220828 · Mitteilungsvorlage
Regionales Übergangsmanagement in der Region Bonn / Rhein-Sieg – Landesvorhaben „Kein Abschluss ohne Anschluss – Übergang Schule – Beruf NRW (KAoA)“ – Bericht zur Umsetzung, Stand Januar 2022
Kerndaten
- Nummer
- 220828
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 22.04.2022
- Letzte Änderung
- 15.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Schulausschusses Kenntnisnahme
- Sitzung des Ausschusses für Kinder-, Jugend und Familie Kenntnisnahme
- Sitzung des Ausschusses für für Europa, Internationales, Wissenschaft, Wirtschaft und Arbeit Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage öffentlich 220828 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 40 Schulamt Dezernat: Dez. V Regionales Übergangsmanagement in der Region Bonn / Rhein-Sieg – Landesvorhaben „Kein Abschluss ohne Anschluss – Übergang Schule – Beruf NRW (KAoA)“ – Bericht zur Umsetzung, Stand Januar 2022 Beratungsfolge Schulausschuss 12.05.2022 Kenntnisnahme Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie 19.05.2022 Kenntnisnahme Ausschuss für Europa, Internationales, Wissenschaft, Wirtschaft und Arbeit 02.06.2022 Kenntnisnahme Mitteilung: Die Stadt Bonn nimmt seit dem Jahr 2012 am Landesvorhaben „Kein Abschluss ohne Anschluss – Übergang Schule-Beruf NRW (KAoA)“ teil. Darin wird die seit dem Jahr 2008 erfolgreich etablierte Zusammenarbeit mit dem Rhein-Sieg-Kreis im Themenfeld „Regionales Übergangsmanagement Bonn/Rhein-Sieg“ fortgesetzt und intensiviert. Das regionale Netzwerk pflegt in seinen beiden Arbeitsebenen in Strategiegruppe und Regionalem Steuerungsgremium eine zielorientierte und über mehr als 10 Jahre stabile, gewachsene vertrauensvolle Zusammenarbeit. Aufgrund der pandemischen Lage durch Corona wurden in 2020 einige Standardelemente der Landesinitiative landesweit ausgesetzt und konnten dann unter veränderten Rahmenbedingungen (hier insbesondere durch digitale Formate) teilweise wieder aufgegriffen werden. Dies hat sich in 2021 fortgesetzt. Einige Elemente fanden wieder in Präsenz statt (Potenzialanalyse), einige teils in digitalen Formaten (BFE), teils wurden sie erneut ausgesetzt (z.B. Praxiskurse). Für die Landesinitiative KAoA liegt eine Finanzierungszusage des Landes im bisherigen Umfang bis 31.12.2023 vor. Anlage/n 1 Bericht_Landesvorhaben-KAoA_2021 (öffentlich)Seite 1 von 25 BERICHT ZUR UMSETZUNG DER LANDESINITIATIVE „KEIN ABSCHLUSS OHNE ANSCHLUSS - ÜBERGANG SCHULE - BERUF NRW“ IN DER BUNDESSTADT BONN IM JAHR 2021 STAND: JANUAR 2022 REGIONALES BILDUNGSBÜRO - KOMMUNALE KOORDINIERUNGSeite 2 von 25 2 Inhalt 1. Grundstruktur der Landesinitiative ..........................................................................................3 Teilnehmende Schulen .....................................................................................................................3 Steuerungsstruktur...........................................................................................................................4 2. Standardelemente der Beruflichen Orientierung ..................................................................5 Potenzialanalyse ...............................................................................................................................5 Berufsfelderkundungen....................................................................................................................6 Betriebspraktika ...............................................................................................................................7 Praxiskurse .......................................................................................................................................7 Langzeitpraktikum ............................................................................................................................8 KAoA-STAR........................................................................................................................................8 KAoA-kompakt..................................................................................................................................9 Studienorientierung .........................................................................................................................9 Beratung an Schulen, Portfolioinstrument „Berufswahlpass NRW“ .............................................10 Koordinierte Übergangsgestaltung/Anschlussvereinbarung, Übergangsgestaltung .....................12 Elternarbeit.....................................................................................................................................13 Qualitätsentwicklung, Erfahrungstransfer und Qualifizierung ......................................................14 3. Kooperationen Schule-Wirtschaft .........................................................................................16 4. Berufswahlsiegel ......................................................................................................................18 5. Querschnittsaufgaben Inklusion, Gendersensibilität, Integration.....................................18 6. Kommunale Koordinierung KAoA..........................................................................................20 7. Zusammenarbeit Schule - Jugendberufshilfe ......................................................................21 8. Finanzielle Förderung ..............................................................................................................21 Anlage .............................................................................................................................................23Seite 3 von 25 3 1. Grundstruktur der Landesinitiative Aufbauend auf dem im Jahr 2008 zwischen der Stadt Bonn, dem Rhein-Sieg-Kreis sowie bedeutenden Akteuren der Wirtschaft und der Arbeitsverwaltung1 geschlossenen Vertrag zum „Regionalen Übergangsmanagement Schule-Beruf“ hat sich die Stadt Bonn zusammen mit dem Rhein-Sieg-Kreis im Jahr 2012 dem Landesprogramm „Kein Abschluss ohne Anschluss – Übergang Schule-Beruf in NRW“ angeschlossen. Die Umsetzung des landesweiten, verbindlichen Übergangssystems erfolgt in vier Handlungsfeldern: Systematisierung der Beruflichen Orientierung an Schulen Systematisierung des Übergangs von der Schule in den Beruf und/oder das Studium Steigerung der Attraktivität der dualen Ausbildung Kommunale Koordinierung des Übergangssystems Schule-Beruf Ziel ist es, mithilfe einer systematischen und geschlechtersensiblen Beruflichen Orientierung, Jugendliche darin zu unterstützen, reflektierte Berufs- und Studienwahlentscheidungen zu treffen und realistische Ausbildungsperspektiven zu entwickeln. Dazu wurden sogenannte Standardelemente der Beruflichen Orientierung entwickelt, die beginnend mit dem Schuljahr 2013/2014 ab der Klasse 8 von den ersten städtischen weiterführenden Schulen umgesetzt wurden. Teilnehmende Schulen Seit dem Schuljahr 2016/2017 nehmen alle öffentlichen allgemeinbildenden Schulen verpflichtend an der Landesinitiative teil; Schulen in privater Trägerschaft können sich der Initiative auf Antrag anschließen. Zu den derzeit 39 teilnehmenden Schulen in Bonn zählen alle 28 städtischen allgemeinbildenden Schulen inkl. drei Förderschulen, die vier Berufskollegs sowie drei Schulen in privater Trägerschaft. Hinzu kommen zwei 1 IHK Bonn/Rhein-Sieg, Handwerkskammer zu Köln, Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg, Jobcenter Bonn, Jobcenter Rhein-Sieg, Deutscher GewerkschaftsbundSeite 4 von 25 4 Förderschulen (eine städtische und eine Schule in der Trägerschaft des Landschaftsverbandes Rheinland), die mit "KAoA-STAR" (s. unter Punkt 2) beteiligt sind; darüber hinaus können seit dem Schuljahr 2021/2022 auch die beiden Weiterbildungskollegs in "KAoA-kompakt" (s. unter Punkt 2) teilnehmen. Da Schulen in privater Trägerschaft nicht zur Teilnahme verpflichtet sind, wird trotz einer flächendeckenden Umsetzung nach wie vor ein relativ großer Teil insbesondere der Bonner Gymnasialschüler*innen nicht erreicht: Von neun privaten Gymnasien nehmen bisher nur zwei an KAoA teil, zwei weitere Gymnasien streben ihre KAoA-Teilnahme an. Steuerungsstruktur Die bereits im Rahmen des „Regionalen Übergangsmanagements Schule-Beruf“ geschaffene institutionenübergreifende Verantwortungsgemeinschaft der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises wird mit der Umsetzung der Landesinitiative weiter ausgebaut und verfestigt. Kernelement ist das generell zweimal jährlich tagende Regionale Steuerungsgremium sowie eine daraus gebildete kleinere Strategiegruppe. Kontinuierliche Abstimmungskontakte auf den Arbeits- und Leitungsebenen garantieren eine im regionalen Konsens stattfindende Umsetzung von KAoA. Aufgrund der Corona-Pandemie und der sich daraus ergebenden einschränkenden Maßnahmen hat das Steuerungsgremium mit seinen über 40 Mitgliedern im Schuljahr 2020/2021 allerdings nur einmal in virtueller Form stattgefunden; die Strategiegruppe traf sich in diesem Zeitraum hingegen viermal in Webmeetings. Die digitalen Formate werden sowohl beim Steuerungsgremium als auch bei der Strategiegruppe im laufenden Jahr beibehalten, sofern die Notwendigkeit besteht. Seit Juni 2018 ist auch die Stabstelle Integration im Steuerungsgremium vertreten und seit 2019 nehmen darüber hinaus die KAoA-Regionalkoordinator*innen (von der Bezirksregierung benannte Lehrkräfte, die für die curriculare Umsetzung von KAoA zuständig sind) teil. Eine Übersicht aller beteiligten Institutionen ist dem Bericht beigefügt.Seite 5 von 25 5 2. Standardelemente der Beruflichen Orientierung Potenzialanalyse Die Potenzialanalyse ist der erste Baustein im schulischen Prozess der Beruflichen Orientierung. Sie ist ein eintägiges stärken- und handlungsorientiertes Testverfahren in der Klasse 8, das schulische Basiskompetenzen sowie methodische, personale und soziale Fähigkeiten und Fertigkeiten der Schüler*innen im Hinblick auf die Lebens- und Arbeitswelt ermittelt. Seit Beginn des Schuljahres 2018/2019 haben Schüler*innen mit festgestelltem Förderbedarf die Möglichkeit, an einem zweitägigen Testverfahren teilzunehmen. Um die Qualität der Potenzialanalysen sicherzustellen, findet jeweils zum Ende jedes Schuljahres neben der flächendeckenden Evaluation von Seiten des Landes eine regionale Auswertung mit Beteiligung der Bildungsträger und Vertretern aller Schulformen statt. Die Potenzialanalyse wird zu 100% aus Landesmitteln mit Unterstützung aus dem Europäischen Sozialfonds finanziert. Im Rahmen eines zentralen Vergabeverfahrens durch die Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks e.V. (LGH) wurden für die Schuljahre 2019/2020 bis 2022/2023 zwei regionale Bildungsträger mit der Durchführung der Potenzialanalysen an Bonner Schulen beauftragt. Im Schuljahr 2020/2021 konnten alle Durchführungstage der Potenzialanalyse - aufgrund der Pandemie-Situation ausnahmsweise im gesamten Schuljahr - in Präsenz stattfinden,Seite 6 von 25 6 sodass mit angepassten Rahmenbedingungen und unter Einhaltung aller Schutzvorschriften wieder rund 2.750 Schüler*innen erreicht wurden. Auch im laufenden Schuljahr 2021/2022 nehmen im 1. Schulhalbjahr in Bonn wieder regulär bis zu 2.800 Schüler*innen an der Potenzialanalyse – wiederum unter Einhaltung aller pandemiebedingten Schutzvorkehrungen – in Präsenzform teil. Berufsfelderkundungen Der Potenzialanalyse schließen sich, ebenfalls in Klasse 8, drei ganztägige Berufsfelderkundungen (kurz: BFE) in Unternehmen oder bei öffentlichen Arbeitgebern an. Aufbauend auf den Ergebnissen der Potenzialanalyse lernen die Schüler*innen dabei drei verschiedene Berufsfelder praxisnah kennen. Sie erhalten eine realistische Vorstellung von den Anforderungen in der Ausbildung und im Beruf. Zur Vermittlung dieser Berufsfelderkundungsplätze nutzen viele Schulen in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis ein regionales Buchungsportal, welches von den beiden Kommunalen Koordinierungsstellen betreut wird. Zum laufenden Schuljahr 2021/2022 erfolgte ein Anbieterwechsel: Das neue Berufsfelderkundungsportal, www.brs.bfe-nrw.de, bietet den Schulen, Schüler*innen und Anbieter*innen erweiterte Funktionen und ein neues Praktikumsportal. Derzeit sind dort über 600 Unternehmen und Institutionen zur Erstellung von Angeboten für die Schüler*innen in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis registriert. Nach der pandemiebedingten Absage der BFE-Zeiträume im April und Juni 2020 konnten die Schüler*innen ab Beginn des Jahres 2021 digitale Angebote zur Berufsfelderkundung wahrnehmen. Die betrieblichen Angebote werden durch trägergestützte Berufsfelderkundungen in Werkstätten überbetrieblicher Berufsbildungsstätten für Schüler*innen aus der 8. Jahrgangsstufe, die an der Potenzialanalyse teilgenommen haben, ergänzt. Im Schuljahr 2020/2021 konnte ein neuer Bildungsträger für die Region Bonn/Rhein-Sieg hinzugewonnen werden. Ein anderer Bildungsträger ist zurückgetreten, so dass weiterhinSeite 7 von 25 7 drei unterschiedliche Bildungsträger Kurse im dafür vorgesehenen und neuen BAN-Portal https://banportal-kaoa.de für die Bildungsregion anbieten. Auf Grund der Coronaschutzverordnung (CoronaSchVO) und der dadurch unsicheren Gesamtsituation wurden die Angebote in Bonn kaum gebucht oder seitens der Bildungsträger wieder storniert. Um ausgefallene Angebote nachzuholen, konnten trägergestützte Berufsfelderkundungen aus dem Schuljahr 2020/2021 mit Flexibilisierungsmöglichkeiten bis zum 31.12.2021 für Schüler*innen aus der 9. Jahrgangsstufe gebucht werden. Das 2-Schicht-Modell ist bei den nachzuholenden trägergestützten Berufsfelderkundungen eine Möglichkeit der Flexibilisierung, die von zwei Bildungsträgern angeboten und von den Schulen nur vereinzelt genutzt wurde. Digitale Angebote sind nicht zum Einsatz gekommen. Betriebspraktika Über ein in der Regel zwei- bis dreiwöchiges verbindlich durchgeführtes Betriebspraktikum in der Klasse 9 oder 10 lernen die Schüler*innen die Berufswelt über einen längeren Zeitraum anhand von definierten Aufgaben unmittelbar kennen. Neben den Lehrstellenbörsen der Kammern hält auch das regionale Berufsfelderkundungsportal Praktikumsplätze für die Schüler*innen bereit. Schüler*innen, die im Schuljahr 2019/20 kein Praktikum absolvieren konnten und sich noch nicht in der Abgangsklasse befanden, haben das Praktikum im Schuljahr 2020/21 nachgeholt. Auch eine weitere Verschiebung in das Schuljahr 2021/22 war letztmalig möglich. Die Schulen waren außerdem angehalten, bei pandemiebedingtem Ausfall der Praktika alternative Angebote zur Verfügung zu stellen. Auch hierbei wurde oftmals erfolgreich auf digitale Formate zurückgegriffen. Praxiskurse Schüler*innen, die sich in einem Berufsfeld zusätzlich praktisch erproben möchten, können in der Jahrgangsstufe 9 und 10 an Praxiskursen teilnehmen. Diese Praxiskurse vermitteln vertiefende Einblicke in einzelne Berufsfelder bzw. berufliche Tätigkeiten. Sie finden in Gruppen von 8 bis 15 Schüler*innen bei ausgewählten Bildungsträgern der Region an dreiSeite 8 von 25 8 aufeinanderfolgenden Tagen statt. Im Schuljahr 2020/2021 hat pandemiebedingt keiner der drei Bildungsträger einen Praxiskurs anbieten können. Langzeitpraktikum Ergänzend zum Betriebspraktikum und zu den Praxiskursen bietet das Langzeitpraktikum ausgewählten Schüler*innen im letzten Pflichtschuljahr die Möglichkeit, bei fachlichem und individuellem Unterstützungsbedarf einen direkten Übergang von der Schule in eine Ausbildung zu erreichen. In Form eines freiwilligen Praxistages pro Woche erhalten die Schüler*innen tiefgehende Einblicke in ein Berufsfeld und die Chance, einen guten Kontakt zu einem Ausbildungsbetrieb zu knüpfen. Das Langzeitpraktikum wird weiterhin an einer Hauptschule, einer Gesamtschule und zwei Förderschulen umgesetzt. KAoA-STAR Schüler*innen mit Unterstützungsbedarf in den Förderschwerpunkten Geistige Entwicklung, Körperliche Entwicklung, Hören und Kommunikation, Sehen sowie Sprache erhalten eine systematische Berufliche Orientierung durch das Programm KAoA-STAR („Schule trifft Arbeitswelt“) des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) und des Integrationsfachdienstes (IFD). Das Ziel ist, dass zukünftig mehr Schulabsolvent*innen mit Behinderungen oder Unterstützungsbedarf in Ausbildungs- bzw. Arbeitsverhältnisse am allgemeinen Arbeitsmarkt einmünden. STAR ist Teil der Landesinitiative KAoA und orientiert sich in seinem Aufbau an den Inhalten der regulären Standardelemente. Neben Schüler*innen der Förderschulen profitieren auch Schüler*innen im Gemeinsamen Lernen von den STAR-Angeboten. Um Eltern von Schüler*innen im Gemeinsamen Lernen bei der Entscheidung, an welchem Programm ihr Kind teilnehmen soll, zu unterstützen, wird seit 2018 jährlich eine Informationsveranstaltung für sie angeboten. In 2021 wurden die Eltern pandemiebedingt in Form einer digitalen Sprechstunde des IFD/LVR und der Kommunalen Koordinierungsstelle Bonn informiert.Seite 9 von 25 9 KAoA-kompakt Für Schüler*innen, die eine Internationale Förderklasse (IFK) an einem Berufskolleg besuchen sowie für Schüler*innen der Klasse 10, die bisher keine Erstberufsorientierung erhalten haben, wird „KAoA-kompakt“ als eine Zusammenführung zentraler Bausteine der Landesinitiative umgesetzt. Die Standardelemente Potenzialanalyse (zweitägig), dreitägige trägergestützte Berufsfelderkundungen und Praxiskurse werden dabei innerhalb eines Schuljahres von einem Bildungsträger durchgeführt. Auch im Schuljahr 2020/2021 war eine Durchführung der KAoA-kompakt Elemente nur schwer umsetzbar. Vereinzelt haben Schüler*innen der Bonner Berufskollegs an der zweitägigen Potenzialanalyse, die vom Bildungsinstitut der Rheinischen Wirtschaft (BRW) durchgeführt wird, teilgenommen. An den zur Potenzialanalyse ergänzenden Standardelementen von KAoA-kompakt haben keine Schüler*innen teilgenommen. Studienorientierung Schüler*innen mit dem Ziel der Hochschulreife lernen durch die Berufliche Orientierung in der Sekundarstufe II die akademischen Ausbildungswege kennen. Im neuen Online-Tool zur Beruflichen Orientierung (www.bo-tool.de, weitere Informationen im folgenden Abschnitt) finden die Lehrkräfte umfangreiche Informationen und hilfreiche Materialien für die schulische Berufliche Orientierung in der Sekundarstufe II. Der Generator für die verpflichtenden Workshop-Elemente in der Sek II wurde dort ebenfalls integriert. Weiterhin gibt es umfangreiche theoretische Grundlagen zur Beruflichen Orientierung sowie Hinweise zu Partnerangeboten der im Übergangsmanagement beteiligten Akteure. Zu den weiteren Angeboten zählen Informationsveranstaltungen und außerschulische Lernangebote der Hochschulen, Kooperationen von Schulen und Hochschulen zu bestimmten Fachthemen, Beratungsangebote der Studienberatungsstellen der Hochschulen und der Arbeitsagenturen sowie die Bereitstellung von Online-Self- Assessment-Tools, wie etwa das Selbsterkundungstool Check-U der Agentur für Arbeit.Seite 10 von 25 10 Die Hochschulen der Region sind Mitglieder des Regionalen Steuerungsgremiums und damit kontinuierlich an der Weiterentwicklung und Umsetzung des Standardelements beteiligt. Die im Schuljahr 2017/2018 erstmals erschienene Broschüre "Studien- und Berufsorientierung" mit allen regionalen Angeboten zur Beruflichen Orientierung für Schüler*innen der Sekundarstufe II wurde sehr gut angenommen. Zu Beginn des Schuljahres 2019/20 wurden 3.100 Exemplare einer dritten, aktualisierten Auflage bedarfsorientiert an Gymnasien, Gesamtschulen und Berufskollegs verteilt. Die Broschüre steht allen Interessierten auch auf der Homepage zur Beruflichen Orientierung in Bonn und Rhein-Sieg zum Download zur Verfügung, unter www.bo-brs.de. Viele in der Broschüre abgebildeten Angebote und Veranstaltungen mussten aufgrund der Corona-Pandemie ausfallen, weshalb eine Neuauflage mit aktualisierten und digitalen Angebotsformen ab dem Schuljahr 2022/2023 geplant ist. Beratung an Schulen, Portfolioinstrument „Berufswahlpass NRW“ In Beratungsgesprächen der Agentur für Arbeit werden die Schüler*innen in Zusammenarbeit mit Lehrkräften und Fachkräften der Schulsozialarbeit spätestens ab der Klasse 9 systematisch im Prozess ihrer Beruflichen Orientierung unterstützt. Für allgemeinbildende Schulen werden darüber hinaus mindestens zwei berufsorientierende Veranstaltungen verbindlich angeboten. Begleitend verwenden alle Schüler*innen ab der Klasse 8 ein Portfolioinstrument: Die Stadt Bonn hat sich für die einheitliche Verwendung des Berufswahlpasses NRW entschieden. Das Portfolioinstrument bietet Schüler*innen die Möglichkeit, den Weg ihrer Beruflichen Orientierung zu dokumentieren und zu reflektieren, Informationen zusammenzustellen und damit ihre Berufliche Orientierung zunehmend selbstverantwortlich zu gestalten. Für Schüler*innen mit entsprechendem Bedarf, insbesondere im Gemeinsamen Lernen und an Förderschulen, werden außerdem der Berufswahlpass NRW in Leichter Sprache sowieSeite 11 von 25 11 für neu zugewanderte Jugendliche der Berufswahlpass NRW in sprachentlasteter Form angeboten und auch gerne genutzt. Mit der Teilnahme an der Potenzialanalyse wird auch die Herausgabe des Berufswahlpasses NRW für alle Schüler*innen über Landesmittel finanziert. Die online-Versionen aller "BWP NRW"-Varianten finden sich auch unter der passwortgeschützten Website https://www.bo-tool.de/ : BO-Tool NRW - Digitales Online- Instrumentarium zur Beruflichen Orientierung. Das „BO-Tool NRW“ ist ein umfangreiches, aber sehr übersichtlich gestaltetes digitales Unterstützungsinstrument des Ministeriums für Bildung und Schule NRW, um die Berufliche Orientierung junger Menschen zukunftsorientiert weiterzuführen: In fünf Themenbereichen werden Materialien, Hilfen, Informationen und Angebote strukturiert dargestellt. Mit dem neu geschaffenen BO-Tool NRW wird der bisherige Prozess der Berufsorientierung digital weiterentwickelt und an die Bedürfnisse und Notwendigkeiten angepasst. Es ist zu Beginn des Schuljahres 2021/2022 insbesondere als Service für alle Schulen und ihre Partner an den Start gegangen. Darüber hinaus wird der „Berufswahlpass 4.0“, d.h. eine zielgruppenorientierte „Berufswahlapp", entwickelt, u.a. um den Schüler*innen die selbstorganisierte Gestaltung ihres Berufsorientierungsweges zu ermöglichen (https://berufswahlapp.de). Ihre Inbetriebnahme soll zum Schuljahr 2022/2023 zunächst an Pilotschulen erfolgen. Bereits seit der zweiten Hälfte des Schuljahres 2019/2020 gibt es den regionalen Reader „Schulische Beratung in der Beruflichen Orientierung“ für die Schulen in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis: Der Reader dient einer praxisnahen Orientierung und Unterstützung für Lehrkräfte ab der achten Klasse und existiert sowohl als Broschüre als auch in digitaler Form auf www.bo-brs.de; eine regelmäßige Aktualisierung ist gewährleistet.Seite 12 von 25 12 Koordinierte Übergangsgestaltung/Anschlussvereinbarung, Übergangsgestaltung Die koordinierte Übergangsgestaltung ist ein Prozess, bei dem die Jugendlichen ihre bis dahin vorliegenden Ergebnisse und Erkenntnisse aus der Beruflichen Orientierung bilanzieren. In einer Anschlussvereinbarung zwischen den Jugendlichen, Lehrkräften, der Berufsberatung und ggf. weiteren Partnern (z.B. Jugendhilfe) werden die individuellen Entscheidungen und weiteren Schritte der Jugendlichen dokumentiert, die zu der angestrebten, tragfähigen beruflichen Perspektive führen sollen. Die Anschlussvereinbarung soll erstmals in der Vorabgangsklasse ausgefüllt (i.d.R. Jahrgangsstufe 9/ 2. Halbjahr) und bis zum Übergang in eine Ausbildung oder in ein Studium fortgeschrieben werden. Seit dem Schuljahr 2017/2018 steht das Formular der Anschlussvereinbarung auch in leichter Sprache zur Verfügung. Zu Beginn des 10. Schulbesuchsjahres stehen der Kommunalen Koordinierung die kumulierten Daten aus dem Eckdaten-Online-Portal (EckO) zur Verfügung, um den jungen Menschen zielgerichtete und passgenaue Angebote im Übergang bereitstellen zu können. Für den Sekundarbereich II sind die Eintragungen in das EckO-Portal seit dem Schuljahr 2019/2020 nicht mehr verbindlich. In 2020 wurde eine EckO Sondererhebung an den Bonner Berufskollegs durchgeführt. Um diese Sondererhebung zu verstetigen, ist in 2021 ein neues Element der Übergangsgestaltung verpflichtend eingeführt worden: Das Erhebungsformat Kumulierte Ausbildungsstellenwünsche RegionaL (kurz: KARL) für Berufskollegs mit vollzeitschulischen Bildungsgängen, die nicht zu einem Berufsabschluss führen und für die Einführungsphase (EF) der Gesamtschulen und Gymnasien. Die Schüler*innen sollen bei dieser Abfrage Ausbildungswünsche angeben, um gezielt bei der Realisierung ihrer favorisierten Anschlussoptionen unterstützt zu werden. In Bonn haben 202 Schüler*innen von zwei Berufskollegs und einem Gymnasium teilgenommen, 95 davon haben einen erweiterten Beratungsbedarf angegeben, der über die Berufsberater*innen der Agentur für Arbeit abgedeckt wurde.Seite 13 von 25 13 Jugendlichen, die einer besonderen Begleitung im Übergang bedürfen, stehen in Bonn unterschiedliche Angebote zur Verfügung: Projekt „Förderung der Ausbildungsreife“ der Beratungsstelle der Jugendberufshilfe des Amtes für Kinder, Jugend und Familie in Kooperation mit dem Schulamt an sieben Schulen Berufseinstiegsbegleitung in Zusammenarbeit mit der Berufsberatung der Agentur für Arbeit und dem ausführenden Bildungsträger lernen fördern Angebote der Schulsozialarbeit Angebote des Integrationsfachdienstes Bonn/Rhein-Sieg Ehrenamtliche Patenmodelle Zum Ende des Schuljahres 2018/2019 fand erstmals die „Chance 2019" als gemeinsam organisierte Veranstaltung der Agentur für Arbeit (Berufsberater*innen und Arbeitgeberservice) Bonn/Rhein-Sieg mit den Kommunalen Koordinierungen Bonn/Rhein- Sieg sowie den beruflichen Bildungslotsen der HWK zu Köln und der IHK Bonn/Rhein-Sieg im Beueler Rathaus statt. Ziel der Veranstaltung war es, Schüler*innen ohne Anschlussperspektive über Ausbildungsberufe bzw. noch freie Ausbildungsstellen sowie diverse Anschlussmöglichkeiten zu informieren. Auf Grund der guten Akzeptanz bei den Beteiligten wird seitdem dieses Format fortgeführt: Da in 2020 pandemiebedingt die Veranstaltung nicht stattfinden konnte, wurde sie in 2021 in Hauptverantwortung von der Agentur für Arbeit mit Unterstützung der Kommunalen Koordinierungen und den Regionalkoordinatoren digital an Schulen durchgeführt. Durch dieses spezielle Beratungs- und Vermittlungsangebot für Schüler*innen aus den Abgangsklassen haben ca. 80 digitale Beratungsgespräche stattgefunden. Elternarbeit Um Eltern für ihre unterstützende Rolle bei einer stärkenorientierten Beruflichen Orientierung zu sensibilisieren und für eine aktive Mitarbeit zu gewinnen, werden sie frühzeitig und systematisch in den Prozess einbezogen. Beginnend mit demSeite 14 von 25 14 Elterninformationsabend im Rahmen der Potenzialanalysen sollen Eltern ab der Jahrgangsstufe 8 regelmäßig über die Angebote im Bereich der Beruflichen Orientierung informiert werden und die Gelegenheit erhalten, an individuellen Beratungsangeboten teilzunehmen (z.B. Auswertungsgespräche Potenzialanalyse, Ausfüllen der Anschlussvereinbarungen, Berufsberatung der Agentur für Arbeit an der Schule). Die pandemiebedingten Umstände haben eine Beteiligung der Eltern erschwert bzw. verändert. Digitale Angebote konnten teils auch von Eltern genutzt werden, so beispielsweise die Auswertungsgespräche der Potenzialanalyse beim Bildungsträger oder digitale Elterninformationsabende an den Schulen zu diversen Themen. Seit Juni 2018 haben Eltern die Möglichkeit, sich auf einer eigens für Eltern eingerichteten Seite der regionalen Homepage für Berufliche Orientierung (www.bo-brs.de) über das vielfältige regionale Angebot zu informieren. Die geplante begleitende Broschüre für Eltern wurde zurückgestellt, da es sinnvoller und effektiver erscheint, Präsenzzeiten hierfür zu nutzen. Qualitätsentwicklung, Erfahrungstransfer und Qualifizierung Für die Koordinator*innen für Berufliche Orientierung der Schulen (StuBos) werden regelmäßig schulformbezogene Arbeitskreise angeboten. Die Organisation und Durchführung erfolgt teilweise durch die Kommunale Koordinierung, teilweise durch die Schulen selbst. Im Schuljahr 2020/21 wurden Arbeitskreise in digitaler Form angeboten. Durch dieses digitale Angebot ist ein größerer gemeinsamer Arbeitskreis der SEK I-Schulen in Bonn entstanden, ohne Differenzierung der einzelnen Schulformen. So konnten viele StuBos erreicht werden, die sich vor allem über best practice-Beispiele ausgetauscht und gemeinsam für die pandemiebedingten Herausforderungen Lösungsansätze erarbeitet haben. KAoA-Informationen sind zudem durch die Kommunale Koordinierung regelmäßig per E-Mail an die Schulen versendet worden. Themenbezogene Informations- und Austauschveranstaltungen konnten pandemiebedingt nicht in Präsenz stattfinden. Dafür haben digitale und individuelle Angebote wie KAoA-Präsentationen oder telefonischeSeite 15 von 25 15 Unterstützungen für Schulen durch die Kommunale Koordinierung und den Regionalkoordinator stattgefunden. Fachliche Qualifizierungen der Koordinator*innen für Berufliche Orientierung werden regelmäßig von den Kompetenzteams Bonn und Rhein-Sieg-Kreis durchgeführt. Darüber hinaus hat die Kommunale Koordinierung Bonn einen Leitfaden für StuBos entwickelt, der sie bei der praktischen Arbeit unterstützt. Er wird regelmäßig überarbeitet und den Schulen zur Verfügung gestellt. Ebenso ist er auf der Homepage www.bo-brs.de abrufbar. Um die bestehende Zusammenarbeit der beteiligten Akteure in der Region Bonn/Rhein- Sieg zu stärken und weiterzuentwickeln und die Qualität und Wirkungen der Angebote weiter zu verbessern, besteht seit dem Jahr 2017 die Möglichkeit, Kooperations- Workshops für an der Umsetzung von KAoA beteiligte Akteure durchzuführen. Inhaltlicher Schwerpunkt ist neben der Gestaltung des Übergangs mit zielgerichteten Anschlussoptionen für Schüler*innen das Thema duale Ausbildung. Um herauszufinden, was Schüler*innen denken, wenn es um das Thema Berufliche Orientierung geht, ist aus dem Steuerungsgremium in 2019 die Arbeitsgruppe „Schüler*innenbeteiligung im Regionalen Übergangsmanagement" entstanden. Diese Arbeitsgruppe besteht aus den Kommunalen Koordinierungen Bonn/Rhein-Sieg, der Handwerkskammer zu Köln (HWK), der Industrie- und Handelskammer (IHK), der Agentur für Arbeit, dem Jobcenter, dem DGB und der Bezirksschüler*innenvertretung aus dem Rhein-Sieg-Kreis. In 2021 hat die Arbeitsgruppe einen Fragebogen für alle Schüler*innen ab der 8. Jahrgangsstufe entwickelt und über die Schulaufsicht an die Schulen verschickt. Mit Stand November 2021 haben sich über 4.000 Schüler*innen aus Bonn und dem Rhein- Sieg-Kreis an der Umfrage beteiligt. Dadurch können wir in Erfahrung bringen, was Berufliche Orientierung für Schüler*innen bedeutet. Durch die Ergebnisse der Befragung kann zudem die Arbeit und die Arbeitsqualität der Teilnehmenden der Arbeitsgruppe angepasst werden: Beispielsweise zur Optimierung der Beratung oder zur Anpassung der Webseiten. Eine Auswertung der Ergebnisse findet in 2022 statt.Seite 16 von 25 16 Eine von den Kommunalen Koordinierungen Bonn und Rhein-Sieg-Kreis gemeinsam entwickelte und gepflegte Homepage bietet allen Beteiligten eine Übersicht sowie aktuelle Informationen zu den Angeboten der Beruflichen Orientierung in der Region: www.bo- brs.de. Im September 2021 erfolgte ein Relaunch dieser Internetseite in neuem und modernen Design, mit vielen bewährten und zahlreichen neuen Funktionen und einer jeweils zielgruppengerechten Ansprache von Schüler*innen, Eltern, Lehrkräfte und Unternehmen. 3. Kooperationen Schule-Wirtschaft Im Sinne einer praxisorientierten Beruflichen Orientierung und einer Steigerung der Attraktivität der dualen Ausbildung werden die Zusammenarbeit und der Austausch zwischen Schulen und Wirtschaft durch verschiedene Angebote und Veranstaltungsformate gefördert. Federführend organisiert durch die Kammern (IHK und HWK) findet für gewöhnlich vier Mal jährlich der Arbeitskreis Schule-Wirtschaft statt. Lokale Unternehmen erhalten hier die Gelegenheit, sich interessierten Lehrkräften und weiteren Fachkräften in der Beruflichen Orientierung vorzustellen und auf die Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten in ihrem Unternehmen hinzuweisen. Im pandemiegeprägten Schuljahr 2020/21 erfolgte eine Überführung des Formats in den virtuellen Raum. Vom 15.04.2021 bis 31.05.2021 haben sich in wöchentlichen Terminen insgesamt acht Betriebe mit ihren Ausbildungsbetrieben vorgestellt, vom Logistikdienstleister bis zum Bäckerhandwerk. Mit diesen virtuellen Betriebsbesichtigungen konnten rund 270 Teilnahmen von Lehrkräften und Berater*innen der Bundesagentur für Arbeit sowie der Jugendberufshilfen erzielt werden. Ab dem Schuljahr 2021/2022 sollen die bewährten Präsenzformate um digitale Angebote ergänzt werden. Die Kammern vermitteln sogenannte Ausbildungsbotschafter*innen an Schulen. Das sind Auszubildende im zweiten oder dritten Lehrjahr, die den Schüler*innen mit dem Peer-to- Peer-Ansatz einen Einblick in die duale Ausbildung vermitteln.Seite 17 von 25 17 Die beruflichen Bildungslots*innen werden seit dem Schuljahr 2019/2020 von der HWK und IHK als ergänzende Beratungskräfte an den Schulen eingesetzt und informieren Schüler*innen über vielfältige Ausbildungsberufe in Handwerk sowie Industrie und Handel. Die beruflichen Bildungslots*innen unterstützen außerdem die als Ausbildungsbotschafter*innen eingesetzten Auszubildenden bei der Vorbereitung ihrer Präsentationen in den Schulen. Das Programm KURS (Kooperationsnetz Unternehmen der Region und Schulen), eine Initiative der Bezirksregierung Köln und der Kammern (IHK und HWK), vermittelt und begleitet Lernpartnerschaften zwischen Unternehmen und Schulen. Zur Vertiefung wirtschaftlicher Themen ist die Kommunale Koordinierung Bonn seit dem Schuljahr 2017/2018 Mitglied im Regionalen Ausbildungskonsens. Jobarea20 - digitale Berufsmesse der Gen Z In 2021 sind viele der regionalen Ausbildungs- und Berufsmessen ausgefallen. Um den Bedarf zur Orientierung und Ausbildungsplatzsuche aber auch in diesen Zeiten zu decken, haben die Kommunalen Koordinierungsstellen Bonn und Rhein-Sieg eine digitale Berufsmesse initiiert. Die Organisation und Durchführung der Messe erfolgte im Verbund mit der Wirtschaftsförderung Rheinbach. Bei der Planung, Mitgestaltung und Finanzierung waren viele weitere Gebietskörperschaften und Institutionen beteiligt, wie zum Beispiel die Agentur für Arbeit, die Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg. Hauptzielgruppe der Messe waren die Abgangsklassen der Sek. I und II sowie der Berufskollegs (hier: der berufsvorbereitenden Klassen). Die Kommunalen Koordinierungsstellen Bonn und Rhein- Sieg-Kreis arbeiteten im Vorfeld der Messe eng mit den Schulen und StuBos zusammen, für die Akquise von Schüler*innen aber auch für eine bestmögliche Vorbereitung auf deren Messebesuch. Die Messe war ein großer Erfolg. Rund 1.800 Schüler*innen besuchten am 09.11.2021 die Messe und trafen dort auf 83 ausstellende Betriebe und Institutionen. Insgesamt nahmenSeite 18 von 25 18 etwa 100 weiterführende Schulen aus Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis teil, und 30 weitere Schulen aus der Umgebung Köln und Euskirchen. Die „Jobarea 20 - digitale Berufsmesse der Gen Z" fand am 09.11.2021 von 10 bis 15 Uhr statt und war zu erreichen unter: www.jobarea20.de. 4. Berufswahlsiegel Seit dem Jahr 2011 würdigen die Stadt Bonn, der Rhein-Sieg-Kreis und die IHK Bonn/Rhein-Sieg mit dem Berufswahlsiegel jährlich die besonderen Anstrengungen der Schulen, ihre Schüler*innen intensiv auf ihren individuellen Start in die Ausbildung oder auf das Studium vorzubereiten. Insgesamt wurden bisher 25 Schulen aller Schulformen in der Region Bonn/Rhein-Sieg mit dem Siegel ausgezeichnet bzw. auch bereits rezertifiziert. Aktuell haben 17 Schulen in Bonn/Rhein-Sieg ein gültiges Siegel. Die Bewertungen und die Zuerkennung des Berufswahlsiegels obliegen einer Jury, die mit Vertreter*innen aus Verwaltung, Wirtschaft und Schulen besetzt ist. Zur Gewinnung neuer Jurymitglieder wurde ein Steckbrief entwickelt, der auch auf der KAoA Homepage zu finden ist. Das Berufswahlsiegel ergänzt die Landesinitiative KAoA. Im Jahr 2021 wurden alle Elemente des Siegels in digitaler Form durchgeführt. 5. Querschnittsaufgaben Inklusion, Gendersensibilität, Integration Inklusion Die Angebote im Rahmen der Landesinitiative KAoA richten sich grundsätzlich an alle Schüler*innen. Bei der Umsetzung der Standardelemente (z.B. der Potenzialanalyse) werden die besonderen Bedürfnisse der verschiedenen Schüler*innengruppen stets berücksichtigt. Mit trägergestützten Berufsfelderkundungen und Praxiskursen sowie Angeboten der Übergangsbegleitung erhalten Schüler*innen mit Unterstützungsbedarf eine zusätzliche Begleitung im Prozess ihrer Beruflichen Orientierung.Seite 19 von 25 19 Um betriebliche Berufsfelderkundungen und Praktika zu ermöglichen, stehen Förderschulen im engen Kontakt zu Unternehmen, die bereit sind, für Schüler*innen mit Unterstützungsbedarf, Praxisphasen anzubieten. Trotz der pandemiebedingten Herausforderungen ist es gelungen, dass Schüler*innen mit einem Förderbedarf Praktika vereinzelt durchgeführt haben. Da KAoA ein inklusives Gesamtsystem der Beruflichen Orientierung darstellt, stehen Schüler*innen mit (Schwer-)Behinderung und/oder sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf in den Bereichen Geistige Entwicklung, Hören und Kommunikation, körperliche und motorische Entwicklung, Sehen und Sprache zusätzliche Standardelemente durch KAoA-STAR (s. Punkt 2) zur Verfügung, unabhängig vom Ort ihrer Beschulung. Gendersensibilität Im Prozess der Beruflichen Orientierung soll das Interesse von Mädchen und Jungen an bisher untypischen (geschlechtlich konnotierten) Berufen geweckt werden. So sollen junge Frauen Zugang zu MINT- und entsprechenden Handwerksberufen erhalten und junge Männer zu erzieherischen, sozialen und pflegerischen Berufen. Dies soll immer auch von den involvierten Lehr- und Fachkräften berücksichtigt werden. Zur Unterstützung und um dies zu untermauern, wurde die neu aufgelegte regionale Homepage (www.bo-brs.de) gendersensibel gestaltet - sowohl sprachlich als auch im Bildmaterial. Zudem wurde der Kontakt zum Gleichstellungsbüro der Stadt Bonn intensiviert und mündete in eine erste Kooperation zum „Girls' und Boys' Day 2022". Integration Die Zusammenarbeit mit Akteuren aus dem Bereich Integration ist weiterhin ein fester Bestandteil der Landesinitiative. Die neue Homepage wurde verstärkt kultursensibel gestaltet, was sich unter anderem in der Wahl der eingesetzten Bilder ausdrückt. Daneben wurden nun auch regionale Angebote in den Blick genommen und abgebildet; so finden Schüler*innen und Eltern mit Migrations- und Fluchterfahrung schnell BeratungsangeboteSeite 20 von 25 20 und Institutionen, an die sie sich bei Unterstützungsbedarf in der Beruflichen Orientierung und darüber hinaus wenden können. 6. Kommunale Koordinierung KAoA Die Kommunale Koordinierung steht mit allen für das Übergangssystem relevanten Akteur*innen in engem Austausch und wird ihnen gegenüber initiativ, damit Zielsetzungen und Absprachen bezüglich der Transparenz und Zusammenarbeit zwischen den Partner*innen getroffen, Schnittstellen verbessert und Entwicklungsprozesse angestoßen werden. Gemeinsam mit den Partner*innen verabredet sie, wie und durch wen die Umsetzung sowie die Qualitätsentwicklung und -sicherung der vereinbarten Prozesse nachgehalten werden. Die Zuständigkeiten der Partner*innen bleiben dabei bestehen. Nach Jahren der erfolgreichen Implementierung und Umsetzung von KAoA in ganz Nordrhein-Westfalen hat das Arbeitsministerium (MAGS) gemeinsam mit den Leitungen der Kommunalen Koordinierungsstellen in 2020 mit einem Entwicklungs- und Strategieprozess begonnen und diesen auch während der pandemischen Situation virtuell fortgeführt: Dieses Vorhaben dient einer besseren Sichtbarkeit der Kommunalen Koordinierungen vor Ort und auf Landesebene mit einer gemeinsamen Profilbildung zur Unterstützung eines strategischen und langfristigen Prozesses. Auf kommunaler Ebene setzt sich die Koordinierungsstelle dafür ein, die Koordinator*innen der Beruflichen Orientierung an Schulen in ihrer Arbeit zu unterstützen, indem sie regelmäßig und in der Pandemiezeit umfassend zu KAoA informiert. Zudem wurden die Schulen, die einen erhöhten Informationsbedarf zur Umsetzung der Praxisphasen haben, zusätzlich vom KAoA-Regionalkoordinator unterstützt. Um die Erreichbarkeit der Kolleginnen der Kommunalen Koordinierung zu optimieren, wurde zusätzlich die E-Mail-Adresse koko.kaoa@bonn.de eingerichtet, was sich nicht nur in der pandemischen Lage gut bewährt hat.Seite 21 von 25 21 7. Zusammenarbeit Schule - Jugendberufshilfe Bereits seit Beginn der regionalen Kooperation zum Übergang Schule-Beruf besteht eine enge und erfolgreiche Zusammenarbeit von Schulamt/Regionales Bildungsbüro und dem Amt für Kinder, Jugend und Familie/Beratungsstelle für Jugendberufshilfe der Stadt Bonn. Ausgangspunkt dafür war insbesondere die Teilnahme Bonns an dem damaligen Landesprogramm „Ein-Topf“, das von Beginn an mit dem regionalen Zusatz „Förderung der Ausbildungsreife“ umgesetzt wurde. Das Konzept zur Durchführung von „Förderung der Ausbildungsreife“ entstand in enger Kooperation vom Regionalen Bildungsbüro und der Jugendberufshilfe. Das Programm richtet sich an Schüler*innen von Haupt-, Real- und Gesamtschulen, die auf eine verstärkte persönliche Beratung und Begleitung im Übergangsprozess Schule-Beruf angewiesen sind. Es wird derzeit an vier Hauptschulen, drei Gesamtschulen, einer Realschule sowie an den vier Berufskollegs von der Beratungsstelle für Jugendberufshilfe koordiniert und durchgeführt. Seit Beginn der Corona-Pandemie wird neben der persönlichen Beratung auch eine Beratung über digitale Medien in Form von Videokonferenzen und telefonischer Beratung angeboten. Im Schuljahr 2020/2021 wurden insgesamt 228 Schüler*innen in den Klassen 9 bis 10 und weitere 79 Schüler*innen nach Schulentlassung betreut. 28 von insgesamt 79 begleiteten Schüler*innen, die im Sommer 2021 aus der Schule entlassen wurden, erhielten einen Ausbildungsplatz, weitere 39 Schüler*innen werden künftig eine Fachklasse am Berufskolleg besuchen. 8. Finanzielle Förderung Die vier Stellen der in „KAoA“ tätigen Mitarbeiter*innen wurden bis zum 31.12.2021 als Pauschale pro Stelle inkl. Sachkosten vom Land NRW (unter Nutzung des Europäischen Sozialfonds) zu 50% finanziert; die andere Hälfte der Finanzierung oblag der Stadt Bonn; diese umfasst zwei Vollzeitstellen. Seit dem 01.01.2022 erfolgt die Finanzierung nur nochSeite 22 von 25 22 zu 40 % durch das Land, so dass der Stadt Bonn nun die restliche Finanzierung i.H.v. 60 % obliegt. Wegen der engen Vernetzung von Koordination zur Umsetzung der KAoA- Standardelemente nach den Vorgaben des Landes NRW durch das Regionale Bildungsbüro und gleichzeitiger Durchführung des Programms „Förderung der Ausbildungsreife“ durch die Beratungsstelle der Jugendberufshilfe, stellt das Amt für Kinder, Jugend und Familie bis zu 1,5 Fachkräftestellen für die Gegenfinanzierung zur Verfügung (siehe Programm „Förderung der Ausbildungsreife“). Eine Förderzusage des Landes liegt bis zum 31.12.2023 vor.Seite 23 von 25 23 Anlage Übersicht der Mitglieder des Regionalen Steuerungsgremiums und der Strategiegruppe KAoA Anlage zum Bericht zur Umsetzung der Landesinitiative „Kein Abschluss ohne Anschluss – Übergang Schule-Beruf in NRW“ (KAoA) in der Bundesstadt Bonn Mitglieder des Regionalen Steuerungsgremiums (Stand 2020) Mitglieder Steuerungsgremium KAoA Mitglieder Strategiegruppe KAoA Stadt Bonn Schulamt Bonn Schulamt Bonn Wirtschaftsförderung Bonn Amt für Kinder, Jugend und Familie Bonn Stabsstelle Integration der Stadt Bonn Regionalkoordinator KAoA Bonn (Karl-Simrock- Hauptschule) Friedrich-List-Berufskolleg, Bonn Rhein-Sieg-Kreis Amt für Schule und Bildungskoordinierung Rhein-Sieg-Kreis Amt für Schule und Bildungskoordinierung Rhein-Sieg-Kreis Wirtschaftsförderung Rhein-Sieg-Kreis Kreisjugendamt Rhein-Sieg-Kreis Kommunales Integrationszentrum Rhein-Sieg- Kreis Stadt Rheinbach Regionalkoordinator KAoA Rhein-Sieg-Kreis (Schule am Hügel, FöS-Bonn)Seite 24 von 25 24 Förderschule in der Geisbach, Hennef Anno-Gymnasium, Siegburg Carl-Reuther-Berufskolleg, Hennef Kammern/DGB/Regionalagentur Handwerkskammer zu Köln Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein- Sieg Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein- Sieg Steuerberaterkammer Köln Landwirtschaftskammer NRW Zahnärztekammer NRW Kreishandwerkerschaft Bonn/Rhein-Sieg Regionalagentur Bonn/Rhein-Sieg Regionalagentur Bonn/Rhein-Sieg DGB Region Köln-Bonn DGB Region Köln-Bonn Arbeitsverwaltung Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg Jobcenter Rhein-Sieg-Kreis Jobcenter Bonn Hochschulen Hochschule Bonn-Rhein-Sieg Universität Bonn Bezirksregierung Köln, Obere Schulaufsicht Bezirksregierung Köln, Obere Schulaufsicht Schulamt für die Stadt Bonn und Rhein-Sieg- Kreis Schulamt für Bonn und Rhein-Sieg-KreisSeite 25 von 25
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 18:50 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de