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220603-01 · Stellungnahme der Verwaltung

Rodungsmaßnahmen auf dem Annaberger Feld

Nummer
220603-01
Art
Stellungnahme der Verwaltung
Veröffentlicht
04.04.2022
Letzte Änderung
15.09.2026
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  1. 220603 Rodungsmaßnahmen auf dem Annaberger Feld

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Stellungnahme der Verwaltung
öffentlich
220603-01
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
67 Amt für Umwelt und Stadtgrün
Dezernat:
Dez. III
18.03.2022
Rodungsmaßnahmen auf dem Annaberger Feld
Beratungsfolge
Naturschutzbeirat 05.04.2022 Kenntnisnahme
Bei den geschützten Obstbaumalleen handelt es sich um eine umgesetzte
Landschaftsplanmaßnahme, Pflegemaßnahme Nr. 7.3.12 (Landschaftsplan
Kottenforst) Obstbaumallee Annaberger Feld - Dauerhafte Pflege der
Obstbaumallee.
Die allerersten Obstbaum-Pflanzungen erfolgten durch den städtischen
Forstbetrieb vor mehr als 30 Jahren.
Die Obstbäume stehen auf Flächen, die sich im Privatbesitz befinden.
Die Flächen sind verpachtet. Der aktuelle Pächter des Annaberger Hofes
unterhält auf den Flächen des Annaberger Felds einen Reitbetrieb.
Im Zusammenhang mit der Pflanzung der Obstbäume wurde eine Vereinbarung
mit dem Eigentümer geschlossen. Die Anpflanzungen auf seinem Grundbesitz
wurden gestattet unter der Bedingung, dass die Pflege der Bäume und der
Flächen darunter durch die Stadt Bonn erfolgt.
Im Rahmen des 100 Alleen-Projektes (2007) wurde die o. a. Allee um 105
Hochstämme (Apfel, Birne, Zwetschge, Kirsche) ergänzt. Die Biostation hat
dazu einen Projektantrag gestellt (2006) und die Anpflanzung im Jahre 2007
umgesetzt.
Die spätere Pflege der neu gepflanzten Alleebäume (Freimähen der
Wegebankette, Erziehungs- und Pflegeschnitte der Bäume) sowie die
Herstellung der Verkehrssicherheit erfolgt in Abstimmung mit dem
Grundbesitzer durch die Biologische Station Bonn mit Unterstützung der
Stadtförsterei Bonn. Die Pflege der Allee durch die Biologische Station
beschränkt sich auf die Erziehungs- und Pflegeschnitte der Bäume.
Sämtliche Bäume wurden auf der Grundlage des Entwurfes des
Landschaftsplanes Kottenforst gepflanzt. Die Pflanzungen wurde jeweils mit
Landesmitteln gefördert.
Die durch die Biostation gepflanzten und gepflegten Bäume stehen in einem
zusammenhängenden Abschnitt an der Annaberger Straße und in Lücken
verteilt über die gesamte Allee.
Durch Unstimmigkeiten zwischen Eigentümer, Pächter und der Stadt Bonn
wurde der städtische Teil der Allee über rund 6 Jahre gar nicht gepflegt. Es
erfolgten keine Pflegeschnitte an den Bäumen und auch die Flächenpflege
wurde nicht vollzogen.Seite 1 von 3
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In den letzten Jahren häuften sich die Beschwerden der fehlenden
Flächenpflege durch den Eigentümer und den Pächter. Der mittlerweile
erhebliche Unterwuchs wuchs in die Weidezäune und erreichte die Höhe der
Obstbäume. Lediglich die von der Biostation gepflanzten Bäume wurden
weiterhin in einem 3jährigen Rhythmus geschnitten.
Bei dem Gehölzaufwuchs zwischen den Obstbäumen handelt es sich nicht um
gepflanzte und gepflegte Hecken und Gehölzstrukturen, sondern um natürlich
entstandene Strukturen, die sich aufgrund der fehlenden Pflege der Flächen
entsprechend entwickeln konnten.
Das Sachgebiet 67-22 des Amtes für Umwelt und Stadtgrün, bei der ebenfalls
Beschwerden des Eigentümers und des Pächters eingingen, hat im
vergangenen Herbst angeboten, die Pflege der „städtischen“ Alleebäume und
der gesamten Grundflächen zu übernehmen. Dies wurde von der Unteren
Naturschutzbehörde ausdrücklich begrüßt. Vorab hat es Abstimmungsge-
spräche mit dem Eigentümer und dem Pächter gegeben, die ebenfalls die
Wiederaufnahme der Pflege ausdrücklich begrüßen.
Durch das Sachgebiet 67-22 ist vorgesehen, die komplette Pflegemaßnahme in
drei Abschnitten durchzuführen. Die Obstbäume werden in drei Abschnitten
gepflegt. Die Flächenpflege ist erfolgt und soll künftig ein bis zweimal jährlich
komplett erfolgen.
Die erste Pflegemaßnahme an den Flächen war so umfangreich, dass
Unterstützung durch die Baumpflegekolonnen durch die Bereitstellung von
entsprechendem Gerät – Häksler – notwendig war. Das umfangreiche
Häkselgut findet Verwendung durch den Pächter und konnte auf dem
Hofgelände zwischengelagert werden.
Die Biologische Station, die auch mehrmals auf die fehlende Flächenpflege
hingewiesen hatte, wurde im Quartalsgespräch am 12.01.2022 darüber
unterrichtet, dass das Sachgebiet 67-22 die Flächenpflege und die Pflege der
"städtischen" Alleebäume übernimmt.
Da das Sachgebiet 67-22 vorgeschlagen hatte, die komplette Pflege der
Obstbäume zu übernehmen, wurde zunächst ein gemeinsamer
Erörterungstermin vereinbart. Die komplette Flächenpflege war zu dem
Zeitpunkt bereits erfolgt.
Erst anlässlich des Erörterungstermins wies die Biologische Station mittels des
beigefügten Planes auf Reviere der Vogelarten Dorngrasmücke, Goldammer,
Neuntöter und Schwarzkehlen sowie den Lebensraumsverlust für Haselmäuse
innerhalb der gerodeten Gehölzbestände in der Obstbaumallee hin. Aus der
Planunterlage geht hervor, dass die Artenvorkommen im Jahre 2021
festgestellt wurden.
Weder die Untere Naturschutzbehörde noch das Sachgebiet 67-22 hatten über
diese konkreten Artenvorkommen Kenntnis, sodass dieser wesentliche Punkt in
der Planung und Umsetzung der aktuellen Flächenpflege nicht berücksichtigt
werden konnte.
Die Gehölze wurden im Rahmen der Pflegearbeiten auf den Stock gesetzt,
werden also wieder austreiben und sind nicht auf Dauer verloren gegangen. Es
wurde vereinbart, künftig abschnittsweise zwischen den Bäumen die
Gehölzstrukturen bis auf 1 m zurückzuschneiden und ansonsten zu
erhalten. Dazu ist noch eine Abstimmung mit dem Eigentümer und demSeite 2 von 3
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Pächter erforderlich.
Im Herbst diesen Jahres sind Ergänzungspflanzungen mit Obstbäumen in den
vorhandenen Lücken innerhalb der Allee vorgesehen.
Anlage/n
KeineSeite 3 von 3

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Datenstand: 03.11.2026, 10:49 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de