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220004-06 · Mitteilungsvorlage

"Alt mietet Neu und kleiner, Jung mietet Alt und größer“- Wohnungstauschbörse erproben

Nummer
220004-06
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
06.08.2023
Letzte Änderung
16.09.2026
  1. Sitzung des Rates 19.09.2023 Kenntnisnahme
  2. Sitzung des Ausschusses für Wohnen, Planung und Bauen 13.09.2023 Kenntnisnahme
  3. Sitzung des Ausschusses für Soziales, Migration und Gesundheit 30.08.2023 Kenntnisnahme
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  1. 220004 "Alt mietet Neu und kleiner, Jung mietet Alt und größer“- Wohnungstauschbörse erproben

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Mitteilungsvorlage
öffentlich
220004-06
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
50 Amt für Soziales und Wohnen
Dezernat:
Dez. V
"Alt mietet Neu und kleiner, Jung mietet Alt und
größer“- Wohnungstauschbörse erproben
Beratungsfolge
Ausschuss für Soziales, Migration und
Gesundheit
30.08.2023 Kenntnisnahme
Ausschuss für Wohnen, Planung und Bauen 13.09.2023 Kenntnisnahme
Rat 19.09.2023 Kenntnisnahme
Mitteilung:
Um dem politischen Auftrag (DS220004) möglichst zielführend zu begegnen,
wurde in einem ersten Abstimmungsgespräch zwischen VEBOWAG und Ver-
waltung als sinnvoll erachtet, zunächst das Grundinteresse und die Bereitschaft
der Zielgruppe für ein solches Angebot im Bonner Stadtgebiet zu eruieren.
Hierfür wurde das Projekt auf verschiedensten Veranstaltungen, über Verteiler,
Netzwerke und in den Medien vorgestellt und publiziert. So wurde z.B. eine
eigene VHS-Veranstaltung durchgeführt, die Netzwerke der Kontakt- und In-
formationsstelle Innovative Wohnformen sowie der Bonner Quartiersmanage-
ments genutzt, Presseartikel veröffentlicht und ein Bericht in der WDR Lokalzeit
ausgestrahlt.
Mit Datum vom 25.07.2023 legte die VEBOWAG folgenden Zwischenbericht
nebst den als Anlage beigefügte Präsentation vor:
In der Steinstr. 60 in Bonn Plittersdorf haben wir das Projekt „Alt mietet neu und
kleiner, Jung mietet alt und groß“ umgesetzt.
Das Bauprojekt umfasst 31 Wohnungen die ursprünglich mit öffentlichen Mitteln
errichtet werden sollten. Da diese für dieses Bauprojekt nicht bewilligt wurden
hat unser Aufsichtsrat beschlossen in einem Pilotprojekt zu eruieren, inwieweit
Bürger bereit sind eine größere Wohneinheit gegen eine kleinere einzutau-
schen.
Die Wohnungen sollten für das Projekt zu einem Preis von 9,50 €/qm angebo-
ten werden. Um keine weiteren Planungskosten zu produzieren, wurden die
bewilligten Grundrisse nicht geändert. Eine weitere Vorgabe war, sollten nicht
alle Wohnungen bis 3 Monate vor Fertigstellung vermietet sein, werden die
restlichen Wohnungen zu einem Preis von 11,00 €/qm angeboten.
Bei der Interessentensuche halfen uns besonders unsere Präsentation zum
Projekt, die wir stetig weiterentwickelten (Siehe Anhang), 2 Artikel im GA und
eine Vorstellung in der Volkshochschule. Es zeigte sich sehr schnell im Projekt,
dass die Interessenten vor allem die Gemeinschaft suchten. So wurde schon in
einem sehr frühen Stadium beschlossen, eine Wohnung als Gemeinschafts-
wohnung anzubieten.Seite 1 von 24
Seite 2
Besonders schnell waren unsere sieben 3-Zimmer-Wohnungen vermietet. Die
achte Wohnung wurde die Gemeinschaftswohnung. Die Vermietung, unter dem
Aspekt von groß auf klein, der 2 Zimmer-Wohnungen gestaltete sich schwieri-
ger, so dass wir dann sechs der 22 Wohnungen an andere Interessenten ver-
geben haben, was das Durchschnittsalter extrem senkte und letztendlich für
eine gute Altersmischung im Haus sorgte.
Die Bewohner haben einen Verein gegründet. Der letzte Bewohner zieht Ende
Juli ein. Die Bewohner sind noch im Eingewöhnungsprozess.
Gleichzeitig haben wir einen Fragebogen an alle Mieter gesendet. Wir bitten die
Mieter uns bestimmte Angaben z.B. zu ihrer alten Wohnung mitzuteilen, auf
deren Basis wir dann weitere Rückschlüsse ziehen können. Diese Angaben
sind natürlich freiwillig. Deshalb können wir zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch
keine Aussagen treffen, wie erfolgreich ist dieses Projekt wirklich. Sobald uns
diese Daten vorliegen, werden wir Sie in unserer Präsentation einarbeiten und
Ihnen zusenden.
Die VEBOWAG möchte nach eigenen Angaben, die für ein aussagekräftiges
Resümee erforderlichen Daten bis Ende des Jahres 2023 erheben und Anfang
2024 auswerten.
Den Abschlussbericht wird die VEBOWAG der Verwaltung Anfang 2024 vorle-
gen.
Anlage/n
1 Zwischenbericht Vebowag (öffentlich)Seite 2 von 24
PILOTPROJEKT
24. Juli 2023 | Detlef Eckert | Natalija Horn | Vereinigte Bonner Wohnungsbau AG
WOHNUNGSTAUSCH IN BONNSeite 3 von 24
1. Ausgangssituation
2
Ratsbeschluss vom 10. Februar 2022:
„Die VEBOWAG wird gebeten, in Zusammenarbeit mit der
Verwaltung ein Konzept für Wohnungstausch zwischen alten und
jungen Menschen zu entwickeln und in einem Pilotprojekt zu
erproben. ...“Seite 4 von 24
3
Bis 2023/2024 möglichst viele Wohneinheiten für Familien auf
diesem Wege im Rahmen des Modellprojekts freizumachen und
im gleichen Umfang barrierefreien Wohnraum bereitzustellen.
2. Ziel des PilotprojektsSeite 5 von 24
4
Gewünscht ist, dass Personen, die in für ihren Bedarf zu großen
Wohnungen leben, diesen Wohnraum für Familien, die mehr
Platz benötigen, frei machen und sich quadratmetermäßig
verkleinern.
Für diese Bereitschaft erhält die umzugswillige Person das
Angebot einer Neubauwohnung in der Steinstraße.
2. Ziel des PilotprojektsSeite 6 von 24
5
3. Voraussetzungen
➢ VEBOWAG stellt 30 Zwei- und Dreizimmer-Wohnungen und
eine Vierzimmer-Wohnung zur Verfügung
Standort: Steinstraße 60 in Plittersdorf
➢ frei finanziert
➢ Kaltmiete bei Bezug: 9,50 €/m²Seite 7 von 24
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4. Potentiell beteiligte Personenkreise
➢ Mieter einer großen Wohnung/eines Hauses
➢ Eigentümer einer großen Wohnung/eines Hauses
➢ Familien, die eine Wohnung/Haus mieten möchten
➢ Familien, die eine Wohnung/Haus zu kaufen suchen
Das Angebot richtet sich nicht nur an Seniorinnen und SeniorenSeite 8 von 24
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5. Motive für Wohnungstausch
➢ Mangelnde Barrierefreiheit
➢ Finanzielle Gründe
➢ Soziale Komponenten
➢ Ökologische Gründe
➢ Mehrgenerationengedanke/Diversität
➢ Veränderte Lebenssituation (Trennung, Kinder …)Seite 9 von 24
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6. Unsere Vorgehensweise im PilotprojektSeite 10 von 24
9
a. Ansprachekonzept
Präsentation
➢ Volkshochschule Bonn
➢ General-Anzeiger Bonn
➢ Netzwerktreffen
➢ Senioren-Magazine
➢ Mietwillige als Multiplikatoren
➢ WDR Lokalzeit BonnSeite 11 von 24
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b. Einrichten einer Steuerungsgruppe
➢ bestehend aus drei engagierte Mietinteressenten,
Detlef Eckert, Natalija Horn
➢ Monatliche Treffen
➢ Entwicklung der Idee des Gemeinschaftlichen Wohnens
➢ Anmieten einer Gemeinschaftswohnung
➢ Organisation von Treffen mit Einzugswilligen
➢ Weiterentwicklung des Konzeptes
➢ VereinsgründungSeite 12 von 24
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c. Auswahlkriterien und Priorisierung der Interessenten
1. Politischer Auftrag: Einrichten einer Wohnungstauschbörse
➢ Ziel: 9,50 €/m² Kaltmiete (bei Nachvermietung der alten Wohnung
idealerweise auch 9,50 €/m² - neue Wohnung)
➢ Große Wohnung freimachen – kleine Wohnung bekommen
➢ Bonner Bürgerinnen und Bürger
2. Gemeinschaftliches Wohnen
➢ Bereitschaft zum Mittragen der Gemeinschaftswohnung
➢ Aktive Nachbarschaft und soziales Engagement
➢ Gemeinsame Projekte
3. Generationsübergreifend/DiversitätSeite 13 von 24
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d. Beschreibung Objekt Steinstraße 60
➢ nachhaltiger Neubau (KfW-55 Standard)
➢ Pellet-Zentralheizung
➢ barrierefreier Wohnungszugang über Aufzug
➢ Waschküche mit Gemeinschaftswaschmaschine und -trockner
➢ Tiefgarage ( € im Monat)
➢ Abschließbare FahrradboxenSeite 14 von 24
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e. Wohnungsausstattung
➢ Alle Wohnungen mit Balkon oder
Terrasse
➢ Fußbodenheizung
➢ Fenster mit 3-fach-Verglasung
➢ zeitgemäße Bäder mit bodengleichen
Duschen und Handtuchheizkörper
➢ Fußböden:
▪ Vinyl-Fußbodenbelag in Holzoptik in den
Wohnräumen
▪ Fliesen im Bad
➢ Warmwasseraufbereitung über
Wärmetauscher in den Wohnungen
➢ Kabelfernsehen (vom Mieter selbst
anzumelden)
➢ KellerraumSeite 15 von 24
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f. Kein direkter Wohnungstausch möglich
➢ im Pilotprojekt war nur Ringtausch möglich
➢ lediglich sieben Interessenten (Familien) haben sich für freiwerdende große
Wohnungen/Häuser gemeldet
➢ in einem konkreten Fall konnte ein Haus direkt an eine Familie weitergegeben
werden
➢ Hindernisse
– VEBOWAG kann nicht als Vermittler auftreten
– Datenschutz bei Weitergabe von Kontaktdaten
– falscher StadtteilSeite 16 von 24
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7. Kosten/Finanzierung
➢ im Pilotprojekt: keine zusätzlichen Kosten
➢ erforderliche Personalkapazitäten wurden von der VEBOWAG zur Verfügung
gestelltSeite 17 von 24
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8. Herausforderungen im Pilotprojekt
➢ Zeitintensiver Vermietungsprozess
➢ Hohe Anforderungen an das neue Mietobjekt
Energetische Themen, Energieversorgung, Ausstattung, Sicherheit,
Fahrradunterbringung, Gemeinschaftswaschmaschine
➢ Wer aus einem Haus oder großen Wohnung auszieht, möchte mindestens 3
Zimmer zur Verfügung haben
➢ Wie sollte mit Interessenten aus dem Rhein-Sieg-Kreis und Köln umgegangen
werden?
➢ Wie bekommt man Eigentümer bzw. Vermieter dazu, nicht zu einer
Maximalmiete weiterzuvermieten?Seite 18 von 24
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9. Fazit/Erkenntnisse
➢ Objekt Steinstraße war gute Basis, um das Pilotprojekt ins Rollen zu bringen
➢ wer aus einem Haus oder einer großen Wohnung auszieht, möchte mindestens
3 Zimmer
➢ Anfragen bezogen sich fast nur auf frei finanzierte Wohnungen
➢ die Vermieter der freiwerdenden Wohnungen sind heterogen und nicht
gleichermaßen auf eine günstige Nachvermietung zu verpflichten
➢ VEBOWAG kann nicht als Wohnungsvermittler bzw. Verhandlungspartner für
Mietpreise auftretenSeite 19 von 24
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9. Fazit/Erkenntnisse
➢ die Möglichkeit des Gemeinschaftswohnen war für fast alle ein wichtiger
Punkt, in die Steinstraße einziehen zu wollen
➢ es war kein Problem Personen zu finden, die sich verkleinern wollen
➢ keine Nachfrage nach Unterstützung beim Umzug
➢ keine Nachfrage nach finanzieller Unterstützung jedweder Art
➢ Einbeziehen des Rhein-Sieg-Kreises – sinnvoller Wohnungstausch macht nicht
an der Stadtgrenze haltSeite 20 von 24
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Ansicht Nachbarobjekt Steinstraße 62Seite 21 von 24
20
Ausstattungsbeispiel WohnräumeSeite 22 von 24
21
Grundrisse ErdgeschossSeite 23 von 24
22
Kontakt
Natalija Horn
0228 9158-701
horn@vebowag.de
Vereinigte Bonner Wohnungsbau AG
Godesberger Allee 20 ∙ 53175 Bonn
Detlef Eckert
0228 9158-150
eckert@vebowag.deSeite 24 von 24

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Datenstand: 02.11.2026, 20:14 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de