220405 · Mitteilungsvorlage
Lead City - Evaluationsbericht
Kerndaten
- Nummer
- 220405
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 02.03.2022
- Letzte Änderung
- 15.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Ausschusses für Mobilität und Verkehr Kenntnisnahme
- Sitzung des Rates Kenntnisnahme
Dateien
- Sammeldokument öffentlich Öffnen ↗
Volltext
Maschinell aus dem PDF extrahierter Text — Tabellen und Layout gehen verloren. Maßgeblich ist das PDF: PDF öffnen ↗.
Text anzeigen (100.000 Zeichen)
Mitteilungsvorlage öffentlich 220405 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 61 Stadtplanungsamt Dezernat: Dez. III Lead City - Evaluationsbericht Beratungsfolge Rat 17.03.2022 Kenntnisnahme Ausschuss für Mobilität und Verkehr 22.03.2022 Kenntnisnahme Mitteilung: Ausgangslage Als Teil einer wachsenden Region sieht sich die Stadt Bonn zunehmend mit Problemen der Luftreinhaltung konfrontiert. Vor dem Hintergrund des diskutierten EU-Vertragsverletzungsverfahrens wegen Überschreitung der Luftqualitätsgrenzwerte bei Stickstoffdioxid hat die Bundesregierung u.a. vorgeschlagen, in speziellen Modellstädten – den so genannten „Lead Cities“) – besondere Maßnahmen zu testen. In diesem Zusammenhang hat der Bund auch die Bundesstadt Bonn ausgewählt, sich an diesem speziellen Programm zu beteiligen. Auf dieser Basis hat die Stadt Bonn dem Bund (Bundesministerium für Umwelt und Reaktorsicherheit, Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur) eine Liste mit insgesamt 60 Maßnahmen übersandt (Ratsbeschluss vom 10.07.2018, DS-Nr. 1811853). Der Bund wählte daraufhin die drei Teilpakete „Klima-Ticket“ und besondere Tarifangebote, Angebotsverbesserungen bei Bus und Bahn (Kooperation mit Rhein- Sieg-Kreis) und Betriebliches Mobilitätsmanagement (Kooperation mit Rhein-Sieg-Kreis) zur Förderung aus (vgl. DS-Nr. 1812421). Das Betriebliche Mobilitätsmanagement “Jobwärts” (s. DS-Nr. 1910691, 201026) wird im Folgenden nicht weiter behandelt, dazu wird es eine separate Vorlage geben. Das Teilpaket „Angebotsverbesserungen bei Bus und Bahn zur Steigerung der ÖPNV-Nutzung“ beinhaltet die Teilmaßnahmen Taktverdichtung aller Hauptlinien am Wochenende Weiterentwicklung Regionalbuslinien SB55, 550, 551 und 540/640 Taktverdichtung Regionalbuslinien 520, 537, 817, 845, 855, 856 und 857 Ausbau Linie 632 zu neuer Tangentialverbindung Venusberg – Poppelsdorf – Endenich – Nordstadt – Beuel Verlängerung des 10/20-Minuten-Takts der Hauptlinien montags bisSeite 1 von 65 Seite 2 freitags bis ca. 20:30 Uhr Der Rat hat am 11.12.2018 die entsprechende Änderung des Nahverkehrsplanes beschlossen (DS-Nr. 1812863), analog zur Förderung waren die Angebotsverbesserungen bis Dezember 2020 befristet. Am 18.06.2020 beschloss der Rat, abweichend von der Beschlussvorlage der Verwaltung, die vollständige, jedoch um ein Jahr bis Dezember 2021 befristete, Fortführung der Maßnahmen (DS-Nr. 200840). Am 28.06.2021 beschloss der Rat die erneut um ein Jahr bis zum Dezember 2022 befristete Fortführung (DS-Nr. 210831). Das Teilpaket „‘Klima-Ticket‘ und besondere Tarifangebote zur Steigerung der ÖPNV-Nutzung“ beinhaltet die Teilmaßnahmen 365-Euro-Ticket für Neukunden 24-Stunden-Ticket für 5 Personen zum Preis des 24-Stunden-Ticket für 1 Person für das Stadtgebiet Bonn Vergünstigung der JobTicket-Bedingungen Die Maßnahmen endeten mit der Bundes-Förderung Ende 2020. Evaluation Im Oktober 2021 hat die Verwaltung fristgerecht einen Evaluationsbericht für die Vorhaben „Angebotsverbesserungen bei Bus und Bahn zur Steigerung der ÖPNV-Nutzung“ und „‘Klima-Ticket‘ und besondere Tarifangebote zur Steigerung der ÖPNV-Nutzung“ beim Bund eingereicht. Dieser Bericht wurde im Februar 2022 zur Veröffentlichung freigegeben. Über die zentralen Ergebnisse der Evaluation informiert die Verwaltung mit dieser Mitteilungsvorlage. Der gesamte Evaluationsbericht ist darüber hinaus dieser Mitteilungsvorlage beigefügt. Die Corona-Pandemie hatte Einfluss auf die Entwicklung der Fahrgastzahlen, Ticketverkäufe und die Evaluationsmöglichkeiten. Dennoch konnten in 2020 und 2021 Fahrgastzählungen durchgeführt werden, die zwar wegen der Pandemie nur bedingt aussagekräftig sind, jedoch Rückschlüsse auf den Erfolg der Maßnahmen zulassen (s. Evaluationsbericht). Ziel der Evaluation war es, eine Einschätzung abzugeben, wie sich die einzelnen Maßnahmen auf das Verkehrsverhalten und die Verkehrsmittelwahl ausgewirkt haben. Zudem sollten möglichst präzise Antworten auf die folgenden Fragestellungen gegeben werden: Wie hat sich die ÖPNV-Nutzung durch die einzelnen Angebotsverbesserungen zahlenmäßig verändert? Nur zwei Monate nach Einführung der Angebotsverbesserung durch die SWBV durchgeführte Querschnittszählungen an ausgewählten Haltestellen zeigen schon kurze Zeit nach der Angebotsausweitung im Schnitt deutliche Fahrgastzuwächse im Vergleich zu Zählungen von 2017: Montag bis Freitag: ca. 10 %Seite 2 von 65 Seite 3 Samstag: ca. 35 % Sonntag: ca. 29 % Dies insbesondere auf Relationen, die vor der Umstellung nur ein sehr ausgedünntes Angebot aufwiesen. Aufgrund der überaus guten Angebotsannahme der Bevölkerung und der damit einhergehenden festgestellten Vermeidung von Pkw-Fahrten bieten die Maßnahmen einen Mehrwert für die Stadtgesellschaft. Insbesondere die festgestellten starken Steigerungen auf den grenzüberschreitenden Linien zwischen dem RSK und der Stadt Bonn unterstreichen, dass größere Nutzergruppen, unabhängig der gewährten tariflichen Maßnahmen, das zusätzliche Angebot im ÖPNV schon so kurz nach der Umsetzung nutzen. Erfahrungsgemäß zeigen Angebotsveränderungen im ÖPNV erst nach einer längeren Etablierungszeit ihr volles Potential. Konnten neue Nutzer des ÖPNV hinzugewonnen werden? Durch die Einführung des 365-Euro-Tickets konnten Neukunden gewonnen werden und für den Zeitraum des Abonnements PKW-Fahrten eingespart werden. Auch durch die Einführung des 24-Stunden-Tickets konnten vor allem Familien und Gruppen als Fahrgäste im Freizeitverkehr hinzugewonnen werden. In den ländlichen Regionen des Rhein-Sieg-Kreis kam es zu einer erhöhten Nachfrage auf den Buslinien, auf denen vor dem Förderprojekt Fahrgastpotenziale erwartet wurden. Welche Motive führten zur vermehrten Nutzung des ÖPNV? Im Rahmen der Haushaltsbefragungen zeigt sich, dass sowohl ein günstiger Preis, aber auch die Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit von Bus- und Bahnlinien in einem dichten Takt wesentliche Faktoren für die vermehrte Nutzung des ÖPNV sind. Einige der Befragten nannten zudem Klimaschutzgründe für eine vermehrte Nutzung des ÖPNV. Wie werden die Angebotsverbesserungen durch die Nutzer beurteilt? Hat sich die Gesamtzufriedenheit verändert? Wo sehen Nutzer noch Verbesserungsmöglichkeiten? Die Angebotsausweitungen im Rahmen von Lead City werden von den Nutzern mehrheitlich positiv gesehen. Der Grad der Zustimmung variiert allerdings bei den einzelnen Maßnahmen. Dies liegt auch darin begründet, dass mit der Haushaltsbefragung zwar alle Haushalte in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis, die von den Angebotsausweitungen betroffen waren, angesprochen waren, ein Großteil der Teilnehmer allerdings aus Bonn kommt. Somit wurden die innerstädtischen Linien häufiger genannt, während auf einige der Regionalbuslinien nur wenige Antworten entfallen. Der Vergleich der Haushaltsbefragungen 2019 und 2021 zeigt, dass es bei den zentralen Kriterien zu leicht besseren Bewertungen gekommen ist. 54,6% der Befragten sagen, dass das Nahverkehrsangebot in den letzten Jahren eher besser wurde. 2019 waren das noch 47,8%. Bei der Frage nach Verbesserungsmöglichkeiten wurden die nachfolgendenSeite 3 von 65 Seite 4 Punkte am häufigsten genannt: Takt verbessern Pünktlichkeit verbessern Mehr Fahrten bzw. größere Fahrzeuge, da Fahrzeuge zu überfüllt Schnelligkeit verbessern Mehr Fahrten abends und nachts Abo Preissystem günstiger und einfacher gestalten Moderne/leisere Fahrzeuge Welche Schlüsse lassen sich für die weitere Entwicklung des ÖPNV-Angebots in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis ziehen? Das Förderprogramm hat gezeigt, dass sowohl durch die gezielte Ausweitung des ÖPNV-Angebots, als auch die Einführung attraktiver Ticketangebote vor allem für Gelegenheitskunden der ÖPNV einen starken Attraktivitätsgewinn erfährt, stärker genutzt wird und somit Autofahrten eingespart werden konnten. Trotz der Einflüsse der Corona-Pandemie auf die Querschnittserhebungen 2020 und 2021 sieht die Verwaltung den Erfolg der Angebotsverbesserungen als bestätigt und gefestigt an. Die Angebotsmaßnahmen wurden zunächst befristet bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2022 fortgeführt. Eine dauerhafte Aufnahme in den Bonner Nahverkehrsplan muss zunächst politisch beschlossen werden. Dazu erarbeitet die Verwaltung aktuell eine Beschlussvorlage, die den politischen Gremien spätestens in den jeweiligen Ausschusssitzungen vor der Sommerpause zum Beschluss vorgelegt wird. Anlage/n 1 Lead City Evaluationsbericht (öffentlich)Seite 4 von 65 Förderung der Bundesrepublik Deutschland für Modellvorhaben zur Luftreinhaltung in Städten „Modellstadt Luftreinhaltung Bonn“ Evaluationsbericht für die Vorhaben „Angebotsverbesserungen bei Bus und Bahn zur Steigerung der ÖPNV-Nutzung“ sowie „‘Klima-Ticket‘ – und besondere Tarifangebote zur Steigerung der ÖPNV-Nutzung“ Förderkennzeichen: 45MS0003 und 45MS0004 Zeitraum: 01.01.2019-30.06.2021 Stand: 08.10.2021 Bundesstadt Bonn Stadtplanungsamt Berliner Platz 2 53111 BonnSeite 5 von 65 2 08.10.2021 Inhalt 1. Kurzzusammenfassung..........................................................................................................................................3 2. Ausgangslage..........................................................................................................................................................4 2.1. Problembeschreibung ..................................................................................................................................4 2.2. Beschreibung der geförderten Maßnahmen ..............................................................................................4 2.2.1. Angebotsverbesserungen bei Bus und Bahn zur Steigerung der ÖPNV-Nutzung...........................4 2.2.2. Klima-Ticket und besondere Tarifangebote zur Steigerung der ÖPNV-Nutzung............................8 3. Lokale Evaluation................................................................................................................................................ 11 3.1. Ziele der lokalen Evaluation...................................................................................................................... 11 3.2. Evaluationsdesign ...................................................................................................................................... 11 3.2.1. Haushaltsbefragung 2019 ................................................................................................................ 11 3.2.2. Haushaltsbefragung 2021 ................................................................................................................ 12 3.2.3. Querschnittserhebung 2019 ............................................................................................................ 13 3.2.4. Querschnittserhebung 2020 ............................................................................................................ 13 3.2.5. Querschnittserhebung 2021 ............................................................................................................ 14 3.2.6. Sonstige Fahrgastzählungen ............................................................................................................ 15 3.2.7. VRS-Neukundenbefragung............................................................................................................... 15 3.2.8. Entwicklung der Ticketverkäufe ...................................................................................................... 17 4. Ergebnisse ........................................................................................................................................................... 18 4.1. Darstellung der Ergebnisse und Wirkung der Maßnahmen ................................................................... 18 4.1.1. Angebotsverbesserungen bei Bus und Bahn zur Steigerung der ÖPNV-Nutzung........................ 18 4.1.1.1. Ergebnisse der Haushaltsbefragung 2019 .................................................................................. 18 4.1.1.2. Ergebnisse der Haushaltsbefragung 2021 .................................................................................. 27 4.1.1.3. Ergebnisse der Querschnittserhebung 2019 .............................................................................. 34 4.1.1.4. Ergebnisse der Querschnittserhebung 2020 .............................................................................. 36 4.1.1.5. Ergebnisse der Querschnittserhebung 2021 .............................................................................. 38 4.1.1.6. Ergebnisse der sonstigen Fahrgastzählungen ............................................................................ 39 4.1.1.7. Zusammenfassung Evaluation Angebotsverbesserungen......................................................... 42 4.1.2. Klima-Ticket und besondere Tarifangebote zur Steigerung der ÖPNV-Nutzung......................... 44 4.1.2.1. Ergebnisse aus der Neukundenbefragung ................................................................................. 44 4.1.2.2. Entwicklung der Ticketverkäufe.................................................................................................. 53 4.1.2.3. Zusammenfassung Evaluation Tarifangebote............................................................................ 54 4.2. Interpretation und Diskussion .................................................................................................................. 56 4.3. Grenzen der Untersuchungen................................................................................................................... 57 5. Schlussfolgerungen und Empfehlungen............................................................................................................ 58Seite 6 von 65 3 08.10.2021 1. Kurzzusammenfassung In dem Modellversuch „Lead City“ geht es insbesondere um die Frage, ob sich verkehrs-bzw. mobilitätsbezogene Einstellungen und Verhaltensweisen durch verschiedene Strategien bzw. Maßnahmen verändern lassen. Dahinter steht die Annahme, dass sich Veränderungen des Verkehrsverhaltens erreichen lassen, wenn Veränderungen der Tarifstruktur umgesetzt werden und neue Angebote geschaffen werden. Der Förderzeitraum war zunächst auf die Jahre 2019 und 2020 beschränkt. Aufgrund der Corona- Pandemie wurde der Förderzeitraum bis zum 30.06.2021 verlängert. In diesem Zusammenhang hat die Bundesstadt Bonn einen Antrag auf Verlängerung im Bereich der ÖPNV-Angebotsverbesserungen gestellt. Die Tarifmaßnahmen sind planmäßig zum 31.12.2020 beendet worden. Während des Projektzeitraums hat die Bundesstadt Bonn gemeinsam mit den Verkehrsunternehmen, dem Rhein-Sieg-Kreis und dem Verkehrsverbund Rhein-Sieg eine umfassende Evaluierung der Maßnahmen durchgeführt. Ziel der Evaluation ist, eine Einschätzung abzugeben, wie sich die einzelnen Maßnahmen auf das Verkehrsverhalten und die Verkehrsmittelwahl ausgewirkt haben. Es wurden Fahrgastzählungen an bestimmten Haltestellen im Herbst 2019, Herbst 2020 und Frühjahr 2021 durchgeführt. Außerdem fanden Zählungen auf einzelnen Linien statt. Darüber hinaus gab es zwei Haushaltsbefragungen im Sommer 2019 und im Frühjahr 2021. Für die Bewertung der Ticketangebote wurden Neukundenbefragungen durchgeführt und Ticketverkaufszahlen ausgewertet. Die Bewertung der Ticketangebote war zudem ebenfalls Bestandteil der Haushaltsbefragung 2019. Die Fahrgasterhebungen und Befragungen haben ergeben, dass die im Rahmen des Förderprogramms im Takt verbesserten Bus- und Bahnlinien gut angenommen werden und von den Fahrgästen größtenteils positiv bewertet werden. Dies betrifft insbesondere die innerstädtischen Bus- und Bahnlinien, die am Wochenende im Takt verdichtet wurden, aber auch die Regionalbuslinien, die seit Beginn des Förderprogramms in einem deutlich dichteren Takt verkehren. Nach Beginn der Corona Krise, sind wie im gesamten ÖPNV-Sektor, die Fahrgastzahlen stark zurückgegangen, was eine abschließende Bewertung der Maßnahmen deutlich erschwert. Die vergünstigten Ticketangebote wurden, bis auf das JobTicket, ebenfalls gut angenommen und zusammen mit den Verbesserungen im Nahverkehrsangebot konnten Gelegenheitsfahrer als Neukunden gewonnen werden und Autofahrten eingespart werden. Die Befragung zeigt aber auch, dass viele Nutzer nach Ablauf des Förderprojekts in das alte Verkehrsmittelwahlverhalten zurückfallen und wieder vermehrt das Auto genutzt wird. Das Job Ticket Angebot wurde sehr gering angenommen. Grundsätzlich bestand bei dem Großteil der Unternehmen, mit denen Verhandlungsgespräche geführt wurden, das Interesse an der Nutzung des JobTicket-Modells, jedoch bereitete diesen das Erreichen der Mindestabnahmemenge von 35% Schwierigkeiten. Weiterhin äußerten einige Unternehmen die Befürchtung nach Ablauf des Förderzeitraums das JobTicket- Angebot unter regulären Bedingungen nicht weiterführen zu können und beschlossen daher bereits im Vorfeld dies nicht einzuführen.Seite 7 von 65 4 08.10.2021 2. Ausgangslage 2.1. Problembeschreibung Als Teil einer wachsenden Region sieht sich die Stadt Bonn zunehmend mit Problemen der Luftreinhaltung konfrontiert. Vor dem Hintergrund des diskutierten EU- Vertragsverletzungsverfahrens wegen Überschreitung der Luftqualitätsgrenzwerte bei Stickstoffdioxid hat die Bundesregierung u.a. vorgeschlagen, in speziellen Modellstädten – den so genannten „Lead Cities“) – besondere Maßnahmen zu testen. In diesem Zusammenhang hat der Bund auch die Bundesstadt Bonn ausgewählt, sich an diesem speziellen Programm zu beteiligen. Auf dieser Basis hat die Stadt Bonn dem Bund (Bundesministerium für Umwelt und Reaktorsicherheit, Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur) eine Liste mit insgesamt 60 Maßnahmen übersandt. Der Bund wählte daraufhin die drei Teilpakete „Klima-Ticket“ und besondere Tarifangebote, Angebotsverbesserungen bei Bus und Bahn und Betriebliches Mobilitätsmanagement zur Förderung aus. Mit dem vorliegenden Bericht kommt die Bundesstadt Bonn Ihrer Pflicht zur Anfertigung eines Evaluationsberichtes für die Vorhaben „Angebotsverbesserungen bei Bus und Bahn zur Steigerung der ÖPNV-Nutzung“ (FKZ 45MS0003) und „‘Klima-Ticket‘ und besondere Tarifangebote zur Steigerung der ÖPNV-Nutzung“ (FKZ 45MS0004) nach. 2.2. Beschreibung der geförderten Maßnahmen 2.2.1. Angebotsverbesserungen bei Bus und Bahn zur Steigerung der ÖPNV-Nutzung 2.2.1.1. Beschreibung der Maßnahme Das Teilpaket „Angebotsverbesserungen bei Bus und Bahn zur Steigerung der ÖPNV-Nutzung“ beinhaltet die Teilmaßnahmen Taktverdichtung aller Hauptlinien am Wochenende Weiterentwicklung Regionalbuslinien SB55, 550, 551 und 540/640 Taktverdichtung Regionalbuslinien 520, 537, 817, 845, 855, 856 und 857 Ausbau Linie 632 zu neuer Tangentialverbindung Venusberg – Poppelsdorf – Endenich – Nordstadt – Beuel Verlängerung des 10/20-Minuten-Takts der Hauptlinien montags bis freitags bis ca. 20:30 Uhr Taktverdichtung aller Hauptlinien am Wochenende Am Wochenende wurden alle innerstädtischen Hauptlinien sowie die regionale Stadtbahnlinie 66 deutlich im Angebot verbessert. Kernpunkt der Angebotsausweitungen ist die Verdichtung des Grundtakts samstags von ca. 09:30 Uhr bis 20:30 Uhr vom 15/30-Minuten-Takt auf den bis dahin nur montags bis freitags angebotenen 10/20-Minuten-Takt. Während der Geschäftsöffnungszeiten sollte dadurch samstags der höhere Verkehrsbedarf besser gedeckt werden, Kapazitäten für Fahrgastzuwächse geschaffen und ein wesentlicher Anreiz zur verstärkten ÖPNV-Nutzung im Einkaufs- und Freizeitverkehr gesetzt werden. Ergänzt wurde die Ausweitung zusätzlich durch Angebotsverbesserungen am Sonntagvormittag.Seite 8 von 65 5 08.10.2021 Weiterentwicklung Regionalbuslinien SB55, 550, 551 und 540/640 Zur Gewinnung neuer Fahrgäste und Erhöhung der Kapazitäten wurden die Linienführungen von SB55, 550, 551 und 540/640 besser an den Bedarf angepasst, das Fahrtenangebot erhöht und mehr Gelenkbusse eingesetzt. Auf allen Linien wird ein 20-Minuten-Grundtakt angeboten, der in der Hauptverkehrszeit durch weitere Fahrten teilweise zum 10-Minuten-Takt ergänzt wurde. Die Linie 550 fährt nun statt über Beuel zum Bonner Hauptbahnhof über die Nordbrücke und wird mit Gelenkbussen betrieben. Dadurch hat Niederkassel eine Direktverbindung in den Bonner Norden erhalten. Die Linie 550 fährt über das Beueler Zentrum zum Bonner Hauptbahnhof. Für den Berufs- und Schülerverkehr stellt darüber hinaus die Linie 552 die Direktverbindungen zu den Schulstandorten im Bonner Norden sicher. Die Linie 640 wurde um die neue Linie 540 vom Bonner Hauptbahnhof über Menden nach Sankt Augustin ergänzt. Zwischen Meindorf Kirche und Sankt Augustin Markt wurde die Linie 517 durch die Linie 540 ersetzt, um Parallelverkehr zu vermeiden. Taktverdichtung Regionalbuslinien 520, 537, 817, 845, 855, 856 und 857 Das Angebot der Buslinien 537, 845, 55, 856 und 857 wurde auf einen besseren, einheitlichen Mindeststandard gebracht: 30-Minuten-Takt von Montag bis Freitag, ca. 06:30 Uhr bis 20:30 Uhr, und Samstag, ca. 09:30 Uhr bis 20:30 Uhr, sowie Stundentakt zu den übrigen Zeiten. In den Hauptverkehrszeiten erfolgen wie bisher nachfrageorientierte Taktverdichtungen. Die Linie 857 wurde morgens und nachmittgas in Hauptlastrichtung aufgrund der hohen Fahrgastpotenziale zeitweise auf einen angebotsorientierten 15-Minuten-Takt verdichtet. Das Fahrtenangebot der Linie 520 wurde weitgehend auf das gleiche Niveau angehoben wie das der Stadtbahnlinie 66, sodass nun ein Anschluss von und zu allen Fahrten der Stadtbahnlinie 66 existiert. Zwischen Bornheim, Roisdorf Bahnhof und Tannenbusch wurde mit der Linie 817 eine neue Nachbarortsverbindung geschaffen. Bornheim hat so eine neue Direktverbindung zu den Ausbildungs- und Arbeitsplatzstandorten im Bonner Norden erhalten. Ausbau Linie 632 zu neuer Tangentialverbindung Venusberg – Poppelsdorf – Endenich – Nordstadt – Beuel Im Rahmen von Untersuchungen zur Verbesserung der angespannten Verkehrssituation auf dem Venusberg (Standort des Uniklinikums) wurde ermittelt, dass die vor Einführung der Linie 632 nur per Umstieg und Umweg gegebene Busverbindung Venusberg - Endenich deutliches Potential für Fahrgastzuwächse aufweist. Bei den Planungen zur Weiterentwicklung des Bonner Straßenbahnsystems vor dem Hintergrund hoher Spitzenauslastungen hat sich zudem gezeigt, dass Anpassungen des Busnetzes mit stärkerer Ausrichtung auf die Nachfrageschwerpunkte im Bonner Norden sinnvoll sind. Durch neue Tangentialverbindungen im Busnetz können erforderliche Umweg Fahrten über die Bonner Innenstadt vermieden und dadurch kürzere Reisezeiten im ÖPNV erreicht werden. Parallel wird die Entwicklung neuer Stadtquartiere im Endenicher Norden zu neuen Verkehrsbedarfen führen. Im gesamten Netz ist durch die geplanten Vergünstigungen im Tarif mit steigenden Fahrgastzahlen zu rechnen, die gerade im Innenstadtbereich zu hohen Besetzungsgrafen und zusätzlichemSeite 9 von 65 6 08.10.2021 Kapazitätsbedarf im ÖPNV führen werden. Unter Berücksichtigung dieser Aspekte wurde daher die Erweiterung der bisher überwiegend zur Fahrradmitnahme eingerichteten Linie 632 zwischen Venusberg und Poppelsdorf zu einer neuen tangentialen Halbringlinie konzipiert. Verlängerung des 10/20-Minuten-Takts der Hauptlinien montags bis freitags bis ca. 20:30 Uhr Das Hauptliniennetz wurde vor dem Projekt „Lead City“ montags bis freitags um ca. 19.30 Uhr vom Takt der Haupt- und Nebenverkehrszeit (10/20-Minuten-Takt) auf den geringeren Takt der Schwachverkehrszeiten (15/30-Minuten-Takt) umgestellt. Aufgrund der Geschäftsöffnungszeiten häufig bis 20 Uhr in der Innenstadt, im Lebensmittelhandel oft deutlich darüber hinaus, insgesamt längerer Arbeitszeiten vieler Beschäftigter und hohem Verkehrsaufkommen im Freizeitverkehr kam es zwischen 19.30 Uhr und 20.30 Uhr auf vielen Linien stadtauswärts zu hohen Auslastungen. Mit einem um eine Stunde verlängerten Takt der Haupt- und Nebenverkehrszeit bis ca. 20.30 Uhr wurde der höheren Nachfrage Rechnung getragen. Die neue Taktung schafft Kapazitäten für Fahrgastzuwächse und stellt einen wichtigen Anreiz zur verstärkten ÖPNV-Nutzung im späten Berufs- , Einkaufs- und Freizeitverkehr dar. 2.2.1.2. Ziele der Maßnahmen Parallel zur Einführung neuer Tarifangebote soll das ÖPNV-Angebot innerhalb Bonns und zwischen dem Umland und der Stadt deutlich ausgeweitet werden, um auch für die bestehenden Kunden ein attraktives Angebot in der Region zu schaffen. Außerdem sollen insbesondere bisherige PKW- Benutzer vom Umstieg auf den ÖPNV überzeugt werden, zudem sollen zusätzliche Kapazitäten für neue Fahrgäste geschaffen werden. Zu diesem Zweck wurden mehrere Angebotsverbesserungen realisiert, die positive Wirkungen in den Hauptverkehrszeiten entfalten. Außerdem wurden wesentliche Verbesserungen im Regionalbus- Bereich umgesetzt. Neue tangentiale Busverbindungen innerhalb Bonns zur besseren Erreichbarkeit wichtiger Arbeitsplatz- und Ausbildungsschwerpunkte waren zudem ein wichtiges Ziel. Da aufgrund der Kürze der Projektlaufzeit die Beschaffung zusätzlicher Fahrzeuge nur im geringen Maße möglich war, wurden Angebotsverbesserungen zu einem wesentlichen Anteil zu den Zeiten realisiert, in denen Fahrzeuge für Mehrleistungen bereits zur Verfügung standen und Potential zur Gewinnung zusätzlicher Fahrgäste gesehen wurde. Dies gilt insbesondere für die Teilmaßnahmen 1 (Taktverdichtung an Wochenenden) und 5 (Verlängerung des 10/20-Minuten-Takts montags bis freitags bis ca. 20:30 Uhr).Seite 10 von 65 7 08.10.2021 2.2.1.3. Planungs- und Implementierungsprozess Der Zeitplan sowie die Implementierung der ÖPNV-Angebotsverbesserungen ergeben sich aus der Notwendigkeit heraus, dass die Verkehrsunternehmen in großem Umfang zusätzliches Fahrpersonal gewinnen sowie Fahrzeuge beschaffen müssen. Abbildung 1: Zeitplan Einführung Angebotsverbesserungen 10.07.2018 •Rat der Stadt Bonn: Beschluss zur Fortschreibung des Nahverkehrsplans mit Umsetzungshorizont 09.12.2018 (Teilmaßnahmen 4 und 5), sowie Grundsatzbeschluss zu den Maßnahmen ab 26.08.2019 (Teilmaßnahmen 1, 2 und 3) 18.09.2018 •Planungsausschuss Rhein-Sieg-Kreis: Vorberatung über Angebotsverbesserungen ab 26.08.2019 24.09.2018 •Kreisausschuss Rhein-Sieg-Kreis: Vorberatung über Angebotsverbesserungen ab 26.08.2019 26.11.2019 •Start Marketingmaßnahmen/Werbung zu den Angebotsverbesserungen ab 09.12.2019 09.12.2018 •Umsetzung Teilmaßnahmen 4 und 5 11.12.2018 •Rat der Stadt Bonn: Beschluss über Angebotsvbesserungen ab 26.08.2019 17.12.2018 •Kreistag des Rhein-Sieg-Kreises: Beschluss über Angebotsverbesserungen ab 26.08.2019 12.008.2018 •Start Marketingmaßnahmen / Werbung zu den Angebotsverbesserungen ab 26.08.2019 26.08.2019 •Umsetzung Teilmaßnahmen 1, 2 und 3 18.06.2020 •Rat der Stadt Bonn: Beschluss zur Fortsetzung der ÖPNV-Angebotsverbesserungen zunächst bis Dezember 2021 05.10.2020 •Stadt Bonn: Antrag bei der BAV auf Verlängerung des Förderzeitraums für das Förderkennzeichen der Angebotsverbesserungen bis 30.06.2021 28.06.2021 •Rat der Stadt Bonn: Beschluss zur Fortsetzung der ÖPNV Angebotsverbesserungen bis mindestens Dezember 2022 30.06.2021 •Ende des FörderzeitraumsSeite 11 von 65 8 08.10.2021 2.2.1.4. Abweichungen vom ursprünglich geplanten Vorgehen Gegenüber der eingereichten Projektskizze gab es keine Änderungen bei der Umsetzung der ÖPNV- Angebotsverbesserungen. Aufgrund der geringen Fahrgastnachfrage während des ersten Corona- Lockdowns sind die Busse und Bahnen im März 2020 bis ca. Mitte April 2020 nach Samstagsfahrplan gefahren. Da die ÖPNV-Angebotsverbesserungen bereits Ende 2018 bzw. Mitte 2019 umgesetzt wurden, war die Corona-Pandemie für die Umsetzung der Maßnahmen nicht relevant. 2.2.2. Klima-Ticket und besondere Tarifangebote zur Steigerung der ÖPNV-Nutzung 2.2.2.1. Beschreibung der Maßnahme 365-Euro-Ticket Das „365-Euro-Ticket“ ist ein Angebot für Neukunden, mit dem die Fahrgäste den öffentlichen Personennahverkehr im Bonner Stadtgebiet zu einem Abonnement-Preis von 365-Euro – sprich 1 Euro pro Tag – nutzen können. Dieses Abonnement ist für ein Jahr befristet. Im Vergleich zu dem Preis für ein normales Abonnement entspricht dies einer Ersparnis von mehr als 60 %. Das Angebot gilt nur für Neukunden, die in den letzten 12 Monaten vor Abschluss des neuen Vertrags keinen gültigen Vertrag mit den SWBV oder einem anderen Unternehmen im VRS hatten. Die Vertragslaufzeit von 12 Monaten ist verbindlich. Der Gesamtbetrag wird nicht auf einmal gezahlt, sondern mit einem Monatsbeitrag von 30,42 Euro abgerechnet. Nach Ablauf können die Neukunden als Abnehmer eines regulären Abonnements zum Normaltarif weiter Stammkunden im ÖPNV bleiben. 24-Stunden-Ticket für 5 Personen zum Preis des 24-Stunden-Ticket für 1 Person für das Stadtgebiet Bonn Das preisreduzierte 24-Stunden-Ticket für 5 Personen ist vor allem für Gruppen und Familien interessant. Mit diesem Ticket können bis zu 5 Personen im Bonner Stadtgebiet den öffentlichen Personennahverkehr rund um die Uhr für 24 Stunden zum vergünstigen Preis von 8,80 € (normaler Preis: 13,40 €) nutzen. Dies ist ein attraktives Angebot vor allem für Paare und Familien, für die eine Fahrt mit dem Auto in die Stadt vermeintlich günstiger erscheint, als die Nutzung von Bus und Bahn. Dieses Gruppenangebot für Gelegenheitsnutzer passt auch sehr gut zu den neu eingeführten Angebotsverbesserungen abends und am Wochenende. Vergünstigung der JobTicket-Bedingungen Bonner Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern, die bisher keine JobTicket-Kunden sind, können im Projektzeitraum 2019/2020, einen leichteren vergünstigten Einstieg zum JobTicket erhalten. Hierbei wird die bisherige 100%-Abnahmequote im ersten Vertragsjahr auf 35% und im zweiten Vertragsjahr auf 50% gesenkt. Davon erhofft sich die Stadt Bonn, dass das JobTicket in den Unternehmen bekannter und beliebter wird und letztlich in einen regulären Vertrag mündet.Seite 12 von 65 9 08.10.2021 2.2.2.2. Ziele der Maßnahmen Ziele der Tarifmaßnahme 365-Euro-Ticket: Fokus der Fördermittelnutzung liegt auf der Gewinnung von Neukunden, die bisher den ÖPNV nicht oder nur selten nutzten Entwicklung möglichst nachhaltiger Lösungen, die positiv über den Projektzeitraum hinauswirken. Grundsätzlich Bewahrung der derzeitigen Tarifstrukturen und Vertragsverhältnisse, um negative Auswirkungen und Fahrgastverluste nach Ende des Projektzeitraums so gering wie möglich zu halten Schwerpunkt der Maßnahmen auf Vorteile für Vielfahrer, Ergänzung eines günstigen Angebots für Gelegenheitsnutzer, insbesondere für Familien Auch die Einbeziehung von Bestandskunden wurde geprüft. Die SWB haben jedoch allein für die Preisstufe 1b ca. 21.000 Abonnenten von Monats Tickets. Das Budget wäre somit bereits nur für die „Versorgung“ der Bestandskunden mit günstigeren Tickets überschritten. Dadurch hätten keine Neukunden hinzugewonnen werden können. Hinzu kämen massive Verlagerungseffekte weg von Kunden des JobTickets, sodass Arbeitgeber möglicherweise Jobticketverträge kündigen würden und nach Projektablauf wiedergewonnen werden müssten. Ziele der Tarifmaßnahme 24-Stunden-Ticket für 5 Personen zum Preis des 24-Stunden-Ticket für 1 Person für das Stadtgebiet Bonn Gerade von Familien kam immer wieder Kritik an den hohen und im Vergleich zum mit mehreren Personen besetzten PKW nicht konkurrenzfähigen Fahrpreisen. Analog zu den Kostenstrukturen im MIV sollte daher auch ein günstiges Angebot für kleiner Gruppen oder Familien im Gelegenheitsverkehr geschaffen werden. Ziele der Tarifmaßnahme Vergünstigung der JobTicket-Bedingungen: Anreiz zum Umstieg vom MIV zum ÖPNV für das stark belastende Mobilitätsbedürfnis Berufspendeln Durch das Standortprinzip nur auf Bonn begrenzt, aber auch Menschen mit Wohnort außerhalb Bonns kommen in den Genuss, d.h. Erweiterung des Anreizes zum Umstieg auf den ÖPNV auf Einpendler aus dem Umland Tangiert die VRS-Tarifstruktur nicht, es können sogar wertvolle Hinweise zur Tarifprodukt- Weiterentwicklung gewonnen werden Kann nachhaltig auch nach dem 2-jährigen Förderzeitraum wirken, wenn akquirierte Kunden beim Produkt bleiben Kann in diesem Kontext zu einem nachhaltig geänderten Mobilitätsverhalten führen und die Firmen zu begleitenden Maßnahmen zur Restriktion des MIV motivieren.Seite 13 von 65 10 08.10.2021 2.2.2.3. Planungs- und Implementierungsprozess Der Zeitplan für die Einführung neuer Tarifangebote ergibt sich aus den notwendigen Gremienbeschlüssen im VRS und die Vorlaufzeiten zur Umsetzung neuer Tarifangebote. Abbildung 2: Zeitplan Einführung Tarifangebote 2.2.2.4. Abweichungen vom ursprünglich geplanten Vorgehen Gegenüber der eingereichten Projektskizze gab es eine Änderung: Ursprünglich war das Kontingent der 24-Stunden-Tickets auf 52.800 Tickets begrenzt. Von Januar 2019 bis November 2019 wurden 48.530 Tickets verkauft. Dies entspricht ca. 92% des ursprünglich verfügbaren Kontingents. Aus diesem Grund hat die Stadt Bonn am 07.01.2021 erfolgreich einen Antrag auf Aufstockung des Kontingents auf 100.000 Tickets gestellt. 05.09.2018 •Vorstellung der Tarifangebote im Arbeitskreis MTVI (Marketing, Tarif, Vertrieb & Informationstechnik) 17.09.2018 •Abstimmungstermin zwischen VRS, SWB und Stadt Bonn 27.09.2018 •VRS-Beirat - Gremienbeschluss Tarifangebote 05.10.2018 •VRS-Zweckverbandsversammlung - Mitteilung über die Einführung neuer Tarifangebote 10.2018 •Genehmigungsverfahren durch die Bezirksregierung über die neuen Tarifangebote 10.2018- 12.2018 •Vorbereitung der technischen Umsetzung der Tarifangebote 14.11.2018 •Planungsausschuss Stadt Bonn - Mitteilung über die Einführung neuer Tarifangebote 11.12.2018 •Rat der Stadt Bonn - Mitteilung über die Einführung neuer Tarifangebote Ab 12.2018 •Marketingmaßnahmen für die neuen Tarifangebote bei Endkunden und Bonner Arbeitgebern 01.01.2019 •Einführung der neuen TarifangeboteSeite 14 von 65 11 08.10.2021 3. Lokale Evaluation 3.1. Ziele der lokalen Evaluation Während des Projektzeitraums hat die Bundesstadt Bonn gemeinsam mit den Verkehrsunternehmen, dem Rhein-Sieg-Kreis und dem Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) eine Evaluierung der Maßnahmen durchgeführt. Ziel der Evaluation ist, eine Einschätzung abzugeben, wie sich die einzelnen Maßnahmen auf das Verkehrsverhalten und die Verkehrsmittelwahl ausgewirkt haben und möglichst präzise Antworten auf folgende Fragen zu liefern: Wie hat sich die ÖPNV-Nutzung durch die einzelnen Tarifangebote/Angebotsverbesserungen quantitativ verändert? Konnten neue Nutzer des ÖPNV hinzugewonnen werden? Wenn ja, welche Verkehrsmittel nutzten diese vorher? Wie viel Verkehr konnte vom MIV auf den ÖPNV verlagert werden? Welche Motive führten zur vermehrten Nutzung des ÖPNV? Wie werden die neuen Tarifangebote/Angebotsverbesserungen durch die Nutzer beurteilt? Hat sich die Gesamtzufriedenheit verändert? Wo sehen die Nutzer noch Verbesserungsmöglichkeiten? Lässt sich über den Preis und die Attraktivität des Tarifproduktes ein Umstieg vom MIV zum ÖPNV erreichen ohne weitere restriktive Maßnahmen wie Parkraumbewirtschaftung o.ä.? Welche Schlüsse lassen sich für die weitere Entwicklung der ÖPNV-Tarife im VRS/des ÖPNV- Angebots ziehen? 3.2. Evaluationsdesign 3.2.1. Haushaltsbefragung 2019 3.2.1.1. Datenerhebung Zur Einführung der meisten Angebotsverbesserungen im August 2019 wurden an alle Bonner Haushalte und diejenigen Haushalte im Rhein-Sieg-Kreis, die auch von den Maßnahmen profitieren, Stadtteil-Flyer versendet. Damit wurden die Bürgerinnen und Bürger über die wichtigsten Änderungen informiert. Gleichzeitig wurden sie gebeten, an einer Onlinebefragung teilzunehmen. An der Befragung nahmen 14.296 Personen teil, dies entspricht einer Rücklaufquote von 5,4%. Die Befragung wurde durch ein von der Stadt Bonn beauftragtes Büro durchgeführt und ausgewertet. Zentrale Fragen der Haushaltsbefragung waren: - Wie wird das lokale ÖPNV-Angebot bewertet? - Wie werden die einzelnen Angebotsänderungen gesehen und welche führten bzw. führen perspektivisch zu einer stärkeren Nutzung? - Wie sieht die Nutzung nach Projektende unter ggf. geänderten Bedingungen aus (Nachhaltigkeit von Lead City Bonn)? - Haben die Bürger Bonns bzw. des Rhein-Sieg-Kreises Informationen zum Projekt erhalten und wie bewerten sie diese? 3.2.1.2. Datenanalyse Die Ergebnisse wurden händisch in Excel eingetragen und anschließend in SPSS importiert.Seite 15 von 65 12 08.10.2021 3.2.1.3. Dateninterpretation Die Auswertung der Befragung erfolgte ebenfalls mittels SPSS. Die Ergebnisdarstellung wurde mit PowerPoint vorgenommen. 3.2.1.4. Anpassung des Evaluationsdesigns über den Projektverlauf Der Fragebogen wurde mit den Aufgabenträgern, den Verkehrsunternehmen und dem Fördergeber abgestimmt. Insbesondere die Fragstellung nach vermiedenen PKW-Fahrten über die Belastungsachsen wurde nachträglich aufgenommen. 3.2.2. Haushaltsbefragung 2021 3.2.2.1. Datenerhebung Im Rahmen der Verlängerung des Förderzeitraums bis zum 30.06.2021 wurde erneut eine Haushaltsbefragung analog zu der Haushaltsbefragung aus dem Jahr 2019 durchgeführt. Dazu hat die Stadt Bonn erneut das Büro aus dem Jahr 2019 mit der Durchführung und Auswertung beauftragt. Dabei wurden alle Bonner und Bonnerinnen sowie die Bürger*innen des Rhein-Sieg-Kreises online und über die Printmedien aufgefordert an der Online-Befragung teilzunehmen. An der Befragung haben 1.380 Personen teilgenommen. Zentrale Fragen der Haushaltsbefragung waren: - Wie wird das lokale ÖPNV-Angebot bewertet? - Wie werden die einzelnen Angebotsänderungen gesehen und welche führten bzw. führen perspektivisch zu einer stärkeren Nutzung? - Wie sieht die Nutzung nach Projektende unter ggf. geänderten Bedingungen aus? (Nachhaltigkeit von Lead City Bonn) - Wie hat sich das Mobilitätsverhalten aufgrund der Corona Pandemie verändert? 3.2.2.2. Datenanalyse Die Ergebnisse wurden händisch in Excel eingetragen und anschließend in SPSS importiert. 3.2.2.3. Dateninterpretation Die Auswertung der Befragung erfolgte ebenfalls mittels SPSS. Die Ergebnisdarstellung wurde mit PowerPoint vorgenommen. 3.2.2.4. Anpassung des Evaluationsdesigns über den Projektverlauf Da zum Zeitpunkt der Befragung die Tarifangebote bereits ausgelaufen waren, wurden diese Teilaspekte im Rahmen der Befragung im Vergleich zum Jahr 2019 nicht mehr abgefragt. Um die Einflüsse der Corona-Pandemie in die Befragung zu integrieren wurden mehrere Szenarien beschrieben. Zum einen das Verkehrsmittelwahlverhalten vor Einführung der Angebotsverbesserungen und zum anderen das Verkehrsmittelwahlverhalten nach Einführung der Angebotsverbesserungen einmal unter dem fiktiven Szenario „ohne Corona“ und einmal „mit Corona“.Seite 16 von 65 13 08.10.2021 3.2.3. Querschnittserhebung 2019 3.2.3.1. Datenerhebung Zur Bewertung der Entwicklung der zeitlichen Verteilung der ÖPNV-Nutzung und ÖPNV-Auslastung im Bonner Liniennetz wurden Fahrgastzählungen an Haltestellen durchgeführt. Für den linien-, querschnitts- und richtungsbezogenen Vergleich der ÖPNV-Nutzung stehen Zählergebnisse aus vorherigen Jahren zur Verfügung: Grundlage waren Querschnittserhebungen von Herbst 2017 an relevanten Linienquerschnitten, die für die Dimensionierung des Angebots von höchster Bedeutung waren. Die Zählungen im Herbst 2019 beinhalten dieselben Querschnitte und wurden um weitere Zählpunkte auf neuen Linienabschnitten ergänzt, sodass ein direkter Vergleich zwischen den Zählungen aus dem Jahr 2017 möglich ist. Die Fahrgastzählung hatte die Stadtwerke Bonn Verkehrs-GmbH im Auftrag der Stadt Bonn durchgeführt. 3.2.3.2. Datenanalyse Zur Analyse der Daten wurden die Zählergebnisse händisch in eine Excel Tabelle überführt. 3.2.3.3. Dateninterpretation Für die Dateninterpretation wurden die Zählergebnisse durch die Pivot Funktion von Excel und mit Hilfe der Diagramm Funktion von Excel mit den Zählergebnissen aus den Vorjahren verglichen. 3.2.3.4. Anpassung des Evaluationsdesigns über den Projektverlauf Da die letzte Querschnittserhebung im Jahr 2017 stattgefunden hat, wurden bei der Erhebung im Jahr 2019 dieselben Haltestellen ausgewählt. Für die neu eingeführten Linien oder die im Linienweg veränderten Linien ohne Vergleichsmöglichkeiten können an dieser Stelle keine Aussagen über die Querschnittserhebung getroffen werden. Aus diesem Grund wurden die Fahrgäste auf diesen Linien über den gesamten Linienverlauf gezählt. Über die Ergebnisse dieser Zählungen wird in Kapitel 3.2.7. berichtet. 3.2.4. Querschnittserhebung 2020 3.2.4.1. Datenerhebung Aufgrund des kurzen Abstands zwischen dem Fahrplanwechsel im August 2019 und der ersten Querschnittserhebung im Herbst 2019 wurden im Herbst 2020 erneut Querschnittserhebungen durch die SWBV durchgeführt. Diese Zählungen wurden trotz der Corona Pandemie durchgeführt. Aufgrund des durch die Pandemie bedingten Fahrgastrückgangs sind die Fahrgasterhebungen 2019 und 2020 nicht direkt miteinander vergleichbar, auch wenn an denselben Haltestellen wie 2017 und 2019 gezählt wurden. Der VRS hat im Rahmen einer Marktforschung die Auswirkung der Corona Pandemie auf die Verkehrsmittelnutzung untersucht. Im Durchschnitt kam es zu einem Fahrgastrückgang von ca. 60% im gesamten VRS-Gebiet. 3.2.4.2. Datenanalyse Zur Analyse der Daten wurden die Zählergebnisse händisch in eine Excel Tabelle überführtSeite 17 von 65 14 08.10.2021 3.2.4.3. Dateninterpretation Für die Dateninterpretation wurden die Zählergebnisse durch die Pivot Funktion von Excel und mit Hilfe der Diagramm Funktion von Excel mit den Zählergebnissen aus den Vorjahren verglichen. 3.2.4.4. Anpassung des Evaluationsdesigns über den Projektverlauf Es fand keine Anpassung des Evaluationsdesigns statt. Die Zählungen wurden trotz der Corona Pandemie durchgeführt, um den sichtbaren Fahrgastrückgang zahlenmäßig zu belegen. Durch den Abgleich mit den Ergebnissen der VRS Studie kann die Querschnittserhebung dennoch im geringen Maße zur Bewertung der Angebotsverbesserungen genutzt werden. 3.2.5. Querschnittserhebung 2021 3.2.5.1. Datenerhebung Nach der Verlängerung des Projektzeitraums bis zum 30.06.2021 fand eine erneute Querschnittserhebung im Juni 2021 statt. Auch diese Zählung wurde von der SWBV im Auftrag der Stadt Bonn durchgeführt. 3.2.5.2. Datenanalyse Zur Analyse der Daten wurden die Zählergebnisse händisch in eine Excel Tabelle überführt 3.2.5.3. Dateninterpretation Für die Dateninterpretation wurden die Zählergebnisse durch die Pivot Funktion von Excel und mit Hilfe der Diagramm Funktion von Excel mit den Zählergebnissen aus den Vorjahren verglichen. 3.2.5.4. Anpassung des Evaluationsdesigns über den Projektverlauf Aufgrund des engen Zeitplans und aufgrund des immer noch zu erwartenden geringen Fahrgastaufkommens wurde die Querschnittserhebung 2021 an weniger Haltestellen durchgeführt als die Erhebungen in den Jahren 2019 und 2020. Es wurden Haltestellen ausgewählt, an denen mehrere der im Angebot verbesserten Linien verkehren und die in den vorangegangenen Zählungen besonders frequentiert waren. So konnten alle im Rahmen von Lead City verbesserten Linien gezählt und ausgewertet werden.Seite 18 von 65 15 08.10.2021 3.2.6. Sonstige Fahrgastzählungen 3.2.6.1. Datenerhebung Auf den neu eingeführten Linien bzw. auf den Linien, auf denen der Linienweg verändert wurde wurden Fahrgastzählungen auf den Linien 540, 550, 551, 632 und 817 durchgeführt. Zusätzlich wurden auf den Linien 817 und 632 Fahrgastbefragungen durchgeführt. 3.2.6.2. Datenanalyse Zur Analyse der Daten wurden die Zählergebnisse händisch in eine Excel Tabelle überführt 3.2.6.3. Dateninterpretation Für die Dateninterpretation wurden mit Hilfe der Diagramm Funktion von Excel dargestellt und die Fahrgastentwicklung innerhalb des Linienverlaufs bewertet. 3.2.6.4. Anpassung des Evaluationsdesigns über den Projektverlauf Mit den Zählungen und Befragungen in den Fahrzeugen wurde im Oktober 2019 begonnen. Die Zählungen sollten im März 2020 abgeschlossen sein. Aufgrund der Corona Pandemie mussten die Zählungen allerdings abgebrochen werden. Aus diesem Grund wurde die Zählung in den Fahrzeugen schwerpunktmäßig im November 2020 nachgeholt, d.h. der Start fiel genau mit dem „Lockdown light“ mit geschlossener Gastronomie und Freizeiteinrichtungen zusammen. Aufgrund der durch die Pandemie geltenden Abstandsregelungen wurde auf eine Befragung der Fahrgäste verzichtet. 3.2.7. VRS-Neukundenbefragung 3.2.7.1. Datenerhebung Der Erfolg der Maßnahme 365-Euro-Tickets sollte durch eine Evaluation näher analysiert werden. Dazu wurden die Inhaber des 365-Euro-Tickets bei der Bestellung des Tickets um eine Marketingfreigabe gebeten. Die Evaluation wurde in Form einer Erstbefragung während der Nutzung des 365-Euro-Tickets als auch durch eine Nachbetrachtung nach Auslaufen des 365-Euro-Tickets durchgeführt. Die Evaluation erfolgte in mehreren Befragungswellen, da das Ticket über einen Zeitraum von etwas mehr als einem Jahr erworben werden konnte. Dabei wurden jeweils die Inhaber des 365-Euro-Tickets durch die Stadt Bonn in Zusammenarbeit mit der Stadtwerke Bonn Verkehrs- GmbH (SWB) angeschrieben und gebeten, einen mitgeschickten Papierfragebogen auszufüllen und in einem kostenfreien Rückumschlag zurück zu senden. Die Fragebögen wurden vorab durch die VRS GmbH in Absprache mit der Stadt Bonn und der SWB erstellt. Als Anreiz, sich an der Befragung zu beteiligen, konnten die Befragungsteilnehmer jeweils Tickets für das GOP-Varieté-Theater Bonn gewinnen. Die Auswertung der Befragung wurde von der Marktforschungsabteilung des Verkehrsverbund Rhein-Sieg im Auftrag der Stadt Bonn durchgeführt.Seite 19 von 65 16 08.10.2021 Erstbefragung während der Nutzung des 365-Euro-Tickets: Welle 1 Mai 2019 o Fragebogenversand an rund 2.200 Personen o Fragebogenrücklauf 1.045 Fragebögen Rücklaufquote 48% Welle 2 Januar 2020 o Fragebogenversand an rund 1.120 weitere Personen o Fragebogenrücklauf 476 Fragebögen Rücklaufquote 43% Im Rahmen der Erstbefragung wurden die folgenden Themen behandelt: Wer sind die Käufer des 365-Euro-Tickets? Wie wurden sie auf das 365-Euro-Ticket aufmerksam? Was war der Grund für den Kauf des 365-Euro-Tickets? Wie zufrieden sind die Kunden mit dem 365-Euro-Ticket? Wie hat sich ihr Verkehrsmittel-Wahlverhalten durch das 365-Euro-Ticket verändert? Wie bekannt sind die Zusatznutzen des 365-Euro-Tickets? Nachbetrachtung nach Auslaufen des 365-Euro-Tickets: Welle 1 Ende Februar 2020 o Fragebogenversand an rund 1.530 Personen o Fragebogenrücklauf 699 Fragebögen o Fragebogenrücklauf bis zum 17.04.2020 möglich, der Großteil der Fragebogen wurde aber vor dem ersten „Lockdown“ ausgefüllt Rücklaufquote 46% Welle 2 Mitte August 2020 o Fragebogenversand an rund 900 Personen o Fragebogenrücklauf 270 Fragebögen Rücklaufquote 30% Welle 3 Mitte Januar 2021 o Fragebogenversand an rund 1.000 Personen o Fragebogenrücklauf 346 Fragebögen o Fragebogenrücklauf bis Mitte Februar 2021 möglich, die Befragung fand während des Corona „Lockdowns“ statt. Rücklaufquote 46% Im Rahmen der Nachbetrachtung wurden die folgenden Themen behandelt: Zufriedenheit mit dem 365-Euro-Ticket? Zustimmungshöhe zu verschiedenen Aussagen zum 365-Euro-Ticket Wie sieht die Verkehrsmittelnutzung während des Besitzes eines 365-Euro-Tickets aus und wie wird sie sich voraussichtlich mit Ablauf des 365-Euro-Tickets verändern? Welches ÖPNV-Ticket wird nach Ablauf des 365-Euro-Ticket genutzt? Wie viele PKW-Fahrten konnten durch das 365-Euro-Ticket vermieden werden?Seite 20 von 65 17 08.10.2021 3.2.7.2. Datenanalyse Die Mitarbeiter der Markforschungsabteilung der VRS GmbH haben die Antworten händisch in das System SPSS eingegeben. 3.2.7.3. Dateninterpretation Die Auswertung der einzelnen Wellen erfolgte ebenfalls durch die Mitarbeiter der VRS GmbH und ebenfalls mittels SPSS. Die Ergebnisdarstellung wurde mit PowerPoint vorgenommen. 3.2.7.4. Anpassung des Evaluationsdesigns über den Projektverlauf Im Laufe des Projekts wurde der Fragebogen gemeinsam mit Vertretern der Stadt Bonn, der Stadtwerke Bonn Verkehrs-GmbH und dem Verkehrsverbund Rhein-Sieg entwickelt. Einflüsse der Corona Pandemie wurden nicht expliziert erfragt, allerdings ist ein Einfluss der Pandemie nicht gänzlich auszuschließen. Da der Corona Lockdown unerwartet nach Versand des Fragebogens in Welle 1 der Nachbetrachtung auftrat, kann ein Corona Einfluss nicht vollständig ausgeschlossen werden. Der Großteil der Fragebögen aus Welle 1 wurde allerdings vor dem Lockdown ausgefüllt und zurückgeschickt. Welle 3 der Nachbetrachtung hat während des Lockdowns Anfang 2021 stattgefunden, übt allerdings nur vereinzelt einen geringen Einfluss auf die Umfrageergebnisse aus. 3.2.8. Entwicklung der Ticketverkäufe 3.2.8.1. Datenerhebung Zur Bewertung der Maßnahmen wurden auch die Verkaufszahlen der im Rahmen des Förderprojekts eingeführten Tickets herangezogen. Diese Zahlen können in einem gewissen Rahmen mit den Verkaufszahlen aus den Jahren 2017 und 2018 verglichen werden. 3.2.8.2. Datenanalyse Die Verkaufszahlen wurden händisch in eine Excel Tabelle überführt. 3.2.8.3. Dateninterpretation Zur Dateninterpretation wurden die Verkaufszahlen mit Hilfe der Diagramm Funktion von Excel mit den Verkaufszahlen der Vorjahre verglichen. 3.2.8.4. Anpassung des Evaluationsdesigns über den Projektverlauf Gegenüber dem eingereichten Evaluationskonzept gab es keine Änderungen während des Projektverlaufs.Seite 21 von 65 18 08.10.2021 4. Ergebnisse 4.1. Darstellung der Ergebnisse und Wirkung der Maßnahmen 4.1.1. Angebotsverbesserungen bei Bus und Bahn zur Steigerung der ÖPNV-Nutzung 4.1.1.1. Ergebnisse der Haushaltsbefragung 2019 1. Rahmendaten der Erhebung: Im ersten Teil der Befragung wurden einige Rahmendaten der Befragten ermittelt: Abbildung 3: Geschlecht und Alter der Befragten der Haushaltsbefragung 2019 Abbildung 4: Wohnort der Befragten der Haushaltsbefragung 2019 Während im Umland die Autonutzung dominanter ist, nutzen die Bonner und Bonnerinnen hauptsächlich ÖPNV und Fahrrad. Während bei den Befragten unter 25 Jahren die ÖPNV-Nutzung das wichtigste Verkehrsmittel darstellt, zeigt sich in der Altersklasse von 46 bis 61 eine hohe Autoaffinität. Ein PKW-Führerschein bzw. die PKW-Verfügbarkeit sind für alle Befragten von hoher Bedeutung. 52%48% Geschlecht der Befragten Männlich Weiblich 67% 2% 3% 6% 2% 8% 4% 2% 6% 1% Wohnort der Befragten Bonn Alfter Troisdorf Königswinter Swistal Sankt Augustin Niederkassel Wachtberg Bornheim Sonsitge Ort 3%8% 34% 32% 24% Alter der Befragten bis 18 Jahre 19 - 25 Jahre 26 - 45 Jahre 45 - 60 Jahre 60 und älterSeite 22 von 65 19 08.10.2021 Abbildung 5: Mobilitätstypen Haushaltsbefragung 2019 2. Attraktivität des ÖPNV-Angebots Die Befragten sollten zunächst die Attraktivität des ÖPNV-Angebots in Bonn und dem Rhein-Sieg- Kreis bewerten. Abbildung 6: Bewertung Attraktivität ÖPNV allgemein Haushaltsbefragung 2019 11% 17% 5% 7% 25% 7% 1% 2% 26% Mischtyp ÖPNV Rad/Auto(mit)fahrer Fahrrad/ÖPNV Fahrrad Auto(mit)fahrer/ÖPNV Automitfahrer Auto(mit)fahrer Autofahrer Mobilitätstyp 5% 21% 38% 30% 6% 0% Völlig unattraktiv eher unattraktiv teils/teils eher attraktiv sehr attraktiv weiß nicht Attraktivität des ÖPNV-Angebots Überdurchschnittliche Bewertung = „eher“ bzw. „sehr attraktiv“ Wohnhaft in Niederkassel Wohnhaft im Stadtbezirk Bonn Mobilitätstyp: ÖPNV, Fahrrad/ÖPNV Nicht berufstätig Studium 19-25 Jahre 2 oder mehr PKW im Haushalt Unterdurchschnittliche Bewertung = maximal „teils/teils“ Wohnhaft in Wachtberg, Bornheim Mobilitätstyp: Autofahrer, Auto(mit)fahrer Berufstätig 46-60 Jahre Kein PKW im HaushaltSeite 23 von 65 20 08.10.2021 Im ersten Schritt wurden in Bonn die Verlängerung des 10/20-Minuten-Takts montags bis freitags bis ca. 20:30 Uhr und die neue Buslinie 632 im Dezember 2018 eingeführt. Diese beiden Maßnahmen wurden von den Befragten überwiegend positiv bewertet. Es zeigen sich deutliche signifikante Zusammenhänge zur Bewertung des ÖPNV in Bonn & Rhein-Sieg-Kreis: Wer den ÖPNV als (eher) attraktiv bezeichnet, sieht die Maßnahmen überproportional positiv. Abbildung 7: Bewertung Angebotsverbesserungen seit Dezember 2018 Haushaltsbefragung 2019 Im nächsten Schritt wurde die Nutzung der betreffenden Linien erfragt. Es zeigt sich, dass drei Mobilitätstypen nun häufiger auf den betroffenen Linien fahren: ÖPNV-Nutzer, ÖPNV/Fahrrad und Automitfahrer. Der schienengebundene Verkehr wird dabei deutlich häufiger genannt als die Buslinien. Insbesondere die Stadtbahnlinie 66 hat Fahrgäste hinzugewonnen. Oft genannte Buslinien sind die Linien 601, 607, 608, 609 und 632. Weniger oft genannt werden die Buslinien 613, 614 und 615. Da die Anzahl der Befragten aus dem Stadtbezirk Bad Godesberg im Vergleich zu den anderen Stadtbezirken gering ist, war dies zu erwarten, da diese Linien hauptsächlich in Bad Godesberg verkehren. Abbildung 8: Nutzung der Linien seit Angebotsverbesserungen Dezember 2018 Haushaltsbefragung 2019 Ein Ziel der Lead-City-Angebotsverbesserungen war die Vermeidung von PKW-Fahrten insbesondere über die beiden Bonner Belastungsachsen (Belderberg und Reuterstraße). Aus diesem Grund wurde bei den Befragten auch ermittelt, ob sie durch das verbesserte Angebot seit Dezember 2018 seltener 18% 61% 15% 5%67% 34% Taktausweitung Montag bis Freitag Linie 632 Bewertung Angebotsverbesserungen seit Dezember 2018 weiß nicht / trifft nicht zu --/-/0 +/++ 5% 9% 39% 13% 10% 24% Seltener eher seltener etwa gleich eher häufiger häufiger nutze Linien nicht Derzeitige Nutzung der betreffenden LinienSeite 24 von 65 21 08.10.2021 das Auto genutzt haben. Etwa 15% gaben an, nach der Änderung des Fahrplans, auf Fahrten mit dem PKW verzichtet zu haben, allerdings führte dieses Verhalten nur zu 6,4% weniger Fahrten auf den Belastungsachsen. Abbildung 9: Vermeidung von PKW Fahrten nach Einführung der Angebotsverbesserungen im Dezember 2018 Haushaltsbefragung 2019 Im nächsten Teil der Befragung wurden die Fahrplanänderungen im August 2019 bewertet. Abbildung 10: Bewertung Angebotsverbesserungen seit August 2019 Haushaltsbefragung 2019 Da die Befragung gleichzeitig mit der Einführung der Angebotsverbesserungen 2019 durchgeführt wurde, sollten die Befragten ihre zukünftige Nutzung der genannten Linien einschätzen: 15% 29% 17% 19% 19% Vermeidung von PKW-Fahrten 25% 27% 45% 48% 72% 61% 67% 74% 78% 80% 39% 73% 6% 5% 7% 10% 7% 25% 4% 7% 4% 3% 10% 4% 69% 68% 48% 42% 21% 14% 29% 19% 18% 17% 51% 23% Bewertung Angebotsverbesserungen seit August 2019 weiß nicht / trifft nicht zu --/-/0 +/++ 127 131 33 Ja Nein weiß nicht Weniger Fahrten auf den BelastungsachsenSeite 25 von 65 22 08.10.2021 Abbildung 11: Einschätzung der zukünftigen Nutzung Haushaltsbefragung 2019 Abbildung 12: Entwicklung des Nahverkehrsangebots in den letzten Jahren Haushaltsbefragung 2019 3% 2% 33% 18% 13% 26% Seltener eher seltener etwa gleich eher häufiger häufiger nutze Linien nicht Einschätzung der zukünftigen Nutzung 7% 11% 27% 27% 14% 15% Schlechter eher Schlechter in etwa gleich eher besser besser weiß nicht / Trifft nicht zu Entwicklung des Nahverkehrsangebots Gründe (offen – Anzahl der Nennungen) Besserer Takt (203) Streckenausbau, einzelne Linien, Angebot allgemein (134) Besseres Angebot abends (24) Besseres Angebot am Wochenende (20) Preiserhöhung, zu teuer (113) (mehr) Ausfälle, Zuverlässigkeit (84) (mehr) Verspätungen, Pünktlichkeit (66)Seite 26 von 65 23 08.10.2021 Abbildung 13: Bewertung von Lead City Bonn Haushaltsbefragung 2019 Im Anschluss wurden die Befragten auch befragt, wie sich das Mobilitätsverhalten (voraussichtlich) verändern wird, wenn die im Rahmen des Förderprogramms eingeführten Maßnahmen (teilweise) zurückgenommen würden. Abbildung 14: Mobilitätsverhalten nach Lead City Haushaltsbefragung 2019 8% 12% 17% 24% 25% 14% Sehr schlecht eher schlecht teils/teils eher gut sehr gut weiß nicht Bewertung von Lead City Bonn 14% 41% 22% 9% 14% auf keinen Fall eher nein eher ja auf jeden Fall weiß nicht Fahren zukünftig mehr mit dem ÖPNV? Gründe (offen – Anzahl der Nennungen) Allgemein gut, richtige Richtung (80) Gut, trotzdem zu teuer (62) Tagesticket für 5 Personen (45) JobTicket (aber ausbauen) (41) Preis zu teuer (163) 365€ Ticket nur in Bonn und für Neukunden (138) Lead City bringt nichts für Seltenfahrer (29) Lead City betrifft nur Bonn (23) Gründe (offen – Anzahl der Nennungen) Kommt auf Preis-Leistung an (55) Gewohnheit, wenn man es kennt (39) Bewusstseinsänderung, Ökologie (26) Gutes Angebot (20) Preis: schon jetzt zu teuer allgemein bzw. im Vergleich zu PKW/anderen Städten (425) ÖPNV müsste zuverlässiger sein (76) ÖPNV müsste allgemein attraktiver werden (61) Zeitliche Begrenzung von Lead City (40)Seite 27 von 65 24 08.10.2021 Am Ende des ersten Teils der Befragung sollten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mitteilen wie das ÖPNV-Angebot in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis insgesamt verbessert werden könnte: Wie können wir das Nahverkehrsangebot in Bonn und dem Rhein -Sieg-Kreis für Sie attraktiver machen? Haltestellen (mehr) Park&Ride-Plätze Sicherheit 12 7 37 Fahrangebot & -betrieb Pünktlichkeit verbessern Zuverlässigkeit verbessern / weniger Ausfälle Takt verbessern, mehr Fahrten allgemein mehr Fahrten zu bestimmten Zielen bzw. auf bestimmten Linien besseres Fahrangebot nach außerhalb (Köln, Flughafen etc.) Schnelligkeit verbessern durch direkte Verbindungen 167 159 114 84 68 62 880 Fahrzeuge Sauberkeit verbessern Fahrradmitnahme besser & kostenfrei Luft verbessern / (funktionierende) Klimaanlage moderne Fahrzeuge allgemein 187 Personal besser geschulte Fahrer – Freundlichkeit, Engagement etc. 36 Serviceleistungen – Informationen bessere bzw. mehr Information allgemein mehr Kundenorientierung, Service allgemein 43 Verhalten anderer Fahrgäste Allgemein, Handy, Musik, Alkohol, Lautstärke u.a. 11 Preise allgemein: zu teuer (im Vergleich zum PKW oder zu anderen Städten), Preise senken, nicht teurer werden etc. Preise für Fahrten außerhalb der Stadt günstiger Andere Tickets, spezielle Angebote für bestimmte Gruppen Tarifsystem einfacher, transparenter ÖPNV sollte kostenfrei sein 828 Sonstiges Lob, Verknüpfung ÖPNV-Fahrrad verbessern, Autoverkehr einschränken u.a. 131 Abbildung 15: Offene Eingaben Haushaltsbefragung 2019Seite 28 von 65 25 08.10.2021 3. Informationsmedien zu Lead City Bonn In diesem Teil der Befragung wurde abgefragt, wie die Bonnerinnen und Bonner sowie die Bürgerinnen und Bürger des Rhein-Sieg-Kreises die Informationen über das Förderprojekt wahrgenommen haben und über welche Kanäle sie davon erfahren haben. Die Reichweite der Informationskanäle war sehr hoch. Etwa 4% der Befragten gaben an, keine Informationen über das Projekt „Lead City“ erhalten zu haben. Alter sowie die Verkehrsmittelnutzung sind die zentralen diskriminierenden Merkmale für die Wahrnehmung der Kanäle: Ältere Menschen erhalten die Informationen über Tageszeitungen und TV-Berichte, jüngere Menschen überdurchschnittlich oft über das Internet. Abbildung 16: Bewertung der Projektinformation Haushaltsbefragung 2021 Die Mehrheit der Befragten bewertet das Förderprojekt „Lead City Bonn“ positiv. Die gute Gesamtbewertung spiegelt sich in der Beurteilung der einzelnen Maßnahmen wider. Allerdings variiert der Grad der Zustimmung zu den Teilmaßnahmen. Dies liegt auch daran, dass einzelne Linien von vielen Fahrgästen gar nicht genutzt werden, während nahezu alle die Angebotsverbesserungen innerhalb des Stadtgebiets von Bonn nutzten. Mehr als 20% der Befragungsteilnehmer sind nach Dezember 2018 öfter mit Bus und Bahn gefahren und haben dadurch teilweise den PKW stehen lassen. – auch auf den Bonner Belastungsachsen Belderberg und Reuterstraße (6,4% gaben dies an). Mehr als 30% der Befragten planten ab August 2019 häufiger zu fahren. Die einzelnen Angebotsausweitungen führen in unterschiedlichem Maße zu einer intensiveren Nutzung, die Bahnlinien werden häufiger genannt. Die langfristige Wirkung von „Lead City Bonn“ wird eher kritisch gesehen: 64,3 % meinen (eher) nicht, dass nach Projektende mehr Menschen Bus und Bahn in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis 3% 11% 28% 43% 8% 7% Bewertung der Projektinformation Gründe (offen – Anzahl der Nennungen) Allgemein gut informiert, alles Notwendige (86) Aktive Info durch Postwurf (54) Projekt Lead City Bonn ist gut (48) Infos verständlich (30) Info gut, aber mehr notwendig (Preise etc.) (29) Insgesamt wenig Info/PR (86) Wichtige Infos (Preis, Fahrplan etc.) fehlen (69) Projekt bring nichts (46) Preis zu teuer etc. (27)Seite 29 von 65 26 08.10.2021 nutzen werden. Die meisten Umfrageteilnehmer haben bereits jetzt eine Affinität zum ÖPNV (Mobilitätstyp). Jüngere Befragungsteilnehmer sehen die langfristige Wirkung positiver und sagen auch überdurchschnittlich, dass sie nach Projektende den ÖPNV intensiver nutzen werden. Die Bewertung von „Lead City Bonn“, der langfristigen Wirkung wie auch der einzelnen Maßnahmen steht in einem engen Zusammenhang mit der prinzipiellen Sicht auf das ÖPNV-Angebot in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis und der bisherigen Nutzung von Bus und Bahn. Kritik am derzeitigen ÖPNV zeigt sich insbesondere an den Aspekten Preisgestaltung und Zuverlässigkeit/Pünktlichkeit. Diesbezüglich wünschen sich viele Menschen, die an der Umfrage teilgenommen haben, z.T. substanzielle Veränderungen. Vielfach werden entsprechende Entwicklungen in diesen Feldern als bedeutsamer angesehen als die Maßnahmen, die im Rahmen von „Lead City Bonn“ umgesetzt wurden. 96% der Befragten gaben an, Informationen zu Lead City Bonn wahrgenommen zu haben. Die Postwurfsendung war der wichtigste und für viele auch der einzige Informationskanal. Informationswahrnehmung und -bewertung wie auch der Wissensstand wird von der persönlichen Einstellung zum ÖPNV in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis beeinflusst. Zudem spielen Alter und Verkehrsverhalten eine Rolle.Seite 30 von 65 27 08.10.2021 4.1.1.2. Ergebnisse der Haushaltsbefragung 2021 1. Rahmendaten der Erhebung: Im ersten Teil der Befragung wurden einige Rahmendaten der Befragten ermittelt: Abbildung 17: Geschlecht und Alter der Befragten der Haushaltsbefragung 2021 Abbildung 18: Wohnort der Befragten der Haushaltsbefragung 2021 Während im Umland die Autonutzung dominanter ist, nutzen die Bonner und Bonnerinnen hauptsächlich ÖPNV und Fahrrad. „Reine“ Autofahrer sind überdurchschnittlich oft in Vollzeit berufstätig. Führerschein und PKW-Verfügbarkeit sind bedeutsame Differenzierungsmerkmale. 50%49% 1% Geschlecht der Befragten Männlich Weiblich Divers 81% 1%1% 2% 1% 3% 2%1%2% 6% Wohnort der Befragten Bonn Alfter Troisdorf Königswinter Swistal Sankt Augustin Niederkassel Wachtberg Bornheim Sonstige Orte 2%9% 47% 28% 14% Alter der Befragten bis 18 Jahre 19 - 25 Jahre 26 - 45 Jahre 45 - 60 Jahre 60 und älterSeite 31 von 65 28 08.10.2021 Abbildung 19: Mobilitätstypen Haushaltsbefragung 2021 2. Attraktivität des ÖPNV-Angebots Die Befragten sollten zunächst die Attraktivität des ÖPNV-Angebots in Bonn und dem Rhein-Sieg- Kreis bewerten. Es zeigt sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen der Bewertung der wahrgenommenen Attraktivität des Angebots und der Verkehrsmittelnutzung, der sich in den verschiedenen Fragebereichen widerspiegelt. Abbildung 20: Bewertung Attraktivität ÖPNV allgemein Haushaltsbefragung 2021 Im nächsten Teil der Befragung wurden die Fahrplanänderungen vom Dezember 2018 und August 2019 bewertet. 11% 15% 16% 15% 13% 10% 3% 3% 14% Mischtyp ÖPNV Rad/Auto(mit)fahrer Fahrrad/ÖPNV Fahrrad Auto(mit)fahrer/ÖPNV Automitfahrer Auto(mit)fahrer Autofahrer Mobilitätstyp 4% 17% 36% 32% 10% 1% Völlig unattraktiv eher unattraktiv teils/teils eher attraktiv sehr attraktiv weiß nicht Attraktivität des ÖPNV-AngebotsSeite 32 von 65 29 08.10.2021 Abbildung 21: Bewertung Angebotsverbesserungen Haushaltsbefragung 2021 Da die Befragung während der Corona Pandemie stattgefunden hat, wurden die Befragten auch nach der ÖPNV-Nutzung vor Corona befragt. Die Fragestellung lautete: „Wenn Sie an Ihre Mobilität vor der Corona-Pandemie und nach der Angebotsausweitung im Rahmen des Projekts Lead City denken: Haben Sie die genannten Bus- bzw. Bahnlinien zu diesem Zeitpunkt häufiger, seltener oder in etwa so oft wie vor der Angebotsausweitung genutzt?“ Im Anschluss wurden die Befragten bezüglich der ÖPNV-Nutzung aktuell sowie nach einer Einschätzung der zukünftigen Nutzung nach Corona befragt: Abbildung 22:ÖPNV Nutzung Haushaltsbefragung 2021 12% 55% 13% 17% 38% 41% 65% 77% 63% 66% 71% 75% 33% 68% 13% 6% 8% 11% 16% 19% 13% 9% 5% 9% 7% 4% 13% 6% 75% 39% 79% 72% 46% 40% 22% 14% 32% 25% 22% 21% 54% 26% Bewertung Angebotsverbesserungen weiß nicht / trifft nicht zu --/-/0 +/++ 13% 37% 6%9% 22% 8% 49% 32% 37% 15% 4% 25% 10% 4% 22% 4% 1% 2% ÖPNV-Nutzung vor Corona ÖPNV-Nutzung aktuell ÖPNV-Nutzung nach Corona ÖPNV-Nutzung vor, mit und nach Corona seltener eher seltener in etwa gleich eher häufiger häufiger weiß nichtSeite 33 von 65 30 08.10.2021 Im nächsten Teil der Befragung ging es um das Nahverkehrsangebot in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis aktuell und in der Zukunft Abbildung 23 Entwicklung des Nahverkehrsangebots in den letzten Jahren Haushaltsbefragung 2021 Im Anschluss wurden die Befragten auch befragt, wie sich das Mobilitätsverhalten (voraussichtlich) verändern wird, wenn die im Rahmen des Förderprogramms eingeführten Maßnahme (teilweise) zurückgenommen würden. Abbildung 24 Mobilitätsverhalten nach Lead City Haushaltsbefragung 2021 5% 8% 28% 34% 16% 9% Schlechter eher Schlechter in etwa gleich eher besser besser weiß nicht / Trifft nicht zu Entwicklung des Nahverkehrsangebots in den letzten Jahren 8% 32% 27% 10% 23% auf keinen Fall eher nein eher ja auf jeden Fall weiß nicht Fahren zukünftig mehr mit dem ÖPNV?Seite 34 von 65 31 08.10.2021 Ein weiterer Bestandteil der Haushaltsbefragung war die Schadstoffklasse des PKW sowie die vermiedenen Fahrten über die beiden Bonner Belastungsachsen Belderberg und Reuterstraße. Abbildung 25: Schadstoffklassen und Fahrten auf den Belastungsachsen Haushaltsbefragung 2021 1% 5%2% 2%1% 2% 24% 18% 6% 8% 12% 13% 1% 2% 53% 50% Schadstoffklassen vor der Pandemie Schadstoffklassen aktuell Schadstoffklassen 1 2 3 4 5 6 Elektro/Hybrid Schadstoffklasse unbekannt 127 131 33 Ja Nein weiß nicht Weniger Fahrten auf den BelastungsachsenSeite 35 von 65 32 08.10.2021 Zum Ende der Befragung bestand, wie bereits 2019, die Möglichkeit der freien Eingabe. Die wichtigsten Stichworte werden nachfolgend zusammengefasst: Wie können wir das Nahverkehrsangebot in Bonn und dem Rhein -Sieg-Kreis für Sie attraktiver machen? Fahrangebot & -betrieb Takt verbessern, mehr Fahrten allgemein mehr Fahrten zu bestimmten Zielen bzw. auf bestimmten Linien Pünktlichkeit verbessern Zuverlässigkeit verbessern/weniger Ausfälle in Stoßzeiten überfüllt: mehr Fahrten bzw. größere Fahrzeuge Schnelligkeit verbessern durch Schnellbusverbindungen Anschlüsse/Umstiege verbessern (auch zur DB) Direktere Verbindungen oder Ringbusse; ZOB nicht überlasten Schnelligkeit konsequent verbessern durch Busspuren, Ampelvorrang besseres Fahrangebot nach außerhalb (Köln, Flughafen etc.) mehr Fahrten abends und nachts 103 93 92 91 58 55 54 38 35 34 31 gesamt 790 Preise allgemein zu teuer (im Vergleich zu PKW oder anderen Städten) andere Tickets, spezielle Angebote für bestimmte Gruppen Kurz/Einzeltickets für Gelegenheitsfahrer attraktiver gestalten 365-Euro Ticket dauerhaft einführen Abo Preissystem günstiger gestalten um Alternative zum Auto anzubieten Tarifsystem einfacher, transparenter Zonen Preisstruktur überarbeiten, nach tatsächlicher Entfernung abrechnen 447 57 52 44 43 38 33 gesamt 723 Fahrzeuge modernere/leiserer Fahrzeuge allgemein Sauberkeit verbessern Luft verbessern/(funktionierende) Heizungs-/Klimaanlage Fahrradmitnahme verbessern & günstiger/kostenfrei 45 44 42 34 gesamt 241 Haltestellen Serviceleistungen – Informationen Personal 103 69 60 Abbildung 26 Offene Eingaben Haushaltsbefragung 2021 Die Angebotsausweitungen werden allgemein positiv gesehen. Der Grad der Zustimmung variiert bei den einzelnen Maßnahmen. Wer den ÖPNV in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis als „(eher) attraktiv“ ansieht, bewertet die Maßnahmen durchweg besser. Mobilitätstypen ÖPNV und ÖPNV/Fahrrad bewerten die Maßnahmen überdurchschnittlich positiv während die Mobilitätstypen Autofahrer und Auto(mit)fahrer relativ oft maximal teils/teils wählten. Mehr als 25% der Befragungsteilnehmer haben nach der Angebotsausweitung und vor Corona Bus & Bahn häufiger genutzt und dadurch auch PKW-Fahrten eingespart, auch auf den Bonner Belastungsachsen.Seite 36 von 65 33 08.10.2021 Die einzelnen Angebotsausweitungen führten vor Pandemiebeginn in unterschiedlichem Maße zu einer intensiveren Nutzung. Bahnlinien werden häufiger genannt, während auf einige Buslinien nur wenige Antworten entfallen. Bei den zentralen Kriterien werden leicht bessere Bewertungen erzielt als in der Haushaltsbefragung 2019: 42,1% der Befragungsteilnehmer bewerten das ÖPNV-Angebot in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis als (eher) attraktiv, während nur 21,4% (eher) unattraktiv wählen 54,6% sagen, dass das Nahverkehrsangebot in den letzten Jahren (eher) besser wurde (2019: 47,8%) In Bezug auf die langfristige Wirkung von Lead City zeigt sich ein geteiltes Meinungsbild: 51,9% glauben (eher) nicht, dass nach Projektende mehr Menschen Bus und Bahn nutzen werden – in 2019 waren sogar fast 2/3 skeptisch (64,2%). Immerhin 497 Umfrageteilnehmer (45,4%) schätzen, dass sie nach Ende der Corona-Pandemie (wieder) häufiger mit Bus und Bahn fahren werden, als vor der Angebotsausweitung. Es handelt sich hierbei oft um Personen, die nach ihrem aktuellen Verhalten den Mobilitätstypen ÖPNV, Fahrrad/ÖPNV oder Mischtyp zuzuordnen sind. Zwei Aspekte beeinflussen das gesamte Antwortverhalten und damit auch die Nutzung des ÖPNV. Zum einen die Verfügbarkeit eines alternativen Verkehrsmittels (insbesondere PKW) als Faktor der Zuordnung zu einem Mobilitätstypen und zum anderen die Bewertung des lokalen ÖPNV. Beide Faktoren korrelieren miteinander. Die Corona Pandemie hat zudem zu deutlichen Veränderungen im Verkehrsverhalten geführt. Fast 60% geben an, aktuell seltener Bus und Bahn zu nutzen als vor Pandemiebeginn. Die Nutzung wird sich nach Corona nicht direkt normalisieren. Insbesondere Personen, die den ÖPNV aktuell (in den letzten sieben Tagen) nicht genutzt haben (42,5%) geben an, nach Ende der Ausnahmesituation wahrscheinlich nicht häufiger bzw. sogar (eher) seltener zu nutzen. Für die positive Weiterentwicklung des ÖPNV in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis sind die Aspekte Fahrangebot/-betrieb und Preisgestaltung zentral. Diesbezüglich wünschen sich viele Umfrageteilnehmer z.T. substanzielle Veränderungen.Seite 37 von 65 34 08.10.2021 4.1.1.3. Ergebnisse der Querschnittserhebung 2019 TM 1: Taktverdichtung aller Hauptlinien am Wochenende Auf den Linien der Stadtbahn und Straßenbahn ist an Samstagen ein Fahrgastzuwachs von ca. 20% zu verzeichnen, an Sonntagen von ca. 18%. Die Hauptbuslinien 600-614 werden an Samstagen von ca. 30% Fahrgästen genutzt, an Sonntagen von ca. 12%. TM2: Taktverdichtung und Angebotsausweitung auf den Regionalbuslinien SB55, 550, 551, 552 und 540/640 Die Fahrgastzählungen, die im Rahmen der Querschnittserhebung 2019 durchgeführt wurden, bestätigen die Vermutung der ungenutzten Fahrgastpotenziale. Von Montag bis Freitag ist auf allen Linien eine Fahrgaststeigerung von ca. 36% im Mittel zu verzeichnen. Am Wochenende verkehren ca. 43% mehr Fahrgäste. Besonders hervorgehoben werden kann in dieser Teilmaßnahme die Linie SB55, auf der es starke Fahrgastzuwächse zu verzeichnen gibt. Gerade im vornehmlichen Freizeitverkehr an den Wochenenden wurde durch die Taktverdichtung ein attraktives Angebot auch für die umliegenden Kommunen geschaffen. Dies spiegelt sich auch in der Steigerung der Fahrgastzahlen wieder (Samstag ca. 73%, Sonntag ca. 85%). Aber auch an Werktagen zeigt sich mit ca. 58% mehr Fahrgästen eine deutliche Nachfragesteigerung. Durch die Veränderungen der Linienwege der Buslinien 550 und 551 wurde sowohl aus Niederkassel als auch aus Troisdorf jeweils eine Direktverbindung nach Beuel und eine Direktverbindung in die Nordstadt geschaffen. Gleichzeitig wurde das Angebot nach Troisdorf erheblich erweitert. Auf der Linie 551 konnten im Vergleich zu Zählungen des Rhein-Sieg-Kreises aus dem Jahre 2017 an der Stadtgrenze 44% (Mo-Sa) – 68% (So) mehr Fahrgäste gezählt werden. Da die Zählungen im Fahrzeug auf der Linie 550 nicht rechtzeitig durchgeführt werden konnten, wurden hier die Querschnittserhebungen an der Haltestelle Heerstraße zur Bewertung herangezogen. Innerhalb der Stadt Bonn kam es zu Fahrgaszuwächsen (Mo-Sa 13%, So 7%). Dagegen gab es im grenzüberschreitenden Verkehr nach Niederkassel Verlagerungseffekte zur Linie SB55, bei insgesamt größerem Fahrgastaufkommen von und nach Niederkassel. Insgesamt zeigt sich somit, dass es im Mittel über alle drei Linien (SB 55, 550 und 551) erhebliche Fahrgastzuwächse zu verzeichnen gibt. Mit der Linie 540 wurde die bestehende Linie 640 zwischen Sankt Augustin Menden und Bonn von Montag bis Samstag auf einen überlagerten 10-Minuten-Takt ergänzt. Hier kommt es zu Fahrgastzuwächsen von 28 %. An Sonntagen wurde zudem die Linie 640 auf einen 30-Minuten-Takt verdichtet. Auch hier kam es zu Fahrgaststeigerungen (29%). TM3: Taktverdichtung und Angebotsausweitung auf den Regionalbuslinien 520, 537, 817, 845, 855, 856 und 857 Auf den Regionalbuslinien 537, 845, 855, 856 und 857 konnten im Mittel Montag – Freitag 37% Fahrgastzuwächse erzielt werden, an Samstagen rund 51% und an Sonntagen 93%. Die Linie 537 von Bonn Hbf. nach Oberpleis wurde samstags von 60‘- auf 30‘-Takt verdichtet und erhielt damit dieselben Angebotsstandards wie die regionalen Hauptachsen im linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis. Die Querschnittserhebung an der Haltestelle Beuel Bahnhof verzeichnet einen Fahrgastzuwachs von ca. 20 % an Samstagen im Vergleich zu 2017.Seite 38 von 65 35 08.10.2021 Auf der Linie 845 konnten im Rahmen von Lead City die Bedienungsdefizite zwischen der Bonner Innenstadt und den Ortsteilen Heimerzheim, Morenhoven und Buschhoven vollständig beseitigt werden. Dies zeigt sich ganz deutlich in den Fahrgastentwicklungen. An Normalwerktagen kam es zu Fahrgaststeigerungen von ca. 50 %, an Samstagen von ca. 99 % und an Sonntagen von ca. 78 %. Zur Einordnung der absoluten Nachfrage beförderte die Linie 845 2018 an Normalwerktagen ca. 1.900 Fahrgäste. In naher Zukunft wird sich die Bedeutung der Linie nochmals erhöhen, da sie mit einer neuen Haltestelle auf der B56 in Höhe Ramelshoven das in der Entwicklung befindliche Neubaugebiet Buschkauler Feld in Alfter-Witterschlick anbinden soll. Die Linie 855 hat an Werktagen ca. 19% mehr Fahrgäste befördert (im Vergleich zur Querschnittszählung im Jahr 2017), an Samstagen ca. 33% und an Sonntagen ca. 64%. Die umfangreichsten Ausweitungen in diesem Maßnahmenpaket gab es auf den Linien 856 und 857, die sich auf Bonner Stadtgebiet zu einem überlagerten Takt verdichten. Daher wurden die Fahrgastentwicklungen dieser beiden Linien gemeinsam evaluiert. An Normalwerktagen kam es zu Fahrgaststeigerungen von ca. 42%, an Samstagen von ca. 51% und an Sonntagen von ca. 138%. TM5: 10/20-Minuten-Takt der Hauptlinien montags bis freitags bis ca. 20:30 Uhr Insgesamt kam es im Mittel im Schienenverkehr zu einem leichten Fahrgastrückgang von ca. 3%. Die Fahrgastanzahl der Buslinien stieg in den Stunden der Taktverdichtung im Mittel um ca. 2 %. Diese im Vergleich zu den anderen Maßnahmenpaketen geringen Fahrgastzuwächse resultieren aus der Tatsache, dass es sich hierbei um ein Angebot für Arbeitnehmer handelt. Da Wochentags eh schon, im Gegensatz zu Wochenenden, hohe Fahrgastzahlen verzeichnet werden, fällt der prozentuale Fahrgastzuwachs vergleichsweise gering aus bzw. es kommt zu leichten Fahrgastrückgängen, die auch darin begründet liegen können, dass sich Arbeitszeiten verschoben haben etc. Zudem wurde die Taktverdichtung nur um eine Stunde, also um einen relativ kurzen Zeitraum mit wenigen zusätzlichen Fahrten auf den einzelnen Linien, verlängert.Seite 39 von 65 36 08.10.2021 Abbildung 27:Ergebnisse der Querschnittserhebung 2019 4.1.1.4. Ergebnisse der Querschnittserhebung 2020 TM 1: Taktverdichtung aller Hauptlinien am Wochenende: Auf den Bahnlinien 61,62, 63 und 66 kam es zu einem Rückgang der durchschnittlichen Besetzung von 63% samstags sowie 73% sonntags. Während der Fahrgastrückgang auf den innerstädtischen Linien bei ungefähr 40% bis 50% lag, kam es insbesondere auf den grenzüberschreitenden Linien 16 und 66 zu einem deutlichen Fahrgastrückgang von bis zu 80%. Auf den Hauptlinien des Busverkehrs (600-614) kam es zu einem Rückgang der durchschnittlichen Besetzung von 44% samstags und 41% sonntags. Auf den innerstädtischen Linien kam es somit im Vergleich zum gesamten VRS zu einem unterdurchschnittlichen Fahrgastrückgang. TM2 und TM 3: Taktverdichtung und Angebotsverbesserung auf den Regionalbuslinien: Auf den im Angebot verbesserten Regionalbuslinien kam es zu einem Rückgang der durchschnittlichen Besetzung von 38% montags bis freitags, 40% samstags und 39% sonntags. Auch hier zeigt sich, dass es zwar insgesamt zu einem Fahrgastrückgang gekommen ist, allerdings ist auch dieser deutlich unter dem Durchschnittswert des gesamten VRS. +20% +18% +30% +12% -3% +2% +21% +33% +32% 0 10.000 20.000 30.000 40.000 50.000 60.000 70.000 80.000 Fahrgastentwicklung auf den Linien der Lead City Angebotsverbesserungen Durchschnittliche Summe der Besetzung 2017 Durchschnittliche Summe der Besetzung 2019Seite 40 von 65 37 08.10.2021 TM 4: Linie 632 als Tangentialverbindung Venusberg-Poppelsdorf-Endenich-Nordstadt-Beuel Auf der Buslinie 632 kam es zu einem Rückgang der durchschnittlichen Besetzung von 33% montags bis freitags, 52% samstags sowie 9% sonntags. Somit fällt auch auf dieser Linie der Fahrgastrückgang insgesamt geringer aus als im gesamten VRS. TM5: 10/20-Minuten-Takt der Hauptlinien montags bis freitags bis ca. 20:30 Uhr Auf den Bahnlinien 61,62, 63 und 66 kam es im Zeitraum des verlängerten Takts von montags bis freitags zu einem Rückgang der durchschnittlichen Besetzung von 65%. Auch hier liegt der Wert für die grenzüberschreitenden Linien deutlich höher. Auf den Hauptlinien des Busverkehrs kam es im betrachteten Zeitraum zu einem Rückgang der durchschnittlichen Besetzung von 49%. Da diese Teilmaßnahme hauptsächlich für den Berufsverkehr umgesetzt wurde, ist ein Rückgang der Zahlen im Mittel vergleichbar mit den VRS Zahlen nicht verwunderlich, da sich viele Arbeitnehmer*innen zum Zeitpunkt der Zählungen im Homeoffice befanden. Abbildung 28: Ergebnisse der Querschnittserhebung 2020 +20% +18% +30% +12% -3% +2% +21% +33% +32% -63% -73% -44% -41% -65% -51% -38% -40% -39% 0 10.000 20.000 30.000 40.000 50.000 60.000 70.000 80.000 Fahrgastentwicklung auf den Linien der Lead City Angebotsverbesserungen Durchschnittliche Summe der Besetzung 2017 Durchschnittliche Summe der Besetzung 2019 Durchschnittliche Summe der Besetzung 2020Seite 41 von 65 38 08.10.2021 4.1.1.5. Ergebnisse der Querschnittserhebung 2021 TM 1: Taktverdichtung aller Hauptlinien am Wochenende: Auf den Bahnlinien 61,62, 63 und 66 kam es im Vergleich 2019/2021 zu einem Rückgang der durchschnittlichen Besetzung von 50% samstags sowie 26% sonntags. Im Vergleich 2020/2021 kam es zu einer Steigerung der durchschnittlichen Besetzung von 36% samstags sowie 34% sonntags. Auf den Hauptlinien des Busverkehrs (600-614) kam es im Vergleich 2019/2021 zu einem Rückgang der durchschnittlichen Besetzung von 44% samstags und 37% sonntags. Im Vergleich 2020/2021 kam es zu einer Veränderung der durchschnittlichen Besetzung von -4% samstags sowie +5% sonntags. TM2 und TM 3: Taktverdichtung und Angebotsverbesserung auf den Regionalbuslinien: Auf den im Angebot verbesserten Regionalbuslinien kam es im Vergleich 2019/2021 zu einem Rückgang der durchschnittlichen Besetzung von 41% montags bis freitags, 33% samstags und 23% sonntags. Im Vergleich 2020/2021 kam es zu einer Veränderung der durchschnittlichen Besetzung von -3% montags bis freitags, 0% samstags sowie +10% sonntags. TM5: 10/20-Minuten-Takt der Hauptlinien montags bis freitags bis ca. 20:30 Uhr Auf den Bahnlinien 61,62, 63 und 66 kam es im Vergleich 2019/2021 zu einem Rückgang der durchschnittlichen Besetzung von 42%. Im Vergleich 2020/2021 kam es zu einer Steigerung der durchschnittlichen Besetzung von 64%. Auf den Hauptlinien des Busverkehrs (600-614) kam es im Vergleich 2019/2021 zu einem Rückgang der durchschnittlichen Besetzung von 23%. Im Vergleich 2020/2021 kam es zu einer Veränderung der durchschnittlichen Besetzung von +30% Da diese Teilmaßnahme hauptsächlich für den Berufsverkehr umgesetzt wurde, ist ein Rückgang der Zahlen im Mittel vergleichbar mit den VRS Zahlen nicht verwunderlich, da sich viele Arbeitnehmer*innen zum Zeitpunkt der Zählungen im Homeoffice befanden. Abbildung 29: Ergebnisse der Querschnittserhebung 2021 +28% +13% +27% +8% +5% 0% +20% +46% +59% -63% -45% -41% -40% -65% -54% -38% -33% -30% +36% +34% -4% +5% +64% +30% -3% 0% +10% 0 5.000 10.000 15.000 20.000 25.000 30.000 35.000 40.000 45.000 Fahrgastentwicklung auf den Linien der Lead City Angebotsverbesserungen Durchschnittliche Summe der Besetzung 2017 Durchschnittliche Summe der Besetzung 2019 Durchschnittliche Summe der Besetzung 2020 Durchschnittliche Summe der Besetzung 2021Seite 42 von 65 39 08.10.2021 4.1.1.6. Ergebnisse der sonstigen Fahrgastzählungen Fahrgastbefragungen Linie 632 und Linie 817: Abbildung 30: Übersicht Ergebnisse Fahrgastbefragung Linie 632 und Linie 817 15% 9% 40% 4%0% 32% Änderung der Fahrhäufigkeit Linie 817 häufiger eher häufiger gleich eher seltener seltener weiß nicht 33% 11% 15%0%4% 37% Bewertung neue Linienführung Linie 817 gut eher gut teils teils eher schlecht schlecht weiß nicht 30% 11% 35% 2%1% 21% Änderung der Fahrhäufigkeit Linie 632 häufiger eher häufiger gleich eher seltener seltener weiß nicht 51% 10% 9% 1%1% 28% Bewertung neue Linienführung Linie 632 gut eher gut teils teils eher schlecht schlecht weiß nicht 20% 0%23% 5%9% 71% 47% 11%1% 13% Linie 632 Linie 817 Vermiedene PKW Fahrten Ja, mehr als 5 Fahrten je Woche Ja, etwa 1-5 Fahrten je Woche Ja, in geringem Umfang Nein, keine Vermeidung weiß nichtSeite 43 von 65 40 08.10.2021 Fahrgastzählung Linie 632 Abbildung 31: Ein- und Aussteiger Linie 632 Fahrtrichtung Bonn Beuel Abbildung 32: Ein- und Aussteiger Linie 632 Fahrtrichtung Bonn Venusberg 178 25,5 19 64 119 72 29,5 57,5 82,5 30,5 61 20,5 34 4 10 26,5 56 39 68,5 40 10,5 4 6,5 100 6,5 5 19 1,5 1 6 5 0,5 0 0 1,5 1 7,5 24 59,5 17 39 115,5 26 51 23,5 25,5 15,5 48,5 35 24,5 33,5 24,5 17 12 7,5 11,5 66 5 7 26,5 3,5 32,5 156,5 51 70,5 139,5 0 20 40 60 80 100 120 140 160 180 200 Beuel Bahnhof… Beueler… Doktor-Weis-… Beuel Rathaus… Konrad-… Bertha-von-… Wilhelmsplatz… Rosental… Chlodwigplatz… Am Nordpark… Gerhardsplatz… Heinrich-Böll-… Propsthof Nord… Am Dickobskreuz… Gerhard-… Am Propsthof… Immenburgpark… Auf dem Hügel… Frongasse… Brahmsstraße… Sebastianstraße… Albert-… Carl-Troll-Straße… Poppelsdorfer… Clemens-August-… Im Wingert… Marienhospital… Friedrichsruh… Casselsruhe… Uniklinikum Nord… Kiefernweg… Uniklinikum… Uniklinikum Süd… Ein- und Aussteiger Linie 632 Fahrtrichtung Beuel Summe von Einsteiger Summe von Aussteiger 97,5 50 79 76,5 13,5 5,5 42 16 56 14 10,5 7 16,5 15,5 16,5 40 31,5 28 44,5 26 15 16,5 10 8,5 50,5 14,5 140 38 12,5 65,5 4 5,5 1 1,5 0 0 1,5 3,5 6 3 2 6 19 92 8 10 8,5 34,5 27 27,5 41,5 18 27,5 38,5 15 16 36 11 8 42,5 37,5 77,5 46,5 43 138,5 79 14,5 7,5 11 93,5 0 20 40 60 80 100 120 140 160 Uniklinikum Süd… Uniklinikum… Kiefernweg… Uniklinikum Nord… Casselsruhe… Friedrichsruh… Marienhospital… Clemens-August-… Poppelsdorfer… Carl-Troll-Straße… Albert-… Sebastianstraße… Brahmsstraße… Magdalenenplatz… Pastoratsgasse… Erich-Hoffmann-… Auf dem Hügel… Immenburgpark… Am Propsthof… Gerhard-Domagk-… Am Dickobskreuz… Propsthof Nord… Heinrich-Böll-Ring… Zeisigweg… Gerhardsplatz… Am Nordpark… Chlodwigplatz… Rosental… Wilhelmsplatz… Bertha-von-… Hermannstraße/K… Beuel… Goetheallee… Beuel Hallenbad… Beuel Bahnhof… Ein- und Aussteiger Linie 632 Fahrtrichtung Venusberg Summe von Einsteiger Summe von AussteigerSeite 44 von 65 41 08.10.2021 TM2: Taktverdichtung und Angebotsausweitung auf den Regionalbuslinien SB55, 550, 551, 551 und 540/640 Für die Linie 552 liegen Auswertungen der automatischen Fahrgastzählung der RSVG (Stand Herbst 2019) vor. Die grenzüberschreitende Nachfrage findet in der Spitze am Morgen in Fahrtrichtung Bonn statt und in der Spitze am Nachmittag in die Gegenrichtung. Die Fahrten zu den Schulanfangs- und Endzeiten sind voll ausgelastet, die anderen i.A. mit ca. 5 bis 15 Fahrgästen besetzt. Ergebnisse Linie 540 (Zählung November 2020) Die durchschnittliche Fahrgastzahl an Normalwerktagen lag bei 2.391 Fahrgästen. An Samstagen bei durchschnittlich 1.120 Fahrgästen. Es ist ein Pandemieeffekt erkennbar. Im Vergleich zur Querschnittserhebung 2019 lag die Nachfrage innerhalb des Bonner Stadtgebiets noch bei ca. 70%. In Sankt Augustin wurden trotz des Lockdowns etwa 20% mehr Fahrgäste gezählt, als dies bei Zählungen auf der alten Linie 517 der Fall war. Grundsätzlich erscheinen der Linienverlauf und die Angebotsdichte auf dieser Linie stimmig. Bei Hochrechnung auf 100%-Nachfrage liegt eine sehr gute Auslastung ohne größere Kapazitätsengpässe über den gesamten Streckenverlauf vor. Ergebnisse Linie 550 (Zählung November 2020) Die durchschnittliche Fahrgastzahl an Normalwerktagen lag bei 2.346 Fahrgästen. An Samstagen bei durchschnittlich 1.136 Fahrgästen und an Sonntagen bei 485 Fahrgästen. Auch auf dieser Linie ist ein Pandemieeffekt erkennbar. Im Vergleich zur Querschnittserhebung 2019 lag die Nachfrage innerhalb des Bonner Stadtgebiets noch bei ca. 33%-67% der Nachfrage. Insbesondere in der Schwachverkehrszeit ist ein drastischer Nachfragerückgang erkennbar. Dies ist wahrscheinlich insbesondere aufgrund des weggebrochenen Freizeitverkehrs zu begründen, sodass die Erhebungsergebnisse für eine zukünftige Angebotsplanung nicht zu verwenden sind. Allerdings zeigt die Erhebung auch, dass mit der neu eingerichteten Direktverbindung Bonn Nord <> Niederkassel eine Relation erschlossen wurde, die bislang trotz eines vorhandenen Verkehrsbedürfnisses bislang nicht abgebildet wurde. So wurden auf dieser Relation 320 Fahrgäste/NWT gezählt. TM3: Taktverdichtung und Angebotsausweitung auf den Regionalbuslinien 520, 537, 817, 845, 855, 856 und 857 Die aus Rheinbach/Heimerzheim kommende Linie 817 verkehrt seit August 2019 ab Roisdorf neu nach Tannenbusch anstelle Hersel. Dazu kam eine Taktverdichtung auf dem Streckenabschnitt innerhalb der Stadt Bornheim, die jedoch Bestandteil des gleichzeitig umgesetzten Buskonzeptes Bornheim und damit keine Lead City Maßnahme ist. Aufgabe der neuen Verbindung ist die Herstellung neuer interkommunaler Verbindungen sowie die Anbindung des Gewerbegebietes Alfter- Nord. Letzteres befindet sich aktuell aber noch in der Entwicklung (Vermarktung 1. BA läuft, für 2. BA ist der B-Plan in Aufstellung). Außerdem konnte innerhalb von Tannenbusch die eigentlich geplante Route aufgrund von Straßenbaumaßnahmen bislang noch nicht gefahren werden. Trotz dieser Umstände verzeichnete die neue Verbindung zwischen Roisdorf und Tannenbusch im November 2019 bereits rund 270 Fahrgäste pro Normalwerktag, bei freilich noch geringer Fahrzeugauslastung von durchschnittlich ca. 4,5 Fahrgästen pro Fahrt.Seite 45 von 65 42 08.10.2021 TM 4: Linie 632 als Tangentialverbindung Venusberg-Poppelsdorf-Endenich-Nordstadt-Beuel Die ersten Fahrgastzählungen im Fahrzeug zeigen, dass die Buslinie von den Nutzern gut angenommen wird. Allerdings zeigen die Zählungen auch, dass das Potenzial der Linie noch nicht vollständig ausgeschöpft werden konnte. 4.1.1.7. Zusammenfassung Evaluation Angebotsverbesserungen Insgesamt zeigt sich, dass alle Teilmaßnahmen den gewünschten Effekt der Nachfragesteigerung erzielen konnten. Auf den im Rahmen des Förderprogramms verdichteten Linien kam es zu einem deutlichen Fahrgastzuwachs im Vergleich 2017/2019. Die Zählungen aus den Jahren 2020 und 2021 bestätigen den allgemeinen Fahrgastrückgang auf Grund der Corona Pandemie, sodass diese Zählungen für eine Bewertung des Förderprojekts nur bedingt verwendet werden konnten. Im Vergleich zu der im Auftrag des VRS durchgeführten Studie ist der Fahrgastrückgang auf den im Rahmen des Förderprojekts eingeführten Angebotsverbesserungen geringfügig geringer. Es zeigt sich aber auch, dass die Fahrgastzahlen im Vergleich zu der Zählung 2020 im Frühjahr 2021 wieder leicht gestiegen sind. Auch die durchgeführten Haushaltsbefragungen zeigen, dass die Maßnahmen der Angebotsverbesserungen von den Nutzern positiv bewertet werden. Gegenüber der Haushaltsbefragung im Jahr 2019 ist bei der erneuten Befragung der Anteil der reinen Auto- oder Fahrradfahrer niedriger und es kam zu einem Anstieg der Fahrrad/Auto sowie ÖPNV/Auto Kombination, sodass insgesamt ein leicht verändertes Mobilitätsverhalten zu vermuten ist. TM 1: Taktverdichtung aller Hauptlinien am Wochenende Mit der Taktverdichtung aller Hauptlinien am Wochenende erfolgte gleichzeitig eine Harmonisierung mit der Nahverkehrsplanung des Nahverkehrs Rheinland (NVR) für den SPNV. Das S-Bahn-Netz (außer S23) wurde bereits zum Fahrplanwechsel im Dezember 2018 samstags in denselben Zeiträumen von 30- auf 20-Minuten-Grundtakt umgestellt. Daher ist die Taktverdichtung am Wochenende in Bonn ein wesentlicher Bestandteil eines attraktiven Nahverkehrsangebots im Gebiet des NVR. Die Teilmaßnahme stärkt insbesondere die Anbindung an die Innenstadt und die Stadtbezirkszentren und ist damit von hoher Relevanz für den lokalen Einzelhandel. Diese Teilmaßnahme wurde gemäß der vorliegenden Auswertung der durchgeführten Evaluationen besonders gut angenommen. TM2: Taktverdichtung und Angebotsausweitung auf den Regionalbuslinien SB55, 550, 551, 552 und 540/640 Im Gegensatz zu der Taktverdichtung auf den Bonner Hauptlinien gab es auf den grenzüberschreitenden Linien zwischen Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis erhebliche Leistungsausweitungen in den Hauptverkehrszeigen, so dass die Teilmaßnahme für eine Verkehrsverlagerung im Berufs- und Ausbildungsverkehr elementar ist. Die Fahrgastzählungen auf den Linien bestätigen die Vermutung, dass auf diesen Relationen deutliche Kapazitäts- und Angebotsengpässe vor dem Förderprogramm bestanden. Auch dieSeite 46 von 65 43 08.10.2021 Ergebnisse der Haushaltsbefragung zeigen, dass die Maßnahmen von den Nutzern positiv bewertet werden. TM3: Taktverdichtung und Angebotsausweitung auf den Regionalbuslinien 520, 537, 817, 845, 855, 856 und 857 Zum Fahrplanwechsel im August 2019 wurde das Angebot der Regionalbuslinien in den linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis ebenfalls erheblich verbessert. Vorher fuhren die Linien außerhalb der Hauptverkehrszeit meist nur stündlich, sonntags teilweise nur alle zwei Stunden oder überhaupt nicht. Neu sind nun einheitliche Mindeststandards montags bis samstags alle 30 Minuten sowie sonntags und abends alle 60 Minuten, dazu kommen weitere Taktverdichtungen in den Hauptverkehrszeiten. Mit der Einführung der Linie 817 ist zwischen Bornheim Mitte und Roisdorf sowie Tannenbusch außerdem eine neue Direktverbindung entstanden, um die Berufs- und Ausbildungsverkehre zwischen Bornheim und dem Bonner Norden aufzunehmen. Zwischen Roisdorf und Tannenbusch soll in den nächsten Jahren das neue Gewerbegebiet „Alfter Nord“ entstehen, das zusätzliche Fahrgastpotenziale generieren wird und den Bestand der neuen Verbindung über den Projektzeitraum hinaus ermöglichen soll. In diesem Zusammenhang wird die Linienführung anzupassen sein und nach ersten Evaluierungen der Fahrgastnachfrage sollen auch weitere Verbesserungen für den Korridor Bornheim – Bonner Westen unter Einbindung des heute unzureichend erschlossenen Gewerbegebiets Bonn West entwickelt und vorgeschlagen werden. Auch die Fahrgastzählungen auf den Linien dieser Teilmaßnahme bestätigen die Vermutung, dass auf diesen Relationen deutliche Kapazitäts- und Angebotsengpässe vor dem Förderprogramm bestanden. Auch die Ergebnisse der Haushaltsbefragung zeigen, dass die Maßnahmen von den Nutzern positiv bewertet werden. TM 4: Linie 632 als Tangentialverbindung Venusberg-Poppelsdorf-Endenich-Nordstadt-Beuel Die ersten Zählungen zeigten, dass die Linie noch nicht das volle Potenzial ausgeschöpft hat. Die weiteren Zählungen und auch die Ergebnisse der Haushaltsbefragungen zeigen, dass diese Linie gut angenommen wird. Als im Rahmen der Corona Pandemie einzelne Fahrten verstärkt wurden, um auf wichtigen Relationen die Abstandsregeln einhalten zu können, wurden auch die Fahrten der Linie 632 verstärkt. Es zeigt sich somit, dass sich die Verbindung mittlerweile etabliert hat und eine wichtige Verbindung zum Universitätsklinikum darstellt. TM5: 10/20-Minuten-Takt der Hauptlinien montags bis freitags bis ca. 20:30 Uhr Durch die Taktverdichtung der innerstädtischen Hauptlinien und der grenzüberschreitenden Stadtbahnlinie 66 an Sonntagen wurde dem höheren Verkehrsbedarf im Freizeitverkehr Rechnung getragen und Kapazitäten für Fahrgastzuwächse geschaffen. Die Ergebnisse der Haushaltsbefragung zeigen, dass auch diese Maßnahme von den Nutzern positiv bewertet wurde.Seite 47 von 65 44 08.10.2021 4.1.2. Klima-Ticket und besondere Tarifangebote zur Steigerung der ÖPNV-Nutzung 4.1.2.1. Ergebnisse aus der Neukundenbefragung Abbildung 33: Informationsmedium der befragten Neukunden Abbildung 34: Grund für den Ticketkauf der befragten Neukunden 70% 24% 13% 2% 1% 1% 1% 1% Wie sind Sie auf das 365-Euro-Ticket aufmerksam geworden? 87% 65% 35% 18% 10% 8% 9% Was war der Grund, warum Sie das 365-Euro-Ticket gekauft haben?Seite 48 von 65 45 08.10.2021 Abbildung 35: Allgemeine Zufriedenheit mit dem 365-Euro Ticket der befragten Neukunden Bekanntheit von Zusatznutzen des 365-Euro-Tickets Im dritten Teil der Befragung wurden die Nutzer gefragt, welche Zusatznutzen des 365-Euro-Ticket sie kennen. Abbildung 36: Bekanntheit der Mitnahmemöglichkeit 64% 29% 6% 1% 0% Sehr zufrieden eher zufrieden Teils/Teils Eher unzufrieden Sehr unzufrieden Wie zufrieden sind Sie bisher mit Ihrem 365- Euro-Ticket insgesamt? 9% 90% 1% nein Ja, und zwar Keine Angabe Anteil an denjenigen, die mindestens 1 Mitnahme kennen Anteil an allen Befragten Mitnahme Erwachsene bekannt 95% 86% Mitnahme Kinder bekannt 67% 60% Mitnahme Fahrrad bekannt 64% 57% 53% 20% 12% 10% 1% 1% 0% 3%Seite 49 von 65 46 08.10.2021 Abbildung 37: Nutzung der Mitnahmemöglichkeit Bekanntheit und Nutzung der Freiminuten beim Fahrradmietsystem Als Inhaber des 365-Euro-Ticket können Sie das Fahrradsystem der SWB Bus und Bahn mit täglich 30 Freiminuten nutzen. Abbildung 38: Bekanntheit und Nutzung der Freiminuten beim Fahrradmietsystem 1 2 0 4 3 2 33 14 11 47 24 34 13 47 42 2 10 11 Mitnahme eines Erwachsenen Mitnahme von 1-3 Kindern Mitnahme eines Fahrrads Nutzung der Mitnahmemöglichkeit (fast) täglich mehrmals die Woche mehrmals im Monat seltener nie Keine Angabe 58% 41% 2% Kennen Sie dieses Angebot nein Ja Keine Angabe 29% 55% 16% Über die Freiminuten hinaus Nur im Rahmen der Freiminuten Keine Angabe Falls ja: 63%13% 11% 8%4%1% Wie häufig nutzen Sie dieses Angebot? Nie seltener mehrmals im Monat mehrmals die Woche (fast) täglich Keine Angabe Falls mind. seltenerSeite 50 von 65 47 08.10.2021 Verkehrsmittelverhalten vor und nach dem Kauf des 365-Euro-Ticket Im vierten Teil der Befragung wurden die Nutzer des 365-Euro-Tickets zum Verkehrsmittelwahlverhalten vor und nach dem Kauf des 365-Euro Tickets befragt Abbildung 39: Verkehrsmittelwahl vor dem 365-Euro-Ticket Falls Sie Busse und Bahnen in Ihrer Region auch schon vor dem 365-Euro-Ticket genutzt haben: Mit welchem Ticket sind Sie hauptsächlich gefahren? Abbildung 40: Ticketnutzung vor dem 365-Euro-Ticket 31% 14% 14% 28% 21% 18% 14% 25% 15% 11% 30% 20% 7% 5% 19% 9% 5% 15% MIV ÖPNV Fahrrad Verkehrsmittelwahl vor dem 365-Euro-Ticket (fast) täglich mehrmals die Woche mehrmals im Monat Seltener Nie Keine Angabe 72% 1% 1% 10% 2% 2% 7% 3% 3% Ticketnutzung vor dem 365-Euro-Ticket EinzelTicket/4er Ticket 24 StundenTicket/TagesTicket WochenTicket MonatsTicket JobTicket SemesterTicket Ticketkombinationen Sonstiges Keine AngabeSeite 51 von 65 48 08.10.2021 Abbildung 41: Verkehrsmittelwahl seit dem 365-Euro-Ticket Abbildung 42: Wegezwecke des 365-Euro-Ticket Abbildung 43: ÖPNV Nutzungs-Gebiet des 365-Euro-Tickets 6% 43% 10% 17% 41% 18% 21% 9% 16% 31% 1% 19% 11% 1% 18% 14% 5% 19% MIV ÖPNV Fahrrad Verkehrsmittelwahl seit dem 365-Euro-Ticket (fast) täglich mehrmals die Woche mehrmals im Monat Seltener Nie Keine Angabe 25% 29% 1%2% 39% 1% 2% Wegezwecke mit dem 365-Euro-Ticket Berufswege Berufs- u. Freizeit- /Versorgungswege Ausbildungswege Ausbildungs- u. Freizeit- /Versorgungswege Freizeit-/Versorgungswege Berufs-, Ausbildungs- und Freizeit-/Versorgungswege 69% 29% 2% ÖPNV Nutzungsgebiet Ausschließlich Stadgebiet Bonn Stadtgebiet Bonn und außerhalb keine Angabe 66% 30% 10% 12% Einzelticket 4er Ticket 24h Ticket Sonstiges Ticketnutzung außerhalb des StadtgebietsSeite 52 von 65 49 08.10.2021 Sonstige Mitteilungen Im letzten Teil der Befragung bestand die Möglichkeit der freien Eingaben. Die am häufigsten genannten Stichworte sind im Folgenden dargestellt: Abbildung 44: Sonstige Mitteilungen zum 365-Euro-Ticket Ergebnisse der Nachbetrachtung: Allgemeines zum 365-Euro-Ticket-Kauf Abbildung 45: Zufriedenheit mit dem 365-Euro-Ticket in der Nachbetrachtung 43% 18% 16% 15% 11% 5% 13% Sonstige Mitteilungen 63% 26% 8% 3% 0% Sehr zufrieden eher zufrieden Teils/Teils Eher unzufrieden Sehr unzufrieden Wie zufrieden waren Sie insgesamt mit Ihrem 365-Euro-Ticket?Seite 53 von 65 50 08.10.2021 Abbildung 46: Allgemeine Einschätzung des 365-Euro-Tickets in der Nachbetrachtung Verkehrsmittelwahlverhalten und vermiedene PKW-Fahrten während und nach dem Besitz des 365- Euro-Ticket In diesem Abschnitt der Befragung ging es um die folgenden Fragestellungen: Wie verändert sich das Verkehrsmittel-Wahlverhalten mit 365-Euro-Ticket und nach Ablauf des 365-Euro-Tickets? Wie viele Fahrten mit dem Auto in Bonn konnten pro Woche im Vergleich zur Situation vor der Nutzung des 365-Euro-Tickets vermieden werden? Welches Ticket wird bei einer zukünftigen Nutzung von Bussen und Bahnen hauptsächlich genutzt? 5% 9% 50% 50% 62% 76% 93% 8% 13% 31% 23% 25% 18% 5% 82% 74% 16% 19% 11% 5% 2% 5% 4% 3% 8% 2% 1% 0% Der Regeltarif des VRS ist für mich ein ausreichender Ersatz bei Wegfall des 365-Euro-Ticketes Ohne das 365-Euro-Ticket werde ich genauso viele Fahrten mit Bussen & Bahnen machen w ie mit dem 365-Euro-… Meine Einstellung zum Fahren mit Bussen & Bahnen hat sich durch das 365-Euro-Ticket verbessert Ohne das 365-Euro-Ticket werde ich das Auto mehr nutzen Das 365-Euro-Ticket habe ich nur wegen des preislichen Vorteils gegenüber dem Regeltarif erworben Durch das 365-Euro-Ticket bin ich mehr mit Bussen & Bahnen unterwegs Das 365-Euro-Ticket sollte dauerhaft eingeführt werden Inwieweit stimmen Sie folgenden Aussagen zu? Stimme voll zu Stimme teils zu Stimme nicht zu Kann ich nicht beurteilenSeite 54 von 65 51 08.10.2021 Abbildung 47 Verkehrsmittelwahl nach Auslauf des 365-Euro-Tickets in der Nachbetrachtung Abbildung 48: Vermiedene PKW-Fahrten mit dem 365-Euro-Ticket Nachbetrachtung 5% 24% 45% 9% 13% 17% 17% 32% 39% 15% 22% 23% 26% 15% 9% 25% 17% 16% 34% 11% 4% 35% 17% 11% 13% 7% 2% 7% 25% 20% 5% 11% 1% 9% 6% 13% Auto mit dem 365-Euro-Ticket Auto nach dem 365-Euro-Ticket ÖPNV mit dem 365-Euro-Ticket ÖPNV nach dem 365-Euro-Ticket Fahrrad mit dem 365-Euro- Ticket Fahrrad nach dem 365-Euro- Ticket Verkehrsmittelwahl während und nach dem 365-Euro-Ticket (Fast) täglich mehrmals die Woche mehrmals im Monat seltener nie Keine Angabe 17% 9% 16% 48% 10% Vermiedene PKW Fahrten mit dem 365-Euro-Ticket Keine Angabe 3 oder mehr Fahrten pro Woche 2 Fahrten pro Woche 1 Fahrt pro Woche 0 Fahrten pro Woche Falls Fahrten vermieden 70% 10% 10% 5%5% Mit welchem Auto hätten Sie die vermiedenen Fahrten, die Sie gerade angegeben haben, durchgeführt? Benzin-PKW Diesel-PKW Euro 4
Gekürzt — den vollständigen Text enthält das PDF.
Folgen Neue Vorlagen, Sitzungen und Auswertungen aus dem Bonner Rat — im Fediverse, ohne Konto lesbar.
bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 21:22 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de