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212369 · Mitteilungsvorlage

Hochwasserschutz in der Stadt Bonn

Nummer
212369
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
23.12.2021
Letzte Änderung
15.09.2026
  1. Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 20.01.2022 Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage
öffentlich
212369
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
66 Tiefbauamt
Dezernat:
Dez. III
Hochwasserschutz in der Stadt Bonn
Beratungsfolge
Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale
Agenda
20.01.2022 Kenntnisnahme
Mitteilung:
Nach dem Beschluss des Hauptausschusses vom 28.01.2014 ist dem für
Umwelt zuständigen Ausschuss einmal jährlich ein Bericht über die
umgesetzten und geplanten Maßnahmen im Bereich des Hochwasserschutzes
in Bonn sowie ein zugehöriger Zeit- und Kostenplan vorzulegen (DS-Nr.
1313713NV5 – Beschlusspunkt 2).
Der letztjährige Bericht ist im Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz am
20.05.2020 erfolgt (DS-Nr. 1313713NV13). Gegenüber dem damaligen
Sachstand sind nachfolgende Veränderungen bzw. Entwicklungen eingetreten.
Ergänzend zum Sachstand wird ein Ausblick auf weitere Bearbeitungsschritte
gegeben.
Angaben zu zukünftigen zeitlichen Verläufen stehen unter dem Vorbehalt der
personellen Ressourcen, der Bereitstellung der Haushaltsmittel, der Erteilung
der wasserrechtlichen Genehmigungen, der Zustimmung der politischen
Gremien und, wo erforderlich, des Grunderwerbs.
Es wird zudem auf die Stellungnahme DS-Nr. 211270-01 ST betreffend
Erfahrungen aus dem Starkregenereignis im Juli 2021 hingewiesen.
Hochwasserschutz Mehlemer Bach
Die restlichen Nachbesserungsarbeiten sowie Neuberechnung der Warnstufen
zum installierten Alarmpegel wurden im letzten Jahr fertiggestellt.
Bei der Unwetterkatastrophe im Juli hat der Kanal sich bewährt. Große
Wassermengen wurden über den Entlastungskanal in den Rhein abgeleitet und
eine Überflutung des Mehlemer Ortskerns verhindert.
Sanierung Kanal und Aufweitung Bachquerschnitt Mainzer Straße
Mehlemer Bach
Die Aufweitung des Bachquerschnitts und der Neubau bzw. die Erweiterung
von Hochwasserschutzmauern zwischen der B9 und der Mainzer Straße wird
im Jahr 2022 erfolgen. Die Sanierung des Bachkanals zwischen der Mainzer
Straße und der Mündung in den Rhein wird ebenfalls im Jahr 2022 erfolgen.
Die Sanierung des Durchlasses Mainzer Straße ist für den Sommer 2023Seite 1 von 5
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geplant.
Hochwasserrückhaltebecken Holzlarer See (inkl. Beseitigung der
ökologischen Defizite am Holtorfer Bach)
Die Aufstellung des Leistungsverzeichnisses zur Ausschreibung der Arbeiten
und die Vergabe der Bauleistungen erfolgte in 2020 und die Baumaßnahme
wurde Ende 2020 begonnen. Die Renaturierung des Holtorfer Bachs sowie die
Ertüchtigung des Rückhaltebeckens Holzlarer See sind aktuell weit
vorangeschritten. Die Beendigung der Baumaßnahme wird für Mai 2022
angestrebt. Während der gesamten Bauzeit wird der derzeitige
Hochwasserschutz gewährleistet und nach Abschluss der Maßnahme deutlich
verbessert.
Hochwasserschutz Graurheindorf
Die weitergehenden Untersuchungen sowie Aktualisierungen der älteren
Umweltverträglichkeitsprüfung sowie eine Artenschutzprüfung für den
Hochwasserschutz am Rhein als auch die Bachumlegung Rheindorfer Bach
wurden in 2021 fertiggestellt.
Die Genehmigungsplanung für die Bachumlegung wurde im September 2021
bei der Unteren Wasserbehörde eingereicht. Das zur Bachumlegung
notwendige Flurbereinigungsverfahren wird von Seiten der Bezirksregierung
Köln vorbereitet und erst mit Vorliegen des Planfeststellungsbeschlusses
durchgeführt.
Die Genehmigungsplanung für den technischen Hochwasserschutz am Rhein
zur Vorlage bei der Bezirksregierung Köln kann erst nach Genehmigung des
Planfeststellungsverfahrens zur Umlegung des Rheindorfer Bachs durch die
Untere Wasserbehörde erfolgen.
Renaturierung Lengsdorfer Bach
Die Renaturierungsmaßnahme für den Abschnitt des Lengsdorfer Bachs
zwischen „An der Ohligsmühle“ und der Bundesautobahn A565 wurde
abgeschlossen und entsprechende standorttypische Pflanzen angesiedelt.
Die Maßnahme wurde zu 80% von der Bezirksregierung Köln gefördert.
Alarmmeldesystem an kleineren Gewässern
Die Messstellen für das Alarmmeldesystem wurden auf das Endenicher und
Rheindorfer Bachsystem sowie das Vilicher Bachsystem ausgeweitet. Ebenso
wurden weitere Messstellen, beispielsweise an Gittern vor Bachdurchlässen
oder auch Grundwassermessstellen, in das System aufgenommen.
Das Alarmmeldesystem wurde in die Einsatzplanung der Leitstelle der
Feuerwehr integriert. Die Feuerwehr kann die Bevölkerung somit im Falle einer
herannahenden Hochwasserwelle über Sirenen, Durchsagen und die Warn-
App NINA (Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK))
informieren.
Mit Blick auf die schweren Unwetter im Juli 2021 hat sich dasSeite 2 von 5
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Alarmpegelsystem in der Einsatzkoordination der Feuerwehr bewährt. Derzeit
werden weitere mögliche Standorte an überflutungsgefährdeten Stellen
insbesondere im Hinblick auf die Eignung für Kamerabeobachtungen durch
Feuerwehr und Rufbereitschaften des Tiefbauamts geprüft. Es ist vorgesehen,
mittelfristig weitere Bäche mit entsprechenden Mess- und Beobachtungsstellen
auszustatten. Der Möglichkeit der Videobeobachtung der neuralgischen Stellen
kommt hierbei besondere Bedeutung zu, da eine erste Lageeinschätzung
möglich ist, ohne vor Ort zu sein.
Verbesserung der Hochwasserentlastung am Dransdorfer Bach
Die Genehmigungsplanung zur Verbesserung der Hochwasserentlastung am
Dransdorfer Bach wurde in 2021 von der Unteren Wasserbehörde sowie der
Unteren Naturschutzbehörde genehmigt. Ebenso wurde der Förderantrag zur
Maßnahme durch die Bezirksregierung Köln positiv beschieden.
Die Möglichkeit, besonders höhere Abflüsse über den Bonner Randkanal zu
führen, vergrößert den Handlungsspielraum für eine effektive Umsetzung der
Ziele der WRRL für den Unterlauf, da nach Möglichkeit dem Gewässer mehr
Raum gegeben und vorhandener Sohl- und Uferverbau entfernt wird (geringere
Abflüsse führen zu geringerer Erosion).
Das Hochwasserrisiko im Unterlauf wird durch die Entlastung erheblich
reduziert. Das derzeitige gesetzliche Überschwemmungsgebiet betrifft neben
größeren Wohn- und Gewerbeflächen die Bundesautobahn A565, die
Stadtbahnlinie 18 sowie den gesamten Stadtbahnbetriebshof in Dransdorf. Im
Schadensfall ist mit dem Austritt von erheblich wassergefährdenden Stoffen zu
rechnen.
Die Ausschreibung wurde im November 2021 abgeschlossen, der Baubeginn
ist für Januar 2022 avisiert.
Godesberger Bach, Grundlagenermittlung und Studie zu Möglichkeiten
des Hochwasserschutzes
Die Ergebnisse der von der Bezirksregierung beauftragten Ermittlung des
Gesamtüberschwemmungsgebietes wurden im vergangenen Jahr nochmals
überprüft. Die Ergebnisse wurden Ende Februar 2020 erneut vorgestellt und
sind nun nachvollziehbar. Das neue gesetzlich festgelegte
Überschwemmungsgebiet wurde durch die Bezirksregierung Köln im Frühjahr
2021 veröffentlicht und damit vorläufig gesichert, sodass weitergehende
Untersuchungen möglich sind.
Auf Basis der neuen Berechnungsergebnisse wurde gemeinsam mit der
Gemeinde Wachtberg eine Studie zu möglichen Verbesserungsmaßnahmen
des Hochwasserschutzes beauftragt. Die Arbeiten dazu dauern aktuell noch an.
Die Verwaltung wird über die Ergebnisse berichten.
Umbauarbeiten am Hochwasserrückhaltebecken Wittgesbach
Der Dauerstau vor dem Hochwasserrückhaltebecken war ursprünglich als See
angelegt und verlandete über die Jahre. Um den Hochwasserschutz zu
verbessern und die eigendynamische Entwicklung des Bachs im Hauptschluss
durch das Becken wiederherzustellen, werden Umbauarbeiten erforderlich.Seite 3 von 5
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Das Becken soll zukünftig gesteuert betrieben werden. Dazu erfolgt eine
Anpassung an die DIN 19700 (neue Regel- und Messtechnik). Auch das
Vorbecken bachaufwärts wird aufgegeben und stattdessen dort ein Grobrechen
installiert.
Die Voruntersuchungen wurden abgeschlossen und für den Umbau des
Hochwasserrückhaltebeckens wird aktuell die Entwurfsplanung erstellt.
Überarbeitung Hochwasserschutzkonzept Rhein
Die Aktualisierung des Hochwasserschutzkonzeptes Rhein wurde in 2021
begonnen und dauert aktuell noch an.
Überarbeitung Katastrophenschutzplan Rheinhochwasser
Die Überarbeitung des Katastrophenschutzplans Rheinhochwasser in
Zusammenarbeit mit der Feuerwehr wurde Ende 2020 abgeschlossen.
Umbau Hochwasserrückhaltebecken Katzenlochbach
Vorarbeiten zur Vermessung und Grundlagenermittlung wurden begonnen und
befinden sich aktuell in Bearbeitung. Ziel ist eine Anpassung an die
verschärften technischen Regeln für den Betrieb des Beckens und eine
Verbesserung des Hochwasserschutzes. Gleichzeitig wird die
Wiederherstellung der Gewässerdurchgängigkeit betrachtet.
Renaturierung Rheindorfer Bach
Für das Teilstück des Rheindorfer Bachs zwischen Dorotheenstraße und
Kölnstraße wurde die Planung erstellt und die Durchführung eines
vereinfachten Genehmigungsverfahrens beantragt. Es ist vorgesehen, die
Sohlschalen im Bach zu entnehmen und eine Abflachung der steilen Ufer
vorzunehmen, um die eigendynamische Entwicklung des Bachs zu fördern. Die
Hochwassergefährdung des angrenzenden Robert-Wetzlar-Berufskollegs wird
mit der Maßnahme verringert. Zusammen mit der Entlastung im Oberlauf (s.
unter „Verbesserung der Hochwasserentlastung am Dransdorfer Bach“) wird
das Schulgelände künftig nicht mehr in einem gesetzlichen
Überschwemmungsgebiet liegen.
Die weitere Planung unterhalb der Kölnstraße wurde zurückgestellt, da die
Planung sinnvollerweise mit einer Sanierung der Mondorfer Straße kombiniert
werden soll.
Hochwasserschutz Vilicher Bach - Kläranlage Beuel
Durch die Anpassung des Hochwasserschutzdeiches auf der Beueler
Rheinseite an ein 100-jährliches Hochwasserereignis wurde eine Erneuerung
des Hochwasserpumpwerkes I auf dem Kläranlagengelände in Beuel
erforderlich, um das Wasser des Vilicher Baches zukünftig im Hochwasserfall
auf einem höheren Niveau dem Rhein zuführen zu können. Die Arbeiten sind
abgeschlossen und das Hochwasserpumpwerk wieder vollständig in Betrieb.Seite 4 von 5
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Rheindeich und Siegdeich
Für die Deichanlagen am Rhein und an der Sieg wurden Statusberichte erstellt
und Standsicherheitsuntersuchungen durchgeführt. Hierbei wurden keine
hochwasserrelevanten Beeinträchtigungen an den Deichanlagen festgestellt.
Hardtbach
Am Hardtbach kam es beim Starkregenereignis am 14.07.2021 in der Ortslage
Lessenich und auf Alfterer Gemeindegebiet zu erheblichen Ausuferungen des
Hardtbachs. Perspektivisch sind hier insbesondere, aber nicht nur, am
Durchlass Bahnhofstraße Optimierungen vorgesehen, die das
Hochwasserrisiko minimieren, was allerdings vergleichsweise langwierige
Genehmigungsverfahren erfordert.
Anlage/n
KeineSeite 5 von 5

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Datenstand: 03.11.2026, 02:41 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de