← Vorlagen

220616 · Beschlussvorlage: Einleitung

Einleitung des Vergabeverfahrens "Kunsttransport zur Ausstellung Max Ernst und die Natur als Erfindung"

Nummer
220616
Art
Beschlussvorlage: Einleitung
Veröffentlicht
25.03.2022
Letzte Änderung
15.09.2026
  1. Sitzung des Ausschusses für Finanzen, Beteiligungen und Vergabe 18.05.2022 Entscheidung federführend
  1. Sammeldokument öffentlich pdf · 96,1 KB Öffnen ↗

Maschinell aus dem PDF extrahierter Text — Tabellen und Layout gehen verloren. Maßgeblich ist das PDF: PDF öffnen ↗.

Text anzeigen (6.101 Zeichen)
Beschlussvorlage: Einleitung
öffentlich
220616
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
45 Leistungszentrum Kunstmuseum Bonn
Dezernat:
Dez. IV
Einleitung des Vergabeverfahrens "Kunsttransport
zur Ausstellung Max Ernst und die Natur als
Erfindung"
Beratungsfolge
Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und
Vergabe
18.05.2022 Entscheidung
Beschlussvorschlag
Der Einleitung des Vergabeverfahrens zur Maßnahme „Kunsttransport zur
Ausstellung Max Ernst und die Natur als Erfindung“ wird zugestimmt.
Begründung
Das Kunstmuseum Bonn zeigt im Zeitraum 13.10.2022 bis 22.01.2023 die
Ausstellung „Max Ernst und die Natur als Erfindung“.
Die Ausstellung umfasst insgesamt ca. 150 Werke, aus den Beständen des
Kunstmuseums Bonn sowie Leihgaben aus Deutschland und der Schweiz.
Der Kunsttransport zur Ausstellung soll im Juni 2022 öffentlich ausgeschrieben
werden.
Die Finanzierung erfolgt aus dem für die Wechselausstellung vorgesehenen
Budget und anteilig aus Drittmitteln.
Als weitere Information zur Ausstellung ist folgender Auszug aus dem
Ausstellungskonzept angefügt:
Die Ausstellung MAX ERNST und die Natur als Erfindung im Kunstmuseum
Bonn untersucht mit rund 150 Bildern das Werk von Max Ernst als Entwurf
einer alternativen Naturgeschichte im Kontext der Kunst seiner Zeit bis in die
Gegenwart. Der künstlerische Kosmos von Max Ernst ist nicht denkbar ohne
den Kosmos der Natur, der die Phantasie des Künstlers dauerhaft provoziert
und inspiriert hat. Das Schöpfungsprinzip der Natur mit ihrem sich stetig
entwickelnden Arsenal der Formen stimmt mit der Haltung Ernsts überein, dass
Kunst keine Festlegung und keine Grenzen sucht, dass der Künstler sich selbst
nicht finden darf und damit auch die Natur stets als nicht begrenzbaren Raum
des Möglichen erfasst. Max Ernst bezog sich einerseits auf die sichtbarenSeite 1 von 3
Seite 2
Erscheinungen der Natur und verhielt sich andererseits künstlerisch frei zu ihr.
Der eingeübten Erzählung von der Entstehung der Welt hielt er eine andere
mögliche Version entgegen, die mit beweglichen Ordnungen der Phantasie den
alleinigen Wahrheitsanspruch scheinbar wissenschaftlich bestätigter
Ordnungen hintergeht. Dazu bediente sich der Künstler vorgefundener
widersprüchlicher Elemente der Realität. Aus ihrer Kombination und
Transformation durch Techniken wie Collage, Frottage, Grattage und
Décalcomanie erfand Max Ernst ein paralleles surreales Universum, das in
seiner visuellen Genauigkeit die gleiche Wahrscheinlichkeit und
Überzeugungskraft besitzt wie die ‚Natur‘.
In seiner Histoire Naturelle von 1926 hat Max Ernst dazu selbst ein Modell
formuliert, das sich entlang der bekannten Etappen der Weltgeburt, der
Entstehung und Klassifizierung der Arten in der Natur bis hin zum Menschen
bewegt und gerade darin seine Eigengesetzlichkeit offenlegt. In der so
verführerischen wie beunruhigenden enzyklopädischen Bildwelt von Max Ernst,
wie sie sich in den Gemälden, Zeichnungen, druckgrafischen Werken,
illustrierten Büchern der Ausstellung darlegt, gibt es die öden Landschaften mit
weiten Horizonten und schwebenden Gestirnen, die dunklen Wälder, in denen
das Unbekannte lauert, Flora und Fauna, die lichte Pflanzenwelt aus Blumen
und Blättern, Mischkreaturen, Baumwesen, gleitende schlangenköpfige
Figuren, die sich zu Nashörnern oder Pferden stabilisieren und natürlich alle
Gattungen der Vögel, „Loplop“ - das Selbstbild des Künstlers, schließlich
der Mensch, der vorzugsweise als Eva auftritt, alles erscheint zwischen
Mikrokosmos und Makrokosmos, der Vielfalt der Einzeller und der Sehnsucht
nach den Sternen, wie sie die Maximiliana von 1964 feiert.
Max Ernst hat in freundschaftlicher Verbindung mit vielen Künstler:innen seiner
Zeit gearbeitet, die sich auf ähnliche Weise nicht reproduzierend, sondern
schöpferisch mit der Natur auseinandersetzten. Die Ausstellung fügt daher
zahlreiche Werke unter anderem von Hans Arp, Paul Klee, Joan Miró, Richard
Oelze, Yves Tanguy und Wols in Ernsts Wunderkammer des Mehrdeutigen ein.
Zugleich sucht sie Verankerungen und Reflexe der Kunst von Max Ernst in der
Kunst der Gegenwart, in Gemälden, Zeichnungen, Fotos von Joseph Beuys,
Lothar Baumgarten, Rebecca Horn, Tacita Dean, Sigmar Polke, Thomas Ruff,
Tamara Grcic u.a. Die Ausstellung zitiert diese Beiträge weder als Nachfolge
des Werks von Max Ernst noch im Blick auf ihren Ort innerhalb ökologischer
Debatten der Zerstörung und Verwertung der Natur, sondern als grundsätzliche
Befragung der Beziehung von Kunst und Natur. Auch wo Kunst Natur sein will,
bleibt sie in verschiedener Hinsicht ihr Gegenteil, sie muss aus der Natur
heraustreten, um diese als das zugleich vertraute und fremde Andere
anzuschauen und zu entwerfen. Dabei ist Kunst gerade das Medium, das
geeignet ist, der Natur als einem entzauberten Gegenstand der Forschung und
des Konsums Überraschung, Irritation, Geheimnis zurückzugeben.
Die Ausstellung MAX ERNST und die Natur als Erfindung nutzt für ihre
Realisierung die umfangreichen Bestände des Kunstmuseums Bonn, unter
anderem die 1989 erworbene Sammlung Hans Bolliger und die Sammlung
Wilfried und Gisela Fitting, die sich seit 2017 als dauerhafte Leihgabe im
Kunstmuseum befindet. Weitere bedeutende Werke von Max Ernst und
anderen Künstler:innen aus nationalen und internationalen öffentlichen und
privaten Sammlungen ermöglichen eine komplexe Sicht auf die Kunst von Max
Ernst und das Thema der Ausstellung.Seite 2 von 3
Seite 3
Vergabeart
x öffentlich offen (EU) aufgeforderte Firmen
beschränkt nichtoffen (EU) mit öffentlichem
Teilnahmewettbewerb
Freihändig bzw.
Verhandlungsvergabe Verhandlungsverfahren (EU) Abweichung von der
vorgeschriebenen Vergabeart
Vergabekennzahl Vergabe-/Vertragsordnung Ausführungszeitraum Schätzkosten brutto
BN-2022-2268 VOB x UVgO VgV September 2022 bis
März 2023
107.000 €
Produktgruppennummer Produktgruppenbezeichnung Sachkonto
(konsumtiv) /
Finanzposition
(investiv)
CO-Kontierung
(konsumtiv) /
Finanzstelle
(investiv)
04.09 Kunstmuseum 528000 4130202
Verpflichtungsermächtigungen Verwendung von
Haushaltsresten
Mittel
ja x nein ja x nein freigegeben x vorgesehen
Anlage/n
KeineSeite 3 von 3

Folgen Neue Vorlagen, Sitzungen und Auswertungen aus dem Bonner Rat — im Fediverse, ohne Konto lesbar.

bonn.social/@biz ↗
Im ALLRIS öffnen ↗

Datenstand: 02.11.2026, 22:08 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de