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220628 · Mitteilungsvorlage

Internationale Partnerschaften unter Corona

Nummer
220628
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
04.04.2022
Letzte Änderung
15.09.2026
  1. Sitzung des Ausschusses für für Europa, Internationales, Wissenschaft, Wirtschaft und Arbeit 26.04.2022 Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage
öffentlich
220628
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
02 Amt für Internationals und globale Nachhaltigkeit
Dezernat:
Dez. OB
Internationale Partnerschaften unter Corona
Beratungsfolge
Ausschuss für Europa, Internationales,
Wissenschaft, Wirtschaft und Arbeit
26.04.2022 Kenntnisnahme
Mitteilung:
Die Corona-Pandemie hat in erheblichem Maße auf die Ausgestaltung der
partnerschaftlichen Aktivitäten Einfluss genommen. Im Bereich der
kommunalen Projektpartnerschaften gab es seit dem Ausbruch der Pandemie
in Deutschland (Februar 2020) so gut wie keine persönlichen Begegnungen
zwischen Vertreter*innen aus den Partnerstädten mehr. (Ausnahme:
Ramallah). Hinzu kommt, dass aufgrund von Wahlen oder Neubesetzungen
von Leitungsfunktionen in einigen Städten auch die Bürgermeister*innen sowie
die Ansprechpartner*innen in den internationalen Abteilungen gewechselt
haben. Die Aufrechterhaltung bzw. Wiederaufnahme von Kontakten gestaltet
sich daher als recht schwierig. Weiterhin wird die Pflege der Partnerschaften
durch die weltpolitische Lage (politische und militärische Konflikte) erschwert.
Trotz der großen Herausforderungen durch die Corona-Pandemie und die
allgemeine weltpolitische Lage ist die Verwaltung bemüht, den Dialog und den
projektorientierten Austausch mit den Projektpartnerstädten aufrecht zu
erhalten.
So haben trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie auch in den
vergangenen beiden Jahren einige Maßnahmen und Projekte stattgefunden:
I. Gesamtstädtische Partnerschaften:
Minsk:
Die Beziehungen zur belarussischen Hauptstadt Minsk sind infolge der
anhaltenden Menschenrechtsverletzungen in Belarus gegenwärtig praktisch
zum Erliegen gekommen. Die Partnerschaft zwischen Bonn und Minsk wird auf
bürgerschaftlicher Ebene im Wesentlichen durch den Minsk-Club Bonn e. V.
gepflegt. Offizielle Kontakte und Begegnungen zwischen den Städten Bonn und
Minsk bestehen derzeit nicht. Dennoch engagiert sich die Stadt Bonn in
Projekten und fördert zivilgesellschaftliches Engagement:
Anfang 2020 hat sich das Rote Kreuz Minsk gemeinsam mit der Stadt Bonn alsSeite 1 von 11
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Haupt-Projektpartner um Fördermittel aus dem Förderprogramm Belarus 2019
– 2022 beworben. Das Förderprogramm Belarus wird von der Deutschen
Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit GmbH (GIZ) und dem
Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk Dortmund gGmbH (IBB
Dortmund) im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche
Zusammenarbeit (BMZ) durchgeführt. Das übergeordnete Ziel des
Förderprogramms Belarus in der 9. Phase (2019–2022) ist die Umsetzung der
Agenda 2030 in Belarus.
Am 17.04.2020 wurde der Projektantrag positiv beschieden. Ziel des
gemeinsamen Projektes, in dem die Bundesstadt Bonn eine beratende
Funktion einnimmt, ist die Schaffung realer Beschäftigungsmöglichkeiten für
Menschen mit Behinderung, die auch auf dem offenen Arbeitsmarkt gefragt
sind. Im Rahmen des Projektes konnte im Juli 2021 die erste Werkstatt für
Menschen mit Behinderung in Minsk eröffnet werden. Alle geplanten
Beratungsleistungen deutscher Experten, sollten zunächst im Rahmen von
Präsenz-Workshops erbracht werden. Ebenso hätte zu Nicht-Pandemie-Zeiten
eine Delegationsreise nach Minsk zur Eröffnung der ersten Werkstatt
stattgefunden. Dieses konnte nicht stattfinden.
Chengdu:
Auch mit Chengdu (VR China) gibt es derzeit nur relativ wenig Austausch. Die
Corona-Pandemie, die in China ihren Ausgang nahm, hat zu einer fast
vollständigen Abschottung Chinas für Besucher*innen aus anderen Ländern
geführt. Hinzu kommt, dass der politische Einfluss Chinas auf die
Ausgestaltung der subnationalen Beziehungen zunehmend kritisch gesehen
wird. Dies zeigt sich z.B. in der aktuellen Diskussion über die Rolle der
Konfuzius-Institute. China tritt auch im Bereich der Städtepartner¬schaften
zunehmend selbstbewusst auf und nutzt kommunale Partnerschaften auch
verstärkt, um eigene politische Interessen zu verfolgen und ein positives China-
Bild in Deutschland zu vermitteln (Beispiel: „Maskendiplomatie“). Es fällt daher
zunehmend schwer, Projekte „auf Augenhöhe“ zu entwickeln, die im
gemeinsamen Interesse beider Seiten liegen.
Im April 2021 hat Bürgermeisterin Dr. Ursula Sautter an der von Chengdu
ausgerichteten und online durchgeführten Bürgermeisterkonferenz der
Partnerstädte und mit Chengdu freundschaftlich verbundener Städte
teilgenommen. Die Konferenz, die seit 2016 einmal jährlich in Chengdu
stattfindet, stand unter dem Motto „Gemeinsam für ein besseres Leben
eintreten“. Schwerpunktthema war der Austausch über die in der COVID-19
Pandemie gemachten Erfahrungen, insbesondere hinsichtlich der Aspekte
Digitalisierung städtischer Dienstleistungen, Schaffung eines stabilen und
gerechten Geschäftsumfelds, umweltfreundliche sowie intelligente,
widerstandsfähige und sichere Stadt.
Weitere Aktivitäten haben in Pandemiezeiten in dieser Partnerschaft nicht
stattgefunden.Seite 2 von 11
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Ulan Bator:
Auch die Partnerschaft mit Ulan Bator (Mongolei) muss neu aufgestellt werden.
Hier hat u.a. der Strategiewechsel in der bilateralen Zusammenarbeit
(Reformprogramm BMZ 2030) sowie veränderte Strukturen und Interessen in
den beiden Partnerstädten zu einem Perspektivwechsel in der bisherigen
Zusammenarbeit geführt. Themenschwerpunkte der vergangenen Jahre, wie
z.B. der deutsch-mongolische Jugendaustausch spielen heute keine besondere
Rolle mehr.
Nachdem im Herbst 2019 ein ursprünglich geplanter und vorbereiteter
gemeinsamer Antrag im Rahmen des ASA Austauschprogramms nicht
zustande gekommen ist, sollten im Frühjahr 2020 Vertreterinnen und Vertreter
aus Ulan Bator nach Bonn eingeladen werden. Hier sollten die Gäste aus der
Mongolei in einem fachlich nicht sehr tiefen, aber dafür umso breiter
gefächerten Programm verschiedene Themenfelder kennenlernen, in denen ein
Austausch im Rahmen der Projektpartnerschaft möglich wäre. Dieser Besuch
musste wegen Corona ausfallen und soll nachgeholt werden, sobald Reisen
wieder möglich sind.
Aktuell gibt es Überlegungen, einen Fachaustausch im Themenfeld nachhaltige
Stadtentwicklung zu etablieren. In diese sind auch die Deutsch-Mongolische
Gesellschaft sowie die Universität Bonn einbezogen.
Cape Coast:
Unter den Folgen der Corona-Pandemie leidet auch die Partnerschaft mit Cape
Coast/Ghana.
Ghana hat, wie die meisten afrikanischen Länder, relativ frühzeitig Maßnahmen
zur Eindämmung der Pandemie verhängt. Durch eine frühzeitige
Kontaktreduzierung konnte die befürchtete Gesundheitskatastrophe in vielen
afrikanischen Ländern vermieden werden. Die Bonner Projektpartnerstadt Cape
Coast war zudem in geringerem Maße vom Pandemiegeschehen betroffen als
der Großraum rund um die Hauptstadt Accra. Allerdings hatte der Lockdown
dramatische Auswirkungen auf die wirtschaftliche Situation vieler Menschen in
Ghana. Betroffen waren insbesondere Arbeiter*innen im informellen Sektor, die
im Lockdown nicht arbeiten konnten.
Persönliche Begegnungen mit Vertreter*innen der Partnerstadt hat es seit
Beginn der Pandemie im März 2020 nicht mehr gegeben. Ursprünglich waren
für Mitte 2020 auch erste Besuche im Rahmen des neu gestarteten
kommunalen Fachaustauschs zwischen ghanaischen und nordrhein-
westfälischen Kommunen geplant, der im Kontext der Länderpartnerschaft
NRW-Ghana von der Staatskanzlei NRW und der Servicestelle Kommunen in
der Einen Welt (SKEW) im Februar 2020 gestartet wurde. Leider konnten auch
diese Austausche bis heute nicht stattfinden.
Mit Hilfe von Videokonferenzen konnte der Kontakt mit Cape Coast dennoch
relativ regelmäßig gepflegt werden. Grundsätzlich ist es allerdings so, dass in
der Stadtverwaltung Cape Coast nicht alle Mitarbeitenden Zugriff auf eine
stabile (Breitband-)Verbindung haben, sondern oft auch das Smartphone überSeite 3 von 11
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eine W-LAN Verbindung bzw. über mobile Daten verwendet wird, so dass die
Verbindung nicht immer stabil ist und technisch aufwändigere Lösungen (z.B.
Arbeiten an Miroboards etc.) nicht genutzt werden können.
Trotz dieser Schwierigkeiten konnten mit der Partnerstadt Cape Coast durch
mehrere Online-Meetings zwei neue Projekte gestartet werden. So beteiligten
sich die beiden Partnerstädte an der Waste Wise Cities Initiative von UN
Habitat, die zum Ziel hat, insbesondere afrikanische Städte bei der Bewältigung
des Abfallaufkommens zu unterstützen. 2021 wurde in diesem Kontext eine
Erhebung zum Festmüllaufkommen in Cape Coast durchgeführt. Dies wurde
durch eine Finanzierung der japanischen Entwicklungsagentur ermöglicht. Im
Februar 2022 wurden im Rahmen eines Präsenzworkshops in Cape Coast
erste Analyseergebnisse vorgestellt, auf deren Basis Empfehlungen für weitere
mögliche Kooperationsprojekte entwickelt werden sollen.
Im Februar 2022 fand auch das erste Lernlabor im Rahmen des Projektes
„Urban Natural Assets“ in Cape Coast statt. Die Beteiligung der Stadt Cape
Coast an dem Projekt von ICLEI Afrika kam durch Vermittlung der Stadt Bonn
zustande. Ziel des Projektes ist es, die Klimaanpassungsfähigkeit von Städten
insbesondere durch naturbasierte Lösungen zu stärken und damit Biodiversität
im urbanen Raum zu schützen. Bei diesen Aktivitäten können die beiden
Partnerstädte an die bisherigen Kooperationen im Rahmen des Projekts zur
Renaturierung der Fosu Lagune anknüpfen.
Für Ende Mai 2022 ist ein Besuch der ghanaischen Partner in Bonn und
Düsseldorf im Rahmen des kommunalen Fachaustauschs geplant. Diese erste
persönliche Begegnung nach fast drei Jahren (der letzte Besuch in Bonn fand
im September 2019 statt) kann hoffentlich als Basis für eine Wiederbelebung
der Zusammenarbeit genutzt werden.
La Paz:
Bolivien war (und ist) durch die Pandemie sehr stark betroffen. Zusätzlich zu
der schon sehr instabilen politischen Situation (Putsch mit gewaltsamen
Ausschreitungen, Übergangsregierung, Neuwahlen auf der nationalen und
kommunalen Ebene) wurde in Bolivien ein sehr strenger Lockdown verhängt,
der viele Menschen in große wirtschaftliche Not stürzte. Außerdem ist das
Gesundheitssystem in weiten Teilen zusammengebrochen. Aufgrund
entsprechender Anfragen aus La Paz wurde seitens der Stadt Bonn versucht,
ein Projekt im Rahmen des Corona-Solidarpakets bei der SKEW zu
beantragen. Dies scheiterte allerdings an den Vorgaben des Geldgebers zur
Mittelweiterleitung, so dass eine zügige Weitergabe der Mittel an die Stadt La
Paz nicht gewährleistet werden konnte. Im September 2020 unterstützte die
Stadt einen Spendenaufruf des Vereins Partnerschaft Bonn – La Paz für das
Kulturzentrum Compa, dessen Mitglieder in der Vergangenheit auch schon
mehrfach in Bonn zu Gast waren. Mit den Mitteln hat Compa in Not geratene
Familien mit Lebensmittelpaketen unterstützt.
Die insgesamt schwierige angespannte Situation erschwerte die
Zusammenarbeit sehr. Durch die Neuwahlen und die anschließenden
Versetzungen der bekannten Mitarbeiter*innen mussten die Kontakte zur
kommunalen Ebene komplett neu aufgebaut werden. Im Januar 2022 fand einSeite 4 von 11
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erstes (Online-)Gespräch der beiden Oberbürgermeister*innen zum
gegenseitigen Kennenlernen statt. In einer weiteren Videokonferenz mit den
neuen Zuständigen für die internationale Arbeit wurden der Wunsch geäußert,
neben den bisherigen Schwerpunkten erneuerbare Energien,
Abfallmanagement und Recycling sowie Umweltbildung auch im Themenfeld
Gesundheit zusammen zu arbeiten. Aktuell wird geprüft, ob und in welcher
Form hier eine Zusammenarbeit und finanzielle Unterstützung möglich ist.
Buchara:
Mit Buchara gibt es trotz der Pandemie und Dank des guten Kontaktes zur
Geschäftsführerin der Deutsch-Usbekischen Gesellschaft e. V. einen –
zumindest schriftlichen – regen Austausch. Darüber hinaus wurde vor dem
Hintergrund der Pandemie ein gemeinsames Projekt durchgeführt:
Im Juli 2020 hat Engagement Global mit ihrer Servicestelle Kommunen in der
Einen Welt (SKEW) im Auftrag und mit Mitteln des Bundesministeriums für
wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ein Kommunales Corona-
Solidarpaket aufgelegt. Ziel des Programms war es, die Solidarität in den
kommunalen Partnerschaften zu festigen und pandemiebedingte Notsituationen
abzumildern.
Mit ihrer Projektpartnerstadt Buchara hat die Stadt Bonn sich um Mittel aus
diesem Förderprogramm beworben und die Förderzusage erhalten. Im Rahmen
des Projektes, das im April 2021 erfolgreich abgeschlossen werden konnte,
wurden Schutzmasken und Desinfektionsmittel, insbesondere für
Mitarbeiter*innen in Schulen und Kindergärten, gekauft und 21.000
Informationsbroschüren in russischer und usbekischer Sprache über den
Umgang mit und das richtige Verhalten in der Pandemie gedruckt und an alle
Haushalte in Buchara verteilt. In einer ganzen Reihe von
Informationsveranstaltungen wurden Mitarbeiter*innen der Stadtverwaltung und
aus den Stadtbezirken zum Umgang mit der Pandemie geschult und haben das
Gelernte als Multiplikator*innen in ihren Einrichtungen und Stadtbezirken
weitervermittelt.
Das Ende der Projektlaufzeit im April bedeutet nicht, dass dann die
Zusammenarbeit und Unterstützung endet. Auch danach wurde und wird die
bereits seit Jahren erfolgreiche und fruchtbare Zusammenarbeit fortgesetzt.
Derzeit gibt es Überlegungen zu einem weiteren gemeinsamen Projekt mit
Buchara im Kontext der Jugendarbeit.
Ramallah (Städtekooperation):
Auch mit Ramallah gab es Überlegungen und erste Schritte zur Bewerbung um
Mittel aus dem Corona-Solidarpaket der SKEW. Eine Realisierung konnte
jedoch nicht erfolgen, da die Voraussetzungen in dem geplanten Vorhaben –
Anschaffung eines Desinfektionsfahrzeuges in Ramallah – hierfür nicht erfüllt
werden konnten.
Der Bürgermeister der Stadt Ramallah, Musa Hadid, besuchte im SeptemberSeite 5 von 11
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2021 Bonn aus Anlass der Gründung des Partnerschaftsvereins Bonn-
Ramallah, auf dessen Einladung er in Bonn weilte. Am Donnerstag, 23.
September 2021, fand ein Treffen mit Oberbürgermeisterin Katja Dörner im
Stadthaus statt.
Im Frühherbst 2022 soll eine von der SKEW organisierte Fachinformationsreise
nach Ramallah stattfinden, an der idealerweise zwei Vertreter*innen des Amtes
für Internationales und Globale Nachhaltigkeit teilnehmen werden, sofern die
Umstände es erlauben.
II. Partnerschaften auf Ebene der Stadtbezirke:
Stadtbezirk Bonn:
Städtepartnerschaft Bonn – Oxford
Den Stadtbezirk Bonn verbindet eine langjährige Partnerschaft mit der
englischen Universitätsstadt Oxford. In diesem Jahr feiern beide Städte das
75jährige Jubiläum dieses besonderen Kontaktes. Tausende von Bonnerinnen
und Bonnern haben in den vergangenen 7,5 Jahrzehnten Oxford besucht,
sowie entsprechend viele Oxforder Gäste die Stadt Bonn. Die Kontakte
erstreckten sich von der administrativen Ebene über zahlreiche diverse
Gruppierungen aus Bürgerschaft und Universität. Auch Schulpartnerschaften
werden seit geraumer Zeit mit großer Resonanz geführt. Der
Bezirksbürgermeister/die Bezirksbürgermeisterin wurden in der Vergangenheit
regelmäßig als Repräsentant*in des Stadtbezirkes Bonn zu besonderen
Gelegenheiten wie dem Remembrance Day oder auch Oxford bezogenen
Veranstaltungen in der Deutschen Botschaft in London eingeladen. Sowohl in
Bonn wie auch in Oxford fanden fachbezogene Seminare und Workshops statt.
Bereits nach der Entscheidung des Vereinigten Königreiches zum Austritt aus
der Europäischen Union hatten sich die offiziellen Vertreter der Stadt Oxford
und des Stadtbezirks Bonn gegenteilig versichert, die Beziehungen in
gewohnter Form fortzuführen. Durch die Einschränkungen der Pandemie
konnten in den vergangenen zwei Jahren keine Austausche durchgeführt
werden. Der letzte offizielle Besuch des Oxforder Lord Mayor fand unmittelbar
nach Karneval 2020 statt.
Für das diesjährige Jubiläum ist die Durchführung von Festtagen sowohl in
Oxford im Juni wie auch in Bonn im August unter Beteiligung der jeweiligen
Partnerstadt vorgesehen. Dementsprechend wird eine Bonner Delegation unter
Leitung des Bezirksbürgermeisters des Stadtbezirkes Bonn im Juni nach
Oxford reisen, sofern die Pandemie dies zulässt. Inwieweit auch weitere
Gruppen aus Bonn an den Feierlichkeiten in Oxford teilnehmen, wird derzeit
geprüft. Es ist aber bereits jetzt festzustellen, dass eine gewisse Zurückhaltung
in Bezug auf die Teilnahme besteht.
Grundsätzlich besteht Zuversicht, dass die allgemeinen Aktivitäten nach derSeite 6 von 11
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Pandemie wieder aufgenommen werden. Insbesondere die langjährigen
Schulpartnerschaften werden voraussichtlich an ihrem bisherigen Konzept
festhalten.
Städtefreundschaft Bonn – Oppeln
Die Städtefreundschaft zu Oppeln konnte in den letzten Jahren nur wenig mit
Leben gefüllt werden. Der letzte Besuch einer Gruppe aus der Bürgerschaft
liegt bereits mehr als fünf Jahre zurück. Auf administrativer Ebene hat es mehr
als 15 Jahre keinen Austausch gegeben. Zuvor waren Besuche der Oppelner
Stadtführung in Bonn bedauerlicherweise zweimal in Folge kurzfristig abgesagt
worden.
Vor dem Hintergrund der pandemischen Lage hat es mit Oppeln lediglich
schriftlichen Austausch gegeben. Ob und ggf. in welcher Form Aktivitäten nach
der Pandemie wieder aufgenommen werden, ist unklar, angesichts der
bisherigen Entwicklung mittelfristig aber nicht in größerer Form zu erwarten.
Städtepartnerschaftliche Beziehungen zum XXII. Bezirk der Stadt Budapest,
Budafok-Tétény
Im vergangenen Jahr bestanden die städtepartnerschaftlichen Beziehungen
des Stadtbezirks Bonn zum ungarischen Partnerbezirk 30 Jahre. Bis zum Jahr
2020 fanden regelmäßige Austausche zwischen Partnerschulen und jährlich
abwechselnd Delegationsbesuche auf administrativer Ebene statt. Diese solide
Grundlage der gegenseitigen Beziehungen wurde leider durch die Corona
Pandemie erheblich gestört. Der Schüleraustausch konnte seither nicht mehr
durchgeführt werden. Ob dieser zeitnah wieder aufgenommen werden kann,
kann nicht beurteilt werden. Neben der rechtlichen Regelung durch das NRW
Schulministerium ist hohes Engagement der jeweiligen Lehrer erforderlich.
Bezirksbürgermeister Jochen Reeh-Schall wird den Bürgermeister aus Budafok
zur Einweihung des „Budafok Parks“, der derzeit neu gestalteten Grünfläche
am Windeck Bunker, nach Bonn einladen. Außerdem ist beabsichtigt, im 2.
Halbjahr zu einem Delegationsbesuch aus dem ungarischen Partnerbezirk
nach Bonn einzuladen, sofern die pandemische Lage dies zulässt.
Stadtbezirk Bad Godesberg:
Bad Godesberg unterhält Städtepartnerschaften mit Kortrijk (Belgien), St. Cloud
(Frankreich), Frascati (Italien), Windsor & Maidenhead (Großbritannien) und
Städtefreundschaften mit Yalova (Türkei) und Berlin Steglitz-Zehlendorf.
Aufgrund der Corona-Pandemie konnten keine persönlichen
städtepartnerschaftlichen Kontakte und Begegnungen stattfinden. Die
Bezirksverwaltungsstelle Bad Godesberg stand 2020 und 2021 in E-Mail-Seite 7 von 11
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Kontakt mit den Partnerstädten und tauschte sich über die aktuelle
pandemiebedingte Situation aus. In einer Videokonferenz im Frühjahr 2021
waren sich die teilnehmenden Städte (Kortrijk, St. Cloud, Windsor &
Maidenhead und Bad Godesberg) darüber einig, dass auch im Jahr 2021 keine
persönlichen Treffen möglich sind. Alle teilnehmenden Städte wollen an dem
zum Teil seit mehr als 60 Jahren bestehenden Städtepartnerschaften
uneingeschränkt festhalten. Aufgrund immer kleiner werdenden Budgets und
personeller Veränderungen in einzelnen Partnerstädten, aber auch vor dem
Hintergrund der Corona-Pandemie und sich zum Teil ändernder politischer
Rahmenbedingungen (z.B. Brexit), sollte jedoch ggfl. über eine inhaltliche
Neuausrichtung nachgedacht werden. Hierbei sollten auch neue Themenfelder
eingebunden (z.B. Kultur, themenbezogene Veranstaltungen wie z.B.
Rassismus) und die Möglichkeiten der Digitalisierung durch Corona genutzt
werden (z.B. Digitaler Internationaler Jugendgipfel o.ä.). Unmittelbare
Begegnungen von Jugendlichen sollen weiterhin zentraler Bestandteil der
Städtepartnerschaftsarbeit sein. Eine weitere Videokonferenz über die künftige
Ausrichtung der Städtepartnerschaften steht noch aus. Ein rein digitaler
Austausch kann die persönlichen Begegnungen auf Verwaltungs-, Bürger- oder
politischer Ebene jedoch nicht ersetzen, denn genau diese Begegnungen füllen
die Städtepartnerschaften mit Leben.
Ein geplantes Konzert des aus Kortrijk stammenden Carilloneurs Kohn Cosaert
auf dem Carillon im Bad Godesberger Stadtpark wurde pandemie-bedingt
bereits zweimal verschoben und soll Im Frühjahr 2022 nachgeholt werden.
2022 jährt sich das Freundschaftsabkommen zwischen Bad Godesberg und
Berlin Steglitz-Zehlendorf zum 60. Mal. Gemeinsam mit dem neuen
Ansprechpartner für Städtepartnerschaften in Berlin soll nun geprüft werden,
wie/ob dieser Jahrestag gefeiert werden kann.
Anlässlich des 55-jährigen Bestehens der Städtefreundschaft mit Yalova
(Türkei) war 2020 eine Kunstausstellung mit einer Künstlerin aus Yalova im
Haus an der Redoute geplant. Diese wurde aufgrund der pandemiebedingten
Einschränkungen abgesagt und soll ggf. in diesem Jahr nachgeholt werden.
Stadtbezirk Hardtberg:
Städtepartnerschaft zwischen dem Stadtbezirk Bonn-Hardtberg und der Stadt
Villemomble / Paris
Die Städtepartnerschaft wurde 1967 zwischen der Stadt Villemomble und der
seinerzeit noch selbständigen Gemeinde Duisdorf (heute Bonn) auf Initiative
der Kriegsgefangenenvereine beider Gemeinden gegründet.
Für die Ausübung der Städtepartnerschaft und die Durchführung der in der
Partnerschaftsurkunde festgehaltenen Ziele und Zwecke ist auf deutscher Seite
die Bezirksverwaltungsstelle Bonn-Hardtberg zuständig. Seit Ende 2014 gibt es
in Bonn das „Partnerschaftskomitee Bonn-Hardtberg - Villemomble“. Dieses
unterstützt die Bezirksverwaltungsstelle und führt zudem eigene
Veranstaltungen durch.Seite 8 von 11
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Die Städtepartnerschaft erfreut sich eines regen Austauschs etwa in den
Bereichen Kultur, Sport, Schulen und Vereine aber auch über die beliebten
Bürgerfahrten. Die Städtepartnerschaft wird von den Bürger*innen getragen.
Stabilstes Fundament sind hierbei die seit 1968 regelmäßigen
Jugendaustausche.
Für März / Mai 2020 waren die jährlich stattfindenden Austauschbegegnungen
zwischen zwei Gymnasien der Gemeinden vorgesehen. Diese wurden jedoch
aufgrund der Pandemie abgesagt. Ebenso war für Juni 2020 das
Partnerschaftsfest (Bürgerfahrt) in Bonn geplant. Auch diese Veranstaltung
konnte coronabedingt nicht stattfinden. Bis heute fanden in Präsenz keine
gemeinsamen Treffen mehr statt. Offizielle Online-Meetings hat es nicht
gegeben. Ob es solche innerhalb bestehender Vereinspartnerschaften oder
zwischen den Schulen gab, ist nicht bekannt.
Zuletzt stattgefunden hatten ein Austausch zwischen den Schwimmvereinen im
Mai 2019 sowie die Bürgerfahrt nach Villemomble im Juni 2019.
Die ersten „nach Corona“-Begegnungen werden wieder die Schüleraustausche
im März und Mai des laufenden Jahres sein. Der Hardtberger
Bezirksbürgermeister plant eine kurzfristige Kontaktaufnahme mit Villemomble,
um eine erste Begegnung sowie die Durchführbarkeit von Bürgerfahrten zu
besprechen.
Stadtbezirk Beuel:
Städtepartnerschaft Beuel-Mirecourt:
Die Städtepartnerschaft Beuel-Mirecourt wurde trotz der Pandemie so intensiv
wie möglich gepflegt. Natürlich hat Corona die Städtepartnerschaft beeinflusst,
da persönliche Treffen nicht bzw. nur in sehr begrenztem Umfang möglich
waren. Es haben seit Beginn der Corona-Krise in 2020 keine und in 2021 nur
wenige persönliche Treffen stattgefunden, wenn die jeweilige Pandemie-
Situation es in dem Moment zuließ:
Juli 2021:
Radtour einer kleinen Gruppe von Beueler Bürgerinnen und Bürgern nach
Mirecourt mit 2 Tagen Aufenthalt in Mirecourt
Gedenkwochenende für Hans Lennarz in Beuel mit Teilnahme einer kleinen
Delegation aus Mirecourt
August 2021:
Gemeinsames Wanderwochenende mit Teilnehmer*innen aus Beuel und
MirecourtSeite 9 von 11
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September 2021:
„Antrittsbesuch“ der Beueler Bezirksbürgermeisterin Lara Mohn in Mirecourt
Die Kontakte und die engen Beziehungen zwischen den beiden Partnerstädten
und den Komitees wurden jedoch außerdem durch virtuelle Treffen und
Besprechungen sowie durch verschiedene Aktionen lebendig gehalten, z. B.
durch
• die Übersendung von selbstgenähten Mund-Nasen-Masken aus Beuel
nach Mirecourt,
• die Übersendung von „Weiberfastnacht-Care-Paketen“ nach Mirecourt
• die gemeinsame Teilnahme an der vom Institut Français Bonn zum
Europatag 2021 initiierten
Aktion „Stadt, Land, Lust“
Für 2022 sind schon mehrere Begegnungen in Planung:
• eine Bürgerfahrt und eine Komiteefahrt nach Mirecourt,
• eine Begegnungswoche in Beuel im Rahmen des Jugendaustauschs,
• Besuch aus Mirecourt zu Pützchens Markt, mindestens ein
gemeinsames
Wanderwochenende,
• Teilnahme von Mirecourter Kunstschaffenden an der Ausstellung in
Beuel.
Die Perspektiven der Städtepartnerschaft Beuel-Mirecourt sind trotz Corona
sehr gut; die Pandemie hat zwar persönliche Treffen verhindert, konnte aber
der Verbundenheit zwischen den Bürgerinnen und Bürgern und den offiziellen
Vertreterinnen und Vertretern beider Partnerstädte nichts anhaben. Alle freuen
sich sehr darauf, sich endlich bald auch wieder persönlich treffen zu können
und weitere Erlebnisse zu teilen.Seite 10 von 11
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III. Schlussbemerkung / Ausblick:
Zusammenarbeit mit den Partnerschaftsvereinen:
Eine wichtige Rolle bei der Pflege von städtepartnerschaftlichen Kontakten
spielen die Partnerschaftsvereine. Die Stadt Bonn steht daher in regelmäßigem
Austausch mit den Partnerschaftsvereinen und Ländergesellschaften und
unterstützt deren Tätigkeit auch finanziell z.B. durch die Vergabe von
Fördermitteln, über die der Ausschuss für Europa, Internationales,
Wissenschaft, Wirtschaft und Arbeit entscheidet.
Es ist geplant, dass sich die Projektpartnerschaften und die Bonner
Partnerschaftsvereine im Juni am Bonner Begegnungsfest „Vielfalt“ beteiligen.
Zudem wird im September in Bonn voraussichtlich eine SDG-
Partnerschaftskonferenz stattfinden, zu der aus allen Projektpartnerschaften
Vertreter*innen eingeladen werden.
SDG-Partnerschaftskonferenz
Das Amt für Internationales und Globale Nachhaltigkeit (02) plant die
Durchführung einer dreitägigen Partnerschaftskonferenz zu den globalen
Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals – SDGs) in der letzten
Septemberwoche. Dabei sollen erstmals Vertreter*innen aus den sechs
Projektpartnerschaften der Gesamtstadt gemeinsam mit Vertreter*innen der
europäischen Partnerstädte aus den vier Stadtbezirken eingeladen werden, um
diese in einen gemeinsamen fachlichen Austausch zu bringen und die
Gesamtheit der städtischen Partnerschaften stärker zu vernetzen. Ziel ist es,
den Fachaustausch zwischen den Projektpartnerstädten zu den SDGs zu
intensivieren und neue Impulse für die weitere Projektarbeit zu setzen. Für die
Konferenzdurchführung ist die Einbindung der Partnerschaftsvereine und der
hier ansässigen UN-Organisationen geplant. Das Vorhaben wird von der
Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global
gefördert.
Anlage/n
KeineSeite 11 von 11

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Datenstand: 03.11.2026, 02:34 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de