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220672 · Beschlussvorlage

Ausarbeitung des „Aktionsprogramms Biodiversität 2030“ für die Bundesstadt Bonn

Nummer
220672
Art
Beschlussvorlage
Veröffentlicht
01.08.2022
Letzte Änderung
15.09.2026
  1. Sitzung der Bezirksvertretung Bonn 16.08.2022 Empfehlung
  2. Sitzung des Ausschusses für für Europa, Internationales, Wissenschaft, Wirtschaft und Arbeit 06.09.2022 Anhörung
  3. Sitzung des Ausschusses für Wohnen, Planung und Bauen 24.08.2022 Empfehlung
  4. Sitzung der Bezirksvertretung Bad Godesberg 17.11.2022 Empfehlung
  5. Sitzung der Bezirksvertretung Beuel 31.08.2022 Empfehlung
  6. Sitzung des Naturschutzbeirates 16.08.2022 Anregung
  7. Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 18.08.2022 Empfehlung
  8. Sitzung der Bezirksvertretung Hardtberg 30.08.2022 Empfehlung
  9. Sitzung des Rates 22.09.2022 Entscheidung federführend
  1. Sammeldokument öffentlich pdf · 109,4 KB Öffnen ↗

Untergeordnet

  1. 220672-01 Die Biodiversitätsstrategie der Bundesstadt Bonn
  2. 220672-03 AA FDP-Änderungsantrag: Ausarbeitung des „Aktionsprogramms Biodiversität 2030“ für die Bundesstadt Bonn Antrag zur Vorlage 220672
  3. 220672-05 AA Koalitionsänderungsantrag : Ausarbeitung des „Aktionsprogramms Biodiversität 2030“ für die Bundesstadt Bonn Antrag zur Vorlage 220672
  4. 220672-04 ST Ausarbeitung des „Aktionsprogramms Biodiversität 2030“ für die Bundesstadt Bonn hier Stellungnahme der Verwaltung zum FDP-Änderungsantrag DS 220672-03 AA
  5. 220672-02 Die Biodiversitätsstrategie der Bundesstadt Bonn

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Beschlussvorlage
öffentlich
220672
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
67 Amt für Umwelt und Stadtgrün
Dezernat:
Dez. III
Ausarbeitung des „Aktionsprogramms Biodiversität
2030“ für die Bundesstadt Bonn
Beratungsfolge
Naturschutzbeirat 16.08.2022 Anregung
Bezirksvertretung Bonn 16.08.2022 Empfehlung
Ausschuss für Wohnen, Planung und Bauen 24.08.2022 Empfehlung
Bezirksvertretung Hardtberg 30.08.2022 Empfehlung
Bezirksvertretung Beuel 31.08.2022 Empfehlung
Ausschuss für Europa, Internationales,
Wissenschaft, Wirtschaft und Arbeit
06.09.2022 Anhörung
Bezirksvertretung Bad Godesberg 07.09.2022 Empfehlung
Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale
Agenda
14.09.2022 Empfehlung
Rat 22.09.2022 Entscheidung
Beschlussvorschlag
Als wichtiger Beitrag zum Erhalt und zur Förderung der Artenvielfalt wird die
Verwaltung mit der Ausarbeitung des „Aktionsprogramms Biodiversität 2030“
für die Bundesstadt Bonn beauftragt.
Begründung
Der aktuelle Bericht zur Lage der Natur in Deutschland zeigt, dass sich 63 %
der Arten und knapp 70 % der Lebensräume, die nach der Fauna-Flora-
Habitat-Richtlinie (FFH-RL) geschützt sind, in ungünstig-unzureichendem oder -
schlechtem Zustand befinden (BMU und BfN 20201).
Da der Verlust der Artenvielfalt nicht ausschließlich mit
Artenschutzmaßnahmen oder dem Fokus auf Schutzgebiete aufgehalten
werden kann (BMU und BfN 2020), müssen Maßnahmen zum Schutz der
Biodiversität breit angelegt sein. Städten und Gemeinden kommt hierbei eine
zentrale Rolle zu, wenn es um den Erhalt und die Förderung der Artenvielfalt,
den Natur- und Artenschutz sowie um nachhaltige Flächennutzungen geht.
Im „Aktionsprogramm Biodiversität 2030“ der Bundesstadt Bonn werden die
Erkenntnisse und Entwicklungen des letzten Jahrzehnts zum Schutz der
1
https://www.bmu.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Naturschutz/bericht_lage_n
atur_2020_bf.pdfSeite 1 von 4
Seite 2
biologischen Vielfalt berücksichtigt und neue Anforderungen und
Rahmenbedingungen aufgegriffen. Hiermit wird ein strategischer Rahmen für
die nächste und entscheidende Dekade geschaffen, um dem Erhalt, der
Förderung und der Vernetzung der Artenvielfalt Bonns als dauerhafte
kommunale Aufgabe Rechnung zu tragen.
Das am 29.04.2010 beschlossene „Aktionsprogramm Biodiversität 2010“ war
für einen Zeitraum von zehn Jahren angelegt (DS-Nr. 0912026 und
0912026AA4) und wurde im Jahr 2020 evaluiert. Aufbauend auf den
Evaluationsergebnissen wurden in der ersten Entwurfsfassung des
„Aktionsprogramms 2030“ neue Schwerpunkte, Zielsetzungen und
Themenbereiche mit Blick auf die nächsten zehn Jahre erarbeitet. Die
Handlungsfelder des Aktionsprogramms von 2010 wurden auf drei
Handlungsschwerpunkte, sogenannte Zukunftssäulen, konzentriert. Jede Säule
ist in verschiedene Themenbereiche untergliedert, denen alle relevanten
Biodiversitätsmaßnahmen der gesamten Stadtverwaltung zugeordnet werden.
Für jeden Themenbereich wurden Leitgedanken, strategische Ziele und
Maßnahmen formuliert. Eine entsprechende Mitteilungsvorlage wurde im
letzten Jahr in die politische Beratung eingebracht (DS Nr. 210021). Im
Sommer 2021 wurde diese Entwurfsfassung in der ämterübergreifenden
Steuerungsgruppe beraten und die Rückmeldungen und Anregungen der
beteiligten Stellen bis Ende des Jahres eingearbeitet.
Im weiteren Ausarbeitungsprozess ist geplant, sowohl die gesamtstädtische
Verwaltung als auch externe Akteure einzubinden, Ziele und Maßnahmen zu
konkretisieren sowie Zuständigkeiten für die Maßnahmenumsetzung und deren
Finanzierung festzulegen.
Es folgt ein Einblick in die strategische und inhaltliche Ausrichtung der drei
Zukunftssäulen des „Aktionsprogramms Biodiversität 2030“.
Zukunftssäule I „Natur- und Artenschutz“
Die Stadt Bonn steht den Herausforderungen von steigenden
Landnutzungskonflikten gegenüber. Im Mittelpunkt der ersten Zukunftssäule
sollen daher der Erhalt, die Stärkung und die Vernetzung der urban und
ländlich geprägten Naturräume sowie eine ökologische und nachhaltige
Nutzung der vorhandenen Frei- und Agrarräume stehen. In der Zukunft soll der
Natur- und Artenschutz auch aufgrund des Klimawandels und dessen Folgen
immer weiter ausgebaut und gestärkt werden. Um dem Verlust der Artenvielfalt
entgegenzuwirken, hat die Stadtverwaltung in den letzten Jahren erfolgreiche
Projekte, Maßnahmen und Daueraufgaben implementiert wie z.B.
- dauerhafte aktive Unterstützung der Weiterentwicklung der Naturland-
Zertifizierung des Stadtwalds
- Weiterentwicklung des Integrierten Freiraumsystems (IFS) zum Bonner
Freiraumplan
- fortlaufender Ausbau der Vertragsnaturschutz-Gebietskulisse in Bonner
Landschafts- und NaturschutzgebietenSeite 2 von 4
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- Erfassung der Streuobstwiesen-Flächen und Entwicklung der Bestände
Zukunftssäule II „Stadtnatur“
Städte bieten auf kleinstem Raum einer außergewöhnlich hohen Anzahl von
Pflanzen und Tieren verschiedenste Lebensräume und können somit Hotspots
der Biodiversität darstellen. Gleichzeitig besteht ein hoher Nutzungsdruck durch
den Menschen, so dass der Schutz verbleibender Freiflächen und urbaner
Natur für die biologische Vielfalt an immer größerer Bedeutung gewinnt. Dieser
Schwerpunkt soll aufgrund des fortschreitenden Rückgangs der Vielfalt an
Arten und Lebensräumen weiter ausgebaut und gestärkt werden. Die Stadt
Bonn hat in diesem Bereich bereits erfolgreich Projekte, Maßnahmen und
Daueraufgaben implementiert wie z.B.
- Rezertifizierung „Labeling Stadtgrün Naturnah": Bonn wurde 2019 als
beste Großstadt mit dem Label „Silber“ ausgezeichnet
- Projekt „Lebensstätte Friedhof“ in Kooperation mit der Biologischen
Station Bonn/Rhein-Erft e.V.
- Entwicklung naturnaher städtischer Grünflächen mit angepasstem
Mahdregime und kontinuierlicher Erhöhung des Einsatzes von Regio-
Saatgut
- Umsetzung der Baumsatzung für Bäume auf Privatgrundstücken seit
2000, wird 2022 aktualisiert
Zukunftssäule III „Bewusstseinsförderung & Kooperationen“
Zur nachhaltigen Umsetzung von Maßnahmen zum Erhalt und zur Förderung
der Biodiversität ist es entscheidend, dass diese von der Stadtgesellschaft
mitgetragen und gelebt werden. In den letzten Jahren konnten eine immer
stärkere Sensibilisierung der Bevölkerung für Themen der biologischen Vielfalt
(Insektensterben etc.) und ein zunehmendes Bedürfnis nach aktiver
Mitgestaltung beobachtet werden. Hier ergeben sich zahlreiche
Anknüpfungspunkte, die im Rahmen der dritten Zukunftssäule verstärkt verfolgt
und aufgegriffen werden sollen. Im Sinne eines Zusammenhaltes soll die
Bildung von Kooperationen und regelmäßigen Austauschmöglichkeiten inner-
und außerhalb der Verwaltung zur Förderung der biologischen Vielfalt weiter
fokussiert werden. Die Stadtverwaltung hat bereits erfolgreiche Projekte zur
Bewusstseinsbildung für den Schutz der Artenvielfalt etabliert sowie
Kooperationen und Netzwerktätigkeiten von kommunaler bis auf internationaler
Ebene intensiviert, um aufzuklären und zu motivieren, wie z.B.
- Wiedereröffnung des Hauses der Natur als modernes
Umweltbildungszentrum für Bildung für Nachhaltige Entwicklung im Jahr
2019
- Eröffnung des Lehrpfads „Artenvielfalt in der Stadt“ im Jahr 2020
- Die Stadt Bonn trat 2019 als erste Stadt in NRW dem Netzwerk der
deutschen Bio-Städte, Gemeinden und Landkreise bei mit dem Ziel der
Erhöhung der Bio-Anteile in der Gemeinschaftsverpflegung städtischerSeite 3 von 4
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Einrichtungen und der Förderung der ökologischen Landwirtschaft im
Stadtgebiet
- Fortlaufendes KiTa-Projekt „Blüten für Insekten“ seit 2019, in dem
Bonner KiTas bei der Anlage von Blühflächen mit gebietsheimischen
Pflanzen unterstützt und beraten werden: Auszeichnung als Projekt der
UN-Dekade Biologische Vielfalt sowie im Rahmen des
Sonderwettbewerbs „Soziale Natur – Natur für alle“ im Jahr 2020
- Festigung und Ausbau von Kooperationen mit der Biologischen Station
Bonn/Rhein-Erft e.V., dem Zoologischen Forschungsmuseum Koenig,
der Universität Bonn, Bonn4Future, dem Verein „Bonn im Wandel“ etc.
- Netzwerkausbau und -intensivierung mit dem Verein „Kommunen für
biologische Vielfalt e.V.“, dem Biodiversitätsnetzwerk Bonn (BION), dem
Städtenetzwerk für Nachhaltigkeit (ICLEI) und weiteren nationalen und
internationalen Netzwerken
Geplantes Vorgehen
Das „Aktionsprogramm Biodiversität 2030“ soll auf der Grundlage der bisher
erarbeiteten Entwurfsfassung in einem etwa zweijährigen Bearbeitungsprozess
weiter konkretisiert und finalisiert werden. Hierbei kommt der interdisziplinären
Zusammenarbeit stadtverwaltungsinterner Beteiligung sowie externer
Kooperationsstellen (Zoologisches Forschungsmuseum Koenig, Biologischen
Station Bonn/Rhein-Erft e.V., Universität Bonn, Bonn im Wandel e.V., etc.)
besondere Bedeutung zu. Um mögliche Anpassungen und übergreifende
Abstimmungen frühzeitig vornehmen zu können, sollen zunächst die
bestehenden, laufenden und geplanten Biodiversitätsprojekte im Rahmen eines
regelmäßigen Projekt-Monitorings übergeordnet zusammengeführt werden. Im
Folgeprozess ist eine regelmäßige Zwischenevaluation der Maßnahmen des
Aktionsprogramms in einem dreijährigen Turnus vorgesehen, um eine
gesamtstädtische Koordination und Zielfokussierung zu gewährleisten.
Die Weiterentwicklung des Aktionsprogramms im Rahmen des
Biodiversitätsmanagements soll zunächst mit eigenem Personal durchgeführt
werden. Es ist notwendig, für die Maßnahmenplanung und -umsetzung über die
gesamte Laufzeit Fördermittel zu akquirieren sowie notwendige Haushaltsmittel
durch die federführenden Stellen anzumelden. Konkrete Anforderungen für
Finanzmittel können derzeit noch nicht beziffert werden. Zur Realisierung
konkreter Maßnahmen innerhalb des Aktionsprogramms werden separate
Beschlussvorlagen in die politische Beratung eingebracht, in welchen die
finanziellen Auswirkungen dargestellt werden.
Anlage/n
KeineSeite 4 von 4

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Datenstand: 02.11.2026, 17:35 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de