220301 · Beschlussvorlage
Sachstand Welterbestätte Niedergermanischer Limes: Maßnahmenplanung, Projektsteuerung und Finanzierung
Kerndaten
- Nummer
- 220301
- Art
- Beschlussvorlage
- Veröffentlicht
- 14.03.2022
- Letzte Änderung
- 15.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung der Bezirksvertretung Bonn Anhörung
- Sitzung des Ausschusses für für Europa, Internationales, Wissenschaft, Wirtschaft und Arbeit Empfehlung
- Sitzung des Ausschusses für Wohnen, Planung und Bauen Empfehlung
- Sitzung des Kulturausschusses Empfehlung
- Sitzung des Unterausschusses Denkmalschutz Empfehlung
- Sitzung des Ausschusses für Finanzen, Beteiligungen und Vergabe Empfehlung
- Sitzung des Rates Entscheidung federführend
Dateien
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Beschlussvorlage öffentlich 220301 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 03 Amt für Wirtschaftsförderung Dezernat: Dez. OB Sachstand Welterbestätte Niedergermanischer Limes: Maßnahmenplanung, Projektsteuerung und Finanzierung Beratungsfolge Bezirksvertretung Bonn 05.04.2022 Anhörung Ausschuss für Wohnen, Planung und Bauen 06.04.2022 Empfehlung Kulturausschuss 07.04.2022 Empfehlung Ausschuss für Europa, Internationales, Wissenschaft, Wirtschaft und Arbeit 26.04.2022 Empfehlung Unterausschuss Denkmalschutz 28.04.2022 Empfehlung Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Vergabe 18.05.2022 Empfehlung Rat 09.06.2022 Entscheidung Beschlussvorschlag Die in der Begründung beschriebenen Maßnahmen in der Vermittlungs- und Öffentlichkeitsarbeit werden zustimmend zur Kenntnis genommen. Die hierfür erforderlichen Haushaltsmittel werden für diese neue und zusätzliche Aufgabe bei der Haushaltsaufstellung 2023/24 in Höhe von jährlich 30.000 Euro für Sachmittel zzgl. eines Betrags von 40.000 Euro jährlich für einen Honorarvertrag zur Verfügung gestellt. Begründung: Am 27. Juli 2021 wurde der „Niedergermanische Limes“ (NGL) in die Liste der Weltkulturerbe-Stätten der UNESCO aufgenommen. Der NGL ist die Bezeichnung für die einstige Grenze des Römischen Reiches am Rhein. Der Grenzabschnitt folgte dem antiken Rheinverlauf und erstreckte sich auf einer Länge von ca. 400 km zwischen Katwijk (NL) an der Nordsee bis Bad Breisig in Rheinland-Pfalz. Die Urkunde zum Weltkulturerbe wurde offiziell am 8. November 2021 in Bonn an alle beteiligten Gebietskörperschaften überreicht. Das Legionslager Bonn war der mit Abstand am längsten genutzte römischeSeite 1 von 5 Seite 2 Stützpunkt des Niedergermanischen Limes und hatte deshalb im Rahmen des Nominierungsantrages besondere Bedeutung. Das ehemalige Legionslager liegt im Stadtteil Bonn-Castell. Grundriss und Straßenführung des Römerlagers sind dort im modernen Stadtbild erkennbar. Zugleich ist es eines der besterhaltenen Legionslager des gesamten Römischen Reiches, auch wenn kaum oberirdische Reste erhalten sind. Die Verwaltung hatte zuletzt mit der Mitteilungsvorlage DS 210871 und der Stellungnahme auf die Große Anfrage 211426-01 zum Thema „Weltkulturerbe-Stätte Niedergermanischer Limes“ berichtet. Übergeordnete Maßnahmen in NRW und Rheinland-Pfalz Zentrale Homepage für den Niedergermanischen Limes wird die Seite www.der-niedergermanische-limes.de, als Informationsportal für das Welterbe. Kurze Informationen existieren auch auf der Homepage der Deutschen Limes- Kommission (www.deutsche-limeskommission.de) sowie mit einem eher touristischen Schwerpunkt auch auf der Seite www.roemer.nrw. Ein einheitliches übergeordnetes Corporate Design wurde jetzt entwickelt. Auch die Entwicklung einer App oder alternativer digitaler Maßnahmen ist seitens des Landschaftsverband-Rheinland (LVR) mittel- bis langfristig geplant. Darüber hinaus werden seitens der Bundesländer NRW und Rheinland-Pfalz ein Rad- wie auch ein Wanderweg geplant. Die entsprechende Beschilderungsplanung für den Wander-Radweg befindet sich in Vorbereitung. Gemeinsam mit den Niederlanden ist u. a. derzeit ein Band zu den hundert bedeutendsten Objekten am NGL in der Vorbereitung. Maßnahmen in Bonn Wegweisung und Informationen Mit der Verleihung des Weltkulturerbe-Status ist die Aufgabe verbunden, das römische Erbe in Abstimmung mit den Kooperationspartner*innen (das für den NRW-Bereich des Limes zuständige LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland (LVR-ABR) und die jeweiligen Gebietskörperschaften) sichtbar und erfahrbar zu machen. Vorrangiges Anliegen des LVR-ABR ist unter Absicherung eines landesweit einheitlichen Qualitätsniveaus, eine Bewusstseinsschaffung des NGL bei den Einwohnenden und Besucher*innen der Stadt Bonn. Hierzu sollen zunächst mit der Stadtverwaltung gemeinsameSeite 2 von 5 Seite 3 Maßnahmen für die nächsten 2-5 Jahre zur Vermittlung und Präsentation des Themas u. a. mit weiteren Einrichtungen wie dem LVR-LandesMuseum Bonn (LVR-LMB) entwickelt und umgesetzt werden. Eine erste Maßnahme wird auf Initiative des LVR jetzt in der Aufstellung von je zwei Informationstafeln (zweisprachig) pro Fundplatz münden. Hierbei soll eine Tafel Informationen zur UNESCO und zum „Outstanding Universal Value (OUV)“ des NGL enthalten und die andere Tafel einen Überblick zum jeweiligen Fundplatz geben. Die Gestaltung und Produktion der Tafeln trägt das LVR- ABR, die Aufstellung und Pflege der Tafeln die jeweilige Gebietskörperschaft. Die konkreten Standorte werden noch mit den Gebietskörperschaften im Detail abgestimmt. Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung NRW stellt als Anschubförderung zum NGL insgesamt 1,5 Mio. Grundsätzlich beträgt die Förderung je Antrag 50 Prozent, maximal 80 Prozent. Zum Erhalt von Landesmitteln hat die Stadt Bonn in enger Abstimmung mit dem LVR-LMB für den Vermittlungsort am Bauvorhaben „Didinkirica“ einen Projektentwurf mit einem Antragsvolumen von 20.000 Euro bei geschätzten Gesamtkosten in Höhe von 32.700 Euro eingereicht. Der Antrag selbst kann nur über die Kommune gestellt werden. Im Hinblick auf den einzubringenden Eigenanteil erscheint es nach aktuellem Kenntnisstand auch möglich, eigene Arbeitsleistungen anrechnen zu lassen. Hierzu wird sich die Stadt Bonn mit dem LVR-LandesMuseum Bonn noch gesondert abstimmen und vereinbaren. Der Antrag befasst sich inhaltlich mit der Errichtung einer neuen Präsentationsfläche im Bereich der Bebauungsverdichtung Ecke Rosental/Graurheindorfer Straße. Geplant ist in diesem Jahr die Erstellung von acht Text- und Bildtafeln, auf denen Aspekte vermittelt werden sollen, die das Bonner Legionslager kennzeichnen. Die Präsentationsfläche soll darüber hinaus um ausgewählte Objekte wie zum Beispiel Kopien von Grabsteinen, Alltagsgegenstände und der im Jahr 2020/21 geborgenen Teile u. a. eine nördlich der Alpen kaum nachgewiesene Wandmalerei in einer Soldatenunterkunft ergänzt werden. Zur Würdigung des NGL als Weltkulturerbe soll alljährlich mit Veranstaltungen auf das Thema aufmerksam gemacht werden. Vorgeschlagen ist im HinblickSeite 3 von 5 Seite 4 auf den Jahrestag der erste Sonntag nach dem 27. Juli, im Jahr 2022 also der 31. Juli. Die Verwaltung wird in Abstimmung mit dem LVR-ABR planen, wie der Termin 2022 gewürdigt werden kann. Rad- und Wanderweg Der oben bereits erwähnte Rad-Wanderweg soll auf bereits bestehenden Routen ausgewiesen werden. Insbesondere werden noch Abstimmungen bei den einzelnen Standortbestimmungen der Wegweiser in Bonn, ggf. notwendige Änderungen von bereits bestehenden Beschilderungen, der Feststellung der Kosten für Material, Layout und der Aufstellung, erfolgen. Projektkoordination Die Projektkoordination übernimmt das Amt für Wirtschaftsförderung unter Einrichtung einer „Task Force Limes“ bestehend aus den Bereichen Stadtförderung, Amt für Presse, Öffentlichkeitsarbeit und Protokoll, dem Stadtplanungsamt mit der Unteren Denkmalbehörde sowie dem Kulturdezernat. Die Wirtschaftsförderung wird die Stadt Bonn in dem Lenkungsreis des NGL bestehend aus den Vertretern der beteiligten Kommunen und Kreise sowie dem LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland repräsentieren. Finanzierung Aus Sicht der Verwaltung sind für die Umsetzung von Maßnahmen im Marketing und in der Öffentlichkeits- sowie Vermittlungsarbeit (u. a. Schulungen, etc.), oder auch für Beschilderungen und Ausweisungen in 2022 finanzielle Mittel in Höhe von rund 10.000 Euro notwendig. Diese Gelder sind aus dem bestehenden Haushalt der Bonn-Information (03-3) zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus sind HH-Mittel ab 2023/24 ff. i. H. von 30.000 Euro jährlich für die Pflege und Aktualisierung von Info-Tafeln, Radwegebeschilderung, Öffentlichkeitsarbeit (analog und digital), Schulungsmaßnahmen, Mitgliedsbeiträgen oder Planung und Durchführung des Limes-Geburtstages zur Verfügung zu stellen. Für die kontinuierliche Projektbetreuung und Umsetzung der geplanten Maßnahmen sind zusätzliche personelle Ressourcen erforderlich. Daher ist weiterhin die Einplanung von HH- Mitteln ab 2023/24 ff. für den Abschluss eines Honorar- bzw. Werkvertrages in Höhe von 40.000 Euro erforderlich.Seite 4 von 5 Seite 5 Die Verwaltung wird fortlaufend über den Projektstand und weitere Entwicklungen sowie ggf. notwendige Projektänderungen berichten. Finanzielle Auswirkungen: Produktgruppe 1.15.02 Produktgruppenbezeichnung Produkt Produktbezeichnung Tourismus 1.03.00.15.02.02 Tourismusförderung Investive Kosten der Maßnahme Betrag Finanzstelle / FiPos Veranschlagt in Noch bereit- zustellen Deckung Auszahlungen Einzahlungen Investiver Finanzsaldo Konsumtive Kosten der Maßnahme jährlich einschließlich Folgekosten Betrag Finanzstelle / FiPos Veranschlagt in Noch bereit- zustellen Deckung Auszahlungen / Aufwendungen 10.000,00 40.000,00 30.000,00 103001502/ 72.1000 103001502/ 72.1000 103001502/ 74.1000 2022 2023-2027 (angemeldet im Zuge der HH-Anmel- dung 2023/24 ff.) Einzahlungen / Erträge Haushaltsbelastung 2022 Ab 2023 jährlich 10.000,00 70.000,00 Anlage/n KeineSeite 5 von 5
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