersitzung am 06.02.2019 letztmalig die geplanten Angebotsverbesserungen, deren Umsetzung vom Kreistag am 28.03.2019 wie folgt beschlossen wurde: „Unter dem Vorbehalt, dass mit der Bundesstadt Bonn eine vertragliche Vereinbarung über die dem Rhein-Sieg-Kreis anteilig zustehenden Fördergelder abgeschlossen wird, fasst der Kreistag folgenden Beschluss: Die Verwaltung wird beauftragt, die nachfolgend dargestellten Angebotsverbesserungen im regionalen ÖPNV Bonn/Rhein-Sieg zum Fahrplanwechsel am 28.08.2019 für die Dauer des Förderzeitraumes umzusetzen.“ Die Förderung der ÖPNV-Maßnahmen läuft Ende 2020 aus und es liegen bisher keine verbindlichen Zusagen über eine Förderverlängerung vor. Wohlwissend, dass die Entscheidung über die Verstetigung des ÖPNV-Angebotes anstehen würde, wurde dies in der Vorlage zu den Leadcity-Maßnahmen im Ausschuss für Planung und Verkehr 18.09.2018 bereits thematisiert: „Für den Fall, dass es keine weitere Förderung gibt, entsteht das Dilemma, dass die Maßnahmen beendet oder weiter finanziert werden müssen. Diese Entscheidung obliegt den politischen Gremien der Bundesstadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises, ob und wenn ja welche Maßnahmen – eventuell modifiziert – fortgeführt werden. Insbesondere vor dem Hintergrund der hohen, geschätzten Kosten auf den verstärkten Buslinien müssen im Jahr 2020 gezielt Fahrgastzählungen durchgeführt werden. Auf Basis dieser Ergebnisse wird zu entscheiden sein, ob die zusätzlichen Angebote auch ohne Förderung des Bundes erhalten bleiben können. Die Entscheidung darüber obliegt dem Rat der Stadt Bonn bzw. dem Kreistag des Rhein-Sieg- Kreises.“ Die Ergebnisse der Evaluation liegen inzwischen vor und werden nachfolgend vorgestellt. Über die Fortführung und ggf. Modifizierung von Maßnahmen muss ein Konsens mit der Bundesstadt Bonn erzielt werden. Die folgenden Ausführungen entstanden daher in enger Abstimmung mit der Bonner Verwaltung und stimmen fachlich mit den dortigen Gremienvorlagen überein. Beide Verwaltungen empfehlen, die ÖPNV-Angebotsmaßnahmen auf den grenzüberschreitenden Linien fortzuführen, jedoch in Teilen zu modifizieren. Die Beratungen in Bonn haben im Ausschuss für Planung, Verkehr und Denkmalschutz am 27.05.2020 begonnen. Am 17.06.2020 ist eine Sondersitzung vorgesehen; ein abschließender Beschluss soll unmittelbar darauf in der Ratssitzung am 18.06.2020 erfolgen. Im Rhein-Sieg- Kreis ist ein Beschluss im Kreistag am 23.06.2020 erforderlich. Erläuterungen: Die im August 2019 erfolgte Leadcity-Angebotsausweitung der grenzüberschreitenden Buslinien war die bedeutendste, aber auch kostenintensivste Verbesserung des ÖPNV zwischen Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis seit Jahrzehnten. Inzwischen vorliegende Erhebungsergebnisse zeigen, dass bereits nach kurzer Zeit erhebliche Fahrgaststeigerungen erreicht werden konnten. Je nach Linie gab es vor Ausbruch der Corona-Pandemie an Werktagen bis zu 50% Zuwachs, am Wochenende teilweise noch mehr. Dabei ist davon auszugehen, dass die Linien ihr tatsächliches Potenzial erst in einigen Jahren voll abrufen werden. Haushaltsbefragung Im Sommer 2019 erhielten alle Haushalte in Bonn sowie in den von Leadcity- Angebotsausweitungen betroffenen Gebieten im Rhein-Sieg-Kreis einen Informationsflyer, verbunden mit einem Aufruf zur Teilnahme an einer online-Umfrage. Von dieser Möglichkeit haben 14.296 Teilnehmer Gebrauch gemacht, davon etwa zwei Drittel aus Bonn und ein Drittel aus dem Rhein-Sieg-Kreis. Ziel der Umfrage war es zu ermitteln, wie das ÖPNV-Angebot generell sowie die Informationen zum Leadcity-Projekt bewertet werden und ob dieSeite 20 von 33 Angebotsmaßnahmen zu einer stärkeren ÖPNV-Nutzung führen. Die wichtigen Ergebnisse für den Rhein-Sieg-Kreis sind: Auf einer Skala von 1 (schlecht) bis 5 (gut) werden die Angebotsmaßnahmen auf den grenzüberschreitenden Buslinien durchschnittlich zwischen 3,9 und 4,5 bewertet. Der Anteil positiver Bewertungen „gut“ (5) und „eher gut“ (4) schwankt zwischen 88% bei der Linie 540 und 74% bei der Linie 550. 31% der Befragten gaben an, den ÖPNV seit dem 28.08.2019 häufiger zu nutzen, 5% seltener. Die Entwicklung des ÖPNV über die vergangenen Jahre wird von 41% der Befragten positiv und 18% negativ gesehen. Dabei sind die Bewertungen im Rhein-Sieg-Kreis signifikant besser als in Bonn. Spitzenwerte werden in Niederkassel, Troisdorf und Swisttal erreicht, wo die Entwicklung des Angebotes von über 70% der Bürger als (eher) besser eingeschätzt wird. Überdurchschnittliche Bewertungen sind in den Altersgruppen bis 25 Jahren festzustellen, unterdurchschnittliche Bewertungen in den Altersgruppen ab 46 Jahren. Ebenso bewerten Personen ohne ständig verfügbaren PKW den ÖPNV tendenziell besser. 30% der Befragten gaben an, durch die Leadcity-Maßnahmen ihr eigenes Verhalten geändert zu haben. Bei 2.133 repräsentativ ausgewählten individuellen Antworten nach Verbesserungswünschen ragt der Themenkomplex Zuverlässigkeit und Angebotsdichte mit 860 Nennungen heraus, es folgt der Komplex Tarife mit 828 Nennungen. Andere Aspekte wurden wesentlich seltener genannt; so wünschten sich z.B. 39 Befragte eine verbesserte Sauberkeit und 12 Befragte mehr Park+Ride-Plätze. Komprimierte Ergebnisse der Fahrgasterhebungen Die SWBV hat 2017 und 2019 jeweils in den Monaten Oktober und November Querschnittserhebungen jeweils nach derselben Methodik durchgeführt. Dafür wurde an ausgewählten Haltestellen i.A. jeweils unmittelbar vor Erreichen der Bonner Innenstadt die Fahrzeugbesetzung ermittelt. Die Querschnittserhebungen beinhalten nur die Fahrgäste an der jeweiligen Zählstelle und sind nicht mit der Liniengesamtnachfrage zu verwechseln. Gewählt wurden die Standorte so, dass die Streckenabschnitte mit der höchsten Fahrzeugauslastung abgedeckt sind, so dass sich Rückschlüsse auf die notwendigen Kapazitäten ziehen lassen. Zusätzlich zu den Querschnittserhebungen wurden ab Januar 2020 auf ausgewählten Linien Ein- /Aussteigerzählungen über den vollständigen Linienweg durchgeführt. Aufgrund der Corona- Pandemie mussten diese Erhebungen am 12.03.2020 abgebrochen werden. Daher liegen für einige Linien noch keine vollständigen Ergebnisse vor. Die Querschnittserhebung 2019 erfolgte rund zwei Monate nach Einführung der Leadcity- Angebotsverbesserungen. Dennoch waren bereits nach dieser kurzen Zeit signifikante Fahrgaststeigerungen erkennbar. Bei den grenzüberschreitenden Buslinien zum Bonner Hauptbahnhof stellt sich die Fahrgastentwicklung folgendermaßen dar: Normalwerktag +19% Samstag +28% Sonntag +19% Gemäß vorläufigen Zahlen aus der VRS-Verbunderhebung 2018 wurden die betroffenen Linien pro Normalwerktag vor Leadcity von insgesamt etwa 18.000 Fahrgästen pro Tag genutzt. Hochgerechnet ergeben sich etwa 3.400 zusätzliche Fahrgäste pro Normalwerktag. Auf den grenzüberschreitenden Buslinien nach Bad Godesberg konnten noch höhere prozentuale Fahrgaststeigerungen ermittelt werden: Normalwerktag +36% Samstag +76% Sonntag +143%Seite 21 von 33 In absoluten Zahlen wurden auf den Linien nach Bad Godesberg im Rahmen einer Vollerhebung etwa 2.100 zusätzliche Fahrgäste pro Normalwerktag ermittelt. Detailbetrachtung und Bewertung aller untersuchten Linien Taktverdichtung der Hauptlinien der SWBV Zum Fahrplanwechsel im August 2019 gab es auf allen Bonner Hauptlinien (Schiene und Bus, Linien 61-63, 66, 600-614) eine Anpassung der Grundtakte abseits der Hauptverkehrszeiten: samstags ca. 9:30 Uhr bis 20:30 Uhr Umstellung von 15‘/30‘- auf 10‘/20‘-Takt sonntags Wechsel von 30‘/60‘- auf 15‘/30‘-Takt breites gegen 9:30 Uhr statt 11:30 Uhr montags bis freitags Wechsel von 10‘/20‘- auf 15‘30/‘-Takt ca. eine Stunde später gegen 20:30 Uhr Der Rhein-Sieg-Kreis ist hiervon mit den grenzüberschreitenden Abschnitten der Linien 66 (Siegburg, Sankt Augustin, Königswinter, Bad Honnef) sowie 604 (Bornheim-Hersel) betroffen. Mit der Maßnahme sollen dem höheren Verkehrsbedarf während der Geschäftsöffnungszeiten an Samstagen Rechnung getragen, Kapazitäten für Fahrgastzuwächse geschaffen und Anreize zur verstärkten ÖPNV-Nutzung im Einkaufs- und Freizeitverkehr gegeben werden. Nach Auswertung der SWBV werden auf den Stadtbahnlinien seitdem an Samstagen ca. 33% mehr Fahrgäste befördert, an Sonntagen ca. 17%; auf den Buslinien an Samstagen ca. 23% und an Sonntagen ca. 13%. Mit dem veränderten Grundtakt an Samstagen erfolgte außerdem eine Harmonisierung mit der Nahverkehrsplanung des NVR, der den 20‘-Takt im S-Bahn-Netz (außer S23) bereits zum Fahrplanwechsel im Dezember 2017 umgesetzt hatte. In Köln soll eine analoge Anpassung zum Fahrplanwechsel im Dezember 2020 erfolgen. Die Beibehaltung der Taktverdichtungen ist ein mitentscheidender Bestandteil eines attraktiven Nahverkehrs mit aufeinander abgestimmten Angeboten im NVR-Raum zwischen SPNV und Busverkehr, insbesondere da 20‘- und 30‘-Takte an Umsteigepunkten nicht zueinander kompatibel sind. Die SWBV hat vorgeschlagen, die Taktverdichtung an Samstagen und Sonntagen nach Auswertung der Nachfrage im Tagesverlauf etwa zwei Stunden später einsetzen zu lassen. Dies würde allerdings eine Abkehr von der Harmonisierung mit dem NVR bedeuten. Da die betroffenen Linien andererseits nur geringe Wechselwirkungen mit dem S-Bahn-Netz besitzen, wird empfohlen, die diesbezügliche Beschlussfassung der Stadt Bonn mitzutragen. Bei einer Modifikation der Linie 66 müsste im Rhein-Sieg-Kreis dann auch die Linie 520 entsprechend angepasst werden, da deren Taktung vollumfänglich auf die Linie 66 abgestimmt ist. Insgesamt würde sich die Fahrplankilometerleistung im Rhein-Sieg-Kreis dadurch um ca. 17.000 km/a (Wagenkilometer Stadtbahn) bzw. ca. 5.000 km/a (Bus) reduzieren. Linien 517, 540, 550, 551, 552, 640 und SB55 in Niederkassel, Troisdorf und Sankt Augustin Die grenzüberschreitenden Buslinien zwischen Bonn Hbf und dem rechtsrheinischen Rhein-Sieg- Kreis wurden zum Fahrplanwechsel im August 2019 vollständig überplant. Ziel war es, die größeren Ortslagen abseits der Schienenstrecken besser mit der Bonner Innenstadt zu verbinden. Auf allen Linien gab es vor dem Fahrplanwechsel teilweise erhebliche Kapazitätsengpässe und gleichzeitig Bedienungsdefizite. Beides stand einem höheren ÖPNV- Anteil am Modal Split im Wege. Für das neue Angebotskonzept wurden die im Nahverkehrsplan des Rhein-Sieg-Kreises für Hauptachsen im verdichten Raum definieren Standards zugrunde gelegt. Diese waren bereits zuvor mit den Nahverkehrsplanung des NVR synchronisiert worden, im Rahmen von Leadcity erfolgte außerdem eine Synchronisierung mit den Bonner Hauptlinien. Folgende Grundtakte wurden realisiert:Seite 22 von 33 montags bis freitags von ca. 5:30 bis 20:30 Uhr sowie samstags von ca. 9:30 Uhr bis 20:30 Uhr 20‘-Takt, bei hoher Nachfrage zeitweise Verdichtung auf 10‘-Takt an Sonn- und Feiertagen ganztags, samstagmorgens sowie abends an allen Tagen bis ca. 0:30 Uhr 30‘-Takt Nachtverkehr am Wochenende und vor Feiertagen im 60‘-Takt bis ca. 3:30 Uhr, perspektivisch durchgehend ohne Betriebspause Im Gegensatz zu den Bonner Hauptlinien gab es auf den grenzüberschreitenden Linien in den Rhein-Sieg-Kreis erhebliche Leistungsausweitungen in den Hauptverkehrszeiten, so dass die Teilmaßnahme für eine nachhaltige Verkehrsverlagerung im Berufs- und Ausbildungsverkehr elementar ist. Zum Fahrplanwechsel im August 2019 wurden auf den o.g. Linien folgende Maßnahmen umgesetzt: Neuordnung der Linien 550, 551 und 552 auf Bonner Stadtgebiet, so dass sowohl aus Troisdorf als auch aus Niederkassel jeweils eine Verbindung über die Nordbrücke und Bonner Nordstadt sowie über Beuel und die Kennedybrücke besteht Herstellung der o.g. Grundtakte auf den Linien 550, 551, 640 und SB55 (letztere außer samstags) und damit Einführung zeitgemäßer Angebote abends und am Wochenende Verdichtung der Linie SB55 in der gesamten Hauptverkehrszeit von 20‘- auf 10‘-Takt (vorher nur über einen kurzen Zeitraum morgens), zusammen mit der Linie 550 dadurch Ausweitung des grenzüberschreitenden Fahrtenangebotes zwischen Bonn und Niederkassel in den Hauptverkehrszeiten um 50%; diese Maßnahme ist als Vorlaufbetrieb für die geplante Stadtbahn Bonn – Niederkassel – Köln zu verstehen Einführung der neuen Ergänzungslinie 552 zwischen Sieglar und der Bonner Nordstadt im 30‘-Takt nur in den Hautverkehrszeiten, zusammen mit der ebenfalls ausgeweiteten Linie 551 gibt es damit im Berufs- und Ausbildungsverkehr nun 5 statt 2 Fahrten pro Stunde zwischen Bonn und Troisdorf Beschleunigung der Buslinie 551 Bonn – Troisdorf um ca. 10 Minuten, was durch Einführung der Ergänzungslinie 552 möglich war Einführung der neuen Ergänzungslinie 540 zwischen Bonn, Menden und Sankt Augustin Zentrum montags bis samstags im 20‘-Takt, dadurch Ersatz der Linie 550 in Schwarzrheindorf, Verstärkung der Linie 640 in nachfragestarken Zeiträumen zwischen Bonn, Meindorf und Menden von 20‘- auf 10‘-Takt sowie verbesserte innerstädtische Verbindungen in Sankt Augustin; im Gegenzug wurde die Linie 517 bei sonst unverändertem Angebot auf den Streckenabschnitt zwischen Sankt Augustin und Hangelar zurückgezogen. Ausweitung des Nachtverkehrs auf den Linien SB55 (statt 550) und 551 mit Einbindung in den Nachtsternverkehr ab Bonn Hbf Außerhalb der Leadcity-Förderung kamen weitere Optimierungen im Stadtgebiet Niederkassel in Form von leistungsneutralen Umschichtungen hinzu (Linien 164, 501 und 504). Die Querschnittserhebungen der SWBV zeigen deutliche Zuwächse. Über die Querschnittserhebungen hinaus liegen aufgrund des Abbruchs der Evaluation im März 2020 für alle Linien nur stichprobenartige Erhebungen vor, aus denen aber dennoch relativ eindeutige Schlüsse gezogen werden können. In Höhe Konrad-Adenauer-Platz wurden folgende Querschnittsbelastungen ermittelt: Linie Normwalwerktag Samstag Sonntag 2017 2019 2017 2019 2017 2019 SB55 1.737 2.814 +62% 655 1.166 +78% 322 596 +85% 540/640 2.464 2.996 +22% 1.541 1.946 +26% 523 630 +20% 551 1.211 1.689 +39% 663 957 +44% 234 394 +68% Hinweise: Querschnitt aus Richtung Bonn gesehen hinter der Haltestelle Konrad-Adenauer-Platz Linie 551: für 2017 benachbarte Haltestelle Schwarzrheindorf Siegaue angesetzt (anderer Linienweg)Seite 23 von 33 Die größten Zuwächse verzeichnen die Linien 551 (Bonn – Troisdorf) und SB55 (Bonn – Niederkassel – Lülsdorf – Wahn). Die veränderte Führung der Linie 551 über Beuel hat sich offensichtlich bewährt. In bzw. aus Richtung Troisdorf wurden am neu angefahrenen Knotenpunkt Konrad-Adenauer-Platz etwa 250 Ein- und Aussteiger pro Normalwerktag ermittelt. Auf der zur SB55 teilweise parallelen und montags bis freitags tagsüber nicht verdichteten Linie 550 (Bonn – Niederkassel – Wahn) ging die Nachfrage innerhalb von Bonn zurück, da die Linie SB55 offenbar für viele Fahrgäste nun attraktiver ist. Die Rückgänge sind nach erster Einschätzung aber deutlich geringer als die Steigerungsraten der SB55. Da die Fahrgasterhebungen aufgrund der Corona-Pandemie im März 2020 abgebrochen werden mussten, war es leider nicht mehr möglich, die Nutzung der von der Linie 550 neu angefahrenen Haltestellen in der Bonner Nordstadt sowie die verbesserte Anbindung des Wahner Bahnhofs abends und am Wochenende zu evaluieren. Nach Normalisierung der Verkehrsverhältnisse sind hier noch weitere Erhebungen erforderlich. Aus der Querschnittserhebung sind für die Linie 550 keine abschließenden Schlüsse zu treffen, da die o.g. Vergleichshaltestelle Konrad-Adenauer- Platz nicht mehr angefahren wird. Auf den zwischen Bonn und Menden parallel geführten Linien 540/640 konnten innerhalb von Bonn ebenfalls deutlich mehr Fahrgäste gezählt werden. Auch bei der Linie 540 mussten die Erhebungen pandemiebedingt abgebrochen werden, weswegen noch keine Evaluation zur verbesserter Anbindung des Sankt Augustiner Zentrums vorliegt. Auch hier sind daher nach Normalisierung der Verkehrsverhältnisse noch weitere Erhebungen erforderlich. Für die neu eingeführte Linie 552 von Sieglar in die Bonner Nordstadt liegen Auswertungen der automatischen Fahrgastzählung der RSVG vor, es wurden allerdings noch nicht alle Fahrten erhoben. Grenzüberschreitende Nachfrage findet ganz überwiegend in Lastrichtung statt, d.h. morgens nach Bonn und nachmittags nach Sieglar. Die Fahrten zu den Schulanfangs- und Endzeiten waren voll ausgelastet, die anderen i.A. mit ca. 5 bis 15 Fahrgästen besetzt. Zur Beurteilung der Linie und eventueller Optimierungsmöglichkeiten sind ebenfalls noch weitere Fahrgasterhebungen erforderlich. Mittelfristig ist sowohl eine Reduzierung auf die Belange des Schulverkehrs als auch eine Bedeutungssteigerung durch Streckenverlängerungen vorstellbar. An den Querschnitten mit der stärksten Nachfrage wurde die Auslastung der Linien in den Hauptverkehrszeiten überprüft. Grundlage sind die in den Nahverkehrsplänen Bonn und Rhein- Sieg-Kreis definierten Auslastungsgrenzen, die auf den einschlägigen Empfehlungen des VDV fußen (Verband Deutscher Verkehrsunternehmen). Als voll ausgelastet gilt dabei ein Fahrzeug, in dem alle Sitzplätze und die Stehplätze mit 4 Personen pro m² belegt sind. Da die Fahrgäste bei Taktverkehren nicht über alle Fahrten gleichverteilt sind, soll die durchschnittliche Auslastung gemittelt über alle Fahrten der Spitzenstunde in Lastrichtung einen Wert von 65% nicht überschreiten. Bei voller Ausschöpfung dieses Durchschnittswertes ist zu erwarten, dass einzelne Fahrten eine tatsächliche Auslastung um 100% erreichen, also o.g. Besetzungsgrad von 4 stehenden Personen pro m². Eine geringfügige Überschreitung dieser Auslastungsgrenzen war Ende 2019 bei der Linie 540 stadteinwärts zwischen 7 und 8 Uhr zu verzeichnen, allerdings nur unmittelbar vor Erreichen des Konrad-Adenauer-Platzes. Die Linie SB55 steht morgens und nachmittags trotz der erheblichen Angebotsausweitung schon wieder kurz vor der Vollauslastung, wohingegen die anderen Linien i.A. noch rund 1/3 Kapazitätsreserven aufwiesen. In der morgendlichen Frühspitze könnten ggf. Verstärkerfahrten von der Linie 550 auf die Linie SB55 verschoben werden, um das Angebot besser auf die Fahrgastnachfrage abzustimmen. Eine Stichprobenerhebung des neu eingeführten 10‘-Taktes der Linie SB55 am Nachmittag ergab eine Nachfrage von ca. 40 bis 70 Fahrgästen pro Fahrt in Lastrichtung, was die Sinnhaftigkeit dieses attraktiven Angebotes eindrücklich unterstreicht. Fahrgasteingaben nach Veränderung der Linienwege bezogen sich ganz überwiegend auf die weggefallene Direktverbindung der Linie 550 zur Haltestelle Konrad-Adenauer-Platz sowie damit zusammenhängend der Anbindung des Kardinal-Frings-Gymnasiums. Grundsätzlich ist hierbei auf die Haushaltsbefragung hinzuweisen, in der auch die veränderte Linie 550 mehrheitlich positiv bewertet worden ist. Die notwendigen Verbindungen für den Schulverkehr bestehen weiterhin, jedoch ist für einige Fahrgäste aus dem Raum Mondorf/Rheidt nun ein zusätzlicherSeite 24 von 33 Umstieg oder aber ein längerer Fußweg zu den Haltestellen der SB55 im Stadtgebiet Niederkassel erforderlich. Darüber hinaus wurde die Anbindung derselben Schule für Schülerinnen und Schüler aus Troisdorf mit Leadcity wesentlich verbessert. Ferner gab es mehrfach Fahrgasteingaben mit dem Wunsch nach ausgedehnten Betriebszeiten der Linie 552, was sich aber aus der aktuellen Fahrgastnachfrage nicht rechtfertigen lässt. Zur Führung der Linie 551 über die Kennedybrücke und zur Verkürzung der Linie 517 zugunsten der ausgeweiteten Linie 540 ist das Feedback nahezu ausnahmslos positiv. Es wird empfohlen, die Maßnahmen aufgrund der positiven Fahrgastresonanz vollumfänglich beizubehalten. Die Linie SB55 sollte darüber hinaus samstags ebenfalls auf 20‘-Grundtakt umgestellt werden. Dies war bereits im Leadcity-Konzept so vorgesehen, konnte aber im August 2019 wegen Wechselwirkungen zum Netz der KVB noch nicht umgesetzt werden. Die Linie SB55 stellt in Zündorf Anschluss an die derzeit noch im 15‘-Takt fahrende Stadtbahnlinie 7 her. Da nun aber auch die KVB eine Umstellung des Samstagsfahrplans auf 10‘/20‘-Grundtakt plant, kann die Maßnahme auf der SB55 im Dezember 2020 nachgeholt werden. Die genaue Ausgestaltung des Fahrplans auf Kölner Seite (10‘- oder 20‘-Takt zwischen Wahn und Lülsdorf) ist noch in Abstimmung. Zwischen Bonn und Niederkassel kann durch die Maßnahme zusammen mit der Linie 550 ein angenäherter 10‘-Takt hergestellt werden, anstelle zweier nicht miteinander koordinierter Linien im 20‘- bzw. 30‘-Takt. Da die Leadcity-bedingte Mehrleistung auf der Linie 550 zwischen Stadtgrenze Köln und Bahnhof Wahn im Dezember 2020 in die Zuständigkeit der KVB überführt wird, ist die Verbesserung auf der SB55 für die RSVG leistungsneutral möglich. Für die Linien 540, 550 und 552 empfiehlt die Verwaltung, diese nach Ende der Corona- bedingten Einschränken erneut zu evaluieren, um dann auf dieser Grundlage Vorschläge für die längerfristige Entwicklung vorzulegen. Linien 520 und 537 in Königswinter Die Linie 520 von Niederdollendorf nach Oberpleis bindet die Siedlungsschwerpunkte im Königswinterer Bergbereich an den Schienenverkehr an (Linie 66 nach Bonn und DB-Strecke nach Köln); sie ist deshalb bzgl. der Angebotsstandards dem Primärnetz im verdichteten Raum zugeordnet. Das Angebot wurde in den vergangenen Jahren bereits mehrfach verbessert, mit sehr positiver Fahrgastresonanz. Im Rahmen von Leadcity erfolgten weitere Taktverdichtungen in den Nebenverkehrszeiten zur Harmonisierung mit dem neuen Fahrplan der Stadtbahnlinie 66 (30‘- statt 60‘-Takt sonntags und abends, 20‘- statt 30‘-Takt Samstag tagsüber). Mit Ausnahme einzelner Fahrten in Tagesrandlage haben nun alle Fahrten der Stadtbahn direkten Anschluss nach Oberpleis und umgekehrt, so dass die ÖPNV-Nutzung im Siebengebirgsraum flexibel und ohne umfangreiche Fahrplankenntnis möglich ist. Zur Beurteilung der Nachfragentwicklung stehen Vollerhebungen jeweils über den gesamten Linienweg aus den Jahren 2015 und 2020 zur Verfügung, die mit vorläufigen Ergebnissen der VRS-Verbunderhebung 2018 sowie einer Querschnittserhebung an der Verknüpfungshaltestelle Oberdollendorf aus dem Herbst 2019 verifiziert wurden. Für die von den Leadcity-Ausweitungen betroffenen Zeiträumen ergibt sich folgendes Bild: Linie Mo-Fr nach 20 Uhr Samstag Sonntag 2015 2020 2015 2020 2015 2020 520 54 147 +172% 748 1.081 +45% 355 558 +57% Hinweise: Fahrgastnachfrage auf der Gesamtlinie Montag-Freitag bis 20 Uhr keine Angebotsveränderungen im Rahmen von Leadcity Es wird eine Beibehaltung der Maßnahme empfohlen, sofern auch das Angebot auf der Stadtbahnlinie 66 unverändert bleibt. Ansonsten wird eine auf die Linie 66 abgestimmte Anpassung des Angebotes am Wochenende vor 11:30 Uhr empfohlen.Seite 25 von 33 Die regional geprägte Linie 537 von Bonn Hbf nach Oberpleis wurde samstags von 60‘- auf 30‘- Takt verdichtet und erhielt damit dieselben Angebotsstandards wie die regionalen Hauptachsen im linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis (Linien 845, 855-857, s.u.). Bei der Querschnittserhebung konnten in Höhe Beuel Bahnhof samstags etwa 20% mehr Fahrgäste ermittelt werden.: Linie Normalwerktag Samstag Sonntag 2017 2019 2017 2019 2017 2019 537 320 386 +20% Hinweise: Querschnitt aus Richtung Bonn gesehen hinter der Haltestelle Beuel Bahnhof Montag-Freitag und Sonntag keine Angebotsveränderungen im Rahmen von Leadcity Stichprobenermittlungen im Fahrzeug zufolge konzentriert sich die Nachfrage stärker als bei früheren Zählungen auf die Orte Niederholtorf, Vinxel, Stieldorf und Oberpleis. Die Schleife durch Heisterbacherrott verzeichnet relativ geringe Ein- und Aussteigerzahlen. Dies hängt mutmaßlich mit dem verbesserten Angebot der dort auch verkehrenden Linie 520 zusammen, mit der bei Umstieg in die Linie 66 in Oberdollendorf eine schnellere und häufigere Erreichbarkeit der Bonner Innenstadt möglich ist. Da im Planungs- und Umweltausschuss der Stadt Königswinter am 03.04.2020 zudem eine Beschleunigung der Linie 537 gefordert wurde, schlägt die Verwaltung vor, die Schleife Heisterbacherrott aufzugeben und die Linie 537 zukünftig mit allen Fahrten zwischen Stieldorf und Oberpleis direkt zu führen, wie dies derzeit bei etwa jeder zweiten Fahrt der Fall ist. Dadurch ergeben sich eine Fahrzeitverkürzung von 8 Minuten, die Einsparung eines Umlaufs und eine Leistungsreduzierung von ca. 50.000 km/a. Der Haupt-, Personal- und Finanzausschuss der Stadt Königswinter hat diese Modifizierung in seiner Sitzung am 25.05.2020 bestätigt. Linien 817 in Bornheim Die aus Rheinbach/Heimerzheim kommende Linie 817 verkehrt seit August 2019 ab Roisdorf neu nach Tannenbusch anstelle Hersel. Dazu kam eine Taktverdichtung auf dem Streckenabschnitt innerhalb der Stadt Bornheim, die jedoch Bestandteil des gleichzeitig umgesetzten Buskonzeptes Bornheim und damit keine Leadcity-Maßnahme ist. Aufgabe der neuen Verbindung ist die Herstellung neuer interkommunaler Verbindungen sowie die Anbindung des Gewerbegebietes Alfter-Nord. Letzteres befindet sich aktuell aber noch in der Entwicklung (Vermarktung 1. BA läuft, für 2. BA ist der B-Plan in Aufstellung). Außerdem konnte innerhalb von Tannenbusch die eigentlich geplante Route aufgrund von Straßenbaumaßnahmen bislang noch nicht gefahren werden. Trotzdem verzeichnete die neue Verbindung zwischen Roisdorf und Tannenbusch im November 2019 bereits rund 270 Fahrgäste pro Normalwerktag, bei freilich noch geringer Fahrzeugauslastung von durchschnittlich ca. 4,5 Fahrgästen pro Fahrt. Es wird empfohlen, die Nachfrage im Zusammenhang mit der Entwicklung des Gewerbegebietes weiter zu beobachten und das Angebot bis dahin unverändert zu lassen. Relevante Einsparpotenziale sind an dieser Stelle nicht zu erzielen, da die Linie 817 ansonsten wieder nach Hersel geführt werden müsste, wo zusammen mit der parallelen Linie 818 dann ein Überangebot entstehen würde, ohne dass sich die Fahrleistung reduziert. Linie 845 in Alfter und Swisttal Die Linie 845 ist die wichtigste Buslinie im „schienenfernen“ Dreieck zwischen Rheinstrecke, Eifelstrecke und Voreifelbahn. Sie verbindet dabei insbesondere die Swisttaler Ortsteile Heimerzheim, Morenhoven und Buschhoven mit der Bonner Innenstadt und ist im Nahverkehrsplan des Rhein-Sieg-Kreises als regionale Hauptachse klassifiziert. Bislang gab es Bedienungsdefizite, die im Rahmen von Leadcity vollständig beseitigt werden konnten. Gefahren wird nun montags bis samstags tagsüber im 30‘-Takt, an Sonn- und Feiertagen und in den Tagesrandlagen im 60‘-Takt. Dazu kommen Verstärkerfahrten in der morgendlichenSeite 26 von 33 Hauptverkehrszeit in Richtung Bonn, womit die Kapazitäten für den Berufsverkehr erweitert wurden. Aufgrund der übergeordneten Bedeutung des grenzüberschreitenden Verkehrs und sehr stark lastrichtungsbezogener Nachfrage wurde für die Linie 845 nur eine Querschnittserhebung in Höhe der Haltestelle Karlstraße durchgeführt, d.h. kurz vor Erreichen der Bonner Innenstadt. Diese ergab folgende Nachfrageentwicklung im Vergleich zu 2017: Linie Normalwerktag Samstag Sonntag 2017 2019 2017 2019 2017 2019 845 1.004 1.501 +50% 653 1.305 +100% 240 411 +71% Hinweis: Querschnitt aus Richtung Bonn gesehen hinter der Haltestelle Karlstraße Zur Einordnung der absoluten Nachfrage: 2018 beförderte die Linie 845 an Normalwerktagen insgesamt rund 1.900 Fahrgäste. Die Linie 845 ist damit ein gutes Beispiel dafür, wie mit Leadcity eine schon länger erforderliche Maßnahme umgesetzt werden konnte und unmittelbar zu massiver Fahrgaststeigerung führte. In naher Zukunft wird sich die Bedeutung der Linie nochmals erhöhen, da sie mit einer neuen Haltestelle auf der B56 in Höhe Ramelshoven das in der Entwicklung befindliche Neubaugebiet Buschkauler Feld in Alfter-Witterschlick anbinden soll. Hier sind in den nächsten Jahren ca. 400 neue Wohneinheiten und ca. 10.000 m² Gewerbeflächen vorgesehen. Eine dauerhafte Etablierung des verbesserten Angebotes wird empfohlen. Linien 855, 856, 857 und 881 in Wachtberg und Meckenheim Die Buslinien 855 (Bad Godesberg – Villip – Meckenheim), 856 (Bad Godesberg – Ließem – Berkum – Oedingen) und 857 (Bad Godesberg – Niederbachem – Berkum – Meckenheim) haben im Rahmen von Leadcity analog zur Linie 845 verbesserte Bedienstandards unter Zugrundelegung der Mindeststandards des Nahverkehrsplans für regionale Hauptachsen erhalten, d.h. montags bis samstags tagsüber mindestens 30‘-Takt sowie an Sonn- und Feiertagen und in den Tagesrandlagen 60‘-Takt. Auch hier gab es vorher Bedienungsdefizite, so fuhren die Linien außerhalb der Hauptverkehrszeiten bis August 2019 i.A. nur stündlich und am Wochenende nur mit rudimentärem Angebot oder gar nicht. Dies wurde den Verkehrsbedürfnissen der unmittelbar an den Verdichtungsraum angrenzenden Gemeinde Wachtberg nicht mehr gerecht. Die umfangreichsreichsten Ausweitungen gab es auf den Linien 856 und 857 über Berkum. Auf diesen wurde Anfang 2020 eine Vollerhebung über den kompletten Linienweg durchgeführt. Im Vergleich zu Ergebnissen der VRS-Verbunderhebungen konnten erhebliche Fahrgaststeigerungen ermittelt werden: Linie Normalwerktag Samstag Sonntag 2018 2020 2009 2020 2009 2020 856 1.325 2.068 399 776 31 266 857 2.426 3.607 578 1.440 208 512 Summe 3.750 5.675 +51% 978 2.216 +127% 239 778 +225% Hinweis: Fahrgastnachfrage auf den Gesamtlinien Daten aus VRS-Verbunderhebung 2018 vorläufig, Wochenende wurde vom VRS letztmals 2009 erhoben Die Linie 857 ist mit über 3.600 Fahrgästen pro Normalwerktag jetzt die fahrgaststärkste Buslinie im linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis. Hier wurden auf dem stadtnahen Abschnitt zwischen Bad Godesberg, Niederbachem und Berkum über das o.g. Grundangebot hinausgehende Taktverdichtungen in den Hauptverkehrszeiten umgesetzt (15‘-Takt, morgens in LastrichtungSeite 27 von 33 zeitweise 5‘-Takt), die vorm Start weg sehr gut angenommen wurden. Morgens gab es allerdings trotz ausgeweitetem Angebot weiterhin Überbesetzungen, die am besten durch verstärkten Einsatz von Gelenkbussen vermieden werden könnten. Die Fahrzeugbeschaffungsstrategie der RVK sollte dementsprechend angepasst werden. Auf der Linie 855 wurde ähnlich zur Linie 845 eine Querschnittserhebung an der Haltestelle Bad Godesberg Brunnenallee durchgeführt. Da gemäß älterer Zählungen rund zwei Drittel der Fahrgäste der Linie 855 von/nach Bad Godesberg fahren und die Leistungsausweitung gegenüber den Linien 856 und 857 weitaus geringer war (i.A. nur Neben- und Schwachverkehrszeiten), reicht dies für eine qualifizierte Einschätzung aus. Ergebnisse: Linie Normalwerktag Samstag Sonntag 2017 2019 2017 2019 2017 2019 855 1.374 1.467 +7% 567 656 +16% 159 254 +59% Hinweis: Querschnitt aus Richtung Bad Godesberg gesehen hinter der Haltestelle Brunnenallee Hochgerechnet ergeben sich für die Gesamtlinie absolute Zuwächse in Größenordnungen von ca. 150 Fahrgästen pro Tag. Außerhalb der Leadcity-Förderung wurde im August 2019 die neue Linie 881 als Querverbindung zwischen Berkum und Pech eingerichtet. Diese wies im Januar 2020 pro Normalwerktag bereits rund 260 Fahrgäste/Tag auf, davon etwa 70 aus dem integrierten Schülerspezialverkehr sowie 190 in den neuen stündlichen Kleinbusfahrten. Die vorhergebende TaxiBus-Linie beförderte dagegen bei weitgehend identischem Fahrplan 2017 pro Tag durchschnittlich nur 11 Fahrgäste. D.h. selbst bei Ausklammerung des Schulverkehrs hat sich die Nachfrage versiebzehnfacht. Insgesamt konnte mit dem Maßnahmenbündel die ÖPNV-Erschließung in Wachtberg sowie grenzüberschreitend nach Bad Godesberg und Meckenheim auf ein völlig neues Qualitätsniveau gehoben werden, was sich auch in den Fahrgastzahlen niederschlägt. Besonders große Zuwächse gab es in den Ortslagen Berkum und Niederbachem. Bemerkenswert ist, dass die Fahrgaststeigerungen nicht nur auf grenzüberschreitende Fahrbeziehungen nach Bonn entfallen, sondern auch auf den Binnenverkehr zwischen den Wachtberger Ortsteilen sowie nach Meckenheim; und außerdem insbesondere auch auf Zeiträume abseits der klassischen Hauptverkehrszeiten. Der Busverkehr in Wachtberg ist damit nun wesentlich besser aufgestellt, da er nicht mehr nur eine Nischenfunktion für einzelne Fahrgastgruppen wahrnimmt, sondern eine konkurrenzfähige Mobilitätsalternative für die gesamte Gemeinde darstellt. Der Rat der Gemeinde Wachtberg hat am 17.12.2019 die Einführung des Jobtickts für die Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung beschlossen. Dabei wurde explizit auf das verbesserte ÖPNV-Angebot als Grundvoraussetzungen hingewiesen. Ein großer Arbeitgeber in Berkum berichtet, dass seit Umsetzung des neuen Angebotes bei Stellenausschreibungen nun deutlich mehr Bewerbungen aus dem Bonner Raum eingehen, da jetzt eine angemessene Erreichbarkeit im Busverkehr gegeben sei. An der Haltestelle Werthhoven Institut, die mit dem Fraunhofer- Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik den größten Arbeitgeber in Wachtberg anbindet, haben sich die Fahrgastzahlen im Vergleich zur VRS-Verbunderhebung 2018 um etwa 60% auf nun gut 170 pro Normalwerktag gesteigert. In Fahrgasteingaben wurde mehrfach die veränderte Linienführung der Linien 856 und 857 in Bad Godesberg bemängelt und eine verbesserte Anbindung an die Stadtbahn und die Schulen gewünscht. In Abstimmung mit der Stadt Bonn sollen die beiden Linien daher ab Dezember 2020 einen nochmals gestrafften Linienweg über die Zanderstraße statt Deutschherrenstraße erhalten. Dadurch wird bei einer um etwa 26.000 km/a reduzierten Fahrleistung eine direkte Erreichbarkeit der Haltestelle Stadthalle in beiden Fahrtrichtungen erreicht, womit sich die Fahrzeiten für Umsteiger zur Stadtbahn verringern. Außerdem wird die für den Schulverkehr wichtige Haltestelle Hans-Böckler-Allee wieder angefahren. Im Gegenzug entfallen die für den grenzüberschreitenden Verkehr irrelevanten Haltestellen Deutschherrenstraße und Miramonti. Dies ist dadurch möglich, dass diese Haltestellen von der neuen SWBV-Linie 637 bedient werdenSeite 28 von 33 können. Davon abgesehen sollten die Angebotsverbesserungen aus Sicht der Verwaltung vollumfänglich erhalten bleiben. Zusammenfassung der Verwaltungsempfehlungen Die Angebotsmaßnahmen des Leadcity-Projektes zeigen, wie Verbesserungen auf ausgewählten Korridoren die Relevanz des ÖPNV deutlich stärken können und sind damit gleichzeitig „Blaupause“ für zukünftige Verbesserungen auf weiteren Relationen. Die Fortführung der Maßnahmen wird mit folgenden Modifikationen empfohlen: Linie 66: ggf. Ausdünnung am Wochenende vor 11:30 Uhr (-17.000 km/a im RSK) Linie 520: ggf. Ausdünnung am Wochenende vor 11:30 Uhr (-4.000 km/a im RSK) Linie 537: Verzicht auf die Schleife Heisterbacherrott (-50.000 km/a im RSK) Linie SB55: 20‘-Takt an Samstagen (leistungsneutral durch Umschichtung) Linie 604: ggf. Ausdünnung am Wochenende vor 11:30 Uhr (-1.000 km/a im RSK) Linien 856/857: gestraffter Linienweg in Bad Godesberg zur verbesserten Anbindung an die Stadtbahn und die Schulen im Pennenfeld Die neuen bzw. veränderten Linien 540, 550 und 552 sollen nach Ende der pandemiebedingten Einschränkungen erneut evaluiert werden, um Optimierungsmöglichkeiten prüfen und vorlegen zu können. Kostenkalkulation Im Fahrplanjahr 2020 wird im Rhein-Sieg-Kreis nach Meldung der Verkehrsunternehmen folgende zusätzliche Verkehrsleistung resultierend aus dem Leadcity-Projekt erbracht: RSVG (Bus): 746.422,85 km/a RVK (Bus): 569.662,47 km/a SSB (Stadtbahn): 66.917,26 km/a (Wagenkilometer) Die Vollkosten für alle Maßnahmen liegen bei 5,2 Mio €/a gemäß Preisstand 2020 bzw. bei Zugrundelegung der o.g. Modifizierungen 4,9 Mio €/a. Hintergrund zum hier gewählten Ansatz der Vollkosten ist, dass zusätzliche Einnahmen durch neue Fahrgäste, Einnahmen nach §11 (ÖPNV Pauschale) und §11a (Ausbildungsverkehrspauschale) nach ÖPNVG NRW oder sonstige Erträge nicht mitbetrachtet werden. Grundlage für die derzeitige Einnahmeaufteilung ist die in der Endabstimmung befindliche VRS-Verbunderhebung 2018 (d.h. Angebotsstand vor Leadcity). Da im Rahmen von Leadcity überdurchschnittlich ausgelastete Linien ausgeweitet und betriebliche Optimierungen vorgenommen wurden, erwartet die Verwaltung, dass das zusätzliche Angebot perspektivisch mit einem durchschnittlichem Kostendeckungsgrad erbracht werden kann. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie ist eine optimistischere Schätzung nicht angebracht. Bei der Beurteilung der Mehrleistung ist auch zu berücksichtigen, dass einige Verbesserungen bereits vor Leadcity vorgesehen waren (inkl. vorliegender Rahmenbeschlüsse), seinerzeit aufgrund nicht vorliegender Beschlussfassung in Bonn aber noch nicht umgesetzt werden konnten: Buskonzept Wachtberg (+385.384,89 km/a inkl. Streckenabschnitte in Meckenheim) Herstellung 20‘-Grundtakt auf der Linie 551 Bonn – Troisdorf analog zu den anderen Troisdorfer Hauptlinien (+177.706,92 km/a) Zusammen repräsentieren diese beiden Maßnahmen über 560.000 km/a und damit fast die Hälfte der Leistungsmehrung. Fazit Die öffentliche Diskussion zu Leadcity hat sich sehr stark auf die Tarifmaßnahmen fokussiert, insbesondere auf das kontrovers gesehene 365-Euro-Ticket. Bei den ÖPNV-Angebotsmaß-Seite 29 von 33 nahmen ist die verkehrlich Wirkung dagegen eindeutig. Auf Grundlage der vorliegenden Evaluierung der ÖPNV-Maßnahmen im Rhein-Sieg-Kreis innerhalb des Projekts 2b „Einbrechende Buslinien aus dem Rhein-Sieg-Kreis“ der „Modellstadt zur Verbesserung der Luftqualität (Lead City Bonn)“ darf man von einem erfolgreichen Projekt sprechen. In den Hauptverkehrszeiten wurden den Kunden mehr Kapazitäten zur Verfügung gestellt, so dass auch die vorher bestehenden Überlastungserscheinungen abgemildert werden konnten. In den Nebenverkehrszeiten wurden für einen Ballungsraum marktfähige Angebote etabliert, was sich aus großen Fahrgastzuwächsen außerhalb der Hauptverkehrszeiten ablesen lässt. Die positive Resonanz der Fahrgäste konnte nachgewiesen werden. Ob und wie sich die Verkehrswende und damit auch die ÖPNV-Nutzung jetzt unter den Corona- Bedingungen gestalten wird, ist schwer prognostizierbar. In unterschiedlichen Arbeitsgruppen wird darüber beraten und auch in der Fachliteratur hat die Diskussion gerade erst begonnen. Es ist aber davon auszugehen, dass die Maßnahmen auf den grenzüberschreitenden Buslinien nach Normalisierung der Verkehrsverhältnisse wieder ein ganz wesentlicher Baustein der Verkehrswende mit Verkehrsverlagerung, Entlastung des Straßennetzes und Herstellung attraktiver ÖPNV-Verbindungen zwischen der Stadt Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis sein werden. Gerade dem grenzüberschreitenden Busverkehr nach Bonn kommt dabei außerdem eine außerordentliche Bedeutung zur Bewältigung der anstehenden Großbaumaßnahmen im Fernstraßennetz zu. Über das Beratungsergebnis in der Sitzung des Ausschusses für Planung und Verkehr am 16.06.2020, des Finanzausschusses am 17.06.2020 und des Kreisausschusses am 22.06.2020 wird mündlich berichtet. (Landrat)Seite 30 von 33 Haushalt: I. Haushaltsmittel sind veranschlagt bei: (Produktnr. bzw.Projektnr.) II. Ressourcenverbrauch (nur soweit nicht in Haushaltsplanung berücksichtigt): Personal: Vollzeitäquivalente p.a. Personalbedarf Personaleinsparung Finanzen: konsumtiv in € pro Jahr(sofern dauerhaft) bzw. pro Projekt Aufwendungen Personalaufwand Transferaufwand sonstiger Aufwand Abschreibungen Erträge (negatives Vorzeichen) Saldo Zeitraum (ab… ) (von…bis…) Gesamt: investiv in € pro Maßnahme Auszahlungen Einzahlungen (negatives Vorzeichen) Saldo Umsetzungs- zeitraum (von…bis…) Baumaßnahmen/ Beschaffung Grunderwerb Gesamt Deckung ist innerhalb des Budgets gegeben Die Bereitstellung zusätzlicher Mittel ist erforderlich Anhang: Linienübersichten und Details zum ÖPNV im Rhein-Sieg-Kreis innerhalb des Projekts „Modellstadt zur Verbesserung der Luftqualität (Lead City Bonn)“Seite 31 von 33 Start/Ziel: Uniklinikum Süd Start/Ziel: Uniklinikum Süd Uniklinikum Hauptpforte Casselruhe Eduard- Otto-Str. UN Campus Bf Heussallee/ Museumsmeile Haus der Jugend Bundeskanzler- Deutsche Welle Post Tower Heinrich- Brüning- Str. Marie-Kahle- Allee platz Friedrichruh Heinrich- Lützeler- Str. Gregor- Mendel- Str. Stauffenberg- Marien- hospital Kiefernweg Uniklinikum Nord Start/Ziel: Fritz-Erler-Str. Start/Ziel: Fritz-Erler-Str. Graf Str. Kartengrundlage: Amtlicher Stadtplan der Stadt Bonn (Maßstab: 1:12.500) Linienverlauf der Buslinie 634 Start/Ziel: Uniklinikum Süd Start/Ziel: Uniklinikum Süd Uniklinikum Hauptpforte Casselruhe Eduard- Otto-Str. UN Campus Bf Heussallee/ Museumsmeile Haus der Jugend Bundeskanzler- Deutsche Welle Post Tower Heinrich- Brüning- Str. Marie-Kahle- Allee platz Friedrichruh Heinrich- Lützeler- Str. Gregor- Mendel- Str. Stauffenberg- Marien- hospital Kiefernweg Uniklinikum Nord Start/Ziel: Fritz-Erler-Str. Start/Ziel: Fritz-Erler-Str. Graf Str. 634 634 Konzeption und Gestaltung Stadtwerke Bonn Verkehrs-GmbH Stand: Februar 2022Seite 32 von 33 Seite 33 von 33
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