220272 · Mitteilungsvorlage
Wohnungsmarktbericht 2021 (Bericht über die Ergebnisse der Wohnungsmarktbeobachtung 2020 in Bonn)
Kerndaten
- Nummer
- 220272
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 01.03.2022
- Letzte Änderung
- 15.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Rates Kenntnisnahme
- Sitzung des Ausschusses für Wohnen, Planung und Bauen Kenntnisnahme
- Sitzung des Ausschusses für Soziales, Migration und Gesundheit Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage öffentlich 220272 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 61 Stadtplanungsamt Dezernat: Dez. III Wohnungsmarktbericht 2021 (Bericht über die Ergebnisse der Wohnungsmarktbeobachtung 2020 in Bonn) Beratungsfolge Ausschuss für Wohnen, Planung und Bauen 06.04.2022 Kenntnisnahme Rat 17.03.2022 Kenntnisnahme Ausschuss für Soziales, Migration und Gesundheit 23.03.2022 Kenntnisnahme Mitteilung: Durch die Vorlage des Wohnungsmarktberichtes 2021 (Berichtsjahr 2020) informiert die Verwaltung über die Entwicklung des Geschehens auf dem Wohnungsmarkt und seiner Teilmärkte in Bonn. Auf Grund von Personalvakanzen kann der Bericht erst zum jetzigen Zeitpunkt veröffentlicht werden. Durch die große Bedeutung einer kontinuierlichen Wohnungsmarktbeobachtung ist eine Veröffentlichung (auch zu diesem späten Zeitpunkt) unbedingt sinnvoll. Der Wohnungsmarktbericht 2021 (Berichtsjahr 2020) stellt zum einen eine Fortsetzung der in den Vorjahren vorgelegten Berichte zur Baurechtschaffung und Bautätigkeit in Bonn dar (DS 1912457 und DS 200829). Zum anderen wurden im Vergleich zum Vorjahr der Umfang des Berichtes und der beobachteten Indikatoren erneut erweitert. Er umfasst Informationen zur Entwicklung des Wohnungsangebotes, zur Entwicklung der Bevölkerungs- und Haushaltszahlen, zum Geschehen auf dem Grundstücks- und Immobilienmarkt, sowie zu wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen. Der Bericht beinhaltet weiter eine Erläuterung der Fertigstellungszahlen von Wohngebäuden und Wohnungen seit 2011, sowie eine Analyse der aktuellen (Bestands-) Situation auf dem Wohnungsmarkt. Eine kontinuierliche Wohnungsmarktbeobachtung gibt Auskunft über Trends und Prognosen auf dem Wohnungsmarkt, sie ermöglicht der Stadt Bonn präventiv auf sich abzeichnende Veränderungen zu reagieren und kann letztlich eine bedarfsgerechte Entwicklung des Wohnungsmarktes unterstützen. Die Wohnungsmarktbeobachtung stärkt die Steuerungs- und Koordinierungsfunktion der Kommune, die Erkenntnisse werden als Grundlage für Planungen, Konzepte und Förderanträge genutzt. Zeitnah liefert die Wohnungsmarktbeobachtung wichtige Hinweise und Rahmendaten zu den bevorstehenden vorbereitenden Untersuchungen zurSeite 1 von 55 Seite 2 Ausgestaltung und zum Gebietsumfang sozialer Erhaltungsatzungen nach § 172 BauGB sowie zur Fortschreibung der Parameter der Angemessenheitsprüfung und der nächsten Evaluation im Rahmen des Bonner Baulandmodells. Anlage/n 1 220208_Bonner Wohnungsmarktbericht 2021_Berichtsjahr 2020_2 (öffentlich)Seite 2 von 55 Wohnungsmarktbericht 2021 Bericht über die Ergebnisse der Wohnungsmarktbeobachtung 2020 in BonnSeite 3 von 55 Inhaltsverzeichnis 1. Anlass und Zielsetzung .................................................................................................................... 1 2. Wohnungswirtschaftliche Rahmenbedingungen in Deutschland ................................................... 2 2.1. Baukonjunktur ......................................................................................................................... 2 2.2. Verbraucherpreisindizes.......................................................................................................... 5 2.3. Energieträger ........................................................................................................................... 7 2.4. Kapitalmarktbedingungen ....................................................................................................... 7 3. Wohnungsnachfrage ....................................................................................................................... 8 3.1. Bevölkerungsentwicklung in Bonn .......................................................................................... 8 3.2. Haushaltsentwicklung in Bonn .............................................................................................. 10 3.3. Wohnungsgrößen und Wohnflächeninanspruchnahme ........................................................... 12 4. Wohnungsangebot ........................................................................................................................ 14 4.1. Gebäude- und Wohnungsbestand ............................................................................................ 14 4.2. Baurechtschaffung..................................................................................................................... 16 4.3. Fertiggestellte Neubauwohnungen nach Jahren ...................................................................... 19 4.4. Fertiggestellte Neubauwohnungen nach Wohnungsgröße ...................................................... 21 4.5. Fertiggestellte Neubauwohnungen nach Stadtbezirken ........................................................... 23 4.6. Bauintensität in den Stadtbezirken ........................................................................................... 24 4.8. Fertiggestellte Wohngebäude nach Gebäudetyp ..................................................................... 26 4.9. Fertiggestellte Wohngebäude nach Anzahl der Wohneinheiten .............................................. 27 4.10. Fertiggestellte Wohngebäude nach Anzahl der Vollgeschosse............................................. 29 4.11. Fertiggestellte Wohngebäude und Neubauwohnungen nach Wohnfläche.......................... 30 5. Geförderter Wohnungsbau ........................................................................................................... 31 5.1. Geförderter Wohnungsbestand ................................................................................................ 32 5.2. Fertiggestellte geförderte Wohnungen..................................................................................... 34 5.3. Bewilligte geförderte Wohneinheiten und Fördermittel .......................................................... 35 5.4. Auslaufende Mietpreis- und Belegungsbindungen ................................................................... 36 6. Grundstücks- und Immobilienmarkt ............................................................................................. 37 6.1. Anzahl der Verträge / Kauffälle ................................................................................................. 38 6.2. Flächenumsatz unbebauter Grundstücke ................................................................................. 38 6.3. Flächenumsatz bebauter Grundstücke ..................................................................................... 39 6.4. Geldumsatz unbebauter Grundstücke ...................................................................................... 40 6.5. Geldumsatz bebauter Grundstücke .......................................................................................... 40Seite 4 von 55 6.6. Indexreihe für Baulandpreise .................................................................................................... 41 7. Ausblick auf Bautätigkeiten in 2021 .............................................................................................. 45 8. Fazit ............................................................................................................................................... 47 Glossar ................................................................................................................................................... 48Seite 5 von 55 1 1. Anlass und Zielsetzung Durch Vorlage des Wohnungsmarktberichtes 2020 informiert die Verwaltung über die Entwicklung des Geschehens auf dem Wohnungsmarkt und seiner Teilmärkte in Bonn. Dies geschieht auf Grundlage eines Indikatorensatzes, der neben der amtlichen Statistik auf ergänzende Datenquellen zurückgreift. Der Wohnungsmarktbericht 2020 stellt zum einen eine Fortsetzung der in den Vorjahren vorgelegten Berichte zur Baurechtschaffung und Bautätigkeit in Bonn dar (DS 1912457 und DS 200829). Zum ande- ren wurden im Vergleich zum Vorjahr der Umfang des Berichtes und der beobachteten Indikatoren erneut erweitert. Er umfasst Informationen zur Entwicklung des Wohnungsangebotes, zur Entwicklung der Bevölkerungs- und Haushaltszahlen, zum Geschehen auf dem Grundstücks- und Immobilienmarkt, sowie zu wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen. Der Bericht beinhaltet eine Erläuterung der Fertigstellungszahlen von Wohngebäuden und Wohnungen seit 2011, sowie eine Analyse der ak- tuellen (Bestands-) Situation auf dem Wohnungsmarkt. Die Bedeutung der systematischen Analyse des Bonner Wohnungsmarktes für die zukünftige Ausrich- tung der Bonner Stadtentwicklung wird durch die Bevölkerungsvorausberechnung des Landesbetriebs Information und Technik Nordrhein-Westfalen verdeutlicht. Die Statistiker und Statistikerinnen prog- nostizieren einen Anstieg der Bonner Bevölkerung bis 2040 um ca. 12 % auf knapp 365.000 Einwohner1. Gleichzeitig weist Bonn einen angespannten Wohnungsmarkt mit steigenden Mieten und Kaufpreisen sowie weniger, für den Wohnungsneubau geeigneter Flächen auf. Zudem besteht bei den wenigen verfügbaren Flächen häufig ein Konkurrenzdruck zu anderen Nutzungsmöglichkeiten (z.B. Gewerbe, Büro). Der Bestand an öffentlich gefördertem Wohnraum mit Mietpreis- und Belegungsbindungen ist in den letzten Jahren kontinuierlich zurückgegangen. Gerade für Haushalte mit geringen und mittleren Einkommen wird die Versorgung mit angemessenem, bezahlbarem Wohnraum immer schwieriger. Zur Benennung und Nutzung wohnungspolitischer Handlungsspielräume und der Entwicklung darauf ab- gestimmter Strategien benötigt eine Kommune ein umfangreiches Informationssystem. Eine kontinuierliche Wohnungsmarktbeobachtung gibt Auskunft über Trends und Prognosen auf dem Wohnungsmarkt, sie ermöglicht der Stadt Bonn präventiv auf sich abzeichnende Veränderungen zu agieren und kann letztlich eine bedarfsgerechte Entwicklung des Wohnungsmarktes gewährleisten. Sie stärkt die Steuerungs- und Koordinierungsfunktion der Kommune, ihre Erkenntnisse können als 1 https://www.landesdatenbank.nrw.de/link/statistikTabellen/12421Seite 6 von 55 2 Grundlage für Planungen, Konzepte und Förderanträge genutzt werden und sie kann eine wichtige Entscheidungsgrundlage für das Handeln am Wohnungsmarkt für Verwaltung, Politik und Wohnungs- marktakteure darstellen. Zeitnah liefert die Wohnungsmarktbeobachtung wichtige Hinweise und Rahmendaten zu den bevor- stehenden vorbereitenden Untersuchungen zur Ausgestaltung und zum Gebietsumfang sozialer Erhal- tungsatzungen nach § 172 BauGB sowie zur Fortschreibung der Parameter der Angemessenheitsprü- fung im Rahmen des Bonner Baulandmodells. Die genannten Instrumente sowie weitere, formelle In- strumente, welche durch das BauGB zur Gestaltung eine nachhaltigen Wohnungsmarkt- und Stadtent- wicklung zur Verfügung stehen, können durch eine fundierte Wohnungsmarktbeobachtung rasch und rechtsicher angewendet werden. 2. Wohnungswirtschaftliche Rahmenbedingungen in Deutschland 2.1. Baukonjunktur In Deutschland wurden in 2020 ca. 306.000 Wohnungen2 fertiggestellt3. Die seit 2010 festzustellende Steigerung der Baufertigstellungszahlen konnte auch im Vorjahr fortgesetzt werden. Gegenüber dem Vorjahr konnte eine Steigerung von 4,6 % oder ca. 13.400 fertiggestellten Wohnungen verzeichnet werden. 2 Statistisches Bundesamt (2021) 3 Beinhaltet Neu- und UmbautenSeite 7 von 55 3 Abbildung 1: Entwicklung der Baufertigstellungen und der Baugenehmigungen von Wohnungen in Deutschland Die Zahl der Baugenehmigungen ist in 2020 ebenfalls höher als im Vorjahr ausgefallen. Insgesamt wur- den Baugenehmigungen für 368.600 Wohnungen erteilt. Dies entspricht einer Steigerung um 2,2 % gegenüber dem Vorjahr. Der Überhang von genehmigten, aber noch nicht fertig gestellten Wohnungen beträgt nun 779.400 Wohnungen. Dies ist der höchste Stand seit 1998. Seit 2014 zeichnet sich ein Trend zu mehr genehmigten Wohnungen in Mehrfamilienhäusern als in Ein- und Zweifamilienhäusern ab. Abbildung 2: Entwicklung der Baufertigstellungen und der Baugenehmigungen von Wohnungen in DeutschlandSeite 8 von 55 4 Die Kosten für den Neubau von Wohngebäuden sind in Deutschland im Mai 20214 um 6,4 % gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Dies ist der höchste Anstieg der Baupreise gegenüber einem Vorjahr seit Mai 2007 (+7,1 % gegenüber Mai 2006). Die große Steigerung im Mai 2007 resultierte allerdings aus der damaligen Erhöhung der Mehrwertsteuer von 16 % auf 19 %. Die Preise für Rohbauarbeiten an Wohngebäuden stiegen von Mai 2020 bis Mai 2021 um 7,3 %. Be- gründet wird dies laut Statistischem Bundesamt insbesondere durch den starken Preisanstieg bei Zim- mer- und Holzbauarbeiten, welche aufgrund der erhöhten Nachfrage nach Bauholz im In- und Ausland um 28,5 % teurer geworden sind. Den größten Anteil an den Rohbauarbeiten und am Gesamtindex haben die Beton- und die Mauerarbeiten. Die Preise für Betonarbeiten stiegen um 6,6 %, die für Mau- erarbeiten um 4,8 %. Die Entwicklung der Baukosten ist für das Bonner Baulandmodell und für die Durchführung der Ange- messenheitsprüfungen wichtig. Die Baukosten sind einer von zahlreichen Indikatoren, die bei den An- gemessenheitsprüfungen bei der Anwendung des Baulandmodells berücksichtigt und jährlich aktuali- siert werden. Höhere Baukosten verringern die Wirtschaftlichkeit von Neubauvorhaben und können somit zu einem früheren Erreichen der Angemessenheitsgrenze führen. Die steigenden Baupreise für Wohngebäude werden auch durch die Betrachtung des Preisindex für Eigentumswohnungen verdeutlicht5. Seit 2016 (Preisindex, 2015Q4 = 100) sind in allen Kreistypen starke Preissteigerungen zu verzeichnen. Am stärksten sind davon Metropolen und kreisfreie Städte betroffen. Im 1. Quartal 2021 waren in den sieben größten Metropolen (Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf) Preissteigerungen von 11,1 % gegenüber dem Vorjahres- quartal festzustellen. In anderen kreisfreien Großstädten, welche mehr als 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner aufweisen, stiegen die Kaufpreise um 11,3 % gegenüber dem Vorjahresquartal. In dich- ter besiedelten ländlichen Kreisen wurden Steigerungen von 8,6 %, in dünn besiedelten ländlichen Kreisen von 7,7 % festgestellt. 4 https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2021/07/PD21_332_61261.html 5 https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Preise/Baupreise-Immobilienpreisindex/Tabellen/haeuser- preisindex-kreistypen.htmlSeite 9 von 55 5 Abbildung 3: Entwicklung der Preisindizes für Eigentumswohnungen differenziert nach Kreistypen Die Entwicklung ausgewählter Indikatoren des Bonner Grundstücks- und Immobilienmarktes wird in Kapitel 6 dieses Wohnungsmarktberichtes dargestellt. 2.2. Verbraucherpreisindizes Die Inflationsrate in Deutschland − gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – lag im Juni 2021 bei +2,3 %. Nach dem kontinuierlichen Anstieg seit Jahresbeginn hat sich die Inflationsrate damit etwas abgeschwächt. Laut Statistischem Bundesamt stiegen die Ver- braucherpreise im Vergleich zum Mai 2020 um 0,4 %. Abbildung 4: Entwicklung der Verbraucherindizes für Nahrungsmittel, Heizöl und Kraftstoffe und insgesamtSeite 10 von 55 6 Die Preise für Waren insgesamt erhöhten sich im Juni 2021 gegenüber dem Vorjahresmonat über- durchschnittlich um 3,1 %. Energieprodukte lagen dabei mit +9,4 % weiterhin deutlich über der Ge- samtteuerung. Die hohen Steigerungsraten bei Heizöl und Kraftstoffen resultieren insbesondere aus dem niedrigen Preisniveau in 2020, welches sich im Zuge der Auswirkungen der Corona-Pandemie ein- gestellt hatte. Der Verbraucherpreisindex für die Nettokaltmiete, welche die Entwicklung von Bestandsmieten und von Neu- und Wiedervermietungsmieten in allen Regionen Deutschlands beinhaltet, lag im Juni 2021 1,4 % über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die Verbraucherpreise für Wohnungsnebenkosten stie- gen um 2,1 %, die für Haushaltsenergie um 2,9 % gegenüber dem Vorjahresmonat. In den Verbrau- cherpreisen für Haushaltsenergie werden die Energieträger zusammengefasst, die zum Kochen, Hei- zen, für die Beleuchtung oder den Betrieb von Haushaltsgeräten benötigt werden. Die starken Schwan- kungen resultieren aus der hohen Bedeutung von Strom, Gas, Heizöl und Fernwärme, die ihrerseits deutlichen Preisveränderungen unterliegen (vgl. Abbildung 4). Abbildung 5: Entwicklung der Verbraucherindizes für Nettokaltmiete, Wohnungsnebenkosten und HaushaltsenergieSeite 11 von 55 7 2.3. Energieträger Abbildung 6: Entwicklung des Energieverbrauchs im Bereich Wohnen Die in Abbildung 7 dargestellte Entwicklung des Energieverbrauches umfasst den Endenergieverbrauch der privaten Haushalte, also die direkten Emissionen. Mit einem Anteil von über 40 % ist Gas weiterhin der wichtigste Energieträger im Bereich Wohnen. Die Bedeutung erneuerbarer Energien ist in den ver- gangenen Jahren aber deutlich gestiegen. Mehr als 14 % ihres Wohnenergiebedarfs deckten private Haushalte 2018 aus regenerativen Quellen, hauptsächlich Holz und andere Biomasse. Im Jahr 2000 waren es noch 6,5 %. Der Zuwachs bei der Nutzung erneuerbarer Energien hat in erster Linie den Ver- brauch von Heizöl ersetzt. 2018 machte Heizöl einen Anteil von knapp 18 % aus, 2000 waren es noch über 30 %. Kohle als Energieträger spielt so gut wie keine Rolle mehr. 2.4. Kapitalmarktbedingungen Die Entwicklung der Kapitalmarktbedingungen und des Zinsniveaus haben einen großen Einfluss auf die Wohnbaufinanzierung und auf die resultierende Kreditlast. Die Zinsen für Baufinanzierungen be- finden sich seit mehreren Jahren auf einem vergleichsweise sehr niedrigen Niveau. Sie sind allerdings im ersten Halbjahr 2021 wieder leicht angestiegen. Zum Stichtag 31.12.2020 lag der durchschnittliche Zinssatz für Wohnungsbaukredite mit anfänglicher Sollzinsbindung von zehn Jahren bei 0,75 %. Der Zinssatz für Kredite mit anfänglicher Sollzinsbindung von 20 Jahren lag bei 1,26 %.Seite 12 von 55 8 Abbildung 7: Zinsentwicklung für Wohnungsbaukredite mit 10- und 20-jähriger Sollzinsbindung6 Der Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) liegt nach wie vor bei 0 %. 3. Wohnungsnachfrage 3.1. Bevölkerungsentwicklung in Bonn Die Bundesstadt Bonn weist ein kontinuierliches Bevölkerungswachstum auf und hat zum 31.12.2020 einen Bevölkerungsstand von 333.794 Personen erreicht. Gegenüber 2019 hat sich die Bevölkerungs- zahl in der Gesamtstadt um 1.025 Personen erhöht, dies entspricht einem Wachstum von 0,3 %. Bei Betrachtung der langjährigen Entwicklung seit 1991 wird deutlich, dass nur wenige Jahre mit Bevölke- rungsrückgängen zu verzeichnen sind und seit dem Jahr 2000 durchgehend ein jährliches Wachstum der Hauptwohnbevölkerung in Bonn festzustellen ist. Die jährliche Veränderung der Bevölkerungszahl variiert im Zeitraum seit 1991 zwischen - 0,59 % in 1994 und bis zu + 1,89 % in 2010. Insgesamt hat sich die Bevölkerungszahl seit 1991 um 46.925 Personen bzw. 16,4 % erhöht. Die meisten Einwohner*innen zum 31.12.2020 weist der Stadtbezirk Bonn mit 155.235 auf gefolgt von Bad Godesberg mit 74.280, Beuel mit 66.965 und Hardtberg mit 34.130. Das auf Ebene der Gesamt- stadt festgestellte Wachstum seit 1991 schlägt sich auch in der Entwicklung der Bevölkerungszahlen in den Bezirken nieder. 6 Quelle: Interhyp AG (2021)Seite 13 von 55 9 Abbildung 8: Entwicklung der Hauptwohnbevölkerung in Bonn Abbildung 9: Entwicklung der Hauptwohnbevölkerung in den Stadtbezirken Seit 1991 hat sich in allen Bezirken die Bevölkerungszahl deutlich erhöht. Das prozentual stärkste Wachstum ist mit 21,5 % (+ 11.986 Personen) im Stadtbezirk Beuel zu verzeichnen. Es folgen die Stadt- bezirke Bad Godesberg mit 16,0 % (+ 10.523 Personen), Bonn mit 15,1 % (+ 20.341 Personen) und Hardtberg mit 13,4 % (+ 4.075 Personen). Kleinräumigere Daten zur Entwicklung der Bevölkerung auf Ebene der statistischen Bezirke sowie weitere Analysen und Grafiken können dem Internetauftritt der Bonner Statistikstelle entnommen werden. 7 Das Durchschnittsalter der Bonner Bevölkerung beträgt zum 31.12.2020 42,1 Jahre. Das niedrigste Durchschnittsalter weist der Stadtbezirk Bonn mit 40,3 Jahren, das höchste die Stadtbezirke Bad Godesberg und Beuel mit jeweils 43,8 Jahren. Abbildung 11 zeigt die Verteilung der Bevölkerung nach 7 https://www2.bonn.de/statistik/ -1,50% -1,00% -0,50% 0,00% 0,50% 1,00% 1,50% 2,00% 2,50% 260.000 270.000 280.000 290.000 300.000 310.000 320.000 330.000 340.000 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 Entwicklung zum Vorjahr Bevölkerungsstand 0 50.000 100.000 150.000 200.000 250.000 300.000 350.000 400.000 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 Stadtbezirk Bonn Stadtbezirk Bad Godesberg Stadtbezirk Beuel Stadtbezirk HardtbergSeite 14 von 55 10 Altersgruppen in der Gesamtstadt und in den Stadtbezirken. Die größte Bevölkerungsgruppe auf ge- samtstädtischer Ebene bilden die 25 bis unter 45-jährigen (28,9 %, 96.5252 Personen) gefolgt von den 45 bis unter 65-jährigen (26,4 %, 88.052 Personen) und den unter 18-jährigen (16,7 %, 55.893 Perso- nen. Der Anteil der älteren Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung ist in den letzten Jahren gestiegen und eine weitere Zunahme im Zuge des fortschreitenden demographischen Wandels wird durch die Bevölkerungsvorausberechnung des Landesbetriebs Information und Technik Nordrhein-Westfalen prognostiziert8. Abbildung 10: Bevölkerungsverteilung nach Stadtbezirken und Altersgruppen (2020) 3.2. Haushaltsentwicklung in Bonn Parallel zur Bevölkerungsentwicklung ist auch die Anzahl der Haushalte in den letzten Jahren gestiegen. Die Beobachtung ihrer Entwicklung ist wichtig, da sie die eigentlichen Nachfrager auf dem Wohnungs- markt sind. Ihre Anzahl hat sich von 165.914 in 2015 auf 173.480 in 2020 erhöht. Die Steigerung der Haushaltszahlen ist in allen Stadtbezirken festzustellen. Bis auf den Stadtbezirk Bad Godesberg steigt in allen anderen Stadtbezirken von 2015 bis 2020 die Anzahl der Haushalte prozentual stärker an als die Anzahl der Einwohner*innen. Auch dies deutet auf einen angespannten Wohnungsmarkt hin. 8https://www.landesdatenbank.nrw.de/link/statistikTabellen/12421#abreadcrumb Stadtbezirk Bonn Stadtbezirk Bad Godesberg Stadtbezirk Beuel Stadtbezirk Hardtberg Bundesstadt Bonn 75 Jahre und älter 12.776 9.119 6.890 3.615 32.400 65 bis unter 75 Jahre 11.864 6.949 6.452 3.363 28.628 45 bis unter 65 Jahre 36.969 21.734 20.248 9.101 88.052 25 bis unter 45 Jahre 50.930 18.500 17.933 9.162 96.525 18 bis unter 25 Jahre 18.307 5.625 5.183 3.181 32.296 unter 18 Jahre 24.389 14.229 11.121 6.154 55.893 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100%Seite 15 von 55 11 Abbildung 11: Prozentuale Entwicklung der Anzahl der Haushalte und der Anzahl der Einwohner*Innen von 2015 bis 2020 In der Bundesstadt sind 51,3 % aller Haushalte 1-Personen-Haushalte, 26,3 % sind 2-Personen-Haus- halte, 10,1 % sind 3-Personen-Haushalte und in 12,3 % aller Bonner Haushalte leben vier oder mehr Personen. Die meisten Haushalte befinden sich im Stadtbezirk Bonn. Ihre Anzahl hat sich seit 2015 um 3.935 auf 84.490 Haushalte erhöht. 47.096 bzw. 56 % davon sind 1-Personen-Haushalte. Ihr Anteil ist im Ver- gleich im Stadtbezirk Bonn am größten. Die Anzahl und die Haushaltsstrukturen der Bonner Stadtbe- zirke können den folgenden Grafiken entnommen werden. Abbildung 3: Entwicklung der Anzahl von Haushalten in Bonn nach Stadtbezirken 4,9 4,8 2,9 5,9 4,64,4 4,9 2,2 4,3 4,0 0,0 1,0 2,0 3,0 4,0 5,0 6,0 7,0 Stadtbezirk Bonn Stadtbezirk Bad Godesberg Stadtbezirk Beuel Stadtbezirk Hardtberg Bundesstadt Bonn Haushalte Einwohner*innen 2015 2016 2017 2018 2019 2020 Stadtbezirk Hardtberg 16.189 16.487 16.729 16.793 16.950 17.145 Stadtbezirk Beuel 33.515 33.758 33.943 34.039 34.404 34.485 Stadtbezirk Bad Godesberg 35.655 35.860 36.393 36.814 37.067 37.360 Stadtbezirk Bonn 80.555 81.938 83.007 83.605 84.488 84.490 0 20.000 40.000 60.000 80.000 100.000 120.000 140.000 160.000 180.000 200.000 Stadtbezirk Bonn Stadtbezirk Bad Godesberg Stadtbezirk Beuel Stadtbezirk HardtbergSeite 16 von 55 12 Abbildung 4: Haushalte nach Größe und Stadtbezirk (2020) Abbildung 5: Haushalte im Stadtbezirk Hardtberg Abbildung 6: Haushalte im Stadtbezirk Beuel Abbildung 7: Haushalte im Stadtbezirk Bad Godesberg Abbildung 8: Haushaltsverteilung im Stadtbezirk Bonn 3.3. Wohnungsgrößen und Wohnflächeninanspruchnahme Die Entwicklung der durchschnittlichen Wohnfläche pro Person hat neben der Einwohner- und Haus- haltsentwicklung - also der Anzahl der Wohnungsnachfragenden - ebenfalls einen Einfluss auf die Wohnraumnachfrage. In Deutschland nahm die Wohnfläche pro Kopf zwischen 2011 und 2019 von 0 10.000 20.000 30.000 40.000 50.000 60.000 70.000 80.000 90.000 Stadtbezirk Bonn Stadtbezirk Bad Godesberg Stadtbezirk Beuel Stadtbezirk Hardtberg Ein-Personen-Haushalte 2-Personen-Haushalte 3-Personen-Haushalte 4 und mehr Personen 7.851; 46% 5.013; 29% 1.927; 11% 2.354; 14% Ein-Personen-Haushalte 2-Personen-Haushalte 3-Personen-Haushalte 4 und mehr Personen 16.480; 48% 9.690; 28% 3.918; 11% 4.397; 13% Ein-Personen-Haushalte 2-Personen-Haushalte 3-Personen-Haushalte 4 und mehr Personen 17.500; 47% 10.178; 27% 4.240; 11% 5.442; 15% Ein-Personen-Haushalte 2-Personen-Haushalte 3-Personen-Haushalte 4 und mehr Personen 47.096; 56%20.795; 24% 7.508; 9% 9.091; 11% Ein-Personen-Haushalte 2-Personen-Haushalte 3-Personen-Haushalte 4 und mehr PersonenSeite 17 von 55 13 46,1 m² auf 47 m² zu. Ein Grund ist die Zunahme von kleineren, insbesondere Ein-Personen-Haushal- ten. Die durchschnittliche Wohnfläche je Wohnung ist im gleichen Zeitraum um 1 % auf 91,9 m² ge- stiegen.9 Abbildung 18: Durchschnittliche Wohnungsgröße (in m²) differenziert nach Stadtbezirken (2020) In Bonn beträgt die durchschnittliche Wohnfläche von Wohnungen zum 31.12.2020 82,6 m². Die Stadt- bezirke weisen teilweise deutliche Unterschiede auf. Während im Stadtbezirk Bonn die Wohnungen über durchschnittlich 75,9 m² verfügen sind es in Bad Godesberg 91,8 m². Wohnungen in Einfamilien- häusern sind in Bonn im Durchschnitt 137,1 m², in Mehrfamilienhäusern 72,6 m² groß. Bei beiden Wohnungstypen sind die höchsten Durchschnittswerte mit 143,6 m² bzw. mit 78,4 m² in Bad Godes- berg zu verzeichnen. Die durchschnittlich kleinsten Wohnungen in Einfamilienhäusern mit 130,1 m² gibt es in Hardtberg, bei Mehrfamilienhäusern ist es der Stadtbezirk Bonn mit 69,8 m². Die durchschnittliche Wohnfläche pro Kopf beträgt in der Bundesstadt Bonn 43,3 m² und liegt somit 3,7 m² unter dem für die Bundesrepublik ermittelten Wert. Der Wert lag in 2011 ebenfalls bei 43,3 m² und ist - nachdem er zwischenzeitlich leicht gesunken war - im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 m² bzw. ca. 0,5 % gestiegen. Die höchste Wohnfläche pro Kopf ist mit 46,4 m² in Bad Godesberg festzustellen, gefolgt von Beuel mit 45,2 m². Die Stadtbezirke Bonn und Hardtberg weisen die niedrigsten Werte mit jeweils 41,4 m² auf. 9 Umweltbundesamt (2020) Bundesstadt Bonn Stadtbezirk Bonn Stadtbezirk Bad Godesberg Stadtbezirk Beuel Stadtbezirk Hardtberg Durchschnittliche Wohnfläche (m²) in Wohnungen 82,6 75,9 91,8 87,9 84,2 in Einfamilienhäusern 137,1 137 143,6 134 130,1 in Mehrfamilienhäusern 72,6 69,8 78,4 72,4 73,7 0 20 40 60 80 100 120 140 160Seite 18 von 55 14 Abbildung 19: Durchschnittliche Wohnfläche pro Kopf (in m²) differenziert nach Stadtbezirken (2020) Abbildung 20: Entwicklung der Wohnfläche pro Kopf (in m²) differenziert nach Stadtbezirken In den Stadtbezirken Bonn und Bad Godesberg hat sich im Zeitraum von 2011 bis 2020 die durch- schnittliche Wohnfläche pro Kopf verringert. In Bonn ist sie um 0,6 % auf 41,4 m², in Bad Godesberg um 1,5 % auf 46,4 m² gesunken. Im Bezirk Hardtberg und auch in der Gesamtstadt ist die durchschnitt- liche Wohnfläche konstant geblieben. Lediglich im Stadtbezirk Beuel hat sich die Wohnfläche um 2,9 % pro Einwohner*in auf 45,2 m² gesteigert. 4. Wohnungsangebot 4.1. Gebäude- und Wohnungsbestand Zum 31.12.2020 gab es in Bonn insgesamt 57.969 Wohngebäude und 175.063 Wohnungen. Den Großteil machen mit 39.212 Gebäuden Wohngebäude mit 1-2 Wohnungen aus. 16.054 Wohngebäude verfügen über 3-9 Wohnungen, 2.121 über 10-19 Wohnungen und 582 über 20 und mehr Wohnungen. Diese Wohngebäude der größten Kategorie machen am gesamten Wohngebäudebestand einen Anteil von ca. 1 % aus. 41,4 46,4 45,2 41,4 43,3 38,0 40,0 42,0 44,0 46,0 48,0 Durchschnittliche Wohnfläche pro Kopf (in m²) Stadtbezirk Bonn Stadtbezirk Bad Godesberg Stadtbezirk Beuel Stadtbezirk Hardtberg Bundesstadt Bonn 38,0 40,0 42,0 44,0 46,0 48,0 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 Stadtbezirk Bonn Stadtbezirk Bad Godesberg Stadtbezirk Beuel Stadtbezirk Hardtberg Bundesstadt BonnSeite 19 von 55 15 Abbildung 21: Wohngebäudebestand differenziert nach Anzahl der Wohnungen Der Großteil der Wohnungen in Bonn verfügt über drei (43.309 Wohnungen) oder vier (38.754) Räume.10 Sie machen einen Anteil von 46,9 % an allen Wohnungen aus. In den Stadtbezirken zeigen sich kaum Unterschiede in der Zusammensetzung des Wohnungsbestandes differenziert nach der An- zahl der Räume. Der Stadtbezirk Bonn weist aber im Vergleich zu den anderen Stadtbezirken einen deutlich höheren Anteil an Wohnungen mit nur einem Raum oder zwei Räumen auf. Einzelheiten kön- nen den folgenden Grafiken entnommen werden. 10 Umfasst alle Räume in Wohnungen, die als Küchen, Wohn-, Ess- und Schlafräume konzipiert sind. Auch zweckentfremdete Räume wie Heimbüros sowie Dielen etc. mit 6 oder mehr Quadratmetern Fläche werden als Räume gezählt. Bad, Toiletten, Flur und Wirtschaftsräume unter 6 m² werden dagegen nicht berücksichtigt. Der baustatistische Begriff weicht vom auf dem Wohnungsmarkt gebräuchlichen Begriff „Zimmer“ ab, welcher z. B. die Küche nicht mitzählt. Stadtbezirk Bonn Stadtbezirk Bad Godesberg Stadtbezirk Beuel Stadtbezirk Hardtberg Bundesstadt Bonn 20 und mehr Wohnungen 305 117 106 54 582 10-19 Wohnungen 1.089 367 394 271 2.121 3-9 Wohnungen 8.041 3.788 2.936 1.289 16.054 1-2 Wohnungen 14.581 9.855 10.599 4.177 39.212 0 10.000 20.000 30.000 40.000 50.000 60.000 70.000 1-2 Wohnungen 3-9 Wohnungen 10-19 Wohnungen 20 und mehr Wohnungen 7% 14% 24% 22% 13% 10% 10% 1 2 3 4 5 6 7+ 7% 13% 25% 25% 15% 8% 7% 1 2 3 4 5 6 7+ Abbildung 22: Wohnungen nach Anzahl der Räume im Stadtbezirk Beuel Abbildung 23: Wohnungen nach Anzahl der Räume im Stadtbezirk HardtbergSeite 20 von 55 16 4.2. Baurechtschaffung Die nachfolgenden Grafiken stellen dar, in welchem Umfang zwischen 2016 und 2020 Baurecht für Wohnungen bzw. sonstige bauliche Nutzungen geschaffen wurde. Der Prognosezeitraum für die nächsten Jahre umfasst den Zeitraum bis 2024 und wird fortlaufend um neue Projekte ergänzt. In den Jahren 2013 bis 2016 konnte Baurecht für durchschnittlich etwa 250 Wohneinheiten pro Jahr durch Bebauungsplanverfahren geschaffen werden. Nachdem die Anzahl der durch Bebauungsplan- verfahren neu begründeten Wohneinheiten 2017 bei 1.856 Wohneinheiten lag, war für die Folgejahre ein Rückgang auf 688 (2018) bzw. 180 (2019) Wohneinheiten zu verzeichnen. In 2020 wurde die Anzahl auf 455 Wohneinheiten gesteigert. Diese Entwicklungen verdeutlichen, dass die diesbezügliche „Pro- duktivität“ von vielen Faktoren abhängt und zu starken Schwankungen der Ergebnisse auf Jahresbasis führt. Dies bestätigt sich auch durch die für die Folgejahre prognostizierte Zunahme der Baurechtschaf- fung. Für 2021 liegt diese bei 0 und für 2022 bei 618 Wohneinheiten. Wie viele Wohneinheiten aus abgeschlossenen Bebauungsplanverfahren resultieren, lässt sich erst bei Bauantragsstellung erfassen. Eine systematische Erfassung und statistische Auswertung, auf welcher Genehmigungsgrundlage die einzelnen Wohneinheiten errichtet wurden (z.B. nach § 34 BauGB; „jün- gere Bebauungspläne“; Bebauungspläne, welche bereits länger in Kraft sind) erfolgt nicht. Eine Aus- sage, wie viele Wohneinheiten im Jahr 2021 auf Grundlage von neuen (in 2017, 2018 oder 2019 in Kraft getretenen) Bebauungsplänen genehmigt wurden, lässt sich also nicht treffen. 15% 15% 25% 21% 11% 6% 7% 1 2 3 4 5 6 7+ 6% 14% 24% 24% 14% 8% 10% 1 2 3 4 5 6 7+ Abbildung 25: Wohnungen nach Anzahl der Räume im Stadtbezirk Bad Godesberg Abbildung 24: Wohnungen nach Anzahl der Räume im Stadtbezirk BonnSeite 21 von 55 17 Abbildung 26: Erreichte bzw. zu erwartende Baurechtschaffung für Wohneinheiten 321 1.856 688 180 455 0 618 1.106 1.912 0 200 400 600 800 1.000 1.200 1.400 1.600 1.800 2.000 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024Seite 22 von 55 18 Abbildung 27: Erreichte bzw. zu erwartende Geschossfläche für Nicht-Wohnnutzungen (in qm) durch Bebauungsplanverfahren Bei der Entwicklung der Anzahl der aus Bebauungsplanverfahren resultierenden Wohneinheiten spie- len insbesondere die folgenden, einschränkenden Gesichtspunkte eine Rolle: Die Komplexität von Verfahren zur Aufstellung von Bebauungsplänen nimmt stetig zu, so dass Ver- fahren, deren Abschluss für ein bestimmtes Jahr kalkuliert wird, nicht selten durch Verzögerungen im Planungsablauf erst im Folgejahr oder sogar noch später zur Rechtskraft gebracht werden kön- nen. Die Ergebnisse von 2017 sind insoweit zum Teil als Resultat einer Bugwelle der Vorjahre zu erklären. In gleicher Weise hat sich der Abschluss verschiedener Verfahren, der für 2019 bzw. 2020 vorgesehen war, in die Folgejahre verschoben. Die wohnbauliche Entwicklung findet schwerpunktmäßig als Innenentwicklung statt. Im Innenbe- reich steht für Baugebiete jedoch naturgemäß kein großer Raum zur Verfügung, sodass eine hohe Anzahl an Wohneinheiten in den einzelnen Verfahren zunehmend schwierig zu realisieren ist. In den Monaten vor und nach der jüngsten Kommunalwahl konnten auch aufgrund der bevorste- henden bzw. dann eingetretenen Änderungen der politischen Mehrheiten keine verfahrensab- schließenden Satzungsbeschlüsse in Bebauungsplanverfahren gefasst werden. Es ist festzustellen, dass für Vorhaben, deren Errichtung nach u.U. § 34 BauGB möglich wäre oder für die in vergleichbaren Fällen in der Vergangenheit Befreiungen größeren Umfangs von Bebau- ungsplanfestsetzungen erteilt wurden, zunehmend formelle und langwierige Planverfahren durch- geführt werden. Diese Entwicklung beruht auf verschiedenen Gründen: o Kritischer Blick von Nachbarschaften auf Nachverdichtungsprojekte 15.155 83.300 108.600 9.600 61.700 77.800 61.600 163.300 277.300 0 50.000 100.000 150.000 200.000 250.000 300.000 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024Seite 23 von 55 19 o zunehmender Wunsch nach politischer Steuerung und Interesse von Politik und / oder Verwaltung an Erreichung stadtgestalterischer Qualitäten, welche ohne ein Bauleitplan- verfahren so nicht zu realisieren wären. In nicht unerheblichem Umfang werden Verwaltungsressourcen für Planungen eingesetzt, die nicht zum Abschluss gebracht bzw. zurückgestellt werden. Dies ist u.a. in langen politischen Beratungsab- läufen, der geringen Akzeptanz für Neubauvorhaben in der Nachbarschaft und in den Ansprüchen der Ratsmehrheit auf Neuorientierung der baulichen Entwicklung insbesondere bei der Planung von Wohngebieten begründet. Beispiele hierfür sind die Verfahren - Im Rosenfeld (Neuplanung eines bereits vermarktungsreifen Wohngebiets in Buschdorf auf- grund eines politischen Beschlusses) - Grootestraße (Neuplanung einer bereits fortgeschrittenen Wohngebietsplanung in Dransdorf aufgrund eines politischen Beschlusses) - Siegburger Straße (Umplanung eines gemischten Quartiers wegen politisch veranlasster, neuer Gebietsabgrenzung erforderlich) - Ehemalige Landwirtschaftskammer Roleber (Stillstand einer wohnbaulichen Quartiersentwick- lung in Hoholz aufgrund der mangelnden Bereitschaft des Vorhabenträgers, auf informelle po- litische Vorgaben einzugehen) - In den Schleiden (laufende Vertagung der politischen Beratungen über ein Wohnbaugebiet in Lannesdorf) - Wielandstraße (kein Einvernehmen zwischen Politik und Vorhabenträgerin im Hinblick auf den Anteil geförderter Wohnungen in Rüngsdorf) - Wohnpark II (Stillstand der Planung in Villich-Müldorf durch weiterhin ungelöste Erschlie- ßungsfragen im Hinblick auf den erforderlichen Knotenausbau BGS-Straße/B56). 4.3. Fertiggestellte Neubauwohnungen11 nach Jahren Im Jahr 2020 wurden 992 Neubauwohnungen in Wohn- und Nichtwohngebäuden errichtet. Im Ver- gleich zum Vorjahr, in dem 1.424 Wohnungen neu errichtet wurden, stellt dies einen Rückgang um ca. 30,3% dar. In 2019 war noch eine Steigerung der Fertigstellungszahlen gegenüber dem Vorjahr von 117,1% festzustellen. Dies verdeutlicht, dass die reine Betrachtung einzelner Jahre wenig Aussagekraft beinhaltet, da der Indikator starken Schwankungen in Abhängigkeit von der Realisierung von Woh- 11 Rechtlich erfolgt die Fertigstellung einer Baumaßnahme mit der Abnahme durch die Bauaufsichtsbehörde. Als Fertigstellungs- bzw. Genehmigungsdatum für die Statistik wird zur Vermeidung von Nachkorrekturen i.d.R. das Datum der Verarbeitung in der Statistikstelle verwendet. Da Baustatistikbögen bei der Statistikstelle gelegentlich mit einiger Verzögerung eingehen, kann dies zu Verschiebungen führen.Seite 24 von 55 20 nungsbauvorhaben unterliegt. Eine höhere Aussagekraft gewinnen die Datensätze durch die Betrach- tung der Entwicklung über einen längeren Zeitraum. Zwischen 2010 und 2019 wurden im Durchschnitt 923 Neubauwohnungen pro Jahr geschaffen. Zwischen 2015 und 2019 waren es durchschnittlich 1.167 Wohnungen. Die Fertigstellungszahlen in 2020 liegen demnach über dem langfristigen aber unter dem mittelfristigen Mittelwert. Die Zeitreihe verdeutlicht zudem, dass seit 2010 insgesamt ein deutlich po- sitiver Trend bei der Entwicklung der Baufertigstellungszahlen von Neubauwohnungen zu verzeichnen ist. Abbildung 28: Entwicklung fertiggestellter Wohnungen in Bonn 2011 – 2020 (Neubau) Neben der Zunahme des Wohnungsbestandes der Bundesstadt Bonn durch die Errichtung von Neu- bauwohnungen war in 2020 ein Zuwachs von 299 Wohneinheiten aus Umbautätigkeiten in Bestands- gebäuden zu verzeichnen. Dies umfasst bspw. die Neuschaffung von Wohnungen durch Teilung oder die Umnutzung von vorher für Nichtwohnzwecke genutzten Räumlichkeiten. Der Wohnungszugang12 in 2020 lag somit insgesamt bei 1.291 Wohnungen. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Anteil der durch Umbautätigkeiten hinzugewonnen Wohnungen deutlich gesteigert. In 2019 lag er bei ca. 7,3%, in 2020 waren es ca. 23,1%. Die Bedeutung von Umbautätigkeiten im Bestand hat – auch gegenüber der Jahre 2017 und 2018 – also zugenommen. 12 Neubauten zzgl. Saldo der Umbautätigkeiten, ohne Totalabgang 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 Neubau 601 621 908 593 675 1 302 1 229 1 223 656 1 424 992 0 200 400 600 800 1.000 1.200 1.400 1.600Seite 25 von 55 21 Abbildung 29: Im Jahr fertiggestellte Wohnungen inklusive Zugang aus Umbautätigkeiten 4.4. Fertiggestellte Neubauwohnungen nach Wohnungsgröße Der Rückgang der Baufertigstellungszahlen im Wohnungsneubau in 2020 gegenüber dem Vorjahr be- trifft alle von der Baustatistik erfassten Wohnungsgrößenkategorien. Am deutlichsten fällt dieser je- doch bei großen Neubauwohnungen mit sechs oder mehr Räumen13 und bei sehr kleinen Wohnungen mit ein oder zwei Räumen aus. Die Baufertigstellungszahlen fallen hier gegenüber dem Vorjahr um 46,4% bzw. um 42,3% niedriger aus. Die Zahl der fertiggestellten Neubauwohnungen mit mehr als sechs Räumen stellt den niedrigsten Wert des Zeitraumes 2011 bis 2020 dar. Der Großteil der in 2020 fertiggestellten Neubauwohnungen waren kleine Wohnungen mit ein oder zwei Räumen14. Insgesamt wurden 366 Wohnungen dieses Typs errichtet. Ihr Anteil an den insgesamt errichteten Neubauwohnungen beträgt 36,9%. In 2019 lag ihr Anteil noch bei 44%. 27,9% der in 2020 errichteten Wohnungen verfügten über drei, 18% über vier, 7,3% über fünf und 9,9% über sechs oder mehr Räume. Vergleicht man die Struktur der in 2020 fertiggestellten Neubauwohnungen hinsichtlich ihrer Größe mit dem Wohnungsbestand in Bonn wird deutlich, dass überproportional viele kleine Woh- nungen gebaut wurden. Wohnungen mit vier und mehr Räumen nehmen am Wohnungsbestand hin- gegen einen deutlich größeren Anteil als an den Fertigstellungszahlen in 2020 ein. 14 Umfasst alle Räume in Wohnungen, die als Küchen, Wohn-, Ess- und Schlafräume konzipiert sind. Auch zweckentfremdete Räume wie Heimbüros sowie Dielen etc. mit 6 oder mehr Quadratmetern Fläche werden als Räume gezählt. Bad, Toiletten, Flur und Wirtschaftsräume unter 6 m² werden dagegen nicht berücksichtigt. 1.270 834 1.537 1.2911.223 656 1.424 992 0 250 500 750 1.000 1.250 1.500 1.750 2017 2018 2019 2020 Zunahme des Wohnungsbestandes in Wohn- und Nichtwohngebäuden (inkl. Wohnheime) Neubau von Wohnungen in Wohn- und NichtwohngebäudenSeite 26 von 55 22 Abbildung 30: Im Jahr fertiggestellte Neubauwohnungen nach Wohnungsgröße (Neubau) Neu errichtete Wohnungen verfügten in 2020 in der Bundesstadt über eine durchschnittliche Größe von 91,4 m². Dies stellt eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr dar und bewegt sich auf dem Niveau der Fertigstellungen in 2018. Bei den fertiggestellten Wohnungen in Einfamilienhäusern ist von 2018 bis 2020 ein Anstieg der durchschnittlichen Wohnfläche auf 169,4 m² zu beobachten. Im Segment des Mehrfamilienhausbaus beläuft sich die durchschnittliche Größe neu errichteter Wohnungen auf 83,3 m². Auch hier ist ein, wenn auch geringfügiger, Anstieg zu verzeichnen. 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 6+ Räume 194 156 151 113 179 121 152 194 183 98 5 Räume 70 95 100 107 148 102 170 62 84 72 4 Räume 111 165 125 126 286 214 167 69 186 179 3 Räume 146 220 156 116 342 359 263 133 337 277 1-2 Räume 100 272 61 213 347 433 471 198 634 366 0 200 400 600 800 1.000 1.200 1.400 1.600 25,0% 24,7% 22,1% 12,3% 15,8% 1-2 3 4 5 6 u.m. 36,9% 27,9% 18,0% 7,3% 9,9% 1-2 3 4 5 6 u.m. Abbildung 32: Fertiggestellte Wohnungen nach Anzahl der Räume in 2020 (Neubau) Abbildung 31: Wohnungsbestand der Stadt Bonn nach An- zahl der Räume zum 31.12.2020Seite 27 von 55 23 Abbildung 33: Durchschnittliche Wohnfläche (in m²) fertiggestellter Wohnungen15 insgesamt und differenziert nach Gebäu- detyp16 4.5. Fertiggestellte Neubauwohnungen nach Stadtbezirken Die in 2020 errichteten Neubauwohnungen verteilen sich – im Vergleich zu den Vorjahren – relativ gleichmäßig über die vier Bonner Stadtbezirke. Gegenüber 2019 sind Rückgänge der Fertigstellungs- zahlen in den Stadtbezirken Beuel und Bonn festzustellen. Besonders deutlich ist der Rückgang im Stadtbezirk Bonn. Wurden 2019 noch 771 Neubauwohnungen errichtet waren es in 2020 nur noch 283 Wohnungen. Dies stellt einen Rückgang um ca. 63,3% dar. Im zehnjährigen Mittel (2011-2020) wurden im Stadtbezirk Bonn ca. 470 Neubauwohnungen errichtet. Abbildung 34: Im Jahr fertiggestellte Neubauwohnungen differenziert nach Stadtbezirken 15 Durchschnittliche Wohnfläche (m²) fertiggestellter Wohnungen (ohne Wohnheime) 16 Differenzierung nach Gebäudetyp erst seit 2018 90,9 75,0 91,4 136,7 153,1 169,4 72,3 81,3 83,3 0,0 50,0 100,0 150,0 200,0 2018 2019 2020 Durchschnittliche Wohnfläche (in m²) je Wohnung insgesamt Durchschnittliche Wohnfläche (in m²) je Wohnung in EFH Durchschnittliche Wohnfläche (in m²) je Wohnung in MFH 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 Stadtbezirk Hardtberg 133 120 29 148 120 106 55 78 20 189 Stadtbezirk Beuel 213 174 118 100 148 232 188 213 442 248 Stadtbezirk Bad Godesberg 74 130 312 178 146 200 208 116 191 272 Stadtbezirk Bonn 201 484 134 249 888 691 772 249 771 283 0 200 400 600 800 1 000 1 200 1 400 1 600Seite 28 von 55 24 In Bad Godesberg und in Hardtberg konnte hingegen eine Steigerung der Anzahl neu errichteter Wohneinheiten verzeichnet werden. In Hardtberg erreichten die Fertigstellungszahlen in 2020 im Be- obachtungszeitraum 2011-2020 einen neuen Höchstwert mit 189 Wohneinheiten. Dies stellt eine Stei- gerung von 945 % gegenüber dem Vorjahr dar und ist insbesondere durch das Fortschreiten des Bau- vorhabens „An der Gallwitzkaserne“ begründet. Das zehnjährige Mittel liegt im Stadtbezirk Hardtberg bei knapp 100 Wohneinheiten pro Jahr. Abbildung 35: Durchschnittliche Wohnungsgröße von in 2020 fertiggestellten Wohnungen differenziert nach Gebäudetyp und Stadtbezirk Die durchschnittliche Wohnfläche fertiggestellter Wohnungen in 2020 variiert nach Gebäudetyp und Stadtbezirk. Auf Ebene der Gesamtstadt verfügten die insgesamt neu errichteten Wohnungen über eine durchschnittliche Wohnfläche von 91,4 m². Die im Durchschnitt kleinsten Wohnungen (EFH und MFH ohne Wohnheime) wurden mit 73,6 m² in Hardtberg errichtet, die größten mit 103,6 m² in Bad Godesberg. Bezogen auf das Segment der Einfamilienhäuser wurden die kleinsten Wohnungen mit durchschnittlich 157,9 m² im Bezirk Beuel, die größten mit 194,2 m² in Bad Godesberg errichtet. Im Mehrfamilienhausbau wurden die kleinsten Wohnungen in Hardtberg (70,8 m²) und die größten Woh- nungen erneut in Bad Godesberg errichtet (99,0 m²). Die Anzahl der in den Stadtbezirken fertiggestellten Wohnungen hängt von der Anzahl und Größe der realisierten Wohnungsbauvorhaben ab. Diese unterliegt starken jährlichen Schwankungen, welche durch die grafische Darstellung in Abbildung 35 veranschaulicht wird. Zur besseren Einordnung der Baufertigstellungszahlen ist daher der Blick auf die langfristige Entwicklung dieses Indikators und auf die Bauintensität in den Stadtbezirken (Kapitel 4.7.) zu richten. 4.6. Bauintensität in den Stadtbezirken Mittels der durchschnittlichen Bauintensität können Rückschlüsse auf das Bauaufkommen in einem Stadtbezirk gezogen werden. Dabei werden die Baufertigstellungen eines Zeitraums in Bezug zum 91,4 85,6 103,6 98,2 73,6 169,4 177,5 194,2 157,9 160,0 83,3 73,1 99,0 86,2 70,8 0,0 50,0 100,0 150,0 200,0 250,0 Bundesstadt Bonn Bezirk Bonn Bezirk Bad Godesberg Bezirk Beeuel Bezirk Hardtberg Durchschnittliche Wohnfläche (in m²) je Wohnung insgesamt Durchschnittliche Wohnfläche (in m²) je Wohnung in EFH Durchschnittliche Wohnfläche (in m²) je Wohnung in MFHSeite 29 von 55 25 Wohnungsbestand zu Beginn des Zeitraums gesetzt. In der Gesamtstadt lag die Bauintensität 2020 bei 0,6% und damit 0,2% niedriger als im Vorjahr. Die Trendlinie („linear“) weist seit 2011 eine langsame aber kontinuierliche Steigerung der Bauintensität auf. Abbildung 36: Durchschnittliche Neubauintensität nach Stadtbezirk (Prozent pro Jahr) In den Stadtbezirken wurden im Bezirk Hardtberg in 2020 in Relation zum Gesamtwohnungsbestand zum 31.12.2020 die meisten Wohnungen fertiggestellt. Die Bauintensität wurde im Vergleich zum Vor- jahr deutlich gesteigert und liegt bei 1,1%. In absoluten Zahlen ausgedrückt wurden bei einem Woh- nungsbestand von 16.767 Wohnungen (31.12.2019) 189 Wohnungen in 2020 fertiggestellt. In Bad Godesberg und in Beuel liegt die Bauintensität bei 0,7%. In Bad Godesberg bedeutet dies eine leichte Steigerung gegenüber dem Vorjahr. In Beuel ist sie, nachdem sie im Vorjahr mit 1,3% einen Höchstwert im Betrachtungszeitraum erreicht hat, auf 0,7% gesunken. Der Stadtbezirk Bonn wies in 2020 eine un- terdurchschnittliche Bauintensität auf. Dort lag der Anteil der fertiggestellten Neubauwohnungen am Wohnungsbestand des Vorjahres bei 0,3% und somit unter der Intensität des Vorjahres und der ge- samtstädtischen Bauintensität von 0,6%. 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 Stadtbezirk Bonn 0,6% 0,2% 0,3% 1,1% 0,8% 0,9% 0,3% 0,9% 0,3% Stadtbezirk Bad Godesberg 0,4% 0,9% 0,5% 0,4% 0,5% 0,6% 0,3% 0,5% 0,7% Stadtbezirk Beuel 0,5% 0,4% 0,3% 0,4% 0,7% 0,6% 0,6% 1,3% 0,7% Stadtbezirk Hardtberg 0,8% 0,2% 0,9% 0,7% 0,7% 0,3% 0,5% 0,1% 1,1% Bundesstadt Bonn 0,5% 0,4% 0,4% 0,8% 0,7% 0,7% 0,4% 0,8% 0,6% 0,0% 0,2% 0,4% 0,6% 0,8% 1,0% 1,2% 1,4% Stadtbezirk Bonn Stadtbezirk Bad Godesberg Stadtbezirk Beuel Stadtbezirk Hardtberg Bundesstadt Bonn Linear (Bundesstadt Bonn)Seite 30 von 55 26 Laut einer vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung publizierten Studie liegt Bonn im deutschlandweiten Vergleich mit einer jährlichen Bauintensität von „3 bis weniger als 4 Wohnungen“ pro 1.000 Einwohner*innen (Zeitraum 2010 – 2015) im Mittelfeld der deutschen Kommunen und Kreise. Ähnliche Bauintensitäten wurden u.a. in Köln und im Rhein-Sieg-Kreis verzeichnet. Der Großteil der Kreise und Kommunen in Nordrhein-Westfalen verzeichnet geringere Bauintensitäten als Bonn. Lediglich die Stadt Münster wird in der höchsten Kategorie von „5 und mehr Wohnungen“ geführt. 4.7. Fertiggestellte Wohngebäude nach Gebäudetyp Im Jahr 2020 wurden in Bonn 109 Einfamilienhäuser (51,6 %) und 102 Mehrfamilienhäuser (48,4 %) und damit insgesamt 211 Wohngebäude errichtet. Dies entspricht einem Rückgang der Fertigstellungs- zahlen gegenüber dem Vorjahr um 59 Wohngebäude bzw. um 21,9 %. Abbildung 37: Baufertigstellungen im Wohnungsbau in Deutschland (Wohnungen je 1.000 Einwohner jährlich im Zeitraum 2010 bis 2015)1Seite 31 von 55 27 Abbildungen 38: Fertiggestellte Wohngebäude (WG) nach Gebäudetyp 2016 – 2020 absolut und prozentual Die Anzahl der errichteten Mehrfamilienhäuser ist mit 102 Fertigstellungen gegenüber 2019 konstant geblieben. Nachdem in 2018 ein Rückgang in diesem Segment festzustellen war, bewegen sich die Fer- tigstellungszahlen von Mehrfamilienhäusern auf dem Niveau der Jahre 2016 und 2017. Der Rückgang der Fertigstellungszahlen von Wohngebäuden ist dem zur Folge ausschließlich auf einen Rückgang der Fertigstellungszahlen von Einfamilienhäusern zurückzuführen. Gegenüber dem Vorjahr wurden in 2020 60 Einfamilienhäuser weniger und damit insgesamt nur noch 109 Gebäude dieses Typs fertigge- stellt. 4.8. Fertiggestellte Wohngebäude nach Anzahl der Wohneinheiten Der Großteil der 2020 fertiggestellten Wohngebäude verfügt über ein bis zwei Wohnungen. Insgesamt wurden 119 Gebäude dieses Typs errichtet womit sie einen Anteil von 56 % an den insgesamt neu errichteten Wohngebäuden haben. 111 95 163 169 109 103 102 66 101 102 0 20 40 60 80 100 120 140 160 180 2016 2017 2018 2019 2020 Einfamilienhäuser MehrfamilienhäuserSeite 32 von 55 28 Abbildung 39: Fertiggestellte Wohngebäude (WG) nach Anzahl der Wohnungen 2011 - 2020 (absolute Zahlen) Abbildung 40: Fertiggestellte Wohngebäude (WG) nach Anzahl der Wohnungen 2011 - 2020 (prozentual) 0 50 100 150 200 250 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 WG mit 1-2 Wohnungen WG mit 3-9 Wohnungen WG mit 10-19 Wohnungen WG mit 20 oder mehr Wohnungen 0,0% 10,0% 20,0% 30,0% 40,0% 50,0% 60,0% 70,0% 80,0% 90,0% 100,0% 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 WG mit 1-2 Wohnungen WG mit 3-9 Wohnungen WG mit 10-19 Wohnungen WG mit 20 oder mehr WohnungenSeite 33 von 55 29 In der Kategorie der Wohngebäude mit drei bis neun Wohnungen konnte in 2020 mit 56 Wohngebäu- den ein neuer absoluter Höchstwert seit 2011 verzeichnet werden. Dies ist bemerkenswert, da die Anzahl der insgesamt fertiggestellten Wohngebäude deutlich geringer ausgefallen ist als im Vorjahr und sich dieser Rückgang in allen anderen absoluten Größenkategorien niederschlägt. Nachdem in 2018 nur zwei Wohngebäude mit mehr als zwanzig Wohnungen errichtet wurde, waren es 2019 neun Wohngebäude. In 2020 hat sich die Anzahl auf vier Gebäude reduziert. Der Anteil von Wohngebäuden mit nur ein bis zwei Wohnungen an den Fertigstellungszahlen hat sich wie im Vorjahr relativ reduziert. Auch bei Betrachtung der langjährigen Entwicklung seit 2011 wird deutlich, dass der Anteil kleiner Wohngebäude zugunsten größerer Wohngebäude stetig abnimmt. Verfügten in 2011 nur 4,1 % der neu errichteten Wohngebäude über 10-19 Wohnungen waren es in 2020 bereits 15,2 %. Gleiches gilt für die Kategorie der Gebäude mit drei bis neun Wohnungen. Hier hat sich der Anteil von 8,1 % in 2011 auf 26,5 % in 2020 gesteigert. 4.9. Fertiggestellte Wohngebäude nach Anzahl der Vollgeschosse In 2020 wurden 141 von insgesamt 211 Wohngebäuden mit ein oder zwei Vollgeschossen errichtet. In 2019 wurden noch 195 Wohngebäude mit ein oder zwei Vollgeschossen17 errichtet. Der Anteil dieser Gebäudetypen an den gesamten Fertigstellungszahlen beträgt 72 % und ist somit im Vergleich zum Vorjahr konstant geblieben. In 2018 lag ihr Anteil noch bei 82%. Der Anteil größerer Wohngebäude an den Baufertigstellungszahlen hat erneut zugenommen. Zum 31.12.2020 wurden 30 fertiggestellte Wohngebäude mit fünf Vollgeschossen gezählt. Ihr Anteil an den Baufertigstellungszahlen lag damit bei 15 % und hat sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Abbildung 41: Baufertigstellungen von Wohngebäuden (WG) 2017 bis 2019 nach Vollgeschossen (VG) - absolute Zahlen 17 Gezählt werden Vollgeschosse im Sinne der Landesbauordnung (§20 Abs. 1 BauNVO i.V.m. § 2 Abs. 6 BauO NRW). Keller und Dachgeschosse werden i.d.R. nicht berücksichtigt. 19 102 45 19 7 6 197 17 172 28 9 3 0 229 19 176 34 18 18 5 270 17 124 35 5 30 0 211 0 50 100 150 200 250 300 WG mit 1 VG WG mit 2 VG WG mit 3 VG WG mit 4 VG WG mit 5 VG WG mit 6 oder mehr VG WG insgesamt 2017 2018 2019 2020Seite 34 von 55 30 Abbildung 42: Baufertigstellungen von Wohngebäuden (WG) 2017 bis 2019 nach Vollgeschossen (VG) - prozentual 4.10. Fertiggestellte Wohngebäude18 und Neubauwohnungen nach Wohnfläche Bei der Analyse der durchschnittlichen Wohnfläche19 ist in 2020 gegenüber dem Vorjahr sowohl bei den Ein-, als auch bei den Mehrfamilienhäusern eine Steigerung zu verzeichnen.20 Bei den in 2020 fer- tiggestellten Einfamilienhäusern beträgt die durchschnittliche Wohnfläche 169,4 m², bei Mehrfamili- enhäusern 92,3 m² je Wohneinheit. Auch die durchschnittliche Wohnfläche aller fertiggestellten Woh- nungen (d.h. unter Einschluss von Wohnheimplätzen) erhöhte sich von 75 m² in 2019 auf 91,4 m² in 2020. 18 Als Wohngebäude (WG) gilt jedes Gebäude, das primär zu Wohnzwecken dient 19 Die Wohnfläche umfasst im Sinne der Bundeswohnflächenverordnung die Grundfläche der Räume, die ausschließlich zu einer Wohnung gehören. 20 Wohngebäude ohne Wohnheime (Einfamilienhäuser mit Einliegerwohnung werden hier zu den Mehrfamilienhäusern ge- zählt) 10% 52% 23% 10% 4% 3% 7% 75% 12% 4% 1% 0% 7% 65% 13% 7% 7% 2% 9% 63% 18% 3% 15% 0% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% WG mit 1 VG WG mit 2 VG WG mit 3 VG WG mit 4 VG WG mit 5 VG WG mit 6 oder mehr VG 2017 2018 2019 2020Seite 35 von 55 31 Abbildung 43: Durchschnittliche Wohnfläche (in m²): Vergleich Bestand - Neubau - Baugenehmigungen Allerdings ist zu berücksichtigen, dass in 2019 eine hohe Anzahl an Wohnungen in Wohnheimen fer- tiggestellt wurden. Diese weisen generell eine deutlich niedrigere durchschnittliche Wohnfläche als Wohnungen in Ein- oder Mehrfamilienhäusern auf. Die in 2020 fertiggestellten Wohnungen verfügen über eine deutlich höhere Wohnfläche als Wohnungen des gleichen Typs aus dem Wohnungsbestand. Auch die erteilten Baugenehmigungen in 2019 und 2020 zeigen, dass sich diese Entwicklung fortsetzen wird. In 2020 erteilte Baugenehmigungen für Wohnungen in Einfamilienhäusern fielen um 34,6 m², für Wohnungen in Mehrfamilienhäusern um 17 m² größer aus als der Wohnungsbestand. 5. Geförderter Wohnungsbau Der preisgebundene Wohnungsbestand umfasst Mietwohnungen, die mit Fördermitteln der NRW Bank geschaffen wurden und die für eine bestimmte Zeitdauer (bei Förderungen vor dem 31.12.2002 bis zur planmäßigen Ablösung der Darlehen bzw. 10 Jahre nach vorzeitiger, außerplanmäßiger Rück- zahlung; bei Förderungen ab dem 01.01.2003 laut Wohnraumförderbestimmungen NRW 20, 25 oder 30 Jahre) Mietpreis- und Belegungsbindungen unterliegen. In Bonn beträgt die in 2021 um 0,20 €/m² erhöhte Bewilligungsmiete für Neubauwohnungen der Einkommensgruppe A (Haushalte, die die Ein- kommensgrenze einhalten) aktuell 7,00 €/m² Wohnfläche, für die der Einkommensgruppe B (Haus- halte, die die Einkommensgrenze um bis zu 40 % überschreiten können) 7,80 €/m² Wohnfläche. Das Mietniveau entspricht dem der Städte Köln, Düsseldorf und Münster, während in anderen Kommunen 75,0 91,4 98,6 94,2 82,6 153,1 169,4 176,7 171,7 137,1 81,3 83,3 92,3 89,6 72,6 0 20 40 60 80 100 120 140 160 180 200 Baufertigstellungen Neubau 2019 Baufertigstellungen Neubau 2020 Baugenehmigungen 2019 Baugenehmigungen 2020 Gebäudebestand Bonn (31.12.2020) Durchschnittliche Wohnfläche (in m²) je Wohnung insgesamt Durchschnittliche Wohnfläche (in m²) je Wohnung in EFH Durchschnittliche Wohnfläche (in m²) je Wohnung in MFHSeite 36 von 55 32 in NRW nur geringere Bewilligungsmieten zulässig sind. Für die Nutzung der Wohnungen ist ein Wohn- berechtigungsschein der jeweiligen Einkommensgruppe erforderlich. 5.1 Geförderter Wohnungsbestand Der Bestand geförderter Wohnungen betrug in Bonn zum 31.12.2020 insgesamt 10.114 Wohnungen. Hierzu zählen geförderte Miet- und Eigentumswohnungen bzw. Eigenheime. Der geförderte Woh- nungsbestand ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken, im Vorjahr ist der Rückgang be- sonders stark ausgefallen. Gegenüber 2019 hat sich die Anzahl der geförderten Wohneinheiten im Stadtgebiet um 1.631 Wohneinheiten bzw. ca. 14% reduziert. In 2020 gab es im Stadtgebiet 982 Gebäude mit geförderten Wohnungen. Auch hier ist ein Rückgang des Bestands seit 2016 zu verzeichnen. In 2020 fiel auch dieser Rückgang jedoch besonders stark aus. Die Anzahl der Gebäude mit geförderten Wohnungen hat sich beinahe halbiert. Hierbei handelte es sich vor allem um Gebäude mit wenigen geförderten Wohneinheiten. Der Anteil von Gebäuden mit geförderten Wohnungen am Gesamtgebäudebestand ist in diesem Zeitraum von ca. 3,8% auf 3,4% gesunken. Abbildung 44: Gesamtbestand geförderter Wohnungen und von Gebäuden mit geförderten Wohnungen in Bonn 2.162 2.031 1.936 1.850 982 12.041 11.790 11.773 11.745 10.114 0 2.000 4.000 6.000 8.000 10.000 12.000 14.000 2016 2017 2018 2019 2020 Gebäude mit geförderten Wohnungen Geförderte WohnungenSeite 37 von 55 33 Abbildung 45: Entwicklung geförderter Wohnungsbestand 2016-2020 differenziert nach Stadtbezirken Dies liegt zum einen an fehlender Neubauaktivität größeren Umfangs, zum anderen am verstärkten Auslaufen früherer Bindungen, die entweder planmäßig enden oder aber durch vorzeitige Ablösung der Förderdarlehen durch die Eigentümer drastisch verkürzt werden. Beides führt dazu, dass die Miet- preis- und Belegungsbindung der geförderten Wohnungen entfällt und sie auf dem regulären Woh- nungsmarkt angeboten werden können. Der Anteil geförderter Wohnungen am Gesamtwohnungsbe- stand lag 2016 bei ca. 7,1% und hat sich bis 2020 auf ca. 5,8% verringert. Den prozentual höchsten Bestand geförderter Wohnungen weist der Stadtbezirk Beuel mit 7,8 % auf. Die wenigsten geförderten Wohnungen mit 3,2 % des Wohnungsbestandes befinden sich in Bad Godesberg. Abbildung 46: Bestand geförderter Wohnungen und Anteil am Gesamtwohnungsbestand zum 31.12.2020 2016 2017 2018 2019 2020 Stadtbezirk Bonn 6.046 5.935 5.807 5.897 5.094 Stadtbezirk Bad Godesberg 1.748 1.748 1.753 1.723 1.234 Stadtbezirk Beuel 3.021 2.954 3.008 2.985 2.719 Stadtbezirk Hardtberg 1.226 1.153 1.205 1.140 1.067 0 1.000 2.000 3.000 4.000 5.000 6.000 7.000 Stadtbezirk Bonn Stadtbezirk Bad Godesberg Stadtbezirk Beuel Stadtbezirk Hardtberg 0,0% 1,0% 2,0% 3,0% 4,0% 5,0% 6,0% 7,0% 8,0% 9,0% 0 2 000 4 000 6 000 8 000 10 000 12 000 Stadtbezirk Bonn Stadtbezirk Bad Godesberg Stadtbezirk Beuel Stadtbezirk Hardtberg Bundesstadt Bonn Geförderter Wohnungsbestand Anteil am GesamtwohnungsbestandSeite 38 von 55 34 5.2 Fertiggestellte geförderte Wohnungen Im vergangenen Jahr wurden 168 geförderte Wohnungen in Bonn fertiggestellt21. Dies bedeutet eine leichte Steigerung gegenüber den Fertigstellungszahlen des Vorjahres. Im Zeitraum 2011-2020 wurden durchschnittlich 153 Wohnungen mit Mitteln der Wohnraumförderung in Bonn errichtet. Die lineare Trendlinie zeigt einen leichten, aber kontinuierlichen Anstieg der im Jahr fertiggestellten geförderten Wohnungen. Abbildung 47: Im Jahr fertiggestellte geförderte Wohnungen in Bonn22 Geförderte Wohnungen machten an den insgesamt in 2019 fertiggestellten Neubauwohnungen einen Anteil von 11,2 % aus. Weil sich die Gesamtzahl fertiggestellter Wohnungen in 2020 um 432 auf 992 Wohnungen verringert hat, hat sich der Anteil neuer geförderter Wohnungen an den Fertigstellungs- zahlen auf 16,9 % erhöht. Die höchsten Anteile waren in den Jahren 2016 mit 31,7 % und in 2018 mit 28,8 % zu verzeichnen. In den kommenden Jahren ist durch die Einführung und Anwendung des Bonner Baulandmodells von einer Steigerung der Anzahl errichteter Wohnungen im geförderten Wohnungsbau und von einer Zu- nahme ihres Anteils an den Fertigstellungszahlen auszugehen. 21 Die Fertigstellung wird zum Zeitpunkt der Bezugsfertigkeit erfasst 22 Die Anzahl der in 2018 fertiggestellten geförderten Wohneinheiten wurde gegenüber dem Wohnungsmarktbericht 2019 von 176 auf 189 Wohneinheiten korrigiert. 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 Bonn 92 149 98 121 61 389 107 189 160 168 0 50 100 150 200 250 300 350 400 450 Bonn Linear (Bonn)Seite 39 von 55 35 Abbildung 48: Anteil neuer geförderter Wohnungen am den Baufertigstellungen von Wohnungen insgesamt 5.3 Bewilligte geförderte Wohneinheiten und Fördermittel Nachdem in 2019 nur für 48 Wohnungen in Bonn Maßnahmen aus Mitteln der Wohnraumförderung NRW bewilligt wurden, hat sich die Anzahl in 2020 auf 177 Wohnungen erhöht. Zu den Maßnahmen zählen Eigentumsmaßnahmen, Modernisierung und Neubauwohnungen. In 2020 wurden Fördermittel für 135 Neubauwohnungen, für 41 Modernisierungen und für eine Eigentumsmaßnahme bewilligt. Abbildung 49: Anzahl der Wohnungen für die Maßnahmen aus Mitteln der Wohnraumförderung NRW bewilligt wurden Entsprechend der Entwicklung der Anzahl der Maßnahmen, für die Mittel der Wohnraumförderung bewilligt wurden, hat sich auch die Höhe der bewilligten Wohnraumfördermittel erhöht. In 2020 be- liefen sich die bewilligten Fördermittel auf insgesamt 21.100.000 Euro. 100.000 Euro entfielen auf Ei- gentumsmaßnahmen, 2.200.000 Euro auf die Modernisierung von Mietwohnungen und 18.800.000 Euro auf den Neubau von Mietwohnungen. Insgesamt entspricht dies einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 17.200.000 Euro. In 2018 wurden 15.400.000 Euro bewilligt. 14,8% 16,4% 16,5% 17,9% 4,7% 31,7% 8,7% 28,8% 11,2% 16,9% 0,0% 5,0% 10,0% 15,0% 20,0% 25,0% 30,0% 35,0% 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2018 2019 2020 Bewilligte Eigentumsmaßnahmen 6 3 1 Bewilligte Modernisierungen 17 32 41 Bewilligte Neubauwohnungen 107 13 135 0 20 40 60 80 100 120 140 160 180 200Seite 40 von 55 36 Abbildung 50: Bewilligte Wohnraumfördermittel NRW differenziert nach Verwendungszweck 5.4 Auslaufende Mietpreis- und Belegungsbindungen Mit Mitteln der Wohnraumförderung Nordrhein-Westfalen errichtete Mietwohnungen unterliegen ei- ner zeitlich befristeten Mietpreis- und einer Belegungsbindung. In Bonn hat sich der Bestand dieser Wohnungen in den letzten Jahren stark reduziert, da insbesondere Bindungen älterer Bestände durch vorzeitige, außerplanmäßige Rückzahlungen der Darlehen durch die Verfügungsberechtigten verkürzt wurden und der Neubau geförderter Wohnungen diesen Rückgang nicht kompensieren kann. Auch in den kommenden Jahren wird sich diese Entwicklung fortsetzen. In den Jahren 2021 bis 2030 werden nach aktuellem Stand pro Jahr durchschnittlich mehr als 500 geför- derte Wohnungen aus der Bindung fallen. Besonders auffällig sind die prognostizierten Rückgänge in 2024 mit 1.191 Wohnungen und in 2027 mit 1.118 Wohnungen. Diese können anschließend zu höhe- ren Mietpreisen auf dem freien Wohnungsmarkt angeboten werden und stehen der städtischen Woh- nungsvermittlung nicht mehr zur Verfügung. 2018 2019 2020 Eigentumsmaßnahmen 1.000.000 500.000 100.000 Modernisierung Mietwohnungen 800.000 1.700.000 2.200.000 Neubau Mietwohnungen 13.600.000 1.700.000 18.800.000 0 5.000.000 10.000.000 15.000.000 20.000.000 25.000.000Seite 41 von 55 37 Abbildung 51: Anzahl der voraussichtlich bis 2030 auslaufenden Mietpreis- und Belegungsbindungen23 6 Grundstücks- und Immobilienmarkt Die Informationen zum Grundstücks- und Immobilienmarkt in Bonn entstammten größtenteils des Grundstücksmarktberichtes 2021, welcher durch den Gutachterausschuss für Grundstückswerte her- ausgegeben wird. Der Bericht stellt die Umsatz- und Preisentwicklung des vergangenen Jahres dar und informiert über das Preisniveau in den unterschiedlichen Ausprägungen des Grundstücksmarktes. Der Grundstücksmarktbericht dient damit der allgemeinen Markttransparenz. Er basiert auf den Daten und Auswertungen der bei der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses geführten Kaufpreissammlung. Er wird seit 1984 jährlich vom Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Bundesstadt Bonn her- ausgegeben und ist auf der Homepage des Gutachterausschusses abrufbar. 24 Die Informationen zur Höhe und zur Entwicklung der Angebotsmieten stammen von dem Unterneh- men Value AG (bis Dezember 2019 empirica-systeme GmbH), welches auf die Verarbeitung, Analyse und Bereitstellung von Immobilienmarktdaten und -informationssystemen spezialisiert ist. Die Markt- datenbank liefert aktuelle und umfassende Informationen zu Preisen, Mieten und Renditen des deut- schen Immobilienmarktes. Sie basiert auf einer umfangreichen Sammlung sorgfältig aufbereiteter Im- mobilienmarktdaten aus mehr als 100 Quellen. Die Daten werden von der Bonner Statistikstelle ana- lysiert und für verschiedene Verwendungszwecke aufbereitet. 23 Umfasst Mietwohnungen in 10-jähriger und verkürzter Nachwirkungsfrist sowie mit planmäßig auslaufender Zweckbindung 24 https://www.bonn.de/microsite/gutachterausschuss/produkte/Grundstuecksmarktbericht.php 220 241 138 1.191 687 485 1.118 712 220 154 0 200 400 600 800 1.000 1.200 1.400 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030Seite 42 von 55 38 6.1 Anzahl der Verträge / Kauffälle Dem Gutachterausschuss wurden von Notaren, Amtsgerichten, der Enteignungsbehörde und der Um- legungsstelle 2.493 Urkunden mit insgesamt 2.867 Kauffällen, die im Jahr 2020 über Grundstücke im Stadtgebiet von Bonn abgeschlossen wurden, zugeleitet. Die Gegenüberstellung zu 2019 zeigt, dass sich die Anzahl aller registrierten Kauffälle im Vergleich zum Vorjahr um rund 9 % verringert hat. Der Rückgang der registrierten Kauffälle ist in allen erfassten Teilbereichen festzustellen. Abbildung 52: Langfristige Entwicklung verschiedener Kauffallzahlen 6.2 Flächenumsatz unbebauter Grundstücke Die Situation auf dem Teilmarkt der unbebauten Grundstücke wird neben der Zahl der Kauffälle auch durch den während eines Jahres erzielten Flächen- und Geldumsatz wiedergegeben. Die folgenden Diagramme zeigen die Veränderungen dieser Umsätze seit 2011 für baureifes Land, Rohbauland und Bauerwartungsland. Nicht dargestellt ist der Umsatz für Flächen, denen im Zuge der Kaufvertragsaus- wertung kein Entwicklungszustand (z.B. Verkehrsflächen) zugeordnet wurde (in 2020 0,03 ha). Der Umsatz für baureifes Land hat sich gegenüber dem Vorjahr um 2,1 ha bzw. 14,2 % auf 16,9 ha gesteigert. Seit 2017 ist ein leichter Anstieg des Flächenumsatzes zu verzeichnen, nachdem er in den Vorjahren eher rückläufig war. Die Umsätze für Rohbauland und für Bauerwartungsland hingegen sindSeite 43 von 55 39 gegenüber dem Vorjahr auf 0,3 ha bzw. 0,8 ha gesunken. Hier zeigt auch die langfristige Entwicklung einen stetigen Rückgang der Umsatzzahlen. Abbildung 53: Langfristige Entwicklung des Flächenumsatzes unbebauter Grundstücke 6.3 Flächenumsatz bebauter Grundstücke Der Flächenumsatz bebauter Grundstücke wird in Grundstücke mit Ein- und Zweifamilienhäusern und in Grundstücke mit Mehrfamilienhaus- und Mischobjekten differenziert. Gegenüber 2019 hat sich der Flächenumsatz der Grundstücke mit Ein- und Zweifamilienhäusern um einen Hektar auf 27 ha erhöht. Bei Mehrfamilienhaus- und Mischobjekten liegt er konstant bei 14 ha. Abbildung 54: Langfristige Entwicklung des Flächenumsatzes bebauter GrundstückeSeite 44 von 55 40 6.4 Geldumsatz unbebauter Grundstücke Mit unbebauten Grundstücken wurden in Bonn in 2020 91,2 Mio. Euro umgesetzt. Der Großteil entfiel davon mit ca. 87 Mio. Euro auf baureifes Land. Hier ist seit 2015 ein kontinuierlicher Anstieg des Geld- umsatzes festzustellen. Die Geldumsätze für Rohbauland und für Bauerwartungsland sind gegenüber dem Vorjahr gesunken und bewegen sich auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau von 0,6 bzw. 1,5 Mio. Euro. Abbildung 55: Langfristige Entwicklung des Geldumsatzes unbebauter Grundstücke 6.5 Geldumsatz bebauter Grundstücke Der Geldumsatz bebauter Grundstücke bewegt sich auf einem ähnlichen Niveau wie in den Vorjahren. In 2020 wurden 293 Mio. Euro für Grundstücke mit Ein- und Zweifamilienhäusern und 254 Mio. Euro für Grundstücke mit Mehrfamilienhäusern und Mischobjekten investiert.Seite 45 von 55 41 Abbildung 56: Langfristige Entwicklung des Geldumsatzes bebauter Grundstücke 6.6 Indexreihe für Baulandpreise Die Entwicklung der Preise von Wohnbaugrundstücken in Bonn, die Entwicklung der Baukosten für Wohngebäude (Bauleistungen am Bauwerk) in NRW25 sowie die Entwicklung der Verbraucherpreise in Deutschland26 sind in Abbildung 64 dargestellt. Es sind weiterhin starke Preisanstiege von Ein- und Zweifamilienhausgrundstücken und von Mehrfamilienhausgrundstücken zu verzeichnen. Während die Preisentwicklung zu Beginn der 2000er-Jahre noch relativ parallel zur Entwicklung der Baukosten für Wohngebäude in NRW und zu den Verbraucherpreisen verlieft, hat sich diese bei den Ein- und Zweifamilienhausgrundstücken ab 2010 und bei den Mehrfamilienhausgrundstücken seit 2014 entkoppelt. Eine Verlangsamung der Preisentwicklung ist aktuell nicht festzustellen. 25 www.it.nrw.de 26 www.destatis.deSeite 46 von 55 42 Abbildung 57: Entwicklung der Indexreihen von Baulandpreisen, Wohngebäude-Baukosten und Verbraucherpreisen27 6.7 Entwicklung der Anzahl von Wohnungsangeboten Seit 2015 (frühester vorliegender Datensatz) hat sich die Anzahl der im freien Mietmarkt inserierten Wohnungsangebote stetig reduziert. Wurden in 2015 noch 6.791 Wohnungsangebote inseriert, waren es in 2020 nur noch 4.914. Dies stellt einen Rückgang um 27,6 % bzw. um 1.877 Angebote dar. Gegen- über dem Vorjahr ist in 2020 ein Rückgang um 10 % bzw. 567 Angebote zu beobachten. Nachdem die Anzahl der inserierten Miet-Neubauwohnungen in den Vorjahren relativ konstant war, ist sie in 2020 ebenfalls deutlich auf 256 Angebote gesunken. 27 Umfasst Mietwohnungen in 10-jähriger und verkürzter Nachwirkungsfrist sowie mit planmäßig auslaufender ZweckbindungSeite 47 von 55 43 Abbildung 58: Entwicklung der Anzahl von Mietangeboten 6.8 Entwicklung der Angebotsmieten28 Angebotsmieten basieren auf veröffentlichten Inseraten aus Immobilienplattformen und Internet-An- geboten von Tageszeitungen für Erst- und Wiedervermietungen von Wohnungen. Sie stellen nur einen kleinen Teil des gesamten Mietmarktes dar und liegen in der Regel über den Miethöhen langfristig bestehender Mietverhältnisse (Bestandsmieten).29 Die durchschnittliche Kaltmiete inserierter Bestands- und Neubauwohnungen liegt in Bonn in 2020 bei 10,91 €/m². Sie ist seit 2015 um 1,76 €/m² und somit um 19,2 % gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr ist eine Steigerung um 0,44 €/m² bzw. 4,2 % festzustellen. Der Anstieg liegt über der für den gleichen Zeitraum festzustellenden Inflationsrate, welche für Nordrhein-Westfalen 2020 um 5,5% gegenüber dem Stand von 2015 anstieg.30 Dieser Anstieg erfolgte stetig und lässt sich ähnlich für alle Wohnungs- größenklassen beobachten. Die Anstiegstendenz lässt sich auch für die Teilräume der Bundesstadt Bonn verallgemeinern. 28 Quelle: empirica-systeme Marktdatenbank 29 Nicht berücksichtigt werden: Wohnungen in Wohnheimen und sonstigen Einrichtungen, die nicht dem freien Wohnmarkt zur Verfügung ste- hen, sofern diese identifiziert werden können. Wohnungen mit weniger als 25 m² oder mehr als 175 m² anrechenbarer Mietfläche. Beide Fälle sind im Miet- wohnmarkt selten, und es handelt sich i. d. R. um Ausreißer mit eher außergewöhnlichen Konditionen, wenn nicht gar um fehlerhafte Datensätze. Da der Quadratmeterpreis von Wohnungen mit zunehmender Größe sinkt, können solche Sonderfälle das Ergebnis verzerren. Angebote, die einen Wohnungsberechtigungsschein voraussetzen (Geförderter Wohnraum). Diese sind definiti- onsgemäß auf eine Untergruppe der Wohnungssuchenden begrenzt und stehen nicht dem freien Markt zur Verfügung. Bei der Analyse ist gleichwohl zu berücksichtigen, dass für auf günstigere Mieten angewiesene Wohnungssuchende zusätzliche Angebote zur Verfügung stehen. 30 Quelle: Verbraucherpreisindex NRW (IT.NRW) 6791 6404 6361 5881 5481 4914 442 496 495 457 447 256 0 1.000 2.000 3.000 4.000 5.000 6.000 7.000 8.000 2015 2016 2017 2018 2019 2020 Anzahl von Angeboten im freien Mietmarkt davon im NeubauSeite 48 von 55 44 Abbildung 59: Entwicklung der Angebotsmieten Die durchschnittliche Kaltmiete inserierter Bestandswohnungen ist nur wenig günstiger als die der in- serierten Wohnungen insgesamt. Dies ist auf die vergleichsweise geringen Fallzahlen im Segment der Neubauwohnungen zurückzuführen. Die durchschnittlichen (Angebots-)Kaltmieten von Neubauwoh- nungen betragen 12,94 €/m². Im Vorjahr lagen sie noch bei 12,46 €/m², in 2015 waren es 11,09 €/m². Gegenüber 2015 ist eine Steigerung um 16,7 % zu verzeichnen. Abbildung 60: Entwicklung der Mietwohnungsangebote nach Preiskategorien Die konstant steigenden Mieten führen zu einer Verknappung des Angebots günstiger Wohnungen. In 2015 wurden noch 50,9 % aller inserierten Wohnungsangebote den Preiskategorien „unter 7,5 €/m²“ 2015 2016 2017 2018 2019 2020 Durchschnittliche Kaltmiete in € pro m² 9,15 € 9,44 € 9,76 € 10,12 € 10,47 € 10,91 € im Bestand 9,01 € 9,32 € 9,63 € 9,98 € 10,29 € 10,79 € im Neubau 11,09 € 10,87 € 11,35 € 11,86 € 12,46 € 12,94 € 6,00 € 7,00 € 8,00 € 9,00 € 10,00 € 11,00 € 12,00 € 13,00 € 14,00 € Durchschnittliche Kaltmiete in € pro m² im Bestand im Neubau 14,90% 11,30% 7,80% 4,90% 3,90% 3,20% 36,00% 32,40% 29,80% 24,60% 20,40% 15,70% 35,20% 38,90% 39,10% 41,90% 40,60% 39,10% 13,90% 17,50% 23,30% 28,50% 35,10% 42,00% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% 2015 2016 2017 2018 2019 2020 unter 7,50 7,50 bis < 9,00 9,00 bis < 11,00 11,00 und mehrSeite 49 von 55 45 und „7,5 €/m² bis < 9 €/m²“ zugeordnet. In 2020 konnten nur noch 18,9 % diesen Kategorien zugeord- net werden. Parallel hat sich der Anteil der Wohnungsangebote, die eine Kaltmiete von mindestens 11 €/m² aufweisen, von 13,9 % in 2015 auf 42 % in 2020 erhöht. Das Wohnungsangebot wird also nicht nur stetig geringer, sondern auch teurer. 7 Ausblick auf Bautätigkeiten in 2021 Mit der Erstellung der Statistik der Baufertigstellungen wird durch die Statistikstelle der Stadt Bonn auch eine Baugenehmigungsstatistik31 und eine Statistik zu Bauüberhängen veröffentlicht. Die Statistik zum Bauüberhang umfasst alle bewilligten, aber noch nicht abgeschlossenen Baumaßnahmen (stan- dardmäßig verfallen Baugenehmigungen in NRW nach drei Jahren ohne Baubeginn, können aber ver- längert werden). In der Praxis können formell noch gültige Baugenehmigungen verworfen oder hinfäl- lig geworden sein, oder sich gegenseitig ausschließen (bspw. Genehmigung mehrerer Planungen für ein Gebiet). Aus diesen Gründen bietet der Bauüberhang kein zuverlässiges Bild der in Kürze zu erwar- tenden Baufertigstellungen. Nachdem in 2019 noch eine Steigerung der Baugenehmigungszahlen für Wohngebäude gegenüber dem Vorjahr festgestellt werden konnte (2018 = 173 Wohngebäude), hat sich ihre Anzahl in 2020 auf 156 Wohngebäude reduziert. Zudem hat sich in 2020 der Anteil der Baugenehmigungen für Wohngebäude mit ein oder zwei Wohnungen auf 50 % aller Baugenehmigungen reduziert. Höhere relative Anteile weisen Wohngebäude mit 20 oder mehr Wohnungen (10%) und Wohngebäude mit 10 bis 19 Wohnungen auf (16%). 31 Die Baugenehmigungsstatistik umfasst die Gesamtheit aller bewilligten Baumaßnahmen des Vorjahres 123; 54% 55; 24% 35; 15% 17; 7% mit 1 oder 2 Wohnungen mit 3 bis 9 Wohnungen mit 10 bis 19 Wohnungen mit 20 oder mehr Wohnungen 78; 50% 37; 24% 25; 16% 16; 10% mit 1 oder 2 Wohnungen mit 3 bis 9 Wohnungen mit 10 bis 19 Wohnungen mit 20 oder mehr Wohnungen Abbildung 61: Baugenehmigungen von Wohngebäuden in 2019 - 230 Neubau-Wohngebäude Abbildung 62: Baugenehmigungen von Wohngebäuden in 2020 - 156 Neubau-WohngebäudeSeite 50 von 55 46 Der Bauüberhang32 – also die Anzahl der ausstehenden Neubau-Wohngebäude33 – lag 2020 bei 365 Wohngebäuden. In 2019 waren es noch 494 und in 2018 528 Wohngebäude. Die Anzahl der Bauüber- hänge ist also rückläufig. Die Statistiken der Bauüberhänge in 2020 verzeichnen einen hohen Anteil (46,9%) an ausstehenden Neubau-Wohngebäuden mit lediglich ein oder zwei Wohnungen. Zu den Vor- jahren ist dies allerdings ein leichter Rückgang ihres Anteils an der Gesamtzahl der Bauüberhänge. Durch das Bonner Baulandmodell34 müssen - nach der im Juni 2021 durch den Rat beschlossenen Mo- difizierung - bei allen Vorhaben ab einem Schwellenwert von 20 Wohneinheiten, für welche neues Planungsrecht geschaffen wird, 50% der BGF Wohnen im geförderten Wohnungsbau errichtet werden. Bei Vorhaben mit 8 – 20 müssen 40% der BGF Wohnen als geförderter Wohnungsbau errichtet werden. Bisherige Erfahrungen zeigen, dass dieser in der Regel im Geschosswohnungsbau realisiert wird. Auf- grund der üblichen Verfahrensdauer ist noch kein Planverfahren mit durch das Baulandmodell vorge- gebenen fixen prozentualen Anteilen geförderten Wohnungsbaus vollständig abgeschlossen worden. In den Folgejahren wird das Baulandmodell zu einem höheren Anteil geförderter Wohnungen an den Baufertigstellungszahlen führen. Genauere Informationen zur Anwendung des Bonner Baulandmo- dells und den Potentialen der von ihm erfassten Bebauungsplanverfahren hat die Verwaltung mit dem Bericht zur Evaluierung des Bonner Baulandmodells im Sommer 2020 vorgelegt (Ds-Nr. 201298). Auch die Erstellung und Umsetzung des Konzepts zur Wohnbaulandaktivierung (Ds-Nr. 1912433) wird noch keinen Einfluss auf die Baufertigstellungszahlen in 2021 haben, weil für die zunächst in den Fokus genommenen größeren Wohnbaupotentiale die Verfahren zur Baurechtschaffung erst noch durchge- führt werden müssen. 32 Die Gesamtheit aller bewilligten, aber noch nicht abgeschlossenen, Baumaßnahmen. Standardmäßig verfallen Baugeneh- migungen in NRW nach 3 Jahren ohne Baubeginn (bzw. nach einjährigem Baustopp), können aber verlängert werden. 33 Neubau-Wohngebäude ohne Wohnheime 34 https://www.bonn.de/vv/produkte/wohnungsmarktentwicklung-bonner-baulandmodell.php 248; 50% 135; 27% 82; 17% 29; 6% mit 1 oder 2 Wohnungen mit 3 bis 9 Wohnungen mit 10 bis 19 Wohnungen mit 20 oder mehr Wohnungen 171; 47% 106; 29% 58; 16% 30; 8% mit 1 oder 2 Wohnungen mit 3 bis 9 Wohnungen mit 10 bis 19 Wohnungne mit 20 oder mehr Wohnungen Abbildung 63: Bauüberhang 2019: 494 ausstehende Neubau- Wohngebäude Abbildung 64: Bauüberhang 2020: 365 ausstehende Neubau- WohngebäudeSeite 51 von 55 47 Vor dem Hintergrund des prognostizierten Bevölkerungswachstums wird eine wohnbauliche Entwick- lung im Innenbereich mit den aktuellen durchschnittlichen Dichtewerten alleine nicht mehr ausrei- chend sein, um den resultierenden Wohnraumbedarf zu decken. Auch die laufende Regionalplanüber- arbeitung lässt keine nennenswerte Zunahme der zur Verfügung stehenden Siedlungsflächen erwar- ten. Vor diesem Hintergrund ist eine strategische Diskussion zur Weiterentwicklung der Wohnbauflä- chen und deren Ausnutzung dringend erforderlich. 8 Fazit Der Wohnungsmarktbericht 2020 zeigt, dass die Bundesstadt Bonn von einem angespannten Woh- nungsmarkt geprägt ist. Signifikante Entwicklungen sind der kontinuierliche Rückgang des geförderten Wohnungsbestandes, der Anstieg der Angebotsmieten für Mietwohnungen und der Kaufpreise für un- bebaute und bebaute Grundstücke sowie eine stetig abnehmende Anzahl inserierter Wohnungsange- bote. Im Vergleich zum Vorjahr ist sowohl die Anzahl der fertiggestellten Neubauwohnungen, als auch die Anzahl der erteilten Baugenehmigungen zurückgegangen. Im Vergleich zum Wohnungsbestand wurden größere Wohnungen, sowohl im Ein- als auch im Mehr- familienhausbau errichtet. Die Anzahl der fertiggestellten geförderten Wohnungen ist hingegen ge- genüber dem Vorjahr leicht gestiegen und auch der langfristige Trend deutet eine kontinuierliche Stei- gerung der Fertigstellungszahlen in diesem Segment an. Ihr Anteil an den gesamten Baufertigstellungs- zahlen hat sich ebenfalls erhöht. Dies kann allerdings die Abnahme der Anzahl der geförderten Woh- nungen durch Bindungsauslauf, etc. nicht kompensieren. Durch die Anwendung des Bonner Bauland- modells ist in den kommenden Jahren von einer weiteren Steigerung der Fertigstellungszahlen geför- derter Wohnungen auszugehen.Seite 52 von 55 48 Glossar Begriffe und Anmerkungen Sofern nicht anders ausgewiesen, gelten für alle Indikatoren diejenigen Definitionen, welche von IT.NRW im Anhang des Erhebungsbogens „Statistik der Baugenehmigungen“ aufgeführt werden. Die- ses Dokument kann unter https://www.statistik-bw.de/baut/servlet/LaenderServlet heruntergeladen werden. Im Folgenden werden die verwendeten Begriffe kurz zusammengefasst und ggf. um indikator- spezifische, methodische Anmerkungen erweitert. Bauüberhang Die Gesamtheit aller bewilligten, aber noch nicht abgeschlossenen, Baumaßnahmen. Beim Bauüber- hang und den Baugenehmigungen ist aus methodischer Sicht darauf hinzuweisen, dass diese nicht un- bedingt die Gesamtheit aller in Durchführung befindlichen Baumaßnahmen erfassen. Es ist nicht un- üblich, dass der Genehmigungsbogen mit starker Verzögerung oder sogar zeitgleich mit der Fertigstel- lungsbenachrichtigung bei der Statistikstelle eingeht. Gerade bei Großprojekten erfolgt die formelle Genehmigung zudem u. U. zu einem fortgeschrittenen Zeitpunkt des Abstimmungsprozesses zwischen Stadt und Bauherrn. Standardmäßig verfallen Baugenehmigungen in NRW nach 3 Jahren ohne Baube- ginn (bzw. nach einjährigem Baustopp), können aber verlängert werden. In der Praxis können formell noch gültige Baugenehmigungen verworfen oder hinfällig geworden sein, oder sich gegenseitig aus- schließen (Beispiel: ein Bauherr hat für ein Gebiet mehrere Planungen genehmigen lassen). Aus all diesen Gründen bildet der Bauüberhang kein zuverlässiges Bild der in Kürze zu erwartenden Baufertig- stellungen ab. Fertigstellung Rechtlich erfolgt die Fertigstellung einer Baumaßnahme mit der Abnahme durch die Bauaufsichtsbe- hörde. Für die Statistik wird aber das Verarbeitungsdatum in der Statistikstelle als Fertigstellungsda- tum verbucht. Dies dient der Vermeidung häufiger Nachkorrekturen. Gebäude Auf Dauer eingerichtete, überdachte Bauwerke, welche von Menschen betreten werden können und geeignet oder bestimmt sind, dem Schutz von Menschen, Tieren oder Gegenständen zu dienen. NichtwohngebäudeSeite 53 von 55 49 Als Nichtwohngebäude im statistischen Sinn gelten alle Gebäude, die nicht primär zu Wohnzwecken dienen. Nichtwohngebäude (NWG) können aber sehr wohl Wohnungen beinhalten. Hauptkriterium der Unterscheidung von Wohngebäuden bei Mischnutzung ist der zu Nichtwohnzwecken verwendete Flächenanteil. Zu den Nichtwohngebäuden zählen auch Hotels, Gasthöfe, Pensionen sowie die soge- nannten Anstaltsgebäude - eine vielfältige Gruppe von Gebäuden mit Sonderfunktionen, zu denen u. A. Krankenhäuser, Pflegeheime, Kasernen, Internate, Klöster oder Justizvollzugsanstalten gehören. Diese Gebäude können zwar durchaus auch zum Wohnen dienen, laut Gesetzgeber ist ihre primäre Funktion aber eine andere. Im Gegensatz zu den Statistischen Bundes- und Landesämtern zählt die Bonner Statistikstelle auch die Kategorie der ‚Sammelunterkünfte für Flüchtlinge‘ zu den Anstaltsge- bäuden. Räume Eigentlich: Wohnräume. Umfasst alle Räume in Wohnungen, die als Küchen, Wohn-, Ess- und Schlaf- räume konzipiert sind. Auch zweckentfremdete Räume wie Heimbüros sowie Dielen etc. mit 6 oder mehr Quadratmetern Fläche werden als Räume gezählt. Bad, Toiletten, Flur und Wirtschaftsräume unter 6 m² werden dagegen nicht berücksichtigt. Der baustatistische Begriff weicht vom auf dem Woh- nungsmarkt gebräuchlichen Begriff „Zimmer“ ab, welcher z. B. die Küche nicht mitzählt. Umbau Umgangssprachlicher Begriff zur Erfassung aller genehmigungspflichtigen Baumaßnahmen an beste- henden Gebäuden. Abgesehen von unter die Bagatellregelung fallenden Baumaßnahmen, zählen dazu alle Bautätigkeiten, bei denen Wohn- bzw. Nutzfläche gewonnen, verändert, verloren oder umgewid- met wird. Vollgeschosse Gezählt werden Geschosse im Sinne der Landesbauordnung (§20 Abs. 1 BauNVO NRW). Keller- und Dachgeschosse werden i. d. R. nicht berücksichtigt. Wohnfläche Die Wohnfläche umfasst im Sinne der Bundeswohnflächenverordnung die Grundflächen der Räume, die ausschließlich zu einer Wohnung gehören. Bei Wohnheimen zählen zudem die Flächen der Ge- meinschaftsräume zur Gesamtwohnfläche. WohngebäudeSeite 54 von 55 50 Als Wohngebäude (WG) gilt jedes Gebäude, das primär zu Wohnzwecken dient. Unter diese Definition fallen auch Wohnheime (siehe dort). Wohngebäude, welche keine Wohnheime sind, werden im Rah- men dieser Statistik zur Abgrenzung auch als ‚sonstige Wohngebäude‘ geführt. Wohnheime Wohnheime sind eine Sonderform der Wohngebäude, in denen bestimmte Gesellschaftsgruppen (bspw. Senioren oder Studenten) gemeinschaftlich wohnen und Gemeinschaftseinrichtungen (z. B. Ge- meinschaftsverpflegung, Gemeinschaftsräume) nutzen. Bewohner von Wohnheimen führen einen ei- genen Haushalt. Zu beachten ist, dass in der Baustatistik nicht primär zu Wohnzwecken dienende Un- terkünfte als sogenannte Anstaltsgebäude ebenso unter die Nichtwohngebäude gezählt werden wie Hotels und Gasthöfe (siehe: Nichtwohngebäude). Wohnung Zu Wohnzwecken bestimmte, nach außen abgeschlossene Einheit aus einem oder mehreren Räumen, welche – u. U. unter Verwendung zusätzlicher Gemeinschaftsräume - die Führung eines eigenen Haus- halts ermöglicht.Seite 55 von 55
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