220379 · Antrag
CDU-Antrag: Maßnahmen zur Bekämpfung krimineller Delikte im gesamten Stadtbezirk von Bad Godesberg
Kerndaten
- Nummer
- 220379
- Art
- Antrag
- Veröffentlicht
- 17.02.2022
- Letzte Änderung
- 15.09.2026
Stand im Verfahren i
- Einreichung
- Terminierung
- Sitzung
Soweit erfasst. Das Ergebnis der Beratung ist in den Daten nicht enthalten. Das vollständige Verfahren →
Beratungsfolge
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Antrag öffentlich 220379 Antragsteller/in: Jens Röskens Inge Stauder Roland Andreas Krichel CDU Bezirksfraktion Bad Godesberg 16.02.2022 gez. Jansen CDU-Antrag: Maßnahmen zur Bekämpfung krimineller Delikte im gesamten Stadtbezirk von Bad Godesberg Beratungsfolge Bezirksvertretung Bad Godesberg 09.03.2022 Anhörung Inhalt des Antrags Die Verwaltung wird beauftragt, wirksame Präventions- und Interventionsmaßnahmen zur Bekämpfung krimineller Delikte im gesamten Stadtbezirk von Bad Godesberg in Zusammenarbeit mit dem Polizeipräsidium Bonn und anderen relevanten Institutionen so schnell wie möglich umzusetzen, um eine bessere Sicherheit für die Einwohnerinnen und Einwohner von Bad Godesberg zu gewährleisten. Die Verwaltung wird im Einzelnen beauftragt, 1. wirksame Handlungskonzepte mit Richtlinien zur Umsetzung von effektiven Gewaltpräventionsmaßnahmen zur Verhütung krimineller Delikte und gemeinsame Grundregeln zum sozialen Umgang miteinander sowie zum Umgang mit Aggression und Gewalt zu entwickeln. 2. qualitativ hochwertige und nachhaltige Gewaltpräventionsmaßnahmen in allen relevanten Institutionen auszuwählen, aufeinander abzustimmen und strukturell in Netzwerken zu verankern, s. auch DS 210368-01 ST. Die neu eingerichtete zentrale Fach- und Koordinierungsstelle Gewaltprävention stellt das Maßnahmenpaket und die zentrale Präventionsstruktur in der Bezirksvertretung mit der Benennung von Hauptverantwortlichen für den Stadtbezirk von Bad Godesberg vor. 3. für die gewaltpräventive Arbeit im Stadtbezirk Bad Godesberg sollen folgende Akteure berücksichtigt werden: ● Kriminalpräventiver Rat (OB, Polizeipräsidium, Schule und Justiz)Seite 1 von 5 Seite 2 ● Amt für Kinder, Jugend und Familie ● Schulamt und Schulpsychologie ● Vertreterinnen und Vertreter von Kindergärten, Schulen und Familienhilfen ● Vertreterinnen und Vertreter der offenen Kinder- und Jugendarbeit (u.a. Godesheim und Hermann-Josef-Haus mit dem „One World Café“) ● Jugendkontaktbeamte und Beamte der Bearbeitung von Intensivtätern ● die Staatsanwaltschaft im Bereich Jugendkriminalität ● alle relevanten Stadtteilarbeitskreise (u.a. der Stadtteilarbeitskreis GoRespekt gegen Gewalt) ● Sportvereine 4. einen regelmäßig tagenden „Runden Tisch“ bzw. einen Qualitätszirkel zur Gewaltprävention mit Hybriden-Meetings mit den unter einen regelmäßig tagenden „Runden Tisch“ bzw. einen Qualitätszirkel zur Gewaltprävention mit Hybriden-Meetings mit den unter 3. genannten Vertretern einzuberufen, der sich auch auf digitaler Basis während der Corona-Pandemie austauschen kann. Dabei können bewährte Gewaltpräventionskonzepte in Schulen, Kinder- und Jugendeinrichtungen besser aufeinander abgestimmt und evaluiert werden. Beratungsangebote für Familien, Kinder und Jugendliche bereitzustellen sowie Qualifizierungs- und Fortbildungsangebote zum Umgang mit Konflikten und Gewalt für relevante Gruppen (pädagogische Fachkräfte, Medienscouts, Peer- Groups usw.) anzubieten. 5. sobald wie möglich eine zentrale öffentliche Internetplattform aufbauen, in der Informationen über die gewaltpräventive Arbeit in Bonn mit stadtteilbezogenen Auswertungen von Situationsanalysen bereitgestellt werden. Mit deren Hilfe sollte man auch Kontakte zu Verantwortlichen und Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern der relevanten Institutionen herstellen können, um Unterstützungs- und Beratungsangebote wahrnehmen zu können. 6. eine gemeinsame Anlaufstelle des Stadtordnungsdienstes und der Polizei in der neuen Bad Godesberger Polizeiwache unter Einbeziehung der freien Träger der Wohlfahrtspflege einzurichten. 7. das Präsenz- und Kontrollkonzept mit Fußstreifen unter Einbindung von Jugendkontaktbeamten der Polizei, bei dem „relevante Örtlichkeiten“ für Jugendliche in Bad Godesberg aufgesucht werden, zu erweitern, um eine regelmäßige Bestreifung durch Ordnungsamt und Polizei in der Innenstadt sowie auch an anderen Orten im gesamten Stadtgebiet von Bad GodesbergSeite 2 von 5 Seite 3 besonders in den Abend- und Nachtstunden zu gewährleisten. 8. zur Verbesserung des subjektiven Sicherheitsempfindens, Straßen und Plätze, die als dunkle Zonen und Angsträume nach den bereits durchgeführten Stadtteilbegehungen im Bad Godesberger-Zentrum im November und Dezember 2019 wahrgenommen wurden, besser auszuleuchten und ggf. dort auch Video-Kameras aufzustellen. 9. zu überprüfen, ob das Kommissariat für Kriminalprävention und Opferschutz in Zukunft außer den Selbstbehauptungskursen für Mädchen auch wieder die bewährten Unterrichtseinheiten in den Bad Godesberger Schulen zur Gewaltprophylaxe anbieten kann. Begründung Die Gewaltdelikte in Bad Godesberg im November und Dezember des letzten Jahres in der Junkerstraße und in der Nähe des Bad Godesberger Bahnhofs, die Verletzungen mit Messern im Bereich des Hochkreuzes, der brutale Raubüberfall in Friesdorf in der Neujahrsnacht, die Einbrüche von Jugendlichen im neuen Jahr sowie die Bedrohungslage am 20. Januar 2022 an der Elisabeth-Selbert-Gesamtschule in Bad Godesberg machen deutlich, dass ein dringender Handlungsbedarf zum Abbau von Gewaltdelikten im gesamten Stadtbezirk von Bad Godesberg besteht. Nach einer Anfrage der CDU-Bezirksfraktion vom 13. April 2021 zum Gewaltpräventionskonzept für Bonn und den Stadtbezirk Bad Godesberg (DS - 210368-01) hat die Verwaltung auf die Auswertung einer ersten Situationsanalyse im Rahmen der Entwicklung des Gewaltpräventionskonzeptes durch die Philipps-Universität Marburg hingewiesen. Hierbei wurde sowohl eine Dunkelfeldanalyse zu Gewalt in Schulklassen der neunten Jahrgangsstufe durchgeführt als auch zwei Stadtteilbegehungen im November und Dezember 2019 zum subjektiven Sicherheitsempfinden in der Bevölkerung. „Hierbei wurde für Bad Godesberg kein besonderer überdurchschnittlicher Bedarf für gewaltpräventive Maßnahmen festgestellt. So berichteten Schülerinnen und Schüler aus Bad Godesberg am seltensten über Gewalterfahrungen als Opfer. Des Weiteren wurde mit Blick auf die Verteilung der Täterschaften festgestellt, dass 21,3 % der Schülerinnen und Schüler, die im Bezirk Bad Godesberg eine Schule besuchen, angaben, in den letzten 12 Monaten eine Gewalttat ausgeführt zu haben.“ Diese Ausführungen der Verwaltung (DS 210368-01 ST) mit den oben genannten Ergebnissen machen mehr als deutlich, dass im Stadtbezirk von Bad Godesberg Aggressionen und Gewalt abgebaut werden müssen, selbst wenn in anderen Stadtbezirken der Anteil von Gewaltdelikten höher ist. Immerhin haben ca. 1/5 aller Befragten in Bad Godesberg angegeben, an Gewalttaten beteiligt zu sein. Ein Vergleich mit anderen Stadtbezirken ist hierSeite 3 von 5 Seite 4 nicht zielführend. Der Handlungsbedarf wird insbesondere auch durch die jüngsten Vorfälle deutlich. In 2020 wurden in Bad Godesberg relativ viele Raubstraftaten begangen. Nach den neuesten Aussagen von Polizeisprecher Simon Rott gibt es nach einem Bericht des Generalanzeigers vom 09.03.2022 beim Thema Jugendkriminalität eine besondere Sensibilität in Bad Godesberg. Man muss alles daransetzen, dass es in Zukunft nicht weiter zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen und jungen Erwachsenen kommt oder Jugendliche und Heranwachsende an anderen Gewaltdelikten wie Einbrüchen beteiligt sind. „Gewaltprävention zielt auf die direkte oder indirekte Beeinflussung von Personen bzw. Situationen, um das Risiko zu vermindern, dass Gewalttaten begangen und Menschen Täter oder Opfer von Gewalt werden.“ (Deutsches Forum Kriminalprävention (DFK), 2012, S.80) Idealerweise sollte man die bisher eigesetzten Maßnahmen auch auf ihre Wirksamkeit überprüfen. Daher sollten qualitativ hochwirksame Gewaltpräventionsmaßnahmen in Institutionen wie in Schulen, Kindergärten und Jugendeinrichtungen eingesetzt werden. Dazu zählen die Schulung von Streitschlichterinnen und Streitschlichtern, das Projekt zur Persönlichkeitsstärkung „Lions Quest“, die Ausbildung und Etablierung von Medienscouts, die Qualifizierung von Lehrkräften als Beratungslehrerinnen und Beratungslehrer nach dem Bensberger Mediations- Modell, welches als Trainingsprogramm in Klassen mit entsprechenden Regeln, Sprach- und Handlungsmustern zur konstruktiven Konfliktbearbeitung für alle Alters- und Entwicklungsstufen eingesetzt werden kann. Bewährt hat sich auch das peergroup-orientierte Buddy-Projekt zum Erwerb sozialer Handlungskompetenzen nach dem Motto: „Aufeinander achten, Füreinander da sein und Miteinander lernen“. Absolut notwendig ist die Einbeziehung von Eltern in die gewaltpräventive Arbeit. So finden an vielen Schulen Elternabende in Zusammenarbeit mit dem Kommissariat für Kriminalprävention und Opferschutz statt. Bedauerlich ist, dass die bewährten Unterrichtseinheiten des Kommissariats für Kriminalprävention und Opferschutz seit mehreren Jahren nicht mehr angeboten werden. Große Akzeptanz finden nach wie vor die Informationsabende in Zusammenarbeit mit dem Kommissariat Vorbeugung der Kriminalpolizei Bonn zu den Themen „Gefahren im Internet“ und „Sucht“. In den oben genannten Netzwerken können sich die Fachleute regelmäßig über wirksame Konzepte zur Gewaltprävention und zur Verbesserung der Sicherheitslage im gesamten Stadtteil austauschen und sich über wirksame präventive Maßnahmen abstimmen. Die Fachberatung der Fach- und Koordinierungsstelle Gewaltprävention kann dabei wertvolle Unterstützung leisten. Nach der bereits getätigten Umfrage im Rahmen der Untersuchung von Prof. Dr. Ulrich Wagner von der Philipps-Universität Marburg ergaben die Stadtteilbegehungen konkrete Verbesserungsvorschläge für die Gestaltung von Plätzen und Straßen in Bad Godesberg. Mehrfach wurde eine bessere Ausleuchtung gefordert (Rondell Rheinallee, Kurpark, Haltestelle Stadthalle), in vielen Bereichen eine häufigere Bestreifung durch Polizei und Ordnungsamt (Kurpark, Koblenzer Straße, Rondell Rheinallee) sowie das Anbringen von Videokameras (Ria-Maternus-Platz, Kurpark). Insgesamt wird eineSeite 4 von 5 Seite 5 Verbesserung der Aufenthaltsqualität mit einer regelmäßigen Pflege von Plätzen und Straßen in der Innenstadt gefordert. Vor allen Dingen wurde bei der Umfrage immer wieder hervorgehoben, dass sich vor allem in den Abend- und Nachtstunden das Sicherheitsgefühl verringert. Nach den jüngsten Vorfällen gilt es Angsträume zu vermeiden. Eine regelmäßige Bestreifung von Ordnungsamt und Polizei trägt besonders in den Abend- und Nachtstunden zur Sicherheit der Anwohnerinnen und Anwohner bei. Außerdem wünscht man sich eine stärkere Belebung der Plätze. Anlage/n KeineSeite 5 von 5
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 23:14 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de