220380-02 · Mitteilungsvorlage
Prüfergebnis zu CDU-Antrag: Fußwege sicherer machen - Umbau Kreuzung Hochkreuzallee/ Klufterstraße/ Friesdorfer Straße
Kerndaten
- Nummer
- 220380-02
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 02.08.2026
- Letzte Änderung
- 23.10.2026
Orte
- Bernkasteler Straße Hauptort
- Hochkreuzallee
- Klufterstraße
- Friesdorfer Straße
- Friesdorf
- Bad Godesberg
- Bonn
Beratungsfolge
- Sitzung der Bezirksvertretung Bad Godesberg Kenntnisnahme
Dateien
- Sammeldokument öffentlich Öffnen ↗
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Mitteilungsvorlage öffentlich 220380-02 ST Der OberbürgermeisterDokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) Federführung: 61 Stadtplanungsamt Dezernat: Dez. III Prüfergebnis zu CDU-Antrag: Fußwege sicherer machen - Umbau Kreuzung Hochkreuzallee/ Klufterstraße/ Friesdorfer Straße Beratungsfolge Bezirksvertretung Bad Godesberg 02.09.2026 Kenntnisnahme Inhalt der Mitteilungsvorlage: Die Bezirksvertretung Bad Godesberg hat in ihrer Sitzung am 08.06.2022 zur DS 220380 den folgenden Beschluss gefasst: Die Verwaltung wird beauftragt, einen Umbau der Kreuzung Hochkreuzallee/ Klufterstraße/ Friesdorfer Straße zu prüfen. Hierbei prüft die Verwaltung mindestens folgende Varianten: a) Herausziehen der Bürgersteige in den Kreuzungsbereich (einschließlich Begrünung) b) Errichtung eines Minikreisverkehrs In jedem Fall sind die bestehenden Zebrastreifen zu erhalten und in die geänderte Planung zu integrieren. (einstimmig angenommen) Aufgrund dieses Beschlusses hat die Stadtverwaltung verschiedene Varianten für eine mögliche Umgestaltung des Knotenpunktbereichs geprüft. Die Prüfung hat Folgendes ergeben: Die Verwaltung stimmt den Antragstellern zu, dass die genannte Kreuzung grundsätzlich überdimensionierte Fahrbahnbreiten aufweist. Die westliche Einmündung der Hochkreuzallee besitzt eine Fahrbahnbreite von ca. 5,5m, die östliche von rund 8,2m. Die Fahrbahn der Klufterstraße ist im Einmündungsbereich ebenfalls ca. 8,2m breit und die Einmündung der Friesdorfer Straße weist sogar eine Breite von ca. 12,0m auf. Die Verkehrsanlagen wurden für die damaligen Verkehrsverhältnisse angelegt, als es noch nicht die Bernkasteler Straße als Umgehung für den Ortskern von Friesdorf gab. Der gesamte Knotenpunkt liegt in einer Tempo-30-Zone und es gilt eine Rechts-vor-links-Regelung. Über den östlichen Arm der Hochkreuzallee sowie der Klufterstraße verlaufen jeweils Fußgängerüberwege. Die Sichtbeziehungen zu den Aufstellbereichen sind aufgrund des Baumbestands und der weiten Kurvenradien teilweise eingeschränkt.Seite 1 von 7 Seite 2Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) Es besteht kein Linienbusverkehr am betrachteten Knoten, punktuell befahren lediglich Schulbusse den Knotenpunkt. Die Klufterstraße ist als Hauptroute im städtischen Radverkehrsnetz ausgewiesen. Direkt angrenzend an der westlichen Einmündung der Hochkreuzallee befindet sich eine E-Ladesäule mit zwei Ladepunkten. Im weiteren Verlauf ist eine Hol- und Bringzone der Bodelschwinghschule beschildert. Zur besseren Einordnung der Verkehrsbelastung wurde am 27.03.2025 eine Verkehrszählung durchgeführt. Diese ergab ein Kfz-Aufkommen am gesamten Knotenpunkt von 4130 Fahrzeugen am Tag mit 396 Fahrzeugen in der morgendlichen Spitzenstunde zwischen 7:15 und 8:15. Der Schwerverkehrsanteil ist mit 0,8 % als sehr gering einzuschätzen. Die Verteilung des Verkehrs ist asymmetrisch. Der östliche Arm der Hochkreuzallee ist ca. doppelt so stark befahren wie die Klufterstraße und der westliche Arm der Hochkreuzallee. Die Friesdorfer Straße weist eine noch weiter untergeordnete Verkehrsbedeutung für den Kfz-Verkehr auf. Im Gegensatz dazu war die Radverkehrsbelastung besonders stark auf den Knotenpunktsarmen Klufterstraße und Friesdorfer Straße mit jeweils ca. 1000 Radfahrenden. Die Klufterstraße haben am Erhebungstag insgesamt 265 Personen gequert, die Arme der Hochkreuzallee 209 bzw. 278 Fußgänger und die Friesdorfer Straße 186. An allen vier Querungsstellen zeigen sich ausgeprägte Morgenspitzen zwischen ca. 7:00 und 9:00 Uhr. Nachmittags und abends zeigte die Erhebung teils ineinander verlaufende Spitzen zwischen ca. 14:15 bis nach 19:00 Uhr. Insbesondere der westliche Arm der Hochkreuzallee weist in den Stunden zwischen 11:15 und 20:15 immer zweistellige Querungszahlen auf. Die Höhe der Fußgängerverkehre deutet auf eine besondere Bedeutung des Knotenpunkts für die Wege zu der in der Nähe gelegenen Bodelschwinghschule und den Kitas hin. Hinweise zur Schulwegsicherheit am Knotenpunkt Hochkreuzallee / Klufterstraße / Friesdorfer Straße wurden in letzter Zeit auch vermehrt aus der Bürgerschaft an die Stadtverwaltung herangetragen. Laut Unfallatlas hat sich 2019 am Knotenpunkt ein Unfall zwischen Pkw und Fußgänger beim Überqueren der Straße ereignet. 2020 ist es zu einem Zusammenstoß zwischen einem Pkw und einem Fahrradfahrer gekommen. Durch eine Umgestaltung des Knotenpunktes soll neben der Verbesserung der Sicherheit für Fußgänger der bislang stark versiegelte Verkehrsraum ökologisch aufgewertet werden. Der Straßenraum ist an dieser Stelle gemäß Planungshinweiskarte hoch hitzebelastet. Am Tag werden im unverschatteten Straßenraumbereich Temperaturen bis zu 43 °C gemessen. In der Nacht ist eine ebenfalls noch hohe Hitzebelastung bis zu 20 °C messbar. Maßnahmen zur Verbesserung des Mikroklimas sind hier möglichst proaktiv umzusetzen. Im Zuge des Umbaus können ausgewählte Asphaltflächen zurückgebaut und entsiegelt werden, sodass begrünte Versickerungsflächen entstehen können. Diese ermöglichen eine natürliche Regenwasseraufnahme, entlasten die Kanalisation und tragen zur Grundwasserneubildung bei. Durch die Anlage von Grünflächen mit standortgerechter Bepflanzung, beispielsweise mit heimischen Stauden oder Einsaaten und Sträuchern, wird die Biodiversität gefördert und das Mikroklima verbessert. Dort, wo es dieSeite 2 von 7 Seite 3Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) unterirdische Infrastruktur, das örtliche Platzangebot (mind. 8 m² / 12 m³) und die Sichtbeziehungen zu den Fußgängerüberwegen hergeben, sollten klimaangepasste Straßenbäume etabliert werden, um die verbleibenden versiegelten Flächen bestmöglich durch Beschattung herunterzukühlen. Ein geschlossenes Blätterdach wird dabei aber hier bewusst vermieden, um den Kaltluftabfluss in der Nacht nicht zu behindern. Auf Basis dieser örtlichen Gegebenheiten hat die Verwaltung zwei Konzepte entwickelt, wie der Knotenpunkt fußgängerfreundlicher umgestaltet werden könnte: Bauliche Umgestaltung durch Gehwegaufweitungen an Querungsbereichen des Fußverkehrs Eine Variante ist die bauliche Umgestaltung des Kreuzungsbereichs. Hier würden die Einmündungen der Knotenpunktsarme ebenfalls - je nach Ast - auf 5,5m bis 6,0m Fahrbahnbreite durch Anpassungen der Bordsteinbereiche eingeengt werden können. Damit können verbesserte Fußgängerquerungen hergestellt werden, da die Querungsbreiten erheblich verkleinert werden. Durch die verbreiterten Seitenbereiche würden Kinder auf dem Weg zur Schule, aber auch andere Verkehrsteilnehmer, von Fahrer/-innen sich nähernder Kfz besser gesehen werden. Auf diese Weise kann insgesamt ein sichererer Knotenpunktsbereich geschaffen werden. Die bauliche Anpassung der Gehwegflächen würde höhengleiche Gehwegbereiche schaffen, welche die Aufenthaltsqualität steigern. Die aufgeweiteten Seitenbereiche bieten voraussichtlich auch ausreichende Flächen für die Platzierung von Grünflächen und Baumstandorten und damit Potential für Entsiegelungen. Dies gilt vorbehaltlich einer detaillierten Leitungsprüfung. Es könnten Radabstellanlagen im Knotenpunkt angeboten werden, ohne dass eine signifikante Anzahl an Pkw-Parkmöglichkeiten entfallen muss. In der Vergangenheit wurden Abstellmöglichkeiten im Umfeld angefragt. Grundsätzlich würde diese Variante eine erhöhte Verkehrssicherheit und mehr Aufenthaltsqualität und Begrünung bieten. Überschlägig können die Kosten für die Gehwegaufweitungen und die Herstellung / Anpassung der Fußgängerquerungen auf ca. 120.000€ geschätzt werden. In der weiteren Planung ist zu prüfen, ob die Sinkkästen im Knotenpunktsbereich angepasst werden müssen. Dies würde zusätzlich Kosten im vier- bis geringen fünfstelligen Bereich verursachen. Die erstmalige Entsiegelung von Grünbeeten wäre förderfähig. Mini-Kreisverkehr Laut Prüfauftrag sollte ebenfalls eine Umgestaltung des Knotenpunkts in einen Mini-Kreisverkehr geprüft werden. Direkt angrenzend am Knotenpunkt Hochkreuzallee / Bernkasteler Straße besteht derzeit schon eine ähnliche Verkehrsanlage. Aus Gründen der Leistungsfähigkeit ist der Bau eines Kreisverkehrs am Knotenpunkt Hochkreuzallee/ Klufterstraße/ Friesdorfer Straße nicht notwendig. Aufgrund der am Knotenpunkt vorhandenen öffentlichen Flächen könnte lediglich ein Mini-Kreisverkehr mit maximal rundSeite 3 von 7 Seite 4Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) 19m Fahrbahndurchmesser hergestellt werden. Zur Herstellung des Kreisverkehrs wären allerdings auch Anpassungen der Seitenbereiche notwendig, welche die Gehwegflächen und möglichen Entsiegelungsflächen verkleinern würden. Auch die Wege für den Fußverkehr würden im Vergleich zur Bestandssituation länger. Zudem ist an vielen Mini-Kreisverkehren im Bonner Stadtgebiet in den vergangenen Jahren ein auffälliges Unfallgeschehen zu beobachten. Dies trifft auch auf den angrenzenden Kreisverkehr an der Hochkreuzallee / Bernkasteler Straße zu. Ein Mini-Kreisverkehr hätte eine weiterhin überdimensionierte Verkehrsfläche zur Folge, die keinen signifikanten Sicherheitsgewinn erwarten lassen würde. Da voraussichtlich der gesamte Knotenpunkt umgebaut werden müsste, würden für diese Variante überschlägig Kosten von ca. 350.000€ entstehen. Auch hier wäre die erstmalige Entsiegelung von Flächen förderfähig, wenn Standorte dafür gefunden werden können. Fazit Falls der Wunsch nach einer Umgestaltung des Knotenpunkts Hochkreuzallee / Klufterstraße / Friesdorfer Straße besteht, empfiehlt die Verwaltung die bauliche Anpassung der Seitenbereiche. Ein (Mini-)Kreisverkehr kann nicht empfohlen werden, da die Verkehre auch so leistungsfähig abgewickelt werden können. Auch die aktuellen Entwicklungen im Bereich der Verkehrssicherheit an anderen (Mini-) Kreisverkehren im Stadtgebiet und voraussichtlich notwendige Eingriffe in den Seitenraum zur Herstellung der Kreisfahrbahn sprechen gegen die Variante. Der Entsiegelungsgrad ist niedriger. Durch eine bauliche Umgestaltung der Seitenbereiche könnte die Sicherheit der Zufußgehenden im Knotenpunkt nachhaltig erhöht werden. Zusätzlich lässt sich die Aufenthaltsqualität steigern und die aktuell zu groß dimensionierten Einmündungen zurückbauen. Vorbehaltlich einer Leitungsprüfung lassen sich mindestens Grünbeete, voraussichtlich aber auch Baumpflanzungen realisieren und Entsiegelungen vornehmen. Durch die vergleichsweise kleineren Eingriffe liegen die voraussichtlichen Kosten niedriger als bei Anlage eines Mini- Kreisverkehrs. Bei Beschluss von weiteren Planungsschritten können die Begrünung, Gestaltung und die verkehrsrechtlichen Möglichkeiten weiterer bevorrechtigter Fußgängerüberwege tiefergehend betrachtet werden. Grundsätzlich stehen weder die Kosten für die Gehweganpassungen noch die Herstellungskosten für einen Mini-Kreisverkehr im Haushalt der Stadt Bonn zur Verfügung, da solche Summen in der Haushaltsplanung frühzeitig berücksichtigt werden müssen. Die zukünftige Anmeldung von Haushaltsmitteln müsste im Rahmen des laufenden Projektes zur Aufgabenkritik und der weiteren Finanzplanung geprüft werden. Anlage/n 1 Variantenskizzen Knotenpunkt Hochkreuzallee / Klufterstraße / Friesdorfer Straße (öffentlich)Seite 4 von 7 Seite 5Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)Seite 5 von 7 Skizze bauliche UmgestaltungSeite 6 von 7 Skizze Mini-KreisverkehrSeite 7 von 7
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 03.11.2026, 10:51 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de