220044 · Beschlussvorlage
Förderung des Projektes „Wohnraumfinden“ des Vereins Frauen helfen Frauen e. V. im Jahr 2022
Kerndaten
- Nummer
- 220044
- Art
- Beschlussvorlage
- Veröffentlicht
- 18.01.2022
- Letzte Änderung
- 15.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Ausschusses für Soziales, Migration und Gesundheit Entscheidung federführend
Dateien
- Sammeldokument öffentlich Öffnen ↗
Volltext
Maschinell aus dem PDF extrahierter Text — Tabellen und Layout gehen verloren. Maßgeblich ist das PDF: PDF öffnen ↗.
Text anzeigen (18.033 Zeichen)
Beschlussvorlage öffentlich 220044 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 50 Amt für Soziales und Wohnen Dezernat: Dez. V Förderung des Projektes „Wohnraumfinden“ des Vereins Frauen helfen Frauen e. V. im Jahr 2022 Beratungsfolge Ausschuss für Soziales, Migration und Gesundheit 16.02.2022 Entscheidung Beschlussvorschlag Der Verein Frauen helfen Frauen e. V. erhält zu den nachgewiesenen, anerkannten und ungedeckten Personal- und Sachkosten des Projektes „Wohnraumfinden“ eine Förderung in Höhe von maximal: 44.030,00 EUR im Jahr 2022. Begründung Im städtischen Haushalt wurden mit DS 201928-32 AA für das HJ 2022 zusätzliche Mittel in Höhe von jährlich 250.000 € zur Kapazitätserweiterung der Bonner Frauenhäuser bereitgestellt. Die Mittel sollen nun mit einem Teilbetrag durch den Verein „Frauen helfen Frauen e.V.“ für das Modellprojekt „Wohnraumfinden – Gewaltfrei leben – sich vernetzen“ des Landes NRW eingesetzt werden. Das Projekt wurde bereits in den Jahren 2017-2020 erfolgreich durchgeführt. Durch die intensive Betreuung im Rahmen dieser Maßnahme konnten Frauen früher und schneller in eigene Wohnungen vermittelt werden, aber auch Kontakte zu Wohnungsbaugesellschaften und sonstigen Vermietern geknüpft und gepflegt werden. Zur weitergehenden Information ist der Abschlussbericht 2020 beigefügt. Im Dezember 2020 endete die bisherige Förderung (0,5 VZÄ plus Sachkosten). Die Landesregierung stellt aktuell keine Regelförderung zum Thema „Wohnraumfinden“ in Aussicht. In 2021 konnte das Projekt in geringerem Umfang aus Stiftungsmitteln fortgesetzt werden. Diese Förderung war auf das Jahr 2021 begrenzt und steht nicht für weitere Jahre zur Verfügung.Seite 1 von 10 Seite 2 Aus diesem Grund soll nun das Projekt aus den oben genannten Mitteln finanziert werden. Folgende Ziele sollen mit dieser Maßnahme erreicht werden: Intensive Unterstützung bei der Wohnungssuche der von Gewalt betroffenen Frauen schnellerer Auszug aus den Frauenhäusern damit mehr Kapazität für andere Frauen in den Frauenhäusern. Zielgruppen sind sowohl die in den Frauenhäusern aufgenommenen Frauen als auch Klientinnen von Frauenberatungsstellen, die unmittelbar von Gewalt betroffen sind. In die Kooperation werden daher die Frauenberatungsstellen in Bonn einbezogen. Die Aufgaben des Projektes sind es, Frauen aus den Frauenhäusern kontinuierlich mit Wohnungen zu versorgen und ihnen darüber hinaus durch die Vermittlung zu passenden Unterstützungsangeboten im Quartier sowie der Förderung von Peer-to-Peer-Selbsthilfestrukturen unter ehemaligen Frauenhausbewohnerinnen den Übergang aus dem Frauenhaus in ein selbstbestimmtes, eigenständiges Leben ohne Gewalt zu erleichtern. Eine weitere Aufgabe des Projektes besteht darin, von Gewalt betroffene Frauen, die nicht in ein Frauenhaus flüchten möchten, konkret bei der Suche nach geeignetem Wohnraum zu unterstützen. Zusammengefasst sind die Schwerpunkte des Projektes: Unterstützung von gewaltbetroffenen Frauen bei der Wohnraumsuche unter Berücksichtigung besonderer Erschwernisse wie z.B. Stigmatisierungen Bei Bedarf Begleitung zu Wohnungsbesichtigungen, -übergaben und anderen wohnungsbezogenen Terminen Lobbyarbeit gegenüber Wohnungsgeber*innen Öffentlichkeitsarbeit, um auch kleinere private Wohnungsgeber*innen zu erreichen Erfassung von Unterstützungsbedarf und Vermittlung an geeignete Unterstützungseinrichtungen zur nachhaltigen Verortung und Orientierung im neuen Stadtteil Aufbau bzw. Fortführung von entsprechenden Kooperationen und Netzwerken, Dokumentation der Wohnraumsuche und daraus resultierende Maßnahmen zur Spezifizierung des Projektes Aufbau bzw. Fortführung von Peer-to-Peer-Selbsthilfestrukturen ehemaliger Frauenhausbewohnerinnen zur gegenseitigen Unterstützung und Verhinderung von Isolation. Das Projekt soll auch über das Jahr 2022 hinaus fortgesetzt werden. Darüber hinaus eruiert die Verwaltung aktuell wie die Platzzahlen für von Gewalt betroffene Frauen in Bonn erhöht werden können, um die weiteren im Haushalt vorhandenen Finanzmittel einzusetzen. Über den weiteren Verlauf wird informiert.Seite 2 von 10 Seite 3 Finanzielle Auswirkungen: Produktgruppe Produktgruppenbezeich nung Produkt Produktbezeichnung 1.05.06 Förderung Wohlfahrt 1.50.00.05.06.01 Förderung Wohlfahrt Investive Kosten der Maßnahme Betrag Finanzstelle / FiPos Veranschlagt in Noch bereit- zustellen Deckung Auszahlungen Einzahlungen Investiver Finanzsaldo Konsumtive Kosten der Maßnahme jährlich einschließlich Folgekosten Betrag Finanzstelle / FiPos Veranschlagt in Noch bereit- zustellen Deckung Auszahlungen / Aufwendungen 44.030,00 EUR 150000506 / 73.1000 44.030,00 EUR 0,00 EUR Einzahlungen / Erträge 0,00 EUR Haushaltsbelastung jährlich 44.030,00 EUR Anlage/n 1 2017-2020 Abschlussbericht Projekt Wohnraumfinder Verein Frauen helfen Frauen e.V. (öffentlich)Seite 3 von 10 Abschlussbericht 07.2017 – 12.2020 Modellprojekt „Wohnraum finden – gewaltfrei leben – sich vernetzen“, kurz: „wohnraumfinden…“ Frauen helfen Frauen e.V. Bonn 1 Im Folgenden wird das Modellprojekt (Projektstandort Bonn) „Wohnraum finden – gewaltfrei leben – sich vernetzen“, kurz: „wohnraumfinden…“ für den Zeitraum vom Juli 2017 bis Dezember 2020 in einem Abschlussbericht erläutert. In den für den Projektzeitraum bis Dezember 2019 vorgelegten vier Sachberichten sind bereits zahlreiche Teile der Durchführung ausführlich beschrieben worden. Im Weiteren werden diese nicht wiederholt, sondern es wird lediglich auf die bereits getätigte Darstellung verwiesen. Ab März 2020 veränderte sich die Arbeitsweise auf Grund der Corona-Pandemie in einigen Teilen grundlegend. Hierauf wird im Folgenden noch detaillierter eingegangen werden. Ziel des Projektes Das Hauptziel während des gesamten Projektzeitraumes war es, Bewohnerinnen, die nicht mehr auf den Schutz des Frauenhauses angewiesen waren, aktiv und kontinuierlich bei der Wohnungssuche zu unterstützen. Die Darstellung der Ziele wurde bereits in den vergangenen Sachberichten ausführlich thematisiert und erläutert. Durchführung des Projektes Direkte Wohnungssuche Kooperationen: Festigung der Kontakte/ neue Kontakte Projektgruppe Direkte Wohnungssuche In der Zeit von Januar bis Dezember 2020 wurden 30 Frauen bei der Wohnungssuche unterstützt. Davon fanden 18 Frauen und 14 Kinder eine eigene Wohnung. 16 Frauen und ihre Kinder zogen bis Ende Dezember 2020 aus, zwei Frauen hatten ihren Mietvertrag schon unterschrieben und werden im Januar 2021 ausziehen.Seite 4 von 10 Abschlussbericht 07.2017 – 12.2020 Modellprojekt „Wohnraum finden – gewaltfrei leben – sich vernetzen“, kurz: „wohnraumfinden…“ Frauen helfen Frauen e.V. Bonn 2 13 Bewohnerinnen fanden mit ihren Kindern in Bonn ein neues Zuhause, drei weitere in NRW. Im Durchschnitt vergingen im Jahr 2020 drei bis vier Monate von Beginn der Suche bis zum Auszug. Damit hat sich der Zeitraum im Vergleich zum davorliegenden Projektzeitraum verkürzt. (siehe Abschlussbericht 2017-2019). Auf die Gründe wird unter „Kooperationen“ noch näher eingegangen werden. 12 der unterstützten Bewohnerinnen bezogen keine eigene Wohnung. Entweder mussten sie auf Grund der Gefahrenlage in ein anderes Frauenhaus umziehen oder sie zogen zurück in die bisherige Wohnung. Eine Bewohnerin verließ das Frauenhaus mit unbekanntem Ziel. - Schwierigkeiten/Lösungen bei der konkreten Durchführung seit März Die äußeren Bedingungen bei der gemeinsamen Suche mit den Bewohnerinnen musste auf Grund der präventiven Maßnahmen gegen eine Coronaerkrankung umstrukturiert werden. Die Räumlichkeiten in der Beratungsstelle wurden erheblich häufiger genutzt als vorher. Außerdem durften sie bei Gesprächen, gemeinsamer Recherche etc. lediglich zu zweit (Mitarbeiterin und Bewohnerin), höchstens -wenn eine Sprachmittlerin beteiligt war- zu dritt genutzt werden. Daraus ergaben sich höhere Mietkosten als in den Jahren zuvor. Ein Spuckschutz wurde angeschafft, die Materialien, Tische, Telefone etc. wurden nach jedem Gespräch desinfiziert. Die Kinder der Bewohnerin, die in der Beratungsstelle war, wurden nach Möglichkeit im Frauenhaus von einer Kollegin betreut. - Allgemeine Schwierigkeiten bei der Suche: Die Ausgangslagen und Herangehensweisen bei der Wohnungssuche sind individuell und sehr unterschiedlich. (siehe Sachberichte von Juli 2017- Dez. 2019) Immer wieder stoßen die Bewohnerinnen auf -scheinbar- unlösbare Hindernisse. Viele der bezahlbaren Wohnungen in Bonn können nur mit einem Wohnberechtigungsschein angemietet werden. Frauen, die Jobcenterleistungen erhalten, bekommen normalerweise auch diesen Schein. Anders sieht dies beiSeite 5 von 10 Abschlussbericht 07.2017 – 12.2020 Modellprojekt „Wohnraum finden – gewaltfrei leben – sich vernetzen“, kurz: „wohnraumfinden…“ Frauen helfen Frauen e.V. Bonn 3 Frauen aus, die keinen gesicherten Aufenthalt haben, bzw. bei denen der Aufenthalt nur begrenzt ist. Sie haben in der Regel keinen Anspruch auf einen WBS. Auch liegt bei berufstätigen Bewohnerinnen das Einkommen häufig knapp über dem Grenzwert, so dass kein WBS bewilligt wird. Dies bedeutet, dass für diese Bewohnerinnen ein Großteil der bezahlbaren Wohnungen nicht angemietet werden kann und die Wohnungssuche erschwert ist. Kooperationen: Festigung der Kontakte/neue Kontakte Im März 2020 zu Beginn der Corona-Pandemie verschärfte sich die Situation drastisch. Die Wohnungsvermittlungsstelle der Stadt Bonn, zu der ein sehr guter Kontakt besteht, war zeitweise nicht mehr erreichbar. Ebenso verlief der Kontakt mit anderen Vermieter*innen sehr schleppend. Eine große Verunsicherung war nicht nur bei den Vermieter*innen, sondern auch bei den Bewohnerinnen -die sich in den ersten Wochen eher zurückzogen, als auf Wohnungssuche zu gehen- spürbar. Diese Zeit der „Erstarrung“ wurde genutzt, um für die Wohnungssuche nach Projektablauf nachvollziehbare Hilfsmittel zu erstellen. Hierzu gehört vor allem eine Aufstellung der bestehenden Kontakte und eine Zusammenstellung von Informationsmaterial etc.. Etwas später dann entstand ein neuer, wichtiger Kontakt zur Wohnbaugesellschaft MIWO. Die Geschäftsführerin -durch die Medien auf das Thema „Frauenhäuser“ aufmerksam geworden- trat an uns heran und bot uns Unterstützung auch in Bezug auf Wohnungsanmietungen an. Hierüber konnte schon im Mai 2020 eine Ausweichwohnung zur Ergänzung des Frauenhauses angemietet und bezogen werden. Da die Frauen und ihre Kinder im Frauenhaus sehr beengt leben, war die Sorge der erhöhten Infektionsgefahr durch Covid 19 sehr groß und das Angebot der MIWO kam zum passenden Augenblick.Seite 6 von 10 Abschlussbericht 07.2017 – 12.2020 Modellprojekt „Wohnraum finden – gewaltfrei leben – sich vernetzen“, kurz: „wohnraumfinden…“ Frauen helfen Frauen e.V. Bonn 4 Wir stehen seitdem in einem sehr engen Kontakt mit der MIWO. Eine Bewohnerin konnte im Dezember eine schöne, bezahlbare Wohnung anmieten, eine weitere Bewohnerin mit ihrer kleinen Tochter hat ebenso wie eine alleinstehende Frau eine Wohnung in Aussicht. Die nächste Kooperation ist im Rahmen des Projekts gelungen mit der Sparkasse KölnBonn, die noch einige Wohnungsbestände in Bonn hat. Auch dieser Kontakt wird gepflegt und aufrechterhalten. Hier konnte einer Bewohnerin, die aus ausländerrechtlichen Gründen keinen Anspruch auf einen WBS und somit noch größere Schwierigkeiten hatte, eine Wohnung zu finden, eine eigene Wohnung vermittelt werden. Im Frühsommer entspannte sich die Lage ein wenig und die Frauen suchten vermehrt ein eigenes Zuhause. Die Wohnungsvermittlungsstelle war -telefonisch und per Email- auch wieder sehr gut zu erreichen. Die anfängliche Sorge, dass es von Nachteil sein könnte, dort nicht persönlich vorsprechen und die Situation detaillierter schildern zu können, bestätigte sich nicht. Gut die Hälfte der Frauen, die ausgezogen sind, bekamen ihre Wohnung über die Stadt Bonn. Im Herbst 2020 trat die VONOVIA aus Bonn an das Frauenhaus heran und bot Hilfe, auch im Bereich der Wohnungsvergabe an. Gegen Ende des Jahres schrieb die Regionalleiterin eine Email, in der sie von einem Kooperationsvertrag schrieb, den sie Anfang 2021 aufsetzen wollte. Die bisherigen Erfahrungen mit der VONOVIA waren nicht so erfreulich, umso gespannter sind wir nun, ob, bzw. wie sich die Sache weiter entwickeln wird. Ein Wohnungsangebot haben die Frauen aber bis dato noch keins erhalten. Somit hat sich der „Blick in die Zukunft“, der im letzten Sachbericht getätigt wurde bestätigt: „Der Schwerpunkt liegt weiterhin in der kontinuierlichen Wohnungssuche und allem was dies beinhaltet, wie die Unterstützung der Frauen bei der Kontaktaufnahme zurSeite 7 von 10 Abschlussbericht 07.2017 – 12.2020 Modellprojekt „Wohnraum finden – gewaltfrei leben – sich vernetzen“, kurz: „wohnraumfinden…“ Frauen helfen Frauen e.V. Bonn 5 Hausverwaltung, Vermieter*in, bei der Wohnungsbesichtigung, -übergabe, etc.. Hierzu gehört jedoch auch die Suche nach weiteren potentiellen Vermieter*innen, bzw. nach Institutionen,…“ Öffentlichkeitsarbeit Bonner Immobilienmesse, Vernissage im Frauenmuseum, Bonner Bautage, Aktionen in der Bonner Innenstadt etc.., das alles fand im Jahr 2020 nicht statt und somit auch keine fokussierte Öffentlichkeitsarbeit. Auch wenn Flyer an öffentlichen Stellen, wie Geschäften etc. ausgelegt wurden, so waren sie durch die „coronabedingten Lockdowns“ wenig wirksam. Die Aufmerksamkeit wurde eher durch die Medien erreicht, die vermehrt über „häusliche Gewalt“ und „Frauenhäuser“ berichtete. Daraufhin meldeten sich auch private Vermieter*innen, die Wohnraum anboten. Leider kam es zu keiner Vermietung, da die Wohnungen entweder viel zu teuer waren oder in ländlichen Gebieten lagen, weit ab der Stadt und einer guten Infrastruktur. Hier hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass eine persönliche Ansprache von Vorteil und erfolgversprechender ist. Projektgruppe Die Projektgruppe traf sich in regelmäßigen Abständen, plante und führte in den vergangenen Jahren vor allem öffentliche Aktionen durch. Teilweise unterstützten sie auch Frauen, die auszogen. Es gab zwei Treffen in 2020: Das erste fand im Februar statt, wo über Aktionen, die über das Jahr verteilt stattfinden sollten, gesprochen und diese schon teilweise vorbereitet wurden. Der zweite Austausch fand im Juli statt. In der Zwischenzeit war klar, dass keine öffentlichen Aktionen stattfinden können.Seite 8 von 10 Abschlussbericht 07.2017 – 12.2020 Modellprojekt „Wohnraum finden – gewaltfrei leben – sich vernetzen“, kurz: „wohnraumfinden…“ Frauen helfen Frauen e.V. Bonn 6 Auf der einen Seite fokussierten die Projektteilnehmerinnen daraufhin ihr Tun in der Unterstützung der Frauen, die aus dem Frauenhaus auszogen. Sie halfen u.a. bei der Beschaffung von Möbel und Hausrat und richteten die Wohnung mit ein. Auf der anderen Seite wurde nach einem -übergeordneten- Projekt gesucht, was auch in Zukunft dazu genutzt werden kann, Stigmatisierungen, denen ja Frauen aus dem Frauenhaus häufig ausgesetzt sind, entgegen zu wirken. Hierzu entstand folgende Idee: Die Teilnehmerinnen der Projektgruppe besuchen Frauen und ihre Kinder, die aus dem Frauenhaus ausgezogen sind. Ihnen werden drei Fragen gestellt: - 1. Was assoziierst du mir dem Begriff: „WOHNEN“? - 2. Was verbindest Du mit: „Wohnen im FH“? - 3. Was verbindest Du mit: „Wohnen in der neuen, eigenen Wohnung“? Des Weiteren werden Fotos der Wohnungen gemacht. Wie leben die Frauen und Kinder? Wie richten sie sich ein? Wie sieht ihr neues Zuhause aus? Im Sommer wurden schon die ersten Interviews geführt und Fotos geschossen. Die Aktion musste jedoch im Herbst durch die steigenden Zahlen von Coronaerkrankten und erneute Verschärfungen und Vorsichtsmaßnahmen unterbrochen werden. Nichtsdestotrotz ist sie noch in den Köpfen und wird, sobald es geht, weiter verfolgt werden. Wo und in welcher Art die Ergebnisse veröffentlicht oder genutzt werden ist noch nicht klar und wird hoffentlich bald besprochen werden können.Seite 9 von 10 Abschlussbericht 07.2017 – 12.2020 Modellprojekt „Wohnraum finden – gewaltfrei leben – sich vernetzen“, kurz: „wohnraumfinden…“ Frauen helfen Frauen e.V. Bonn 7 FAZIT Trotz der sehr erschwerten Bedingungen des vergangenen Jahres scheint es eines der erfolgreichsten in Bezug auf das Finden von Wohnraum gewesen zu sein. Auch wenn es so schien, als habe zu Beginn der Pandemie die Zeit still gestanden, so konnten doch letztendlich viele Frauen erfolgreich bei ihrer Wohnungssuche unterstützt werden. Der gute Kontakt zur Wohnungsvermittlungsstelle der Stadt Bonn wurde aufrechterhalten, zwei wichtige und bis jetzt sehr verlässliche neue Kontakte – mit der MIWO und der Sparkasse KölnBonn- wurde geknüpft, vielleicht kommt die größte Wohnungsanbieterin Europas, die VONOVIA noch hinzu… Die Zeitspanne zwischen dem Beginn der Wohnungssuche und dem Auszug wurde um 1-2 Monate verkürzt. Und auch die Frauen der Projektgruppe, die sich nicht treffen konnte, haben Wege gefunden, weiter am Projekt zu arbeiten. Insgesamt lässt sich feststellen, dass die im Rahmen des Projekts systematisch aufgebauten Kooperationen mit Wohnungsbaugesellschaften, der deutlich verbesserte Kontakt mit der Wohnungsvermittlung der Stadt Bonn sowie die bisherige Öffentlichkeitsarbeit zum Thema „Wohnungssuche von Frauenhausbewohnerinnen“ im Jahr 2020 Früchte getragen hat. Trotz der erschwerten Bedingungen aufgrund der Pandemie haben mehr Frauen und Kinder eine eigene Wohnung gefunden oder für Anfang 2021 in Aussicht wie in den vorherigen Jahren. Zudem hat sich - wie schon dargestellt - im Durchschnitt die Zeit bis zum Auszug verringert und die Anzahl der aufgenommenen Frauen und Kinder hat sich 2020 um rund 20% erhöht. Wir hoffen, dass die Landesregierung einen Weg finden wird, die erfolgreiche Projektarbeit weiter zu finanzieren. Gerade jetzt, wo die Arbeit der letzten Jahre tatsächlich mehr als bisher Früchte trägt, wäre es wichtig, auch weiterhin genügend personelle Kapazitäten zu haben, um die geknüpften Kontakte und Kooperationen zur Wohnraumbeschaffung für Frauenhausbewohnerinnen und ihre Kinder weiter zu pflegen und auszubauen.Seite 10 von 10
Folgen Neue Vorlagen, Sitzungen und Auswertungen aus dem Bonner Rat — im Fediverse, ohne Konto lesbar.
bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 19:17 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de