220693 · Antrag
Nutzung der Mittel aus dem Feuerwehrtopf 2022
Kerndaten
- Nummer
- 220693
- Art
- Antrag
- Veröffentlicht
- 05.04.2022
- Letzte Änderung
- 15.09.2026
Stand im Verfahren i
- Einreichung
- Terminierung
- Sitzung
Soweit erfasst. Das Ergebnis der Beratung ist in den Daten nicht enthalten. Das vollständige Verfahren →
Beratungsfolge
- Sitzung der Bezirksvertretung Hardtberg Entscheidung federführend
Dateien
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Volltext
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Antrag öffentlich 220693 Antragsteller/in: Grüne Bezirksfraktion Hardtberg Jutta Brodhäcker SPD Bezirksfraktion Hardtberg Dominik Loosen Harald Pfankuchen 05.04.2022 gez. Trützler Nutzung der Mittel aus dem Feuerwehrtopf 2022 Beratungsfolge Bezirksvertretung Hardtberg 26.04.2022 Entscheidung Inhalt des Antrags Aus dem Feuerwehrtopf des Stadtbezirkes Hardtberg sollen für folgende Maßnahme Mittel verwendet werden: Das Projekt „Gut eingefädelt“ im Stadtteil Medinghoven wird einmalig mit 3.534 € unterstützt. Begründung Bei dem Projekt „Gut eingefädelt“ handelt es sich um einen professionell angeleiteten Nähkurs. Frauen mit und ohne Migrationshintergrund aus Medinghoven wird damit ein sozialer Treffpunkt und ein Ort des Austauschs und der Vernetzung eröffnet, welcher mit der Erlernung einer sinnstiftenden Tätigkeit verknüpft ist. Der Schwerpunkt wird auf das „Upcycling“ von Altkleidern und –stoffen gelegt, um die Teilnehmerinnen in die Lage zu versetzen, Kleidungsstücke, Kissen, und andere Gebrauchsgegenstände selbstständig herzustellen. Das Projekt wurde bereits im Jahre 2018 begonnen und lief erfolgreich bis zum Beginn der Pandemie. Die Initiator*innen planen nun eine Neuauflage und möchten nach Möglichkeit auch geflüchtete ukrainische Frauen beteiligen. Mit der einmaligen Zahlung von 3.534 € kann der komplette Kurs mit einem Umfang von 24 Treffen jeweils dreistündiger Dauer finanziert werden. Zudem wird ein Beitrag für Medinghoven geleistet. Anlage/n 1 220426 Anlage Nähkurs Gut eingefädelt (öffentlich)Seite 1 von 4 Diakonisches Werk Bonn und Region – Stadtteilbüro Medinghoven Briandstr. 5, 53123 Bonn-Medinghoven Projekt „Gut eingefädelt“ Mit einer wöchentlichen Nähgruppe möchten wir Frauen mit und ohne Migrationshintergrund im Stadtteil die Möglichkeit eines Treffpunktes, des Kennenlernens und gelebter, nachbarschaftlicher Hilfe geben. Ein weiteres Ziel ist das Einüben der deutschen Sprache in einen geschützten Rahmen sowie der Aufbau eines nachbarschaftlichen Netzwerkes. Die Frauen haben aufgrund der häufig tradierten Rollenverteilung nur im Vormittagsbereich Zeit, da die Kinder dann in Kindergarten und Schule betreut sind. Viele wünschen sich, neben Haushalts- und Erziehungsaufgaben, eine Beschäftigung, die Ihnen zugutekommt und wo sie andere Frauen kennenlernen können. Hier wurde häufig der Wunsch nach einer Nähgruppe geäußert. Vor diesem Hintergrund haben wir das Pilotprojekt "Gut eingefädelt!" im Stadtteil initiiert. Bis zu 10 Frauen nehmen daran teil und werden von einer erfahrenen Nähkursleiterin angeleitet. Neben dem Beschäftigungsaspekt, ist die Idee, auch Beratungseinheiten zu Themen wie z.B. Schuldnerberatung, Arbeits- und Ausbildungsperspektiven und allgemeine Sozialberatung anzubieten. Das Angebot hat im Herbst 2018 beginnen und lief erfolgreich bis zum Beginn der Pandemie, wöchentlich 3 Stunden in unserer Nachbarschaftswohnung „B 7“. Die angebotenen Kursplätze waren von Beginn des Projektes an durchgehend mit Teilnehmerinnen belegt. Es haben sich vornehmlich Frauen aus dem arabisch/afrikanisch-muslimischen Raum zusammengefunden, was auch die dominierende Bevölkerungsgruppe im Stadtteil abbildet. Durch die regelmäßigen Treffen im Kurs ist über die Monate hinweg eine Gruppe entstanden, die auch über die wöchentlichen Treffen hinaus soziale Kontakte entwickelt haben. Von den Teilnehmerinnen wird geschildert, dass der Nähkurs oftmals das einzige Freizeitangebot darstellt, das sie wahrnehmen können. Der Kurs hat für sie eine solche Bedeutung gewonnen, dass sie bei einer Zwischenbefragung mit Nachdruck darum gebeten haben, dass es weiter bestehen bleiben kann. Da im Kurs auf Deutsch kommuniziert wird, hat das Treffen auch einen sprachlich integrativen Effekt. Die Teilnehmerinnen sind durch die regelmäßigen Treffen und Kontakte im Kurs besser vernetzt. Die wöchentlichen Treffen sind für sie zu einem wichtigen Bestandteil ihres sozialen Lebens im Quartier geworden. Bei vielen handelt es sich um die einzige wirkliche Freizeitbeschäftigung, der sie neben der Arbeit in oft kinderreichen Haushalten nachgehen können. Durch die deutschsprachige Anleitung haben sie zudem die Möglichkeit, ihre Deutschkenntnisse zu verbessern und praktisch einzuüben. Aus dem Kurs konnte eine Teilnehmerin als ehrenamtliche Helferin in einer offenen Nähgruppe gewonnen werden, die inzwischen zusätzlich zum Kurs auch von anderen Teilnehmerinnen besucht wird. Durch die professionelle Anleitung haben die Teilnehmerinnen innerhalb der letzten Monate erhebliche Fortschritte in ihren Nähfertigkeiten erlangt. Sie sind inzwischen in der Lage, Kleidungsstücke, Kissen und andere Gebrauchsprodukte selbständig herzustellen. Das stärkt sowohl ihr Gefühl von Selbstwirksamkeit alsSeite 2 von 4 auch die Möglichkeit, durch Eigenanfertigung insb. von Kinderkleidung Einspareffekte zu erzielen. Wie die Teilnehmerinnen, die oft im Transferleistungsbezug stehen, berichteten sind diese Kostenersparnisse für sie erheblich. Da die Dozentin auf das Konzept des sog. "Upcycling" von Altkleidern und -stoffen zurückgreift, sind die Sparpotentiale - insbesondere auch in Kooperation mit unserer Kinderkleiderstube - besonders hoch. Die beeindruckenden Lernerfolge werden durch das beigefügte Bildmaterial deutlich, das ausschließlich selbst hergestellte Produkte der Teilnehmerinnen zeigt. Die Teilnehmerinnen haben durch die Kursteilnahme weitere sozialräumliche Gruppen- und Beratungsangebote kennengelernt, die sie für sich und ihre Familie nutzen können. Der Kurs kooperiert z.B. mit unserer Kinderkleiderstube in denselben Räumlichkeiten, einzelne Frauen nehmen zusätzlich zum Kurs an der ehrenamtlich geleiteten Nähgruppe teil. Eine der Teilnehmerinnen leitet inzwischen ehrenamtlich ein monatliches Frauentreffen im Stadtteilbüro, das soziale Themen - i.d.R. verbunden mit der Einladung eines Fachreferenten - in geschützter Runde behandelt. Durch diese personelle Überschneidung hat eine Überleitung und Anbindung von Teilnehmerinnen des Nähkurses an die Frauentreffen stattgefunden. Zudem haben die Teilnehmerinnen durch den Kurs auch die örtlichen Sozialarbeiter der Diakonie kennengelernt, so dass bei Bedarf der Zugang in die bestehenden Beratungsangebote leichter möglich ist, welche von Allgemeiner Sozialberatung über Schuldenberatung bis hin zur psychologischen Familien- und Erziehungsberatung reichen. Dieses sinnvolle Angebot soll jetzt wieder fortgeführt bzw. neu initiiert werden. Sowohl die Kursleitung als auch alte und neue Teilnehmerinnen sind sehr an einer Fortführung des Angebotes interessiert. Die durch ukrainische Abstammung der Kursleiterin hoffen wir auch einige geflüchteten Frauen aus dieser Gruppe für das Angebot gewinnen zu können. Nachstehend das geplante Programm und die Kostenaufstellung: Programm und Kostenaufstellung Der Nähkurs in der Nachbarschaftswohnung des Diakonischen Werkes in Bonn- Medinghoven ist als Präsenz- oder Online-Version geplant, abhängig vom Stand der epidemiologischen Lage. Die Nähstoffe und Zutaten werden entweder per Post versendet oder zum Kurs mitgebracht. Nähthemen sind unterschiedlich, hängen von Näherfahrungen und Wünschen die Teilnehmende mitbringen. Z.B. Kleinigkeiten für Nähanfänger, Upcycling, Homewear, Kinderbekleidung, Damenbekleidung, Schnitte verändern oder neu erstellen. Am Anfang und im Laufe des Kurses werden mehrere Nähprojekte zu Wahl gestellt, besprochen und ausgesucht. Wir gehen davon aus, dass jede Teilnehmende ca. 4 Materialsets pro Kurs brauchen wird. Restlichen Projekte werden aus eigenen Stoffen, oder den Stoffen, die in der Diakonie bereits vorhanden sind, gefertigt. Der Kurs umfasst 24 Treffen á 3 Stunden. KostenSeite 3 von 4 Nr. Kostenname Einzeln Insgesamt 1 Dozenten- Honorar 120€ pro Termin 2880 € pro Kurs 2 Zoom-Lizenz 140€ pro Jahr 140 € pro Kurs 3 4 Material-Sets für jede TN 20€ (inkl. Zustellung) pro Set 640 € pro Kurs (mit 8 TN) Gesamtkosten 3.534 €Seite 4 von 4
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 20:09 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de