220212-01 ST · Stellungnahme der Verwaltung
Kommunales Integrationszentrum: Antidiskriminierungsarbeit in Bonn
Kerndaten
- Nummer
- 220212-01 ST
- Art
- Stellungnahme der Verwaltung
- Veröffentlicht
- 13.03.2022
- Letzte Änderung
- 15.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Integrationsrates Kenntnisnahme
Dateien
- Sammeldokument öffentlich Öffnen ↗
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Stellungnahme der Verwaltung öffentlich 220212-01 ST Die Oberbürgermeisterin Federführung: 05 Amt für Integration und Vielfalt Dezernat: Dez. OB Kommunales Integrationszentrum: Antidiskriminierungsarbeit in Bonn Beratungsfolge Integrationsrat 29.03.2022 Kenntnisnahme Inhalt der Stellungnahme: Zu 1.-3.: Das Kommunale Integrationszentrum (KI) hat 2020-2021 insgesamt 21 Fälle bearbeitet. Die Beratungsgespräche erfolgten überwiegend online und telefonisch. Überwiegend handelte es sich um Diskriminierungsfälle im Zugang zu oder in der Nutzung von Dienstleistungen, im Zugang zu Bildung (Universität) sowie im Erziehungs- und Schulbereich. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) ist anwendbar bei Diskriminierungsmerkmalen wie Alter, Behinderung, ethnischer Herkunft, Rassismus, Geschlecht, Religion, Weltanschauung oder sexueller Identität. Bei den Beratungsanfragen aus dem Jahr 2020 und 2021 sind nicht alle Merkmale (s.o.) repräsentiert. Allerdings gab es Fälle von Mehrfachdiskriminierung. Das heißt, die Gründe für die Diskriminierung hängen von mindestens 3 Diskriminierungsmerkmalen ab. Über 90 % der Beratungsanfragen stammen von Menschen mit Migrationsgeschichte. Bei den Anfragen spielten Hautfarbe, Herkunft oder Religion eine große Rolle. Im Jahr 2020 gab es kaum Auffälligkeiten, die in Verbindung mit der Corona-Pandemie gebracht werden können. Im Jahr 2021 gab es einen Anstieg. Vier von 10 Fällen können mit der pandemiebedingten Situation in Verbindung gebracht werden. Es handelte sich überwiegend um die „Nichtbeachtung“ der Corona- Regeln und Formalitäten. Zu 3.-5.: In Bonn können sich Menschen wegen einer Diskriminierung aufgrund ihrer ethnischen Herkunft oder ihrer Religion an die Antidiskriminierungsberatung im Kommunalen Integrationszentrum (KI) wenden. Darüber hinaus gibt es für die verschiedenen Diskriminierungsmerkmale weitere Ansprechpartner*innen in Bonn. Das Kommunale Integrationszentrum hat die Broschüre „Ratgeber für Menschen mit rassistischen und anderen Diskriminierungserfahrungen“ herausgegeben. Die Broschüre beinhaltet zusätzlich eine Begleitbroschüre für Jugendliche mit rassistischen und Diskriminierungserfahrungen und wurde bereits mehrfach im Integrationsrat ausgelegt. In der Broschüre finden Menschen, die von Benachteiligung aufgrund ihrer tatsächlichen oder angenommenen Herkunft, Religion, des Geschlechts, der sexuellen Orientierung, einer Behinderung oder des Alters betroffen sind:Seite 1 von 3 Seite 2 Allgemeine Informationen über Diskriminierung nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) Hinweise zu Handlungsmöglichkeiten Mehrsprachige Literaturhinweise Bonner Beratungs- und Anlaufstellen, die kostenlos und auf Wunsch anonym unterstützen, und Anlauf- und Beratungsstellen bundesweit und in NRW Zu 6.-8.: Dem KI steht eine Vollzeitstelle für die Antidiskriminierungsarbeit zur Verfügung. Das Kommunale Integrationszentrum (KI) hat in den Jahren 2020 und 2021 folgende Veranstaltungen im Bereich Antidiskriminierungsarbeit durchgeführt: Online-Vorträge: „Rassismus in Zeiten von Corona" (04.07. 2020) „Wer sind WIR? Was ist Heimat? Und wo fängt Rassismus an?“ (06.11.2020) „Corona, #blacklivesmatter und neue Chancen" Regionalkonferenz für die Bonner SoR-SmC Schulen (Grundschulen 24.09.2020, weiterführende Schulen 25.09.2020) Anti-Bias Training für Lehrkräfte an Bonner SoR-SmC Schulen (06.12.2021) Empowerment Workshop für BIPoC Fachkräfte aus den Bereichen Integration, Migration und Antidiskriminierung sowie pädagogische Fachkräfte mit eigenen Rassismuserfahrungen (29.10.2021 - 30.10.2021) „Rassismuskritik & kritisches Weißsein“ Workshop für Fachkräfte aus den Bereichen Integration, Migration und Antidiskriminierung sowie pädagogische Fachkräfte, die in Deutschland keine persönlichen Rassismuserfahrungen machen (26.11.2021 – 27.11.2021) Präsenz: Empowerment-Workshop (14.08.2020) unter strenger Einhaltung der damaligen Corona-Auflagen und in Kooperation mit dem Verein „Palast der Löwin e.V. Die Veranstaltung richtete sich an Menschen mit Rassismuserfahrungen (BIPoC: Black, Indigenous und People of Color). Dem Netzwerk Antidiskriminierungsarbeit Bonn gehören Initiativen, Projekte, Verbände, Frauenorganisationen, Migrant*innenorganisationen und städtische Ämter an. Vor der Corona-Pandemie wurden die Netzwerktreffen in regelmäßigen Abständen durchgeführt. Zur Koordinierungsarbeit des Netzwerks gehört die Organisation der Sitzungen des Netzwerks und die Unterstützung der Aktivitäten des Netzwerks. Hauptziel des Netzwerks ist die Stärkung der Antidiskriminierungsarbeit in Bonn. Eine mit Akteuren des Netzwerks Antidiskriminierungsarbeit Bonn vorbereitete Fotokampagne musste Corona-bedingt verschoben werden. Sie soll nun in 2022 starten. Die Kampagne bezieht sich auf tatsächliche und alltägliche Diskriminierungsfälle in Bonn. Diese werden öffentlichkeitswirksam in Bussen und Bahnen der SWB platziert. Die Fotokampagne soll das öffentliche Bewusstsein für Diskriminierung stärken.Seite 2 von 3 Seite 3 Anlage/n KeineSeite 3 von 3
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 03.11.2026, 03:22 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de