← Vorlagen

212367-01 ST · Stellungnahme der Verwaltung

Ergebnisse: Lebenswerte Innenstadt

Nummer
212367-01 ST
Art
Stellungnahme der Verwaltung
Veröffentlicht
23.05.2022
Letzte Änderung
15.09.2026
  1. Sitzung des Ausschusses für für Europa, Internationales, Wissenschaft, Wirtschaft und Arbeit 02.06.2022 Kenntnisnahme
  2. Sitzung des Rates 13.06.2022 Kenntnisnahme
  1. Sammeldokument öffentlich pdf · 291,9 KB Öffnen ↗

Übergeordnet

  1. 212367 Ergebnisse: Lebenswerte Innenstadt

Maschinell aus dem PDF extrahierter Text — Tabellen und Layout gehen verloren. Maßgeblich ist das PDF: PDF öffnen ↗.

Text anzeigen (12.221 Zeichen)
Stellungnahme der Verwaltung
öffentlich
212367-01 ST
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
03 Amt für Wirtschaftsförderung
Dezernat:
Dez. OB
Ergebnisse: Lebenswerte Innenstadt
Beratungsfolge
Ausschuss für Europa, Internationales,
Wissenschaft, Wirtschaft und Arbeit
Kenntnisnahme
Rat 09.06.2022 Kenntnisnahme
Inhalt der ergänzenden Stellungnahme:
In der Sitzung des Ausschusses für Europa, Internationales, Wissenschaft,
Wirtschaft und Arbeit vom 22.02.2022 wurde die Mitteilungsvorlage mit der
Maßgabe vertagt, die in der Sitzung aufgeworfenen Fragen zu beantworten.
Die Verwaltung teilt hierzu Folgendes mit:
In Bezug auf die Fragestellungen zum "Sofortprogramm zur Stärkung unserer
Innenstädte und Zentren NRW" verweist die Verwaltung auf die
Mitteilungsvorlage Drucksachen-Nr. 220730.
In Bezug auf das Aufstellen von Bänken in der Innenstadt verweist die
Verwaltung auf die Drucksachen-Nr. 211984-01.
Das Amt für Umwelt und Stadtgrün pflanzt derzeit ca. 700 Bäume pro Jahr als
Ersatz an freien Baumstandorten im Stadtgebiet. Seit Beginn des Jahres wird
im Auftrag des Amtes für Umwelt und Stadtgrün ein Baumkonzept erarbeitet, in
dem auch neue, zusätzliche Baumstandorte im Stadtgebiet lokalisiert werden.
Dabei sollen insbesondere die Hitzeinseln der Stadt berücksichtigt werden. Zu
berücksichtigen ist dabei auch, dass Bäume zwar in ihrem direkten Umfeld für
eine Verbesserung des Stadtklimas und der Aufenthaltsqualität sorgen können.
Sie können aber auch Luftströme behindern, wodurch in bestimmten Fällen
auch die gewünschte Zuführung von Frischluft aus dem grünen Umland in die
Innenstadt behindert werden kann. Dies gilt es gerade im Hinblick auf
sommerliche Hitzeperioden zu vermeiden. Erste Erkenntnisse aus diesem
Konzept werden hier noch für 2022 erwartet. Darauf aufbauend muss dann die
konkrete Planung und Vorbereitung der zusätzlichen Pflanzungen erfolgen.
Dies ist mit dem in der Vorlage geschilderten Aufwand verbunden, sodass vor
Ende 2023 nicht mit einer nennenswerten Zahl zusätzlicher Bäume in der
Innenstadt gerechnet werden kann.
Trotz des begrenzten Platzes für Spielgeräte in der Innenstadt und derSeite 1 von 6
Seite 2
verschiedenen Nutzungsbedürfnisse werden bei der Neugestaltung von
innerstädtischen Flächen Möglichkeiten geprüft, Spielflächen für Kinder
anzulegen bzw. bestehende Spielplätze im direkten Umfeld zu ergänzen.
Das Amt für Kinder, Jugend und Familie sieht in Ferienangeboten für junge
Menschen wichtige pädagogische Angebote. Diese Angebote sollen jungen
Menschen bestenfalls niederschwellig und ohne große Teilnahmehürden zur
Verfügung stehen. Daher bietet die Stadt als Trägerin von Einrichtungen der
Offenen Jugendarbeit selbst Angebote in den Ferien an und fördert die
Durchführung von Angeboten bei freien Trägern. Ziel ist es hierbei, dass alle
Kinder und Jugendliche das für sie passende Angebot aus einer bunten Vielfalt
auswählen und finden können und die Wünsche, Bedarfe und Bedürfnisse der
jungen Menschen berücksichtigt werden.
Spezielle Kinderprogramme in den Zentren können über das Amt für Kinder,
Jugend und Familie in diesem Sommer nicht initiiert und realisiert werden.
Unabhängig von der Frage der Finanzierung solcher Angebote stehen keine
pädagogischen Fachkräfte zur Verfügung, die entsprechende Angebote planen
und durchführen können. Die vorhandenen Fachkräfte sind alle bereits in den
Ferienangeboten der Einrichtungen der Offenen Jugendarbeit gebunden. Nach
mehr als zwei Jahren pandemiebedingter Angebotsausfälle und
Einschränkungen sind diese Angebote aktuell sehr gut nachgefragt und zur
Aufarbeitung der Folgen der Corona-Pandemie unbedingt erforderlich. Sie
bieten jungen Menschen wichtige Bildungs- und Freizeitangebote.
Je nach Bedarf werden in den Einrichtungen sowohl verlässliche
Betreuungsangebote in den Ferien (sogenannte Stadtranderholungen und
Ferienfreizeiten) wie auch offene Ferienangebote ohne Anmeldenotwendigkeit
im direkten Sozialraum/Wohnumfeld angeboten und decken dort den lokalen
Bedarf. Die Ferienangebote der Einrichtungen der Offenen Jugendarbeit
werden durch zahlreiche Angebote der Jugendverbände, Sportvereine,
Kirchengemeinden, Kultureinrichtungen, sonstigen Vereine, die je nach Lage
der Anbieter auch in deninnerstädtischenZentren durchgeführt werden, ergänzt.
Die Ferienangebote werden sowohl über eine gesonderte Rubrik des
städtischen Veranstaltungskalenders wie auch durch die Einrichtungen und
Anbieter direkt beworben.
Aufgrund der gleichmäßigen Verteilung der 43 geförderten Einrichtungen der
Offenen Jugendarbeit über das Stadtgebiet (sozialräumliche Ausrichtung), gibt
es auch in der Nähe der innerstädtischen Zentren solche Einrichtungen.
Konkret sind dies:
Bonner Innenstadt:
- Jugendzentrum Sankt Cassius (Heimstatt e.V. Bonn; Kölnstraße 6)
- Kinder- und Jugendzentrum AdEK (Ev. Kreuzkirchengemeinde; An der
Evangelischen Kirche 6)Seite 2 von 6
Seite 3
- Interkultureller Mädchentreffe Azade (Frauen lernen gemeinsam Bonn e.V.;
Dorotheenstraße 20)
- Spielmobil Moritz (Stadt Bonn, Frankenbadvorplatz)
- Jugendhaus Nordstraße (Stadt Bonn; Nordstraße 77)
Zentrum Beuel:
- Jugendzentrum „das flax“ (Stadt Bonn; Ringstraße 68)
Zentrum Bad Godesberg:
- oneworld café (Ev. Jugendhilfe Godesheim/CJG Hermann-Josef-Haus; Alte
Bahnhofstraße 21)
- Spielhaus Rigal’sche Wiese (Stadt Bonn, Theodor-Heuss-Straße 18)
Zentrum Duisdorf:
- Jugendzentrum St. Martin (Heimstatt e.V. Bonn; Heilsbachstr. 2)
Da die Ferienangebote der Einrichtungen der Offenen Jugendarbeit wie oben
beschrieben wichtige Angebote für die Zielgruppen dieser Einrichtungen (zu
denen selbstverständlich auch junge Menschen, die in den innerstädtischen
Zentren wohnen und leben) sind, können darüberhinausgehende
Ferienangebote nur zusätzlich angeboten und durchgeführt werden. Hierzu
bedarf es neben weiteren Personalressourcen insbesondere kindgerechte
Räume zur Durchführung von Ferienangeboten. Teilweise könnten solche
Angebote in Federführung oder in Kooperation mit Einrichtungen, die in den
Zentren liegen, durchgeführt werden und deren Räume genutzt werden. Eine
besondere Notwendigkeit und Herausforderung ist die Schaffung von
innerstädtischen Räumen (sowohl in Gebäuden aber auch im öffentlichen
Raum), die Aufenthaltsqualität auch für die Ferien haben.
Das Amt für Kinder, Jugend und Familie wird sich im Rahmen der
Fortschreibung der Jugendhilfeplanung (z.B. Freizeitstättenbedarfsplanung) mit
den Ideen und Bedarfen auseinandersetzen und konzeptionelle Vorschläge,
zum Beispiel zu mobilen oder flexiblen Ferienangeboten, hierzu erarbeiten.
Die Frequenzen von Passant*innen sind ein wichtiges Indiz für die Attraktivität
einer Innenstadt. Auf Grund der Corona-Pandemie waren diese Frequenzen im
Frühjahr 2020 dramatisch gesunken und haben sich nur langsam – wenn auch
noch nicht das Niveau vor der Pandemie erreicht wurde – erholt (vgl.
Drucksachen-Nr. 202295). Die aktuellen Zahlen gibt die Abbildung in der
Anlage wieder. Veranstaltungen im öffentlichen Raum sind ein probates Mittel,
um Menschen (wieder) in die Innenstadt zu ziehen.
Das Kulturamt veranstaltet seit 2012 die eintrittsfreien Stadtgartenkonzerte am
Alten Zoll. Mittlerweile sind sie auf zehn Veranstaltungstage mit Doppel- und
Mehrfachkonzerten angewachsen. Diese Konzerte werden gerade in dem eher
veranstaltungsschwachen Zeitraum August/Anfang September durchgeführt.
Sie ziehen ein breites Publikum aller Altersstufen in die Innenstadt und tragen
so zur Aufwertung des Zentrums bei. Die Wiese vor dem Konzertgelände wird
dabei häufig zu einem großen Picknickplatz. Nach zweijähriger Pandemiepause
soll die Konzertreihe in diesem Jahr wieder stattfinden.Seite 3 von 6
Seite 4
Das Sport- und Kulturdezernat bzw. das Theater Bonn bespielt seit 2020 im
Sommer die Fläche vor der Oper mit einer Kombination aus Sport und Kultur,
dem „Opernrasen“. Der Opernrasen ist ein weiteres niedrigschwelliges,
attraktives Programm, das die Menschen in die Stadt zieht.
Das Programm „Tag der Stadtmusik“ des Kulturamts wird ab diesem Jahr
dezentralisiert und die vier Stadtbezirke beleben. Am 06.08.2022 werden vier
Bühnen in den Stadtbezirken parallel Musik verschiedenster populärer Genres
erklingen lassen und auch dort die Attraktivität steigern. In der Innenstadt ist
das Konzert auf dem Friedensplatz vorgesehen.
Das aus dem Bürger*innendialog entstandene Programm „Support your local
venues“ zielt auf lokale Veranstalter*innen und Veranstaltungsstätten im
Stadtbezirk Bonn. Durch eine gezielte Förderung werden hier Veranstaltungen
unterstützt, die sonst aufgrund wirtschaftlicher Überlegungen nicht oder nicht in
dem Umfang stattfinden können und somit ebenfalls zur Steigerung der
kulturellen Aktivitäten in der Innenstadt beitragen.
Der city-marketing bonn e.V. führte am Ostersamstag die „Bundeshasenspiele“
durch. Die Veranstaltung wurde durch den Fonds für Aktionen und
Veranstaltungen (Drucksachen-Nr. 211923) von der Stadt Bonn finanziell
unterstützt. Der city-marketing bonn e.V. veranstaltet jedes Jahr das Bonn-Fest
sowie „Bonn leuchtet“, beide Veranstaltungen sind in der Regel mit einem
verkaufsoffenen Sonntag verbunden.
Außerdem werden im Jahr 2022 noch vereinzelt aus dem Beethoven-
Jubiläumsjahr verschobene Veranstaltungen unterschiedlicher Veranstalter
stattfinden, wie im August die 175-Jahrfeier der Einweihung des Beethoven-
Denkmals.
Darüber hinaus verweist die Verwaltung auf das Marktverzeichnis für den
Stadtbezirk Bonn (Drucksachen-Nr. 220040).
Hinsichtlich der vorgesehenen Fahrradparkhäuser sind die Angebote
eingegangen und werden derzeit ausgewertet.
An Mobilstationen wurden bisher insgesamt Fahrradüberdachungen an 10
Standorten umgesetzt und an 12 Standorten wurden Fahrradabstellanlagen
errichtet.
Zu dem Vorschlag, Eltern ein Kinderbetreuungsangebot während des Einkaufs
oder bei Veranstaltungen in der Innenstadt anzubieten, empfiehlt die
Verwaltung, diesen nicht weiter zu verfolgen: In den 2000er Jahren hat es ein
Angebot zur temporären Betreuung von Kindern gegeben, um den Eltern einen
„ungestörten“ Einkauf zu ermöglichen. Dieses Angebot war der „Kopfstand“ im
heutigen Haus der Bildung am Mülheimer Platz, durchgeführt vom Amt für
Kinder und Jugend und finanziell sowie durch Sachspenden wesentlich
unterstützt durch den city-marketing bonn e.V. und in der Innenstadt ansässige
Unternehmen. Der Kopfstand wurde – trotz starker werblicher Maßnahmen –
von den Menschen nicht angenommen: Offenbar empfindet die Mehrheit der
Eltern ihre Kinder auch beim Einkauf nicht als so „störend“, dass sie diese in
die Obhut fremder Institutionen geben. Und auch Kinder scheinen das
Bummeln mit den Eltern mehrheitlich auch zu genießen, da es häufig auchSeite 4 von 6
Seite 5
etwas für sie selbst (Kleidung, Schuhe, Bücher, ein Eis etc.) gibt.
Anlage/n
1 Anlage Passantenfrequenzen in 3 Bonner Straßen 2019 bis 2022-05-08
(öffentlich)Seite 5 von 6
-150.000
-100.000
-50.000
0
50.000
100.000
150.000
200.000
Januar ------------------
2. KW
3. KW
4. KW
Februar ------------------
5. KW
6. KW
7. KW
8. KW
März ------------------9. KW
10. KW
11. KW
12. KW
13. KW April -------
14. KW
15. KW
16. KW
17. KW
Mai --------------------------------------
18. KW
19. KW
20. KW
21. KW
22. KW Juni ------------------------
23. KW
24. KW
25. KW
26. KW Juli ------------------
27. KW
28. KW
29. KW
30. KW
August ------------------
31. KW
32. KW
33. KW
34. KW
35. KW September ------------------
36. KW
37. KW
38. KW
39. KW
Oktober ------------------
40. KW
41. KW
42. KW
43. KW
November ------------------44. KW
45. KW
46. KW
47. KW
48. KW Dezember ------------------
49. KW
50. KW
51. KW
52. KW
Summe der Passanten in drei Straßen pro Tag
Tage (Angabe der Kalenderwochen für das Jahr 2020)
Gleitendes 7-Tage-Mittel der aufsummierten täglichen Passantenfrequenzen
in Post-, Remigius-, Sternstraße: Vergleich 2019 bis 2022-05-08
Quelle: Daten von www.Hystreet.com, Berechnungen des Amtes für Wirtschaftsförderung der Stadt Bonn (AMK)
7 Periode gleit. Mittelw. (Summe 2019)
7 Periode gleit. Mittelw. (Summe 2020)
7 Periode gleit. Mittelw. (Summe 2021)
7 Periode gleit. Mittelw. (Summe 2022)
7 Periode gleit. Mittelw. (Differenz 2020 zu 2019)
7 Periode gleit. Mittelw. (Differenz 2021 zu 2019)
7 Periode gleit. Mittelw. (Differenz 2022 zu 2019)Seite 6 von 6

Folgen Neue Vorlagen, Sitzungen und Auswertungen aus dem Bonner Rat — im Fediverse, ohne Konto lesbar.

bonn.social/@biz ↗
Im ALLRIS öffnen ↗

Datenstand: 02.11.2026, 21:17 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de