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220633 · Beschlussvorlage: Einleitung

Einleitung des Vergabeverfahrens zur Ersatzpflanzung im Verkehrsgrün Beuel-Mitte

Nummer
220633
Art
Beschlussvorlage: Einleitung
Veröffentlicht
02.04.2022
Letzte Änderung
15.09.2026
  1. Sitzung der Bezirksvertretung Beuel 27.04.2022 Entscheidung federführend
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Beschlussvorlage: Einleitung
öffentlich
220633
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
67 Amt für Umwelt und Stadtgrün
Dezernat:
Dez. III
Einleitung des Vergabeverfahrens zur
Ersatzpflanzung im Verkehrsgrün Beuel-Mitte
Beratungsfolge
Bezirksvertretung Beuel 27.04.2022 Entscheidung
Beschlussvorschlag
Der Einleitung des Vergabeverfahrens zur Ausschreibung „Ersatzpflanzung im
Verkehrsgrün Beuel-Mitte“ wird zugestimmt.
Begründung
Bei dieser Maßnahme handelt es sich um landschaftsbautechnische Arbeiten
zur Wiederherstellung bzw. Vervollständigung der Baumstandorte und Alleen-
Abschnitte im Stadtteil Beuel-Mitte.
Insgesamt werden 39 bestehende Baumbeete im Verkehrsgrün saniert, bzw.
hergestellt und mit Alleebäumen bepflanzt.
Die Maßnahme umfasst im Detail folgende Straßenabschnitte:
Straße: Anz. Baumart - Deutscher
Name:
Baumart - Botanischer
Name:
Agnesstraße 1 Blut-Pflaume Prunus cerasifera 'Nigra'
Elsa-Brändström-
Str.
6 Rotblühende
Edelkastanie
Aesculus carnea 'Briotii'
Ernst-Moritz-
Arndt-Str.
1 Blut-Pflaume Prunus cerasifera 'Nigra'
Goetheallee 1 Kaiser-Linde Tilia europaea 'Pallida'
Heinrich-Heine-
Str.
4 Japanische Nelken-
Kirsche
Prunus serrulata
'Kanzan'
Helenenstr. Bez. 2 Blut-Pflaume Prunus cersifera 'Nigra'Seite 1 von 5
Seite 2
06
Herbert-Rabius-
Str.
1 Echte Walnuss Juglans regia
Herbert-Rabius-
Str.
1 Winter-Linde Tilia cordata 'Greenspire'
Hermannstr. 1 Rotblühende
Edelkastanie
Aesculus carnea 'Briotii'
Johannesstr. 1 Hainbuche Carpinus betulus
Johann-Link-Str. 1 Platane Platanus x hispanica
Königsheimstr. 2 Echter Rotdorn Crataegus laevigata
'Paul's Scarlet'
Kreuzstr., mit
Parkplatz
1 Kaiser-Linde Tilia europaea 'Pallida'
Limpericher Str. 3 Spitz-Ahorn Acer platanoides
'Emerald Queen'
Neustr., Parkplatz 1 Spitz-Ahorn Acer platanoides
'Allershausen'
Rilkestr. 4 Säulen-Kirsche Prunus hillieri 'Spire'
Ringstr. 8 Spitz-Ahorn Acer platanoides
'Allershausen'
Viele Baumarten im Bonner Baumbestand bieten bereits ein hohes Angebot an
Nektar und Pollen für die heimischen Insekten und stellen wertvolle ökologische
Nischen dar. Hervorzuheben sind hier bei den Straßenbäumen insbesondere
nahezu alle Linden-Arten, Spitz-Ahorn, Feld-Ahorn, Rotblühende Rosskastanie,
Vogel-Kirsche, Tupelo-Baum, Elsbeere, Apfel-Dorn, Lederhülsenbaum,
Robinie, Tulpenbaum, Trompetenbaum und einige Baumarten mehr. Diese
Bienennährgehölze warten mit Nektarwerten von 2-4 und mit Pollenwerten bis
3 auf, wobei „4“ als Bestnote und „1“ als immerhin noch geringer Pollen-, bzw.
Nektarlieferant zu werten ist.
Die meisten dieser Baumarten bieten durch ihre Fruchtbildung zudem auch ein
breites Nahrungsangebot für Vögel und andere Wildtiere.
Diese Bäume tolerieren ebenfalls noch die zunehmend trockenen Sommer und
verschärften Standortbedingungen im Verkehrsgrün. Wo immer es aus
gestalterischen Aspekten bei der Ergänzung des Bestandes in vorhandenen
Baumalleen möglich ist oder wo ein Baumartenwechsel im Sinne der
Klimaanpassungsstrategie erforderlich ist, wird bei den Maßnahmen zuSeite 2 von 5
Seite 3
Baumersatzpflanzungen auf hitze-, staub- und insbesondere
trockenheitstolerierende Baumarten und –sorten (sogenannte „Klimabäume“)
mit breitem Insektennährangebot zurückgegriffen. Auch bei der Unterpflanzung
der neuangelegten Baumstandorte wird, wo immer dies möglich ist, auf eine
vielfältige, blühfreudige und insektenfreundliche Bepflanzung geachtet.
Trotz umfangreicher Vorprüfungen zu dieser Maßnahme, kann es im Bauablauf
vereinzelt - durch z.B. Maßtoleranzen von vorliegenden Plänen - vorkommen,
dass ehemalige Baumstandorte nicht wieder mit Bäumen bepflanzt werden
können. Dies ist meist dann der Fall, wenn in den entsprechenden Bereichen
Versorgungsleitungen – oft einschließlich der Hausanschlüsse – verlaufen. Auf
die Straße ragender Überhang privaten Baumbestandes, der Abstand zu
städtischen Bestandsbäumen oder die Nähe zu Grundstückseinfahrten und
Straßenlaternen sind ebenfalls Gründe dafür, dass ein ehemaliges Baumbeet
nicht wiederbepflanzt werden kann. Vorhandene Bäume genießen
Bestandsschutz, können aber nach Abgang dann mitunter nicht wieder ersetzt
werden.
Wenn eine Ersatzpflanzung an alter Stelle aus oben genannten Gründen nicht
mehr möglich ist, wird generell die Verschiebbarkeit einer Baumscheibe
geprüft. In Ausnahmefällen müssen Standorte geschlossen werden. Dies ist
notwendig, wenn die Standorte im Bereich von Grundstückszufahrten oder
anderen unübersichtlichen Stellen liegen und die Einsicht in den fließenden
Verkehr dadurch behindert würde oder auch, wenn das Platzangebot im
Gehwegbereich nicht erweiterbar ist und somit eine Nachpflanzung auch nach
einem Mindeststandard nicht möglich wäre. Strauchpflanzungen in zu
schließenden Baumscheiben im Verkehrsraum sind relativ problematisch, da
sie generell mehr Platz im unteren Bereich beanspruchen, meist breitwüchsig
sind und im Sichtbereich zum Verkehrsraum stark belaubt sind. Im Zuge der
Planung von Ersatzpflanzungen in einem Abschnitt oder einer Straße wird
generell auch überprüft, ob sich an anderen Stellen zusätzliche neue
Baumbeete errichten lassen. Die Errichtung weiterer neuer oder zusätzlicher
Baumstandorte ist derzeit in den oben genannten Bereichen jedoch nicht
möglich.
Im Zuge dieser Maßnahme muss lediglich ein Standort in der Hermannstraße
ganz geschlossen werden. Der Standort liegt im Einfahrtsbereich eines
Grundstückes und zu nah am benachbarten städtischen Bestandsbaum.
Aufgrund der beengten örtlichen Verhältnisse ist dort weder eine
Ersatzpflanzung, noch die Erhaltung eines Grünbeetes möglich. 8 Standorte
können nicht wieder mit Bäumen bepflanzt werden, diese bleiben aber als
Grünbeete erhalten.
Eine Übersicht der nicht wieder bepflanzbaren Standorte und zu erhaltenen
Grünbeete, sowie der ggf. zu schließenden Standorte ist in folgender Tabelle
aufgelistet:
Straße Hausnum
mer
Baum-
ID
Status Begründung
Goetheall
ee
21 26270 Grünbe
et
Straßenlaterne unmittelbar
neben BeetflächeSeite 3 von 5
Seite 4
Hermann
str.
94a 280 schließ
en
Einfahrtsbereich; Abstand zu
Bestandsbaum
Kreuzstr.,
mit
Parkplatz
ggü. 60a 2426 Grünbe
et
Straßenlaterne hinter dem Beet;
Abstand zu Bestandsbaum
Limperich
er Str.
ggü. Spiel-
platz
27371 Grünbe
et
Überhang der Grünanlage am
Stadion
Rheinaust
r.
(Nordteil)
247 94669 Grünbe
et
Abstand zu Bestandsbaum
Rilkestr. 14 25673 Grünbe
et
Überhang von benachbartem
Grünbestand
Rilkestr. 12 25645 Grünbe
et
Überhang von benachbartem
Grünbestand
Rilkestr. 69 26768 Grünbe
et
Überhang von Privat, Beet zu
klein -
Vergrößerung nicht möglich
Rilkestr. 35 25986 Grünbe
et
Abstand zu Bestandsbaum
Baumpflanzungen – insbesondere im Verkehrsgrün – sind so zu planen, dass
sich die Bäume gemäß ihrer ökologischen und gestalterischen Funktionen
möglichst lange am Standort entwickeln und etablieren können.
Die meisten vorhandenen Baumstandorte im Bereich dieser Maßnahme
wurden unzureichend groß vorgefunden. Aufgrund der örtlichen Begebenheiten
können die neuen Baumbeete zum größten Teil erheblich aufgeweitet werden.
So steht künftig für die neuen Bäume auch mehr Fläche, bzw. Wurzelraum zur
Verfügung. Sollten im Einzelfall Standorte geschlossen werden müssen, so
werden die daraus resultierenden Verluste an Vegetationsflächen in der Regel
durch die Standortvergrößerungen wie nachfolgend beschrieben vollumfänglich
kompensiert. Somit können durch Ersatzpflanzungen im Verkehrsgrün mehr
Flächen entsiegelt als versiegelt werden.
Beeterweiterungen erfolgen in der Regel auf eine Größe von mindestens 2,00
m x 4,00 m. Bei einer Baumgrubentiefe von 1,50 m ergibt sich daraus eine 12
m³ große Pflanzgrube. Die Tiefe von 1,50 m soll dabei für Bäume nicht
unterschritten werden. Gemäß der aktuellen FLL- (Forschungsgesellschaft
Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V.) Richtlinie stellt eine
Pflanzgrubengröße von 12 m³ lediglich das Minimum dar. Größere
Pflanzgruben sind je nach Pflanzenauswahl bis zu 36 m³ anzustreben, im
Verkehrsraum jedoch in den wenigsten Fällen zu realisieren. Selbst durch die
Vergrößerung der aktuell vorhandenen Pflanzgruben auf ein gefordertesSeite 4 von 5
Seite 5
Minimum kann es in einigen Bereichen durch eine Baumersatzpflanzung zur
Verringerung des Parkraumes kommen. Die technischen Regelwerke der FLL
beschreiben die „anerkannten Regeln der Technik“.
Die Vorbereitung eines Baumstandortes umfasst zumeist eine Vergrößerung
der Pflanzgrube, ein entsprechender Erd-/ Substrataustausch, den Einbau von
Wurzelschutzeinrichtungen zum Schutz benachbarter Leitungen, Arbeiten an
der befestigten Oberfläche von angrenzenden Gehwegen, die Sicherung der
Baumscheibe mit Anfahrschutz, die standortgerechte Unterpflanzung des
Beetes und natürlich – als finanziell kleinsten Faktor – die Baumpflanzung
selbst. In der Nachsorge erfolgt – auch aus Gewährleistungsgründen - eine 2-
jährige Fertigstellungs- und Entwicklungspflege, eine 4-jährige Wässerung und
nach Erfordernis eine jährliche Düngung der Bäume bis zur Übernahme in die
Unterhaltung der Stadt.
Die Maßnahme soll unmittelbar nach der Beschlussfassung Ende April 2022
ausgeschrieben und nach Beauftragung auch begonnen werden. Die sehr
umfangreichen vorbereitenden Arbeiten an den Baumstandorten
(Standortsanierung) erfolgen dann spätestens im Mai/ Juni 2022 und die
eigentliche Baumpflanzung in die fertig hergestellten Baumbeete – je nach
Witterungsverlauf – gleich zu Beginn der kommenden Pflanzperiode im
November / Dezember 2022.
Finanzielle Auswirkungen:
Vergabeart
öffentlich offen (EU) 7 Firmen werden zur Angebotsabgabe aufgefordert
X beschränkt nichtoffen (EU) mit öffentlichem Teilnahmewettbewerb
Freihändig bzw Verhandlungsverfahren
(EU)
Abweichung von der vorgeschriebenen Vergabear
Verhandlungsvergabe
Vergabekennzahl Vergabe-/Vertragsordnung Ausführungszeitraum Schätzkosten brutto
BN-2022-2079 X VOB UVgO
bzw. VgV
Mai 2022 – Dezember
2022
156.000 €
Produktgruppennummer Produktgruppenbezeichnung Sachkonto
(konsumtiv) /
Finanzposition
(investiv)
CO-Kontierung
(konsumtiv) /
Finanzstelle (investiv)
1.12.01 Gemeindestraßen 78.5200 5680812015000
Verpflichtungsermächtigungen Verwendung von
Haushaltsresten
Mittel
Ja x nein ja x nein freigegeben X vorgesehen
Anlage/n
KeineSeite 5 von 5

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Datenstand: 02.11.2026, 18:52 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de