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220492 · Mitteilungsvorlage

Programm JOBWÄRTS

Nummer
220492
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
04.03.2022
Letzte Änderung
15.09.2026
  1. Sitzung des Ausschusses für Mobilität und Verkehr 22.03.2022 Kenntnisnahme
  1. Sammeldokument öffentlich pdf · 117,6 KB Öffnen ↗

Untergeordnet

  1. 220492-01 Programm JOBWÄRTS
  2. 220492-01 AA ÄA-Koalition: Programm JOBWÄRTS Antrag zur Vorlage 220492-01
  3. 220492-03 Weiterführung des JOBWÄRTS-Programms

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Mitteilungsvorlage
öffentlich
220492
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
61 Stadtplanungsamt
Dezernat:
Dez. III
Programm JOBWÄRTS
Beratungsfolge
Ausschuss für Mobilität und Verkehr 22.03.2022 Kenntnisnahme
Mitteilung:
JOBWÄRTS einfach.besser.pendeln. ist ein gemeinsames Programm der
Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises im Bereich des Betrieblichen
Mobilitätsmanagement (BMM) in der Region Bonn/Rhein-Sieg. Es richtet sich
an Mitarbeiter*innen von Unternehmen in beiden Gebietskörperschaften.
Ziel:
Ziel von JOBWÄRTS einfach.besser.pendeln. für den Raum Bonn/Rhein-
Sieg ist es, eine nachhaltige und funktionierende Mobilitätsentwicklung zu
fördern und den Modal Split in der Region in den Verkehrsspitzenzeiten um
mindestens 5 bis 10 Prozent zugunsten des Umweltverbundes zu verändern
oder im Idealfall 10 Prozent der Fahrten mit dem MIV zu vermeiden. Dies soll
z.B. durch den Umstieg auf alternative Verkehrsmittel, die Bündelung von Kfz-
Fahrten sowie die zeitliche Verschiebung von Fahrten auf Nebenverkehrszeiten
erreicht werden. Positive Wirkungen auf die Schadstoffbelastung im
Innenstadtbereich, gerade im Hinblick auf ein seinerzeit drohendes Diesel-
Fahrverbot in Bonn, sowie den Klimaschutz und die Reduzierung von
Verkehrsstaus, sind damit verbunden. Gerade die COVID-19 Pandemie hat
gezeigt, dass auch Verkehrsvermeidung dauerhaft möglich ist.
Anlass:
Bereits im Oktober 2017 wurden die Arbeiten für die Institutionalisierung eines
Betrieblichen Mobilitätsmanagements „JOBWÄRTS einfach.besser.pendeln“
für den Raum Bonn / Rhein-Sieg aufgenommen. Auslöser hierfür waren zum
einen die bereits bestehenden Überlastungserscheinungen vor allem auf den
Hauptverkehrsachsen des Individualverkehrs sowie die bevorstehenden,
absehbaren Einschränkungen bei der Verkehrsinfrastruktur. Vor der Covid-19
Pandemie pendelten rd. 140.000 Berufstätige werktags nach Bonn ein, davon
rd. die Hälfte aus dem Rhein-Sieg-Kreis. In den kommenden Jahren stehen
massive Baumaßnahmen an (z.B. Ersatzneubau des sog. Tausendfüßlers,
einem rd. 630 m langem Brückenbauwerk, auf dem die BAB 565 zwischen den
Anschlussstellen Bonn-Tannenbusch und Bonn-Endenich verläuft), die mit
einer Verringerung der Kapazität der Straßen- und Schieneninfrastruktur in der
Region Bonn/Rhein-Sieg einhergehen und die Verkehrsprobleme der Region
nochmal verstärken werden. Die Erstellung einer Projektskizze zum BMM
wurde von der Grundidee geleitet, den zu befürchtenden
Überlastungserscheinungen im Straßenverkehr oder im Extremfall einemSeite 1 von 5
Seite 2
Verkehrskollaps nicht mit einer Großmaßnahme, sondern mit einem
Maßnahmenpaket zu begegnen, um den Anteil des motorisierten
Individualverkehrs (MIV) am Modal Split zu verringern.
Auf der Grundlage der Projektskizze aus dem Jahr 2017 wurde das sog.
Projekt 3 „Betriebliches Mobilitätsmanagement in Bonn und dem Rhein-Sieg-
Kreis“ innerhalb des Bundesprojektes zur „Modellstadt zur Verbesserung der
Luftqualität (Lead-City Bonn)“ im Frühjahr 2019 vom Ministerium für Umwelt,
Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) als Förderprojekt anerkannt. Am
12.07.2019 wurde die Projektvereinbarung zwischen der Bundesstadt Bonn,
dem Zukunftsnetz Mobilität NRW beim VRS und dem Rhein-Sieg-Kreis auf der
Grundlage der 95%igen Förderung von rd. 2 Mio. € durch das BMU mit der
Mindestlaufzeit bis zum 31.12.2020 unterzeichnet. Die verbleibenden 5% teilten
sich die drei Initialpartner. Anschließend traten die Stadt Bonn und der Rhein-
Sieg-Kreis auch als Arbeitgeber dem Projekt bei. Die Förderung durch das
BMU wurde noch einmal bis zum 30.06.2021 verlängert. Hintergrund waren die
Umsetzungsschwierigkeiten die letztlich auf die Covid-19 Pandemie
zurückzuführen waren. Der Kreistag des Rhein-Sieg-Kreises beschloss bereits
in seiner Sitzung am 23.06.2020 und der Rat der Bundesstadt Bonn am
01.09.2020 (DS-Nr. 201026) die Fortführung von JOBWÄRTS
einfach.besser.pendeln. auch ohne weitere Fördermittel, zunächst befristet
bis zum 31.12.2022.
Beschreibung des Programms:
Im Rahmen des BMM Programms JOBWÄRTS einfach.besser.pendeln.(vgl.
hierzu auch https://www.bonn.de/microsite/jobwaerts/fuer-
arbeitgebende/inhaltsseiten/jobwaerts-programm.php oder sofort zum
Imagefilm https://www.bonn.de/microsite/jobwaerts/programm-
jobwaerts/jobwaerts-imagefilm.php) soll gemeinsam zunächst mit den größeren
Arbeitgebern in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis das Mobilitätsverhalten der
Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen durch attraktive Angebote und eine
zielgruppenspezifische Kommunikation beeinflusst werden. Hierfür werden die
Arbeitgeber besonders eingebunden, da gerade diese ein erhebliches Interesse
daran haben, dass ihre Arbeitnehmer*innen ihren Arbeitsplatz gut und mit
akzeptablem Zeitaufwand erreichen. Im BMM-Programm JOBWÄRTS
einfach.besser.pendeln. wird die Verkehrsnachfrage bei den teilnehmenden
Unternehmen erhoben, zusammengeführt und analysiert. Anschließend
erhalten die Betriebe eine Beratung zu Potenzialen und
Handlungsmöglichkeiten. Die Mobilität und die Wege der Berufspendler stehen
im Fokus.
Konkrete Maßnahmen sind jeweils arbeitgeberspezifisch z.B.
- Mobilitätsanalysen
- Mobilitäts-Testwochen, u.a. mit kostenlosen Testangeboten z.B.
Pedelec-Leihe, ÖPNV-Ticket oder Zugang
- Kaufprämien und Rabatte für Mitarbeiter*innen, wenn sie sich ein
Pedelec anschaffen.
- Beratung mit den Arbeitgebern und Konzeption von Initiativen über dieSeite 2 von 5
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Möglichkeiten von Mobile Working
- Beratung mit den Arbeitgebern und Konzeption von Initiativen über die
Möglichkeiten eines Parkraummanagements
Mit dem offiziellen Startschuss am 09.10.2019 im Posttower in Bonn wurde
sofort mit der Akquise von Arbeitgebern als Teilnehmer begonnen. Die
Programmteilnehmer bei JOBWÄRTS einfach.besser.pendeln. setzen sich
mit Stand Januar 2022 wie folgt zusammen:
die Initialpartner
Bundesstadt Bonn, Rhein-Sieg-Kreis, Verkehrsverbund Rhein-
Sieg/Zukunftsnetz Mobilität NRW
die Stakeholder
Stadtwerke Bonn, Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft, Regionalverkehr
Köln GmbH, Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg,
Einzelhandelsverband Bonn Rhein-Sieg Euskirchen e. V., Allgemeiner
Deutscher Fahrrad Club
die sogenannten Vorreiter (Arbeitgeber, die von Beginn an teilnehmen)
Deutsche Post DHL Group, Deutsche Telekom AG, Universitätsklinikum
Bonn, Universität Bonn
die inzwischen beigetretenen Arbeitgeber
Alexander von Humboldt-Stiftung, Bad Honnef AG, Bechtle IT
Systemhaus Bonn/Köln GmbH & Co. KG, Bundesinstitute für
Sportwissenschaft, Bundeskriminalamt in Meckenheim,
Bundeszentralamt für Steuern, Deutsche Welle, Deutscher
Akademischer Austauschdienst e.V. – DAAD, Deutsches Zentrum für
Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR), Fraunhofer Institutszentrum Schloss
Birlinghoven IZB, Friedrich-Ebert-Stiftung, Gemeinde Eitorf, GFO
Kliniken Bonn, Kautex Maschinenbau GmbH, KfW Bankengruppe,
Polizei Bonn, Stadt Bad Honnef, Stadt Königswinter, Stadt Sankt
Augustin, Stadt Siegburg, Stadt Troisdorf, Stadtwerke Bonn GmbH,
Statistisches Bundesamt, Studierendenwerk Bonn, Bundesstadt Bonn
(als Arbeitgeber), Rhein-Sieg-Kreis (als Arbeitgeber) [Stand
28.01.2022)]
Voraussichtlich werden als weitere Arbeitgeber Reifenhäuser GmbH & Co. KG,
Mannstaedt GmbH, RSAG AöR, Kreissparkasse Köln und die DGUV (Deutsche
Gesetzliche Unfallversicherung e.V., Standort Sankt Augustin) in Kürze
beitreten.
Das Engagement und die Bereitschaft der teilnehmenden Arbeitgeber sich im
Sinne Ihrer Mitarbeiter zu beteiligen sind ein gutes Indiz, dass Handlungsbedarf
besteht. Durch die unterzeichnete Teilnahmevereinbarung und der damit
verbundenen Kooperationserklärung bekennen sie sich zu den Zielen von
JOBWÄRTS einfach.besser.pendeln. und verpflichten sich, im Programm
mitzuarbeiten. Jeder teilnehmende Arbeitgeber zahlt einen jährlichen Beitrag
von EUR 10,- pro Mitarbeiter. Der Höchstbetrag ist auf EUR 5.000 pro Jahr
gedeckelt. Ende 2021 waren insgesamt 30 Arbeitgeber dem JOBWÄRTS-
Programm beigetreten. Damit wurde das für Ende 2021 gesetzte Ziel mit 40
teilnehmenden Arbeitgebern nicht erreicht.Seite 3 von 5
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Gewinn der Kooperation:
Die Einführung des JOBWÄRTS-Programms stand unter keinem guten Stern.
Ausgelöst durch die COVID-19 Pandemie war eine massive Veränderung im
Verkehrsverhalten, insbesondere der Beschäftigten zu beobachten. Die
Verkehrsanteile im MIV und im ÖPNV gingen anfangs drastisch zurück,
mittlerweile erhöht sich der MIV-Anteil wieder, wohingegen der ÖV immer noch
Fahrgastverluste zu beklagen hat. Im Gegensatz dazu ist der Anteil des
Radverkehrs deutlich gestiegen, wobei man nicht genau weiß, welchen Anteil
z.B. das gute Wetter im April 2020 ausgemacht hat. Viele Arbeitgeber stellen
ihr Kommunikationsverhalten um und nutzen die Möglichkeiten von Video-
/Telefonkonferenzen für ihren Geschäftsbetrieb sowie Home-Office und mobiles
Arbeiten für ihre Beschäftigten.
Seit dem offiziellen Start des JOBWÄRTS-Programms sind über zwei Jahre
vergangen, die nahezu vollständig von der Covid-19 Pandemie geprägt waren.
Es ist immer noch nicht abzusehen, welche Lockerungen oder
Einschränkungen zukünftig noch erfolgen werden. Jedoch liegt in diesen
Veränderungen für JOBWÄRTS einfach.besser.pendeln. auch die Chance,
Mobilitäts-/Arbeitsveränderungen zu erfassen, zu bewerten und den Austausch
über positive Erfahrungen mit den genutzten Angeboten unter den
Programmteilnehmern einzuleiten. Gemeinsam mit den Stakeholdern können
dabei durch das Aufzeigen von z.B. Best-Practice-Beispielen weitere positive
Veränderungen bei den Arbeitgebern und ihren Beschäftigten initiiert werden.
Zudem bietet JOBWÄRTS einfach.besser.pendeln eine gute
Kommunikationsplattform zwischen Verwaltungen, Verkehrsunternehmen,
Arbeitgebern und Verbänden, um sich über die Mobilitätswende und ihre
Umsetzung auszutauschen und auch konkrete Anregungen für das Handeln
der öffentlichen Stellen zu erhalten.
Die Hochschule Rhein-Main wurde beauftragt – unter Berücksichtigung der
schwierigen Situation – das Programm wissenschaftlich zu begleiten. Die
Endergebnisse der Wirkungsmessung von 15 teilnehmenden Unternehmen
werden in der Sitzung des Ausschusses für Planung und Verkehr am
17.03.2022 und am 22.03.2022 im Ausschuss für Mobilität der Bundesstadt
durch Herrn Prof.-Dr.-Ing. André Bruns vorgestellt.
Es besteht nach wie vor die große Chance, durch die Fortsetzung der
geschilderten Maßnahmen das Verkehrsverhalten in der Region Bonn/Rhein-
Sieg in den nächsten Jahren nachhaltig zu verändern. Die Lebensqualität der
Berufspendler kann durchaus verbessert werden. Klimaschutz,
Luftverbesserung, Verkehrsvermeidung oder gar Verhinderung von
Verkehrsstaus sind möglich. Hinsichtlich der bevorstehenden Großbaustellen
(vgl. für die Gesamtübersicht https://www.bonnbewegt.de/informationen) in der
Region besitzt man einen Hebel, um sich darauf mit Weitblick vorzubereiten.
Entscheidend für die Verstetigung und Verlängerung des Programms
JOBWÄRTS einfach.besser.pendeln. werden die Beratungen und
Beschlüsse in den bevorstehenden Sitzungen der zuständigen Gremien der
Bundesstadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises vor der Sommerpause 2022
sein. Die Stadtverwaltung wird hierzu eine Beschlussvorlage erstellen.
Anlage/nSeite 4 von 5
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KeineSeite 5 von 5

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Datenstand: 02.11.2026, 23:32 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de