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220789 · Bürgerantrag § 24 GO - Öffentlich

Bürgerantrag: Einrichtung einer zeitbegrenzten Spielstraße im Bereich "Im Gerott"

Nummer
220789
Art
Bürgerantrag § 24 GO - Öffentlich
Veröffentlicht
26.03.2024
Letzte Änderung
15.09.2026
  1. Einreichung erledigt · 26.03.2024
  2. Terminierung erledigt
  3. Sitzung erledigt · zuletzt 10.04.2024

Soweit erfasst. Das Ergebnis der Beratung ist in den Daten nicht enthalten. Das vollständige Verfahren →

  1. Sitzung der Bezirksvertretung Beuel 19.10.2022 Entscheidung federführend
  2. Sitzung der Bezirksvertretung Beuel 10.04.2024 Entscheidung federführend
  3. Sitzung des Ausschusses für Mobilität und Verkehr 15.08.2023 Entscheidung federführend
  1. Sammeldokument öffentlich pdf · 2,1 MB Öffnen ↗

Untergeordnet

  1. 220789-03 Einrichtung einer zeitbegrenzten Spielstraße im Bereich "Im Gerott"
  2. 220789-01 ST Einrichtung einer zeitbegrenzten Spielstraße im Bereich "Im Gerott"
  3. 220789-02 Einrichtung einer zeitbegrenzten Spielstraße im Bereich "Im Gerott"

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Bürgerantrag § 24 GO - Öffentlich
öffentlich
220789
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
Geschäftsbereich OB-2: Strategische Programmsteuerung
Dezernat:
Dez. OB
13.04.2022
Bürgerantrag: Einrichtung einer zeitbegrenzten
Spielstraße im Bereich "Im Gerott"
Beratungsfolge
Bezirksvertretung Beuel Entscheidung
Ausschuss für Mobilität und Verkehr 15.08.2023 Entscheidung
Bezirksvertretung Beuel 10.04.2024 Entscheidung
Inhalt des Bürgerantrages
Beantragt wird die Einrichtung einer „Spielstraße auf Zeit“ im Bereich „Im Ge-
rott“ in Bonn-Beuel.
Einzelheiten ergeben sich aus beigefügtem Bürgerantrag.
Anlage/n
1 Bürgerantrag (öffentlich)
2 Bürgerantrag - komplett (nichtöffentlich)Seite 1 von 26
Von:
Gesendet: Mittwoch, 13. April 2022 14:39
An: VL_OB-11_buergerbeteiligung <buergerbeteiligung@bonn.de>
Betreff: Zeitbegrenzte spielstraße auf Zeit
Bürgerantrag für eine Spielstraße auf Zeit.
Sehr geehrte Damen und Herren,
Wir Anwohner vom Gerott, möchten ein "Spielstraße auf Zeit" beantragen.
Wir haben hier 14 Kinder, die ein hohes Spielbedürfnis haben. Es gibt wie in der PDF datei
einige Modelle.
Wir Familien stellen uns das so vor:
Das wir die Spielstraße auf Zeit. Am Wochenende 12 uhr bis 20uhr in den Ferien von 12uhr
bis 20uhr nutzen wollen.
Die Straße soll nicht komplett gesperrt werden. Beginn vom Gerott 1 bis 20, Abzweig zum
Versteck.
Die Durchfahrt bleibt natürlich für die Anwohner vom Gerott frei. Das wäre ein anderes
Modell als aufgelistet.
Dieser Vorschlag kommt bei den Anwohner sehr gut an.
Das Modell Spielstraße auf Zeit ist noch neu und soll kindern mehr Freiraum geben. Einige
Kommunen führen dieses Projekt mit Erfolg durch.
Damit Sie ein Einblick gewinnen können wie die Durchführung und das stellen der
Verkehrsschilder abläuft, sende ich Ihnen die PDF vom Ministerium Bauen, Wohnen,
Stadtentwicklung und Verkehr NRW weiter.
Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag
Anhang
PdF vom Land NRW
AnsprechpartnerSeite 2 von 26
Spielstraßen auf Zeit
Anregen. Ermöglichen. Vereinfachen.Seite 3 von 26
2
Inhaltsverzeichnis
1. Mehr Freiraum für Kinder –
ein Gewinn für alle!
2. Spielstraßen auf Zeit – Straßen
für Pkws nachmittags oder am
Wochenende sperren
2.1. Griesheim – einfaches, standardisiertes
Antragsverfahren
2.2. Frankfurt am Main – hier wird die Stadt
selbst aktiv
2.3. Bremen – Straßensperrungen als Bestandteil
städtischer Spielleitplanung
2.4. Köln – das Wochenende ist autofrei
2.5. Tag des guten Lebens
2.6. Der „PARK(ing)Day“ – wie aus Parkplätzen
Vorgärten werden
2.7. „Lebensstraße“ – den Sommer über autofrei
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06
06
07
08
08
09
09
3. Konkret: Spielstraßen auf Zeit
einrichten
3.1. Interne und externe Kommunikation
3.2. Antragsverfahren leicht gemacht
3.3. Der „konventionelle“ Weg zur
Straßensperrung
4. Konkret: Aufenthalt und Spiel
dauerhaft ermöglichen
5. Anhang: Ansprechpartner, Muster-
schreiben, Links und Publikationen
5.1. Die Ansprechpartner in den Beispielstädten
5.2. Musterschreiben
5.3. Links
5.4. Publikationen
Impressum
Kontakt
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22Seite 4 von 26
Kapitel 1 | Mehr Freiraum für Kinder – ein Gewinn für alle!3
Für die Entwicklung von Kindern ist freie Bewegung in
einem sicheren Umfeld wichtig. Motorik, Sozialverhal-
ten, Selbstbewusstsein, räumliche Vorstellungskraft,
Forschergeist und Kreativität entwickeln sich besser,
wenn Kinder ihre Wege eigenständig zurücklegen und
ihr Wohnumfeld zusammen mit Spielkameraden er-
kunden können. Kommunen können aufgrund ihrer
Zuständigkeit für die räumliche Entwicklung ihres Ge-
meindegebiets einen wesentlichen Beitrag dazu leis-
ten, Kindern ein sicheres Umfeld für diese wichtigen
Entwicklungsschritte in Richtung Selbstständigkeit zu
bieten.
Ein kinderfreundliches Wohnumfeld ist auch ein star-
kes Argument bei der Wohnortwahl. Viele Kommunen
in Nordrhein-Westfalen werben um junge Familien.
Verkehrssicheren und leicht erreichbaren Freiraum zu
schaffen, ist ein wichtiger Schritt, um Orte für Familien
attraktiv zu machen.
Geringes Aufkommen von Pkws, reduzierte Geschwin-
digkeiten, Raum für Bewegung und Begegnung sowie
Objekte, auf denen man spielen oder sich auch mal
zum Ausruhen setzen kann: Was Kindern nützt, kommt
z. B. auch Seniorinnen und Senioren entgegen. Daher
ist es für Kommunen gleich doppelt sinnvoll, Freiräume
für Aufenthalt und Spiel zu schaffen.
Zudem wünschen sich nicht nur Familien, sondern eine
große Mehrheit der Deutschen, in verkehrsberuhigten
Straßen zu wohnen. Das ergab eine Studie des Bun-
desumweltministeriums. 1
Kommunen, die in einen autoverkehrsarmen, bewe-
gungsfördernden Straßen- und Verkehrsraum investie-
ren, können bei neuen wie bei eingesessenen Einwoh-
nern also nur Punkte machen.
Viele Städte zeigen bereits, dass man sicheren Frei-
raum auf der Straße schaffen kann, ohne ganze Stra-
ßenzüge durch teure Umbauten komplett neu gestalten
zu müssen. Neben der Einrichtung verkehrsberuhigter
Bereiche, die gewissen Gestaltungsansprüchen ge-
nügen müssen, gibt es einfache und kostengünstige
1. Mehr Freiraum für Kinder –
ein Gewinn für alle!
1 Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und Umweltbundesamt (Hrsg., 2013): Umweltbewusstsein in Deutschland 2012.
Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage. S. 33 f.
www.umweltbundesamt.de/publikationen/umweltbewusstsein-in-deutschland-2012
shutterstock.com/waldruSeite 5 von 26
Kapitel 1: Mehr Freiraum für Kinder – ein Gewinn für alle!4
Alternativen, mit denen Kommunen ihren Kindern
schnell etwas Gutes tun können: Spielstraßen auf Zeit,
Straßen, die am Wochenende oder für ein paar Monate
autofrei bleiben oder Parkplätze, die immer mal wieder
für Autos gesperrt werden, damit Bürgerinnen und Bür-
ger sie als Erholungsoasen nutzen können.
Im folgenden Leitfaden finden Sie Beispiele, wie Kom-
munen, Eltern oder Initiativen Straßenraum vorüberge-
hend oder auch dauerhaft zu Aufenthalts- und Freiraum
umwandeln können und welche Verwaltungsschritte
dafür notwendig sind. Das Hauptaugenmerk liegt auf
der Idee der „Spielstraße auf Zeit“ und dabei auf gu-
ten, leicht nachzuahmenden Beispielen und Vorge-
hensweisen im Inland. Der Blick über den inländischen
Tellerrand hinaus soll dazu anregen, das Thema „Spiel-
straße auf Zeit“ weiter, größer, als Vision zu denken, so,
wie sie im benachbarten Ausland bereits umgesetzt ist.
Der Leitfaden bietet Ihnen:
gute Beispiele,
Ansprechpartner mit Erfahrung und
Mustermaterialien für die Umsetzung.
Die Landeskampagne „Mehr Freiraum für
Kinder – ein Gewinn für alle!“
Dieser Leitfaden ist Teil der Kampagne „Mehr Freiraum
für Kinder. Ein Gewinn für alle!“ Die Kampagne zeigt
Kommunen und Eltern, wie sie mehr Bewegungsräu-
me für Kinder schaffen und Kinder Schritt für Schritt
zur selbstständigen Eroberung ihres Umfelds ermuti-
gen können. Der Arbeitskreis Verkehrssicherheit des
Landes NRW (s. Kasten.) hat sich mit der Kampagne
„Mehr Freiraum für Kinder. Ein Gewinn für alle!“ zum
Ziel gesetzt, die Kommunen bei einer kinderfreundli-
chen Verkehrsplanung und Straßenraumgestaltung zu
unterstützen.
Der Hintergrund: Noch in den 70er- und 80er-Jahren ge-
hörte der Straßen- und Verkehrsraum auch den Kindern.
Immer fanden sich Nachbarskinder, um Fußball, Fangen
oder Gummitwist zu spielen. Auch den Weg zur Schule
gingen die meisten Kinder gemeinsam zu Fuß. Heute ist
es vielen Kindern fremd, ohne Begleitung durch Erwach-
sene auf der Straße zu spielen. Der Straßenverkehr hat
Die Mitglieder des Arbeitskreises
Verkehrssicherheit sind:
ADAC Nordrhein e. V., ADFC NRW, Arbeitsge-
meinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher
Städte in NRW e. V., Deutscher Kinderschutz-
bund LV NRW e. V., Deutsches Kinderhilfswerk
e. V., Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe, Hoch-
schule Niederrhein – Fachbereich Wirtschafts-
ingenieurwesen, Landesverkehrswacht NRW
e. V., Ministerium für Familie, Kinder, Jugend,
Kultur und Sport NRW, Ministerium für Inneres
und Kommunales NRW, Ministerium für Schule
und Weiterbildung NRW, Zukunftsnetz Mobilität
NRW, Städte- und Gemeindebund NRW, TÜV
Rheinland Group, Unfallkasse NRW, Verkehr-
sclub Deutschland LV NRW e.V., Verkehrsver-
bund Rhein-Ruhr, Verkehrsverbund Rhein-Sieg
GmbH (VRS), Vorschulparlament NRW
zugenommen. Das löst bei Eltern die Sorge aus, dass ihr
Kind auf dem Weg zur Schule, zu Freunden oder beim
Spielen auf der Straße gefährdet ist. Für Autos optimier-
te Wohngebiete und eine komplexe Verkehrssituation
lassen den Kleinen vielerorts nur geringe Freiräume, um
im Freien zu spielen. Viele Kinder bewegen sich zu we-
nig, was zu besorgniserregenden gesundheitlichen und
motorischen Problemen führt.
Selbst dort, wo Wohnstraßen als verkehrsberuhigte Be-
reiche ausgewiesen sind, missachten Autofahrerinnen
und Autofahrer häufig die Regeln, da spielende Kinder
im Alltag immer seltener zum Straßenbild gehören.
Dieser Leitfaden zeigt, wie Kommunen das mit einfa-
chen Maßnahmen wieder ändern können.
Auf der Webseite der Kampagne „Mehr Freiraum für
Kinder. Ein Gewinn für alle!“ werden gute Beispiele
aus Städten vorgestellt, die ihre Stadt- und Verkehr-
splanung bereits kindgerechter gestalten. Unter dem
Menüpunkt Service gibt es die offizielle Kampagnen-
broschüre als Download. Außerdem Motive zum Druck
von Kampagnenbannern sowie Studien und Vorträge
rund um das Thema eigenständige Mobilität, freies
Spiel und Beteiligung von Kindern an Planungs- und
Gestaltungsprozessen.Seite 6 von 26
Kapitel 2 | Spielstraßen auf Zeit5
2. Spielstraßen auf Zeit – Straßen für Pkws
nachmittags oder am Wochenende sperren
In Spielstraßen auf Zeit erobern Kinder – während ei-
nes begrenzten Zeitraums – die Straße zurück: Wie
früher, als die Zahl der Autos noch gering war, können
Kinder und Jugendliche dann vor der Haustür Ball spie-
len, Roller und Fahrrad fahren oder die Straße mit Krei-
de bemalen.
Bereits mehrere deutsche Kommunen haben die Mög-
lichkeit geschaffen, dass Straßen im oben genannten
Sinne vorübergehend oder ganz für den Autoverkehr
gesperrt werden können. Dabei gibt es unterschied-
liche Verfahren, eine Spielstraße auszuwählen und
einzurichten: einmalig oder regelmäßig, die Kommu-
ne wird von sich aus aktiv oder die Bürger müssen die
Maßnahme beantragen, ein „Spielmobil“ stellt wäh-
rend der Spielphase Spielgeräte zur Verfügung oder die
Anwohner organisieren ein entsprechendes Angebot.
Im Folgenden finden Sie einen Überblick über Beispie-
le aus deutschen Städten, unterschiedliche Verfahren
und konkrete Anleitungen für Kommunen, die ebenfalls
Straßen fürs freie Spiel von Kindern freigeben möchten.
shutterstock/ Grekov‘sSeite 7 von 26
Kapitel 2 | Spielstraßen auf Zeit6
2.1. Griesheim einfaches, standardisiertes Antragsverfahren
Die Stadt Griesheim bietet im Rahmen ihres Projektes
„Bespielbare Stadt“ die Möglichkeit, eine Spielstraße
auf Zeit zu beantragen. Seit 2002 können Bürgerinnen
und Bürger für einige Stunden den Autoverkehr aus-
sperren und ihre Kinder ohne Angst vor dem Verkehr
draußen spielen lassen.
„Für die Antragsstellung rufen die Bürger bei mir an
oder kommen einfach vorbei“, sagt Corina Beeres, zu-
ständige Mitarbeiterin beim Amt für Soziales in Gries-
heim. Unterschriften müssen die Antragsteller nicht
sammeln. Beeres liegt allerdings eine Liste mit Straßen
vor, die nicht gesperrt werden dürfen. Denn wichtige
Durchgangsstraßen sind ausgeschlossen, ebenso wie
Verbindungen, auf denen es aktuell eine Baustelle
gibt. Spielstraßensperrungen können von Montag bis
Freitag, jeweils nachmittags für die Dauer von fünf
Stunden, beantragt werden.
Den Verwaltungsaufwand für die Stadt bezeichnet
Beeres als gering. Das Verfahren ist zwischen den ein-
zelnen Ämtern gut eingespielt. Mütter oder Väter, die
sich um die zeitbegrenzte Spielstraße bemühen, er-
halten ein Infoblatt mit Details (siehe Anhang S. 17)
zum Ablauf. „Ich kläre beim Ordnungsamt, ob Gründe
vorliegen, dass die Straße nicht gesperrt werden darf“,
sagt Beeres. Gibt das Ordnungsamt sein Okay, erteilt
die Stadt die offizielle Genehmigung. Ein Magistratsbe-
schluss liegt bereits vor. Im Anschluss wird der Bauhof
über Ort und Datum der Sperrung informiert. Dessen
Mitarbeiter stellen zum Termin entsprechende Sperr-
schilder an die Straße und holen diese am Ende des
Tages wieder ab. Kosten für die Antragsteller entstehen
dabei nicht.
Wichtig: Die Antragsteller sind dafür zuständig, die
Nachbarn über die Straßensperrung zu informieren.
Dafür erhalten sie vom Amt für Soziales ein vorformu-
liertes Schreiben (siehe Anhang S. 18), das sie nur
noch ausdrucken und verteilen müssen. Es enthält
Details über den gesperrten Straßenabschnitt und den
Zeitraum der Sperrung. In dem Schreiben werden die
Anwohnerinnen und Anwohner gebeten, ihre Autos am
vorgesehenen Termin nicht in der Straße zu parken. Be-
schwerden bei der Stadt sind, laut Beeres, selten. Die
Zahl der Anträge ist überschaubar: Pro Jahr gehen vier
bis sechs Gesuche bei der Stadt ein. In der Regel wird
den Anträgen stattgegeben. Es kann aber auch zu einer
Ablehnung kommen. Beispielsweise dann, wenn Bau-
stellen dies erfordern.
Um die Idee der autofreien Straße für Kinder in das Be-
wusstsein der Bürger zu bringen, gibt die Verwaltung
vor dem jährlichen Start der Aktion im April eine Mel-
dung (siehe Anhang S. 19) mit allen wichtigen Informa-
tionen an die örtliche Presse.
2.2. Frankfurt am Main – hier wird die Stadt selbst aktiv
Die Stadt Frankfurt hatte ein Problem: Die Lebensqua-
lität in der Innenstadt sank. Die Menschen zogen aus
dem Zentrum weg ins Umland. Vor allem Familien wa-
ren nicht mehr bereit, ihren Alltag um den zunehmen-
den Verkehr herum zu organisieren. Im Jahr 2006 be-
schloss der Magistrat der Main-Metropole daher einen
neuen Gesamtverkehrsplan, der vor allem den Fußgän-
gern wieder mehr Raum verschaffen und das Wohn-
umfeld in den betroffenen Gebieten wieder attraktiver
machen sollte.
Der Stadtbezirk Frankfurt-Nordend tut sich seither be-
sonders hervor. Gemeinsam mit der Bevölkerung wur-
den viele einfache Einzelmaßnahmen zu einem sinn-
vollen Gesamtkonzept zusammengeführt. Darunter
auch eine Spielstraße auf Zeit. Anders als in Griesheim
beantragen die Bürgerinnen und Bürgern diese aber
nicht selbst. Im Nordend sperrt das Ordnungsamt im
Sommerhalbjahr einmal pro Woche einen festgelegten
Straßenabschnitt, damit Kinder nach Herzenslust drau-
ßen spielen können. 2015 läuft die Aktion vom 13. Mai
bis zum 28. Oktober. Jeden Mittwoch von 14 bis 19 UhrSeite 8 von 26
Kapitel 2 | Spielstraßen auf Zeit7
bleibt der Heideplatz frei von Autos und Fahrrädern.
Das Team des Abenteuerspielplatzes Riederwald e. V.
sorgt dafür, dass der Platz dann auch bespielt wird und
die Kinder ein Angebot vorfinden.
Durch medienwirksame Öffentlichkeitsarbeit und
Mund-zu-Mund-Propaganda sind diese temporären
Angebote stadtweit bekannt und bei Kindern wie Erzie-
hungsberechtigten gleichermaßen beliebt: Über 3000
Kinder und Erwachsene haben pro Jahr mitgespielt.
Der Bremer Stadtteil Schwachhausen ist bei jungen Fa-
milien in den letzten Jahren als Wohnort immer belieb-
ter geworden. Doch Freiräume für spielende Kinder gibt
es in dem Stadtteil kaum und auch Flächen, die umge-
widmet werden könnten, sind knapp. Das ergab die Be-
standsaufnahme im Rahmen der Spielleitplanung, die
das Amt für Soziale Dienste Bremen 2009 durchführte.
„Auf der Suche nach einer kostengünstigen Lösung
sind wir auf die temporären Spielstraßen in Frankfurt
aufmerksam geworden. Diese erfordern im Gegensatz
zu einer dauerhaften Verkehrsberuhigung von Straßen
keine teuren Umbauten”, erklärt Tamara Duffner-Hüls
vom Amt für soziale Dienste.
Zunächst hat das Amt im Schwachhausener Lokal-
teil des Weserkuriers Einwohnerinnen und Einwohner
dazu aufgerufen, geeignete Orte für Spielstraßen auf
Zeit vorzuschlagen. Anschließend befragte das Amt
die Anwohner: Nur dort, wo die Mehrheit damit einver-
standen ist, dass die Straße regelmäßig für spielende
Kinder gesperrt wird, sollten Spielstraßen auf Zeit ent-
stehen. Die Umfrageergebnisse hat das Amt dem Beirat
des Stadtteils zur Beratung vorgelegt. Dieser bewilligte
das Projekt 2011 für vier Straßen.
Der Beirat beauftragte das Amt für Straßen und Verkehr,
die Straßen zwischen dem 1. April und dem 31. Okto-
ber einmal pro Woche von 15 bis 18 Uhr zu sperren.
Die Anwohner werden gebeten, ihre Autos an diesen
Terminen außerhalb zu parken. 2015 können Kinder
mittwochs auf der Max-Reger-Straße, donnerstags auf
der Rembrandtstraße und freitags auf der Großbee-
renstraße und Schumannstraße ohne Störung durch
den Autoverkehr auf der Fahrbahn spielen.
Die temporären Spielstraßen in Schwachhausen sind
inzwischen eine feste Institution. „Für die jüngeren Kin-
der sind die Spielstraßen auf Zeit eine Selbstverständ-
lichkeit. Sie können sich gar nicht daran erinnern, wie
es war, bevor die Spielstraßen eingeführt wurden. Da
waren sie noch zu klein“, sagt Duffner-Hüls.
Einige Mitglieder des Ortsbeirates standen dem Projekt
anfänglich skeptisch gegenüber. Daher vereinbarte der
Beirat mit dem Amt für Soziale Dienste, nach dem ers-
ten Jahr eine Umfrage unter den Anwohnern der Spiel-
straße durchzuführen. Die Mehrheit der Anwohner
sprach sich dafür aus, das Projekt fortzusetzen.
Die Stadt Bremen kooperiert mit dem Verein Spiel-
landschaft Bremen. Die Mitarbeiter bringen mit dem
„bemil”, dem lokalen Spielmobil, an 30 Terminen ei-
nen ganzen Anhänger voller Spielmaterialien zu den
gesperrten Spielstraßen. Die Stadt trägt die Kosten für
die Aktion. Wann und wohin das „bemil“ kommt, steht
auf der Webseite des Vereins.
Bürgerinnen und Bürger, die sich neue Spielstraßen
wünschen, können auch heute noch Vorschläge beim
Amt für Soziale Dienste einreichen. Allerdings müssen
sie inzwischen selbstständig die Unterschriften der An-
wohner einholen.
2.3. Bremen – Straßensperrungen als Bestandteil
städtischer SpielleitplanungSeite 9 von 26
Kapitel 2 | Spielstraßen auf Zeit8
Die Kitschburger Straße im Kölner Stadtteil Lindenthal
wird von der Stadt seit den 1980er-Jahren wöchentlich
von Freitagabend bis Montagmorgen für den Autover-
kehr gesperrt. Dafür hat die Stadt an beiden Straße-
nenden fest montierte Schranken angebracht. Am Wo-
chenende erobern Kinder die Straße: Sie spielen auf
der Fahrbahn Ball, üben Fahrrad- oder Skateboardfah-
2.4. Köln – das Wochenende ist autofrei
ren oder sind einfach gemeinsam draußen unterwegs.
Grund für die Sperrung: Die Kitschburger Straße führt
mitten durch den Kölner Stadtwald, in dem gerade am
Wochenende viele Bürgerinnen und Bürger Erholung
suchen. Durch die Sperrung ist es dort deutlich ruhiger
geworden.
Am „Tag des guten Lebens“ wird in Köln nicht nur eine
Straße, sondern es werden gleich mehrere Straßenzü-
ge zur autofreien Zone erklärt. In den Jahren 2013 und
2014 fand die Aktion in Ehrenfeld statt, im Mai 2015
im Kölner Stadtteil Sülz. Am „Tag des guten Lebens“
verlagern Bürgerinnen und Bürger ihr Wohnzimmer auf
die Straße, Bands machen Musik, die Besucher spielen
Fußball, malen zusammen oder trinken Kaffee. Doch es
geht nicht nur darum, sich einen schönen Sonntag zu
machen. Die Botschaft der Veranstalter ist politisch:
Sie fordern, dass die Stadt Köln ihren Bürgerinnen und
Bürgern wieder mehr Grünflächen und Plätze zur Verfü-
gung stellt, damit sich im öffentlichen Raum soziales
Leben und Miteinander entwickeln können.
2.5. Tag des guten Lebens
Organisiert wird der Tag vom Netzwerk Agora Köln, ei-
nem Zusammenschluss von lokalen Umweltinitiativen,
Kulturschaffenden, Unternehmen und wissenschaftli-
chen Einrichtungen. Bei der Durchführung helfen enga-
gierte Ehrenamtliche aus der Nachbarschaft.
Zur Durchführung: Von 10 Uhr morgens bis 21.30 Uhr
abends wird das gewählte Areal für den Straßenver-
kehr gesperrt. Wer eine Aktion plant, kann sich im Vor-
hinein dafür einen Parkplatz reservieren. Autos, die auf
den reservierten Parkplätzen stehen, müssen von den
Besitzern umgeparkt werden. Wo sich alternative Park-
möglichkeiten befinden, bekommen die Anwohner vor
dem Event per Wurfzettel mitgeteilt.
Mehr Informationen: www.tagdesgutenlebens.de
shutterstock/ Grekov‘sSeite 10 von 26
Kapitel 2 | Spielstraßen auf Zeit9
2.7. „Lebensstraße“ – den Sommer über autofrei
Die „Leefstraat”, zu deutsch Lebensstraße, im belgi-
schen Gent ist eine echte Begegnungsstätte. In Gent
können Bürgerinnen und Bürger ihre Straße für bis zu
zwei Monate zur autofreien Zone machen. Die Autos
werden für diesen Zeitraum in öffentliche Garagen aus-
gelagert. Die Anwohnerinnen und Anwohner nutzen die
autofreie Fläche. Sie stellen Pflanzenkübel und Sitzbän-
ke auf, rollen Kunstrasen aus, schaffen Platz für Fahrrä-
der und viel Spielfläche für Kinder direkt vor der Haustür.
Eindrücke von der Leefstraat gibt es im YouTube-Video.
Hinter der Idee steckt ein Forschungsprojekt des „Lab
van Troje”. Das Netzwerk will dazu beitragen, dass sich
Gent zur lebenswerten CO2-neutralen Stadt entwickelt.
Dazu gehört auch ein Mobilitätskonzept: Die Anwohner
teilen ihre Autos und nutzen Lastenräder. Zu den Ergeb-
nissen des Projekts haben die Belgier eine Studie veröf-
fentlicht, die bisher allerdings nur auf Flämisch vorliegt.
Wer ist angesprochen: Kommunen, die mit innovativen
Methoden schnell kostengünstigen Spielraum für Kin-
der schaffen und alternative Verkehrskonzepte erpro-
ben möchten.
Mehr Informationen: www.leefstraat.be
Der „PARK(ing)Day” schafft keine dauerhaften Aufent-
haltsflächen. Er hat aber große Symbolkraft und gibt Bür-
gerinnen und Bürgern die Möglichkeit zu zeigen, wie ihr
Wohnumfeld aussehen könnte, wenn weniger Platz für
Autos und mehr Platz für Menschen da wäre. Denn am
„PARK(ing)Day”, der jährlich am 3. Freitag im September
international stattfindet, verwandeln Anwohnerinnen
und Anwohner Parkplätze in ihrem Wohn- oder Arbeits-
umfeld für einen Tag in ihren ganz persönlichen Park. Sie
können dort Liegestuhl, Sonnenschirm und ein kleines
Schwimmbecken aufbauen oder Kunstrasen ausrollen
und Blumenkübel aufstellen oder Sand aufschütten und
Kinderspielzeug ausgeben – fertig ist der persönliche
Park. Ziel der Aktion ist es, mit Spaß und Kreativität zu
zeigen, wie öffentlicher Raum aussehen könnte, wenn
er mehr auf Menschen und weniger auf Autos ausgerich-
tet wäre. Die Idee stammt von einem Designstudio aus
San Francisco, das in der kalifornischen Metropole 2005
den ersten PARK(ing)Day veranstaltete. Inzwischen ist
der Tag ein globales Ereignis. Auch in Deutschland wird
er jedes Jahr am dritten Freitag im September in zahlrei-
chen Städten zelebriert.
2.6. Der „PARK(ing)Day“ – wie aus Parkplätzen
Vorgärten werden
Voraussetzung: Parkplätze sind Teil des Straßenver-
kehrsraums. Daher benötigen Parkplatzumwandler
eine Genehmigung vom Ordnungsamt. Die können sie
nicht nur am „PARK(ing)Day” im September bekom-
men, sondern auch an allen anderen Tagen im Jahr.
Je einfacher das Antragsverfahren, desto höher ist
die Wahrscheinlichkeit, dass Bürgerinnen und Bürger
Parkplätze umwidmen. Hilfreich ist es beispielswei-
se, wenn die Antragsformulare als Download auf der
Website des Amtes zu finden sind – ähnlich, wie es oft
schon für Formulare zur Beantragung von Straßenfes-
ten der Fall ist.
Wer ist angesprochen? In erster Linie richtet sich der
„PARK(ing)Day” an Privatpersonen. Aber auch Kommu-
nen können ihre Bürgerinnen und Bürger zu einer ge-
meinsamen Aktion aufrufen und einen gemeinsamen
„PARK(ing)Day” durchführen.
Mehr Informationen: parkingday.orgSeite 11 von 26
Kapitel 3 | Konkret: Spielstraßen auf Zeit einrichten10
3. Konkret: Spielstraßen auf Zeit einrichten
Wenn eine Stadt beschließt, für ihre jüngsten Bürge-
rinnen und Bürger Spielstraßen auf Zeit einzurichten,
muss sie sich zunächst für ein Modell entscheiden. Im
„Frankfurter Modell” sind temporäre Spielstraßen re-
gelmäßige Veranstaltungen, die von der Stadt für die
Bürgerinnen und Bürger organisiert werden. Beispiels-
weise den Sommer über jeden Mittwoch von 14 bis 19
Uhr, wie auf dem Heideplatz im Frankfurter Nordend.
Im „Griesheimer Modell” beantragen Bürgerinnen und
Bürger die Spielstraße auf Zeit selber. Das Bremer Mo-
dell ist eine Mischung aus den beiden genannten Mo-
dellen. Alle Modelle haben Vor- und Nachteile:
Im Griesheimer Modell haben die Anwohner die Mög-
lichkeit, den Zeitpunkt und den Ort der temporären
Spielstraße mitzubestimmen. So können Eltern bei-
spielsweise anlässlich eines Kindergeburtstages eine
Straßensperrung beantragen. Durch die wechselnden
Standorte der Spielstraßen werden nicht immer die
gleichen Straßenabschnitte gesperrt. Das gibt Kindern
aus verschiedenen Stadteilen die Möglichkeit, vor der
eigenen Haustüre zu spielen. Allerdings müssen die El-
tern beim Griesheimer Modell die Initiative ergreifen.
Das ist in einem gut organsierten System, wie in der
hessischen Kleinstadt, nicht schwer. Hier kümmert sich
eine Mitarbeiterin des Sozialamtes um die Absprachen
mit dem Ordnungsamt. Dennoch müssen die Eltern
die Initiative ergreifen und etwas Zeit für die Organi-
sation einplanen: Sie müssen Anrufe tätigen und die
Nachbarn benachrichtigen. Das könnte ein Grund dafür
sein, warum es trotz bester Voraussetzungen in Gries-
heim nur ca. sechs Straßensperrungen pro Jahr gibt.
Im Frankfurter Modell wird die Spielstraße auf Zeit zur
festen Institution. Da die Stadt die Organisation kom-
plett übernimmt, entsteht kein Aufwand für die Eltern.
Im Vergleich zu den sechs Anträgen pro Jahr in Gries-
heim können die Kinder am Frankfurter Heideplatz
wesentlich öfter auf der Straße spielen: 2015 sind es
25 Termine. Zudem erleichtern es die regelmäßigen
Termine, Kooperationspartner für die Spielanimation
zu finden: In Frankfurt stellt der Abenteuerspielplatz
Riederwald e. V. Spielsachen zur Verfügung.
Im Bremer Modell schlagen Bewohner Straßen für das
Projekt vor und prüfen, ob dort eine Mehrheit das Pro-
jekt befürwortet. Der Beirat des jeweiligen Bezirks be-
rät und entscheidet. Somit wird das Projekt sowohl von
den Bewohnern als auch von der Politik stark gestützt.
Steht der Beschluss, wird die Stadt regelmäßig wie
oben beschrieben aktiv.
shutterstock.com/AjFileSeite 12 von 26
Kapitel 3 | Konkret: Spielstraßen auf Zeit einrichten11
Eine Kommune, die Spielstraßen auf Zeit einfach und
unkompliziert ermöglichen möchte, muss zuerst klä-
ren, welcher Behörde sie die Zuständigkeit überträgt.
Da eine temporäre Spielstraße zu einem Eingriff in den
Straßenverkehr führt, bieten sich hier das Ordnungsamt
oder das Straßenverkehrsamt an, aber auch das Sozial-
amt oder Jugendamt mit seiner Zuständigkeit für Famili-
en kann eine koordinierende Funktion übernehmen.
Bei der Behörde sollte dann ein Ansprechpartner oder
eine Ansprechpartnerin benannt werden. In Städten und
Gemeinden gibt es oft Angestellte, die sich um Anträge
für Straßenfeste, Schützenumzüge und Co. kümmern.
Die Behörde kann die Organisation der temporären
Spielstraßen an diese Sachbearbeiter delegieren. Denn
die Aufgabe ist ähnlich: In erster Linie organisiert der An-
gestellte die Sperrung einer Straße. Auch ein kommuna-
ler Mobilitätsmanager, sofern es diesen Posten in einer
Kommune gibt, kann die Aufgabe übernehmen.
Damit auch Kinder zum Spielen kommen, muss die
Stadt die Kleinen und ihre Eltern auch über das neue An-
gebot informieren. Auftaktveranstaltungen, bei denen
die Spielstraße auf Zeit Premiere feiert, sind eine gute
Wahl, um das Interesse von Familien zu wecken. Auf den
Veranstaltungen kann die Stadt dann einen Infostand
aufbauen. Dort informieren Mitarbeiter die Eltern über
das Format: beim Frankfurter Modell über künftige Ter-
mine und Orte, beim Griesheimer Modell darüber, wie
Eltern temporäre Spielstraßen beantragen können.
Die Auftaktveranstaltung sollte die Kommune mit Pres-
searbeit begleiteten – um die Veranstaltung im Vorfeld
zu bewerben und um im Nachhinein über den Erfolg zu
berichten. Die Pressestelle kann eine Berichterstattung
mit der Lokalpresse vereinbaren. Eine Musterpressemit-
teilung befindet sich im Anhang.
Erzieherinnen und Erzieher sowie Grundschullehrerin-
nen und -lehrer sind neben Eltern die besten Multipli-
katoren, wenn es darum geht, auf Veranstaltungen für
Kinder hinzuweisen. Die Stadt kann sie über die Spiel-
straßen auf Zeit informieren und darum bitten, die Infor-
mation an die Eltern weiterzugeben.
Auf der Webseite der Stadt und der zuständigen Be-
hörden sollte ein Bereich eingerichtet werden, auf dem
Eltern und Kinder Zeiten und Orte der Spielstraßen auf
Zeit nachschauen können. Hat sich eine Stadt für das
Griesheimer Modell entschieden, kann sie auch eine An-
leitung ins Netz einstellen, wie eine Spielstraße auf Zeit
beantragt werden kann und die E-Mail-Adressen und
Telefonnummern der Ansprechpartner veröffentlichen.
3.1. Interne und externe Kommunikation
3.2. Antragsverfahren leicht gemacht
Insbesondere wenn eine Stadt temporäre Spielstraßen
nach dem Vorbild der Stadt Griesheim einrichtet, sollte
sie ihren Bürgerinnen und Bürgern das Antragsverfah-
ren so einfach wie möglich machen:
Einen Bereich auf der Internetseite der Stadt bzw
der zuständigen Behörde einrichten, auf dem In-
formationen zur Beantragung einer temporären
Spielstraße und die Kontaktdaten der zuständi-
gen Angestellten nachgelesen werden können.
Ein Antragsformular erstellen, das die Antragstel-
ler herunterladen und am Computer ausfüllen
können. Der Antrag kann als Ausdruck per Post
oder per E-Mail eingereicht werden.
Auch die Anwohner der Spielstraße müssen über
die Sperrung informiert und darum gebeten wer-
den, ihre Autos anderweitig zu parken. Dafür
kann die Stadt Formulare vorbereiten und auf der
Webseite zum Download anbieten.Seite 13 von 26
Kapitel 3 | Konkret: Spielstraßen auf Zeit einrichten12
3.3. Der „konventionelle“ Weg zur Straßensperrung
Bislang sind Spielstraßen auf Zeit in deutschen Städten
eher eine lobenswerte Ausnahme als die Regel. Noch
seltener sind Beispiele zu finden, in denen Kommunen
das Angebot aktiv wie oben beschrieben fördern und
die Verfahren für die Anwohner vereinfachen.
Zudem unterscheidet sich das Verfahren von Stadt zu
Stadt – sogar innerhalb eines Bundeslandes. Denn
jede Kommune kann ihre eigenen Verordnungen er-
lassen. Auch die zuständige Behörde ist nicht immer
die gleiche: In Düsseldorf, wie auch in vielen anderen
Städten, ist das Ordnungsamt der erste Ansprechpart-
ner für Bürgerinnen und Bürger. In Bonn wenden sich
die Einwohner hingegen zunächst an die Straßenver-
kehrsbehörde im Amt für Bürgerdienste.
Allerdings kann man nicht jede Straße so einfach für
ein kleines Straßenfest sperren lassen. Hauptverkehrs-
straßen sind oft von der Möglichkeit ausgenommen
oder das Antragsverfahren ist wesentlich komplizier-
ter. Zudem kommt es darauf an, was bei der Veranstal-
tung genau geplant ist. Für gewerbliche Gastronomie
oder den Verkauf von Waren werden häufig zusätzliche
Genehmigungen benötigt.
Beispiel Düsseldorf
Wer beispielsweise ein Straßenfest in Düsseldorf plant,
muss die Genehmigung schriftlich beim Ordnungsamt
beantragen. Dazu kann ein Antragsformular auf der In-
ternetseite von Düsseldorf-Tourismus heruntergeladen
werden. Den ausgefüllten Antrag schickt der Antrag-
steller per E-Mail an sondernutzung.ordnungsamt@
duesseldorf.de. Dann kommt sie direkt beim zuständi-
gen Sachbearbeiter an. In Düsseldorf muss ein Antrag
mindestens vier Wochen vor der geplanten Veranstal-
tung gestellt werden. Neben dem Antrag verlangt das
Ordnungsamt eine Skizze möglicher Aufbauten wie
Festzeltgarnituren etc. Die Stadt verlangt eine Verwal-
tungs- und eine Bearbeitungsgebühr.
Bei Ausschank alkoholischer Getränke zu gewerblichen
Zwecken, das heißt mit Gewinnabsicht, benötigen die
Veranstalter eine Sondergenehmigung. Bei der Abgabe
zum Selbstkostenpreis ist dies nicht nötig.
Wird der Antrag vom Amt genehmigt, übernimmt es
auch die Koordination mit Polizei und Feuerwehr. Ab-
sperrbaken und beispielsweise Halteverbotsschilder,
die nach Rücksprache mit dem Ordnungsamt aufge-
stellt werden dürfen, müssen die Organisatoren sel-
ber mieten und aufstellen. Das Ordnungsamt gibt auf
Anfrage Hinweise, wo die Schilder gemietet werden
können. Auch die Information der Anwohnerinnen und
Anwohner müssen die Organisatoren selbst überneh-
men. Dazu verfassen sie ein Informationsschreiben mit
Zeit, Ort und Art der Veranstaltung, drucken es aus und
stecken es den Nachbarn in die Briefkästen.
Auf der Internetseite des Ordnungsamts finden Antrag-
steller weitere Infos zum Antragsverfahren und die Te-
lefonnummer des zuständigen Angestellten, um offene
Fragen zu klären.
Beispiel Bonn
Wer in Bonn ein Straßenfest plant, kann die Erlaub-
nis bei der Straßenverkehrsbehörde beantragen. Um
ihren Bürgerinnen und Bürgern dies zu erleichtern,
stellt die Stadt Antragsformulare auf ihrer Webseite
zum Herunterladen zur Verfügung. Auch die Ansprech-
partner, die sich je nach Stadtbezirk unterscheiden,
sind mit E-Mail-Adresse und Telefonnummer auf der
Seite zu finden. Der Antragsteller kann die Formulare
bequem am Computer ausfüllen und dann per Mail an
den Ansprechpartner schicken oder bei diesem wei-
tere Infos einholen. Auch in Bonn wird eine Bearbei-
tungsgebühr erhoben.
Eine Besonderheit in Bonn: Wer einen Antrag für ein
Straßenfest stellt, braucht auch die Zustimmung der
Mehrheit der Nachbarn, um eine Genehmigung zu be-
kommen. Das heißt: bei den Anwohnern des Straßen-
abschnitts klingeln und Unterschriften sammeln. Die
Unterschriftenliste reicht der Organisator gemeinsam
mit dem Antrag ein. Die Pflicht die Anwohner, über Ort
und Zeit des Straßenfestes zu informieren, die in an-
deren Städten besteht, ist damit bereits erfüllt.Seite 14 von 26
Kapitel 3 | Konkret: Spielstraßen auf Zeit einrichten13
Wenn das Straßenverkehrsamt das Straßenfest ge-
nehmigt, informiert es Polizei und Ordnungsamt au-
tomatisch. Um Baken für die Absperrung der Straße
müssen sich die Organisatoren des Festes selbststän-
dig kümmern.
Die Stadt Bonn erteilt Genehmigungen für Straßenfes-
te in der Regel nur für kleinere Straßen ohne Durch-
gangsverkehr von Linienbussen. Die Erlaubnis erteilt
das Amt bis maximal 22 Uhr. Wer auf dem Straßenfest
Essen und Getränke gewerblich verkauft, benötigt
eine Sondergenehmigung. Teilnehmer des Straßen-
festes, die Speisen und Getränke zum Selbstkosten-
preis abgeben, brauchen dafür keine Genehmigung.
shutterstock.com/MNStudioSeite 15 von 26
Kapitel 4 | Aufenthalt und Spiel dauerhaft ermöglichen14
4. Konkret: Aufenthalt und Spiel
dauerhaft ermöglichen
Freiburg schafft langfristig verkehrsberuhigte Zonen
Die Stadt Freiburg geht noch einen Schritt weiter als
Griesheim, Frankfurt oder Bremen. Um die Kinder-
freundlichkeit zu verbessern, hat die Stadt ein Verfah-
ren entwickelt, mit dem Anwohner die Umwandlung
bestehender Wohnstraßen in verkehrsberuhigte Be-
reiche beantragen können. Das Verfahren hat sich für
besonders geeignete Straßen bewährt: Bislang hat die
Kommune 14 Straßen dauerhaft umgewandelt.
Anwohner, die ihre Wohnstraße zum verkehrsberuhig-
ten Bereich umwandeln lassen möchten, benötigen
dafür die Unterstützung der Nachbarn. Das bedeutet:
Unterschriften sammeln. Damit die Stadt eine Prüfung
und weiterführende Überplanung der Straße vornimmt,
sollten sich mindestens zwei Drittel der Anwohner für
eine Umwandlung aussprechen. Auf der städtischen
Website stehen für die Anwohnerbefragung Formulare
und Unterschriftenlisten bereit. Die ausgefüllten Listen
gehen an Jan Maurer vom Garten- und Tiefbauamt, der
seit dreizehn Jahren unter anderem für die Umwand-
lung von Wohnstraßen in verkehrsberuhigte Bereiche
zuständig ist.
Gemeinsam mit der Verkehrsbehörde und der Polizei
schaut sich Maurer die Gegebenheiten der Straße an:
Die maximale Verkehrsdichte sollte hundert Pkws pro
Stunde nicht überschreiten, aber auch Topografie, Be-
wohnerstruktur und Parksituation werden berücksich-
tigt. Dies alles sind Faktoren, die in die Beurteilung
einfließen, ob eine Straße wirklich den notwendigen
Anforderungen für eine Umwandlung entspricht. Dabei
geht es nicht um einzelne Werte oder Zahlen, sondern
um das Zusammenspiel der verschiedenen Faktoren:
Wenn Kinder in der Straße gemeldet sind, es ausrei-
chend Parkraum gibt und die Straße flach, kurz sowie
wenig befahren ist, gibt es gute Chancen, die Straße
in einen verkehrsberuhigten Bereich umwandeln zu
lassen. Liegt die Straße dagegen am Berghang und hat
starkes Gefälle, sieht es eher schlecht aus. Denn dann
besteht die Gefahr, dass ein Kind einem Ball hinterher
aus dem verkehrsberuhigten Bereich auf die Straße läuft
oder mit Inlinern zu schnell bergab rollt und nicht recht-
zeitig bremsen kann.
Die Zustimmung der Anwohner ist für Maurer ein ganz
entscheidender Faktor. Die Stadt fragt diese deshalb –
auch bei Zwei-Drittel-Mehrheit in der ersten Runde – an-
onymisiert noch ein zweites Mal ab, wenn die konkreten
Pläne zur Umgestaltung der Straße vorliegen. „Wenn ein
Nachbar anfragt, ob man so ein Projekt unterstützt, traut
man sich nicht ohne Weiteres zu sagen, dass man kein
Kindergeschrei hören möchte oder Angst wegen einer
möglichen Verringerung der Parkplätze hat“, sagt Mau-
rer. Die anonymisierte Abfrage gewährleistet, dass jeder
Bürger dem Garten- und Tiefbauamt seine Meinung un-
beeinflusst mitteilen kann.
Ist die Entscheidung für den Umbau gefallen, setzt die
Stadt die Planung zügig um. Der Eingangsbereich der
Straße wird mit Pollern verengt, die wie Torelemente
wirken. Querstreifen und Piktogramme auf der Fahrbahn
zeigen Autofahrern, dass ein neuer Bereich beginnt,
in dem sie mit spielenden Kindern rechnen müssen.
Versetzt markierte Parkplätze und Spielbereiche un-
„Wenn ein Nachbar anfragt,
ob man so ein Projekt un-
terstützt, traut man sich
nicht ohne Weiteres zu sa-
gen, dass man kein Kinder-
geschrei hören möchte...“
Jan Maurer, Garten und TiefbauamtSeite 16 von 26
Kapitel 4 | Aufenthalt und Spiel dauerhaft ermöglichen15
terstützen dies zusätzlich. Somit entsteht ein Erschei-
nungsbild, das sich von einer „normalen“ Wohnstraße
unterscheidet.
Diese Umgestaltungen sind nötig, um Autofahrer zu
geringem Tempo zu animieren und um rechtliche Vor-
schriften einzuhalten: „Nach der Verwaltungsvorschrift
zur StVO müssen verkehrsberuhigte Bereiche durch ihre
besondere Gestaltung den Eindruck vermitteln, dass die
Aufenthaltsfunktion überwiegt und der Fahrzeugverkehr
eine untergeordnete Bedeutung hat. Wir erfüllen diese
Anforderungen mit kostengünstigen Markierungen und
Pollern und durch eine einheitliche Gestaltung der Ein-
fahrtsituationen in diese Bereiche“, erklärt der Freibur-
ger Verkehrsplaner Jan Maurer.
Wenn man eine Straße zu einem verkehrsberuhigten
Bereich umwandeln will, müssen dafür laut StVO in
der Regel die Bordsteine auf das Niveau der Straße
abgesenkt sein (niveaugleicher Ausbau). Das ist aber
sehr teuer. Das Regierungspräsidium erklärte sich je-
doch bereit, im Rahmen eines Pilotprojektes dieses
„Freiburger Modell“ für besonders geeignete Straßen
mitzutragen, wodurch auf einen kostenintensiven Ge-
samtumbau verzichtet werden konnte. Weitere Infos
gobz es auf der Webseite „Mehr Freiraum für Kinder.
Ein Gewinn für alle!“
Weitere Infos: www.mehr-freiraum-fuer-kinder.de
shutterstock/ Grekov‘sSeite 17 von 26
5. Anhang | Ansprechpartner, Musterschreiben, Links und Publikationen16
5. Anhang: Ansprechpartner,
Musterschreiben, Links und Publikationen
Stadt Bremen
Amt für soziale Dienste
Tamara Duffner-Hüls
Tel.: 04 21/36 11 97 67
E-Mail: tamara.duffner-huels@afsd.bremen.de
Stadt Griesheim
Amt für Soziales
Corina Beeres
Tel.: 0 61 55/70 11 06
E-Mail: sozialamt@griesheim.de
Stadt Frankfurt
Stadt Frankfurt am Main
Straßenverkehrsamt – 36.31
Kerstin Bechtold
Tel.: 069/212-4 23 20
E.Mail: kerstin.bechtold@stadt-frankfurt.de
Stadt Freiburg
Garten- und Tiefbauamt
Jan Maurer
Tel. 07 61/2 01 46 82
E-Mail: jan.maurer@stadt.freiburg.de
5.2. Musterschreiben
5.1. Die Ansprechpartner in den Beispielstädten
Im April 2015 beginnt wieder das Projekt „Spielstraße auf Zeit“, mit dem
Kindern für einen Nachmittag ein Stück Straße zum Spielen zur Verfügung gestellt werden
soll. In Griesheim wurden bestimmte Straßen als „Spielstraße auf Zeit“ ausgewiesen.
Die Anlieger einer so ausgewiesenen Spielstraße können bei der Stadtverwaltung die Sper-
rung „ihrer“ Straße bzw. des entsprechenden Straßenabschnittes an einem Nachmittag von
Montag bis Freitag in der Zeit von 13.00 Uhr bis 18.00 Uhr beantragen.
Nähere Informationen erteilt Frau Beeres bei der Stadtverwaltung Gries-
heim (Tel. 701 106), dort kann auch die Anmeldung einer Spielstraße auf Zeit erfolgen. Das
Projekt „Spielstraße auf Zeit“ endet im September 2015.
Jährliche Presseinformation der Stadt Griesheim zum Projekt „Spielstraße auf Zeit“Seite 18 von 26
5. Anhang | Ansprechpartner, Musterschreiben, Links und Publikationen17
Bitte beachten Sie!
Das Projekt „Spielstraße auf Zeit“, das die Stadt Griesheim in den Monaten April bis September
kostenlos für Griesheimer Bürger anbietet, soll Kindern die Möglichkeit geben, „ihre Straße“ an
einem Nachmittag als Spielraum zu entdecken.
Das Angebot „Spielstraße auf Zeit“ kann nur durch die Anlieger beantragt werden. Werbung in
der Presse ist nicht zulässig.
Die „Spielstraße auf Zeit“ kann an einem Wochentag von Montag bis Freitag in der Zeit von
13.00 Uhr bis 18.00 Uhr durchgeführt werden.
Leider können aus verkehrstechnischen Gründen nicht alle Straßen als „Spielstraße auf Zeit“
ausgewiesen werden. Baustellen sind zu berücksichtigen. Mögliche Sperrmüllabfuhren können
leider nicht ausgeschlossen werden.
Das Ordnungsamt veranlasst die Sperrung der Straße bzw. des Straßenabschnittes durch
Mitarbeiter des Bauhofes. Die Schilder für die Straßensperrung sind nach Abschluss der „Spiel-
straße“ wegzurücken oder umzudrehen. Bitte überprüfen Sie vor der Veranstaltung nochmals
die Straßenschilder!
Die Anlieger sollten spätestens eine Woche vor dem Spielstraßen-Termin durch die Veranstalte-
rin bzw. den Veranstalter mittels des Informationsblatts „Hier entsteht eine Spielstraße auf Zeit“
über die Straßensperrung informiert werden.
Kranken- und Rettungsfahrzeuge müssen natürlich jederzeit durch die „Spielstraße“ fahren kön-
nen. Anlieger, die den Spielstraßentermin vergessen haben und unbedingt zu ihrem Anwesen
fahren müssen, sollte dies ermöglicht werden.
Der Verkauf von Speisen und Getränken auf öffentlichem Raum ist untersagt. Die Straße darf nur
mit Kreide bemalt werden.
Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass die „Spielstraße auf Zeit“ keine städtische Veran-
staltung ist und die Stadt keinerlei Haftung übernimmt. Bei Schäden gelten privatrechtliche
Regelungen.
Infoblatt der Stadt Griesheim zur „Spielstraße auf Zeit“Seite 19 von 26
5. Anhang | Ansprechpartner, Musterschreiben, Links und Publikationen18
Liebe Anwohnerinnen und Anwohner,
vielleicht erinnern Sie sich, wie Sie früher auf der Straße gespielt haben.
Das ist heute nicht mehr so möglich. Doch wir wollen den Kindern dieses
Erlebnis zurückschenken.
Am Freitag, 17.07.2015, wird deshalb unsere Straße:
auf Zeit zur Spielstraße, und zwar von 13.oo Uhr bis 18.oo Uhr.
In dieser Zeit ist die Straße für jeden Autoverkehr gesperrt.
Bitte helfen Sie mit, dass in dieser Zeit keine Autos auf der Straße stehen.
Natürlich können Kranken- und Rettungsfahrzeuge jederzeit einfahren.
Falls Sie noch Fragen haben, wenden Sie sich an:
Familie:
Tel.:
E-Mail:
Musterschreiben der Stadt Griesheim zur Information der Anwohner
Hier entsteht eine
Spielstraße auf ZeitSeite 20 von 26
5. Anhang | Ansprechpartner, Musterschreiben, Links und Publikationen19
Spielstraße auf Zeit
Sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter der Presse,
ab dem Tag Monat Jahr beginnt in XY das Projekt „Spielstraße auf Zeit“. Dies bedeutet,
dass die Stadt einen Straßenabschnitt sperrt und ihn Kindern für einen Nachmittag oder
am Wochenende zum Spielen zur Verfügung stellt.
Anlieger einer geeigneten Straße können bei der Stadtverwaltung die Sperrung „ihrer“
Wohnstraße bzw. des entsprechenden Straßenabschnittes an einem Werktag nachmittags
in der Zeit von XX:XX Uhr bis XX.XX Uhr oder am Wochenende in der Zeit von XX:XX Uhr
bis XX.XX Uhr beantragen. Für den Zeitraum wird die Straße für den Autoverkehr komplett
gesperrt. Die Anwohner werden gebeten, ihre Autos anderweitig zu parken.
„Mit dem Projekt Spielstraße wollen wir Kindern mehr Platz zum Spielen in der Stadt zur
Verfügung stellen. Denn draußen zu spielen ist wichtig für ihre Entwicklung, Gesundheit
und Fitness“, sagt Bürgermeisterin Maxine Musterfrau. „Nicht nur Kinder profitieren von
der temporären Spielstraße, die Stadt wird auch als Standort für junge Familien interessan-
ter“, so Musterfrau weiter.
Hauptverkehrsstraßen sind von der Genehmigung ausgeschlossen, da dort das Verkehr-
saufkommen und der Parkdruck zu groß sind.
Nähere Informationen erhalten sie von Herr/Frau XY bei der zuständigen Behörde der Stadt
XY, Tel.:12 34/56 78 90; E-Mail: x.y@stadtxy.de. Dort kann auch die Anmeldung einer
Spielstraße auf Zeit erfolgen. Das Projekt „Spielstraße auf Zeit“ endet Tag Monat Jahr.
Muster-Pressemitteilung für Ihre KommuneSeite 21 von 26
20
5. Anhang | Ansprechpartner, Musterschreiben, Links und Publikationen
5.3. Links
Kampagnen-Website und Link zur Kampagnenbroschüre:
www.mehr-freiraum-fuer-kinder.de
www.mehr-freiraum-fuer-kinder.de/service
Link zum Beispiel Frankfurt:
www.frankfurt.de/sixcms/detail.php?id=1518135&_ffmpar[_id_inhalt]=4472320
Link zum Beispiel Bremen:
www.spiellandschaft-bremen.de/aktuelles/c1095/l22/u223.htm
Links zu Beispielen aus Köln:
www.tagdesgutenlebens.de
www.agorakoeln.de
Link zur Aktion „PARK(ing) Day”:
parkingday.org
Link zum Beispiel Leefstraat:
www.youtube.com/watch?v=Kw8qIRxI4QQ
www.leefstraat.be
Links zum Beispiel Düsseldorf:
www.duesseldorf-tourismus.de/nc/service-fuer-veranstalter
www.duesseldorf.de/ordnungsamt/gewerbe/sondernutz.shtml
Link zum Beispiel Bonn:
http://www.bonn.de/rat_verwaltung_buergerdienste/buergerdienste_online/buergerservice_a_z/
00404/index.html?lang=de
Link zum Beispiel Freiburg:
www.freiburg.de/pb/,Lde/231712.html
Link zum Bündnis „Recht auf Spiel“:
www.recht-auf-spiel.deSeite 22 von 26
5. Anhang | Ansprechpartner, Musterschreiben, Links und Publikationen21
5.4. Publikationen
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und Umweltbundesamt (Hrsg., 2013):
Umweltbewusstsein in Deutschland 2012.
www.umweltbundesamt.de/publikationen/umweltbewusstsein-in-deutschland-2012
Erika Brodbeck, SpielLandschaftStadt e.V (Hrsg., 2007): SpielRäume schaffen. Praktischer Leitfaden zur Schaffung von
Spielräumen.
www.spiellandschaft-bremen.de/download/c1095/Jubil%C3%A4umsBrosch%C3%BCre2007.pdf
Deutsches Kinderhilfswerk e. V. (Hrsg.): Umfrage: Unsere Straße ist zum Spielen da!
www.recht-auf-spiel.de/images/Umfrage_Auswertung.pdf
Deutsches Kinderhilfswerk e. V. (Hrsg.): Leitfaden für die Organisation von Stadtteil- und Nachbarschaftsfesten.
www.recht-auf-spiel.de/images/downloads/Handreichung_für_Feste-Version_2012__2_.pdf
Impressum
Herausgeber:
Arbeitskreis Verkehrssicherheit beim Ministerium für Bauen, Wohnen,
Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen
(MBWSV NRW)
Ansprechpartner im MBWSV NRW: Ulrich Malburg
Texte:
Doris Bäumer Zukunftsnetz Mobilität NRW, Mareike Jansen Zukunfts-
netz Mobilität NRW, Annegret Neumann Deutscher Kinderschutzbund
LV NRW e.V.
Redaktion:
Benjamin Kühne, Regine Gwinner, Elke Hoffmann
Agentur tippingpoints GmbH
Gestaltung:
neues handeln GmbH, Köln
Druck:
gedruckt auf 100 % Recyclingpapier, ausgezeichnet mit
dem Blauen Umweltengel
Stand:
August 2015
Internet: www.mehr-freiraum-fuer-kinder.de
Die Verantwortung für den Inhalt dieser Publikation liegt bei den
Autorinnen.
Für die Anwendung und Umsetzung der Angebote vor Ort tragen –
da es dabei stets auf die konkrete Situation vor Ort ankommt –
weder die Verfasserinnen noch der AK Verkehrssicherheit eine
irgendwie geartete Verantwortung.Seite 23 von 26
22
NotizenSeite 24 von 26
23Seite 25 von 26
Kontakt
Die Kampagne „Mehr Freiraum für Kinder. Ein Gewinn für
alle!“ ist eine Initiative des Arbeitskreises Verkehrssicher-
heit beim Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwick-
lung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen.
Ulrich Malburg
Tel.: 0211 / 38 43-32 46
E-Mail: ulrich.malburg@mbwsv.nrw.de
Die Mitglieder des Arbeitskreises Verkehrssicherheit sind:
ADAC Nordrhein e. V., ADFC NRW, Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und
fahrradfreundlicher Städte in NRW e. V., Deutscher Kinderschutzbund
e. V., Deutsches Kinderhilfswerk e. V., Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe,
Hochschule Niederrhein – Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen,
Landesverkehrswacht NRW e. V., Ministerium für Familie, Kinder, Jugend,
Kultur und Sport NRW, Ministerium für Inneres und Kommunales NRW, Mi-
nisterium für Schule und Weiterbildung NRW, Zukunftsnetz Mobilität NRW,
Städte- und Gemeindebund NRW, TÜV Rheinland Group, Unfallkasse NRW,
Verkehrsclub Deutschland LV NRW e. V., Verkehrsverbund Rhein-Ruhr, Ver-
kehrsverbund Rhein-Sieg GmbH (VRS), Vorschulparlamente NRW
Die Kampagne wird koordiniert vom
Zukunftsnetz Mobilität NRW
Ansprechpartnerinnen:
Doris Bäumer
Koordinierungsstelle Rhein-Ruhr
beim Verkehrsverbund Rhein-Ruhr
Tel.: 0209/ 1584-347
E-Mail: baeumer@vrr.de
Mareike Jansen
Koordinierungsstelle Rheinland
beim Verkehrsverbund Rhein-Sieg
Tel.: 0221 / 20 808-737
E-Mail: mareike.jansen@vrsinfo.de
Mehr Informationen zur Kampagne:
www.mehr-freiraum-fuer-kinder.de
Titelbild: shutterstock.com/Dasha PetrenkoSeite 26 von 26

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Datenstand: 02.11.2026, 20:32 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de