220628 · Mitteilungsvorlage
Internationale Partnerschaften unter Corona
Kerndaten
- Nummer
- 220628
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 04.04.2022
- Letzte Änderung
- 15.09.2026
Beratungsfolge
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Mitteilungsvorlage öffentlich 220628 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 02 Amt für Internationals und globale Nachhaltigkeit Dezernat: Dez. OB Internationale Partnerschaften unter Corona Beratungsfolge Ausschuss für Europa, Internationales, Wissenschaft, Wirtschaft und Arbeit 26.04.2022 Kenntnisnahme Mitteilung: Die Corona-Pandemie hat in erheblichem Maße auf die Ausgestaltung der partnerschaftlichen Aktivitäten Einfluss genommen. Im Bereich der kommunalen Projektpartnerschaften gab es seit dem Ausbruch der Pandemie in Deutschland (Februar 2020) so gut wie keine persönlichen Begegnungen zwischen Vertreter*innen aus den Partnerstädten mehr. (Ausnahme: Ramallah). Hinzu kommt, dass aufgrund von Wahlen oder Neubesetzungen von Leitungsfunktionen in einigen Städten auch die Bürgermeister*innen sowie die Ansprechpartner*innen in den internationalen Abteilungen gewechselt haben. Die Aufrechterhaltung bzw. Wiederaufnahme von Kontakten gestaltet sich daher als recht schwierig. Weiterhin wird die Pflege der Partnerschaften durch die weltpolitische Lage (politische und militärische Konflikte) erschwert. Trotz der großen Herausforderungen durch die Corona-Pandemie und die allgemeine weltpolitische Lage ist die Verwaltung bemüht, den Dialog und den projektorientierten Austausch mit den Projektpartnerstädten aufrecht zu erhalten. So haben trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie auch in den vergangenen beiden Jahren einige Maßnahmen und Projekte stattgefunden: I. Gesamtstädtische Partnerschaften: Minsk: Die Beziehungen zur belarussischen Hauptstadt Minsk sind infolge der anhaltenden Menschenrechtsverletzungen in Belarus gegenwärtig praktisch zum Erliegen gekommen. Die Partnerschaft zwischen Bonn und Minsk wird auf bürgerschaftlicher Ebene im Wesentlichen durch den Minsk-Club Bonn e. V. gepflegt. Offizielle Kontakte und Begegnungen zwischen den Städten Bonn und Minsk bestehen derzeit nicht. Dennoch engagiert sich die Stadt Bonn in Projekten und fördert zivilgesellschaftliches Engagement: Anfang 2020 hat sich das Rote Kreuz Minsk gemeinsam mit der Stadt Bonn alsSeite 1 von 11 Seite 2 Haupt-Projektpartner um Fördermittel aus dem Förderprogramm Belarus 2019 – 2022 beworben. Das Förderprogramm Belarus wird von der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit GmbH (GIZ) und dem Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk Dortmund gGmbH (IBB Dortmund) im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) durchgeführt. Das übergeordnete Ziel des Förderprogramms Belarus in der 9. Phase (2019–2022) ist die Umsetzung der Agenda 2030 in Belarus. Am 17.04.2020 wurde der Projektantrag positiv beschieden. Ziel des gemeinsamen Projektes, in dem die Bundesstadt Bonn eine beratende Funktion einnimmt, ist die Schaffung realer Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung, die auch auf dem offenen Arbeitsmarkt gefragt sind. Im Rahmen des Projektes konnte im Juli 2021 die erste Werkstatt für Menschen mit Behinderung in Minsk eröffnet werden. Alle geplanten Beratungsleistungen deutscher Experten, sollten zunächst im Rahmen von Präsenz-Workshops erbracht werden. Ebenso hätte zu Nicht-Pandemie-Zeiten eine Delegationsreise nach Minsk zur Eröffnung der ersten Werkstatt stattgefunden. Dieses konnte nicht stattfinden. Chengdu: Auch mit Chengdu (VR China) gibt es derzeit nur relativ wenig Austausch. Die Corona-Pandemie, die in China ihren Ausgang nahm, hat zu einer fast vollständigen Abschottung Chinas für Besucher*innen aus anderen Ländern geführt. Hinzu kommt, dass der politische Einfluss Chinas auf die Ausgestaltung der subnationalen Beziehungen zunehmend kritisch gesehen wird. Dies zeigt sich z.B. in der aktuellen Diskussion über die Rolle der Konfuzius-Institute. China tritt auch im Bereich der Städtepartner¬schaften zunehmend selbstbewusst auf und nutzt kommunale Partnerschaften auch verstärkt, um eigene politische Interessen zu verfolgen und ein positives China- Bild in Deutschland zu vermitteln (Beispiel: „Maskendiplomatie“). Es fällt daher zunehmend schwer, Projekte „auf Augenhöhe“ zu entwickeln, die im gemeinsamen Interesse beider Seiten liegen. Im April 2021 hat Bürgermeisterin Dr. Ursula Sautter an der von Chengdu ausgerichteten und online durchgeführten Bürgermeisterkonferenz der Partnerstädte und mit Chengdu freundschaftlich verbundener Städte teilgenommen. Die Konferenz, die seit 2016 einmal jährlich in Chengdu stattfindet, stand unter dem Motto „Gemeinsam für ein besseres Leben eintreten“. Schwerpunktthema war der Austausch über die in der COVID-19 Pandemie gemachten Erfahrungen, insbesondere hinsichtlich der Aspekte Digitalisierung städtischer Dienstleistungen, Schaffung eines stabilen und gerechten Geschäftsumfelds, umweltfreundliche sowie intelligente, widerstandsfähige und sichere Stadt. Weitere Aktivitäten haben in Pandemiezeiten in dieser Partnerschaft nicht stattgefunden.Seite 2 von 11 Seite 3 Ulan Bator: Auch die Partnerschaft mit Ulan Bator (Mongolei) muss neu aufgestellt werden. Hier hat u.a. der Strategiewechsel in der bilateralen Zusammenarbeit (Reformprogramm BMZ 2030) sowie veränderte Strukturen und Interessen in den beiden Partnerstädten zu einem Perspektivwechsel in der bisherigen Zusammenarbeit geführt. Themenschwerpunkte der vergangenen Jahre, wie z.B. der deutsch-mongolische Jugendaustausch spielen heute keine besondere Rolle mehr. Nachdem im Herbst 2019 ein ursprünglich geplanter und vorbereiteter gemeinsamer Antrag im Rahmen des ASA Austauschprogramms nicht zustande gekommen ist, sollten im Frühjahr 2020 Vertreterinnen und Vertreter aus Ulan Bator nach Bonn eingeladen werden. Hier sollten die Gäste aus der Mongolei in einem fachlich nicht sehr tiefen, aber dafür umso breiter gefächerten Programm verschiedene Themenfelder kennenlernen, in denen ein Austausch im Rahmen der Projektpartnerschaft möglich wäre. Dieser Besuch musste wegen Corona ausfallen und soll nachgeholt werden, sobald Reisen wieder möglich sind. Aktuell gibt es Überlegungen, einen Fachaustausch im Themenfeld nachhaltige Stadtentwicklung zu etablieren. In diese sind auch die Deutsch-Mongolische Gesellschaft sowie die Universität Bonn einbezogen. Cape Coast: Unter den Folgen der Corona-Pandemie leidet auch die Partnerschaft mit Cape Coast/Ghana. Ghana hat, wie die meisten afrikanischen Länder, relativ frühzeitig Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie verhängt. Durch eine frühzeitige Kontaktreduzierung konnte die befürchtete Gesundheitskatastrophe in vielen afrikanischen Ländern vermieden werden. Die Bonner Projektpartnerstadt Cape Coast war zudem in geringerem Maße vom Pandemiegeschehen betroffen als der Großraum rund um die Hauptstadt Accra. Allerdings hatte der Lockdown dramatische Auswirkungen auf die wirtschaftliche Situation vieler Menschen in Ghana. Betroffen waren insbesondere Arbeiter*innen im informellen Sektor, die im Lockdown nicht arbeiten konnten. Persönliche Begegnungen mit Vertreter*innen der Partnerstadt hat es seit Beginn der Pandemie im März 2020 nicht mehr gegeben. Ursprünglich waren für Mitte 2020 auch erste Besuche im Rahmen des neu gestarteten kommunalen Fachaustauschs zwischen ghanaischen und nordrhein- westfälischen Kommunen geplant, der im Kontext der Länderpartnerschaft NRW-Ghana von der Staatskanzlei NRW und der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) im Februar 2020 gestartet wurde. Leider konnten auch diese Austausche bis heute nicht stattfinden. Mit Hilfe von Videokonferenzen konnte der Kontakt mit Cape Coast dennoch relativ regelmäßig gepflegt werden. Grundsätzlich ist es allerdings so, dass in der Stadtverwaltung Cape Coast nicht alle Mitarbeitenden Zugriff auf eine stabile (Breitband-)Verbindung haben, sondern oft auch das Smartphone überSeite 3 von 11 Seite 4 eine W-LAN Verbindung bzw. über mobile Daten verwendet wird, so dass die Verbindung nicht immer stabil ist und technisch aufwändigere Lösungen (z.B. Arbeiten an Miroboards etc.) nicht genutzt werden können. Trotz dieser Schwierigkeiten konnten mit der Partnerstadt Cape Coast durch mehrere Online-Meetings zwei neue Projekte gestartet werden. So beteiligten sich die beiden Partnerstädte an der Waste Wise Cities Initiative von UN Habitat, die zum Ziel hat, insbesondere afrikanische Städte bei der Bewältigung des Abfallaufkommens zu unterstützen. 2021 wurde in diesem Kontext eine Erhebung zum Festmüllaufkommen in Cape Coast durchgeführt. Dies wurde durch eine Finanzierung der japanischen Entwicklungsagentur ermöglicht. Im Februar 2022 wurden im Rahmen eines Präsenzworkshops in Cape Coast erste Analyseergebnisse vorgestellt, auf deren Basis Empfehlungen für weitere mögliche Kooperationsprojekte entwickelt werden sollen. Im Februar 2022 fand auch das erste Lernlabor im Rahmen des Projektes „Urban Natural Assets“ in Cape Coast statt. Die Beteiligung der Stadt Cape Coast an dem Projekt von ICLEI Afrika kam durch Vermittlung der Stadt Bonn zustande. Ziel des Projektes ist es, die Klimaanpassungsfähigkeit von Städten insbesondere durch naturbasierte Lösungen zu stärken und damit Biodiversität im urbanen Raum zu schützen. Bei diesen Aktivitäten können die beiden Partnerstädte an die bisherigen Kooperationen im Rahmen des Projekts zur Renaturierung der Fosu Lagune anknüpfen. Für Ende Mai 2022 ist ein Besuch der ghanaischen Partner in Bonn und Düsseldorf im Rahmen des kommunalen Fachaustauschs geplant. Diese erste persönliche Begegnung nach fast drei Jahren (der letzte Besuch in Bonn fand im September 2019 statt) kann hoffentlich als Basis für eine Wiederbelebung der Zusammenarbeit genutzt werden. La Paz: Bolivien war (und ist) durch die Pandemie sehr stark betroffen. Zusätzlich zu der schon sehr instabilen politischen Situation (Putsch mit gewaltsamen Ausschreitungen, Übergangsregierung, Neuwahlen auf der nationalen und kommunalen Ebene) wurde in Bolivien ein sehr strenger Lockdown verhängt, der viele Menschen in große wirtschaftliche Not stürzte. Außerdem ist das Gesundheitssystem in weiten Teilen zusammengebrochen. Aufgrund entsprechender Anfragen aus La Paz wurde seitens der Stadt Bonn versucht, ein Projekt im Rahmen des Corona-Solidarpakets bei der SKEW zu beantragen. Dies scheiterte allerdings an den Vorgaben des Geldgebers zur Mittelweiterleitung, so dass eine zügige Weitergabe der Mittel an die Stadt La Paz nicht gewährleistet werden konnte. Im September 2020 unterstützte die Stadt einen Spendenaufruf des Vereins Partnerschaft Bonn – La Paz für das Kulturzentrum Compa, dessen Mitglieder in der Vergangenheit auch schon mehrfach in Bonn zu Gast waren. Mit den Mitteln hat Compa in Not geratene Familien mit Lebensmittelpaketen unterstützt. Die insgesamt schwierige angespannte Situation erschwerte die Zusammenarbeit sehr. Durch die Neuwahlen und die anschließenden Versetzungen der bekannten Mitarbeiter*innen mussten die Kontakte zur kommunalen Ebene komplett neu aufgebaut werden. Im Januar 2022 fand einSeite 4 von 11 Seite 5 erstes (Online-)Gespräch der beiden Oberbürgermeister*innen zum gegenseitigen Kennenlernen statt. In einer weiteren Videokonferenz mit den neuen Zuständigen für die internationale Arbeit wurden der Wunsch geäußert, neben den bisherigen Schwerpunkten erneuerbare Energien, Abfallmanagement und Recycling sowie Umweltbildung auch im Themenfeld Gesundheit zusammen zu arbeiten. Aktuell wird geprüft, ob und in welcher Form hier eine Zusammenarbeit und finanzielle Unterstützung möglich ist. Buchara: Mit Buchara gibt es trotz der Pandemie und Dank des guten Kontaktes zur Geschäftsführerin der Deutsch-Usbekischen Gesellschaft e. V. einen – zumindest schriftlichen – regen Austausch. Darüber hinaus wurde vor dem Hintergrund der Pandemie ein gemeinsames Projekt durchgeführt: Im Juli 2020 hat Engagement Global mit ihrer Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) im Auftrag und mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ein Kommunales Corona- Solidarpaket aufgelegt. Ziel des Programms war es, die Solidarität in den kommunalen Partnerschaften zu festigen und pandemiebedingte Notsituationen abzumildern. Mit ihrer Projektpartnerstadt Buchara hat die Stadt Bonn sich um Mittel aus diesem Förderprogramm beworben und die Förderzusage erhalten. Im Rahmen des Projektes, das im April 2021 erfolgreich abgeschlossen werden konnte, wurden Schutzmasken und Desinfektionsmittel, insbesondere für Mitarbeiter*innen in Schulen und Kindergärten, gekauft und 21.000 Informationsbroschüren in russischer und usbekischer Sprache über den Umgang mit und das richtige Verhalten in der Pandemie gedruckt und an alle Haushalte in Buchara verteilt. In einer ganzen Reihe von Informationsveranstaltungen wurden Mitarbeiter*innen der Stadtverwaltung und aus den Stadtbezirken zum Umgang mit der Pandemie geschult und haben das Gelernte als Multiplikator*innen in ihren Einrichtungen und Stadtbezirken weitervermittelt. Das Ende der Projektlaufzeit im April bedeutet nicht, dass dann die Zusammenarbeit und Unterstützung endet. Auch danach wurde und wird die bereits seit Jahren erfolgreiche und fruchtbare Zusammenarbeit fortgesetzt. Derzeit gibt es Überlegungen zu einem weiteren gemeinsamen Projekt mit Buchara im Kontext der Jugendarbeit. Ramallah (Städtekooperation): Auch mit Ramallah gab es Überlegungen und erste Schritte zur Bewerbung um Mittel aus dem Corona-Solidarpaket der SKEW. Eine Realisierung konnte jedoch nicht erfolgen, da die Voraussetzungen in dem geplanten Vorhaben – Anschaffung eines Desinfektionsfahrzeuges in Ramallah – hierfür nicht erfüllt werden konnten. Der Bürgermeister der Stadt Ramallah, Musa Hadid, besuchte im SeptemberSeite 5 von 11 Seite 6 2021 Bonn aus Anlass der Gründung des Partnerschaftsvereins Bonn- Ramallah, auf dessen Einladung er in Bonn weilte. Am Donnerstag, 23. September 2021, fand ein Treffen mit Oberbürgermeisterin Katja Dörner im Stadthaus statt. Im Frühherbst 2022 soll eine von der SKEW organisierte Fachinformationsreise nach Ramallah stattfinden, an der idealerweise zwei Vertreter*innen des Amtes für Internationales und Globale Nachhaltigkeit teilnehmen werden, sofern die Umstände es erlauben. II. Partnerschaften auf Ebene der Stadtbezirke: Stadtbezirk Bonn: Städtepartnerschaft Bonn – Oxford Den Stadtbezirk Bonn verbindet eine langjährige Partnerschaft mit der englischen Universitätsstadt Oxford. In diesem Jahr feiern beide Städte das 75jährige Jubiläum dieses besonderen Kontaktes. Tausende von Bonnerinnen und Bonnern haben in den vergangenen 7,5 Jahrzehnten Oxford besucht, sowie entsprechend viele Oxforder Gäste die Stadt Bonn. Die Kontakte erstreckten sich von der administrativen Ebene über zahlreiche diverse Gruppierungen aus Bürgerschaft und Universität. Auch Schulpartnerschaften werden seit geraumer Zeit mit großer Resonanz geführt. Der Bezirksbürgermeister/die Bezirksbürgermeisterin wurden in der Vergangenheit regelmäßig als Repräsentant*in des Stadtbezirkes Bonn zu besonderen Gelegenheiten wie dem Remembrance Day oder auch Oxford bezogenen Veranstaltungen in der Deutschen Botschaft in London eingeladen. Sowohl in Bonn wie auch in Oxford fanden fachbezogene Seminare und Workshops statt. Bereits nach der Entscheidung des Vereinigten Königreiches zum Austritt aus der Europäischen Union hatten sich die offiziellen Vertreter der Stadt Oxford und des Stadtbezirks Bonn gegenteilig versichert, die Beziehungen in gewohnter Form fortzuführen. Durch die Einschränkungen der Pandemie konnten in den vergangenen zwei Jahren keine Austausche durchgeführt werden. Der letzte offizielle Besuch des Oxforder Lord Mayor fand unmittelbar nach Karneval 2020 statt. Für das diesjährige Jubiläum ist die Durchführung von Festtagen sowohl in Oxford im Juni wie auch in Bonn im August unter Beteiligung der jeweiligen Partnerstadt vorgesehen. Dementsprechend wird eine Bonner Delegation unter Leitung des Bezirksbürgermeisters des Stadtbezirkes Bonn im Juni nach Oxford reisen, sofern die Pandemie dies zulässt. Inwieweit auch weitere Gruppen aus Bonn an den Feierlichkeiten in Oxford teilnehmen, wird derzeit geprüft. Es ist aber bereits jetzt festzustellen, dass eine gewisse Zurückhaltung in Bezug auf die Teilnahme besteht. Grundsätzlich besteht Zuversicht, dass die allgemeinen Aktivitäten nach derSeite 6 von 11 Seite 7 Pandemie wieder aufgenommen werden. Insbesondere die langjährigen Schulpartnerschaften werden voraussichtlich an ihrem bisherigen Konzept festhalten. Städtefreundschaft Bonn – Oppeln Die Städtefreundschaft zu Oppeln konnte in den letzten Jahren nur wenig mit Leben gefüllt werden. Der letzte Besuch einer Gruppe aus der Bürgerschaft liegt bereits mehr als fünf Jahre zurück. Auf administrativer Ebene hat es mehr als 15 Jahre keinen Austausch gegeben. Zuvor waren Besuche der Oppelner Stadtführung in Bonn bedauerlicherweise zweimal in Folge kurzfristig abgesagt worden. Vor dem Hintergrund der pandemischen Lage hat es mit Oppeln lediglich schriftlichen Austausch gegeben. Ob und ggf. in welcher Form Aktivitäten nach der Pandemie wieder aufgenommen werden, ist unklar, angesichts der bisherigen Entwicklung mittelfristig aber nicht in größerer Form zu erwarten. Städtepartnerschaftliche Beziehungen zum XXII. Bezirk der Stadt Budapest, Budafok-Tétény Im vergangenen Jahr bestanden die städtepartnerschaftlichen Beziehungen des Stadtbezirks Bonn zum ungarischen Partnerbezirk 30 Jahre. Bis zum Jahr 2020 fanden regelmäßige Austausche zwischen Partnerschulen und jährlich abwechselnd Delegationsbesuche auf administrativer Ebene statt. Diese solide Grundlage der gegenseitigen Beziehungen wurde leider durch die Corona Pandemie erheblich gestört. Der Schüleraustausch konnte seither nicht mehr durchgeführt werden. Ob dieser zeitnah wieder aufgenommen werden kann, kann nicht beurteilt werden. Neben der rechtlichen Regelung durch das NRW Schulministerium ist hohes Engagement der jeweiligen Lehrer erforderlich. Bezirksbürgermeister Jochen Reeh-Schall wird den Bürgermeister aus Budafok zur Einweihung des „Budafok Parks“, der derzeit neu gestalteten Grünfläche am Windeck Bunker, nach Bonn einladen. Außerdem ist beabsichtigt, im 2. Halbjahr zu einem Delegationsbesuch aus dem ungarischen Partnerbezirk nach Bonn einzuladen, sofern die pandemische Lage dies zulässt. Stadtbezirk Bad Godesberg: Bad Godesberg unterhält Städtepartnerschaften mit Kortrijk (Belgien), St. Cloud (Frankreich), Frascati (Italien), Windsor & Maidenhead (Großbritannien) und Städtefreundschaften mit Yalova (Türkei) und Berlin Steglitz-Zehlendorf. Aufgrund der Corona-Pandemie konnten keine persönlichen städtepartnerschaftlichen Kontakte und Begegnungen stattfinden. Die Bezirksverwaltungsstelle Bad Godesberg stand 2020 und 2021 in E-Mail-Seite 7 von 11 Seite 8 Kontakt mit den Partnerstädten und tauschte sich über die aktuelle pandemiebedingte Situation aus. In einer Videokonferenz im Frühjahr 2021 waren sich die teilnehmenden Städte (Kortrijk, St. Cloud, Windsor & Maidenhead und Bad Godesberg) darüber einig, dass auch im Jahr 2021 keine persönlichen Treffen möglich sind. Alle teilnehmenden Städte wollen an dem zum Teil seit mehr als 60 Jahren bestehenden Städtepartnerschaften uneingeschränkt festhalten. Aufgrund immer kleiner werdenden Budgets und personeller Veränderungen in einzelnen Partnerstädten, aber auch vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie und sich zum Teil ändernder politischer Rahmenbedingungen (z.B. Brexit), sollte jedoch ggfl. über eine inhaltliche Neuausrichtung nachgedacht werden. Hierbei sollten auch neue Themenfelder eingebunden (z.B. Kultur, themenbezogene Veranstaltungen wie z.B. Rassismus) und die Möglichkeiten der Digitalisierung durch Corona genutzt werden (z.B. Digitaler Internationaler Jugendgipfel o.ä.). Unmittelbare Begegnungen von Jugendlichen sollen weiterhin zentraler Bestandteil der Städtepartnerschaftsarbeit sein. Eine weitere Videokonferenz über die künftige Ausrichtung der Städtepartnerschaften steht noch aus. Ein rein digitaler Austausch kann die persönlichen Begegnungen auf Verwaltungs-, Bürger- oder politischer Ebene jedoch nicht ersetzen, denn genau diese Begegnungen füllen die Städtepartnerschaften mit Leben. Ein geplantes Konzert des aus Kortrijk stammenden Carilloneurs Kohn Cosaert auf dem Carillon im Bad Godesberger Stadtpark wurde pandemie-bedingt bereits zweimal verschoben und soll Im Frühjahr 2022 nachgeholt werden. 2022 jährt sich das Freundschaftsabkommen zwischen Bad Godesberg und Berlin Steglitz-Zehlendorf zum 60. Mal. Gemeinsam mit dem neuen Ansprechpartner für Städtepartnerschaften in Berlin soll nun geprüft werden, wie/ob dieser Jahrestag gefeiert werden kann. Anlässlich des 55-jährigen Bestehens der Städtefreundschaft mit Yalova (Türkei) war 2020 eine Kunstausstellung mit einer Künstlerin aus Yalova im Haus an der Redoute geplant. Diese wurde aufgrund der pandemiebedingten Einschränkungen abgesagt und soll ggf. in diesem Jahr nachgeholt werden. Stadtbezirk Hardtberg: Städtepartnerschaft zwischen dem Stadtbezirk Bonn-Hardtberg und der Stadt Villemomble / Paris Die Städtepartnerschaft wurde 1967 zwischen der Stadt Villemomble und der seinerzeit noch selbständigen Gemeinde Duisdorf (heute Bonn) auf Initiative der Kriegsgefangenenvereine beider Gemeinden gegründet. Für die Ausübung der Städtepartnerschaft und die Durchführung der in der Partnerschaftsurkunde festgehaltenen Ziele und Zwecke ist auf deutscher Seite die Bezirksverwaltungsstelle Bonn-Hardtberg zuständig. Seit Ende 2014 gibt es in Bonn das „Partnerschaftskomitee Bonn-Hardtberg - Villemomble“. Dieses unterstützt die Bezirksverwaltungsstelle und führt zudem eigene Veranstaltungen durch.Seite 8 von 11 Seite 9 Die Städtepartnerschaft erfreut sich eines regen Austauschs etwa in den Bereichen Kultur, Sport, Schulen und Vereine aber auch über die beliebten Bürgerfahrten. Die Städtepartnerschaft wird von den Bürger*innen getragen. Stabilstes Fundament sind hierbei die seit 1968 regelmäßigen Jugendaustausche. Für März / Mai 2020 waren die jährlich stattfindenden Austauschbegegnungen zwischen zwei Gymnasien der Gemeinden vorgesehen. Diese wurden jedoch aufgrund der Pandemie abgesagt. Ebenso war für Juni 2020 das Partnerschaftsfest (Bürgerfahrt) in Bonn geplant. Auch diese Veranstaltung konnte coronabedingt nicht stattfinden. Bis heute fanden in Präsenz keine gemeinsamen Treffen mehr statt. Offizielle Online-Meetings hat es nicht gegeben. Ob es solche innerhalb bestehender Vereinspartnerschaften oder zwischen den Schulen gab, ist nicht bekannt. Zuletzt stattgefunden hatten ein Austausch zwischen den Schwimmvereinen im Mai 2019 sowie die Bürgerfahrt nach Villemomble im Juni 2019. Die ersten „nach Corona“-Begegnungen werden wieder die Schüleraustausche im März und Mai des laufenden Jahres sein. Der Hardtberger Bezirksbürgermeister plant eine kurzfristige Kontaktaufnahme mit Villemomble, um eine erste Begegnung sowie die Durchführbarkeit von Bürgerfahrten zu besprechen. Stadtbezirk Beuel: Städtepartnerschaft Beuel-Mirecourt: Die Städtepartnerschaft Beuel-Mirecourt wurde trotz der Pandemie so intensiv wie möglich gepflegt. Natürlich hat Corona die Städtepartnerschaft beeinflusst, da persönliche Treffen nicht bzw. nur in sehr begrenztem Umfang möglich waren. Es haben seit Beginn der Corona-Krise in 2020 keine und in 2021 nur wenige persönliche Treffen stattgefunden, wenn die jeweilige Pandemie- Situation es in dem Moment zuließ: Juli 2021: Radtour einer kleinen Gruppe von Beueler Bürgerinnen und Bürgern nach Mirecourt mit 2 Tagen Aufenthalt in Mirecourt Gedenkwochenende für Hans Lennarz in Beuel mit Teilnahme einer kleinen Delegation aus Mirecourt August 2021: Gemeinsames Wanderwochenende mit Teilnehmer*innen aus Beuel und MirecourtSeite 9 von 11 Seite 10 September 2021: „Antrittsbesuch“ der Beueler Bezirksbürgermeisterin Lara Mohn in Mirecourt Die Kontakte und die engen Beziehungen zwischen den beiden Partnerstädten und den Komitees wurden jedoch außerdem durch virtuelle Treffen und Besprechungen sowie durch verschiedene Aktionen lebendig gehalten, z. B. durch • die Übersendung von selbstgenähten Mund-Nasen-Masken aus Beuel nach Mirecourt, • die Übersendung von „Weiberfastnacht-Care-Paketen“ nach Mirecourt • die gemeinsame Teilnahme an der vom Institut Français Bonn zum Europatag 2021 initiierten Aktion „Stadt, Land, Lust“ Für 2022 sind schon mehrere Begegnungen in Planung: • eine Bürgerfahrt und eine Komiteefahrt nach Mirecourt, • eine Begegnungswoche in Beuel im Rahmen des Jugendaustauschs, • Besuch aus Mirecourt zu Pützchens Markt, mindestens ein gemeinsames Wanderwochenende, • Teilnahme von Mirecourter Kunstschaffenden an der Ausstellung in Beuel. Die Perspektiven der Städtepartnerschaft Beuel-Mirecourt sind trotz Corona sehr gut; die Pandemie hat zwar persönliche Treffen verhindert, konnte aber der Verbundenheit zwischen den Bürgerinnen und Bürgern und den offiziellen Vertreterinnen und Vertretern beider Partnerstädte nichts anhaben. Alle freuen sich sehr darauf, sich endlich bald auch wieder persönlich treffen zu können und weitere Erlebnisse zu teilen.Seite 10 von 11 Seite 11 III. Schlussbemerkung / Ausblick: Zusammenarbeit mit den Partnerschaftsvereinen: Eine wichtige Rolle bei der Pflege von städtepartnerschaftlichen Kontakten spielen die Partnerschaftsvereine. Die Stadt Bonn steht daher in regelmäßigem Austausch mit den Partnerschaftsvereinen und Ländergesellschaften und unterstützt deren Tätigkeit auch finanziell z.B. durch die Vergabe von Fördermitteln, über die der Ausschuss für Europa, Internationales, Wissenschaft, Wirtschaft und Arbeit entscheidet. Es ist geplant, dass sich die Projektpartnerschaften und die Bonner Partnerschaftsvereine im Juni am Bonner Begegnungsfest „Vielfalt“ beteiligen. Zudem wird im September in Bonn voraussichtlich eine SDG- Partnerschaftskonferenz stattfinden, zu der aus allen Projektpartnerschaften Vertreter*innen eingeladen werden. SDG-Partnerschaftskonferenz Das Amt für Internationales und Globale Nachhaltigkeit (02) plant die Durchführung einer dreitägigen Partnerschaftskonferenz zu den globalen Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals – SDGs) in der letzten Septemberwoche. Dabei sollen erstmals Vertreter*innen aus den sechs Projektpartnerschaften der Gesamtstadt gemeinsam mit Vertreter*innen der europäischen Partnerstädte aus den vier Stadtbezirken eingeladen werden, um diese in einen gemeinsamen fachlichen Austausch zu bringen und die Gesamtheit der städtischen Partnerschaften stärker zu vernetzen. Ziel ist es, den Fachaustausch zwischen den Projektpartnerstädten zu den SDGs zu intensivieren und neue Impulse für die weitere Projektarbeit zu setzen. Für die Konferenzdurchführung ist die Einbindung der Partnerschaftsvereine und der hier ansässigen UN-Organisationen geplant. Das Vorhaben wird von der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global gefördert. Anlage/n KeineSeite 11 von 11
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