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220385 · Mitteilungsvorlage

Sachstandsbericht Naturpark Rheinland und Naturpark Siebengebirge

Nummer
220385
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
15.03.2022
Letzte Änderung
15.09.2026
  1. Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 31.03.2022 Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage
öffentlich
220385
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
67 Amt für Umwelt und Stadtgrün
Dezernat:
Dez. III
Sachstandsbericht Naturpark Rheinland und
Naturpark Siebengebirge
Beratungsfolge
Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale
Agenda
31.03.2022 Kenntnisnahme
Mitteilung:
Die Verwaltung berichtet regelmäßig zu den Aktivitäten der zwei Naturparke
Rheinland und Siebengebirge, zuletzt mit DS-Nr. 200670.
Die Aufgaben der Naturparke in Deutschland sind über vier thematische Säulen
definiert. Die erste Säule „Naturschutz und Landschaftspflege“ beinhaltet den
Schutz der biologischen Vielfalt, des Klimas und von Ressourcen, um damit die
Natur- und Kulturlandschaften in ihrer Schönheit zu erhalten und entwickeln.
Erholungsmöglichkeiten innerhalb der regionaltypischen Landschaft für
Besucher zu schaffen und dabei eine nachhaltige Entwicklung der Angebote zu
gewährleisten, ist Bestandteil der zweiten Säule „Erholung & nachhaltiger
Tourismus“. Innerhalb der dritten Säule geht es speziell um die Themen
„Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung“, in deren Rahmen
verschiedenen Zielgruppen, insbesondere aber Kindern und Jugendlichen, die
Natur und Kultur in der Region erlebbar zu machen und damit das Verständnis
für die Schutzwürdigkeit dieser Landschaften näherzubringen. Vierte und letzte
Säule ist die „Nachhaltige Regionalentwicklung“, deren Ziel es ist, nachhaltige
Landnutzung, Wertschöpfung und regionale Entwicklung zu unterstützen und
im selben Zuge die regionale Identität, Heimatverbundenheit und
Lebensqualität zu fördern.
Der Naturpark Rheinland, der neben Teilgebieten der Stadt Bonn auch
Flächen der Stadt Köln, des Rhein-Erft-Kreises, des Kreises Euskirchen sowie
die linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis-Kommunen umfasst, hat eine
Gesamtgröße von 1045 Quadratkilometern. Entsprechend der gesetzlichen und
satzungsgemäßen Aufgaben hat der Naturpark sich auch in den Jahren
2021/22 verstärkt um die Themenfelder Naherholung/Tourismus,
Umweltbildung, Regionalentwicklung und Naturschutz gekümmert.
Im Vordergrund standen vor allem die pandemiebedingte teilweise
Übernutzung der ballungsraumnahmen Naherholungsbereiche. Hier hat der
Naturpark stellvertretend für die Region Köln-Bonn eine Studie bei der
Deutschen Sporthochschule Köln, Institut für Outdoor Sport und
Umweltforschung begleitet, die das Nutzerverhalten der
Naherholungssuchenden analysiert und aus dem sich Handlungsweisen
ableiten lassen, die für eine künftige Besucherlenkung in der Region hilfreichSeite 1 von 4
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sind. Ein parallel dazu durch den NRW Tourismus und das MUNLV in Auftrag
gegebenes Gutachten, das die Möglichkeiten von digitalen
Besucherlenkungssystemen auf der Ebene aller 12 NRW Naturparks
beleuchtet, hat weitere Erkenntnisse gebracht, die in zukünftigen
Förderkulissen, wie zum Beispiel EFRE NRW in Umsetzung gebracht werden
sollen.
Maßnahmen der Besucherlenkungen sind auch für den Bereich Kottenforst
geplant. Im Herbst 2021 haben die Planungen für die Ausbringung eines
Wegeleitsystems begonnen, das auf der Grundlage des vorhandenen
Wegenetzes die Orientierung für Naherholungssuchende und Touristen
vereinfachen soll.
Als Ergänzung zum Radroutennetz der „Rheinischen Apfelroute“ hat der
Naturpark in Kooperation mit der Biologischen Station Bonn/Rhein-Erft und
gefördert durch den LVR bereits im Herbst 2020 die „Rheinische
Streuobstwiesenroute“ eröffnet.
Im Bereich der Umweltbildung wurden als Folge der Pandemie zahlreiche
digitale Formate entwickelt, die das Bildungsangebot der vier Naturparkzentren,
zu denen auch das „Haus der Natur“ gehört, ergänzen. Die Umsetzung erfolgte
zum Teil mittels Förderung, die der Naturpark erneut als „Regionalzentrum
Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) im Landesnetzwerk NRW“
einwerben konnte. Im Rahmen der Förderung konnten auch die
Naturparkschulen, zu denen u.a. die Bodelschwinghschule in Friesdorf gehört,
erneut kostenfreie pädagogische Angebote in Anspruch nehmen.
Weiterhin betreut der Naturpark Rheinland die laufende Neuaufstellung und
Organisation des Naturpark Siebengebirge und setzt diese
verwaltungstechnisch um.
Der Naturpark Siebengebirge blickt als ältester Naturpark Nordrhein-
Westfalens auf eine lange Historie zurück. Das 1869 aus einer Natur- und
Heimatschutzinitiative in der Region entstandene private Naturschutzareal war
die Basis für die Gründung des Naturparks im Jahre 1958, der zu Beginn
lediglich aus dem heute bekannten Naturschutzgebiet Siebengebirge (NSG) mit
4.800 ha bestand. Mit der Erweiterung des Naturparks im Jahre 2007 wuchs
die Fläche auf 11.200 ha an und inkludiert nun u.a. Teile des Pleiser
Hügellands. Zu dieser Zeit wurde der Naturpark ehrenamtlich durch den
Verschönerungsverein für das Siebengebirge (VVS) getragen und verwaltet.
Der Naturpark mit seinen Kommunen Bad Honnef, Königswinter, Sankt
Augustin und der Stadt Bonn war und ist als Naherholungsraum Anlaufpunkt
einer Wachstumsregion mit mehr als zwei Millionen Einwohnern. Um die
vielfältigen Aufgaben des Naturparks unter den gegebenen
Rahmenbedingungen umsetzen zu können, war die Einrichtung einer
hauptamtlichen Verwaltung notwendig. Daher wurde 2018 die Trägerschaft des
Naturparks auf den Rhein-Sieg-Kreis übertragen (vgl. DS-Nr. 1711858), der
eine Geschäftsstelle (mit 2 Vollzeitstellen) etablierte. Zusätzlich wird in der
Regel eine halbe Stelle über akquirierte Förderprojekte finanziert.
Die Themenrouten des Naturparks Siebengebirge wurden auch außerhalb des
Naturschutzgebietes (NSG) ergänzend ausgeschildert, damit Wanderer eine
Orientierung auch außerhalb von Schutzgebieten haben. Dabei wurde bewusstSeite 2 von 4
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nicht das Wegeleitsystem der Wegesteine innerhalb des NSG übernommen,
sondern vielmehr auf eine übliche Wanderwegemarkierung mittels Schilder
zurückgegriffen. Hierdurch besteht die Möglichkeit, in der Kommunikation
explizit die unterschiedlichen Schutzkategorien innerhalb des Naturparks
herauszuarbeiten. In Bonn wurde das Wegeleitsystem für das
Naturschutzgebiet im Bonner Ennert umgesetzt und an die Situation im
gesamten Naturpark angeglichen. Hier wurden Wegestein-Markierung mit
Steinplatten, wie sie im übrigen NSG bereits bestehen, ergänzt.
Der Weinwanderweg in Oberdollendorf ist Anfang der 1980er Jahre entstanden
und informiert über die Geschichte und die Abläufe im Weinbau. In Kooperation
mit der Tourismus Siebengebirge GmbH wurde der Weinwanderweg in
Oberdollendorf erneuert und ertüchtigt. Dabei orientiert sich das neue
Informationsvermittlungssystem im Sinne der Einheitlichkeit und
Wiedererkennung im Siebengebirge am bereits etablierten System der
Kulturlandschaftsvermittlung am Drachenfels, auf dem Beethoven-Wanderweg
und den KapellenSchleifen. Die Inhalte wurden überarbeitet, angepasst und mit
einem vor Ort ansässigen Winzer sowie dem Brückenhofmuseum abgestimmt.
Im Rahmen des Naturparke-Wettbewerbs „Naturpark.2021.NRW“ erreichte der
Naturpark den dritten Platz. Unter dem Titel „Heimat (er)leben - Unser
Siebengebirge – Heimat gestern und morgen“ setzt der Naturpark
Siebengebirge folgende Teilprojekte um:
- „Meine Heimat – Kinder schlagen Wurzeln“: Hier wurden die Kinder-
Lehrpfade „Zeitsprung“ und „Expedition Himberg“ entwickelt. Zentrales
Thema ist die Umweltbildung. Gleichzeitig wurde ein attraktives
Naturparkangebot außerhalb des Naturschutzgebietes geschaffen.
- „Heimat im Wandel – Neue Wurzeln auf alten Wegen“: Hier wurde die
„Genusstour Lecker-Ländchen“ als themenspezifischer Wanderweg
konzipiert. Schwerpunkt ist das Thema der nachhaltigen
Regionalentwicklung, in deren Mittelpunkt die regionalen Erzeuger mit
ihren Produkten stehen. So wurden – neben der Schaffung eines
Netzwerkes und dem Aufbau einer Marktschwärmerei in Königswinter -
die Betriebe als „Partner des Naturpark Siebengebirge“ ausgezeichnet.
- „Heilsame Heimat – Zurück zu den Wurzeln“: Hier wurden die
zertifizierten Natur- und Landschaftsführer explizit im Bereich des
„bewussten Naturerlebens“ geschult. Dabei stand die qualitative
Naherholung im Vordergrund.
Begleitet wurde dieses neue Angebot durch 35 Veranstaltungen in einem
Zeitraum von Mitte August bis Anfang November 2021. Im Rahmen der
Abschlussveranstaltung, als Tag der regionalen Produkte, wurden auch
erstmalig die Partnerbetriebe des Naturparks Siebengebirge ausgezeichnet.
Der Naturpark Siebengebirge hat sich auch am laufenden Naturparke-
Wettbewerb 2022 beteiligt. Unter dem Titel: „Zukunftswerkstatt Siebengebirge –
Sprachrohr für die Naturparkregion“ soll die Professionalisierung der
Kommunikation im Sinne des Besuchermanagements im Fokus stehen, um die
Belastung des Naturraums zu minimieren bzw. die Erlebnisqualität für den
Besucher zu steigern. Der Wettbewerbsbeitrag hat leider keine Förderung
erhalten. Aktuell werden aber alternative Fördermöglichkeiten ermittelt, um das
Projekt ab dem Jahr 2023 dennoch umsetzen zu können.Seite 3 von 4
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Der Naturpark Siebengebirge hat sich darüber hinaus auch mit dem Projekt
„Nachhaltiges und digitalisiertes Besuchermanagement im Naturpark
Siebengebirge - Beschaffung, Inbetriebnahme und Einbindung moderner
Infrastrukturen" um eine EFRE-REACT-Förderung beworben. Es handelt sich
um eine 100-Prozent-Förderung. Inhalt des Projektes ist die Erprobung einer
flächendeckenden Erfassung von Besucherfrequentierungen in der Region. Ziel
ist die Etablierung einer interaktiven Besucherlenkung, um Überlastungen von
touristischen und erholungsrelevanten Hotspots im Siebengebirge
entgegenzuwirken. Der Naturpark hat die Förderung erhalten und hat mit den
Planungen begonnen.
Die Verwaltung wird weiterhin zu den Angeboten und Entwicklungen der beiden
Naturparke berichten.
Anlage/n
KeineSeite 4 von 4

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Datenstand: 03.11.2026, 08:01 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de