220492-03 · Beschlussvorlage
Weiterführung des JOBWÄRTS-Programms
Kerndaten
- Nummer
- 220492-03
- Art
- Beschlussvorlage
- Veröffentlicht
- 28.11.2023
- Letzte Änderung
- 16.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Ausschusses für Mobilität und Verkehr Empfehlung
- Sitzung des Rates Entscheidung federführend
Dateien
- Sammeldokument öffentlich Öffnen ↗
Verwandte Vorlagen
Übergeordnet
Volltext
Maschinell aus dem PDF extrahierter Text — Tabellen und Layout gehen verloren. Maßgeblich ist das PDF: PDF öffnen ↗.
Text anzeigen (12.025 Zeichen)
Beschlussvorlage öffentlich 220492-03 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 61 Stadtplanungsamt Dezernat: Dez. III Weiterführung des JOBWÄRTS-Programms Beratungsfolge Ausschuss für Mobilität und Verkehr 29.11.2023 Empfehlung Rat 12.12.2023 Entscheidung Begründung der Dringlichkeit: Um den geltenden Kooperationsvereinbarungen zum JOBWÄRTS-Programm mit den Arbeitgebenden gerecht werden und die entsprechenden Leistungen 2024 zeitgerecht anbieten zu können, müssen noch vor der nächsten regulär zu erreichenden Ratssitzung dringend Aufträge vergeben und Ausschreibungen getätigt werden. So müssen beispielsweise für die Mobilitäts-Testwochen mehrere große und zeitintensive Ausschreibungen durchgeführt werden. Auch Dienstleistungsunternehmen für z.B. Marketing müssen zeitnah beauftragt werden, um einen Qualitätserhalt zu gewährleisten. Hinzu kommen längere Lieferzeiten für die Zweiräder. Eine Entscheidung bei der nächsten Ratssitzung im Februar 2024 hätte zur Folge, dass erst ab ungefähr April 2024 mit den von den Arbeitgebenden erwarteten Maßnahmen gestartet werden könnte. Das Programm würde sich bis dahin im Leerlauf befinden und hätte keinerlei Handlungsfähigkeit mehr. In der Konsequenz besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass weitere Arbeitgebende ihre Mitgliedschaft aufkündigen, wodurch die Einnahmen für die Stadt Bonn weiter sinken würden. Dies hätte zur Folge, dass das bereits deutlich reduzierte Budget für JOBWÄRTS noch weiter zurückginge und geplante Maßnahmen nicht umgesetzt werden könnten. Dies hat wiederum potenzielle weitere Kündigungen mit entsprechenden Einnahmeeinbußen zur Folge. Die Weiterführung von JOBWÄRTS als wichtiger Baustein der Mobilitätswende in Bonn wäre dadurch gefährdet. Die Vorlage konnte aufgrund der notwendigen, zeitintensiven verwaltungsinternen Abstimmungserfordernisse nach dem plötzlichen Ausstieg des Rhein-Sieg-Kreises im Zusammenhang mit der Haushaltsplanung 2024 nicht fristgerecht vorgelegt werden. Beschlussvorschlag 1. Die Verwaltung wird nach dem Ausscheiden des Rhein-Sieg-Kreises als Programmpartner beauftragt, das JOBWÄRTS-Programm mit den hier- für im Haushalt für das Jahr 2024 zur Verfügung stehenden Mitteln wei- terzuführen.Seite 1 von 6 Seite 2 2. Die Verwaltung wird beauftragt, das bisherige JOBWÄRTS-Programm so weiterzuentwickeln, dass die Vorgaben des Klimaplans hinsichtlich des Betrieblichen Mobilitätsmanagements (vgl. Steckbrief 3.3.2.1) erfüllt werden, und dem Rat im Zuge der Beratung des nächsten Haushalts einen Vorschlag zur Konzeption und Finanzierung vorzulegen. Begründung Am 19.09.23 hat der Ausschuss für Planung und Verkehr des Rhein-Sieg- Kreises (RSK) beschlossen, den Sperrvermerk für die geplanten JOBWÄRTS- Gelder für 2024 bestehen zu lassen. Damit scheidet der RSK zum 01.01.2024 als Projektpartner aus JOBWÄRTS aus. Bisher wurden die abzüglich der Mitgliedsbeiträge verbleibenden Kosten zu jeweils 50 % von den beiden Partnern -Rhein-Sieg-Kreis und Bundesstadt Bonn- getragen. Für eine alleinige Fortführung des Programms durch die Stadt Bonn stehen in 2024 folglich nur Haushaltsmittel in Höhe des ursprünglich kalkulierten, städtischen Anteils zur Verfügung. Der aktuelle Beschluss (Vorlagennummer 220492-01) der Stadt Bonn sieht zwar eine Finanzierung und entsprechende Haushaltsmittel für 2024 vor, allerdings unter der Voraussetzung, dass der Rhein-Sieg-Kreis Projektpartner ist. Da diese Voraussetzung entfallen ist, ist ein neuer Beschluss über die Fortführung unter Bereitstellung der eingeplanten Haushaltsmittel von rund 153TEUR zu fassen. Trotz des Ausstiegs des Rhein-Sieg-Kreises empfiehlt die Stadtverwaltung eine Fortsetzung des JOBWÄRTS-Programms. Die letzte Wirkungsmessung 2021/2022 hat ergeben, dass sich der Modal Split positiv im Sinne der Mobilitätswende entwickelt hat. Während der MIV Anteil in den befragten Unternehmen um 5,3 % gesunken ist, stieg der Anteil des Umweltverbunds um 5,5 %. Weitere Fahrten konnten auch durch den Ausbau der Home-Office- Möglichkeiten erzielt werden. Darüber hinaus hat die Wirkungsmessung ein hohes Umstiegspotenzial aufgezeigt, welches durch die Fortsetzung des Programms mit gezielten Angeboten aktiviert werden kann. Weiterhin wird mit dem JOBWÄRTS-Programm dem im Klimaplan aufgeführten und beschlossenen Steckbrief 3.3.2.1 „Betriebliches Mobilitätsmanagement“ nachgekommen. In den letzten Jahren ist die Mitgliederzahl im JOBWÄRTS-Programm kontinuierlich gestiegen. In diesem Jahr nehmen an JOBWÄRTS 42 Arbeitgebende teil. Aufgrund von knappen Ressourcen, sowohl personell als auch finanziell, hat es zum kommenden Jahr 2024 leider 13 Kündigungen gegeben. Die Anzahl der angesprochenen Mitarbeitenden bei den bestehenden Arbeitgebenden wird sich dadurch von ca. 70.000 auf ca. 60.000 reduzieren, tendenziell sind also eher kleinere Arbeitgebende ausgestiegen. Es wird daher in 2024 entgegen den ursprünglichen Annahmen auch zu einer Reduzierung der Arbeitgebenden und damit auch einer Reduzierung der Einnahmen aus Mitgliederbeiträgen kommen, die zur Angebotsgestaltung im Programm verwendet werden können. Daraus resultierende Schritte zur FortführungSeite 2 von 6 Seite 3 Im Oktober 2023 hat sich das JOBWÄRTS-Team zu mehreren Evaluierungsrunden, unter anderem auch mit den teilnehmenden Arbeitgebenden getroffen, um die weitere Ausrichtung des Programms festzulegen. Dabei wurden alle bisherigen sowie neue Maßnahmen diskutiert. Um den gültigen Kooperationsvereinbarungen weiterhin gerecht zu werden und damit weitere Kündigungen zu vermeiden, können auch nach Neukalkulation die unten näher beschriebenen Kernelemente weiterhin angeboten werden. Um den Erfolg des Programms nicht zu gefährden, haben die Arbeitgebenden den drastischen Einsparungen und Leistungsreduzierungen für das Jahr 2024 zugestimmt. Für die Zukunft wird gleichzeitig ein attraktives Programm weiterhin erwartet. Folgende Angebote können 2024 berücksichtigt werden: Wirkungsmessung Ein Reduzierungsansatz, die Wirkungsmessung nur noch alle 2 Jahre stattfinden zu lassen, wurde verworfen, weil die Arbeitgebenden diese Daten benötigen, um Anforderungen zu erfüllen und Reportings (Klimabilanzen, EMAS-Zertifizierungen) erstellen zu können. Mobilitäts-Testwochen Von der großen Mehrheit der Arbeitgebenden werden die Mobilitäts- Testwochen weiterhin als wichtiger Bestandteil gefordert. Weil hier gleichzeitig deutliche Einsparungen erzielt werden müssen, wird aktuell ein neues Konzept für die Aktion erarbeitet. So wird zum Beispiel geprüft, ob die Testmöglichkeiten zukünftig an einem zentralen Ort (und nicht mehr wie bisher an den jeweiligen Arbeitgeber-Standorten) ausgegeben werden können, dafür soll die Ausleihzeit von 1 auf 4 Wochen verlängert werden. Die Ausgabe und Rücknahme könnten so durch einen Dienstleister durchgeführt werden. Weil es aber so insgesamt weniger Testmöglichkeiten geben wird, könnten die Kosten damit deutlich unter dem ursprünglich kalkulierten Ansatz bleiben. Da dies auch zu Arbeitserleichterungen bei den Arbeitgebenden führt, haben die Arbeitgebenden hier ihr Einverständnis zugesichert. Information und Vernetzung Ein neuer Schwerpunkt wird im kommenden Jahr, auch auf Wunsch der Arbeitgebenden, auf neue intensivere Austausch-, Informations- und Vernetzungsformate gelegt. Als völlig neue Maßnahme soll in den kommenden Monaten geprüft werden, ob ein JOBWÄRTS-Lehrgang mit IHK-Zertifikat zum Betrieblichen Mobilitätsmanager angeboten werden kann. Von der IHK gibt es ein vergleichbares Projekt in Aachen, aber noch nicht hier in der Region. Erste Gespräche mit der IHK sind für Ende November 2023 angesetzt. Aus den o.g. Reduzierungen und Anpassungen konnte das Programmbudget auf den vorgegebenen Haushaltsansatz 2024 reduziert werden. Die Verlängerung des JOBWÄRTS-Programms und die damit zusammenhängenden Kosten wurden bereits in der Vorlage DS 220492-01 bekannt gegeben.Seite 3 von 6 Seite 4 Es ergibt sich folgende Verteilung der verfügbaren Mittel auf die einzelnen Bausteine des Programms (brutto): Neuer HH-Ansatz Jobwärts 2024 Alter HH-Ansatz 126.055 € Mobilitäts-Testwochen 463.129 € 32.000 € Wirkungsmessung inkl. Anreize 56.096 € 35.000 € Mobilitäts-Analyse 42.000 € 4.000 € Meetings, Thementreffen, JOBWÄRTS-Cafe 17.588 € 0 € Sonstiges 7.718 € 197.055 € Sachkosten Programmbausteine 586.531 € 60.000 € Beratung, Akquise, ehemals Programmsteuerung 124.950 € 45.000 € Kommunikation, Marketing, Kampagnen etc. 149.074 € 302.055 € Gesamtausgaben 2024 (ohne Personal) 860. 555 € -149.000 € Einnahmen durch Mitgliedsbeiträge -153.055 € Etatisierte Haushaltsbelastung 2024 0 € Zusätzlicher Mittelbedarf 2024 Ausblick Aufgrund zahlreicher Rückmeldungen, insbesondere aus dem öffentlichen Bereich, sind Veränderungen des dauerhaften Mitgliedschafts-Systems erforderlich. Viele Arbeitgebende haben mitgeteilt, dass sie die max. 5.000 € jährlich dauerhaft als zu hoch ansehen und zunehmend Probleme bei den eigenen Haushaltsberatungen bekommen. Dies war der Hauptgrund vieler Kündigungen in diesem Jahr. Somit erscheint die gewünschte Beitragssteigerung gemäß oben genanntem Beschluss nicht umsetzbar. Hinzu kommt, dass durch die Arbeitgebenden nicht alle Angebote jährlich abgerufen wurden. Hiernach wird die Notwendigkeit gesehen, die Mitgliedschaftsvoraussetzungen und Beitragsstruktur zu überarbeiten. Ein erster Ansatz könnte eine „JOBWÄRTS-Light“-Mitgliedschaft sein, in welcher die Arbeitgebenden einen geringeren Beitrag zahlen, dafür aber auch auf bestimmte Leistungsbestandteile verzichten. Mehrere Arbeitgebende haben schon angekündigt, in einem solchen Fall die Kündigung wieder zurückzuziehen, wodurch sich die Mitgliedszahlen und die oben genannten Einnahmen wieder etwas erhöhen könnten. Möglichkeiten einer finanziellen Förderung Des Weiteren wurde im September eine Projektskizze für ein FörderprogrammSeite 4 von 6 Seite 5 des Bundesverkehrsministeriums mit einem Fördersatz zwischen 80-90 % eingereicht. Eine Rückmeldung wurde für Ende November 2023 in Aussicht gestellt. Bei einer Nichtberücksichtigung wird die Verwaltung nach weiteren Fördermöglichkeiten suchen. Partnerschaften Der ursprüngliche Programmpartner VRS / Zukunftsnetz NRW ist bestrebt, das JOBWÄRTS-Programm in Köln und Leverkusen sowie den umliegenden Kreisen auf Grund der positiven Erfahrungen und der nachgewiesenen Wirkung im Bonner Raum zu initiieren. Hier steht die Verwaltung in engem Austausch und verspricht sich weitere Synergieeffekte. Ausblick Neukonzeption Derzeit führt die Verwaltung bei den Arbeitgebenden die diesjährige Wirkungsmessung durch. Mit diesen Ergebnissen und weiteren Evaluierungsrunden mit den Arbeitgebenden sowie unter Berücksichtigung der oben genannten Ansätze wird die Verwaltung 2024 das bisher erfolgreiche JOBWÄRTS-Programm weiter optimieren, um dauerhaft ein effektives und attraktives Betriebliches Mobilitätsmanagement gemäß Klimaplan sicherstellen zu können. In diesen Überlegungen werden ggf. vorhandene Fördermöglichkeiten Berücksichtigung finden. Ein unter Einbezug der Programmpartner und Arbeitgebenden sowie der Wirtschaftsförderung entwickeltes Konzept soll den politischen Gremien vor der Sommerpause 2024 vorgestellt und notwendige Finanzmittel im Zuge des Doppelhaushalts 2025/2026 eingeplant werden. Finanzielle Auswirkungen: Produktgruppe Produktgruppenbezeichnung Produkt Produktbezeichnung 1.12. Verkehrsflächen und -anlagen, ÖPNV 1.12.07 Verkehrsplanung Investive Kosten der Maßnahme Brutto Finanzstelle / FiPos Veranschlagt in Noch bereit- zustellen Deckung Auszahlungen Einzahlungen Investiver Finanzsaldo Konsumtive Kosten der Maßnahme jährlich einschließlich Folgekosten Brutto Finanzstelle / FiPos Veranschlagt in Noch bereit- zustellen Deckung Auszahlungen / Aufwendungen 302.055,00 EUR (Sachkosten: 197.055,00 EUR, 161001207/ 73.1000 (Innenauftrag 2024Seite 5 von 6 Seite 6 Beratung: 60.000,00 EUR, Kommunikation: 45.000,00 EUR) 6102002, Jobwärts) Einzahlungen / Erträge 149.000,00 EUR (Mitgliedsbeiträge) 161001207/ 64.2000 2024 Haushaltsbelastung 153.055,00 EUR Anlage/n KeineSeite 6 von 6
Folgen Neue Vorlagen, Sitzungen und Auswertungen aus dem Bonner Rat — im Fediverse, ohne Konto lesbar.
bonn.social/@biz ↗Datenstand: 03.11.2026, 01:22 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de