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220525 · Mitteilungsvorlage

Tätigkeitsbericht der Leitstelle Klimaschutz zu Klimaschutz und Klimaanpassung 2021

Nummer
220525
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
25.03.2022
Letzte Änderung
15.09.2026
  1. Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 19.05.2022 Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage
öffentlich
220525
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
67 Amt für Umwelt und Stadtgrün
Dezernat:
Dez. III
Tätigkeitsbericht der Leitstelle Klimaschutz zu
Klimaschutz und Klimaanpassung 2021
Beratungsfolge
Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale
Agenda
19.05.2022 Kenntnisnahme
Mitteilung:
Die Leitstelle Klimaschutz informiert seit 2018 jährlich über ihre Tätigkeiten im
Bereich Klimaschutz und Klimaanpassung.
Der als externes Dokument beigefügte aktuelle Fortschrittsbericht umfasst den
Berichtszeitraum 2021.
Die vorangegangenen Berichte sind hier zu finden:
Berichtsjahr 2020 (DS 210373)
Berichtsjahr 2019 (DS 200267)
Berichtsjahr 2018 (Boris alt: DS 1911015)
Berichtsjahre 2011 - 2017: (Boris alt: DS 1811483)
Anlage/n
1 Gesamtbericht Klimaschutz & Klimaanpassung 2021 (öffentlich)Seite 1 von 31
Tätigkeitsbericht der Leitstelle
Klimaschutz zu Klimaschutz
und Klimaanpassung
Fortschreibung 2021
vorgelegt von der Leitstelle Klimaschutz
im Amt für Umwelt und Stadtgrün
der Stadt Bonn
(Stand der Maßnahmen: 31.12.2021)Seite 2 von 31
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Das Dokument ist für doppelseitigen Druck formatiert.Seite 3 von 31
Seite 3
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung ................................................................................................................. 5
2 Organisation des Klimaschutzes in der Verwaltung ..................................................... 5
3 Klimaschutzziele ......................................................................................................... 6
4 Strategien, Konzepte .................................................................................................. 7
4.1 Genese und Hintergrund ................................................................................................. 7
4.2 Klimanotstand ................................................................................................................ 8
4.3 Klimaneutraler Konzern 2035 .......................................................................................... 8
4.4 Klimaplan 2035 ............................................................................................................. 10
5 Treibhausgas-Bilanz Bonn ........................................................................................ 10
6 Kooperationen ......................................................................................................... 11
7 Projekte und Maßnahmen im Bereich Klimaschutz.................................................... 12
7.1 Energieeffizienzstandard ............................................................................................... 12
7.2 Kommunale Gebäude, Anlagen...................................................................................... 12
7.2.1 Neubau und Sanierung ................................................................................................................... 12
7.2.2 Photovoltaikanlagen auf städtischen Gebäuden ............................................................................ 12
7.3 Versorgung, Erneuerbare Energien ................................................................................ 13
7.3.1 Solarverpflichtung (DS 201344) ...................................................................................................... 13
7.3.2 Förderprogramm Photovoltaik (DS 201342) .................................................................................. 13
7.3.3 Ausbauinitiative „Solares Bonn“ (DS 201399) ................................................................................ 14
7.3.4 Ausbau-Stand Photovoltaik, Solarthermie, Fernwärme ................................................................. 14Seite 4 von 31
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7.4 Mobilität....................................................................................................................... 16
7.4.1 Ladeinfrastruktur ............................................................................................................................ 16
7.4.2 Emissionsfreie Innenstadt .............................................................................................................. 16
7.5 Interne Organisation ..................................................................................................... 17
7.5.1 Mitarbeitermobilität ....................................................................................................................... 17
7.5.2 Papieratlas ...................................................................................................................................... 18
7.5.3 Postversand mit GoGreen .............................................................................................................. 19
7.5.4 Fortbildungsangebote für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter........................................................ 20
7.6 Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit, Umweltbildung .................................................. 21
7.6.1 Mitwirkungsverfahren „Bonn4Future – Wir fürs Klima“ ................................................................ 21
7.6.2 Klimaschutzkampagne „Neu denken. Einfach handeln.“ ............................................................... 22
7.6.3 Bonner Energietage ........................................................................................................................ 23
7.6.4 Stadtradeln ..................................................................................................................................... 24
7.6.5 Klima-Fahrradtour .......................................................................................................................... 25
7.6.6 Climathon ....................................................................................................................................... 26
7.6.7 Kindermeilen .................................................................................................................................. 26
7.6.8 Netzwerk „Schule trifft Verwaltung“ .............................................................................................. 27
7.6.9 Weitere Vernetzungsaktivitäten..................................................................................................... 27
8 Projekte und Maßnahmen im Bereich Klimaanpassung............................................. 28
8.1 Überblick ...................................................................................................................... 28
8.2 Förderprogramm Begrünung ......................................................................................... 28
8.3 Förderprogramm Entsiegelung ...................................................................................... 29
8.4 Förderprojekt „MUTABOR“ ........................................................................................... 30Seite 5 von 31
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1 Einführung
Der Bericht zu Aktivitäten und Maßnahmen der Stadt Bonn zu Klimaschutz und zur Anpassung
an den Klimawandel konzentriert sich auf den unmittelbaren Tätigkeitsbereich der Leitstelle
Klimaschutz (LSK) und Kooperationszusammenhänge der LSK mit anderen Fachämtern und
externen Organisationen. Er ergänzt damit andere Tätigkeits- oder Fachberichte wie z.B. der
Bonner Energie Agentur, der Verbraucherzentrale oder von Ämtern der Stadtverwaltung.
Der vorliegende Fortschreibungsbericht umfasst den Zeitraum von Januar bis Dezember 2021.
Ergänzend sind verfügbar:
 Bericht vom 10. Juni 2021 = Berichtsjahr 2020 (ALLRIS DS 210373)
 Bericht vom 20. Mai 2020 = Berichtsjahr 2019 (ALLRIS DS 200276)
 Bericht vom 27. März 2019 = Berichtsjahr 2018 (BoRIS alt DS 1911015)
 Bericht vom 30. Mai 2018 = Berichtsjahre 2011 – 2017 (BoRIS alt DS 1811483)
2 Organisation des Klimaschutzes in der Verwaltung
Die LSK koordiniert Aktivitäten innerhalb der Verwaltung und in Kooperation mit Dritten. Im
Rahmen von Vorlagen für Ratsgremien, insbesondere in der Bauleitplanung, ist die LSK in
Verbindung mit dem Amt für Umwelt und Stadtgrün gesondert zeichnungsberechtigt. Die LSK
vertritt die Stadt Bonn in lokalen und regionalen Kooperationen zum Klimaschutz.
Bei Besetzung aller Stellen entsprechen diese unter Berücksichtigung von Teilzeiten und
partieller Mitarbeit in der LSK einem Äquivalent von 4,59 Vollzeitstellen. Hinzu kommen zwei
halbe befristete Stellen im Rahmen des Förderprojektes „mutabor“ (s. Kapitel 8.4) bzw. des
Kooperationsprojektes „Bonn4Future – Wir fürs Klima“ (s. Kapitel 7.6.1).
Von 2003 bis 2021 verwendete die Stadt Bonn das international anerkannte
Klimaschutzmanagement und -zertifizierungssystem European Energy Award. Mit Hilfe von
Bestandsanalysen wurden Arbeitsprogramme entwickelt und deren Umsetzung in internen
Audits dokumentiert. In regelmäßigen Abständen wurden diese von externen Gutachtern
überprüft und nach einem Punktesystem eine Auszeichnung vergeben. In fünf solcher
externen Audits konnte die Stadt Bonn dreimal die Auszeichnung Gold erreichen. Zuletzt
zeichneten sich Verschleißerscheinungen ab. Das Instrument entwickelte sich zu einem reinen
Dokumentationswerkzeug, da Struktur und Organisation der Arbeitsprogramme und
Maßnahmenpläne immer weniger mit der politischen Beschlusslage in Einklang zu bringen
war. Mit Auslaufen der Landesförderung wurde das Projekt deshalb im März 2021 eingestellt.
Der Klimaplan 2035, der 2021 beauftragt wurde und in 2022 erarbeitet werden soll, wird künftig
Leitlinie und Arbeitsprogramm für die Klimaschutzaktivitäten der Stadt sein (siehe Kapitel 4).
Koordiniert werden die Klimaschutzaktivitäten ab Frühjahr 2022 vom neu eingerichteten
Programmbüro Klimaneutrales Bonn 2035 im Dezernat der Oberbürgermeisterin, welches
diese Funktion von der zeitgleich aufgelösten LSK übernehmen und ausbauen wird. In der
Abteilung Umweltvorsorge und -Planung des Amtes für Umwelt und Stadtgrün werdenSeite 6 von 31
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zukünftig Lösungen für die Herausforderung der Klimawandelanpassung erarbeitet und
umgesetzt. Durch die Einbettung in das Bau- und Umweltdezernat sowie das Amt besteht eine
unmittelbare Verzahnung mit flächenrelevanten Planungen und der Bewirtschaftung der
Bonner Freiräume. Klimaschutz und Klimaanpassung bedingen in der Regel einer
gemeinsamen Betrachtung. Programmbüro und Amt für Umwelt und Stadtgrün werden
deshalb eine enge und regelmäßige Zusammenarbeit pflegen.
3 Klimaschutzziele
Bonn soll bis 2035 klimaneutral werden. Das hat der Stadtrat in seiner Sitzung am 7.
November 2019 beschlossen (DS 190232). Um dieses Ziel zu erreichen, sieht der
Ratsbeschluss verschiedene Maßnahmen vor, etwa eine Optimierung der Energiekonzepte
städtischer Neubauten oder eine Reduzierung des Individualverkehrs verbunden mit einer
Förderung des ÖPNV. Das Ziel der Klimaneutralität bezieht sich sowohl auf den Konzern Stadt
Bonn (siehe Kapitel 4.3) als auch auf die Stadt als solche (siehe Kapitel 4.4).
Das im Dezember 2019 beschlossene „Leitbild der Stadt Bonn zu Klimaschutz und
Klimaanpassung“ (ALLRIS DS 190114) hat weiterhin Gültigkeit. Darin sind folgende Ziele
verankert:
 Die Treibhausgasemissionen in Bonn werden bis zum Jahr 2030 um mindestens 40
Prozent gegenüber 1990 reduziert, verbunden mit einem zweijährlichen Monitoring.
 Die Stadt wird bis spätestens 2035 klimaneutral.
 Die Energieversorgung wird sukzessive bis 2035 nahezu vollständig auf regenerative
Energien umgestellt.
 Die Stadt Bonn entwickelt sich kontinuierlich zur klimaresilienten Stadt weiter und
trägt dazu bei, die Vulnerabilität zu reduzieren.
Das Leitbild enthält außerdem acht Handlungsgrundsätze zur Erreichung dieser Ziele.
Die im Leitbild genannte Zielsetzung „mindestens 40% bis 2030“ entspricht dem Ziel im
Konvent der Bürgermeister für Klima und Energie (Covenant of Mayors for Climate and
Energy). Die Stadt Bonn ist auf Beschluss des Rates diesem neuen Konvent beigetreten,
nachdem der bisherige Ende 2020 ausgelaufen war, welcher mit einer Verpflichtung
gegenüber der EU zur Senkung der CO2-Emissionen um mindestens 20% bis 2020
einherging.
Im Rahmen der Klima-Bündnis-Mitgliedschaft der Stadt Bonn haben sich die Mitglieder
einer Selbstverpflichtung unterworfen, ihre CO2-Emissionen bis 2030 zu halbieren. Langfristig
sollen die Emissionen auf 2,5 Tonnen CO2-Äquivalente pro Einwohner/in und Jahr sinken.
Im Integrierten Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzept hatte die Stadt Bonn 2013 die
Möglichkeiten einer Reduzierung der CO2-Emissionen um 40% bis 2020 untersuchen lassen.
Als Ergebnis wurde eine Reduzierung um 28% auf der Grundlage der Umsetzung eines
umfassenden Maßnahmenkatalogs für möglich gehalten. Erforderlich dafür wäre ein
städtisches Budget von 53 Millionen Euro gewesen. Eine Umsetzung wurde nicht
beschlossen.Seite 7 von 31
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Die jüngste Bonner Treibhausgas-Bilanz zeigt eine Reduzierung von 33% der pro Kopf-
Treibhausgas-Emissionen von 1990 bis 2018 (siehe Kapitel 5). Der größere Anteil der noch
notwendigen Reduzierung bis 2035 steht demnach in den kommenden Jahren noch aus.
4 Strategien, Konzepte
4.1 Genese und Hintergrund
Im Jahr 2011 hat der Rat der Stadt Bonn vor dem Hintergrund der Nuklearkatastrophe in
Fukushima den Masterplan „Energiewende und Klimaschutz in Bonn“ mit einem
umfangreichen Maßnahmenkatalog beschlossen (BoRIS alt: DS1111026NV7). Über den
Umsetzungsstand hat die Verwaltung den Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz in
der Sitzung am 08.01.2013 (DS 1212611NV3) und am 05.04.2016 (DS 1111026NV12)
unterrichtet.
Ein Beschlusspunkt im Masterplan sah die Darstellung von Maßnahmen vor, mit denen das
Ziel einer 40%-igen CO2-Reduktion bis 2020 erreicht werden könnte. Zu diesem Zweck hat
die Verwaltung, gefördert durch die Nationale Klimaschutzinitiative, ein Integriertes
Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzept (IKSK) unter Beteiligung Externer erarbeiten
lassen (Dezember 2013, DS 1111026NV10). Im Ergebnis zeigte es auf, dass bei der
Umsetzung eines umfangreichen Maßnahmenkatalogs 28% weniger CO2-Emissionen allein
durch städtisches Handeln bis 2020 zu erzielen wären. Dafür wären Investitionen bzw.
Mittelbereitstellungen in Höhe von 53 Millionen Euro erforderlich. Eine Umsetzung des
Konzeptes wurde nicht beschlossen. Aus dem IKSK hat die Verwaltung jedoch Anregungen
zur Umsetzung nicht oder nur geringfügig investiver Maßnahmen aufgenommen. Andere
Maßnahmen konnten bzw. können im Rahmen von Förderprojekten umgesetzt werden. Ein
Teil der noch nicht umgesetzten Maßnahmen ist in den Maßnahmenkatalog zum
Klimanotstand übergenommen worden (siehe Kapitel 4.2).
Einen Teil des IKSK stellen auch Konzepte zur Anpassung an den Klimawandel dar. Im
Ergebnis wurde insbesondere der dringende Bedarf nach qualifizierten Grundlagen als
fundierte Planungs- und Abwägungsbasis verdeutlicht. Aus diesem Grund hatte sich die Stadt
Bonn von September 2016 bis September 2019 am Forschungsvorhaben ZURES beteiligt,
über welches sowohl eine aktuelle Stadtklimaanalyse als auch eine Planungshinweiskarte
sowie Szenarien für die künftige Entwicklung erarbeitet worden sind. Aktuell läuft das Projekt
„mutabor“ in Vorbereitung, welches an den ZURES-Ergebnissen anknüpft (siehe Kapitel 8.3).
Im Rahmen des Klimanotstandskatalogs sind ebenfalls verschiedene Maßnahmen der
Klimawandelanpassung vorgesehen, u.a. ein Förderprogramm für Gebäude- und
Fassadenbegrünung (siehe Kapitel 8.2).
Eine weitere im Masterplan von 2011 aufgeführte Einzelmaßnahme war die Gründung eines
Klimaschutzbeirates, „der unter Beteiligung von Politik und Vertreterinnen und Vertretern
gesellschaftlicher Gruppen das Energiekonzept/Masterplan begleitet.“ Der Beirat wurde
Anfang 2013 gegründet und hat die Erstellung des IKSK begleitet. Auf der Grundlage des IKSKSeite 8 von 31
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diskutieren die Mitglieder seitdem Klimaschutzmaßnahmen und können Empfehlungen an den
Umweltausschuss aussprechen. In 2021 hat der Beirat drei Empfehlungen zu den Themen
Gebäude, Energie und Klimafolgenanpassung erarbeitet. Alle Protokolle und Empfehlungen
werden dem Umweltausschuss als Mitteilungsvorlage zugeleitet. Informationen zum
Klimaschutzbeirat sind auch auf der Website der Stadt eingestellt:
www.bonn.de/klimaschutzbeirat.
2017 bis 2018 hat sich die Stadt Bonn am Pilotprojekt „Global Nachhaltige Kommune in NRW“
beteiligt. Als Ergebnis wurde eine kommunale Nachhaltigkeitsstrategie für Bonn erarbeitet,
die im Februar 2019 vom Rat der Stadt beschlossen wurde (Bo-RIS alt: DS 1812770). Mit ihr
soll das kommunale Verwaltungshandeln in Bonn systematisch mit Blick auf nachhaltige
Entwicklung und die 17 nachhaltigen Entwicklungsziele dargestellt und mit ersten Schritten
daran ausgerichtet werden. Die Nachhaltigkeitsstrategie bildet insofern einen weiteren
Handlungsrahmen für die Aktivitäten der LSK.
4.2 Klimanotstand
Der Bonner Stadtrat hatte im Juli 2019 nach zwei Bürgeranträgen beschlossen, eine
Resolution zur Ausrufung des Klimanotstandes zu unterstützen (BoRIS alt DS 1911216).
Damit hat sich Bonn anderen Kommunen angeschlossen und bekräftigt, dass Klimaschutz im
kommunalen Handeln höchste Priorität haben muss. In der Folge wurde eine
Steuerungsgruppe unter Leitung der LSK eingesetzt, die unter Beteiligung aller Dezernate
Maßnahmenvorschläge zur Reaktion auf den Klimanotstand sammelte, abstimmte und
schließlich in einem Katalog von rund 150 Einzelmaßnahmen festhielt. Es handelt sich damit
weniger um ein systematisch und langfristig erarbeitetes Konzept, als vielmehr um eine auf
zeitnahe Umsetzung hin orientierte Maßnahmensammlung. Die Vorlage der Verwaltung
„Klimanotstand und Umsetzung Klimamaßnahmen“ wurde am 7. Mai 2020 vom Rat
beschlossen (200016-3 AA).
In der Folge wurden 2020 zahlreiche Maßnahmen ausgearbeitet, beschlossen und in die
Umsetzung gebracht, wobei die Umsetzung oft erst nach Freigabe des Haushaltes im
September 2021 starten konnte. Diese Maßnahmen betrafen zum Beispiel den Ausbau der
Erneuerbaren Energien (Ausbauinitiative Solares Bonn, Solarverpflichtung im Neubau,
Förderprogramm Photovoltaik, siehe Kapitel 7.3.1 bis 7.3.3) und Förderprogramme zur
Gebäudebegrünung und zur Entsiegelung (siehe Kapitel 8.2 und 8.3).
Zahlreiche weitere Maßnahmen wurden nicht von der LSK begleitet, sondern werden in den
zuständigen Fachämtern in eigener Verantwortung umgesetzt. Ein Stand der Umsetzung zum
Klimanotstandskatalog wurde zuletzt am 1. Juni 2021 im Umweltausschuss eingebracht (DS
210671).
4.3 Klimaneutraler Konzern 2035
Als eine weiterqualifizierte Maßnahme des Beschlusses „Klimanotstand und Umsetzung
Klimamaßnahmen“ (DS200016) hatte der Rat der Stadt Bonn am 1. September 2020 den
Beschluss „Klimaneutrale Stadtverwaltung 2035“ (DS201373) gefasst. Der Beschluss bezog
sich neben der sogenannten Kernverwaltung auch auf die Beteiligungsgesellschaften mitSeite 9 von 31
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Mehrheitsbeteiligung. Neben der Stadtverwaltung sind dies im Einzelnen mit Angabe der
Beteiligung:
 Stadtwerke Bonn 100 %
 bonnorange 100 %
 Städtisches Gebäudemanagement 100 %
 Vereinigte Bonner Wohnungsbau AG 92,34 %
 Bonn Conference Center Management GmbH 100 %
 Theater der Bundesstadt Bonn 100 %
 Seniorenzentren der Bundesstadt Bonn 100 %
 Internationale Beethovenfeste Bonn gGmbH 66,67 %
Für diesen im weiteren Verlauf als Konzern bezeichneten Organisationskonstrukt wurde
zunächst eine Bestandsaufnahme der Treibhausgas-Emissionen nach dem Greenhouse Gas
Protocol in Auftrag gegeben, um darauf aufbauend einen Maßnahmen-Fahrplan zur
Erreichung des Ziels Klimaneutralität bis zum Jahr 2035 erstellen zu lassen. Das Greenhouse
Gas Protocol ist ein international anerkannter Standard, nach dem Unternehmen ihre
Treibhausgas-Emissionen darstellen und Maßnahmen zur Reduzierung entwickeln können.
Im Gegensatz zur Bilanzierung nach IPCC, nach deren Vorgaben auch die kommunalen
Bilanzen erstellt werden, nach denen aber ausschließlich die Emissionen auf dem Territorium
bilanziert werden, stellt das Greenhouse Gas Protocol auch die Bilanzierung von indirekten
Emissionen aus der Geschäftstätigkeit frei, die in der Regel nicht im Unternehmen selbst,
sondern an anderen Stellen freigesetzt werden. Diese entstehen beispielsweise durch
dienstliche Reisen, bei der Beschaffung und im weitesten Sinne auch bei der Nutzung von
verkauften Produkten. Die Einbeziehung dieser indirekten Emissionen, im Greenhouse Gas
Protocol unter Scope 3 aufgeführt, vergrößert Verantwortung und Einflussbereich der
Maßnahmen. Die quantitative Erfassung der Emissionen stößt jedoch schnell an Grenzen.
Zudem sind Doppelzählungen nicht auszuschließen.
Für den klimaneutralen Konzern Stadt Bonn entschied man sich neben der obligatorischen
Erfassung der durch den direkten Energieverbrauch verursachten Emissionen (Scope 1 und
2) auf die unter Scope 3 aufgeführten brennstoff- und energiebezogenen Emissionen aus dem
Energieverkauf der Stadtwerke Bonn sowie die Emissionen der vermieteten Wohnungen der
VeBoWAG. Ebenfalls werden im Scope 3 ebenso wie in der städtischen Bilanz die Emissionen
der Vorkette für die Energieumwandlung und -bereitstellung berücksichtigt. Insbesondere die
Einbeziehung der aus den Energielieferungen der Stadtwerke verursachten Emissionen führt
dazu, dass sich mit dem Instrument fast 40% der gesamtstädtischen Emissionen (der
städtischen Treibhausgasbilanz) erfassen lassen.
In der Summe ergab die Bilanz nach Greenhouse Gas Protocol für das Jahr 2019 Emissionen
von 868.303 tCO2eq, wobei 500.329 tCO2eq dem Bereich Scope 3 zugerechnet werden (DS
211602). Eine Verringerung dieser Emissionen wird sich unmittelbar auch in der
gesamtstädtischen Bilanzierung wiederfinden.
Für das Jahr 2022 ist die Beauftragung des Maßnahmenfahrplanes vorgesehen.Seite 10 von 31
Seite 10
4.4 Klimaplan 2035
Für den Konzern Stadt Bonn wurde ein unmittelbar zu beeinflussendes Potential zur
Treibhausgasreduzierung von 22% ermittelt. Nimmt man die Energielieferungen hinzu – auf
die die Stadt Bonn über ihren Energieversorger aber nur mittelbaren Einfluss hat und für deren
Umstellung auf erneuerbare Energien eine Marktabhängigkeit besteht - kommt man
theoretisch auf 42%. Der verbleibende Teil der Reduzierung ist demnach nicht vom Konzern
selbst, sondern von der gesamten Stadtgesellschaft zu erbringen (wobei es einen Anteil geben
wird, der gar nicht von der kommunalen Ebene aus zu beeinflussen ist).
Um einen konkreten Pfad Richtung Klimaneutralität aufzeigen zu können, wurde im Dezember
2021 die Erarbeitung eines „Klimaplan 2035“ beauftragt. Dieser soll u.a. Szenarien,
Handlungsspielräume und Einsparziele in einzelnen Sektoren abbilden sowie einen konkreten
Aktivitätenplan für zunächst drei Jahre ab 2023 enthalten.
Bei der Aufstellung des Klimaplan werden die schon in Umsetzung befindlichen Maßnahmen
berücksichtigt. Und es werden die noch offenen Maßnahmen aus bisherigen Konzepten
integriert, insbesondere offene Maßnahmen aus dem Integrierten Klimaschutzkonzept und
dem Klimanotstandskatalog. Auf diese Weise soll ein einheitliches und zentrales
Referenzdokument für die Klimaschutzarbeit der kommenden Jahre zur Verfügung stehen.
Die Entwicklung des Klimaplanes ist eng gekoppelt mit dem Mitwirkungsverfahren
„Bonn4Future – Wir fürs Klima“, welches seit Dezember 2020 läuft. Bürger*innen erarbeiten in
diesem Verfahren Ideen und Vorschläge dafür, wie die Transformation zu einer
klimaneutralen, lebenswerten Stadt Bonn gelingen kann (siehe Kapitel 7.6.1).
5 Treibhausgas-Bilanz Bonn
Die Leitstelle Klimaschutz erstellt seit 2008 zweijährliche CO2-/Treibhausgas-Bilanzen für die
Stadt Bonn. Erstmals erfolgt die aktuelle Fortschreibung bis zum Jahr 2018 nach einem neuen
im Auftrag des Umweltbundesamtes entwickelten bundeseinheitlichen Standard für
kommunale Bilanzierungen (BISKO). Wesentliche Änderungen sind die Berücksichtigung
auch der weiteren Treibhausgase nach Kyoto-Protokoll, die streng gebietsbezogene
Betrachtungsweise auch im Verkehrsbereich sowie einheitliche Vorgaben bei der Bilanzierung
des Strommixes. Durch Rückrechnung sind die Zeitreihen zwar in sich konsistent, die
absoluten Werte der einzelnen Jahre sind aber mit denen der Bilanzierungen vergangener
Jahre nicht in jedem Fall vergleichbar.
Im Ergebnis sind die THG-Emissionen 2018 pro Kopf – bezogen auf das Referenzjahr 1990 –
um 33 Prozent gesunken, seit der letzten Fortschreibung von 2016 bis 2018 um 5 Prozent.
Für den Verkehrsbereich zeigt sich für die in dieser Fortschreibung erstmalig angewendete
gebietsbezogene Betrachtungsweise trotz weiter zunehmender Verkehrsleistung ein leichter
Rückgang der Emissionen. Dies dürfte auf die mit der Verwendung neuer Verkehrsdaten
gegebene Verfügbarkeit aktueller Verbrauchs- und Emissionsfaktoren zurückzuführen sein.Seite 11 von 31
Seite 11
Die komplette aktuelle Bilanzierung ist unter DS 211368 im ALLRIS eingestellt Der zeitliche
Rückstand bis zur Fertigstellung einer jeweiligen Bilanz resultiert daraus, dass zur Berechnung
erforderliche Daten zum Teil erst mit mehrjähriger Verzögerung zur Verfügung stehen.
Entwicklung der THG-Emissionen pro Kopf 1990-2018
6 Kooperationen
Die im Klimaschutzbericht 2011 bis 2017 genannten Kooperationen der Stadt Bonn im Bereich
Klimaschutz und Klimaanpassung bestehen auch in 2021 weiter fort:
 Klima-Bündnis der europäischen Städte mit indigenen Völkern der Regenwälder:
www.klimabuendnis.org
 Covenant of Mayors for Climate and Energy: www.konventderbuergermeister.eu
 Region Köln-Bonn e.V., www.region-koeln-bonn.de
 BürgerEnergie Rhein-Sieg eG: http://www.be-rhein-sieg.de
 Bonner Energie Agentur: www.bonner-energie-agentur.de
 Energieberatung Verbraucherzentrale Bonn:
https://www.verbraucherzentrale.nrw/beratungsstellen/bonn-energieberatungSeite 12 von 31
Seite 12
7 Projekte und Maßnahmen im Bereich Klimaschutz
7.1 Energieeffizienzstandard
Auf der Grundlage des Ratsbeschlusses „Energieeffizienzstandards im Neubau“ vom 22.
Oktober 2015 wird mindestens der KfW-Effizienzhaus55-Standard für Wohn- und
Nichtwohngebäude verpflichtend festgeschrieben (DS 1512547). Dieser Standard gilt beim
Verkauf städtischer Grundstücke, bei vorhabenbezogenen Bebauungsplänen sowie bei
Wettbewerben und Ausschreibungen. Für einzelne Verfahren hat die Politik darüber hinaus
bereits den KfW-Effizienzhaus40-Standard beschlossen.
2021 war die LSK in rund 55 Bebauungsplanverfahren, Stadtentwicklungskonzepte,
Wettbewerbe und Ausschreibungen eingebunden. Die LSK stimmt die Energiekonzepte
frühzeitig in den Verfahren mit Vorhabenträgern, Investoren und Projektentwicklern ab.
7.2 Kommunale Gebäude, Anlagen
Der Anteil städtischer Gebäude an der gesamtstädtischen Treibausgas-Bilanz beträgt zwar
nur drei Prozent, jedoch sollte die Stadt als Gebäudeeigentümerin Vorbild für
klimafreundliches Handeln sein. Die Stadt Bonn legt seit 2007 Standards für Neubauten und
Sanierungen fest, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen.
7.2.1 Neubau und Sanierung
Das SGB arbeitet derzeit an der Aktualisierung des „Planungsleitfaden für Modernisierungs-,
Neubau-, Umbau-, Erweiterungsbau und Bauunterhaltungsmaßnahmen“. Die energetischen
Anforderungen werden mit der LSK abgestimmt. Für Neubauten galt bis Mitte 2021 noch der
Standard des KfW-Effizienzgebäudes55 unter der Verwendung von Passivhauskomponenten.
Sanierungen entsprachen dem Neubaustandard nach EnEV, bzw. GEG. Am 23.06.2021
wurde für Neubauten der Effizienzgebäudestandard40 beschlossen. Im Rahmen von
Sanierungen ist dieser Standard einzuhalten, soweit wirtschaftliche und technische
Voraussetzungen deren Durchführung unter Beachtung des Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes
dies zulassen (DS 211039). Die LSK ist bei entsprechenden Vorlagen des SGB
zeichnungsberechtigt.
7.2.2 Photovoltaikanlagen auf städtischen Gebäuden
Zum 31. Dezember 2021 waren 62 Photovoltaikanlagen auf städtischen Gebäuden mit einer
Gesamtleistung von ca. 1.250 kWp in Betrieb. Die Stadtwerke Bonn haben in 2021 sechs neue
Photovoltaikanlagen mit insgesamt ca. 190 kWp auf städtischen Gebäuden in Betrieb
genommen. Darüber hinaus sollen im ersten Halbjahr 2022 zwölf weitere PV-Anlagen mit
insgesamt ca. 550 kWp in Betrieb genommen werden. Weitere Projekte sind bereits in
Planung.Seite 13 von 31
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7.3 Versorgung, Erneuerbare Energien
Im September 2020 waren mehrere Vorlagen der Verwaltung von der Politik beschlossen
worden, die den Ausbau der Erneuerbaren Energien in Bonn zum Ziel haben. Sie waren im
Rahmen des Klimanotstands-Kataloges vorgeschlagen und nach politischem Auftrag weiter
ausdifferenziert worden. In 2021 startete deren Umsetzung.
7.3.1 Solarverpflichtung (DS 201344)
Bereits seit 1. Januar 2021 ist die Installation von Photovoltaikanlagen bei bestimmten
Neubauvorhaben verpflichtend. Und zwar immer dann, wenn städtische Grundstücke verkauft
werden. Seit dem 16. September 2021 gilt nach Klärung rechtlicher Fragen auch eine
Verpflichtung im Rahmen städtebaulicher Verträge. Die Solarverpflichtung entfällt, wenn die
wirtschaftliche Betriebsweise einer Photovoltaikanlage auf dem Objekt nicht möglich ist. Die
Ermittlung der Parameter für die Abschätzung der Wirtschaftlichkeit erfolgt in Absprache mit
der Stadt Bonn. Weil PV-Anlagen nicht in Konkurrenz zu Dachbegrünungen und zur
Solarthermie stehen sollen, entfällt die Verpflichtung zudem, wenn eine entsprechende
alternative Nutzung des Daches geplant ist. Eine Kombination von Photovoltaik und
Dachbegrünung ist anzustreben und wird im Einzelfall geprüft.
7.3.2 Förderprogramm Photovoltaik (DS 201342)
Weil die Möglichkeiten der Stadt, über eine Solarverpflichtung Einfluss zu nehmen, auf
Neubauten beschränkt ist, soll ein Förderprogramm zusätzlichen Anreiz bieten, damit sich
mehr Eigentümerinnen und Eigentümer von Bestandsgebäuden für die Installation einer PV-
Anlage entscheiden. Auch auf denkmalgeschützten Gebäuden ist die Installation einer
Photovoltaikanlage nicht grundsätzlich ausgeschlossen, bedarf aber einer Absprache und
Prüfung durch die Untere Denkmalbehörde der Stadt Bonn. Die Untere Denkmalbehörde hat
in Zusammenarbeit mit der LSK einen Leitfaden entwickelt, der die denkmalrechtliche
Beurteilung von Solaranlagen auf denkmalgeschützten Gebäuden regelt.
Das Förderprogramm startete im
September 2021 nach Genehmigung
des städtischen Haushalts. Gefördert
werden neue PV-Anlagen, die nicht
ohnehin aufgrund der
Solarverpflichtung errichtet werden
müssen mit einem Zuschuss zu den
Investitionskosten. Die Höhe des
Zuschusses wird nach einem
degressiven Schlüssel in
Abhängigkeit von der Anlagengröße
ermittelt. Im Schnitt werden so etwa
10 bis 15% der Anlagenkosten erstattet. Bis Ende des Jahres waren bereits über 250 Anträge
mit einer Gesamtsumme von 400.000 Euro bewilligt worden.Seite 14 von 31
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7.3.3 Ausbauinitiative „Solares Bonn“ (DS 201399)
Die „Ausbauinitiative Solares Bonn“ hat zum Ziel, zur weiteren Erschließung des
Solarpotentials der Stadt beizutragen. In Bonn könnte bei einer Nutzung aller geeigneten
Dachflächen die Hälfte des aktuellen Strombedarfs durch Photovoltaikanlagen regenerativ
gedeckt werden. Derzeit werden nur rund 2% des Potenzials genutzt.
„Solares Bonn“ ergänzt das Förderprogramm Photovoltaik um best-practise-Beispiele,
Öffentlichkeitsarbeit und Beratung. Für die zunächst auf drei Jahre befristete Ausbauinitiative
werden insgesamt Mittel in Höhe von 2.678.000 Euro bereitgestellt, davon im Doppelhaushalt
2021/2022 zunächst 2.340.000 Euro. Die Stellenbesetzung konnte erst nach Verabschiedung
des Haushaltes 2021/2022 auf den Weg gebracht werden, so dass das Projekt erst im Jahr
2022 nach Besetzung der Stelle starten wird.
7.3.4 Ausbau-Stand Photovoltaik, Solarthermie, Fernwärme
7.3.4.1 Photovoltaik
Der starke Zubautrend im Photovoltaikbereich hielt auch im Jahr 2021 an. 304 Anlagen mit
einer gesamten Leistung von 3.270 kW(peak) sind im letzten Jahr ans Netz gegangen. Diese
Entwicklung ist auch bundesweit zu beobachten. Das erst im September gestartete städtische
Förderprogramm dürfte auf diese Zahlen noch keinen großen Einfluss haben. Allerdings wurde
im Rahmen des Förderprogramms in den letzten drei Monaten für fast 300 Anlagen eine
Förderung zugesagt. Installiert werden diese Anlagen aber größtenteils erst im Jahr 2022. Der
starke Zubau zeigt aber auch schon seine Schattenseiten. Die starke Auslastung der
Installationsbetriebe führt inzwischen zu steigenden Angebotspreisen und zu langen
Wartezeiten bei der Auftragsvergabe.
Entwicklung des Photovoltaikzubaus in Bonn 1990-2021Seite 15 von 31
Seite 15
Insgesamt waren in Bonn am 31. Dezember 2021 2.133 Photovoltaikanlagen mit einer
Gesamtleistung von 24.060 kW (peak) installiert. Damit werden jährlich rund 20.000
Megawattstunden Photovoltaikstrom auf Bonner Stadtgebiet erzeugt.
7.3.4.2 Solarthermieanlagen
Zum Zeitpunkt der Berichterstellung lagen aktuelle Zahlen zu installierten Solarthermieanlagen
noch nicht vor. Laut Untersuchungen des Umweltbundesamtes ist die Zahl neu installierter
Anlagen aber bundesweit weiterhin rückläufig. Für die Nutzung zu Heizzwecken ist die Technik
zu aufwendig, um damit einen nur geringen Teil des Heizwärmebedarfs decken zu können.
Hinzu kommt die jahreszeitliche Diskrepanz zwischen Wärmeerzeugung und -bedarf.
Unschlagbar ist eine Solarthermieanlage aber immer noch zur zentralen
Warmwasserbereitung in den Sommermonaten. Bei richtiger Auslegung kann sie in diesem
Zeitraum als alleiniger Wärmeerzeuger dienen.
Der Anteil solarthermischer Energieerzeugung am gesamten Wärmebedarf beträgt in Bonn
nur etwa 0,2 %. Ausbauzahlen für 2021 lagen zum Zeitpunkt der Berichterstellung nicht vor.
Entwicklung thermischer Solaranlagen in Bonn 1988-2020
7.3.4.3 Fernwärme
Vor dem Hintergrund der Ausbau-Initiative der SWB Energie und Wasser treffen sich
Vertreterinnen und Vertreter der Stadtwerke und der Stadtverwaltung in der Regel halbjährlich
zum Austausch über den Fortschritt des Ausbaus sowie die geplanten Bautätigkeiten, auf die
die Stadt Bonn Einfluss hat oder in die sie eingebunden ist. Bisher haben vierzehn
Fachgespräche dieser Art, organisiert durch die LSK, stattgefunden.
Weitere Informationen zur Fernwärme in Bonn sind hier zu finden: https://www.stadtwerke-
bonn.de/fuer-zuhause/produkte/fernwaerme/Seite 16 von 31
Seite 16
7.4 Mobilität
7.4.1 Ladeinfrastruktur
Die Stadt Bonn und die SWB EnW arbeiten eng zusammen, um den weiteren Ausbau der
Ladeinfrastruktur auf Bonner Stadtgebiet voranzutreiben.
SWB EnW betreibt im Bonner Stadtgebiet derzeit an 80 Standorten insgesamt 100 öffentlich
und halböffentlich zugängliche E-Ladestationen (insgesamt 180 Ladepunkte), die mit
BonnNatur-Strom versorgt werden. 2021 hat SWB EnW fünf weitere Schnellladestationen mit
einer Ladeleistung von bis zu 150 kW im öffentlichen Raum in Betrieb genommen. Eine
aktuelle Übersicht der SWB EnW Ladepunkte sowie aller Ladepunkte des TankE-Netzwerks
sind auf der Website der Stadtwerke Bonn zu finden: https://www.stadtwerke-bonn.de/fuer-
zuhause/produkte/e-mobility/elektrotankstellen/
Des Weiteren werden bei Bonner Unternehmen 274 gewerbliche Ladepunkte durch die SWB
EnW betrieben, das sind 104 mehr als im Vorjahr.
7.4.2 Emissionsfreie Innenstadt
Planung und Maßnahmen im Mobilitätsbereich werden zwar nicht von der LSK koordiniert,
sondern liegen im Verantwortungsbereich des Planungsamtes. Da Mobilität einen wichtigen
Beitrag zum städtischen Klimaschutz leisten kann, sei hier dennoch beispielhaft das Projekt
„Emissionsfreie Innenstadt“ genannt, ein Gemeinschaftsprojekt der Stadt Bonn zusammen mit
den Stadtwerken Bonn.
Im Rahmen des Projekts, das über das Programm „KommunalerKlimaschutz.NRW“ gefördert
wird, entwickelte Bonn ein Konzept zur Stärkung der emissionsfreien Mobilität im Stadtgebiet
(Umsetzung bis Ende 2022). Der Fokus
liegt zum einen auf einer besseren
Verzahnung der Verkehrsträger, was
durch die Errichtung von 36
Mobilstationen im Stadtgebiet mit
unterschiedlichen Serviceangeboten
unterstützt wird. Zum anderen soll der
Radverkehr weiter gefördert werden.
Diesbezüglich wurden in den letzten
Jahren bereits diverse Maßnahmen
umgesetzt, die auch durch das 2019 von der Bezirksvertretung Bonn beschlossene
Entwicklungskonzept Radverkehr unterstützt werden. Hierzu gehören insbesondere der
Ausbau verschiedener Radwege in der Stadt und von Radschnellrouten, die Ausweisung von
Fahrradstraßen, die Einrichtung von gesicherten Radfahrstreifen und baulich abgetrennten
Fahrrad-Schutzstreifen oder die Installation von Grünpfeilen an Ampeln für Radfahrende. Die
weitere Beschaffung von E-Fahrzeugen für den städtischen Fuhrpark ist ebenfalls Teil des
Förderprojektes.Seite 17 von 31
Seite 17
7.5 Interne Organisation
7.5.1 Mitarbeitermobilität
Die Stadt Bonn ist als große öffentliche Arbeitgeberin im besonderen Maße verpflichtet, auch
im Bereich Mobilität eine Vorbildfunktion einzunehmen. Dazu gehört unter anderem auch, die
Sensibilität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für mobilitätsbewusstes Verhalten sowohl für
die Wege zum Dienst als auch bei dienstlich notwendigen Fahrten zu fördern. So wurde u.a.
das vom Stadtplanungsamt koordinierte Mobilitätsprogramm „Jobwärts“ in 2021 fortgesetzt.
Ebenso werden im Fuhrparkmanagement die Anschaffung von Elektro-PKW, -LKW sowie
Pedelecs weiter vorangetrieben, so dass Dienstfahrten klimafreundlich absolviert werden
können.
Nicht vermeidbare dienstliche Flugreisen werden seit 2010 mittels Zahlungen an die
gemeinnützige GmbH „atmosfair“ kompensiert (www.atmosfair.de). Die Gelder werden nach
dem CDM Gold Standard in Projekte zur CO2-Einsparung in Entwicklungsländern investiert.
In der Tabelle sind die jährlich geleisteten Kompensationsbeiträge der Stadtverwaltung Bonn
dargestellt. Durch die pandemiebedingten Einschränkungen wurden ab März 2020 so gut wie
keine Flugreisen mehr durchgeführt. 2021 wurden keine Kompensationszahlungen geleistet.
Jahr Anzahl
Flüge
Zahlung
Euro
CO2
kg
2010/2011 118 1.876,00 73.170
2012 63 962,00 35.240
2013 16 622,00 21.935
2014 53 1.371,00 53.690
2015 36 1.169,00 45.440
2016 75 1.652,00 63.814
2017 85 1.272,00 44.032
2018 58 1.409.00 54.924
2019 49 1.274,00 53.132
2020 3 101,00 4.244
2021 ----- ----- -----
Übersicht der CO2-Kompensation mit atmosfair 2010-2021Seite 18 von 31
Seite 18
7.5.2 Papieratlas
Die Stadt Bonn verwendet für ihren Bedarf an Büro- und Kopierpapier in der Verwaltung und
in der Hausdruckerei zu 100 Prozent Recyclingpapier mit dem Blauen Engel, einem Güte- und
Prüfsiegel für Papiere, die vollständig aus Altpapier hergestellt werden.
Im Rahmen des „Papieratlas“-Wettbewerbs ist Bonn 2021 bereits zum 12. Mal in Folge für
den Einsatz von Recyclingpapier mit dem Blauen Engel als eine der
„Recyclingpapierfreundlichsten Städte Deutschlands“ ausgezeichnet worden.
Die Herstellung von Recyclingpapier spart im Vergleich zu Frischfaserpapier rund 70 Prozent
Wasser und 60 Prozent Energie. In Bonn wurden so in den vergangenen zwölf Jahren über
67 Millionen Liter Wasser und fast 14 Millionen Kilowattstunden Energie eingespart. Die
Einsparungen entsprechen dem täglichen Wasserbedarf von mehr als 554.000
Bundesbürger*innen und dem jährlichen Energieverbrauch von rund 3.950 Drei-Personen-
Haushalten in Deutschland.
Die Höhe des Papierverbrauchs selbst geht in die Wertung für den Papieratlas nicht ein, wird
jedoch von der Stadt ebenfalls erfasst (zum Redaktionsschluss lagen Zahlen bis 2020 vor).
Papierverbrauch (Bonner Stadtverwaltung, Schulen, Hausdruckerei) 2010-2020
Der Papierverbrauch ist im Pandemie-Jahr 2020 insgesamt um rund ein Drittel
zurückgegangen. Dies dürfte auf Schulschließungen, vermehrtes Arbeiten im Home office
sowie geringeren Bedarf an Werbematerialien für Veranstaltungen zurückzuführen sein. Zum
Verbrauch in den Schulen ist anzumerken, dass diese zum Teil noch dezentral Papier
beschaffen. Diese Mengen tauchen in den oben dargestellten Zahlen naturgemäß nicht auf.Seite 19 von 31
Seite 19
Der im Diagramm ablesbare Aufwärts-Trend zwischen 2013 und 2018 ist nicht
notwendigerweise mit einem steigenden Verbrauch gleichzusetzen, sondern zeigt vielmehr
an, dass zunehmend auf die von der Stadt favorisierte zentrale Beschaffung über den
Rahmenvertrag der Stadt zurückgegriffen wird.
7.5.3 Postversand mit GoGreen
Wie bereits seit 2009, nahm die Stadt Bonn auch
2021 als Partnerin am „GoGreen“-Programm der
Deutschen Post DHL teil, mittels dem die CO2-
Emissionen, die durch die Transport-Logistik beim
Brief- und Paketversand entstehen, finanziell
ausgeglichen werden.
Die Investitionen der Kompensationsbeiträge erfolgt
in internationale Klimaschutzprojekte nach dem im
Kyoto-Protokoll verankerten Clean Development
Mechanism nach dem zertifizierten Gold Standard.
2020 wurden 108,38t CO2 kompensiert. Das
Zertifikat für 2021 lag zum Zeitpunkt der
Berichtserstellung noch nicht vor.
www.dpdhl.de/gogreen-projekte
GoGreen-Zertifikat 2020Seite 20 von 31
Seite 20
7.5.4 Fortbildungsangebote für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
7.5.4.1 Info-Lunch
Die 2019 ins Leben gerufene „Info-Lunch“- Fortbildungsreihe „Wir und die 17 Ziele“ wurde
auch 2021 fortgesetzt. Rund einmal im Monat informieren Kolleginnen und Kollegen einander
in einstündigen Veranstaltungen zur Mittagszeit über ihre Arbeitsbereiche mit Bezug zur
Bonner Nachhaltigkeitsstrategie. Die LSK konzipiert und realisiert diese Reihe gemeinsam mit
der SDG-Koordinatorin im Amt für Internationales und Globale Nachhaltigkeit. Bei der
Organisation unterstützt das Personal- und Organisationsamt.
Aufgrund der Corona-Pandemie wurde die Reihe in 2021 in Form von Videokonferenzen
durchgeführt und fand mit rund 270 Teilnahmen aus 55 verschiedenen
Abteilungen/Fachbereichen gute Resonanz.
Auszug aus dem Info-Lunch-Flyer 2021
7.5.4.2 Klimaschutz-Workshop für Azubis
Die LSK hat zusammen mit dem Personal- und Organisationsamt eine Workshop-Reihe
„Praxiswissen Klimaschutz im Alltag“ konzipiert. Sie soll städtischen Auszubildenden
Informationen vermitteln und praktische Erfahrungen in den Handlungsfeldern Energie und
Wohnen, Mobilität, Konsum und Freizeit ermöglichen. Es ist zunächst eine Pilotphase mit einer
Gruppe von Auszubildenden des gleichen Ausbildungsganges im ersten Lehrjahr geplant, die
im Anschluss evaluiert wird.
Das Konzept liegt vor, eine erste Einführungsveranstaltung hat im Herbst stattgefunden.
Aufgrund der Pandemie war eine Durchführung der in Präsenz vorgesehen Workshops bisher
nicht möglich. Sie ist nun für 2022 vorgesehen.Seite 21 von 31
Seite 21
7.6 Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit, Umweltbildung
Auch 2021 fanden corona-bedingt weniger Veranstaltungen statt bzw. konnten nur digital
durchgeführt werden. Insgesamt fanden die Angebote dennoch gute Resonanz.
7.6.1 Mitwirkungsverfahren „Bonn4Future – Wir fürs Klima“
Seit Dezember 2020 läuft das zweijährige Bürgerbeteiligungsverfahren „Bonn4Future – Wir
fürs Klima“, das von Bonn im Wandel e.V. in Kooperation mit der Stadt durchgeführt wird. Das
Verfahren begleitet den Ratsbeschluss, dass Bonn bis 2035 klimaneutral werden soll. Den
Anstoß zu Bonn4Future hatte ein entsprechender Bürgerantrag gegeben. Im Rahmen des
Verfahrens werden in verschiedenen Veranstaltungen und auf bonn-macht-mit.de Ideen für
den Weg zur Klimaneutralität 2035 entwickelt.
In 2021 gab es zwei große Veranstaltungen: einen Klimaaktionstag zur Vernetzung mit rund
150 Personen aus 50 Initiativen und Institutionen sowie das erste Klimaforum mit zufällig
ausgewählten Bürger*innen und weiteren Akteur*innen. Beim Forum entstanden
Zukunftsbilder für ein klimaneutrales Bonn. Sie bilden die Grundlage für die weitere Arbeit in
den kommenden Klimaforen. Deren Ergebnissen werden bei der Erarbeitung des Klimaplan
2035 (siehe Kapitel 4.4) berücksichtigt.
Eine digitale Nachhaltigkeitsplattform macht Initiativen und Organisationen sichtbar, die
sich für eine lebenswerte und faire Stadt einsetzen und das Ziel der Klimaneutralität sowie die
Umsetzung der 17 Nachhaltigkeitsziele unterstützen. Im Jahr 2021 standen Konzeption, Tests
und ein Soft-Launch mit Initiativen im Fokus. Aktuell sind rund 70 Organisationen auf der
Plattform vertreten. In einer Steuerungsgruppe mit Vertreter*innen aus Stadtverwaltung und
Bonn im Wandel e.V. wird regelmäßig über die nächsten Schritte beraten. So ist der offizielle
Launch für Frühjahr 2022 vorgesehen, im Sommer sollen auch Unternehmen sich auf der
Plattform eintragen können.
Die städtische Beteiligungsplattform „Bonn-macht-mit.de“ wird während des Verfahrens
eingebunden. 2021 wurde in zwei Online-Dialogen danach gefragt, wie mehr Menschen
erreicht werden können. 2022 folgen weitere Dialoge zu konkreten Themen.
Im Rahmen der Kommunikationsakademie als weiterem Projektbestandteil haben 2021 drei
Workshops zu wirkungsvoller Klimakommunikation stattgefunden.
Der Prozess-Beirat mit 27 Mitgliedern aller gesellschaftlicher Gruppen wurde 2021 berufen
und tagte vier Mal. Der engagierte Beirat gab wertvolle Empfehlungen u.a. zu Konzept und
Methodik der Klimaforen, zur Gewinnung der Teilnehmenden und deren Diversität.
Die wissenschaftliche Evaluation wird von der Universität Bonn und promediare
durchgeführt. Ein erster Zwischenbericht wurde im Herbst vorgelegt. Der Bericht fällt
insgesamt positiv aus; unter anderem im Bereich der städtischen Kommunikation zu
städtischen Klimathemen gibt es einer nicht-repräsentativen Umfrage zufolge jedoch noch
Nachholbedarf.
In den bisherigen Sachstandsberichten zum Verfahren im Bonner Ratsinformationssystem
Allris wird detailliert über den Projektfortschritt berichtet:Seite 22 von 31
Seite 22
 210174 Sachstandsbericht Bonn4Future – Wir fürs Klima (Februar 2021)
 211269 Bonn4Future – Wir fürs Klima. Sachstand (Juli 2021)
 212006 Bonn4Future. Bericht im Nachgang des ersten Klimaforums (Oktober 2021)
Weitere Informationen und Impressionen aus dem Verfahren sind auf www.bonn4future de zu
finden.
Teilnehmende des 1. Bonn4Future-Klimaforums 2021 (© Bonn im Wandel e.V./Andir)
7.6.2 Klimaschutzkampagne „Neu denken. Einfach handeln.“
Die städtische Klimaschutzkampagne steht unter dem Slogan „Neu denken. Einfach handeln.
Gemeinsam fürs Klima.“ Die Kampagne, die sich an die Bonner Stadtgesellschaft richtet, hat
zum Ziel, für den Klimaschutz vor Ort und im Alltag zu sensibilisieren und zu motivieren. Dabei
will sie auch den persönlichen und gesellschaftlichen Mehrwert von lokalem Klimaschutz
aufzeigen und auf diese Weise zum Mitmachen motivieren.
In 2021 wurden Neuauflagen der bestehenden Themenmotive gezeigt, da nach der
Haushaltsfreigabe im Herbst keine neuen Motive mehr realisiert werden konnten. Aktionstage
wie der Tag der Artenvielfalt, das Museumsmeilenfest oder der Radaktionstag (an denen sich
die LSK in den letzten Jahren mit einem Stand beteiligte) fanden 2021 nicht statt.
Die Förderprogramme für Photovoltaik und Gebäudebegrünung wurden unter dem
kommunikativen Dach der Klimakampagne beworben (s. 7.3.2 und s. 8.2) und im Rahmen der
SDG-Tage im September auch vor Ort in der Bonner Innenstadt bekannt gemacht.
www.bonn.de/klimaschutzSeite 23 von 31
Seite 23
7.6.3 Bonner Energietage
Die Bonner Energietage werden in Kooperation zwischen Bonner Energie Agentur, LSK,
Verbraucherzentrale NRW sowie SWB Energie und Wasser durchgeführt. Auch 2021 konnten
die Tage corona-bedingt nicht in der eigentlich konzipierten Form durchgeführt werden. Die
große Infoveranstaltung auf dem Münsterplatz musste entfallen. Alle sonstigen
Programmpunkte fanden als Online-Veranstaltungen vom 25. Mai bis 2. Juni statt. Es wurden
Vorträge über Dämmung, Fensterbau, Heizungstausch und Photovoltaik angeboten und in
Kurzfilmen wurden Bonner Sanierungsbeispiele gezeigt. Mit mehr als 280 Teilnehmenden
waren diese Online-Angebote gut besucht. In der sich anschließenden Woche gab es ein
verstärktes Beratungsangebot bei der Bonner Energie Agentur, der Verbraucherzentrale und
den Stadtwerken Bonn.
https://www.bonner-energietage.de
Logo der Bonner EnergietageSeite 24 von 31
Seite 24
7.6.4 Stadtradeln
Bonn nimmt seit 2012 an der Kampagne STADTRADELN des Klima-Bündnis teil. Ziel der
Kampagne ist, dass möglichst viele Bürger und Bürgerinnen in Teams um die Wette radeln
und Radkilometer für den Klimaschutz sammeln. Die Auswertung durch das Klima-Bündnis
erfolgt bundesweit. Die LSK übernimmt die Projektkoordination vor Ort.
2021 fand das Stadtradeln im September zum 10. Mal statt. Zum Jubiläum wurden neue
Rekorde erzielt: 3.921 Aktive beteiligten sich und erradelten 774.392 km. So konnten von 165
Teams knapp 114 Tonnen CO2 eingespart werden.
Am eigens für das Bonner STADTRADELN ausgerufenen Schulwettbewerb nahmen 20
Schulen teil. Die Schulen starteten z.T. als ein großes Schulteam mit Schüler*innen, Kollegium
und Eltern. 14 Schulen meldeten Klassenteams, die im Wettstreit um die meisten gefahrenen
km pro Klassenmitglied gegeneinander antraten. Diese Teams erradelten 130.313 km. Die
drei erfolgreichsten Teams gewannen Preise für die Klassenkassen.
Im Rahmen einer Abschlussveranstaltung im Alten Rathaus wurden die erfolgreichsten Teams
und Einzelteilnehmer*innen ausgezeichnet.
www.bonn.de/stadtradeln
STADTRADELN – Siegerehrung 2021 (© Bundesstadt Bonn/Sascha Engst)Seite 25 von 31
Seite 25
7.6.5 Klima-Fahrradtour
Die LSK bietet seit 2017 in Kooperation mit dem ADFC Fahrradtouren zu wechselnden
Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsprojekten in Bonn an. Die LSK wählt die Ziele aus und stellt
Kontakte her, der ADFC plant die Streckenführung, überwiegend abseits der Hauptstraßen,
und begleitet die Gruppen. In 2021 konnte corona-bedingt nur eine Tour angeboten werden.
Am 28. August waren 20 Radler*innen im Stadtbezirk Bad Godesberg unterwegs. Ein
Mitarbeiter des Amtes für Umwelt und Stadtgrün informierte am Südfriedhof unter anderem
über die Umgestaltung des Friedhofsgeländes, die Anlage von Blühwiesen und Nistkästen für
Insekten und Vögel und über den teils sehr alten Baumbestand. An der Friesdorfer Straße in
Godesberg hat der Nachbarschaftsverein „Wir unter der Godesburg“ mit Hilfe von vielen
Initiator*innen den Go-Schrank auf einer von der Stadt Bonn zur Verfügung gestellten Fläche
aufgestellt. In den Schrank können Gegenstände aller Art, außer Lebensmittel, als Spende
hineingelegt und von Interessierten weiter genutzt werden. Die dritte Station war der
Draitschbrunnen, aus dem heute noch Heilwasser gewonnen wird. Als regionales Produkt ist
es nicht nur gesundheitsfördernd, sondern führt auch zu kürzeren Transportwegen und
weniger Abfall. Weiter ging es am Godesberger Bach entlang zum Marienforster Gut, wo die
Teilnehmenden das Angebot des Selbstbedienungskühlschranks kennen lernten. Die letzte
Station war der umgestaltete Bahnhofsvorplatz in Godesberg. Hier gibt es inzwischen
zahlreiche Fahrradständer, an die die Räder sicher angekettet werden können.
Impression der Klima-Fahrradtour 2021 (© C. Walter/ Bundesstadt Bonn)Seite 26 von 31
Seite 26
7.6.6 Climathon
Vom 3. bis 5. September veranstalteten das Centre for Social Entrepreneurship Bonn
(CESEB) und Unity Effect das Online-Format „Climathon“, ein 48-Stunden-Innovations-
Marathon für den Klimaschutz in Bonn. Dabei sollten konkrete Herausforderungen für eine
nachhaltige und klimaneutrale Zukunft Bonns bearbeitet werden. In deutsch- und
englischsprachigen Teams wurden Konzepte zur Lösung verschiedener Challenges
erarbeitet.
Die LSK beteiligte sich neben weiteren Challenge-Gebern mit zwei Challenges zur
Klimaanpassung und war auch Teil der Jury. Drei Preisträger-Teams des Climathons wurden
vom CESEB mit Preisgeldern oder temporären Arbeitsplätzen zur Weiterverfolgung ihrer Ideen
unterstützt.
7.6.7 Kindermeilen
Seit 2017 beteiligt sich Bonn an der Kampagne „Kindermeilen“, die das Klima-Bündnis seit
2002 durchführt. Die Kampagne will zeigen, wie „kinderleicht“ es sein kann, Klimaschutz zu
praktizieren.
Kinder aus ganz Europa machen sich dabei auf eine symbolische Reise, auf der sie sich mit
den Themen Nachhaltigkeit, Klimawandel und Mobilität sowie regionalen Lebensmitteln und
Energiesparen befassen. Für jeden klimaschonend absolvierten Kilometer erhalten die Kinder
grüne Klimameilen, für Energiesparmaßnahmen blaue und für regionale Lebensmittel rote
Meilen. Mit allen drei Meilenarten entlasten sie die Umwelt. Die Meilen aller Kinder in Europa
werden zusammengezählt und jeweils am Jahresende den Teilnehmenden der UN-
Klimakonferenz übergeben.
Die Stadt Bonn bewirbt die Kampagne jährlich bei allen Bonner Kindertagesstätten und
Grundschulen und übernimmt die Kosten für die Arbeitsmaterialien. In 2021 waren die
Teilnahmezahlen nicht so hoch wie erhofft. Während der Pandemie war es den Einrichtungen
kaum möglich, Aktionen zu planen und durchzuführen. Trotz dieser widrigen Umstände haben
sieben Bonner Einrichtungen teilgenommen.
Logo KindermeilenSeite 27 von 31
Seite 27
7.6.8 Netzwerk „Schule trifft Verwaltung“
Die von der LSK organisierten Netzwerktreffen „Umwelt, Klima, Nachhaltigkeit – Schule trifft
Verwaltung“ wurden 2021 digital durchgeführt.
Die zweimal jährlich stattfindenden Veranstaltungen richten sich an Schulleitungen und
Lehrkräfte aller Schulformen in Bonn, die sich mit den Themen Klimaschutz, Nachhaltigkeit,
Fairer Handel, Ernährung oder Biodiversität beschäftigen oder dies planen. Ziel der
Veranstaltung ist es, den gegenseitigen Austausch zu verstetigen und Angebote, Ideen und
Wünsche abzugleichen.
Im Mai und November 2021 wurden unter anderem Angebote und Projekte der Biostadt Bonn,
des Hauses der Natur und des Kulturamtes vorgestellt, an denen sich Schulen beteiligen
können. Auch Projektpartner der Stadt waren zu Gast. So stellten Vertreterinnen der Fair
Trade Town- Steuerungsgruppe ihr Projekt „Recycling Challenge“ vor.
7.6.9 Weitere Vernetzungsaktivitäten
Zwecks Austausch und Vernetzung nehmen Mitarbeitende der LSK regelmäßig bei
Veranstaltungen teil, folgen Einladungen für Diskussionen oder Vorträge und organisieren
diese auch selbst. 2021 fanden diese ganz überwiegend in digitaler Form statt:
 Gemeinsam für Stadtnatur, Wissenschaftsladen Bonn (online, 20.1.)
 Europa klimasicher, Vertretung des Landes NRW bei der EU (online 17.3.)
 Mikroklima bei Wohngebäuden und Quartieren, ABGnova (online, 23.3.)
 Connective Cities Virtual Dialogue (online, 26./27./29.4.)
 Ergebnispräsentation Projekt Stadtgrün 2021, Deutscher Wetterdienst (online, 26.5.)
 Fokusgespräch Umsetzung Masterplan Stadtnatur, Difu (online, 14.6.)
 Klima.Werkstatt „Klimafolgen und Klimaanpassung in NRW“, Klimadiskurs NRW
(online, 15.6.)
 Städtedialog Gebäudegrün, Bundesverband Gebäudegrün, (online, 16.6.)
 Seminar „Städte im Klimawandel“, Universität Bonn (online, 28.6.): Vortrag
 Nachhaltigkeitscamp, Engagement Global (Bonn, 24.9.)
 Interkommunale Hochwasservorsorge, Stadt Rheinbach, (Rheinbach, 22.10.)
 Gewerbegespräch Beuel-Ost, Wirtschaftsförderung (Bonn, 4.11.): Vortrag
 Erfahrungsaustausch THG-Bilanzierung, EnergieAgentur NRW (Wuppertal, 4.11.)
 Kommunale Klimakonferenz Fachforen, difu (online, 5./9.11.)
 Vernetzungstreffen der Deutschen Anpassungsstrategie, BMUB (online 9.&10.11.)
 Erfahrungsaustausch Klimaneutralität Tübingen/Konstanz/Münster/Bonn (online,
25.11.)
 Partnertag BEA – Der Weg zum klimaneutralen Gebäudebestand, Bonner Energie
Agentur (online, 01.12.)
 Regionales Fachforum Klimawandelanpassung, Region Köln Bonn e.V. (online,
3.12.)
 Grüne Dächer, Grüne Wände, VHS (online, 6.12.): VortragSeite 28 von 31
Seite 28
8 Projekte und Maßnahmen im Bereich Klimaanpassung
8.1 Überblick
Mit dem Forschungsvorhaben ZURES wurden zum Projektende im Jahr 2019
gesamtstädtische Hitze- und Planungshinweiskarten fertiggestellt. Diese visualisieren wo sich
Ausgleichsräume (Freiflächen mit hoher bioklimatischer Bedeutung) und Belastungsräume
(Siedlungsbereiche mit hoher Wärmebelastung) befinden. 2021 konnte nach einer
mehrjährigen Phase der Antragstellung das an diese Erkenntnislage anknüpfende und im
Rahmen der Deutschen Anpassungsstrategie geförderte kommunale Leuchtturmprojekt
„MUTABOR“ starten. In diesem Projekt geht es darum, die Wirkung von
Anpassungsmaßnahmen in unterschiedlichen Zukunftsszenarien zu modellieren. Auf Basis
dieser Ergebnisse ist zudem die Erarbeitung einer Strategie zur verstärkten Umsetzung
effektiver Maßnahmen zur Hitzereduktion geplant.
Ebenfalls im Jahr 2021 konnten das Förderprogramm Gebäudebegrünung und das
Förderprogramm Entsiegelung gestartet werden. Zudem wurden vorbereitende Maßnahmen
getroffen, um ab dem Jahr 2022 das Thema der wassersensitiven Stadtentwicklung nach dem
Prinzip der Schwammstadt verstärkt zu verfolgen.
8.2 Förderprogramm Begrünung
Der von der Verwaltung zum Jahresende 2020 eingereichte Förderantrag im Rahmen des
Sonderprogramms „Klimaresilienz in Kommunen“ zur Förderung von Dach- und
Fassadenbegrünungen bei privaten und gewerblich genutzten Gebäuden wurde bewilligt.
Nach der Beschlussfassung der entwickelten Förderrichtlinie (DS 211589) konnte das
Förderprogramm Gebäudebegrünung zum 7. Mai 2021 starten.
Gefördert werden bis zu 50 Prozent
der förderfähigen Kosten einer
Maßnahme, höchstens jedoch
30€/m² bei extensiven
Dachbegrünungen sowie 50€/m² bei
intensiven Dachbegrünungen und
Fassadenbegrünungen. Anträge
können von Eigentümern privat oder
gewerblich genutzter Grundstücke
gestellt werden.
Die Bearbeitung und Bewerbung des
Förderprogramms musste im Jahr
2021 durch vorhandene Mitarbeitende der Leitstelle Klimaschutz geleistet werden, da die für
diesen Zweck angemeldete Personalstelle (Teilzeit 50%) erst ab April 2022 besetzt werden
wird.
Da die zunächst formulierte Maßgabe einer Mindestsubstratstärke von 12cm bei extensiver
Dachbegrünung aus statischen Gründen bei einigen Bestandsgebäuden nicht realisierbar war,Seite 29 von 31
Seite 29
wurde die Förderrichtlinie überarbeitet, sodass nun Maßnahmen auch bereits ab einer
Substratdicke von 5cm förderfähig sind (DS 211391).
Vom Beginn des Förderprogramms im Mai 2021 bis zum Jahresende 2021 wurden insgesamt
22 Förderanträge zur Gebäudebegrünung positiv beschieden, darunter eine intensive
Dachbegrünung, zwei Fassadenbegrünungen und 19 extensive Dachbegrünungen. Die zu
begrünende Fläche der einzelnen geförderten Vorhaben schwankt dabei zwischen 13 und 290
m². Insgesamt konnte eine Fläche von knapp 1.900m² über geförderte Projekte begrünt
werden. Hierfür wurden gut 38.000€ Fördermittel aufgewendet, die eine
Gesamtinvestitionssumme von 104.000€ zur Begrünung von Gebäuden ausgelöst hat. Die
Verwaltung ist mit Blick auf die aktuell nur sehr begrenzten Ressourcen zur Bewerbung und
Bearbeitung des Förderprogramms zufrieden mit der bisherigen Resonanz auf das
Förderprogramm. Es ist zu erwarten, dass die Resonanz mit Besetzung der Personalstelle im
2. Quartal 2022, der dann entsprechend verstärkten Bewerbung sowie mit der Schaffung eines
Beratungsangebotes zur Gebäudebegrünung deutlich zunehmen wird.
8.3 Förderprogramm Entsiegelung
Nach Freigabe des Doppelhaushaltes 2021/22 sowie der Beschlussfassung zur
Förderrichtlinie startete am 29. Oktober 2021 das Förderprogramm „Entsiegelung und
Begrünung“ in Ergänzung zum Förderprogramm Gebäudebegrünung. Gefördert werden
Maßnahmen, bei denen versiegelte Flächen ohne Begrünung (z.B. Pflaster, Beton und
Asphalt) zurückgebaut und dauerhaft mit Anschluss an den natürlichen Boden begrünt
werden. Förderfähig sind ebenfalls Teilentsiegelungen, bei denen mind. 50 Prozent der Fläche
unversiegelt und max. 50 Prozent der Fläche teilversiegelt (z.B. mit Rasengittersteinen belegt)
werden. Anträge können von Eigentümern privat oder gewerblich genutzter Grundstücke
gestellt werden. Gefördert werden bis zu 50 Prozent der förderfähigen Kosten einer
Maßnahme, höchstens jedoch 50€/m². Insgesamt stehen 100.000€ im Rahmen des
Förderprogramms zur
Verfügung. Auch die
Bearbeitung und Bewerbung
dieses Förderprogramms
musste im Jahr 2021 durch
vorhandene Mitarbeitende
der Leitstelle Klimaschutz
geleistet werden, die unter
8.2 bereits erwähnte
Personalstelle (Teilzeit 50%)
wird auch für dieses
Programm zuständig sein.
Im November und Dezember 2021 wurden insgesamt vier Anträge zur Entsiegelung und
Begrünung positiv beschieden. Die zu begrünende Fläche der einzelnen geförderten
Vorhaben schwankt dabei zwischen 19 und 90 m². Insgesamt konnte eine Fläche von knapp
200m² über geförderte Projekte begrünt werden. Hierfür wurden gut 11.850€ Fördermittel
aufgewendet, die eine Gesamtinvestitionssumme von 34.000€ ausgelöst hat.Seite 30 von 31
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8.4 Förderprojekt „MUTABOR“
Im Kontext der Deutschen Anpassungsstrategie fördert das Bundesministerium für Umwelt,
Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel.
Die LSK hat sich um Fördermittel zur Durchführung des Projektes „MUTABOR“ („Mikroskalige
Untersuchung und Aktivierung der technischen und planerischen Anpassungskapazität der
Stadt Bonn zur Reduzierung des Hitzestresses“) beworben. Nach Einreichung der
Projektskizze (Oktober 2018) sowie des Vollantrags (Juni 2019) wurde der Antrag im
Dezember 2020 durch den Projektträger ZUG (Zukunft-Gesellschaft-Umwelt) bewilligt.
In Anknüpfung an das Projekt
ZURES („Zukunftsorientierte
Vulnerabilitäts- und Risikoanalyse
als Instrument zur Stärkung der
Resilienz von Städten und urbanen
Infrastrukturen“) soll MUTABOR
ergänzend zur lokalspezifischen Handlungspriorität die tatsächlichen Handlungsmöglichkeiten
aufzeigen. Eine möglichst genaue Ermittlung der lokalen Maßnahmenpotenziale soll dazu
beitragen, Planungsempfehlungen konkretisieren zu können. Hierfür wurden vier Szenarien
definiert, die unterschiedlich differenzierte Maßnahmenpotenziale zur Reduktion von Hitze
beinhalten. Dies geht über ein „Technisch machbar- Szenario“ zu dem Schwerpunkt
„Belastung verhindern- Szenario“ und zu einem „Weiter wie bisher- Szenario“. Um diese drei
unterschiedlichen Szenarien in den Kontext ohne Ausschöpfung von Maßnahmenpotenzialen
setzen zu können, wird zusätzlich ein „Referenz-Szenario“ modelliert. Die vier Szenarien
wurden am 21. Juli 2021 bei einer Auftaktveranstaltung unter Teilnahme verschiedener
Fachämter vorgestellt. Des Weiteren wurden Maßnahmen im Bereich der Hitzeanpassung
erläutert und diskutiert. Anschließend wurden die Ergebnisse der Diskussion in einen ersten
Entwurf eines gesamtstädtischen Maßnahmenkatalogs integriert.
Im Verlauf der Potenzialermittlung wurde in einem zweiten Workshop am 29. November 2021
die Maßnahme der Transformation von Siedlungsbestand aus Sicht der Hitzeanpassung
diskutiert. Für 2022 sind weitere verwaltungsinterne Abstimmungen zur Potenzialermittlung
geplant.
Sobald die Potenzialermittlung abgeschlossen ist, werden in einem nächsten Schritt vier
gesamtstädtische mikroskalige Modellierungen des möglichen Kühleffekts bei Realisierung
der identifizierten Maßnahmenpotenziale erfolgen. Basierend auf den Ergebnissen der
Modellierungen soll abschließend eine handlungsorientierte Strategie zur Erschließung der
Potenziale entwickelt werden.
Das Projekt wird unter Leitung der LSK und unter Beteiligung der Projektpartner GEO-NET
Umweltconsulting und berchtoldkrass space & options durchgeführt. Für die Stadt Bonn wurde
eine auf die Laufzeit des Projektes befristete Personalstelle in Teilzeit (50%) mit dem
Projektantrag bewilligt. Für das Projekt ist eine Laufzeit von insgesamt zwei Jahren
vorgesehen. Gemäß Bewilligungsbescheid startete das Projekt offiziell am 01. Februar 2021.
Das Projekt konnte jedoch erst am 01. Juni 2021 mit Besetzung der Personalstelle beginnen.
Die Projektlaufzeit von 24 Monaten wird daher kostenneutral verlängert.Seite 31 von 31

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Datenstand: 02.11.2026, 23:33 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de