212218 · Mitteilungsvorlage
Bericht zur Weiterführung des Kompetenzzentrums Frau und Beruf
Kerndaten
- Nummer
- 212218
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 11.01.2022
- Letzte Änderung
- 15.09.2026
Beratungsfolge
Dateien
- Sammeldokument öffentlich Öffnen ↗
Volltext
Maschinell aus dem PDF extrahierter Text — Tabellen und Layout gehen verloren. Maßgeblich ist das PDF: PDF öffnen ↗.
Text anzeigen (11.842 Zeichen)
Mitteilungsvorlage öffentlich 212218 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 03 Amt für Wirtschaftsförderung Dezernat: Dez. OB Bericht zur Weiterführung des Kompetenzzentrums Frau und Beruf Beratungsfolge Ausschuss für Europa, Internationales, Wissenschaft, Wirtschaft und Arbeit 25.01.2022 Kenntnisnahme Mitteilung: Vorbemerkungen: Das Kompetenzzentrum ist ein Kooperationsprojekt der Wirtschaftsförderungen des Rhein-Sieg-Kreises und der Stadt Bonn. Übergeordnetes Ziel der Arbeit des Kompetenzzentrums ist die Sicherung des Fachkräftebedarfs kleiner und mittlerer Unternehmen durch die Ausschöpfung der vorhandenen weiblichen Erwerbspotenziale. Seit 2012 werden die 16 Kompetenzzentren in Nordrhein-Westfalen von der Europäischen Union und dem Land NRW gefördert (50 Prozent EU, 40 Prozent Land NRW, 10 Prozent Eigenanteil). Der Durchführungszeitraum der aktuellen Förderung endet zum 30.04.2022. Nach Mitteilung des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung (MHKBG) NRW vom März 2021 ist eine Weiterführung der NRW-Kompetenzzentren nach dem neuen operationellen Programm EFRE 2021-27 nicht mehr möglich und eine weitere Förderung der Arbeit der Kompetenzzentren seitens des MHKBG nicht vorgesehen. In der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaftsförderung, Digitalisierung und Tourismus des Rhein-Sieg-Kreises am 02.09.2021 wurde hinsichtlich der Weiterführung des Kompetenzzentrums Frau und Beruf Bonn/Rhein-Sieg die Verwaltung beauftragt, - die weitere Zusammenarbeit mit der Bundesstadt Bonn in Bezug auf Ob, Art und Umfang einer Weiterführung des Kompetenzzentrums zu prüfen, - Gespräche mit der Regionalagentur/Bündnis für Fachkräfte aufzunehmen, in welcher Art und Weise daraus möglicherweise eine Fortführung in Gänze oder Teilen erwachsen kann,Seite 1 von 6 Seite 2 - zu prüfen, inwieweit das Kompetenzzentrum evtl. doch noch einen Förderzugang zur neuen EFRE-Kulisse 2021-2027 erhalten könne. Der AEIWWA hat eine Mitteilungsvorlage der Verwaltung am 01.06.2021 über Änderungen in der Förderung des Kompetenzzentrums zur Kenntnis genommen (Ds.Nr. 210856). Erläuterungen: Am 04.11.2021 hat das MHKBG in einem Austausch im Ministerium die Kompetenzzentren Frau und Beruf und deren Träger wie folgt informiert: 1. Eine kostenneutrale Verlängerung der Förderung der Kompetenzzentren ist über den 30.04.2022 hinaus bis Ende Oktober 2022 möglich. Für eine sechsmonatige Projektverlängerung sind seitens der einzelnen Kompetenzzentren folgende Schritte notwendig: - Antragstellung bei der jeweiligen Bezirksregierung - Anpassung und Änderung der Meilensteinplanung. Die Bezirksregierung hat zwischenzeitlich die Kompetenzzentren informiert, dass die Anträge auf Verlängerung bis 31.01.2022 durch die jeweiligen Träger zu stellen sind. Der Projektträger Wirtschaftsförderung Rhein-Sieg- Kreis wird nun die Verlängerung beantragen. 2. Unter dem Arbeitstitel „Berufliche Gleichstellung erreichen, Potentiale entwickeln, Vorbilder schaffen“ soll nach Beendigung der institutionellen Förderung des Kompetenzzentrums ab 01.11.2022 ein neues Konzept mit neuen Rahmenbedingungen umgesetzt werden. Das Konzept hat drei große Kernthemen: a) Female Start-ups (Frauen als Gründerinnen) b) Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit den Unterthemen o digitale Transformation o familienfreundliche Unternehmen o Handwerk c) SAGE: Förderung der Berufe soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege, Erziehung und Bildung Die o. g. Projekt-Themen werden im Rahmen zuwendungsrechtlicher Wettbewerbe ausgeschrieben. Es ist eine Projektförderung und keine institutionelle Förderung. Intra- und überregionale Synergien sollen bei der Projektbeantragung stärker genutzt und die Themen landesweit angegangenSeite 2 von 6 Seite 3 werden. Die bisherige regionale Arbeit soll aber nicht verloren gehen. Die einzelnen Träger müssten sich im Wettbewerb um diese Fördermittel bemühen. Für die Umsetzung des neuen Konzeptes ist eine fachliche Begleitung durch eine Geschäftsstelle vorgesehen. Diese soll im Ministerium angesiedelt und durch einen ehrenamtlichen Beirat aus Wirtschaft und Wissenschaft begleitet werden. Durch den gezielten Einsatz digitaler Tools sollen Ergebnisse zu einzelnen Themenfeldern gebündelt und über eine digitale Kommunikationsplattform sowohl kleinen und mittleren Unternehmen als auch Einzelpersonen zugänglich gemacht werden. Ziel ist die bessere landesweite Erschließung und Stärkung des nordrhein- westfälischen Fachkräftepotenzials unter ausdrücklicher Berücksichtigung gleichstellungsrelevanter, aber auch weiterer diverser Aspekte. Weiterführung der Arbeit des Kompetenzzentrums Frau & Beruf Bonn/Rhein- Sieg Die bisherige erfolgreiche Arbeit des Kompetenzzentrums Bonn/Rhein-Sieg hat vor allem zwei Aufgaben als Schwerpunkte: 1. Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen bei der Einführung und Weiterentwicklung einer familienfreundlichen Personalpolitik: Familienbewusste Personalpolitik vereint betriebliche Interessen und den Wunsch der Beschäftigten, berufliche und familiäre Aufgaben miteinander in Einklang zu bringen. Sie ist eine wichtige Voraussetzung, um sich als attraktiver Arbeitgeber am Markt zu positionieren und im Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeitende zu bestehen. Das Kompetenzzentrum hat dazu das Netzwerk „Familienbewusste Unternehmen Bonn/Rhein-Sieg“ ins Leben gerufen. Inzwischen ist das Netzwerk auf rd. 90 kleine und mittlere Mitgliedsunternehmen angewachsen. Die Leistungen des Kompetenzzentrums umfassen insbesondere - Beratung und Akquise von Unternehmen sowie Pflege und Ausbau des Netzwerks, - Organisation und Durchführung von Netzwerktreffen, in denen der Erfahrungsaustausch im Vordergrund steht, - Durchführung von unterschiedlichen VeranstaltungsformatenSeite 3 von 6 Seite 4 (Workshops, Online-Seminaren, Fachveranstaltung, Aktionstag) für familienbewusste Personalpolitik, - Lobbyarbeit, um das Fachkräfte- und Führungspotenzial von Frauen sichtbar zu machen. 2. Erhöhung des Anteils von weiblichen Führungskräften in kleinen und mittleren Unternehmen: Der Arbeitswelt steht heute die bestqualifizierte Generation von Frauen zur Verfügung. Dies spiegelt sich allerdings nicht in der Besetzung von Führungspositionen innerhalb der Unternehmen wider. Um dies zu ändern, hat das Kompetenzzentrum das Programm „Mentoring4Women“ für kleine und mittlere Unternehmen aus der Region mit fünf bis 249 Beschäftigten entwickelt. Erfahrene Führungskräfte begleiten und beraten weibliche Nachwuchskräfte über ein Jahr in ihrer beruflichen und persönlichen Entwicklung. Die Leistungen des Kompetenzzentrums umfassen insbesondere - Beratung und Akquise von Unternehmen, weiblichen Fachkräften und Mentoren/Mentorinnen, - Organisation und Durchführung des Programms „mentoring4women – Frauen in Führung!“ als Personalentwicklungsmaßnahme für KMU, - Durchführung von unterschiedlichen Veranstaltungsformaten (Workshops, Online-Seminare, Fachveranstaltungen) zum Thema neue Rekrutierungswege für den regionalen Mittelstand / Female Recruiting - Netzwerk- und Lobbyarbeit, um das Fachkräfte- und Führungspotenzial von Frauen sichtbar zu machen. Zwischen den Wirtschaftsförderungen des Rhein-Sieg-Kreises und der Stadt Bonn besteht Einvernehmen, dass die beiden o. g. Aufgaben möglichst und dann auf jeden Fall gemeinsam weitergeführt werden sollen. Um dies effizient und (personal-)kostensparend zu gewährleisten und Synergieeffekte zu nutzen, bietet sich eine enge Anbindung an die Regionalagentur Bonn/Rhein-Sieg an, die sich bereits in gemeinsamer Trägerschaft beider Wirtschaftsförderungen befindet. Dafür sprechen vor allem folgende Gründe: - Zentrale Aufgabe der Regionalagentur ist es, den regionalen Arbeitsmarkt zu stärken. Ein Schwerpunkt ist die Umsetzung der arbeitsmarktpolitischen Förderziele des Landes NRW, was natürlich auch die Förderung derSeite 4 von 6 Seite 5 Frauenerwerbstätigkeit beinhaltet. In vielen Programmen der Arbeitsmarktpolitik, die von der Regionalagentur in der Region implementiert werden, sind genderrelevante Themen als Querschnittsthema fest verankert, teilweise aber auch als Förderlinie explizit aufgenommen. So wurde im Herbst dieses Jahres das von der Regionalagentur angebotene Beratungsprogramm „UnternehmensWert:Mensch“ durch das Themenfeld „Women in Tech“ erweitert. Kleine und mittlere Unternehmen aus der IT- und Tech-Branche werden von geförderter externer Beratung dabei unterstützt, eine offene und tolerante Unternehmenskultur aufzubauen, um damit als Arbeitgebende für Frauen attraktiver zu werden. - Die Regionalagentur Bonn/Rhein-Sieg leitet und koordiniert das „Bündnis für Fachkräfte Bonn/Rhein-Sieg“. Bündnispartner ist neben den Wirtschaftsförderungen des Rhein-Sieg-Kreises und der Stadt Bonn, der Agentur für Arbeit, den Jobcentern Rhein-Sieg und Bonn, der Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg, der Handwerkskammer zu Köln, der Kreishandwerkerschaft Bonn/Rhein-Sieg, dem Deutschen Gewerkschaftsbund und der Regionalagentur Bonn/Rhein-Sieg auch das Kompetenzzentrum Bonn/Rhein-Sieg. Damit ist das Kompetenzzentrum mit den wesentlichen arbeitsmarktpolitischen Akteuren der Region eng verbunden. Wie aus dieser Zusammenarbeit Synergieeffekte entstehen, lässt sich daraus erkennen, dass auch aus den vom Bündnis für Fachkräfte veranstalteten themenspezifischen Frühstückstreffs bereits Unternehmen als Mitglied für das Netzwerk „Familienbewusste Unternehmen Bonn/Rhein- Sieg“ gewonnen werden konnten. Aus den vorstehenden Ausführungen ergeben sich als Vorschlag für eine Weiterführung der Arbeit des Kompetenzzentrums folgende Eckpunkte: 1. Das Kompetenzzentrum Frau und Beruf Bonn/Rhein-Sieg wird als Kooperationsprojekt zwischen den Wirtschaftsförderungen des Rhein-Sieg- Kreises und der Stadt Bonn fortgeführt und nach Ablauf der EFRE - und Landesmittel an die Regionalagentur Bonn/Rhein-Sieg angegliedert. 2. Die damit einhergehenden Synergieeffekte sowie die Fokussierung auf die beiden Schwerpunktthemen ermöglichen eine Reduzierung des Personalumfangs von bisher 4 auf zukünftig 2 Vollzeitstellen. Somit ist seitens der Bundesstadt Bonn künftig nur 1 Stelle zur Fortführung des Kompetenzzentrums bereitzustellen. Die zweite Stelle wird inklusive des Personals vom Rhein-Sieg-Kreis gestellt. 3. Eine Vollzeitstelle wird der Aufgabe Projektentwicklung, Vernetzung regionaler KMU für die familienbewusste Personalpolitik (Netzwerk „Familienbewusste Unternehmen Bonn/Rhein-Sieg“) zugeordnet.Seite 5 von 6 Seite 6 4. Eine Vollzeitstelle wird der Aufgabe Projektentwicklung, Frauenförderung in KMU, Mentoring, Female Recruiting zugeordnet. 5. Die zwei Stellen für das Kompetenzzentrum Frau und Beruf Bonn/ Rhein- Sieg wurden befristet bis zum 30.04.2022 eingerichtet. Bei Weiterführung der Arbeit des Kompetenzzentrums ist eine Stelle zu entfristen und zur stellenmäßigen Deckung der vorgenannten Aufgaben zu nutzen. 6. Entsprechende Sachkosten in Höhe von voraussichtlich 20.000 € EURO / Jahr für jede Gebietskörperschaft werden ab 2023 in die Haushalte eingestellt. Angestrebt wird, dass diese Mittel um jeweils ca. 5.000 € Beiträge von beteiligten Unternehmen ergänzt werden. 7. In Zusammenarbeit und Abstimmung mit der Regionalagentur Bonn/Rhein- Sieg soll sich das Kompetenzzentrum an Wettbewerbsaufrufen im Rahmen des zukünftigen Landeskonzepts „Berufliche Gleichstellung erreichen, Potenziale entwickeln, Vorbilder schaffen“ beteiligen. Weiterhin bleibt zu prüfen, ob für die Frauenarbeitsmarktförderung auch ein Förderzugang aus dem operationellen Programm EFRE.NRW 2021-2027 hergestellt werden kann. Mit der Genehmigung des Programms wird im April/Mai 2022 gerechnet. Die Verwaltung wird zur vorgeschlagenen Weiterführung der Arbeit im Themenkomplex Frauenarbeitsmarktförderung den politischen Gremien einen Beschlussvorschlag zur konkreten finanziellen und personellen Umsetzung unterbreiten. Anlage/n KeineSeite 6 von 6
Folgen Neue Vorlagen, Sitzungen und Auswertungen aus dem Bonner Rat — im Fediverse, ohne Konto lesbar.
bonn.social/@biz ↗Datenstand: 03.11.2026, 01:50 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de